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Herbstreise 2017


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Vorschau Die Hanse
Klima 

Jakob von Uexküll
Wege aus der Krise
Die besondere Empfehlung:

Franz Neumann
Behemoth

Aus dem Programm:


Ludger Bollen
Das kalte Licht
Ein historischer Kriminalroman aus Hamburg
300 S., ill., geb., € 25,00
978-3-86393-078
Hamburg, im Februar des Jahres 1670:  Widerwillig ist der junge Medizinstudent Ulrich Hesenius von Leyden nach Hamburg, ins väterliche Kontorhaus, zurückgekehrt. Als er gebeten wird, den Leichnam des nächtlich verunglückten Ratsherrn Heinrich von Brempt zu beschauen, widmet er sich der Aufgabe mit besonderem Eifer. Außer manchen Ungereimtheiten, die auf eine Gewalttat hindeuten, entdeckt er an einer Hand des Toten einen geisterhaften, unerklärlichen Lichtschimmer. Beeindruckt von seinem Scharfsinn, beauftragen ihn die Stadtoberen weitere Nachforschungen anzustellen. Zusammen mit Meinhardt, einem wortkargen Kriegsveteranen, führt ihn die Untersuchung zu Kaufleuten und Kirchenmännern, in das Viertel der sephardischen Juden und in die verborgene Werkstatt eines Alchemisten. Bald tun sich hinter der bürgerlichen Fassade der reichen Hansestadt Abgründe auf, die den Ermittler zu verschlingen drohen. Hilfe kommt von Rebeca, der faszinierend klugen Enkelin des alten Mateus Cabrais. Vermag Hesenius durch sie auch das undurchsichtige Treiben einer geheimen Bruderschaft aufzudecken?
1669 fand der Hamburger Apotheker und Alchimist Hennig Brand (auf der Suche nach dem Stein der Weisen) ein zuvor unbekanntes Element, das wir heute als Phosphor kennen.
In seiner reinen Form leuchtet die Substanz im Dunkeln, eine Eigenschaft, welche die Menschen seinerzeit gleichermaßen fasziniert und erschreckt haben muss.
Ludger Bollen studierte Grafik-Design, lebt in Hamburg und ist seit vielen Jahren Mitarbeiter des SPIEGEL.  mehr HANSEKRIMIS..--> HANSEKRIMI-AKTION <-


Jörg Heiser
Doppelleben
Kunst und Popmusik
608 S., geb., € 28,00
978-3-86572-691-9
Was versprach sich Andy Warhol davon, als Produzent von The Velvet Underground im Musikgeschäft zu agieren, und was erhoffte sich umgekehrt die Band von diesem Produzenten? Warum setzte Yoko Ono ihre Fähigkeiten, die sie schon vor der gemeinsamen Zeit mit John Lennon in der künstlerischen Avantgarde entwickelt hatte, in der Popmusik ein - und was zog Lennon im Gegenzug in die Kunst? Warum nahm Joseph Beuys 1982 eine Single mit dem Titel Sonne statt Reagan auf? Und warum gingen Künstlerinnen wie Michaela Melián etwa um die gleiche Zeit in die Popmusik? Wie wichtig sind Utopien der Synthese zwischen Musik und Kunst für Brian Eno, Laurie Anderson oder Fatima Al Qadiri? Und welche subversive Dystopie, ausgedrückt in transgressiven Bildern und Noise, ließ aus der britischen Künstlergruppe COUM Transmissions Mitte der 70er-jahre die Band Throbbing Gristle werden? Der Kontextwechsel zwischen Kunst und Popmusik - so argumentiert Jörg Heiser - ist der Versuch, für Widersprüche, die in dem einen Zusammenhang auftauchen, Lösungen im anderen zu finden.Welcher Art sind diese Widersprüche, wann kommt der Kontextwechsel einer Suche nach Lösungen gleich und wann einer Flucht vor Problemen? Geliefert wird die Ausgabe Philo.

Noam Chomsky
Sprache und Politik
Herausgegeben von Michael Schiffmann
256 S., br., € 20,50
978-3-86572-123-5
Noam Chomsky, der weltberühmte Sprachtheoretiker und streitbare Gesellschaftskritiker wird am 7. Dezember 2018 neunzig Jahre alt.  Der Band umfaßt exemplarische und bisher nicht übersetzte Arbeiten Chomskys von Ende der 60er Jahre bis heute (u.a. den berühmten Aufsatz "Some tasks for the left" von 1969). Damit wird die Vielfalt und der Antrieb seines Denkens auch all jenen zugänglich gemacht, die den Linguisten, aber nicht den politischen Philosophen, den libertären Sozialisten, aber nicht den scharfsinnigen Analytiker abendländischer Staatsmacht kennen. Noam Chomsky, geb. 1928; Professor für Linguistik und Philosophie am Massachusetts Institute of Technology, Begründer der generativen Transformationsgrammatik. Neben sprachwissenschaftlichen Problemen setzt sich Chomsky immer wieder kritisch mit aktuellen wirtschafts- und politischen Fragestellungen auseinander. Geliefert wird die Ausgabe Philo. 

Christian Schuldt
Systemtheorie – Theorie für die vernetzte Gesellschaft
Aktualisierte und erweiterte Neuausgabe
160 S., br., € 14,80
978-3-86393-080-6
Niklas Luhmanns Systemtheorie gilt als die ausgefeilteste und plausibelste Theorie der Gesellschaft. Doch genau wie ihr Gegenstand ist sie komplex und vielschichtig. Christian Schuldt hat die Herausforderung angenommen: Er eröffnet dem Leser einen verständlichen und sogar unterhaltsamen Zugang zu dem faszinierenden Denkgebäude Luhmanns und vermittelt kenntnisreich die Theorie, die »für alles gut ist«. Darüber hinaus zeigt er, dass und wie die Systemtheorie geradezu prädestiniert dafür ist, die vernetzte Gesellschaft des 21. Jahrhunderts zu beschreiben und zu verstehen. Neben der Darstellung von Grundbegriffen wie Selbstreferenz, Autopoiesis, Kommunikation und Beobachtung gibt das Buch zahlreiche Beispiele für die Alltagstauglichkeit systemtheoretischen Denkens. Christian Schuldt arbeitet als Autor, Referent und Redakteur beim Zukunftsinstitut. Zuvor war er rund 15 Jahre in leitenden Positionen im digitalen Mediengeschäft tätig. In seinen Publikationen beleuchtet der Experte für Systemtheorie den Kultur- und Medienwandel und die neuen Gesetzmäßigkeiten der digitalisierten Gesellschaft.


Bandel / Kalender / Schröder
Immer radikal, niemals konsequent
Der MÄRZ-Verlag
350 S., br., € 25,00
978-3-86572-665-0
1969 wurde in einem Handstreich ein Verlag gegründet, dessen signalgelbe Bände schlagartig zum Inbegriff einer nachgerade alchemischen Mischung von linker Politik, Avantgarde-Literatur und Popkultur wurden: der März Verlag. "Pop, Porno, Politik" lauten die Schlagworte der literarischen Postmoderne, die Leslie Fiedler 1968 ausrief. Pornografie in Wort und Bild veröffentlichte Jörg Schröder in der angeschlossenen Olympia Press, einem deutschen Ableger von Maurice Girodias’ legendärem Pariser Sex- und Avantgardeverlag. Doch das war nicht seine einzige Übung in "erweitertem Verlegertum" (Diedrich Diederichsen): Schröder betrieb auch die Business-Art-Agentur Bismarc Media und veröffentlichte 1972 das Skandalbuch Siegfried. Später führte er den Verlag im Rahmen des Buchvertriebs Zweitausendeins weiter, erfand nebenbei die Friedensbewegung, widmete den Öko-Geistern die er rief, sein zweites Buch Cosmic und verfolgt seit dem endgültigen März-Crash Ende der Achtziger gemeinsam mit Barbara Kalender ein einzigartiges autobiografisches work in progress. Jan-Frederik Bandels material- und bilderreiches Essaybuch erzählt die Vorgeschichte des März-Verlags, erkundet seine verschiedenen Stationen und Erweiterungen und ist damit nicht zuletzt ein Versuch über die Neuerfindung von Literatur und Betrieb um 1968. Geliefert wird die Ausgabe Philo.

