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Herbstreise 2017

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Verlagsvorschau Herbst 2017
Gastland Frankreich
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Le République en marche?
Dauerseller

Alfred Grosser
LE MENSCH


Baha Güngör
Atatürks wütende Enkel
Die Türkei zwischen Demokratie und Demagogie
248 S. , br., € 19,90
978-3-8012-0511-9
Wohin geht das "Land der unbegrenzten Widersprüche"? Der bekannte Türkei-Experte und ehemalige Redaktionsleiter bei der Deutschen Welle, Baha Güngör, ist ein scharfer Verfechter der Presse- und Meinungsfreiheit. Er analysiert die aktuelle Lage in der Türkei, forscht nach deren Ursachen und erläutert mögliche künftige Entwicklungen.
Ende der Meinungsfreiheit, Re-Islamisierung, Verfassungsumbau, abhängige Justiz und innere Säuberungen - führen sie die Türkei weg von Europa, NATO und Demokratie? Wie ist die breite Unterstützung für Präsident Erdogan zu erklären? Welche historischen Ursachen hat die heutige Situation? Und welche Mitverantwortung trägt der Westen am Zustand der türkischen Demokratie? Für Güngör ist es zu leicht, nur Erdogan zu verurteilen - er will erreichen, dass man dieses große Land am Bosporus, seine Gegensätze, Traditionen und historischen Umbrüche in Deutschland besser versteht.

WAS IST LOS MIT FRANKREICH?
Von politischer Zersetzung zu sozialer Neuordnung
Herausgegeben von Ulrike Guérot und Elisabeth Donat mit Beiträgen von Eric Chol, Nicole Colin-Umlauf, Julien Deroin, Emmanuel Droit, Guillaume Duval, Asiem El-Difraoui, Guillaume Klossa, Dietmar Loch, Christoph Reinprecht, Roman Léandre Schmidt, Danilo Scholz, Daniel Schulz, Thierry Sciari, Lea Zacharie.
144 S., br., € 15,00
978-3-8012-0510-2
Emmanuel Macron ist im Mai 2017 zum neuen Präsidenten gewählt worden – aber wie geht es Frankreich? Was sind seine drängendsten gesellschaftlichen Probleme? Teilen die Franzosen die Euphorie auf europäischer Ebene, oder macht sich jetzt Katerstimmung breit? Das klassische Parteienwesen zerfällt, doch kann eine neue Bewegung wie Le République en marche! der wachsenden Ratlosigkeit der Bürger entgegenwirken? Der Band vereint Beiträge ausgewiesener Experten, die die Lage Frankreichs nach den Präsidentschafts- und Parlamentswahlen analysieren. Während die alten Klassen der Arbeiterschaft und Bourgeoisie sich endgültig auflösen, gilt für die Wirtschaft der Satz »Totgesagte leben länger«. Die strukturellen Schließungen von Großbetrieben stehen Frankreichs Rolle in der Eurozone und einer lebendigen Start-up-Szene gegenüber. Doch für das starke sozioökonomische Gefälle zwischen Stadt und Land, für Bildungsmisere und schlechte Perspektiven am Arbeitsmarkt stellte der erstarkende Front National der stolzen Republik einmal mehr die Quittung aus. Steuert Frankreich einer epochalen Neuordnung, gar einer »Revolution« entgegen?

Johannes Hillje
F*ck the Facts
Wie rechte Populisten Politik machen
128 S. , br., € 12,90
978-3-8012-0509-6
Tabubrüche, Lügen und Polarisierung - das sind bekannte Mittel rechter Populisten. Warum haben sie Erfolg damit? Und wie gelingt es ihnen, die öffentliche Debatte zu dominieren? Die AfD versteht es besser als jede andere Partei, die Logik klassischer Medien und besonders die sozialen Netzwerke für ihre Politik zu nutzen. Die Demokratie hat das Nachsehen. Dieses Buch erklärt, was dahinter steckt, und es will die Abwehrkräfte der offenen Gesellschaft stärken. Johannes Hillje analysiert die Kommunikationsstrategien populistischer Akteure in Deutschland und zieht Vergleiche mit Europa und den USA. Begriffe wie "Volk", "Demokratie" und "Meinungsfreiheit" werden antipluralistisch umgedeutet und neu besetzt. Ein Parlament braucht die AfD eigentlich gar nicht, um Politik zu machen. Ihr Machtfaktor heute sind nicht die Abgeordneten, sondern Wortgewalt im öffentlichen Diskurs. Entspannung im Wahljahr 2017? Fehlanzeige


Aleksandra Sowa
Digital Politics
So verändert das Netz die Demokratie.
10 Wege aus der digitalen Unmündigkeit
128 S. , br., € 12,90
978-3-8012-0508-9
Digitalisierung schlägt Demokratie. Die bequeme und undurchsichtige "Cyberwelt" macht uns mündig und unmündig zugleich. Sie beein?usst unser Leben, Politik, Wirtschaft und (demokratische) Entscheidungen. In 10 Kapiteln erklärt Aleksandra Sowa, Expertin für Verschlüsselungstechnologien, wo Fallstricke liegen und wie man um sie herumkommt. Statt die Technologie als Ursache des Übels zu verdammen, muss man begreifen, dass jeder für den Schutz seiner Daten selbst verantwortlich ist. Sich zu wehren will gelernt sein! Die Autorin zeigt, wie. Big Data, Hacktivism, Social Bots, Fake News, Roboter, Künstliche Intelligenz und Algorithmen können individuelle Freiheiten bedrohen, aber auch demokratiefördernd wirken. Einige wenige herrschen über die Technologie und horten die Daten. Erst programmieren und speichern, dann nachdenken oder reparieren, heißt die Devise. Was also ist gegen die Enteignung unserer Hardware und digitale Unmündigkeit zu tun? Wie sorgen wir weiterhin für informationelle Selbstbestimmung? Demokratie und der Erhalt bürgerlicher Freiheiten ist harte Arbeit.

Volker Koop
Hans-Heinrich Lammers
Der Chef von Hitlers Reichskanzlei
320 S. , br., € 24,90
978-3-8012-0519-5
Hans-Heinrich Lammers war eine der wichtigsten und einflussreichsten Führungsfiguren des NS-Systems. Seine Macht übte der heute wenig bekannte Top-Nazi im Stillen aus. Willfährig organisierte er Hitlers Regierungsgeschäfte und lieferte für »Staatsnotwendigkeiten« die juristische Untermauerung. Er war es auch, der Judenverfolgung und Euthanasie den Anschein der Rechtmäßigkeit verschaffte. »Des Führers Wille und Befehl sind die einzige Quelle allen Rechts« – diese Überzeugung bestimmte das Handeln von Lammers. Informationen aus den Ministerien wählte er nach eigenem Ermessen aus, versah sie mit seinen Akzenten und trug sie Hitler vor. Die Kabinettskollegen hatten keinen direkten Zugang zu Hitler. Bei Gesetzesentwürfen oder Terminwünschen führte kein Weg an Lammers vorbei. Im Nürnberger Prozess sagte er als Zeuge aus und kam selbst später – verantwortlich für
den Tod Tausender – mit wenigen Jahren Gefängnis davon. 

Axel Rückert
Courage
Ich wünsch‘ mir ein Europa, das begeistert
112 S. , br., € 12,90
978-3-8012-0516-4
Mit einem Beitrag von Joschka Fischer
Griechenland- und Flüchtlingskrise, BREXIT und Trump, deutsches und französisches Führungsvakuum dürfen die EU nicht zerstören. Die Zeit ist reif, sich von den politischen Eliten zu emanzipieren. Demokratische Legitimation und Bürgerwille sollen an deren Stelle treten. Echte Solidarität, mehr Demokratie und eine positive Identität - das hat Europa heute so nötig wie noch nie. Lust auf Europa zu machen, das ist das Ziel des früheren Debitel-Chefs und McKinsey-Beraters Axel Rückert. Aber dazu muss es sich von Grund auf ändern. 70 Jahre Frieden in Freiheit, Euro, Binnenmarkt und gemeinsames Krisenmanagement - das wirft man nicht einfach über Bord. Stattdessen muss man das politische Versprechen Europas wieder ernst nehmen, die eigenen Prinzipien achten und die Erwartungen der Bürger ins Zentrum der Politik stellen. Einfachheit, Klarheit und Nützlichkeit heißen deshalb die Kriterien, an denen Rückert die Fundamente, Institutionen und Regeln der EU bemisst und Deutschland zu europaweiter Großzügigkeit auffordert - als Gegenleistung für Wiedervereinigung und Exportmöglichkeiten. Sein Fazit: Wir brauchen ein neues "Projekt" Europa.



Zwischen Ungewissheit und Zuversicht
Jugend im Nahen Osten und in Nordafrika
336 S. , br., € 26,00
978-3-8012-0513-3
Die große repräsentative Jugendstudie in der arabischen Welt erlaubt erstmals profunde Einblicke in Lebensgefühl, Selbstverständnis und Zukunftsvorstellungen von rund 9.000 jungen Menschen zwischen 16 und 30 Jahren aus Ägypten, Bahrein, Jemen, Jordanien, Libanon, Marokko, Palästina, Syrien und Tunesien. Gewalt, Krieg, Armut und Hunger nehmen insgesamt zu. Eine emotionale, ökonomische und soziale Loslösung von der Familie ist daher nur schwer möglich. Doch junge Menschen richten sich notgedrungen in schwierigen Zeitverhältnissen ein und finden für sich oft erstaunliche Wege. Trotz großer ökonomischer Umbrüche, fehlender politischer Partizipationsmöglichkeiten und einem allgegenwärtigen Gefühl der Unsicherheit, das von Land zu Land variiert, blicken viele von ihnen dennoch zuversichtlich in die Zukunft.

Rechtspopulismus in Europa
Gefahr für die Demokratie?
2., überarbeitete und ergänzte Auflage
192 S. , br., € 16,90
978-3-8012-0517-1
Ob Front National, Fidesz, Lega Nord oder FPÖ – rechtspopulistische und euroskeptische Parteien gewinnen in fast allen europäischen Gesellschaften an Einfluss. Wer sind ihre Führer? Wer sind ihre Wähler? Was sind ihre Themen? Welchen Weg nahmen sie in die Parlamente? Wie gefährlich sind sie für die etablierten politischen Parteien und für den europäischen Zusammenhalt? Diesen Fragen widmen sich Politologen und Soziologen aus sechs Ländern. Nach Länderanalysen über Großbritannien, Dänemark, Österreich, Frankreich, Niederlande, Polen, Ungarn, Schweiz und Italien untersuchen sie die Frage, inwieweit der Aufstieg des Rechtspopulismus ein generelles Krisenzeichen der Demokratie in Europa ist. Am Ende steht die Frage, wie man mit dem Rechtspopulismus umgehen soll, um seine Folgen für das politische und gesellschaftliche System gering zu halten.


Flucht, Migration und die Linke in Europa
384 S. , br., € 26,00
978-3-8012-0506-5
Wie hält es Europas Linke mit der Migration? Welche Antworten bieten progressive Parteien auf aktuelle Herausforderungen? Welche Schwierigkeiten sehen sie? Welche Rolle spielen Flucht, Migration und Integration für Wählerinnen und Wähler? Was heißt das für politische Parteien und Bewegungen? Darüber schreiben Aydan Özoguz, Wolfgang Merkel, Ahmad Mansour, David Goodhart und viele andere mehr. Flucht und Migration gelten spätestens seit der Flüchtlingskrise des Jahres 2015 als wahlentscheidende Themen. Wie diskutiert die linke Mitte Europas über migrationspolitische Herausforderungen? Welche Rolle spielen parteitaktische Überlegungen? Welche die Moral? Was sind die Positionen und welche Trends zeichnen sich ab? Der vorliegende Band versammelt zwölf europäische Fallstudien und bietet eine ebenso kontroverse wie realistische Bestandaufnahme der aktuellen Debatte.
»Ein wichtiger Beitrag zu einer zentralen gesellschaftlichen Debatte unserer Zeit«, Katarina Barley, SPD-Generalsekretärin.

Birgit Lahann / Ute Mahler (Fotogr.)
Nietzsche
Ich bin Dynamit
200 S. , geb., 40 farb. Abb., € 12,90
978-3-8012-0504-1
»Nietzsche« ist ein hinreißendes Text-Bild-Porträt des deutschen Sprachkünstlers, Lyrikers, Aphoristikers und Philosophen, der mit seinem »Zarathustra« unsterblich wurde, ein glühender Europäer war, sich vor Frauen ein bisschen fürchtete, für sein Idol Richard Wagner »Die Geburt der Tragödie« schrieb und mit 44 Jahren wahnsinnig wurde. Birgit Lahann und die Fotografin Ute Mahler reisten an die Originalschauplätze von Nietzsches Leben. So entstand ein Band mit feinfühlig - lebensvollem Text und opulenten, sinnlichen Bildern, die von den Spuren und Orten seines Wirkens inspiriert sind. Dieser Nietzsche ist ein ganz anderer als der vermeintliche Schöpfer des Übermenschen, den seine antisemitische Schwester und die Nationalsozialisten zum Unmenschen verfälschten. Er ist ein Freiheitsapostel, ein Pirat des Geistes.

Norbert Bicher
Mut und Melancholie
Heinrich Böll, Willy Brandt und die SPD -
Eine Beziehung in Briefen, Texten, Dokumenten
248 S. , br., € 22,00
978-3-8012-0512-6
Heinrich Böll, der am 21. Dezember 2017 hundert Jahre alt geworden wäre, und Willy Brandt sind Ikonen der bundesrepublikanischen Geschichte. Die Dokumentation zeichnet erstmals ihr Verhältnis nach, das von tiefer Sympathie, gegenseitiger Unterstützung und politischer Selbstbehauptung geprägt war. Sie standen nach dem Krieg für ein anderes Deutschland, wagten beide "mehr Demokratie" und wurden dafür in beispielloser Weise diffamiert. Trotz eines Hangs zur Melancholie, den sie teilten, resignierten sie nie. Der Friedensnobelpreisträger von 1971 und der Literaturnobelpreisträger von 1972 begeisterten die Jugend ihres Landes und öffneten vielen Menschen einen Weg aus der Adenauer-Zeit. Zuspruch gab es in den siebziger Jahren vor allem von Brandt für Böll, der massiv unter den Angriffen der "Springer"-Presse als angeblicher RAF-Sympathisant litt, sich aber nicht den Mund verbieten ließ.
BUCHVORSTELLUNGEN
28.9. Heinrich-Böll-Archiv, Köln
8.-9.12. Heinrich-Böll-Konferenz, Katholische Akademie Freiburg
Der Herausgeber steht für weitere Veranstaltungen zur Verfügung

Klaus-Henning Rosen
Grenzland
Meine Zeit mit Willy Brandt
320 S. , geb., € 26,00
978-3-8012-0493-8
Grenzland - das war 40 Jahre lang die Mitte Deutschlands. In seinen Lebenserinnerungen erzählt Klaus-Henning Rosen ein deutsches Schicksal, das seinen Anfang im Ruhrgebiet im Zweiten Weltkrieg nahm, von der Teilung geprägt wurde sowie von Willy Brandt, den der Autor als Mitarbeiter viele Jahre begleitet hat, so auch, als die Mauer fiel und die innerdeutsche Grenze wieder verschwand. Eindrucksvoll erfährt man bei Rosen, wie das sozialdemokratische Herz der Bonner Republik tickte, wie die SPD versuchte, den "Abschied vom Extremistenbeschluss" zu planen, wie das Büro von Brandt nach der Guillaume-Affäre von einem zweiten DDR-Agenten ausgespäht wurde, wie Brandt über die Kunst von Christo und Meistermann dachte, wie die SPD gegen den Rechtsextremismus kämpfte und versuchte, im Auftrag der sowjetischen Regierung und afghanischer Rebellen Gefangene im kriegsgeschüttelten Afghanistan zu befreien. Dieses Buch ist ein Stück erzählter Zeitgeschichte. Klaus-Henning Rosen geb. 1938, Jurist und Publizist, ab 1970 Beamter im Justiz- sowie Arbeits und-Sozialialministerium Baden-Württemberg, 1976 bis 1989 persönlicher Leiter des Büros von Alt-Bundeskanzler Willy Brandt.

Jürgen Schmidt
Brüder, Bürger und Genossen
Die deutsche Arbeiterbewegung zwischen Klassenkampf
und Bürgergesellschaft 1830-1870
600 S. , geb., € 68,00
978-3-8012-5039-3
Klassenkämpfe und zivilgesellschaftliches Handeln, politische Konflikte und geselliges Vereinsleben: Jürgen Schmidt beschreibt und erklärt die vielfältige Entstehungsgeschichte
der deutschen Arbeiterbewegung zwischen den 1830er-Jahren und der Gründung des Deutschen Kaiserreichs 1871. In diesen Jahrzehnten fanden sich Handwerker, Lohnarbeiter und Intellektuelle in politischen Vereinen, Parteien, Gewerkschaften und Genossenschaften zusammen. Sie diskutierten revolutionäre Ideen und reformerische Konzepte über nationale Grenzen hinweg, kämpften in der Revolution von 1848, organisierten Streiks, feierten rauschende Vereinsfeste und sahen sich staatlicher Verfolgung ausgesetzt. Sie blieben eine Minderheit, wollten den Kapitalismus überwinden und eine neue gesellschaftliche Ordnung schaffen. Dabei versuchten sie dennoch, einen respektierten Platz in der Gesellschaft zu rlangen. Jürgen Schmidt geb. 1963, Dr. phil., Historiker und Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Kolleg »Arbeit und Lebenslauf in globalgeschichtlicher Perspektive« der Humboldt Universität zu Berlin sowie am »Institut für die Geschichte und Zukunft der Arbeit«.