Wolfgang Müller
Subkultur Westberlin 1979-1989
Freizeit
600 S., geb., € 26,00
978-3-86572-671-1
West-Berlin war preiswert, trashig, muffig, marode: voll kreativer Freiräume für Lebensexperimente jenseits ökonomischen Drucks. Angeschoben von den Impulsen des Punk, entwickelt sich dort Ende der Siebziger eine vielfältig-lustvolle Subkultur. Illegale Bars und Clubs werden eröffnet, Fanzines kopiert, Super-8-Kinos, Bands und Minilabels in besetzten Häusern gegründet. Das SO 36 in Kreuzberg wird neben Punkclubs wie Risiko oder der New-Wave-Disko Dschungel zum Treffpunkt der 'Antiberliner': Punks, Alternative, Industrial- und Elektronikfans, Politanarchos, Lesben, Schwule, Queers und Do-it-yourself-Künstler. In diesem 'diasporischen' Umfeld verkehren auch Heidi Paris und Peter Gente, in deren Merve Verlag 1982 das Manifest des subkulturellen West-Berlin, 'Geniale Dilletanten', erscheint - benannt nach der 'Großen Untergangsshow' im Tempodrom. Es treten u.a. auf: Gudrun Gut, Die Tödliche Doris und Die Einstürzenden Neubauten, aber auch das 'Mädchen vom Bahnhof Zoo' Christiane F. und die späteren Techno-Akteure Westbam und Dr. Motte. Herausgeber des Merve-Bändchens Nr. 101 ist Wolfgang Müller (Die Tödliche Doris). Seine Band spielt sowohl in besetzten Häusern als auch in Kunstkontexten, etwa bei Harald Szeemanns Ausstellung 'Der Hang zum Gesamtkunstwerk' oder auf der documenta 8. Müllers Geschichte der Westberliner Subkultur simuliert keine distanzierte Objektivität, ist aber weit mehr als Akteursbericht. Er wendet sich den Umschlagplätzen zu, den Materiallagern, den Flohmärkten, erinnert an illegale Kulturstätten wie den Kuckuck und portraitiert Szeneakteure wie Ratten-Jenny, die 1978 Martin Kippenberger attackierte. Damit präsentiert er West-Berlin als Produktionsraum, in dem sich Bewegungen kristallisierten, atomisierten und erst später zu breit wahrnehmbar bis heute wirkenden Gebilden formten. Geliefert wird die Ausgabe Philo.

Donald Trump bezeichnete den Klimawandel als „Chinesische Ente“ und Erfindung des Politbüros.

Jakob von Uexküll
Wege aus der Krise - Zukunft ermöglichen
Mit einem Vorwort von Auma Obama
250 S., br., € 18,00
978-3-86393-083-7
Die Menschheit steht vor noch nie dagewesenen Konflikten und Gefahren. Wenn wir jetzt nicht schnell und radikal umsteuern, droht das Ende unserer bewohnbaren Erde und alle nachfolgenden Generationen werden ihrer Zukunft beraubt. Schon heute zeigt sich Europa unfähig, mit ein paar Millionen Flüchtlingen zurechtzukommen: Unter der Last von 100 Millionen Klimaflüchtlingen wird es zusammenbrechen. Und der Klimawandel ist nicht die einzige Herausforderung: Die Zerstörung der Artenvielfalt, die Versäuerung der Meere, die zunehmende Erosion von Ackerland und die Verknappung wichtiger Kulturgüter bedrohen unsere gemeinsame Zukunft. Warum wurden noch keine Allianzen gebildet, um alles Menschenmögliche zu tun, diese Gefahren zu stoppen und wo noch möglich, rückgängig zu machen, obwohl viele Lösungen existieren? Warum setzen wir sie nicht um? Jakob von Uexküll, Gründer des Alternativen Nobelpreises (Right Livelihood Award) und des Weltzukunftsrats (World Future Council) arbeitet seit Jahrzehnten weltweit an Konzepten des Umdenkens und Umsteuerns, als Botschafter, Aufklärer und Berater für eine gerechtere und bewohnbare Welt für zukünftige Generationen.
Lieferbar: Jakob von Uexküll: Das sind wir unseren Kindern schuldig.


Gombrich, Ernst H.
Aby Warburg
Eine intellektuelle Biographie
702 S., geb., € 22,00
978-3-86572-680-3
Der Kunsthistoriker und Kulturwissenschaftler Aby Warburg (1866-1929),  war einer der vielseitigsten, über disziplinäre Grenzen hinaus denkenden Intellektuellen des 20. Jahrhunderts. Kein Wunder, dass sein Werk, aber auch seine Forscher-Biografie Anlass zu immer neuen Wiederentdeckungen bieten, zuletzt im Zuge des sogenannten 'iconic turn', durch die Arbeiten des französischen Theoretikers Georges Didi-Huberman und nicht zuletzt durch die Nähe der Warburg’schen Bildforschung zu aktuellen künstlerischen Arbeitsformen. 'Weniger die Geschichte seines Lebens, mehr eine intellektuelle Biographie' wollte Ernst H. Gombrich liefern, als er 1970 sein großes, in zahlreiche Sprachen üersetztes Warburg-Buch veröffentlichte - und damit nicht nur den ersten biografischen Versuch vorlegte, sondern weite Teile von Warburgs nachgelassenen Schriften und Entwürfen erstmals erschloss und in Auszügen dokumentierte. Geliefert wird die Ausgabe Philo.

Micha Brumlik
Advokatorische Ethik
Zu Legitimation pädagogischer Eingriffe
Mit einem neuen Vorwort zur 3. Auflage 2017
310 S., br., € 19,90
978-3-86393-079-0
Nicht zuletzt die ökologische Krise hat gezeigt, dass die Beziehung zwischen den Generationen ein heikles, von Erwartungen, Hoffnungen und auch Spannungen geprägtes Feld sind. Wie sehen die legitimen Erwartungen an die Nachkommen aus? Welches sind die Verpflichtungen, jener, die Kinder in die Welt setzen? Wie sollen sie sie über die Welt belehren? Eine advokatorische Ethik ist der Einsicht verpflichtet, dass die Neuankömmlinge in der Welt zunächst nicht in der Lage sind, ihre Interessen eigenständig zu artikulieren. Welchen Prinzipien eine solche stellvertretende Interessenwahrnehmung zu folgen hat, darüber klärt die »advokatorische Ethik« auf. Micha Brumlik lehrte Erziehungswissenschaft u. a. zunächst in Hamburg und Heidelberg. 2000-2013 Professor am Institut für Allgemeine Erziehungswissenschaft der J. W. Goethe-Universität Frankfurt am Main und bis 2005 Direktor des Fritz Bauer Instituts, Studien- und Dokumentationszentrum zur Geschichte und Wirkung des Holocausts. Seit 2013 ist Brumlik Senior Professor am Zentrum Jüdische Studien Berlin/Brandenburg.

Neumann, Franz
Behemoth
Struktur und Praxis des Nationalsozialismus 1933 - 1944
805 S., br., 34,00 €
978-3-86393-048-6
In der jüdischen Eschatologie sind Behemoth und Leviathan die Namen zweier Ungeheuer. Behemoth beherrscht das Land, Leviathan die See; das eine ist männlichen, das andere weiblichen Geschlechts. Beide sind Ungeheuer des Chaos, die - der Sage nach – kurz vor dem Ende der Welt wieder auftauchen und eine Schreckensherrschaft errichten. Hobbes war es, der beiden Gestalten zur Popularität verhalf. Sein „Leviathan“ ist die Analyse eines politischen Zwangsstaatsystems mit Resten von Gesetzen und individuellen Rechten, während in „Behemoth“ ein Unstaat, ein Chaos, ein Zustand der Gesetzlosigkeit, des Aufruhrs und der Anarchie beschrieben wird. Franz Neumann und seine politischen Freunde waren 1942 im Exil der Meinung, dass der Nationalismus aus Deutschland einen solchen Unstaat gemacht hatte, in dem die Rechte der Menschen und ihre Würde „verschlungen“ worden sind. Angesichts der aktuellen Bedrohung der Welt nannte Neumann seine Analyse des nationalsozialistischen Herrschaftssystems daher: Behemoth. Franz Neumann, geboren 1900 in Kattowitz. Als Student Teilnahme an der Revolution 1918/19. SPD-Beitritt. 1923 Dr. jur.; 1925-27 Lehrer an der Gewerkschaftsakademie; Assistent von Hugo Sinzheimer. 1928 Rechtsanwalt in Berlin, Sozius von Ernst Fraenkel (Autor von ›Der Doppelstaat‹). Bis zur Verhaftung April 1933 SPD- und Gewerkschaftsanwalt. Emigration. Studium Politische Wissenschaften, Soziologie an der London School of Economics. Zusammenarbeit mit Harold Laski am Institute for Social Research in New York. Dort entstand der ›Behemoth‹. Von 1942-46 Deutschlandexperte in amerikanischen Regierungsstellen. 1950 Professor für Politische Wissenschaft an der Columbia University, New York. 1954 Tod durch Autounfall.

Fritz Bauer
Die Wurzeln faschistischen und nationalsozialistischen Handelns
Mit einem Vorwort von David Jost
120 S., br., € 15,00
978-3-86393-085-1
Fritz Bauer, hessischer Generalstaatsanwalt und Initiator des Frankfurter Auswitzprozesses (1963-1965), hielt 1960 vor Vertretern von Jugendverbänden ein Referat mit dem Titel “Die Wurzeln faschistischen und nationalsozialistischen Handelns“. Aufgrund der großen Resonanz und der aufklärerischen Wirkung hatte der rheinland-pfälzische Landesjugendring die Absicht, diesen Text Oberstufengymnasien und Berufsschulen als Broschüre zur Verfügung zu stellen. Das wurde vom Kultusministerium des Bundeslandes Rheinland-Pfalz abgelehnt. In einer Landtagsdebatte von 1962, die in Auszügen in dem später als Buch in der Europäischen Verlagsanstalt (1965) erschienenen Text dokumentiert ist, wird deutlich, wie wenig sich die Gesinnung des überwiegenden Teils der Deutschen auch 17 Jahre nach Kriegsende verändert hatte. So begründete unter anderen der junge CDU Abgeordnete Helmut Kohl die Ablehnung mit dem Argument: Der zeitliche Abstand zum Nationalsozialismus sei zu gering, um sich ein abschließendes Urteil über die Politik in den Jahren 1933 bis 1945 bilden zu können. Fritz Bauer ging es um die juristische Aufarbeitung der im Nationalsozialismus begangenen Menschheitsverbrechen, die heute als Shoa oder Holocaust bezeichnet werden, und um die damit verbundene aufklärerische Wirkung für die Zukunft. Bauer leitete 1959 ein Ermittlungsverfahren gegen vormalige Angehörige und Führer der SS-Wachmannschaft des Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz ein, und im Dezember 1963 wurde der erste Auschwitz-Prozess gegen 22 Angeklagte vor dem Landgericht Frankfurt eröffnet. Als Bauer Kenntnis vom Aufenthaltsort von Adolf Eichmann in Argentinien bekam, setzte er sich mit dem israelischen Auslandsgeheimdienst Mossad in Verbindung, da die deutschen Behörden, trotz vieler konkreter Hinweise, alles unterließen, den NS-Verbrecher in Deutschland vor Gericht zu stellen.
 
In der Europäischen Verlagsanstalt sind u.v.a. erschienen:
Werner Renz, Fritz Bauer und das Versagen der Justiz 2015
Thomas Gnielka, Als Kindersoldat in Auschwitz. Die Geschichte einer Klasse 2014
Auschwitz. Zeugnisse und Berichte 1962/ 6. Aufl. 2015
Bernd Naumann, Der Auschwitz –Prozess  1965, 2004,2013
Folgende Dokumentar- und Spielfilme sind zur Zeit im Gespräch:
Fritz Bauer – Tod auf Raten. Dokumentarfilm, D 2010
Im Labyrinth des Schweigens, D 2014
Die Akte General, D 2015
Der Staat gegen Fritz Bauer, D 2015



Michael Braungart
Die nächste industrielle Revolution
Die Cradle to Cradle-Community
Neuausgabe mit aktuellen Daten, Fakten und Firmen die nach dem cradle to cradle Design arbeiten
250 S., farb. Abb., br., 20,00 €
978-3-86393-084-4
Im Zentrum des Buches steht das Konzept der ökologisch effektiven und sozio-ökonomisch erfolgreichen Produktionsweise des Chemikers Michael Braungart und des Architekten William McDonough: „Cradle to Cradle“ - Von der Wiege zur Wiege. Das heißt: Produkte werden so konzipiert, dass sie nicht zu Abfall werden, sondern nach Gebrauch wieder zu möglichst 100 % einsetzbar sind. Die Materialien bleiben als Nähr- und Rohstoffe Teil eines intelligenten, höchst effektiven Recyclingsystems aus technischen und biologischen Kreisläufen - mit positiven Effekten für Umwelt, Gesundheit und Ökonomie. Die vielfach ausgezeichneten ökologischen Vordenker haben mit diesem Konzept Leitlinien entwickelt, an denen sich bereits heute kleine, mittlere und weltweit bekannte Unternehmen orientieren. In diesem Buch werden sowohl das innovative Konzept als auch Firmen vorgestellt, die nach Cradle to Cradle produzieren und somit wertvolle Anregungen für eine nachhaltige, ökologisch-durchdachte Ökonomie der Zukunft geben können


Sylvia Steckmest
Salomon Heine
[Biografie eines Hamburger Merchantbankers, Patriarchen und Wohltäters]
350 S., geb., € 34,00
978-3-86393-077-6
Hamburg war bereits eine wichtige Handelsmetropole als Salomon Heine im Alter von 16 Jahren seine Lehre antrat. Obwohl er als Jude in dieser Zeit gesellschaftlicher Außenseiter war, erwarb er sich dank seines international verzweigten Netzwerks – seine Firmenkontakte reichten von Schweden bis Portugal, von Russland bis Brasilien – und dank seines umsichtigen Handelns Ansehen und Reichtum. Er war ein großzügiger Gastgeber und Kunstliebhaber, aber auch ein gefürchteter Choleriker. Allgemein bekannt wurde er als der reiche Onkel seines berühmten Neffen, des Dichters Heinrich Heine, der von Hamburg allerdings als einem verluderten Kaufmannsnest sprach. Salomon Heines steile Karriere und seine Beliebtheit bei Hamburgern aller Glaubensrichtungen waren außergewöhnlich. Das von ihm gestiftete Israelitische Krankenhaus gilt nach 175 Jahren noch als eines der besten in Deutschland. Auch gilt er als Retter der Kreditwürdigkeit Hamburgs nach dem Großen Brand 1842. Dennoch musste er vergebens auf eine Ehrung der Stadt warten. Diese ausführliche anhand bisher nicht bearbeiteter Quellen recherchierte Biografie zeigt nicht nur das Wirken dieses außergewöhnlichen Mannes, sondern schildert auch die Geschichte Hamburgs im 18. und 19. Jahrhundert: von der Franzosenherrschaft bis zur großen Brandkatastrophe, die Reisen, Handelbeziehungen und Geschäfte, Partner und Konkurrenten sowie die Geschichte der großen und weitverzweigten Familie.

 »Kunst und Schönheit gehen in diesem Buch eine Symbiose ein und Chaim Potok hat sein Können einmal mehr unter Beweis gestellt«. Elie Wiesel

Chaim Potok
Die Erwählten The Chosen
282 S., br., € 18,-
978-3-86393-081-3
Reuven Malter, der überaus talentierte Sohn eines liberalen jüdischen Lehrers, und Danny Saunders, der hochbegabte Nachkomme einer alten Dynastie orthodoxer chassidischer Rabbiner, stehen sich beim Baseball gegenüber. Aus dem sportlichen Wettkampf wird ganz plötzlich ein Krieg zwischen zwei Weltanschauungen. Chaim Potok, ein Sohn polnischer Einwanderer wurde als Chronist orthodoxen jüdischen Lebens in den USA weltberühmt. »Die Erwählten« (»The Chosen«) ist sein bekanntestes Buch und wurde mit Rod Steiger und Maximilian Schell verfilmt. Chaim Potok wuchs im New Yorker Bezirk Bronx als Kind tief religiöser Eltern auf und wurde in der orthodoxen Tradition erzogen. Er studierte englische Literatur und Philosophie und wurde Rabbiner. Er gilt als einer der großen amerikanisch-jüdischen Autoren. 