Sozialgeschichte des Kapitalismus
im 19. und 20. Jahrhundert
Herausgegeben von Friedrich Lenger/Philipp Kufferath
384 S. , geb., € 68,00
978-3-8012-4243-5
Seit der Finanz- und Staatsschuldenkrise von 2008 ist der Kapitalismus wieder in aller Munde. In Krisenzeiten treten globale Abhängigkeiten deutlicher hervor, soziale Ungleichheit wird als Problem erfahrbar. Wie wurden Krisen in der Vergangenheit wahrgenommen und bewältigt? Warum gewannen die Finanzmärkte in einzelnen Ländern an Attraktion? Wieso haben Staaten so hohe Schulden? Welchen Stellenwert hatten prekäre Arbeitsverhältnisse in bestimmten Epochen? Wie wurden Fragen von Ethik und Umweltschutz marktförmig?
Leistung, Effizienz und Innovation, Prinzipien kapitalistischen Wirtschaftens, dringen in alle Lebensbereiche vor. Auch für die Geschichtswissenschaft rücken grundlegende Zusammenhänge von Wirtschaft, Politik und Gesellschaft erneut in den Fokus. In dem Band, der als Rahmenthema des Archivs für Sozialgeschichte 56 (2016) entstanden ist, werden zahlreiche Facetten einer Sozialgeschichte des Kapitalismus in Westeuropa und den USA zwischen 1800 und 2000 beleuchtet. Die Beiträge geben Einblicke in ein Forschungsfeld, das äußerst vielschichtig und dynamisch ist - wie sein Gegenstand selbst.

Gleichheit!
wirtschaftlich richtig, politisch notwendig, sozial gerecht
200 S. , geb., € 22,00
978-3-8012-0507-2
Wachsende soziale Ungleichheit gefährdet die Demokratie, den gesellschaftlichen Zusammenhalt, Wachstum und Wohlstand. Was ist zu tun? Dieser Band nimmt die Ursachen und Wirkungen verschiedener Arten von Ungleichheit in den Blick und schließt seinen Analysen konkrete Lösungsvorschläge an. Lange hielt sich die Mär, dass Ungleichheit für Wachstum unabdingbar sei. Inzwischen sind Ökonomen eher vom Gegenteil überzeugt. Immer mehr Menschen fühlen sich abgehängt, marginalisiert, andere haben Angst vor dem sozialen Abstieg, zu viele wenden sich enttäuscht von Demokratie und Parlamentarismus ab. Passend zu einer Zeit, die das Thema Ungleichheit endlich wieder progressiv diskutiert, entsteht ein spannendes Bild an Möglichkeiten. Denn klar ist: Eine gute Gesellschaft braucht mehr Gleichheit. Mit Beiträgen u.a. von Frank Bandau, René Bormann, Saša Bosan?i?, Michael Dauderstädt, Frank Decker, Ferdinand Fichtner, Julia Friedrichs, Wolfgang Gaiser, Michael Hartmann, Dierk Hirschel, Marei John-Ohnesorg, Christian Krell, Jürgen Kohl, Malte Lübker, Mascha Madörin, Steffen Mau, Wolfgang Merkel, Thomas Meyer, Hannah Pflanzelt, Kate Pickett, Thomas Rixen, Christina Schildmann, Severin Schmidt, Oliver Schmolke, Ulrich Schneider, Wolfgang Schroeder, Ralf Stegner, Heinrich Tiemann, Till van Treeck, Achim Truger.

Repräsentationen der Arbeit
Bilder - Erzählungen - Darstellungen
420 S. , geb., € 38,00
978-3-8012-4247-3
Wie wird und wurde Arbeit in der Gesellschaft dargestellt und wahrgenommen? Als Quelle von Stolz und Zukunftsorientierung, aber auch als Ort des Elends, der körperlichen Anstrengung, der Unterordnung und Ausbeutung. Mit seinem interdisziplinären Ansatz lenkt dieser wissenschaftliche Sammelband den Blick auf Orte, Medien und Figuren der Darstellung von Arbeit. Industrielle Tätigkeiten, die "alte" Arbeiterbewegung, aber auch jüngere Phänomene wie die prekäre Beschäftigung von Hochqualifizierten oder das beschworene Ende der Arbeitsgesellschaft werden in den Blick genommen - die Beziehungen zwischen Individuen und Kollektiven, zwischen Subjekten und Objekten, von Vor- und Abbildern. In geschichtswissenschaftlicher Perspektive werden politische, visuelle und narrative Repräsentationen der Arbeit im 20. Jahrhundert

Walter Mühlhausen
Friedrich Ebert
160 S. , br., zahlr. Abb., € 10,00
978-3-8012-4248-0
Der Sozialdemokrat Friedrich Ebert (1871–1925) zählt zu den bedeutendsten Persönlichkeiten der deutschen Demokratiegeschichte – als Mitglied der Revolutionsregierung nach dem Ersten Weltkrieg und als erster gewählter Reichspräsident der ersten demokratischen Republik auf deutschem Boden. Der Sohn eines Schneiders kam von ganz unten und durchlief eine Karriere wie aus dem Bilderbuch: Seit 1913 Vorsitzender der SPD, ebnete er in den Wirren von Kriegsniederlage und Revolution den Weg in die Demokratie und steuerte als Staatsoberhaupt mit Verantwortungsethos und Beharrungsvermögen die junge Demokratie durch vielschichtige Krisen in eine Phase der relativen Stabilität. Auf dem neuesten Forschungsstand und mit breiter Quellenbasis liefert diese Biografie ein konzentriertes, klares Bild Friedrich Eberts und räumt mit vielen liebgewordenen (Vor-) Urteilen auf. Walter Mühlhausen, geb. 1956, Historiker, ist Geschäftsführer und Vorstandsmitglied der Stiftung Reichspräsident Friedrich-Ebert-Gedenkstätte in Heidelberg und lehrt als apl. Professor an der Technischen Universität Darmstadt.

Hilde Krüger
Der Widiwondelwald / Hurleburles Wolkenreise
Ein Bilderbuch aus bunten Dreiecken
56 S. , geb., € 22,00
978-3-8012-0503-4
Die Erstausgaben der Kinderbücher "Der Widiwondelwald" und "Hurleburles Wolkenreise" erschinen in den Jahren 1924 und 1926 im Verlag J.H.W. Dietz Nachf. Zum 135 Geburtstag des Verlages haben wir diese beiden Schätze mit herrlichen Bildern aus unserem historischen Programm gehoben und in einem Wendebuch neu aufgelegt. Die Original-Ausgaben gelten unter Sammlern als "blaue Mauritius" der Kinderbücher. Ihre konstruktivistische Bildsprache ist einzigartig: Alle Figuren und Elemente bestehen aus Dreiecken. Wer Hilde Krüger war, wissen wir nicht. Ihre Bücher sind das einzige Zeugnis ihrer Existenz. Doch inspirieren ließ sie sich von Christian Morgensterns Gedicht Die drei Winkel: Diese bitten die Hexe Widiwondel um menschliche Gestalt - und die geheimnisvolle Zeichnerin Krüger hat ihren Wunsch erfüllt und sie in wundervollen Figuren und fröhlichen Versen zum Leben erweckt.
Die Bibliothek der Friedrich-Ebert-Stiftung bewahrt und pflegt das historische Erbe des Verlags, der 1933 von den Nazis fast vernichtet wurde. Ihr ist es zu verdanken, dass diese Wiederentdeckung möglich wurde.

Das ist die Widiwondel mit ihrer Zauberei.
Anstatt des einen Zauberstabs, da hat sie deren zwei.
In ihrem großen Zauberwald, dicht bei Schlaraffenstadt,
da wohnt so mancher selt’ne Kauz, den sie verzaubert hat.
Die Hexe Widiwondel, Die hatte einen Sohn.
Und Hurleburle war so wild Im jüngsten Alter schon.
Einst sprang in aller Frühe Er durch den Wald im Trab,
Trat viele bunte Blümchen um Und riss die Pilze ab.
Da sprach die Widiwondel: »Mein kleiner Sohn, hab acht!
Du störst mich bei der Hexerei;
Drum setze ich dich sacht Auf jene weiße Wolke;
Die fliegt ins Land mit dir! Wirst viele schöne Dinge schaun –
Und abends bist du hier!«
Bereits angekündigt:


Alfred Grosser
LE MENSCH
Die Ethik der Identitäten
240 S., geb., € 24,90
978-3-8012-0499-0
Wer bestimmt, was der Mensch ist: als Individuum oder Amtsinhaber, als Angehöriger einer Gruppe, Religion oder Ethnie? Facettenreich und mit vielen persönlichen Rückblicken schreibt der Europäer Grosser über die Entstehung und Moral sozialer Identität. Dabei wehrt er sich gegen ein altes Grundübel, das aktueller ist denn je: Den Finger, der auf andere zeigt, das “schlimme DIE”: DIE Muslime, DIE Frauen, DIE Juden, DIE Deutschen, DIE Flüchtlinge… Ein großes Buch, das uns auffordert, auch in schwierigen Zeiten niemals unsere Menschlichkeit zu verlieren. Klar in der Sprache und konkret in der Sache nimmt Alfred Grosser das Menschsein auf allen Feldern des gesellschaftlichen Lebens unter die Lupe: Kultur, Politik und Erziehung, Geschlecht, Geschichte und Religion, Geld und nationale Mythen – und natürlich unsere Identität in einem Europa mit Flüchtlingen oder ohne. Er warnt eindringlich vor Politikverachtung, und am Ende steht, dass wir “mehr Mensch” werden müssen und die Frage nach der Identität nicht ohne eine humane Ethik beantwortet werden kann.
Am Sonntag, 7. Mai 2017 - Schloss Neuhardenberg, Schinkelplatz, 15320 Neuhardenberg, Beginn: 17:00 Uhr
und am Montag, 8. Mai 2017 in der Friedrich-Ebert-Stiftung Berlin,  Haus 2, Hiroshimastraße 28, 10785 Berlin: Prof. Alfred Grosser spricht mit Stephan Detjen, Chefkorrespondent des Deutschlandradios über sein neues Buch - Unmittelbar nach der Präsidentschaftswahl in Frankreich und vor der Bundestagswahl in Deutschland wird es dabei auch um die Frage gehen, wie es heute um die europäische Identität bestellt ist - oder ob es eine solche überhaupt gibt.Anmeldung unter 0228/883-8202, Beginn: 19:00 Uhr

Neue Lesungstermine:

6.6. Köln – phil.COLOGNE, Eröffnungsveranstaltung
8.6. Frankfurt – Haus am Dom
19.6. Freiburg – Katholische Akademie
20.6. Ludwigshafen – Ernst-Bloch-Zentrum
21.6. Heidelberg – Deutsch-Amerikanisches Institut
22.6. Stuttgart – Literaturhaus
24.6. Nagold – Longwyplatz
5.9. Frankfurt – Johann-Wolfgang-Goethe-Universität
7.9. Wiesbaden – Landeszentrale für politische Bildung

REZENSIONEN: 3Sat Kulturzeit, Deutschlandfunk, WDRundDeutschlandradio Kultur



Ulrike Guérot
Warum Europa eine Republik werden muss!
Eine politische Utopie
150 S., br., 14,90 €
978-3-8012-0479-2
Es ist Zeit, Europa neu zu denken. Weg mit der Brüsseler Trilogie aus Rat, Kommission und Parlament! Die Nationalstaaten pervertieren die europäische Idee und spielen Europas Bürger gegeneinander aus. Europa muss aber heißen: Alle europäischen Bürger haben gleiche politische Rechte. Vernetzt die europäischen Regionen! Schafft ein gemeinsames republikanisches Dach! Wählt einen europäischen Parlamentarismus, der dem Grundsatz der Gewaltenteilung genügt! Dieser Text ist ein utopisches Experiment. Res publicabedeutet Gemeinwohl – daran fehlt es in der EU heute am meisten. Die Idee der Republik ist von Aristoteles bis Kant das normale Verfassungsprinzip für politische Gemeinwesen. Wenden wir es doch einmal auf Europa an. Bauen wir Europa neu, damit sich die Geschichte der Nationalismen nicht wiederholt. Damit Europa in der Welt von morgen nicht untergeht, sondern zur Avantgarde auf dem Weg in eine Weltbürgerunion wird. Ulrike Guérot geb. 1964, Politikwissenschaftlerin, europaweit gefragte  Politikberaterin und Direktorin  des European Democracy Lab (EDL), Berlin. Sie beschäftigt sich seit Jahren mit der Zukunft der europäischen Demokratie und kennt EU-Europa, seine Institutionen und Schwächen wie kein(e) zweite(r).   REZENSIONEN: Irish Times  /  Handelsblatt  /  Deutschlandradio  /  SR2  /  SWR2  /  Welt  /  THE EUROPEAN  / 

Niklas Frank
Dunkle Seele, Feiges Maul
Wie skandalös und komisch sich die Deutschen beim Entnazifizieren reinwaschen
584 Seiten, 22 Abb., € 29,90
978-3-8012-0405-1
Anhand zahlloser Akten erzählt Niklas Frank empörende, aber auch absurd komische Fälle voller Lug und Trug aus der Zeit der Entnazifizierung zwischen 1945 und 1951. Dreist verkauften damals Mitglieder und Nutznießer der NSDAP die Spruchkammern für dumm und retteten sich ohne Reue ins demokratische Deutschland. Frank gewährt uns großartige Einblicke in den giftig-süßen Beginn der bundesdeutschen Demokratie und erschreckende in den Alltag des „Dritten Reichs“. Böse analysiert er, dass ein direkter Weg von damals zum heutigen Verhalten der schweigenden Mehrheit der Deutschen führt. Ein Buch zum Staunen, wütend werden und zum bitteren Lachen. Neben Prominenten wie Lina Heydrich, Oskar von Hindenburg, Emmi Göring, Winifred Wagner und anderen interessiert sich Frank vor allem für die vielen unbekannten Nazis, die das unmenschliche System gestützt und bejubelt haben, ihre Mitmenschen denunzierten, bei der Judenverfolgung wegsahen und sich bei den Mächtigen anbiederten. Plötzlich mussten sie für ihre Gesinnung geradestehen und entwickelten erstmals Mut - den Mut zur Feigheit. REZENSIONEN: buchmarkt, focus, taz(ganz unten, die letzte Rezension)
Das Kalifat des IS ist das Produkt verdeckter westlicher Kriegsführung

Metzger, Albrecht
Black Operation ISIS
Die verdeckte Kriegsführung des Westens und der islamistische Terrorismus
280 S., br., € 19,90
978-3-8012-0466-2
"Wir haben gar nichts dagegen, wenn Salafisten Bomben werfen. Es kommt nur darauf an, auf wen sie die Bomben werfen." Dieser Satz eines ehemaligen Präsidentenberaters ist ein Geständnis: Das Kalifat des IS ist das Produkt verdeckter westlicher Kriegsführung unter Einsatz verdeckter Operationen, sogenannter black operations. Nach dem Motto "Der Feind meines Feindes ist mein Freund" haben die USA - und nicht nur sie - ein Monstrum geschaffen, das den Nahen und Mittleren Ostens auffrisst und mittlerweile auch die freiheitlichen Gesellschaften des Westens bedroht. Der Islamwissenschaftler Albrecht Metzger blickt auf die Geschichte und Anfänge des Kalifats und zugleich auf die gut hundert Jahre alte Strategie europäisch-amerikanischer Regierungen, religiösen Extremismus für ihre kurzfristigen strategischen Ziele zu benutzen - fast immer ohne jeden Weitblick für die desaströsen Folgen ihrer Planspiele.

Abu Hanieh, Hassan / Abu Rumman, Mohammad
Dschihadistinnen
Faszination Märtyrertod
232 S., br., € 19,90
978-3-8012-0502-7
Immer mehr Mädchen und junge Frauen in arabischen und westlichen Ländern geben ihr bisheriges Leben auf, um sich in Rakka oder Mosul dem IS anzuschließen. Wie ist dieser Boom zu erklären? Wie sind die Frauen rekrutiert worden? Welche Art Hirnwäsche haben sie durchlaufen? Welche psychologischen, sozialen und kulturellen Faktoren treiben sie an, sich dem Gedankengut einer dschihadistischen Organisation zu unterwerfen und dem bewaffneten Kampf anzuschließen? Diese brandaktuelle Studie der beiden jordanischen Islamismus-Experten Hassan Abu Hanieh und Mohammad Abu Rumman basiert auf einer Analyse der IS-Ideologie und seines Frauenbildes sowie auf Statistiken und Quellen, die Auskunft über Zahl und Werdegang von Dschihadistinnen geben. Ziel ist, die ganze Bandbreite an möglichen Fällen zu ergründen, die "andere Geschichte" dahinter zu erzählen - warum junge Frauen zu IS-Kämpferinnen wurden, wie die IS-Ideologie sie infizierte und die Organisation sie für sich einnehmen konnte.