Franz Rosenzweig
Die Schrift und Luther
Mit zahlreichen Beiträgen und Kommentaren herausgegeben von Micha Brumlik
270 S., br., € 25,-
978-3-86393-082-0
Franz Rosenzweig wandte sich ab 1926 bis zu seinem Tode 1929 gemeinsam mit Martin Buber einer Neuübersetzung des Tanachs, der hebräischen Bibel, zu, (Ursprünglich planten Buber und Rosenzweig eine Überarbeitung des Luthertextes - dies erwies sich aber als nicht gangbar.) um die Lebendigkeit des hebräischen Textes in der deutschen Sprache auszudrücken. Die Übersetzer nannten ihr Projekt einfach “Die Schrift”. Nach Rosenzweigs Tod wurde sie von Buber allein weitergeführt und vollendet. Von 1954 bis 1962 überarbeitete Buber den Text noch einmal. Die Übersetzung entstand ursprünglich auf Anregung des Verlegers Lambert Schneider, es gab jedoch keinen institutionellen Auftraggeber wie beispielsweise eine Synagogengemeinde oder eine Kirche. Die Übersetzer waren dadurch frei, ihre eigenen Auffassungen vom Übersetzen umzusetzen.
INHALTSVERZEICHNIS:

Margot Käßmann
Geleitwort zu Rosenzweigs „Die Schrift und Luther“

Walther Homolka
Martin Luther als Symbol geistiger Freiheit?
Der Reformator und seine Rezeption im Judentum

Micha Brumlik
Dialog zwischen Übersetzern: Franz Rosenzweigs Aufsatz „Die Schrift und Luther"

Irmela von der Lühe
Franz Rosenzweig: Die Schrift und Luther. Grenzgänge zwischen Philologie und Religion

Klaus Wengst
„Ehrfurcht vor dem Wort“, das nicht Besitz wird
Warum „die Schrift“ anders gelesen werden sollte, als Luther sie gelesen hat

Elisa Klapheck
Luther als Targum

Gesine Palmer
Wenn erst einmal die Regel gesichert ist…
“Rosenzweigs Luther-Rezeption jenseits von „Buchvergötzung“ und „Wortverwaltung“

Christoph Kasten
Mit Luther gegen Luther.
Franz Rosenzweig, Siegfried Kracauer und die Bibel auf Deutsch

Christian Wiese
Franz Rosenzweigs und Martin Bubers Kritik des protestantischen
Neo-Marcionismus im Kontext der Zeit


Neuausgabe Juni 2016 mit aktuellen Zahlen und Kommentaren, Grafiken und Tabellen:

Mathis Wackernagel  / Bert Beyers
Footprint
Die Welt neu vermessen
252 S., br., 19,90 €
978-3-86393-074-5
Ressourcenknappheit ist die zentrale Herausforderung des 21. Jahrhunderts. Seit Anfang der 1970er Jahre verbrauchen alle Länder zusammen mehr als die Natur erneuern kann; mittlerweile nutzt die Menschheit den Planeten um 60 Prozent mehr, als er hergibt. Die weltweiten Folgen sind: eine steigende CO2-Konzentration in der Atmosphäre, Wald- und Artenverlust, Trinkwasserknappheit und Bodenerosion. Wie viel Natur haben wir – wie viel nutzen wir? Auf diese Frage gibt die Footprint-Methode eine wissenschaftlich fundierte Antwort. Die maßgeblich von Mathis Wackernagel, Präsident des Global Footprint Network in Oakland/Kalifornien und Genf entwickelte Footprint-Methode (oder ökologischer Fußabdruck) ist für die Planung und Risikoabschätzungen von Unternehmern, Investoren, Entwicklungsfachleuten, Stadtplanern und politischen Strategen unverzichtbar. Das Buch vermittelt anhand von Erfahrungsberichten, Statistiken und Grafiken eine umfassende Bestandsaufnahme unserer Ressourcensituation. Es zeigt, wo die Grenzen unserer Möglichkeiten liegen und was Städte, Regionen, Länder, Unternehmen und was wir selber tun müssen, um innerhalb des Ressourcenbudgets des Planeten gut leben zu können.

Kirstin Dow / Thomas E. Downing
Weltatlas des Klimawandels
Karten und Fakten zur globalen Erwärmung
112 S., br., 19,90 €
978-3-86393-064-6
Der »Weltatlas des Klimawandels« fasst alles Wissenswerte zur Geschichte, zu den Ursachen und Gefahren der Klimakatastrophe
zusammen. Wissenschaftlich fundiert und anschaulich in der Darstellungsweise zeigt der Atlas die möglichen Auswirkungen des Klimawandels - sowohl auf unsere Fähigkeit, in Zukunft die Menschheit zu ernähren, Wasserknappheiten zu vermeiden, die
biologische Vielfalt zu bewahren, die Gesundheit zu erhalten als auch Städte und Kulturgüter zu schützen. Der »Weltatlas des Klimawandels« dient als Anschauungsmaterial für jeden, der sich mit der Erderwärmung auseinandersetzt und jedem Interessierten als umfassende Informationsquelle. Mit farbigen Karten, Grafiken und Tabellen liefert der Atlas auf anschauliche Weise unentbehrliches Hintergrundwissen. Eine wichtige Informationsquelle zur größten Herausforderung dieses Jahrhunderts.
Kirstin Dow, promovierte Geografin, a. o. Professor an der University of South Carolina, Forschungsstipendiatin des Stockholm Environment Institute. Zu ihren Forschungsschwerpunkten gehören ökologische Gefahren und die politische Dynamik ökologischer Probleme. Sie hat zu den Folgen des Klimawandels, Maßnahmen gegen den Klimawandel, Anfälligkeit des Wassersystems für klimatische Veränderungen, städtische Ökologie publiziert.
Thomas E. Downing, promovierter Geograf, Direktor des Oxforder Büros des Stockholm Environment Institute, Gastprofessor an der Oxford University, Beiträger zum Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) und Berater des Klimaprogramms der britischen Regierung. Sein Forschungsschwerpunkt liegt auf der Abschätzung der Vulnerabilität und mögliche Strategien der Anpassung an die Klimarisiken.

Der Desertec-Atlas
Ein Weltatlas zu den erneuerbaren Energien
160 S., zahlr. Graf., br., 19,90 €
978-3-86393-012-7
Der Desertec-Atlas ist das erste Werk, welches den globalen Ansatz des Desertec-Konzepts beschreibt und gleichzeitig die Energiefrage mit den Themen Klima, Wasser, erneuerbare Energie, Strom aus der Wüste oder Windenergie umfassend beleuchtet. Die Beiträger sind fünfzehn in ihrem Fach ausgewiesene Experten. Der „Erfinder“ des Desertec-Konzepts, der Physiker Dr. Gerhard Knies, ist ebenso vertreten wie der Max-Planck-Direktor Professor Hartmut Graßl vom Zentrum für Marine und Atmosphäre Wissenschaften, der Energiewissenschaftler Dr. Franz Trieb vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), die Gründerin und Präsidentin von Earth 3000, einer 2001 gegründeten gemeinnützigen international orientierten Organisation für Umwelt und nachhaltige Entwicklung, Frau Dr. Maritta Koch-Weser, die Wissenschaflerin und Marokko-Expertin der DESERTEC Foundation, Frau Dr. Meriem Rezgaoui, Project manager MENA der DESERTEC Foundation, oder der Leiter des Bereichs Geo Risks Research/ Corporate Climate Centre des weltweit größten Rückversicherers Munich Re, Professor Peter Höppe.


Research and Responsibility - Migration and Integration
Reflections on Our Common Future (2 Vol.)
2 Bde., br., zus. 640 S., zahlr. Abb., 74,00 €
978-3-86393-013-4
At the beginning of the 21st Century we are experiencing social, environmental, cultural, and technological change at an unprecedented pace. The conference "Our Common Future" which took place in Hanover and Essen in November 2010 provided a platform for leading intellectuals, researchers, businesspeople, and politicians as well as young scholars and scientists to enter into a dialogue on identifying major challenges posed by this fundamental change, presenting different perspectives on global issues, and suggesting solutions for the way ahead. Volume one contains some of the answers given at the conference, focusing on the cultural, legal, social, and economic aspects. The authors of this book are internationally-known experts in their fields. In their contributions they advocate the need to prioritize economic development for global inclusion; they address questions concerning the metropolis as the future way of life; they discuss the values of human rights in a globalized world, and they analyze the cultural and social impacts of religious movements. A recurrent theme throughout the book is a reflection on research and responsibility, as many of the quite rapid and dramatic changes are a result of advances in science and technology; others can only be dealt with by intensifying the respective research efforts.
Volume two contains some of the answers given at the conference, focusing on the cultural, legal, social, and economic aspects. The authors of this book are internationally-known experts in their fields. In their contributions they advocate the need to prioritize economic development for global inclusion; they address questions concerning the metropolis as the future way of life; they discuss the values of human rights in a globalized world, and they analyze the cultural and social impacts of religious movements. A recurrent theme throughout the book is a reflection on research and responsibility, as many of the quite rapid and dramatic changes are a result of advances in science and technology; others can only be dealt with by intensifying the respective research efforts.