Flucht, Transit, Asyl
Interdisziplinäre Perspektiven auf ein europäisches Versprechen
384 S., br., € 24,90
978-3-8012-4242-8
Wo liegen Möglichkeiten und Grenzen europäischer Sicherheits-, Grenz- und Integrationspolitiken und welche gemeinsamen Vorschläge für Krisenlösungen gibt es? Nothilfe für Flüchtlinge, Asylrecht und Einwanderung - bei diesen Themen zeigen sich tiefe Gräben zwischen den europäischen "Partnern". Dabei wird die politische Auseinandersetzung innerhalb der EU nicht nur von Sachzwängen bestimmt: Islamskeptische Argumente gegen Migration verweisen auf kulturell bedingte Differenzen, die für die spezifische Auslegung von Fragen des Asyl- und Völkerrechts an Bedeutung gewinnen. Welche Ansätze gibt es zur Dekonstruktion kultureller Stereotypen und Gesellschaftsentwürfe und der Analyse ökonomischer Verteilungsfragen? Humanitäre und gesellschaftspolitische Anliegen bestimmen die Debatten in allen "europäischen Öffentlichkeiten". Dieser Band will durch Wortmeldungen aus der aktuellen Forschung multiperspektivische Herangehensweisen beleuchten. Ziel ist die konzeptionelle Herausarbeitung von Gemeinsamkeiten und Unterschieden zur Erfassung und Beschreibung von Fluchtursachen, Fluchttypen und migrantischen Lebenswelten.

Zurück zur Literatur!
384 S., br., € 22,00
978-3-8012-0500-3
Streitbare Essays von: Thomas Bellut, Wolfgang Böhmer, Nagavajara Chetana, Zehra Cirak, Zsuzsanna Ghase, Franz Joseph Goertz, Nora Gomringer, Josef Haslinger, Gerd Heinz, Elke Haas, Reinhard Jirgl, Joachim Kalka, Gerhard Köpf, Leo Kreutzer, Dagmar Leupold, Konrad Paul Liessmann, Jürgen Lodemann, Ret‘sepile Makamane, Andrea Mer-ger, Herta Müller, Claudia Ott, Armin Petras, Hermann-Arndt Riethmüller, Boualem Sansal, Wole Soyinka, Lothar Schöne, Robert Schindel, Birgit Schmitz, Jan Snela, Yoko Tawada, Ilja Trojanow, Silvija Tretjakova, Cornelie Ueding, Alissa Walser und Jossi Wieler.
Literatur ist unersetzlich für unser öffentliches und privates Leben, für die (Charakter-)Bildung von Menschen, für ihr Verständnis von Kultur und dem, was den Menschen zum Menschen macht. Umso alarmierender ist ihre fortschreitende Marginalisierung und ihr allmähliches Verschwinden aus den Lehrplänen von Schulen, Hochschulen sowie aus dem populären Kulturbetrieb. Es geht nicht um elitäre Bildungstraditionen, sondern um den drohenden Verlust von Wissen, freiheitlichem Denken und gesellschaftlicher Orientierung. Reduktionen auf "das Wesentliche", die Strategie der "Überforderungsvermeidung", Überflutung von Kindern und Erwachsenen mit kontextlosen Bildern - all dies sind Elemente einer Technologie der Verarmung und der politischen Sterilisierung. Noch beunruhigender erscheint die Tatsache, dass damit Text- und Lesekompetenz sowie die Fähigkeit, in komplexen und ambivalenten Zusammenhängen zu denken und zu empfinden, verlorengehen. Auch eine umfassende Schulung dessen, was man "Möglichkeitssinn" nennen könnte, ist mit dem Verzicht auf Literatur bedroht und damit eine wichtige Waffe im Kampf gegen Fundamentalismen jeder Couleur. Ursachen und Folgen werden in diesem Band ebenso diskutiert wie mögliche Vorschläge zum Widerstand.

Leinen, Jo / Bummel, Andreas
Das demokratische Weltparlament
Eine kosmopolitische Vision
450 S., br., € 26,00
978-3-8012-0492-1
In atemberaubendem Tempo schreitet die Verflechtung der Welt voran. Die globalen Herausforderungen unserer Zeit überfordern die Nationalstaaten. Die Menschheit befindet sich in einer entscheidenden Phase - nach der Entstehung der Demokratie in den antiken Stadtstaaten Griechenlands und ihrer Ausweitung auf die modernen Territorialstaaten im 18. Jahrhundert steht nun der nächste Schritt bevor: eine demokratische Weltrevolution und ein Parlament der Menschheit. Denn die politische Entwicklung der Menschheit ist nicht vorbei. Für eine friedliche, gerechte und nachhaltige Weltzivilisation ist ein evolutionärer Sprung zu einer föderalen Weltrepublik erforderlich. Im Mittelpunkt dieses Projekts steht der Aufbau eines demokratischen Weltparlaments. Vor dem Hintergrund der Problematik der Moderne beleuchtet dieses Buch die Geschichte, Relevanz und Umsetzung einer kosmopolitischen Idee, die aktueller nicht sein könnte.

Kohlross, Christian
kollektiv neurotisch
Warum die westlichen Gesellschaften therapiebedürftig sind
120 S., br., € 16,90
978-3-8012-0496-9
Sind die westlichen Gesellschaften neurotisch? Christian Kohlross, psychotherapeutischer Coach und Kulturwissenschaftler, bejaht das und unterzieht sie einer psychologischen Analyse. Längst haben Persönlichkeitsstörungen auch von großen Gruppen und Kulturkreisen Besitz ergriffen. Die alarmierende Diagnose dieses Buchs: Narzissmus, Depression, Zwang und Hysterie sind Symptome einer akuten Kollektivneurose, die Europa und die westliche Welt fest im Griff hat. Am Schluss des Buchs skizziert Christian Kohlross mögliche Wege, diesen destruktiven Seelenlagen politisch und sozial zu begegnen. Die tiefere Ursache dieses kollektiven Krankheitsbildes sieht Kohlross in unserer totalen Visionslosigkeit. Die Ökonomisierung aller Lebensbereiche, das Ende der Utopien auf dem Scheiterhaufen des Neokapitalismus - sie haben das Gemeinschaftsgefühl zerstört, soziale und politische Bindungen aufgelöst und den Individuen die Hoffnung auf die Zukunft genommen. Politik beeinflusst solche Zustände, steht dem Problem aber rat- und konzeptionslos gegenüber. In einer demokratischen Gesellschaft muss sich das ändern! Sonst verspielen wir unsere Zukunft.

Strategische Autonomie und die Verteidigung Europas
Auf dem Weg zu einer europäischen Armee?
600 S., br., € 26,00
978-3-8012-0497-6
Die Gemeinsame Sicherheits- und Verteidigungspolitik (GSVP) bildet derzeit einen Schwerpunkt der europäischen Zusammenarbeit. Sie wird jedoch kontrovers diskutiert. Wie kann Europa die nötige strategische Autonomie erlangen, um besser seiner Rolle als geopolitischer Akteur gerecht zu werden? Unstrittig ist: Es braucht mehr Koordinierung (auch mit der NATO) und einen Ausbau der militärischen Fähigkeiten. Brauchen wir langfristig auch eine gemeinsame europäische Armee? Der vorliegende skizziert die Entstehung und Entwicklung der Grundidee und ordnet sie in die aktuellen Strategieprozesse der EU sowie ihrer einzelnen Mitgliedsstaaten ein. Die sogenannte Flüchtlingskrise, zunehmende Instabilität der EU-Nachbarstaaten, wachsende Terrorgefahr, die Rolle Russlands und der NATO, der Ausgang der US-Wahlen und der Brexit - diese Themen bilden den Hintergrund der heutigen sicherheitspolitischen Debatten in Europa. Das Fernziel einer Europäischen Armee steht für die Entwicklungsperspektive einer schlagkräftigen europäischen Sicherheits- und Verteidigungspolitik als möglicher Pfeiler einer veränderten transatlantischen Sicherheitsarchitektur. Die Herausgeber gehen auf die derzeit politisch diskutierten Vorschläge zur Weiterentwicklung der GSVP ein und geben, basierend auf genauen Analysen der jeweiligen Länder, konkrete Empfehlungen für das weitere Vorgehen.

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Verlagsprospekt Herbst 2016



Albrecht Metzger
Millionen hinter Gittern
Amerika, seine Gefängnisse
und das Armutsproblem
144 S., br.,  16,90 €
978-3-8012-0471-6
Die USA sind ein großes Gefängnis - zumindest für jene, die "abgerutscht" sind und es nicht geschafft haben, den amerikanischen Traum von Aufstieg und Wohlstand zu erreichen. Seit Jahrzehnten steigt die Zahl der Häftlinge drastisch an, nicht nur der farbigen. Selbst Bagatelldelikte führen zu absurd langjährigen Strafen, die die Reste jeder bürgerlichen Existenz vernichten. Ausgangspunkt dieser Entwicklung war der "Krieg gegen die Drogen". Er begann in den siebziger Jahren und kam unter Ronald Reagan zur vollen Entfaltung. Seine neoliberale Wirtschaftspolitik trieb Menschen am unteren Ende der Wohlstandsleiter in die Armut - und viele in die Kriminalität. Heute sucht Amerika nach einem Ausweg aus der Gefängniskrise. Sein Weg steht als Mahnung für die Europäer, die Auswirkungen einer solchen Politik nicht zu unterschätzen.

Tilman Jens
NEIN
Die Tugend des Ungehorsams
160 S., geb., 18,00 €
978-3-8012-0486-0
In seinem neuen, bislang persönlichsten Buch feiert Tilman Jens die hohe Schule des Gegen-den-Strom-Schwimmens, die Wonnen angstfreier Renitenz. Viele Zeitgenossen fürchten die Verweigerung. Ungehorsam als Todsünde! Dem setzt Jens sein leidenschaftliches Plädoyer für zivilen Ungehorsam entgegen. Der Essay reicht kulturgeschichtlich von der Lutherzeit bis in die Gegenwart des griechischen »Oxi«. Dieses kleine Buch vom großen Nein macht Freude – und vor allem Mut. Wie folgenreich wurde – und wird – das aufbegehrende »Nein« als Wurzel allen Übels denunziert: »Nein, meine Suppe ess ich nicht«, sprach der Suppenkaspar und war am fünften Tage tot. Im Rückblick auch auf das eigene gut 60-jährige Leben erscheint Jens die Kunst des beherzten Neinsagens als wichtige Lektion, so wie es einst der große Lyriker Günter Eich beschwor: »Seid Sand, nicht das Öl im Getriebe der Welt.« Tilman Jens geb. 1954 in Tübingen, ist der älteste Sohn der Schriftstellerin Inge Jens und des Altphilologen und Literaturhistorikers Walter Jens. Nach dem Abitur an der Odenwaldschule studierte er in Konstanz. Jens ist zum zweiten Mal verheiratet, arbeitet als freier Journalist für das Fernsehen und lebt in Frankfurt am Main. Neben seiner regelmäßigen Arbeit für die ARD, das ZDF und 3sat hat er Bücher über Uwe Johnson, Mark Twain und Goethe und seine Opfer veröffentlicht, schrieb den Bestseller »Demenz – Abschied von meinem Vater« und ist Mitautor von »Vermächtnis. Die Kohl-Protokolle«.


Birgit Lahann
Peter Weiss
Der heimatlose Weltbürger
336 S.,geb., 24,90 €
978-3-8012-0490-7
In Berlin Neu-Westend, am Steubenplatz in der Preußenallee lebte Peter Weiss mit seinen Elter ab dem Ende der zwanziger Jahre: Kurz vor der Emigration der Familie Weiss 1934/35 nach England stirbt seine jüngere Schwester am Bahnhof Heerstraße. Sie wurde von einem Auto überfahren. Für den damals 18 jährigen Peter Weiss war der Tod seiner Schwester der „Anfang von der Auflösung unserer Familie“. Diese traumatische Erfahrung begleitet ihn sein ganzes Leben. Er malt Bilder, die niemand kaufen will, schreibt Texte, die niemand drucken will, dreht Filme, die keiner sehen will, hat unglückliche Affären. Dann, 30 Jahre später, katapultiert ihn sein Theaterstück »Die Verfolgung und Ermordung Jean Paul Marats« zu plötzlichem Weltruhm. Fortan ist der vielbegabte Peter Weiss der unbestechliche politische Autor in Ost und West. »Abschied von den Eltern«, »Fluchtpunkt«, »Die Ermittlung«, der »Viet Nam Diskurs«, »Hölderlin« oder die meisterhafte »Ästhetik des Widerstands« sind Höhepunkte der deutschsprachigen Nachkriegsliteratur. Peter Weiss wäre im November 2016 100 Jahre alt geworden. Birgit Lahann hat ein ergreifendes Portrait dieses großen Erzählers geschrieben, der als Jude eine Odyssee durch Europa machte, um der Schreckensortschaft zu entfliehen, »für die ich bestimmt war und der ich entkam« - Auschwitz.

Rena Molho
Der Holocaust der griechischen Juden
250 S., br., ca. 24,90 €
978-3-8012-4238-1
Die Historikerin Rena Molho, eine Kapazität auf dem Gebiet der griechischen Holocaustforschung, legt ihre Arbeiten zur systematischen Vernichtung der griechischen Juden mit diesem Buch erstmals auf Deutsch vor. Die Nazis löschten fast 90 Prozent der jüdischen Bevölkerung Griechenlands aus. Dieser Teil der NS-Geschichte, seine Folgen und seine Aufarbeitung sind in Deutschland nahezu unbekannt. Zum Thema:http://www.sueddeutsche.de/politik/geschichte-der-todestag-der-gemeinde-von-thessaloniki-1.3312361

Birgit Lahann
Hochhuth – Der Störenfried
384 S., geb., zahlr. Abb., 29,90 €
978-3-8012-0470-9
Rolf Hochhuth, der Autor des »Stellvertreters«, wird am 1.April 85 Jahre alt. Birgit Lahann hat nun die erste Biografie über diesen großen politischen Dramatiker und Schriftsteller geschrieben, mit allem Witz und Wahnsinn, die sein Leben kennzeichnen. Sie erfuhr alles über die Abgründe, die seine Stücke erhellen, über den Irrsinn deutscher Zeitläufte, gegen die er loszog, über Freund und Feind und seine Frauen, für ihn das fünfte Element, über seine manische Kampfeslust und darüber, woher Mut und Kraft kommen, sich zügellos einer Wahrheit zu verschreiben. Der Gerechtigkeitsfanatiker griff Papst Pius XII. für sein beharrliches Schweigen bei den Judende-portationen im Zweiten Weltkrieg an. Mit "Eine Liebe in Deutschland" zwang er den ehemaligen NS-Marine-Richter und späteren CDU-Ministerpräsidenten Hans Filbinger zum Rücktritt. Ludwig Erhard schmähte ihn für seine Angriffe als Pinscher, Helmut Kohl diffamierte ihn im Vatikan und Franz Josef Strauß beschimpfte ihn als Ratte und Schmeißfliege. Doch Hochhuth kämpfte weiter. Alle lieben die Freiheit, sagt er, aber nicht die, die ihnen dazu verhelfen wollten. Martin Walser über das Buch: "Diese Biografie ist das Lebendigste, was ich in diesem Genre je zu lesen bekam. Ich weiß nicht, ob LEBENDIG eine ästhetische Qualität ist, aber dass es eine Lesbarkeit ohnegleichen verbürgt, das weiß ich jetzt, nachdem ich in diesem durchaus wilden Buch herum gelesen habe. Und das liegt genau an beiden: Lahann und Hochhuth. Hochhuth war und ist ein Unikum. Das ganz genau ist er. Er wird nie in eine Schublade passen. Und dass dieses prinzipiell verquere Unikum schlicht liebenswürdig wird, das liegt an Birgit Lahann, die als scharfe Jägerin das Unikum in all seiner Lebendigkeit voll aufs Papier bringt."

Franz Nuscheler
LERN- UND ARBEITSBUCH ENTWICKLUNGSPOLITIK
432  S., Br., € 18,80
978-3-8012-0430-3
Was ist Unterentwicklung? Ist sie Folge des Kolonialismus oder ungerechter Handelsbedingungen? Ist der Nord-Süd-Konflikt bereits zur Leerformel verkommen? Was heißt überhaupt Entwicklung? Was bedeutet »nachhaltige Entwicklung«? Inwieweit gefährden Umweltkrisen unsere natürlichen Lebensgrundlagen? Was heißt »Feminisierung der Armut« oder »globale Strukturpolitik«? Ist die Globalisierung für die Dritte Welt ein Heilsversprechen oder Teufelswerk? Warum wurde die »Entwicklungshilfe« inzwischen als »tödliche Hilfe« verurteilt? Das sind die alten und neuen Fragen, auf die Franz Nuscheler in seinem »Lern- und Arbeitsbuch Entwicklungspolitik« Antworten gibt. Es wurde für die Neuauflage vollständig überarbeitet. Nuscheler verbindet nüchterne Analyse mit engagierter Kritik und bringt Zahlen, Begriffen und Theorien in eine ordnende Zusammenschau. Das geschieht in einer sprachlichen Form, die auch interessierten Laien den Zugang leicht macht. Das Buch will entwicklungspolitisches Engagement unterstützen und mit Sachkunde untermauern.

Jutta Limbach
»Wahre Hyänen«
Pauline Staegemann und ihr Kampf um die politische Macht der Frauen
144 S., br., 18,00 €
978-3-8012-0480-8
Pauline Staegemann (1838–1909), Sozialdemokratin und Gründerin des ersten Berliner Arbeiterfrauen- und Mädchenvereins, war die Urgroßmutter der ehemaligen Präsidentin des Bundesverfassungsgerichts Jutta Limbach. Ihre Biografin erzählt,  wie sie späteren Frauengenerationen den Weg in Politik und Bildungsinstitutionen ebnete. Die Autorin widmet sich außerdem der Frage, welche Fortschritte das Familienrecht, die Frauenpolitik und die Rechtsgleichheit von Mann und Frau von den 1870er-Jahren bis heute gemacht haben. Das Preußische Vereinsgesetz verbot Frauen zwar jede organisierte politische Tätigkeit. Doch das ehemalige Dienstmädchen Staegemann, Mutter von vier Kindern, ließ sich weder durch Geld- noch Freiheitsstrafen von ihrem Kampf um die politische Macht der Frauen abhalten. Jutta Limbach kommt zu dem Schluss: Heute ist ihr Kampf aktueller denn je, denn weibliche Hausangestellte und gering verdienende Arbeitskräfte, häufig Migrantinnen in ungeklärten Arbeitsverhältnissen, brauchen immer noch Solidarität und den Schutz des Gesetzes. Jutta Limbach geb. 1934, Rechtswissenschaftlerin, ehemalige Professorin an der Freien Universität Berlin und Politikerin der SPD. 1994–2002 war sie Präsidentin des Bundesverfassungsgerichts und 2002–2008 Präsidentin des Goethe-Instituts.

Lern- und Arbeitsbuch
Lernen in der Einwanderungsgesellschaft
Herausgegeben von Dietmar Molthagen und Thilo Schöne
300 S., br., 19,90 €
978-3-8012-0484-6
Das Lern- und Arbeitsbuch soll zeigen, wie Lernprozesse in der Einwanderungsgesellschaft gelingen können – angesichts der seit Jahrzehnten bestehenden Einwanderung nach Deutschland wie auch der gegenwärtigen Zuwanderung von Geflüchteten. Außerdem widmet sich der Band generellen Fragen religiöser, kultureller, lebensweltlicher und sozialer Vielfalt unabhängig von der Einwanderungsgeschichte.
Teil 1 behandelt die Rahmenbedingungen von Bildung in Zeiten zunehmender gesellschaftlicher Heterogenität.
Teil 2 versammelt praktische Vorschläge für die Bildungsarbeit in Schule, Jugendarbeit, Erwachsenenbildung und politischer Bildung.
Es werden jeweils Methoden vorgestellt, Materialvorschläge gemacht und didaktische Hinweise gegeben – aus der Praxis für die Praxis.

Mohammad Abu Rumman / Hassan Abu Hanieh
IS und Al-Qaida
Die Krise des sunnitischen Islam und der globale Dschihad
300 S., br., 19,90 €
978-3-8012-0483-9
Die jordanischen Islamismusexperten Abu Rumman und Abu Hanieh beantworten die wichtigsten Fragen nach Unterschieden und Verhältnis zwischen dem sogenannten »Islamischen Staat« und dem Al-Qaida-Netzwerk. Sie gewähren tiefe Einblicke in beide Organisationen und zeigen auf, welche internen Konflikte zur Abspaltung des IS von Al-Qaida sowie zur Entstehung zweier Rivalen im globalen Dschihad führten.Was sind die zentralen ideologischen Säulen des IS? Woher kommen seine rapide Expansion und seine militärische Stärke? Wie ist er aufgebaut und welche Ressourcen hat er? Worin liegen die Konflikte zwischen IS und dem Al-Qaida-Netzwerk begründet? Worin unterscheiden sich IS und Al-Qaida beziehungsweise die Al-Nusra-Front ideologisch? Welche Szenarien sind für die Zukunft denkbar? Wie wird sich das Engagement der internationalen Koalition gegen den IS auswirken? Mohammad Abu Rumman PhD, Politikwissenschaftler, forscht am Center for Strategic Studies an der University of Jordan zu politischem Denken und islamischen Bewegungen, er schreibt regelmäßig für die jordanische Tageszeitung Al-Ghad. Hassan Abu Hanieh ist ein jordanischer Experte auf dem Gebiet islamistischer Gruppierungen, er veröffentlicht hierzu regelmäßig Beiträge in den Medien und ist Autor zahlreicher Bücher. Zuletzt erschien von ihm »The Islamic ›Solution‹ in Jordan: Islamists, the State, Democracy and Security«.

Heinrich Seemann
Tagebuch einer Revolution
Indonesiens Weg zur Demokratie (1998–2000)
336 S., br., 26,00 €
978-3-8012-0485-3
Das viertgrößte Land der Welt entging 1997/98 einem verheerenden Bürgerkrieg und wurde in wenigen dramatischen Wochen zu einer Demokratie: 1997 stürzte der
Potentat Suharto, und der neue Präsident Habibie beendete praktisch auf einen Schlag mehr als 30 Jahre Militärdiktatur. Über diese »Mission impossible« hat Heinrich Seemann, damals deutscher Botschafter in Jakarta, ein Tagebuch geführt, das nun erstmals veröffentlicht wird. Diese atemberaubende Zeit mit allen Ereignissen, Zweifeln, Ängsten und Hoffnungen des Autors machen das Tagebuch zu einer spannenden Lektüre, ohne die man das vielschichtige und teilweise traumatisierte Indonesien von heute kaum verstehen
kann. Vor und nach dem Rücktritt Suhartos war die Gefahr eines Bürgerkriegs mit Händen zu greifen. Das explosive Gemisch auf den Straßen und in den Köpfen der
Menschen dieses Landes mit einem Bevölkerungsanteil von 95 Prozent Muslimen wartete nur noch auf einen winzigen Funken, um hochzugehen. Doch die Revolution
ging zum Schluss in demokratischen Reformen auf, was einem Wunder gleichkommt. Heinrich Seemann geb. 1935, Dr. jur., war als Diplomat in USA, Nepal, Mali und Japan
tätig, später Chef des Protokolls der Bundesregierung und 1994–2000 Botschafter der Bundesrepublik Deutschland in Jakarta/ Indonesien. Übersetzer und Autor zahlreicher Bücher über deutsche Beziehungen mit Fernost.

Jan Kiepe
Für die Revolution auf die Schulbank
Eine alltagsgeschichtliche Studie über die SED-Funktionärsausbildung in Thüringen
512 S., br., 58,00 €
978-3-8012-4235-0
Die Partei- und Kaderschulen der SED waren mehr als nur Einrichtungen zur Indoktrination. Übersehen wird oft der Auftrag der Funktionärsausbildung in der DDR: Die Absolventen sollten lernen, die marxistisch-leninistische Theorie in die politische Praxis umzusetzen und für die soziale Wirklichkeit fruchtbar zu machen. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Schulungen wie auch die Lehrkräfte waren nicht nur passive Objekte oder lediglich ausführende Organe des Parteiwillens. Sie traten selbst als Akteurinnen und Akteure in Erscheinung, die die Anweisungen auf ihre eigene Weise interpretierten und umsetzten: dadurch kamen die Schulungen überhaupt erst in der sozialen und politischen Wirklichkeit der DDR-Gesellschaft an. Das galt vor allem für die Zeit bis 1965, in der die Parteischulung starken Veränderungen ausgesetzt war, aber auch für die Jahre danach. 


Mohammad Abu Rumman
Ich bin Salafist
Selbstbild und Identität
radikaler Muslime im Nahen Osten
280 S., br.,  19,90 €
978-3-8012-0474-7
In vielen persönlichen Interviews und Gesprächen untersucht Abu Rumman Selbstbild und Lebenswirklichkeit junger Salafisten im Nahen Osten: Wer sind sie? Welche Wege führten sie zum Salafismus und welche wieder von ihm weg? Der Salafismus stellt eine Reaktion auf die politischen, ökonomischen und sozialen Bedingungen dar, unter denen die arabischen Gesellschaften seit mehreren Generationen leben müssen. Auch deshalb scheint er vielen Menschen eine Antwort auf die Frage nach der eigenen Identität zu geben. Die für die arabische Welt verheerenden Auswirkungen des Sechstagekrieges 1967 weckten ein neues politisches Bewusstsein. In ähnlicher Weise wirkte der Golfkrieg 1991: Eine ganze Generation fühlte sich durch die Kriegsfolgen entmutigt und von der illusorischen Siegesrhetorik der Muslimbrüder getäuscht. Salafismus kann jedoch nicht als bloße Antwort auf negative Umstände verallgemeinert werden. Dieses Buch zeigt sehr unterschiedliche Erfahrungen von Salafisten sowie ein heterogenes Spektrum von Denk- und Verhaltensweisen. Mit seiner sozio-politischen Perspektive stellt es den Salafismus in den Kontext seiner positiven wie negativen Entstehungsbedingungen und analysiert ihn im Licht jener historischen Krise, aus der er entstanden ist.


Matthias von Hellfeld
Das lange 19. Jahrhundert
Zwischen Revolution und Krieg 1776-1914
304 S., geb.,  22,00 €
978-3-8012-0468-6
Die erste Gesamtdarstellung des "langen" 19. Jahrhunderts ist ein mitreißend erzähltes Porträt über Vorspiel und Beginn der Moderne in Europa und Nordamerika. Es widmet sich den epochalen von der Amerikanischen Unabhängigkeitserklärung über die Französische Revolution bis zur "Urkatastrophe" des Ersten Weltkriegs. Revolutionen, Säkularisierung, Romantik, Biedermeier, Freikörperkultur, Industrialisierung, Kolonialismus, wissenschaftlich-technischer Fortschritt, Demokratiebewegung, Nation und Nationalstaat - diese Stichwörter künden von der ungeheuren Dynamik, mit der das bürgerliche Zeitalter in die Menschheitsgeschichte trat. Dieses Buch ist wie ein spannendes Dokudrama über die politischen Veränderungen, bahnbrechenden Erfindungen und atemberaubenden Ereignisse, mit der sich eine neue Zeit ihren Weg bahnt, die die Grundlagen unserer heutigen Existenz legte. Matthias von Hellfeld, geb. 1954 in Bremen) ist ein deutscher Historiker, Journalist und Publizist. Er war 1987 – 1992 Redakteur und Moderator beim Westdeutschen Rundfunk, 1992 – 1994 Chef vom Dienst und Vize-Nachrichtenchef bei VOX, 1999 – 2002 Projektleiter und Autor von „Secrets of Power“,der fünfteiligen TV-Dokumentation mit Michail Gorbatschow, Helmut Kohl, Hans-Dietrich Genscher, Shimon Peres und George Bush senior. Es folgten 1998 Hitlers Helfer: Joachim von Ribbentrop – der Handlanger (ZDF), 1998: Der Mann, der Hitlers Helfer hängte (VOX), 1999: Deutsche Schicksalstage : 1.9.1939 – der Angriff auf Polen (ZDF), 1999: 100 Dokumentationen à 8 min.: 100 Jahre – 100 Bilder: Konzeption  und Realisierung (ZDF) Seit 2011 ist er Dozent des Masterstudiengangs „OnlineRadio“ der Martin-Luther-Universität Halle/Wittenberg und hielt 2013 eine über drei Trimester verteilte Vorlesung über „Die Genese Europas“. Von Hellfeld ist Mentor und Vertrauensdozent der Friedrich-Ebert-Stiftung. Im Wintersemester 2014/15 hielt er eine Übung „Journalistisches und Wissenschaftliches Schreiben“ an der Justus-Liebig-Universität Gießen ab.

Franz Magnis-Suseno SJ
Garuda im Aufwind
Das moderne Indonesien
176 S., br.,  14,90 €
978-3-8012-0464-8
Indonesien ist ein Staat mit 250 Millionen Einwohnern, die meisten von ihnen Muslime. Doch was wissen wir über die Geschichte, Kultur und Politik dieses big player in Südostasien, 2015 Gastland der Frankfurter Buchmesse? Diese leicht verständliche Einführung gibt Antworten. Garuda, das mythische Wappentier des Landes, symbolisiert Indonesiens Aufstieg zur drittgrößten Demokratie der Welt, die im 21. Jahrhundert ihren Weg zwischen Tradition und Moderne sucht. Der Philosoph, Politikberater und Jesuit Franz Magnis-Suseno lebt seit mehr als fünf Jahrzenten in Indonesien. Er beschreibt, welche schweren Erschütterungen dieses Land in seiner 70-jährigen Geschichte gemeistert hat, skizziert die 16 turbulenten Jahre nach dem Sturz von Diktator Suharto 1998 und stellt die Entwicklung Indonesiens in den Kontext seiner Geschichte und Kultur. Wie entstand diese relativ junge Nation? Welche Bedeutung haben der berühmte "Jugendschwur" und die Pancasila-Philosophie? Magnis-Suseno erklärt die Einflüsse der javanischen Kultur in Indonesien, beschäftigt sich eingehend mit dem Islam und geht am Ende auf die Frage ein, wie die Zukunft dieses beeindruckenden Landes im Angesicht von Globalisierung und politischer Radikalisierung aussehen könnte.


Johano Strasser
Das Drama des Fortschritt
460 S., geb.,  34,00 €
978-3-8012-0477-8
Die Idee des Fortschritts findet auch heute noch reiche Nahrung - immer neue Höchstleistungen von Wissenschaft und Technik, immer schnellere Abfolgen neuer, leistungsstärkerer Produkte. Die Steigerung unseres Wissens und Könnens scheint keine Grenzen zu kennen. Abhandengekommen ist uns dafür der historische Richtungssinn. Wir wissen nicht mehr, wie wir in Zukunft leben wollen. Wir marschieren tapfer, ohne Kompass. Johano Strasser zweifelt am Sinn des schlichten "Weiter so!" Doch nicht jeder Fortschritt ist unmöglich geworden. Johano Strasser legt eine spannende Analyse und Ideengeschichte des Fortschrittsbegriffs vor. Der Glaube an den Fortschritt hat sich in Europa in den letzten 250 Jahren hartnäckig zu behaupten gewusst. Trotz zweier Weltkriege, Naziherrschaft und Stalinismus wird er auch heute noch getragen von einer rasanten wissenschaftlich-technischen Entwicklung und einem scheinbar unbegrenzten ökonomischen Wachstum. Und tatsächlich sieht auch Strasser realistische Wege, Not und Elend zu mildern, mehr Gerechtigkeit zu schaffen und den Frieden zu sichern, damit Menschen besser leben können.

Andreas Zick und Beate Küpper
Wut, Verachtung, Abwertung
Rechtspopulismus in Deutschland
156 S., br.,  16,90 €
978-3-8012-0478-5
In Deutschland ist der Rechtspopulismus laut und deutlich geworden: Sichtbar bei den Pegida-Demonstrationen, hörbar in öffentlichen Debatten wie "Deutschland schafft sich ab" und politisch in Verbindungen zur neuen Partei AfD. Man hetzt gegen Muslime und Flüchtlinge, verachtet Politik und Medien, propagiert einen Nationalismus, der zur Abschottung führt, und sehnt sich nach Autorität sowie einer homogenen "Gemeinschaft". Diese Entwicklung bedroht die gesellschaftliche Vielfalt, das friedliche Zusammenleben und die parlamentarische Demokratie. Der in der Friedrich-Ebert-Stiftung (FES) entstandene Sammelband analysiert die unterschiedlichen Erscheinungsformen des neuen Rechtspopulismus sowie die Ängste und Einstellungen in der Bevölkerung, die ihn begünstigen. Auf Grundlage der Daten der jüngsten FES-Mitte-Studie zeigt er sein Potenzial auf, beschreibt seine gesellschaftlichen Konsequenzen und skizziert notwendige Gegenstrategien. Mit weiteren Beiträgen von Frank Decker, Alexander Häusler, Gideon Botsch, Christoph Kopke, Andreas Hövermann u. a.

Ursula Bitzegeio / Jürgen Mittag / Lars Winterberg (Hg.)
Der politische Mensch
Akteure gesellschaftlicher Partizipation
im Übergang zum 21. Jahrhundert
496 S., br.,  24,90 €
978-3-8012-4232-9
Das Vertrauen in Kompetenz, Verantwortung und Integrität der "politischen Prominenz" in Europa gilt als beschädigt. Der "Wutbürger" nimmt die Dinge selbst in die Hand, demonstriert montags, besetzt Parks und kapert Internetseiten. Die gesellschaftlichen Proteste der letzten Zeit haben in Europa eine Diskussion über neue Varianten der Bürgerbeteiligung ausgelöst und lassen traditionelle Formen politischen Engagements in Vereinen, Verbänden, Parteien und Gewerkschaften in einem neuen Licht erscheinen. Der Sammelband greift diese Diskussionen auf und wirft einen kritischen Blick auf die Anpassungs- und Wandlungsfähigkeit traditioneller Akteure und Formen politischer Partizipation. Gleichzeitig werden "neue" politische Beteiligungsräume und Protestpraktiken wie zum Beispiel der regionale Widerstand gegen Großprojekte, die Piratenpartei, Mobilisierung im Netz oder die digitale Bürgerbeteiligung vorgestellt und auf ihre innovativen Potenziale hin befragt.

Frank Decker
Der Irrweg der Volksgesetzgebung
Eine Streitschrift
160 S., br.,  16,90 €
978-3-8012-0469-3
Wie weit soll direkte Demokratie gehen? Befürworter und Gegner der direkten Demokratie orientieren sich in Deutschland beide am Modell einer Volksgesetzgebung. Dies blockiert eine zielführende Debatte um die Einführung von Plebisziten auf Bundesebene. Brauchen wir mehr Demokratie? Und falls ja, in welcher Form? In allen Bundesländern sind heute Verfahren einer Volksgesetzgebung vorgesehen. Die Befürworter wollen sie ins Grundgesetz einführen. Doch taugt das Modell, um die Krise der repräsentativen Institutionen zu beheben? Nein, schreibt der Politikwissenschaftler Frank Decker: Im Bund kommen nur solche Formen direkter Demokratie in Frage, die den Vorrang des Bundestags als Gesetzgeber unangetastet lassen.