Research and Responsibility
Reflections on Our Common Future.
Band 1
384 S., zahlr. Abb., br., 54,00 €
978-3-86393-010-3
At the beginning of the 21st Century we are experiencing social, environmental, cultural, and technological change at an unprecedented pace. The conference "Our Common Future" which took place in Hanover and Essen in November 2010 provided a platform for leading intellectuals, researchers, businesspeople, and politicians as well as young scholars and scientists to enter into a dialogue on identifying major challenges posed by this fundamental change, presenting different perspectives on global issues, and suggesting solutions for the way ahead. Volume one contains some of the answers given at the conference, focusing on the cultural, legal, social, and economic aspects. The authors of this book are internationally-known experts in their fields. In their contributions they advocate the need to prioritize economic development for global inclusion; they address questions concerning the metropolis as the future way of life; they discuss the values of human rights in a globalized world, and they analyze the cultural and social impacts of religious movements. A recurrent theme throughout the book is a reflection on research and responsibility, as many of the quite rapid and dramatic changes are a result of advances in science and technology; others can only be dealt with by intensifying the respective research efforts.
Volume two contains some of the answers given at the conference, focusing on the cultural, legal, social, and economic aspects. The authors of this book are internationally-known experts in their fields. In their contributions they advocate the need to prioritize economic development for global inclusion; they address questions concerning the metropolis as the future way of life; they discuss the values of human rights in a globalized world, and they analyze the cultural and social impacts of religious movements. A recurrent theme throughout the book is a reflection on research and responsibility, as many of the quite rapid and dramatic changes are a result of advances in science and technology; others can only be dealt with by intensifying the respective research efforts.

Migration and Integration
Reflections on Our Common Future
Band 2
256 S., zahlr. Abb., br., 38,00 €
978-3-86393-011-0
At the beginning of the 21st Century we are experiencing social, environmental, cultural, and technological change at an unprecedented pace. The conference "Our Common Future" which took place in Hanover and Essen in November 2010 provided a platform for leading intellectuals, researchers, businesspeople, and politicians as well as young scholars and scientists to enter into a dialogue on identifying major challenges posed by this fundamental change, presenting different perspectives on global issues, and suggesting solutions for the way ahead. Volume one contains some of the answers given at the conference, focusing on the cultural, legal, social, and economic aspects. The authors of this book are internationally-known experts in their fields. In their contributions they advocate the need to prioritize economic development for global inclusion; they address questions concerning the metropolis as the future way of life; they discuss the values of human rights in a globalized world, and they analyze the cultural and social impacts of religious movements. A recurrent theme throughout the book is a reflection on research and responsibility, as many of the quite rapid and dramatic changes are a result of advances in science and technology; others can only be dealt with by intensifying the respective research efforts. Volume two contains some of the answers given at the conference, focusing on the cultural, legal, social, and economic aspects. The authors of this book are internationally-known experts in their fields. In their contributions they advocate the need to prioritize economic development for global inclusion; they address questions concerning the metropolis as the future way of life; they discuss the values of human rights in a globalized world, and they analyze the cultural and social impacts of religious movements. A recurrent theme throughout the book is a reflection on research and responsibility, as many of the quite rapid and dramatic changes are a result of advances in science and technology; others can only be dealt with by intensifying the respective research efforts.


Paul Parin
Die Weißen denken zu viel
Psychoanalytische Untersuchungen bei den Dogon in Westafrika
644 S., br., 49,90 €
978-3-86393-021-9
"Die Weißen denken zuviel, und dann machen sie viele Sachen; und je mehr sie machen, umso mehr denken sie. Und dann verdienen sie viel Geld, und wenn sie viel Geld haben, machen sie sich Sorgen, dass das Geld verloren gehen könnte und sie keins mehr haben. Dann denken sie noch mehr und machen noch mehr Geld und haben nie genug. Dann sind sie nicht mehr ruhig. So kommt es, dass sie nicht glücklich sind." (Ein Dorfchef aus Mali) Die Weißen denken zuviel ist legendäres Kultbuch und Fachbuch in einem: Erstmals 1963 erschienen, danach vielfach wiederaufgelegt, ist dieses Buch das erste Zeugnis einer wissenschaftlichen Methode, die das Denken und Forschen einer ganzen Generation von Psychoanalytikern und Ethnologen beeinflusst hat. Insgesamt sechs Afrika-Expeditionen haben die Autoren unternommen, um mit Hilfe einer aus der Psychoanalyse entwickelten Gesprächstechnik das Seelenleben westafrikanischer Völker zu untersuchen. In diesem Band sind es die Dogon, ein Volk in Mali, dessen fremde, ferne und märchenhafte Welt aus den Gesprächen mit den Autoren unmittelbar zu uns spricht. Der Zürcher Psychoanalytiker Paul Parin kam vor 100 Jahren 1916 als Sohn eines Gutsbesitzers in Slowenien zur Welt. In Wien veranstaltet die Sigmund Freud Privat Universität aus diesem Anlass ein viertägiges Symposium, in dem Weggefährten, Kollegen, Schüler und Freunde an sein Wirken als Arzt, als Psychoanalytiker und Schriftsteller erinnern.Parin lebte bis 2009, er war Neurologe, Psychoanalytiker und Schriftsteller. Er schloss sich als Arzt der jugoslawischen Partisanenarmee (1944/ 45) an. Nach dem Krieg folgte eine Ausbildung zum Neurologen und Psychoanalytiker. Der Lehre Sigmund Freuds folgend, praktizierte Paul Parin bis 1990 gemeinsam mit seiner Frau, der Analytikerin Goldy Parin-Matthey, und dem Psychoanalytiker und Neurologen Fritz Morgenthaler in Zürich. Die drei unternahmen zahlreiche Forschungsreisen, vor allem nach Westafrika.

Klaus Dörner
Bürger und Irre
Zur Sozialgeschichte und Wissenschaftssoziologie der Psychiatrie
362 S., br., 28,00 €
978-3-86393-052-3
Der Aufstieg des Zeitalters der Vernunft, des Merkantilismus und des aufgeklärten Absolutismus vollzog sich in eins mit einer neuen rigorosen Raumordnung, die alle Formen der Unvernunft demarkierte und jenseits der zivilen Verkehrs-, Sitten- und Arbeitswelt, kurz: der Vernunftwelt, hinter Schloss und Riegel verschwinden ließ. Bettler und Vagabunden, Besitz- Arbeits- und Berufslose, Verbrecher, politisch Auffällige und Häretiker, Dirnen, Wüstling und Alkoholiker, Idioten und Sonderlinge, aber auch missliebige Ehefrauen, entjungferte Töchter und verschwenderische Söhne wurden auf diese Weise „unschädlich“ und gleichsam unsichtbar gemacht. Europa überzog sich erstmals mit einem System von etwas wie Konzentrationslagern für Menschen, die als unvernünftig galten. Prof. Dr. med. Dr. phil. Klaus Dörner, geboren 1933 in Duisburg, Studium der Medizin, Soziologie und Geschichte, habilitierte an der Psychiatrischen Universitätsklinik Hamburg, 1980-1996 leitender Arzt der Westfälischen Klinik für Psychiatrie Gütersloh, lehrte Psychiatrie an der Uni Witten-Herdecke.



Roger Behrens
Kritische Theorie
96 S., br., 12,80 €
978-3-86393-022-6
Die Kritische Theorie, verbunden mit Namen wie Max Horkheimer, Herbert Marcuse oder Theodor W. Adorno, hat maßgeblich die Philosophie, die Sozial- und Geisteswissenschaften, aber auch die sozialen Bewegungen im 20.Jahrhundert beeinflusst und geprägt. Wegweisend: Neben Geschichte und Begriffen zeigt Roger Behrens Seitenzweige und Verknüpfungen zu anderen, aktuellen Theorieströmungen. Roger Behrens, Jahrgang 67, ist Lehrbeauftragter an der Universität Hamburg und der Bauhaus Universität Weimar. Buchveröffentlichungen zur kritischen Theorie der Massenkultur, Popmusik und Sozialphilosophie. Er ist Redakteur und Mitherausgeber der Reihe testcard - Beiträge zur Popgeschichte.


Thomas Ernst
Popliteratur
96 S., br., 12,80 €
978-3-86393-042-4
Das Buch von Thomas Ernst vermittelt kompaktes Wissen zum Begriff Popliteratur und spannt einen Bogen von den Ursprüngen im Dadaismus und der Beat Generation, über die durchaus politischen Hintergründe der ersten popliterarischen Texte Ende der sechziger Jahre bis hin zu einer Reflektion des aktuellen Booms und der darauf bezogenen Debatte. Der Autor verdeutlicht die Bedeutung des Pop in der bundesdeutschen Literatur der letzten Jahrzehnte. Thomas Ernst, Studium der Germanistik und Philosophie, promovierte 2008 an der Universität Trier mit einer Untersuchung zum Thema Pop, Minoritäten, Untergrund. Subversive Konzepte in der deutschsprachigen Gegenwartsprosa. Seit November 2010 ist er wissenschaftlicher Mitarbeiter und Assistent (Akademischer Rat) von Prof. Dr. Rolf Parr an der Universität Duisburg-Essen im Studiengang “Literatur und Medienpraxis”. Zahlreiche Veröffentlichungen.

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Walther Rathenau
Die schönste Stadt der Welt
Vorwort Michael Sontheimer, Nachwort von Rolf Sachsse zu F.A. Schwartz und seinen Bildern aus Berlin
98 S., zahlr. Fotos, br., 14,90 €
978-3-86393-070-7
Der Essay über die städtischen Impressionen und Vorstellungen des Industriellen, Kulturkritikers und Politikers Walther Rathenau über Berlin, als schönste Stadt der Welt liegt hier in einer Neuausgabe wieder vor. Er zeigt eine im Entstehen begriffene Metropole, die den Elan der Gründerjahre nicht immer in großen Konzepten ästhetisch umzusetzen wusste. Humorvoll und bissig kommentiert Rathenau die Veränderungen. Seine Beobachtungen wirken auch durch ihre implizite Aktualität: Das Berlin der Gegenwart ist heute wieder von einem gesellschaftlich und städtebaulichen Wandel gekennzeichnet, der nicht abgeschlossen ist und im Zentrum zahlreicher Diskussionen steht. Michael Sontheimer leitet in den Band ein und Rolf Sachsse würdigt in einem Nachwort den die „Guckkasten-Fotografen“ F.A.Schwartz und sein Bilder aus Berlin, die diesen Band illustrieren. Walther Rathenau (1867-1922), geboren und aufgewachsen in Berlin; Sohn des deutsch-jüdischen Industriellen Emil Rathenau (des Gründers der AEG Industrieller, Schriftsteller und liberaler Politiker (DDP); Physik-, Philosophie- und Chemie-Studium in Straßburg und Berlin, Promotion. Anschließend Maschinenbau-Studium in München. Ab 1899 in leitenden Positionen für die AEG tätig. Wirtschaftssachverständiger und Mitbegründer der Deutschen Demokratischen Partei (DDP). 1922 wurde er zum Außenminister ernannt. Er fiel als Reichsaußenminister 1922 einem antisemitisch motiviertem Attentat zum Opfer.
REZENSION

Wie entstehen gewaltbereite Gruppierungen?

Farhad Khosrokhavar
Radikalisierung
224 S., br., 22,00 €
978-3-86393-066-0
Die Brüder Kouachi, die in der Redaktion von Charlie Hebdo zwölf Menschen töteten, waren keine von weither eingeflogenen Glaubenskrieger, sondern kamen aus dem 10. Arrondissement. Was trieb sie, die einer säkular geprägten Familie entstammten, zum Äußersten? Anders als jene islamophoben Verschwörungstheorien, die uns in der trügerischen Gewißheit wiegen wollen, der Feind komme von außen, hält Farhad Khosrokhavar auf diese komplexen Fragen keine einfache Antworten bereit. Ein Jahr vor den Anschlägen von Paris geschrieben, geht seine bahnbrechende Studie den Gründen nach, aus denen zumal junge Männer sich radikalisieren und im Namen der einen oder anderen Ideologie schließlich zur Tat schreiten. Sein Augenmerk gilt namentlich jener sozialen Desintegration, die den Übergang zur Gewalt erst möglich macht. Die Gewalttat ist allzuoft das letzte und verweifelte Mittel in einem aussichtslos gewordenen Kampf um Anerkennung. Indem es Angst und Schrecken verbreitet, fordert das gedemütigte Subjekt, das sich jeder Zukunft beraubt sieht, noch einmal den verweigerten Respekt, dessen Zerrbild die finstere Reputation des Gewalttäters ist. Farhad Khosrokhavar, geboren in Teheran, französisch-iranischer Soziologe, ist Studienleiter an der EHESS und Forscher am Zentrum für soziologische Analyse und Intervention (CADIS, EHESS-CNRS). Seine Forschung konzentriert sich auf die Soziologie des modernen Iran, die sozialen und anthropologischen Probleme des Islam in Frankreich, sowie die Philosophie der Sozialwissenschaften.
DER AUTOR IM INTERVIEW: http://www.daserste.de/information/politik-weltgeschehen/weltspiegel/videos/frankreich-jugend-extrem-102.html
Worin besteht die Anziehungskraft radikaler Ideologien?
Wie sieht das Persönlichkeitsprofil derer aus, die dem neuen Terrorismus in die Arme laufen?
Wie kann man die Rückkehr des Religiösen in einer gewalttätigen Form, in der das letzte Ziel der Tod ist – sei es der dem Feind zugefügte, sei es der, durch den der Märtyrerstatus erlangt wird – erklären?
Was ist Bedeutung und Tragweite dieser Art von Radikalisierung, ein zumindest aus westlicher Sicht seltsam anmutendes Phänomen?
Ist das ein Kampf um Werte, die seit der Aufklärung längst überwunden schienen?


John Stuart Mill
Über Sozialismus
In der Übersetzung von Sigmund Freud
Herausgegeben und mit einem Essay „John Stuart Mill und der Sozialismus“ von Hubertus Buchstein und Sandra Seubert
160 S., br., 12,80 €
978-3-86393-071-4
Mill gilt als wichtiger Vertreter liberalen politischen Denkens. Dass sich bei ihm aber auch wesentliche Motive republikanischen, ja sogar sozialistischen Denkens finden, die sich dieser gradlinigen Zuordnung entziehen, wird bislang noch häufig übersehen. In seiner Schrift »Über Sozialismus« erweist sich Mill als radikaler Kritiker einer grundlegenden Institution der bürgerlichen Gesellschaft: des Privateigentums. Mill setzt sich in diesem Buch, das unvollendet blieb und erst fünf Jahre nach seinem Tod veröffentlicht wurde, mit den verschiedenen Varianten der zeitgenössischen Kapitalismuskritik auseinander und stellt die soziale Ungleichheit in den Vordergrund seiner Kritik. Ausführlich schildert Mill die sozialistischen und kommunistischen Strömungen seiner Zeit und diskutiert deren Reform- und Revolutionspläne. In seiner eigenen Sozialismuskonzeption verbindet Mill Gedanken des genossenschaftlichen Sozialismus mit liberalen Grundrechten. Aus heutiger Sicht ist der Text von Mill vor allem wegen seiner überzeugenden Kritik am klassischen liberalen Eigentumsverständnis sowie wegen seiner experimentellen Offenheit gegenüber grundlegenden eigentumsrechtlichen Reformvorhaben lesenswert. »Über Sozialismus« wurde von Sigmund Freud im Rahmen der von Theodor Gomperz herausgegebenen Ausgabe der Gesammelten Werke Mills 1879 mit Sinn für sprachliche Feinheiten und mit einer Portion Sympathie flüssig übersetzt und erscheint in dieser Ausgabe erstmals als separate Ausgabe. 

Alfred Schmidt
Der Begriff der Natur in der Lehre von Karl Marx
Mit einem Nachwort zur 5. Auflage von Michael Jeske
230 S., br., 19,90 €
978-3-86393-063-9
Alfred Schmidts in viele Sprachen übersetzte Untersuchung gehört zu den wichtigsten und folgenreichsten theoretischen Quellen der philosophischen Marx-Interpretation. Schmidt selbst bezeichnet seine Arbeit als den »Versuch, die wechselseitige Durchdringung von Natur und Gesellschaft, wie sie innerhalb der Natur als der beide Momente umfassenden Realität sich abspielt, in ihren Hauptaspekten darzustellen.« 1993 erweitert er seine Interpretation des Marx’schen Werks, die von dem geschichtsmaterialistisch unterbauten Begriff der Natur ausgeht, um die Dimension des »ökologischen Materialismus«. Das Nachwort beleuchtet Aspekte der Wirkungsgeschichte dieser für den westlichen Marxismus der Nachkriegszeit so bedeutenden Schrift. Alfred Schmidt (1931 – 2012), war Professor für Philosophie an der J. W. Goethe- Universität in Frankfurt a.M. Michael Jeske war bis 2009 Assistent von Alfred Schmidt, danach Lehrbeauftragter an der J. W. Goethe-Universität. 