Klaus Schubert / Martina Klein
Das Politiklexikon
Begriffe. Fakten. Zusammenhänge.
350 S., br., 19,90 €
978-3-8012-0475-4
Immer wieder neu, immer aktuell. Nun in 6. aktualisierter und erweiterter Auflage: Das Nachschlagewerk im Taschenbuchformat mit über 1.300 Stichwörtern von A wie "Abberufbarkeit" bis Z wie "Zypern", ergänzt durch mehr als 50 übersichtliche Tabellen und Grafiken sowie einen Kartenteil. Das Politiklexikon versteht sich als kompetentes und preisgünstiges Nachschlagewerk für alle politisch interessierten Leser. In gut verständlicher Sprache liefert es kurzgefasste und einführende Informationen zu zentralen Begriffen der Innen- und Außenpolitik mit den Schwerpunkten Bundesrepublik Deutschland und Europäische Union. Neben Stichwörtern zum Funktionieren einzelner Systeme (z. B. Kommunen, Regionen, Bundesländer, EU und G8) finden sich Artikel über ausgewählte Politikfelder (wie z. B. Arbeitsmarkt-, Wirtschafts-, Finanz-, Familien- oder Umweltpolitik), zur deutschen Geschichte sowie zur politischen Ideengeschichte.

Jürgen Kocka
Arbeiterleben und Arbeiterkultur
Die Entstehung einer sozialen Klasse
530 S., geb., 68,00 €
978-3-8012-5040-9
Wie lebten Handwerker, Land-, Heim- und Fabrikarbeiter im 19. Jahrhundert? Jürgen Kocka stellt dar, wie im Spannungsfeld von Kapitalismus, Bürgergesellschaft und Staat eine neue deutsche Arbeiterklasse entstand. Band 3 der Reihe Geschichte der Arbeiter und der Arbeiterbewegung in Deuschland seit dem Ende des 18. Jh. zeigt, wie Arbeiterinnen und Arbeiter zwischen Pauperismus und Industrieller Revolution arbeiteten, darbten, feierten, konsumierten, in Krisen litten, ihr Überleben organisierten und sich behaupteten. Lebensläufe, Familienverhältnisse, Wanderungen, die Bildung und die Mentalitäten der Arbeiter, ihre Hoffnungen und Ängste kommen ebenso zur Sprache wie die Konsolidierung neuer politischer und sozialer Ansprüche zwischen Vormärz und Kaiserreich.


Albrecht Metzger
Rückkehr des Kalifats
Traum oder Wahnsinn?
200 S., br.,  19,90 €
978-3-8012-0466-2
Der Führer der Terrorbewegung "Islamischer Staat" nennt sich "Kalif". Damit versucht er, an eine glorreiche Zeit anzuknüpfen, als islamische Dynastien vom Mittelmeer bis zum Hindukusch herrschten. Albrecht Metzger zeichnet nach, wie die Idee des Kalifats in die Phantasie mancher Muslime zurückgekehrt ist, welche Erwartungen sie heute damit verbinden, welche Rolle der Westens dabei spielte und immer noch spielt. Kaum hatte die moderne Türkei das Kalifat 1924 abgeschafft, da traten die Muslimbrüder und später Hizb ut-Tahir auf den Plan, um es wiederherzustellen. 2014 wollen Terrorgruppen plötzlich Kalifate im Irak, in Syrien, Indonesien, Ägypten, Nigeria, Burma oder Indien errichten. Mit dem historischen Vorbild hat das nichts zu tun. Aber als ideologische Hülse ist das Kalifat lebendig und zieht jene an, die sich von westlicher Arroganz und Bevormundung gedemütigt fühlen. Oft genug versuchte der Westen, den religiösen Eifer von Muslimen für sich zu nutzen – Deutschland im Ersten Weltkrieg gegen England oder die USA in Afghanistan gegen den Kommunismus der UdssR. Heute kämpft die Welt mit den Folgen. Albrecht Metzger, geb. 1966, Islamwissenschaftler und angehender Kriminologe; schreibt Reportagen und Features für Radio und Zeitungen. Seine Schwerpunkte sind die islamische Welt, einschließlich der islamischen Diaspora in Europa, sowie die USA. Er hat Bücher über Kurden und Islamismus veröffentlicht.

Rechtspopulismus in Europa
Gefahr für die Demokratie?
Herausgegeben von Ernst Hillebrand
224 S., br., 16,90 €
978-3-8012-0467-9
Ob Front National, UKIP, Lega Nord oder FPÖ – rechtspopulistische und euro­skeptische Parteien gewinnen in fast allen europäischen Gesellschaften an Einfluss. Wer sind ihre Führer? Wer sind ihre Wähler? Was sind ihre Themen? Welchen Weg nahmen sie in die Parlamente? Wie gefährlich sind sie für die etablierten politischen Parteien und für den europäischen Zusammenhalt? Diesen Fragen widmen sich Politologen und Soziologen aus sechs Ländern. Nach Länderanalysen über Großbritan-nien, Dänemark, Österreich, Frankreich, Niederlande, Polen, Ungarn, Schweiz und Italien untersuchen sie die Frage, inwieweit der Aufstieg des Rechtspopulismus ein generelles Krisenzeichen der Demokratie in Europa ist. Am Ende steht die Frage, wie man mit dem Rechtspopulismus umgehen soll, um seine Folgen für das politische und gesellschaftliche System gering zu halten.

Steffen Reiche
Freiheit und Recht und dann erst die Einheit
Ein autobiografischer Essay
250 S., br., 19,90 €
978-3-8012-0461-7
Im Oktober 1989 gründete Steffen Reiche mit Markus Meckel, Stephan Hilsberg, Ibrahim Böhme und vielen anderen die Sozialdemokratische Partei in der DDR (SDP). Nach einer Kindheit in der DDR-Traumfabrik Babelsberg an der inner-deutschen Grenze, fand er in einem Theologiestudium die innere Freiheit, um sich gegen den SED-Staat zu stellen. Die abenteuerlichen Monate der untergehenden DDR und der Wiedervereinigung führten ihn schließlich in Volkskammer, Bundestag und die Spitzen der Brandenburgischen Landespolitik. Ein spannender Einblick in ein deutsch-deutsches Leben. Der Besuch der Erweiterten Oberschule wurde ihm verweigert, weil er sich nicht genügend an »gesellschaftlicher Arbeit« beteiligt hatte. Er wurde FDJ-Sekretär seiner Schulklasse und trug das Bekenntnisabzeichen der Jungen Gemeinde. Freiheit suchte der Jugendliche auf illegalen Reisen durch die UdSSR. Im Oktober 1989 lernte er Oskar Lafontaine, Helmut Schmidt und den SPD-Parteivorsitzenden Hans-Jochen Vogel kennen. Nach der Wende war er zehn Jahre SPD-Vorsitzender in Brandenburg und Landesminister im Kabinett Stolpe. [Heute ist er wieder Pfarrer in evangelischen Gemeinde Berlin-Nikolassee.]

Elmar Römpczyk
Estland, Lettland, Litauen
Geschichte, Gegenwart, Identität
200 S., br., 19,90 €
978-3-8012-0463-1
Die Geschichte Estlands, Lettlands und Litauens erzählt von jahrhundertelanger Fremdherrschaft und Unterdrückung durch die großen Nachbarstaaten. "Das Baltikum" als politisch-kulturelle Einheit gibt es nicht, trotz fast 50 gemeinsamer Jahre in der UdSSR.
Heute sind die drei sehr unterschiedlichen Länder wichtige Teile Europas und Brückenköpfe der NATO nach Osten. Ob als europäischer "Musterknabe", wie das skandinavisch geprägte Estland, oder als "Sollbruchstelle" Europas, wie das noch immer stark russisch beeinflusste Lettland: Rolle und Bedeutung der drei Baltischen Republiken in Europa haben viel mit den lange unterdrückten Identitäten ihrer Gesellschaften zu tun. Angesichts der aktuellen Politik Wladimir Putins und der NATO rückt das Baltikum wieder in den Fokus der öffentlichen Aufmerksamkeit. Elmar Römpczyk, geb. 1943, Dr. soz., lebte und arbeitete lange im Baltikum, in Chile, für die GTZ in Kolumbien und für den DED sowie für die UNESCO in Peru. Heute ist er freier Consultant für nachhaltige Entwicklungspolitik

Peter Steinbach
Nach Auschwitz
Die Konfrontation der Deutschen mit der Judenvernichtung
112 S., br.,  14,90 €
978-3-8012-0462-4
70 Jahre nach dem Holocaust: Welche Bedeutung hat Auschwitz für die politische Kultur der Bundesrepub-lik Deutschland? Kann die deutsche Gedenkkultur helfen, die Gesellschaft vor neuem Antisemitismus zu bewahren oder führt sie eher ins Vergessen? Kann Deutschland das Versprechen "Nie wieder!" einhalten? Diesen Fragen geht der wissenschaftliche Leiter der "Gedenkstätte Deutscher Widerstand" Peter Steinbach in einer kurzen und fulminanten Analyse nach. Er stellt die Verantwortung des Kulturbetriebs und der Politik in den Mittelpunkt seiner Überlegungen und gibt einen historischen Abriss früherer Jahrzehnte deutschen Nachkriegsgedenkens. Steinbach hält im baden-württembergischen Landtag am 27. Januar 2015 die offizielle Rede zum Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus und zur Befreiung des Lagers Auschwitz. Peter Steinbach, geb. 1948, Dr. phil., Historiker und Politikwissenschaftler, Professor für Neuere und Neueste Geschichte an der Universität Mannheim sowie
wissenschaftlicher Leiter der Gedenkstätte Deutscher Widerstand in Berlin.

Dieter Gräbner, Kurt Bohr
Hartz IV ist kein Schicksal
Wege aus dem sozialen Abseits
152 S., br., 12,90 €
978-3-8012-0465-5
Menschen, die von »Hartz IV« leben, können wieder Arbeit und ein festes Einkommen finden. Doch wie entgehen sie dem Teufelskreis aus Mini-Job, Zeitarbeit und Hoffnungslosigkeit? Was sind die Fakten und Folgen der Hartz IV-Gesetze? Und wie halten es Politik und Behörden in Deutschland eigentlich mit der Menschenwürde? Die Autoren fordern einen neuen Dritten Arbeitsmarkt, wo Menschen ohne Arbeit nicht verwaltet, sondern von Fachkräften nach ihren Fähigkeiten ermutigt, am Ort betreut und individuell qualifiziert werden. Denn die Wahrheit ist: Jeder kann ins Arbeitslosengeld II abrutschen. Wem das passiert, der sitzt meist lange fest. Geld, das direkt und indirekt aus öffentlichen Kassen aufgebracht wird, kann aber auch als Lohn für eine sinnvolle Arbeit gezahlt werden, die eine Rückkehr zum ersten Arbeitsmarkt möglich machen würde.

Walter Mühlhausen
Friedrich Ebert 1871-1925
A Social Democratic Statesman
128 S., br., 9,90 €
978-3-8012-4228-2
Brilliante Kurzbiografie in englischer Sprache. Friedrich Ebert (1871–1925) hat als erster Reichspräsident die Politik seiner Zeit ganz wesentlich geprägt. Der Sozialdemokrat nutzte die Gestaltungsmöglichkeiten seines Amtes, um die von Krisen geschüttelte Weimarer Republik zu stabilisieren und innerlich zu befrieden. Walter Mühlhausen zeichnet Eberts Leben in kurzen Kapiteln nach, die sich auf die wesentlichen Stationen seines persönlichen Werdegangs vom Sattlergesellen zum SPD-Vorsitzenden und Staatsmann sowie seine politische Arbeit konzentrieren. Die profunde Studie ist die erste englischsprachige Würdigung Eberts als Wegbereiter der parlamentarischen Demokratie und erstes demokratisches Staatsoberhaupt in Deutschland. Walter Mühlhausen, geb. 1956, Dr. phil., ist Geschäftsführer der Stiftung Reichspräsident-Friedrich-Ebert-Gedenkstätte in Heidelberg und lehrt als Privatdozent an der Technischen Universität Darmstadt.


Blyth, Mark
Wie Europa sich kaputtspart
Die gescheiterte Idee der Austeritätspolitik
272 S., br.,  26,00 €
978-3-8012-0457-0
Sparpolitiken sollten Europa aus der Finanzkrise retten, haben aber die Schulden erhöht, ohne Wachstum zu erreichen. Mark Blyth entlarvt Austerität als einen gefährlichen Irrweg im Dienste konservativer Politik und wirtschaftlicher Interessen. Nach der Finanzmarktkrise, der großen Rezession und der Eurokrise ist es Konservativen weltweit gelungen, Staatsausgaben als das Hauptübel und das größte Hindernis für neues Wachstum hinzustellen. Nachdem im Zuge der Konjunkturprogramme und Bankenrettung die Staatsverschuldung überall stark gestiegen ist, wird vor allem den Krisenländern der Eurozone eine harte Sparpolitik zugemutet. Aber diese Politik hat die Krise nur verschärft. Wie Mark Blyth zeigt, beruht die Austeritätspolitik auf fehlerhaften Statistiken und fragwürdigen Theorien. Sie gefährdet den Wohlstand und untergräbt die Demokratie. 

Lahann, Birgit
Am Todespunkt
18 berühmte Dichter und Maler, die sich das Leben nahmen
296 S., br.,  22,00 €
978-3-8012-0460-0
Karoline von Günderode
Selbstmord in der Kunst
Ernst Ludwig Kirchner
Brigitte Schwaiger
Selbstmörder
Drieu La Rochelle
Vincent van Gogh
Marie-Jo Simenon
Inge Müller
Ernest Hemingway
Sergej Jessenin
Virginia Woolf
Richard Gerstl
Paul Cassierer
Kurt Tucholsky
Sylvia Plath
Familie Thomas Mann
Ernst Toller
Lena Christ
Primo Levi
Selbstmord ist ein gesellschaftliches Tabu, obwohl sich weltweit jedes Jahr Millionen Menschen das Leben nehmen. In 18 biografischen Porträts berühmter Selbstmörderinnen und Selbsmörder hat Birgit Lahann den Weg in das unaufhaltbare Ende ergründet und nachgezeichnet. Es sind geheimnisvolle, spannende und spektakuläre Geschichten, die von Ängsten, Liebe, Todessehnsucht, aber auch von den oft grausamen politischen Zeitumständen des 20. Jahrhunderts handeln. Schlagzeilen und öffentliche Diskussionen gibt es immer nur dann, wenn Prominente sich töten. Ernest Hemingway, Kurt Tucholsky, Sylvia Plath, Ernst Toller, Primo Levi, Virginia Woolf, Vincent van Gogh, die Manns – das sind einige der Personen, deren Leben und Sterben Birgit Lahann aufgezeichnet hat. In ihrem Vorwort skizziert die Autorin Gründe für einen Freitod und gibt Beispiele davon, wie Schriftsteller und Maler den Suizid in ihrer Literatur und Kunst zu einem großen Thema gemacht haben.
Birgit Lahann, geb. 1940, Journalistin, studierte Germanistik und Theaterwissenschaften, arbeitete u. a. mit Peter Zadek und war 25 Jahre Autorin beim STERN. Sie erhielt den Theodor-Wolff- und den Egon-Erwin-Kisch-Preis und schrieb mehrere Biografien

Buchen, Stefan
Die neuen Staatsfeinde
Wie die Helfer syrischer Kriegsflüchtlinge in Deutschland kriminalisiert werden
192 S., br.,  14,80 €
978-3-8012-0451-8
Menschen, die selbst einmal Flüchtlinge waren, holen ihre Frauen, Kinder und Verwandten aus dem syrischen Krieg illegal nach Deutschland. Dafür behandelt der deutsche Staat sie wie Verbrecher. Die Fluchthelfer – die "Schleuser" – werden von Regierung, Polizei, Justiz und Presse mit Terroristen und Mördern auf eine Stufe gestellt. In dem aktuellen Fall, den Stefan Buchen recherchiert hat, verlieren Behörden und die deutsche Flüchtlings- und Migrationspolitik jedes menschliche Maß. Die Angeklagten haben Pässe gefälscht, Grenzbeamte bestochen, Geld über Staatsgrenzen hinweg verschoben. Aber warum? Wie bewertet der deutsche Staat Verstöße gegen das Ausländerstrafrecht im Angesicht von Kriegsnot, Flucht und Vertreibung? Verstehen wir in Europa noch, was es heißt, Menschen unter Lebensgefahr in Sicherheit zu bringen? Darf es in Deutschland Gesetze und Behörden geben, die aus Taten, die Leben retten, schwere Verbrechen machen? Und können EU-Gesetzgebung und EU-Grenzregime dafür als Rechtfertigung dienen? Dieses Buch ist das Protokoll eines Skandals.
Stefan Buchen, geb. 1969, Journalist beim ARD-Politikmagazin Panorama, ausgezeichnet u.a. mit dem Leipziger Preis für die Freiheit und Zukunft der Medien. Das Mediummagazin kürte ihn 2011 zum "Reporter des Jahres".