Sören Kierkegaard
Furcht und Zittern
Dialektische Lyrik von Johannes de Silentio. Mit Erinnerungen an Kierkegaard von Hans Bröchner. Übersetzt und mit Glossar, Bibliographie sowie einem Essay »Zum Verständnis des Werkes« herausgegeben von Liselotte Richter.
150 S., br., 12,90 €
978-3-86393-072-1
'Furcht und Zittern' erschien am gleichen Tag wie 'Die Wiederholung'. Das Pseudonym, das Kierkegaard für diese Schrift wählte, ist Johannes de Silentio. Sollte Constantin Constantius die Beständigkeit der 'Wiederholung' des ethisch religiösen Stadiums ausdrücken, so will Johannes de Silentio besagen, dass hier etwas verschwiegen werden muß. Sobald der Mensch sich in die Kategorien des Glaubens hineingestellt sieht, kann er sich nicht mehr in den allgemeingültigen Ausdrücken des Ethischen verständlich machen. In den beiden Schriften treten biblische Figuren, Hiob und Abraham, in Aktion und werden in immer erneuter Vertiefung in ihrer Situation umkreist, bis Zug um Zug das Paradox des Glaubens herausgehoben ist. Abraham glaubte, ohne den Ausgang zu ahnen; er hätte ein Mörder werden können im Gehorsam gegen Gott, der den Sohn der Verheißung, die Erfüllung seines Alters von ihm forderte. Der Schrecken wie die Gnade werden nie mehr von seinem Leben weichen, ihre Spuren bleiben seitdem in der Existenz derjenigen, die zum Glauben berufen und in die Ausnahme hineingestellt sind. bereits angekündigt

Sören Kierkegaard
Philosophische Brocken
Übersetzt und mit Glossar, Bibliographie sowie einem Essay »Zum Verständnis des Werkes«
herausgegeben von Liselotte Richter
158 S., br., 12,90 €
978-3-86393-073-8
Die 'Philosophischen Brocken' veröffentlichte Kierkegaard 1844 unter dem Pseudonym Johannes Climacus. Auf dem Titelblatt beschreibt der Verfasser das Thema des Buches folgendermaßen: "Kann es einen historischen Ausgangspunkt für ein ewiges Bewußtsein geben; wie kann ein solcher mehr als bloß historisch interessieren; kann man eine ewige Seligkeit auf historisches Wissen gründen?" Deshalb hätte der Titel des Buches eigentlich heißen müssen: "Das wesen des Christentums oder warum Gott Mensch wurde". Damit hätte er die Haupintention des Buches zum Ausdruck gebracht: zu zeigen, was das Christentum sein muß, wenn es etwas anderes und mehr sein soll als das Griechentum, das in der Gestalt von Sokrates das Höchste darstellt, das erreicht worden ist und erreicht werden kann im Rahmen des Genus humanum oder in der Sphäre der Immanenz. Der Untertitel "warum Gott Mensch wurde" würde den Inhalt des buches angegeben haben: der Gott, der in die Geschichte eintritt, oder das Ewige, das in die Zeit eingeht. 

Das Internationale Militärtribunal von Nürnberg 1945/46
Die Reden der Hauptankläger
Neu gelesen und kommentiert und herausgegeben vom Nürnberger Menschenrechtszentrum
502 S., br., 38,00 €
978-3-86393-067-7
Die Chefankläger der vier Siegermächte haben zu Beginn und am Ende des Nürnberger Prozesses große programmatische Reden gehalten, in denen sie ihre rechtsphilosophischen Ansichten, ihre Sicht auf die Verbrechen des Nationalsozialismus und ihre Zukunftsvisionen für ein internationales Strafrecht für Verbrechen gegen den Frieden und gegen die Menschheit deutlich machten. Von diesen Reden ist diejenige des amerikanischen Anklägers Robert H. Jackson als einzige ins Bewusstsein einer breiteren Öffentlichkeit gelangt. Die Reden des britischen Anklägers Hartley Shawcross, der französischen Ankläger François de Menthon und Auguste Champetier de Ribes sowie des sowjetischen Anklägers R. A. Rudenko, sind hingegen so gut wie unbekannt geblieben. Zu Unrecht , denn in ihnen finden sich ebenfalls Gedankengänge, die für den Umgang mit der NS-Vergangenheit in den jeweiligen Ländern und weltweit bedeutsam waren, aber auch zukunftsweisend für die nationale und internationale juristische Behandlung von Staatsverbrechen. Von den vier Eröffnungsreden und den vier Schlussplädoyers werden hier je eine Rede der vier Mächte nachgedruckt und mit kommentierenden Essays begleitet. Diese Essays beleuchten zum einen historisch-kritisch die Argumentationslinien der Reden aus ihren – durchaus unterschiedlichen – Rechtsverständnissen und .zum andern verdeutlichen sie die Elemente, die im Sinne der „Nürnberger Prinzipien“ zukunftsweisend und –wirksam waren. Das Nürnberger Menschenrechtszentrum beschäftigt sich mit den Nürnberger Prozessen und allen Fragen der Weiterentwicklung des Völkerrechts.

Monika Plessner
Die Argonauten auf Long Island
152 S., br., 18,00 €
978-3-86393-069-1
Als Monika Plessner 1951 ihren späteren Mann, den Philosophen und Soziologen Helmuth Plessner, kennenlernte – mit seinem viel zitierten im Exil entstandenen Buch "Die verspätete Nation" bekam sein Name publizistische Verbreitung - tauchte sie in eine ihr bis dahin unbekannte Welt ein. Ihre Aufzeichnungen vergegenwärtigen die Welt des deutschen Exils: von Hannah Arendt bis Gershom Scholem, von Adorno bis Kracauer, von Löwith bis Horkheimer. Es ist eine intellektuelle Gemeinschaft, die einst die Weimarer Republik bestimmte. In der Nähe Sils Marias, im schweizerischen Graubünden, kamen sie wieder zusammen, die größtenteils jüdischen Emigranten, die im 20. Jahrhundert das intellektuelle Leben Deutschlands prägten. Eine Begegnung durchdrungen vom Festhalten und Wiedersuchen der Welt, aus der sie kamen – und die nicht zurückzuholen ist. Unvergessen bleibt ein Abend bei Adornos 1952, bei dem auch die Suhrkamps und Gershom Scholem eintreffen. Monika Plessner beobachtet genau, bemüht sich nicht, ihre Eindrücke nach Kriterien von Pietät und Gerechtigkeit zu ordnen, und auf diese Weise entstehen Bilder in kräftigen Farben. Das Grauen von Konzentrationslagern, Krieg und Exil schimmert durch, aber es werden nie belehrende Exerzitien. Die Distanz Plessners zu dieser Elite der fünfziger und sechziger Jahre verleiht den Erzählungen aber auch Biss, sogar Schärfe. Aus persönlichen Beobachtungen wird Zeitgeschichte. Monika Plessner, Jahrgang 1913, Studium der Kunst- und Literaturwissenschaft, war nach dem Krieg in der Erwachsenbildung tätig. In den Jahre 1952/53 Assistentin am Frankfurter Institut für Sozialforschung. Die Erstveröffentlichung ihrer Erinnerungen 1998 wurde von Thomas Karlauf betreut.

Micha Brumlik
Vernunft und Offenbarung
Religionsphilosophische Versuche.
Mit einem aktuellen Vorwort: Das neue Interesse an Religionsphilosophie
264 S., br., 19,90 €
978-3-86393-024-0
Können wir seit der Aufklärung eine universelle Moral ohne Gott denken? Lassen sich – insbesondere nach Auschwitz – Menschenrechte und Menschenwürde ohne den Rückbezug auf die jüdisch-christliche Tradition gedanklich fassen? In Auseinandersetzung mit so unterschiedlichen Denkern des 20. Jahrhunderts wie Hermann Cohen und Leo Baeck, Ernst Bloch und Herbert Mead, Hannah Arendt und Carl Schmitt geht es Micha Brumlik um den Nachweis, dass „spezifisch jüdische Motive über … den Begriff der Offenbarung hinaus einen rationellen Kern enthalten, der auch jenseits konventionell gebundenen Glaubens, wenn schon nicht zu überzeugen, so doch mindestens aufzurütteln vermag“. Brumlik sucht in seinen Essays gleichzeitig nach Traditionen und Blockaden einer universellen Moral. Seine Tiefenbohrungen nach jüdisch-christlichen Quellen philosophischen und politischen Denkens weisen so auch der Moralphilosophie neue Wege. 