Vordenker der Sozialen Demokratie
50 Porträts
Herausgegeben von Krell, Christian
224 S., br., 22,00 €
978-3-8012-0459-4
Elisabeth Selbert
Sozialdemokratie
Friedrich Engels
Ideengeschichte
Rosa Luxemburg
Leonard Nelson
Herta Gotthelf
Hermann Scheer
Hermann Heller
Heinrich Deist
Willi Eichler
Karl Schiller
Willy Brandt
Paul Tillich
Karl Kautsky
Eduard Bernstein
Jakob Kaiser
August Bebel
Peter Glotz
Ferdinand Lasalle
Otto Wels
Karl Marx
Karl Marx, August Bebel, Elisabeth Selbert, Willy Brandt oder Paul Tillich – herausragende Persönlichkeiten haben die Idee und Praxis Sozialer Demokratie in Deutschland geprägt. Ihre Lebensgeschichte, ihr Denken und Handeln führen die Leserinnen und Leser zu den Kerngedanken der Sozialen Demokratie. Volkspartei, Mehrwerttheorie, Mitbestimmung, die Grundwerte Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität – wichtige Ideen, Theorien und Konzepte sind oft eng mit den Menschen verbunden, die sie geprägt und vorangetrieben habe. Dieses Buch porträtiert 50 Vordenkerinnen und Vordenker der Sozialen Demokratie: Wie haben diese Persönlichkeiten in ihrer Zeit gewirkt? Welche Impulse bieten sie für die Gegenwart? So ergibt sich ein spannender und umfassender Überblick über die Ideen- und Bewegungsgeschichte der Sozialen Demokratie. 

Der Betrieb als sozialer und politischer Ort
Studien zu Praktiken und Diskursen in den Arbeitswelten des 20. Jahrhunderts
Herausgegeben von Mittag, Jürgen / Kuhnhenne, Michaela / Platz, Johannes / Andresen, Knud
320 S., br., 38,00 €
978-3-8012-4226-8
Der Betrieb ist im 20. Jahrhundert ein Ort, an dem soziale und politische Veränderungen auf kleinstem Raum sichtbar werden. Die damit verbundenen innerbetrieblichen Konflikte hatten erhebliche Auswirkung auf die Handlungsfelder und Aktivitäten von Gewerkschaften. Die Gewerkschaftsgeschichte braucht deshalb einen Methodenpluralismus, der verschiedene Aspekte berücksichtigt: die gewerkschaftliche Organisation vor Ort, die praktische Arbeit der Akteure und gesellschaftliche, wissenschaftliche und kulturelle Diskurse im Betrieb. Diese Studien untersuchen das Handeln von Arbeitenden ebenso wie Betriebsdiskurse und verknüpfen dies mit Feldanalysen zu mikropolitischen Auseinandersetzungen in Unternehmen. Im Ergebnis liefern sie neue Erkenntnisse zu Arbeitswelten, der Sozialordnung des Betriebs, dem Wertewandel und 'wilden Streiks'. Der Band ist aus der 3. Jahrestagung des Netzwerkprojekts der Friedrich-Ebert-Stiftung und der Hans-Böckler-Stiftung "Jüngere und jüngste Gewerkschaftsgeschichte" hervorgegangen.

Gohle, Peter
Von der SDP-Gründung zur gesamtdeutschen SPD
Die Sozialdemokratie in der DDR und die Deutsche Einheit 1989/90
496 S., br., 42,00 €
978-3-8012-4227-5
Als am 7. Oktober 1989 im Gemeindehaus von Schwante bei Oranienburg die Sozialdemokratische Partei der DDR (SDP) gegründet wurde, war dies nicht nur ein Akt der Institutionalisierung oppositioneller Bürgerbewegung: Die wieder gegründete Sozialdemokratie bedeutete einen bewussten und direkten Angriff auf den Machtanspruch der SED, der auf der Fiktion der "Einheit der Arbeiterklasse" fußte. Wie gelang es einer kleinen Gruppe politischer Laien, innerhalb kürzester Zeit sozialdemokratische Politik vor dem Hintergrund der Friedlichen Revolution programmatisch und politisch zu formulieren, sie personell und institutionell zu organisieren und so zu einem zentralen Taktgeber des Umbruchs in der DDR zu werden? Mit seiner umfassenden Studie legt Peter Gohle ein Standardwerk der Parteiengeschichte vor. Es analysiert auf denkbar breiter Quellengrundlage Gründung, Programmatik, Politik und Organisation der SDP beziehungsweise der SPD in der DDR und damit den genuinen Beitrag der Sozialdemokratie zur Deutschen Einheit 1989/90. 




Muñoz Sánchez, Antonio
Von der Franco-Diktatur zur Demokratie
Die Tätigkeit der Friedrich-Ebert-Stiftung in Spanien
Übersetzt von Friedrich Welsch
288 S., br., €  26,00
978-3-8012-0447-1
Mit einem Vorwort von Niels Annen. Aus dem Spanischen übersetzt von Friedrich Welsch. "Wandel durch Annäherung" – so könnte man die Politik der SPD auch in Spanien beschreiben. Seit Mitte der sechziger Jahre nahmen die deutschen Sozialdemokaten Abstand von der sterilen Politik einer Isolierung des Franco-Regimes und schufen ihre eigene pragmatische Strategie, um an der Lösung der "Spanischen Frage" mitwirken zu können. Die Friedrich-Ebert-Stiftung stand im Zentrum dieser Politik und spielte eine wichtige Rolle beim Aufstieg der Sozialisten zur Regierungspartei. Als Außenminister und Bundeskanzler setzte sich Willy Brandt für die Entspannung des Verhältnisses der EWG zur Franco-Regierung ein, um die "Europäisierung Spaniens" zu beschleunigen. Die gleichzeitige Unterstützung der Friedrich-Ebert-Stiftung für die antifrankistische Bewegung im Untergrund war echte Pionierarbeit innerhalb der europäischen Linken. Nach Francos Tod gelang es der deutschen Sozialdemokratie, vertrauensvolle Beziehungen sowohl zu den Sozialisten von Felipe González als auch zum reformistischen Lager um König Juan Carlos aufzubauen und damit einen wichtigen Beitrag zum friedlichen Übergang zur Demokratie zu leisten. Mit einem dokumentarischen Anhang, der den Sachbericht von Dieter Koniecki über seine Sondierungsreise nach Spanien im Jahre 1975 sowie den Beitrag von Hans Apel "Spanien und die EWG" aus dem Jahre 1967 enthält Antonio Muñoz Sánchez, geb. 1971, Dr. phil., Historiker, ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Sozialwissenschaftlichen Institut der Universität Lissabon in Portugal. Niels Annen, geb. 1973, 2005–2009 und seit 2013 direkt gewähltes Mitglied des Bundestages, seit 2003 Mitglied des SPD-Bundesvorstandes.

Wandel des Politischen
Die Bundesrepublik Deutschland während der 1980er Jahre
Herausgegeben von Maik Woyke
720 S., br., 30,00 €
978-3-8012-4221-3
Für die Spätphase der 'alten' Bundesrepublik, die 1980er Jahre, existieren verschiedene Umschreibungen: »Abschied vom Provisorium«, »Risikogesellschaft«, andere diagnostizierten sogar den Beginn der »Postmoderne«. Auf jeden Fall handelte es sich um eine Phase des beschleunigten politischen, sozioökonomischen und kulturellen Wandels. Etablierte Normen und Deutungsmuster wurden infrage gestellt. Dieser Band 3 der Reihe »Einzelveröffentlichungen aus dem Archiv für Sozialgeschichte« analysiert die mitunter gegenläufigen Wechselwirkungen dieser Prozesse und richtet den Blick dabei auf das sich verändernde Parteiensystem und die zunehmende mediale Inszenierung von Politik. Zudem werden die Massenarbeitslosigkeit und die Krise der »Arbeitsgesellschaft« während der »Ära Kohl« vor dem Hintergrund von Staatsverschuldung und globalisierten Finanzmärkten betrachtet. Einen weiteren Schwerpunkt bilden die markanten Veränderungen auf popkulturellem Feld, nicht zuletzt der Erfolg der Neuen Deutschen Welle.

Michael P. Vollert
Für Ruhe und Ordnung
Einsätze des Militärs im Innern (1820–1918)
Preußen – Westfalen – Rheinprovinz
224 S., br., € 18,00
978-3-8012-0449-5
Das Militär wurde in Deutschland oft eingesetzt, um Aufruhr, Streiks und Hungerrevolten niederzuschlagen. Michael P. Vollert trägt erstmals die folgenreichsten Einsätze zwischen 1820 und 1918 zusammen, analysierte Ursachen, Verläufe und rechtliche Voraussetzungen auf fesselnde Weise. In Preußen, besonders in Berlin, Westfalen, im Rheinland, aber auch in Süddeutschland: Die Armee war lange Zeit das Instrument des Staates, um »Ruhe und Ordnung« durchzusetzen. Soldaten schossen bei »Unbotmäßigkeit gegen die Obrigkeit« die eigene Bevölkerung rücksichtslos nieder. Konservative Politiker und Generale planten mehrfach mit Unterstützung der Armee eine »Revolution von oben«. Die Erinnerung an dieses dunkle Kapitel der deutschen Geschichte spielte bei den Diskussionen um die Rolle der Bundeswehr im Innern in den 1960er Jahren eine große Rolle.

Michael Schneider
In der Kriegsgesellschaft
Arbeiter und Arbeiterbewegung 1939 bis 1945
1.500 S., Ln., € 98,00
978-3-8012-5038-6
Arbeiter hatten für die Kriegsführung des »Dritten Reiches« zentrale Bedeutung. Sie wurden umworben und zugleich reglementiert von der nationalsozialistischen Politik, die sie teilweise mittrugen, aber auch unterliefen, um ihre eigenen Interessen zu verfolgen. Während Millionen von Fremd- und Zwangsarbeitern unter elenden Bedingungen arbeiten mussten, sollten die deutschen Arbeiter und Arbeiterinnen zu leistungswilligen Gliedern der »Volksgemeinschaft« geformt werden. Gelang das den Nationalsozialisten? War die deutsche Kriegsgesellschaft überhaupt eine »Volksgemeinschaft«? Hat die nationalsozialistische Politik tatsächlich eine »Modernisierung« der deutschen Gesellschaft bewirkt? War der politische Widerstand aus der unterdrückten und ins Exil getriebenen Arbeiterbewegung ein Widerstand ohne oder gar gegen »das« Volk? Welche langfristigen Wirkungen hatten Diktatur und Krieg auf Arbeiterschaft, Arbeitermilieus und Arbeiterbewegung? Das Buch gibt Antworten auf diese Fragen und entwirft dabei ein umfassendes Panorama der deutschen Kriegsgesellschaft.


Peter Brandt
Mit anderen Augen
Versuch über den Politiker und Privatmann Willy Brandt
304 S., ln., € 24,90
978-3-8012-0441-9
Willy Brandts ältester Sohn Peter erinnert sich an seinen Vater als Politiker und Privatmann, der noch in den 1980er-Jahren eine der umstrittensten Persönlichkeiten in Deutschland war. Und er schreibt über das "liebevolle, aber nicht ganz einfache Verhältnis zweier sperriger Menschen". Peter Brandt verbindet die familieninterne Sicht mit dem analytischen Blick des Historikers. So entstand zum 100. Geburtstag von Willy Brandt am 18. Dezember 2013 keine Biographie im herkömmlichen Sinne – sondern ein Essay, der Privates und Politisches gemeinsam deutet und bislang weniger bekannte Züge dieser Jahrhundertgestalt mit kritischer Zuneigung herausarbeitet.

Willy Brandt /Helmut Schmidt
PARTNER UND RIVALEN
Der Briefwechsel (1958–1992)
Herausgegeben  und eingeleitet von Meik Woyke
1104 S, br., € 39,90
978-3-8012-0445-7
Das Verhältnis von Brandt und Schmidt gilt als kompliziert und schwierig, weil ihre Sozialisation, ihr Politikstil und Politikverständnis sich deutlich unterschieden. Dennoch verband die beiden führenden Sozialdemokraten neben ihrer Rivalität eine jahrzehntelange Partnerschaft, deren Höhen und Tiefen sich in ihrem Briefwechsel facettenreich widerspiegeln. Die sorgfältig annotierte Edition erschließt die gesamte Korrespondenz zwischen Brandt und Schmidt. Sie umfasst mehr als 650 Briefe der Jahre 1958 bis 1992 und bietet neue Einblicke in die persönliche Beziehung der beiden Staatsmänner. Waren sie zunächst enge Weggefährten bei ihrem Aufstieg zu sozialdemokratischen Spitzenpolitikern, vertraten sie während der Großen Koalition und später als Bundeskanzler in der sozial-liberalen Ära nicht selten unterschiedliche Positionen. Trotz aller Rivalitäten arbeiteten Brandt und Schmidt jedoch immer wieder vertrauensvoll zusammen. Ihre politischen Differenzen und Kontroversen über die eigene Partei und deren Regierungspolitik, über die Nachrüstungsfrage sowie den Umgang mit der Ökologie- und Friedensbewegung machen den besonderen Reiz der Briefe aus.


Christoph U. Schminck-Gustavus
FEUERRAUCH
Die Vernichtung des griechischen Dorfes Lyngiádes am 3. Oktober 1943
352 S., ln., € 24,90
978-3-8012-0444-0
Wie aus heiterem Himmel brannten deutsche Wehrmachtssoldaten 1943 ein griechisches Bergdorf nieder, töteten Frauen, Alte, Babys. Christoph Schminck-Gustavus reiste an den Ort, der noch heute vom Schrecken gezeichnet ist. Er hat die letzten Überlebenden des Massakers gefunden, ihre Berichte aufgezeichnet und Archive gesichtet: Die Rekonstruktion eines erschütternden Verbrechens und seiner juristischen Verleugnung. Soldaten der Gebirgsdivision Edelweiß trieben die Einwohner von Lyngiádes in die Keller der Häuser, mähten sie mit Maschinengewehren nieder und zündeten das Dorf an. Fünf Menschen überlebten und krochen aus den brennenden Trümmern. Wegen der angeblichen Unterstützung von Partisanen fielen Hunderte Dörfer auf dem Balkan sogenannten »Sühnemaßnahmen« zum Opfer. Weil deutsche Gerichte sich später die Rechtfertigung der Täter zu eigen machten und das Massaker von Lygiádes als »Kampf gegen Partisanen« einstuften, wurde das Kriegsverbrechen nicht verfolgt. Deutschland und Griechenland haben die Opfer für ihr Leiden nie entschädigt.

Niklas Frank
Bruder Norman!
"Mein Vater war ein Naziverbrecher, aber ich liebe ihn."
352 S, br., € 22,00
978-3-8012-0438-9
Ein mörderischer Dialog unter Brüdern als deutsche Sezierstunde: erschütternd, schonungslos, abgründig. Normans verzweifelte Liebe zum Vater Hans Frank, Hitlers Generalgouverneur in Polen, der in Nürnberg hingerichtet worden ist, lässt seinen Bruder Niklas nicht los. Sie ringen um die Wahrheit von Gefühlen, die Macht der Verdrängung und die Frage: Wie überlebe ich es, das Kind des »Schlächters von Polen« zu sein? Nach Büchern gegen seinen Vater und seine Mutter gelingt Niklas Frank nun ein düsteres dokumentarisches Kammerspiel über seinen alkoholkranken Lieblingsbruder, über sich und über ihr Verhältnis zum Vater. Der eine verteidigt ihn trotz Scham und Schmerz, der andere verachtet und hasst ihn. Tief dringt Niklas in Normans Seelenleben und Erinnerungen ein, martert ihn mit Briefen der Familie und Dokumenten, die er ein Leben lang gesammelt hat. Unnachgiebig zerlegt er Normans widersprüchliche Wahrheiten und verzweifelte Abwehrkämpfe um sein Bild des Vaters. Ein bislang einzigartiger Versuch, den Massenmord an den Juden als familiäres Erbe zu verarbeiten.
Stefan Berkholz im Tagesspiegel: "Die Wucht der Worte ist überwältigend. ... Ein umwerfendes Buch, bitter, trostlos, verzehrend. Eine Entblößung, herausfordernd, selbst zerfleischend, klar und einfach und packend geschrieben." 

Peter Hübner
Arbeit, Arbeiter und Technik in der DDR 1971 bis 1989
672  S., Ln., € 78,00
978-3-8012-5037-9
Gab es noch eine Arbeiterklasse in der späten DDR? Im Laufe der 1970er- und 1980er-Jahre verloren die ostdeutschen Arbeiter fast unmerklich ihren ursprünglichen Charakter und Zusammenhalt als soziale Formation und gerieten durch die "digitale Revolution" in den Mahlstrom eines technischen Innovationsschubs. Mit dieser Entwicklung der DDR-Gesellschaft bis zum Fall der Mauer beschäftigt sich Band 15 unserer Arbeitergeschichtsreihe. Der Versuch, Anschluss an die neue Informationstechnologie zu finden und diesen sozialpolitisch zu unterfüttern, war die letzte ernstzunehmende Abwehrschlacht des DDR-Sozialismus. Als der sowjetische Block in den 1980er-Jahren zu bröckeln anfing, hoffte die DDR-Führung auf einen technologisch-wirtschaftlichen Entwicklungsschub, der sich sozialpolitisch auszahlen sollte. Doch die Produktivkräfte "rebellierten" gegen die Produktionsverhältnisse und die Arbeitermilieus gerieten unter Veränderungsdruck. In der finalen ökonomischen und politischen Krise der DDR, nahm die Mehrheit der Arbeiter des "Arbeiter- und Bauernstaates" schließlich eine abwartende Haltung ein. Peter Hübner, geb. 1944, Dr. sc. phil., 1972 bis 1991 wiss. Mitarbeiter am Institut für deutsche Geschichte (Akademie der Wissenschaften der DDR und KAI AdW), 1992 bis 2009 wiss. Mitarbeiter und Projektleiter am Zentrum für Zeithistorische Forschung, Potsdam.

Zwischen Reformismus und Radikalismus
Jungsozialistische Programmatik in Dokumenten und Beschlüssen
Herausgegeben von Jan Schwarz / Thilo Scholle / Ridvan Ciftci
224 S., Br., € 19,90
978-3-8012-0436-5
Die Arbeitsgemeinschaft der Jungsozialistinnen und Jungsozialisten in der SPD, kurz Jusos, ist die Jugendorganisation der SPD, in der viele Politikerinnen und Politiker der SPD die entscheidenden Momente ihrer politischen Sozialisation erfuhren. In ihrer Programmatik aus fast 100 Jahren spiegeln sich Auseinandersetzungen der politischen Linken insgesamt genauso wider wie Diskussionen innerhalb der Sozialdemokratie. Debattenfreudig waren die Jusos in ihrer Geschichte immer. Zwischen Loyalität und Kritik, Reformismus und Radikalismus hatten es Jugendorganisation und Mutterpartei nicht immer leicht miteinander. Der vorliegende Band vereint nun die wichtigsten Texte und Beschlüsse zu politischer Theorie und Strategie der letzten 100 Jahre und bietet damit ein spannendes Panorama zur Dis-kursgeschichte der Sozialdemokratie im 20. Jahrhundert. Zur besseren Einordnung ist den jeweiligen Dokumenten eine kurze Einführung vorangestellt. Thilo Scholle, geb. 1980, studierte Rechtswissenschaft in Münster und Paris, ehemaliges Mitglied im Juso-Bundesvorstand. Jan Schwarz, geb. 1982, studiert Politik- und Verwaltungswissenschaften an der FernUniversität in Hagen, Stellvertretender Bundesvorsitzender der Jusos. Ridvan Ciftci, geb. 1988, studiert Rechtswissenschaften an der Universität Bielefeld, Stellvertretender Vorsitzender der Jusos Bielefeld.

Klaus Wettig / Helga Grebing / Susanne Miller:
"Nie kämpft es sich schlecht für Freiheit und Recht"
150 Jahre SPD – ein Lesestück
96 S., Br., € 9,90
978-3-8012-0437-2
Helga Grebing, Susanne Miller und Klaus Wettig haben aus historischen Reden, Artikeln und Pro-grammen ein dokumentarisches Lesestück geschrieben, das 150 Jahre SPD-Geschichte erzählt. Das Lesestück zum 150. Geburtstag der deutschen Sozialdemokratie eignet sich sowohl zur Aufführung als auch zum "Selberlesen". Die Bühnenqualität der politischen Auftritte von Ferdinand Lassalle, Otto von Bismarck, August Bebel, Karl Liebknecht, Rosa Luxemburg, Kurt Schumacher, Helmut Schmidt oder Willy Brandt, ihre rhetorische und plastische Qualität und die Dramatik des politischen Kampfes machen aus diesem Text eine spannende, unterhaltsame und lehrreiche Geschichtsstunde des demokratischen Sozialismus. Mit Regieanweisungen und SprecherInnenverzeichnis. Helga Grebing, geb. 1930, Dr. phil., bis zu ihrer Emeritierung 1995 Professorin für Geschichte in Frankfurt a. M., Göttingen und Bochum. Zahlreiche Veröffentlichungen zur Geschichte der Arbeiterbewegung. Mitherausgeberin der Reden und Schriften Willy Brandts (Berliner Ausgabe, 10 Bde., ISBN 978-3-8012-0300-9). Susanne Miller, 1915–2008, Dr. phil., Historikerin. Gründungsvorsitzende der Historischen Kommission beim Parteivorstand der SPD. Zahlreiche Veröffentlichungen zur Geschichte der Sozialdemokratie und der internationalen Arbeiterbewegung. Lebte bis zu ihrem Tod als engagierte Kommentatorin von Politik und Zeitgeschehen in Bonn. Klaus Wettig, geb. 1940, 1979–1994 Mitglied des Europäischen Parlaments, Verleger, Autor und Herausgeber von Titeln zur Geschichte der Arbeiterbewegung.

150 Jahre SPD

Meik Woyke / Anja Kruke (Hg.)
DEUTSCHE SOZIALDEMOKRATIE
IN BEWEGUNG   1848 – 1863 – 2013
300  S., Gb., € 29,90
978-3-8012-0431-0
Vom Barrikadenkampf während der Revolution 1848 über die Gründung des Allgemeinen Deutschen Arbeitervereins durch Ferdinand Lassalle im Jahr 1863 bis zu der Ostpolitik Willy Brandts und dem Atomausstieg der heutigen SPD: Die deutsche Sozialdemokratie hat stets politische Akzente gesetzt. Zunächst soziale Bewegung, dann auch Partei, erkämpfte sie die Demokratie und trieb den Ausbau des Sozialstaats voran. Dabei blieb sie ihren Grundwerten trotz zahlreicher Krisen, Niederlagen und Kompromisse im Wandel treu. Das hochwertig ausgestattete Buch erscheint gleichzeitig mit der Wanderausstellung zum 150-jährigen Bestehen der Sozialdemokratie als organisierte Partei, die von der Friedrich-Ebert-Stiftung bundesweit gezeigt wird. Statt eines klassischen Ausstellungskatalogs werden pointierte Essays, Bildikonen und historische Quellen mit aktueller Bedeutung präsentiert. Dadurch ergibt sich ein frischer, abwechslungsreicher Überblick mit neuen Perspektiven, nicht nur auf Karl Marx oder die Widerstands- und Verfolgungserfahrungen von SPD und Gewerkschaften. Auch die »Internationale« als Hymne der Arbeiterbewegung, das Godesberger Programm und die sozialdemokratische Facebook- Gemeinde werden beleuchtet.

Larissa Bender (Hg.)
SYRIEN
Der schwierige Weg in die Freiheit
200  S., Br., € 14,90
978-3-8012-0433-4
Seit Jahrzehnten herrscht in Syrien ein diktatorisches Regime, das die Bevölkerung mit Hilfe eines umfangreichen Geheimdienstapparats und mafiöser Familienstrukturen kontrolliert. Syrische und deutsche Autorinnen und Autoren schildern die Verhältnisse in diesem Land und erzählen, wie die syrische Bevölkerung die Barriere der Angst überwand und den Kampf für Freiheit und Menschenwürde aufnahm. Während der "Arabische Frühling" die Diktatoren in Tunesien, Ägypten und Libyen zu Fall brachte, klammert sich das Regime in Syrien an die Macht und geht mit äußerster Brutalität gegen friedliche Demonstrierende vor. Doch trotz Tausender Toter und Hunderttausender Verwundeter, Verhafteter, Vertriebener und Verschwundener weichen die Menschen nicht vor Militär, Sicherheitskräften und Schlägertrupps zurück. Wer sind diese Menschen, die der gnadenlosen Unterdrückung die Stirn bieten, woher nehmen sie die Kraft und worauf gründet sich ihre Hoffnung auf einen demokratischen Wandel? Mit Beiträgen von: Larissa Bender, Omar Alasaad, Kristin Helberg, Rosa Yassin Hassan, Ivesa Lübben, Ahmad Hissou, Samar Yazbek, Friederike Stolleis und von Volker Perthes.
Willy-Brandt-Dokumente


Willy Brandt
»IM ZWEIFEL FÜR DIE FREIHEIT«
Reden zur sozialdemokratischen und deutschen Geschichte herausgegeben von Klaus Schönhoven
864  S., Br., € 36,00
978-3-8012-0426-6
Brandts Reden zur sozialdemokratischen und deutschen Geschichte sind sehr persönliche Beiträge zur Aufklärung der Vergangenheit und eröffnen neue Einblicke in sein Denken. Er begründet in diesen historischen Rückblicken und Reflexionen seine demokratischen Grundüberzeugungen und seine emanzipatorischen Zielvorstellungen. Und er bedenkt die persönlichen Einsichten, die er im Laufe seines langen Lebens gewonnen hat. Es geht ihm dabei nicht um die Vergegenwärtigung der Geschichte um ihrer selbst willen, er will vielmehr Lehren aus ihr ziehen. Auch mit Blick auf seine eigene Biografie betont er: »Man muss eine Vergangenheit haben, um aus dieser Vergangenheit für die Zukunft lernen zu können.« Diese Edition vermittelt neue Einblicke in das Selbstverständnis Brandts: Sie dokumentiert, wie intensiv und kritisch Brandt sich mit den einzelnen Etappen der sozialdemokratischen Parteigeschichte auseinandergesetzt hat und wie sehr die Demokratie- und Diktaturerfahrungen Deutschlands im 20. Jahrhundert sein eigenes Handeln als Politiker geprägt haben. Zugleich spiegelt die Edition eindrucksvoll Brandts Umgang mit der Kunst der Rhetorik und seine Überzeugungskraft als Redner wider.

Walter Mühlhausen / Klaus Schönhoven (Hg.)
DER DEUTSCHE SOZIALSTAAT IM 20 JAHRHUNDERT
Weimarer Republik, DDR und Bundesrepublik Deutschland im Vergleich
216  S., Ln., € 29,90
978-3-8012-4213-8
Ist der deutsche Sozialstaat ein Erfolgsmodell der Vergangenheit? In allen Phasen seiner historischen Entwicklung stand der Sozialstaat vor neuen Herausforderungen. Dies ist auch heute so. Ohne Wissen über seine Vergangenheit wird man über seine Zukunft nicht diskutieren können. Erfolge und Krisen gehörten zu den steten Begleitern der Sozialstaatsgeschichte. In vergleichender Perspektive analysieren die Beiträge die historischen Fundamente, die geschichtliche Entwicklung und die gesellschaftliche Bedeutung des deutschen Sozialstaats. Sie behandeln seine Ausformung und seinen Wandel in der Weimarer Republik, der Bundesrepublik Deutschland und der DDR. Ins Zentrum rückt dabei immer wieder die Frage nach der Legitimierung von sozialstaatlichen Maßnahmen in den verschiedenen Epochen der deutschen Geschichte im 20. und beginnenden 21. Jahrhundert. Mit Beiträgen von Beatrix Bouvier, Christoph Boyer, Karl Christian Führer, Peter Hübner, Gunther Mai, Wolfram Pyta, Michael Ruck, Manfred G. Schmidt, Klaus Schönhoven und Dirk Schumann.


Philipp Bocks
MEHR DEMOKRATIE GEWAGT?
Das Hochschulrahmengesetz und die sozial-liberale Reformpolitik 1969–1976
304  S., Br., € 38,00
978-3-8012-4212-1
»Unter den Talaren – Muff von 1000 Jahren« – mit dieser Parole rief die studentische Protestbewegung der 1960er-Jahre zur Demokratisierung der traditionellen Ordinarien-Universität auf. Die Sozialdemokratie und die 1969 gebildete sozial-liberale Regierungskoalition nahmen diese Forderung auf und machten die Hochschulreform zu einem der zentralen Themen ihrer Politik der »Inneren Reformen«. Philipp Bocks' Analyse der Auseinandersetzungen um das Hochschulrahmengesetz zeigt eindringlich, wo die Chancen und Grenzen der sozial-liberalen Reformbemühungen lagen. Dabei kündigte sich bereits in der Hochphase der Reform-Ära ein politischer Klimawechsel an, der die Bildung der schwarz-gelben Koalitionsregierung 1982 vorbereitete.

Hans Schumacher
WECHSELHAFTER HALBMOND
Geschichte der internationalen Arbeit der Friedrich-Ebert-Stiftung, Bd. 8
Mit einem Vorwort von Christiane Schlötzer.
278  S., Br., € 24,00
978-3-8012-0428-0
Rätselhaft und oft unverständlich – so erscheint die Türkei nicht nur dem Besuch aus dem Ausland, sondern auch vielen Einheimischen selbst. Die Friedrich-Ebert-Stiftung beginnt ihre Tätigkeit in diesem Land Mitte der 1970er-Jahre, in einer politisch sehr unruhigen Zeit. Anhand ihrer Arbeit zeichnet »Wechselhafter Halbmond« ein gesellschaftspolitisches Porträt der Türkei und bringt sie auch Nichtexperten näher. Bis heute bleibt die türkische Politik von abrupten Wendungen gekennzeichnet. Die Arbeit der Friedrich-Ebert-Stiftung, die seit fast vier Jahrzehnten mit zwei Büros in Ankara und Istanbul tätig ist, führt die Leserinnen und Leser in die zentralen Bereiche der gesellschaftspolitischen Entwicklungen dieses Landes ein: Parteienspektrum, Justizsystem, Wirtschafts- und Sozialpolitik, Situation der Frauen, Gewerkschaften, Beziehungen der Türkei zur EU und jüngere Landesgeschichte. Diesem Band gelingt es, westlichen Augen zu zeigen, wie diese Nation zwischen Europa und Asien »tickt«.

Gerhard A. Vorwold
UMSTEUERN!
Wie wir Deutschland gerecht finanzieren
301  S., Br., € 24,00
978-3-8012-0432-7
Umsteuern gegen Finanzkrise und Ungleichheit erfordert nichts weniger als einen Umbau des Steuerstaa-tes, um eine gerechte und nachhaltige Finanzierung öffentlicher Aufgaben zu ermöglichen. Gerhard A. Vorwold hat ein innovatives Ertragssteuermodell entwickelt, das diese Ansprüche erfüllt. Es berücksichtigt die Herausforderungen der Globalisierung und fordert u.a. eine Devisenhandelssteuer, eine flat tax für Einkommen und die Besteuerung von Vermögen und Erbschaften. Das Ertragssteuersystem belastet die Steuerzahler insgesamt nicht mehr, befreit aber nahezu 80 Prozent der Bürger ganz von Steuern

Jürgen Eckl / Norbert von Hofmann
KOOPERATION MIT GEWERKSCHAFTEN UND FÖRDERUNG VON WIRTSCHAFTS- UND SOZIALENTWICKLUNG
Geschichte der internationalen Arbeit der Friedrich-Ebert-Stiftung, Bd. 7, Mit einem Vorwort von Ernst J. Kerbusch.
312  S., Br., € 26,00
978-3-8012-0427-3
Die internationale Zusammenarbeit mit Gewerkschaften und die Förderung der Wirtschafts- und Sozialentwicklung waren und sind Grundsteine für die internationale Arbeit der Friedrich-Ebert-Stiftung (FES). In den frühen 1960er-Jahren ging es um die bilaterale Kooperation mit einzelnen Partnern in der Dritten Welt. Heute geht es um die länderübergreifende Reaktion auf globale Herausforderungen – das zentrale Thema der internationalen Politik weltweit. Seit gut 50 Jahren wird die Auslandsarbeit des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) in den Entwicklungs- und Schwellenländern von der FES wahrgenommen. In dem Beitrag zur Gewerkschaftskooperation ist es gelungen, die Interdependenzen zwischen der internationalen Politik der Gewerkschaften und der Auslandsarbeit der FES herauszuarbeiten. In der Wirtschafts- und Sozialentwicklung förderte die FES zunächst kleinteilige Projekte, Selbsthilfegruppen und kleine Selbstständige, erweiterte ihr Engagement aber später auf die nationale und schließlich die globale Ebene. Heute stehen strukturwirksame Instrumente zur Armutsbekämpfung und zur wirtschafts- und sozialpolitischen Beratung im Mittelpunkt ihrer internationalen Arbeit.

Hans Scheurer / Kim Otto / Jochen Vogel
DAS MEDIENLEXIKON
Begriffe. Zusammenhänge. Institutionen
352  S., Br., € 19,90
978-3-8012-0401-3
Wie nutze ich POP3? Was bringt mir DAB und was bedeutet eine Kulturflatrate? Wie gehe ich mit Trollen um und was ist ein Wobbler? Was macht der Chef vom Dienst und wo finde ich ein großes Kleinzitat? Was sind die Regeln der Netiquette? Ob Zeitung, Rundfunk, Fernsehen oder Internet – das Medienlexikon bietet mit rund 1.300 Stichwörtern Orientierung in der komplexen Welt der klassischen und neuen Medien: über ihren Aufbau und ihre Nutzung, ihren gegenseitigen Einfluss, Rechtsfragen, den kritischen Umgang mit Informationen, Persönlichkeitsschutz, Soziale Netzwerke und Social Web. Die Autoren des Medienlexikons legten besonderen Wert darauf, ein Lexikon zu allen gebräuchlichen Medien zu präsentieren, nicht nur zu den neuen und digitalen. Sie setzen weitere Akzente auf die gesellschaftliche Rolle der Medien, Medienkompetenz und Nutzungssicherheit des Internets. Der Band mit 70 Tabellen, Infografiken und Schaubildern wird ergänzt durch einen Serviceteil mit Internetlinks, unter denen Jugendliche und Eltern Rat und Hilfe bei der Nutzung neuer Medien finden. Eine Zeittafel markiert die wichtigsten Daten der deutschen Mediengeschichte.

Christian Wagner
BRENNPUNKT PAKISTAN
Islamische Atommacht im 21. Jahrhundert
192  S., Br., € 16,90
978-3-8012-0424-2
Pakistan genießt den zweifelhaften Ruf, das »gefährlichste Land der Welt« zu sein. Spektakuläre Aktionen militanter islamistischer Gruppen haben die Angst vor einer Talibanisierung und vor einem Zerfall des Landes geschürt. Nirgends sonst liegen Al-Qaida-Camps und Atomwaffenlager so nahe beieinander. Darüber wurden die moderaten und demokratischen Traditionen des Landes oft vernachlässigt oder vergessen. Trotz seiner zahllosen Probleme ist Pakistan weder der Gazastreifen noch das nächste Somalia, die große Mehrheit der Pakistanis lehnt radikale Formen des Islam und islamistische Parteien ab. Der Autor skizziert die Geschichte dieses jungen Staates von der religiös motivierten Gründung zur heutigen »Kasernenhofdemokratie«, er analysiert die Innen-, Sicherheits- und Wirtschaftspolitik des Landes, fragt nach der nationalen Identität sowie nach Pakistans Verhältnis zu Indien, Afghanistan, China und den USA.

Klaus Schubert  / Martina Klein
DAS POLITIKLEXIKON
Begriffe. Fakten. Zusammenhänge
völlig überarbeitete und erweiterte Neuauflage
352  S., Br., € 19,90
978-3-8012-0394-8
Das Nachschlagewerk im Taschenbuchformat mit über 1.300 Stichwörtern von A wie "Abberufbarkeit" bis Z wie "Zypern", ergänzt durch mehr als 50 übersichtliche Tabellen und Grafiken, Deutschland-, Europa- und Weltkarte. Das Politiklexikon versteht sich als kompetentes und preisgünstiges Nachschlagewerk für alle politisch interessierten Leserinnen und Leser. In gut verständlicher Sprache liefert es kurzgefasste und einführende Informationen zu zentralen Begriffen der Innen- und Außenpolitik mit den Schwerpunkten Bundesrepublik Deutschland und Europäische Union. Neben Stichwörtern zum Funktionieren einzelner Systeme (z.B. Kommunen, Regionen, Bundesländer, EU und G8) finden sich Artikel über ausgewählte Politikfelder (wie z.B. Arbeitsmarkt-, Wirtschafts-, Finanz-, Familien- oder Umweltpolitik), zur deutschen Geschichte sowie zur politischen Ideengeschichte. 

Erhard Eppler
EINE SOLIDARISCHE LEISTUNGSGESELLSCHAFT
Epochenwechsel nach der Blamage der Marktradikalen
140  S., Br., € 15,90
978-3-8012-0422-8
Die Ideologie grenzenlosen Wachstums durch deregulierte Märkte ist gescheitert. Schon vor 40 Jahren war erkennbar: Die Grenzen des Wachstums sind erreicht, nachhaltige Wirtschaftsformen schonen unsere Lebensgrundlagen, Ungleichheit und ein schwacher Staat fördern Armut, Krankheit und Kriminalität. Aber erst heute sind wir bereit, über die Konsequenzen nachzudenken. Erhard Eppler legt dar, warum diese Einsichten lange Zeit überspielt, geleugnet und verdängt wurden. Er unterscheidet zwischen »Leistung« und »Erfolg«. Er will eine solidarische Leistungsgesellschaft, in der das Leitbild nicht der mit den kräftigsten Ellbogen ist, sondern der Mensch mit Verantwortungsgefühl und mit dem feinsten Gespür für die Bedürfnisse anderer. Auch in der Europäischen Union und in unserem Verhältnis zu Afrika sollten Leistung und Solidarität wieder verbunden werden.

Martin Große Hüttmann  / Hans-Georg Wehling
DAS EUROPALEXIKON
Begriffe. Namen. Institutionen
360  S., Br., € 19,90
978-3-8012-0418-1
Ein handliches Taschenlexikon zur Europäischen Union, das keine Frage offen lässt. Unverzichtbar für alle interessierten Bürgerinnen und Bürger. Über 600 kurze Stichwörter, 50 Tabellen, Grafiken, Internetlinks und Schaubilder, vierfarbige Karten, Literaturhinweise sowie ausführliche biographische Notizen zu Europapolitikern und europäischen Akteuren. Überblicksartikel führen in europäische Kernthemen ein. Politik, Bildung, Wirtschaft, Recht: EU-Erweiterung, Bologna-Prozess, Eurozone, Schengen-Raum oder Vertrag von Lissabon – zu all dem und noch viel mehr liefert das Lexikon Daten, Fakten, Hintergründe. 36 renommierte Autorinnen und Autoren erklären alle wichtigen Begriffe, Namen und Institutionen. Mit diesem Buch sollen Leserinnen und Leser in der Europapolitik mitdiskutieren und sich einmischen können.

Bernd Faulenbach
DAS SOZIALDEMOKRATISCHE JAHRZEHNT
Von der Reformeuphorie zur neuen Unübersichtlichkeit. Die SPD 1969-1982
2. völlig überarbeitete und erweiterte Aufl.
824  S., Gb., € 48,00
978-3-8012-5035-5
Nie hat die SPD im Bund länger regiert, nie die deutsche Gesellschaft intensiver geprägt als in den Jahren von 1969 bis 1982, die als das »sozialdemokratische Jahrzehnt« der alten Bundesrepublik gelten. Der Bochumer Historiker Bernd Faulenbach stellt seine Bilanz der Sozialdemokratie jener Jahre in den Kontext der damaligen politischen, gesellschaftlichen und kulturellen Auseinandersetzungen. Eines der herausragenden Jahrzehnte der Bonner Republik war die Zeit Willy Brandts und Helmut Schmidts, die Zeit des großen Aufbruchs und des Protestes, der Neuen Ostpolitik und der Nachrüstungsdebatte, der inneren Reformen und der alternativen Herausforderungen. Doch nicht nur die Gesellschaft, auch die SPD war einem tiefgreifenden Wandel unterworfen – ein Spiegel der großen Probleme, die sich seit 1973/75 häuften: von der weltwirtschaftlichen Entwicklung über den Terrorismus bis hin zu einem verwirrenden »Klimawandel« in der internationalen Politik. 

Werner Daum / Peter Brandt / Martin Kirsch / Arthur Schlegelmilch (Hg.)
HANDBUCH DER EUROPÄISCHEN
VERFASSUNGSGESCHICHTE
IM 19. JAHRHUNDERT
Institutionen und Rechtspraxis im gesellschaftlichen Wandel.
Band 2: 1815–1847
1600  S., Ln., € 168,00
978-3-8012-4141-4
Die Periode von Restauration und Vormärz (1815–1847) war in den meisten europäischen Ländern durch den konflikt-reichen Dualismus von Krone und Kammer geprägt. Die 29 Länderbeiträge des zweiten Bandes decken das gesamte Europa mit Russland und dem Osmanischen Reich ab und werden in der Einleitung systematisch-vergleichend zusammengefasst.Kennzeichnend für die nachnapoleonische Ordnung Europas bis zum Vorabend der Revolutionen von 1848/49 war der monarchische Konstitutionalismus, wenngleich – neben wenigen Republiken – auch ständische, absolutistische und autokratische Monarchien fortbestanden. Mehrere Verfassungswellen dokumentieren die sich in der Epoche verdich-tenden innereuropäischen Transferprozesse. Nach einem für alle Länder einheitlichen Gliederungsschema stellen die Autoren die verfassungsrelevanten Teilbereiche des politischen und gesellschaftlichen Lebens dar.


Michael Herkendell
DEUTSCHLAND: ZIVIL- ODER FRIEDENSMACHT?
Außen- und sicherheitspolitische Orientierung der SPD im Wandel (1982–2007)
304  S., Gb., € 39,90
978-3-8012-4208-4
»Die Sicherheit Deutschlands wird auch am Hindukusch verteidigt.« Der berühmte Satz des damaligen Bundesverteidigungsministers Peter Struck im Dezember 2002 war Ausdruck eines neuen außen- und sicherheitspolitischen Selbstverständnisses der SPD. Der Weg dorthin war schwierig. Denn für die meisten Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten waren Auslandseinsätze der Bundeswehr noch Anfang der 1990er-Jahre unvorstellbar. Obwohl Aktivitäten der Bundeswehr außerhalb Deutschlands in der Sozialdemokratie immer sehr kritisch gesehen wurden, hat sich die Haltung der Partei zu »Out-of-area«-Einsätzen in den vergangenen Jahren stark gewandelt. Vor allem die rot-grüne Bundesregierung traf von 1998 bis 2001 Entscheidungen, die tiefe innerparteiliche und strukturelle Veränderungen nach sich zogen. Das Kabinett Schröder stand vor der schwierigen Aufgabe, die außenpolitischen Traditionslinien der Partei fortzuschreiben und gleichzeitig den Ansprüchen der Bündnispartner gerecht zu werden. Dieser Band zeichnet die langwierigen und oft schmerzhaften Diskussionen in der SPD zwischen 1982 und 2007 farbig und schonungslos nach.

Karl Borromäus Murr / Stephan Resch (Hg.)
LASSALLES »SÜDLICHE AVANTGARDE«
Protokollbuch des Allgemeinen Deutschen Arbeitervereins der Gemeinde Augsburg (1864–1867)
200  S., Gb., € 29,90
978-3-8012-4211-4
Als der Mechaniker und Zeugschmied Friedrich Dürr am 19. März 1864 neun Arbeiter in einem Augsburger Gasthaus versammelte, ahnte er noch nicht, dass von diesem Treffen die bayerische Sozialdemokratie ihren Ausgang nehmen sollte. Knapp ein Jahr nachdem Ferdinand Lassalle 1863 in Leipzig den Allgemeinen Deutschen Arbeiterverein (ADAV) gegründet hatte, entstand in der prosperierenden Industriestadt Augsburg ein Ableger, der erste in Süddeutschland. Ein eindrucksvolles Zeugnis aus der Frühzeit der bayerischen Arbeiterbewegung liegt in dem Protokollbuch der Augsburger ADAV-Gemeinde vor, das mit der Laufzeit von 1864 bis 1867 das älteste seiner Art in Deutschland darstellt. Der mit einem wissenschaftlichen Kommentar versehene Band erlaubt Einblicke in die institutionelle Organisation, in das soziale Leben, die politische Vorstellungswelt, die Bildungsstrategien und damit verbunden den Wissenskosmos der Augsburger Mitgliedschaft des ADAV, der 1867 zum ersten Mal in den bayerischen Landtag hineinwirkte.

Frank Fehlberg
PROTESTANTISMUS UND NATIONALER SOZIALISMUS
Liberale Theologie und politisches Denken um Friedrich Naumann
520  S., Gb., € 58,00
978-3-8012-4210-7
Um 1900 wurde er von politisierten evangelischen Theologen als Dritter Weg zwischen Manchester-Kapitalismus und Kommunismus gepriesen: der »Nationale Sozialismus auf christlicher Grundlage«. Die ideenpolitische Synthese der Nationalsozialen um Friedrich Naumann ist keine »erledigte« Episode der deutschen Geschichte. Aus den Reihen der liberalen protestantischen Theologen stammte ein Anspruch auf die sozialpolitische Anwendbarkeit des Evangeliums, der nicht nur seinen Herausforderer, sondern auch seinen Bezugspunkt im Sozialismus erblickte. Diese spezifische personelle und ideelle Konstellation schlug sich in der Sozialdemokratie, im Liberalismus, in der Konservativen Revolution, im Nationalsozialismus und schließlich im bundesdeutschen Sozialstaat und im DDR-Sozialismus nieder.

Heinrich August Winkler,  / Helga Grebing  / Gregor Schöllgen  (Hg.)
WILLY BRANDT
Berliner Ausgabe, 10 Bände in Kassette, Gb., € 49,90
978-3-8012-0454-9

Brandt, Willy
Verbrecher und andere Deutsche
Ein Bericht aus Deutschland 1946
eingeleitet und kommentiert von Einhart Lorenz
2. Aufl.
400 S., br., € 26,00
978-3-8012-0380-1
Brandts Bericht über den Nürnberger Prozess ist eine Verteidigungsschrift für die große Mehrheit der deutschen Bevölkerung gegen die Vorurteile des Auslands, alle Deutschen seien Nazis. Brandt beschreibt voller Mitgefühl das Leben der Deutschen im harten Winter 1945/46, ihre Zukunftshoff-nungen und ihre Visionen. "Forbrytere og andre tyskere" erschien 1946 in Oslo und Stockholm und liegt nun erstmals in deutscher Sprache vor. Den Kriegsverbrecherprozess hielt Brandt für eine Notwendigkeit, um die Herrschaft der Nationalsozialisten – das düsterste Kapitel deutscher Geschichte – aufzuarbeiten. Er unterschied dabei zwischen politischer Verantwortung, die alle Deutschen im Dritten Reich trifft, und individueller Schuld, die gerichtlich festgestellt werden muss. Er war entschieden dagegen, alle Deutschen zu Verbrechern zu stempeln und bedauerte, dass die Siegermächte in Nürnberg keine deutschen Richter zugelassen haben, um die nationalsozialistischen Verbrecher im Namen des deutschen Volkes zur Rechenschaft ziehen zu können.

Herbert, Ulrich
Best
Biographische Studien über Radikalismus, Weltanschauung und Vernunft 1903–1989
5., überarb. Aufl.
704 S., br., € 30,00
978-3-8012-5036-2
Werner Best war der führende Ideologe und Organisator der Gestapo. Er kam aus der völkischen Studentenbewegung, war befreundet mit Ernst Jünger und von 1933 bis 1940 Stellvertreter Rein-hard Heydrichs. Im Krieg hatte er als Verwaltungschef in Frankreich und Reichsbevollmächtigter in Dänemark Spitzenfunktionen inne. Nach Krieg und Internierung machte er erneut Karriere als Justitiar eines Industrieunternehmens, wurde zum Kopf der Kampagnen für eine "Generalamnestie" der NS-Täter im Umfeld der FDP und zum Koordinator der NS-Prozesse auf Seiten der Täter. Ulrich Herbert legt die spannende und aufwendig recherchierte Biographie eines Mannes vor, der ebenso als radikaler Ideologe auftrat wie als sachlicher Bürokrat. In dieser Kombination lag einer der Gründe für die Effizienz und weltanschauliche Radikalität der "Schreibtischtäter" des NS-Regimes. Herberts Best-Biographie, eines der herausragenden Werke der deutschen Zeitgeschichtsschreibung, ist zugleich eine Geschichte des "kurzen" 20. Jahrhunderts, die die Frage nach dem Verhältnis von Radikalismus, Weltanschauung und Vernunft in Deutschland vom Kaiserreich bis in die späte Bundesrepublik stellt.

Schlesak, Dieter
Capesius, der Auschwitzapotheker
352 S., geb., €  29,90
978-3-8012-0369-6
Viktor Capesius war Apotheker in Schäßburg /Siebenbürgen und Vertreter der Firma Bayer, bevor er als SS-Offizier nach Auschwitz kam. Als eines Tages ein Transport mit Juden aus seiner siebenbürgischen Heimat eintraf, standen sich plötzlich Täter und Opfer, seit Jahren bekannt, an der Rampe des Lagers gegenüber. Capesius schickte sie kaltblütig ins Gas und bereicherte sich an ihrer Habe. Dieter Schlesak schrieb diese wahre Geschichte auf als komplexe Kollage aus Dokumentation, Rückblende und Erzählung: ein historisches Werk, das sich literarischer Mittel bedient, von enormer sprachlicher Kraft und Authentizität, ein erschütterndes zeitgeschichtliches Zeugnis.Seit 30 Jahren ist Dieter Schlesak dem Auschwitzapotheker auf der Spur. Vom Täter und seinen Opfern sammelte er Dokumente, Interviews, Briefe und Aufzeichnungen. Damit kreiste er den SS-Offizier Capesius wie in einem Prozess ein und ließ die Menschen in ihren Worten schildern, was mit ihnen, ihren Angehörigen und Kindern geschah. Wohl einmalig in der Auschwitzliteratur ist die persönliche Begegnung zwischen Opfern und Tätern aus der gleichen Stadt, dem gutbürgerlichen Massenmörder und seinen früheren Bekannten, Nachbarn, Kunden. Der Erzähler im Buch ist der jüdische Häftling Adam. Er ist die einzige fiktionale Figur. Doch was er berichtet und wie er es berichtet, entstammt bis in die Sprache der Opfer, die »Lagerszpracha« hinein den historischen Quellen. 1965, im Auschwitzprozess, wurde Capesius zu 9 Jahren Haft verurteilt. Danach lebte er bis zu seinem Tod unbehelligt in Göppingen.

Eppler, Erhard
Der Politik aufs Maul geschaut
Kleines Wörterbuch zum öffentlichen Sprachgebrauch
192  S., Br., € 14,80
978-3-8012-0397-9
Sprache wird in politischen Debatten strapaziert, verbogen, oft missbraucht. Mit entlarvender Präzi-sion und treffenden Pointen schreibt Erhard Eppler über Begriffe, die Politik und Öffentlichkeit nutzen, um Meinungen durchzusetzen, Sachverhalte zu vernebeln und Gegner bloßzustellen. Wer sie hört, sollte kritisch sein! »Bierdeckel«, »Elite«, »Experte«, »Gerechtigkeit«, »Leistungsträger«, »Maßnahme«, »Neid«, »Gewissen« oder »Ideologie« zählen zum festen Repertoire von Sonntagsreden, Interviews, Bun-destagsansprachen oder Leitartikeln. Doch welche Absichten oder Ansichten stecken hinter solchen Wörtern? Der frühere Bundesminister, SPD-Bundestagsabgeordnete, Germanist und Lehrer Erhard Eppler hat jahrelange Erfahrungen mit dem politischen Gebrauch der Sprache gesammelt. Er legt gekonnt ihren ursprünglichen Gehalt frei und nimmt ihre Abwege aufs Korn.
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