Henri Bergson
Denken und schöpferisches Werden
Aufsätze und Vorträge
290 S., br., 19,90 €
978-3-86393-061-5
Bergson deutet die gesamte Wirklichkeit aus der metaphysischen Einheit des Lebens und entwirft auf dieser Grundlage eine neue
intuitive Erkenntnistheorie, Psychologie, Naturphilosophie, Ethik und Religionsphilosophie. Bergsons Einfluss reicht über die Philosophie
hinaus auf die Existenzphilosophie und die Literatur. »Denken und schöpferisches Werden« erschien zuerst 1939 auf französisch,
auf deutsch erstmals 1946. Es ist das letzte Buch Henri Bergsons, eine Bilanz seiner philosophischen Lebensarbeit, eine ausführliche Rechtfertigung seiner philosophischen Methode. Henri Bergson, geboren 1859 in Paris und dort 1941 gestorben, war französischer Philosoph polnisch-englischer Herkunft. Er lehrte als Professor am Collège de France in Paris und wurde 1914 Mitglied der Académie française. 1928 erhielt er den Nobelpreis für Literatur.


Henri Lefèbvre
Die Revolution der Städte
La Revolution urbaine
Neuausgabe mit einer Einführung von Kaus Ronneberger
224 S., br., 19,90 €
978-3-86393-057-8
Die Bedeutung Henri Lefèbvre verdankte sich einer spezifischen historischen Konstellation: In den sechziger Jahren galt der französische Philosoph im deutschsprachigen Raum zunächst als Kritiker eines rigiden Parteikommunismus. Sein Rückgriff auf die Frühschriften von Marx machte ihn anschlussfähig an eine »humanistische« Kapitalismus- und Kulturkritik, der es vor allem um die Entfremdungsproblematik ging. Vertraut mit den Thesen der Kritischen Theorie zur Kulturindustrie, ergaben sich für viele Intellektuelle Anschlussmöglichkeiten an die Reflexionen von Lefèbvre. Seine Wiederentdeckung erfolgte im Kontext des »spatial turn« und dem damit verbundenen verstärktem Interesse an räumlichen Fragestellungen. Unter Ausblendung seiner revolutionstheoretischen Ambitionen gilt Henri Lefèbvre als Vordenker einer Raumvorstellung, die zum festen Bestandteil des sozialwissenschaftlichen Wissens gehört.
Henri Lefèbvre (1901 - 1991), war Professor für Soziologie an den Universitäten von Straßburg und Nanterre. Er galt als einer der »Väter« der Pariser Studentenunruhen im Mai 1968.

Vilém Flusser
Von der Freiheit des Migranten
Einsprüche gegen den Nationalismus
142 S., br., 16,80 €
978-3-86393-041-7
»Die Migration ist eine kreative Situation«. Vilém Flussers Kommunikations- und Medienphilosophie, die nicht für Einheit, sondern für Vielfalt, nicht für »Wiedervereinigung«, sondern für vernetzte Streuung plädiert, hat hier ihren Ausgangspunkt. Flusser setzt sich mit Phänomenen des Vertriebenseins, der Migration und des Nationalismus auseinander. Mit ebenso viel Nachdrücklichkeit wie Witz und Scharfsinnigkeit legt Flusser sein Denken dar, dass auf Erfahrungen basiert, die stark in der Biographie des Kommunikationsphilosophen verwurzelt sind. Die mit Migration verbundene Freiheit formuliert Flusser in Verantwortung um. Dazu bedarf es einer neuen Denkart, zu der Vilém Flussers Texte und Schriften anregen.Vilém Flusser, geboren 1920 in Prag, war Kommunikations- und Medienphilosoph. 1940 floh er vor den Nazis nach London und wanderte nach Brasilien aus. Von 1967 bis 1972 lehrte er als Professor für Kommunikation an der Escola Superior de Cinema in São Paulo. 1972 ging er nach Europa zurück. Auf Einladung von Friedrich Kittler wurde er 1991 als Gastprofessor an die Ruhr-Universität Bochum berufen. Im selben Jahr starb er bei einem Verkehrsunfall nahe der tschechisch-deutschen Grenze.


Vilém Flusser
Jude sein
Essays, Briefe, Fiktionen. Herausgegeben von Stefan Bollmann und Edith Flusser.
Mit einem Nachwort von David Flusser
190 S., br., 19,90 €
978-3-86393-055-4
Die Texte dieses Bandes machen mit einem Aspekt Vilém Flussers vertraut, der in seinen medien- und kommunikationstheoretischen Schriften selten thematisiert wird, aber immer mitschwingt. Als jüdischer Denker wollte Flusser nie verstanden werden, dennoch ist es aufregend zu sehen, mit welcher Beharrlichkeit er immer wieder auf dieses Thema zu sprechen kommt.Aufgrund des autobiografischen Charakters kann dieses Buch vielleicht sein persönlichstes genannt werden. Vilém Flusser, geboren 1920 in Prag, war Kommunikations- und Medienphilosoph.1940 floh er vor den Nazis nach London und wanderte nach Brasilien aus.Von 1967 bis 1972 lehrte er als Professor für Kommunikation an der Escola Superior de Cinema in São Paulo. 1972 ging er nach Europa zurück. Auf Einladung von Friedrich Kittler wurde er 1991 als Gastprofessor an die Ruhr-Universität Bochum berufen. Im selben Jahr starb er bei einem Verkehrsunfall nahe der tschechischdeutschen Grenze.


Zygmunt Bauman
Dialektik der Ordnung
Die Moderne und der Holocaust
253 S., br., 19,80 €
978-3-86393-031-8
Der Holocaust wurde inmitten der modernen Gesellschaft konzipiert und durchgeführt, in einer hochentwickelten Zivilisation und im Umfeld außergewöhnlicher kultureller Leistungen; er muss daher als Problem dieser Gesellschaft, Zivilisation und Kultur betrachtet werden. 

Daniel C. Dennett
Ellenbogenfreiheit
Die erstrebenswerten Formen freien Willens. Neuausgabe mit einer Einleitung von Daniel C. Dennett
256 S., br., 19,90 €
978-3-86393-062-2
Daniel C. Dennett hat mit seinem international sehr beachteten Buch „Ellenbogenfreiheit“ einen originellen Vorschlag zur Frage erbracht, wie man unsere Intuition über Freiheit, Rationalität und Verantwortung mit dem Bild von einer deterministischen Welt in Einklang bringen könne. Nach Dennett ist das für all jene Intuitionen möglich, an denen uns für unser Selbstverständnis wirklich gelegen sein muss. Und dass es sich dort, wo keine Vereinbarkeit möglich erscheint, immer um ein Überbleibsel einer unhaltbaren philosophischen
Theorie handelt. Die Debatte selbst hinterfragt Dennett, indem er die entscheidende Frage reflektiert, warum uns am freien Willen so viel gelegen ist. Ein aktuelles Vorwort von Daniel C. Dennett ist der Neuausgabe vorangestellt, und als neuer Beitrag zum Thema sein anlässlich der Verleihung des Erasmus Preises 2012 verfasster Essay Erasmus: Sometimes a Spin Doctor is Right“
Daniel Clement Dennett, geboren 1942 in Boston, US-amerikanischer Philosoph und einer der führenden Vertreter in der Philosophie des Geistes. Heute ist er Professor für Philosophie und Direktor des Zentrums für Kognitionswissenschaft an der Tufts University. 2001 wurde er mit dem Jean-Nicod-Preis ausgezeichnet, 2007 mit dem Richard-Dawkins-Award der AAI, 2012 erhielt er den Erasmuspreis.


Pierre Bourdieu / Luc Boltanski  / Robert Castel  / Jean-Claude Chamboredon
/ Gerard Lagneau  / Dominique Schnapper
Eine illegitime Kunst
Die sozialen Gebrauchsweisen der Fotografie
334 S., br., 24,00 €
978-3-86393-050-9
Eine illegitime Kunst nennen Bourdieu und seine Mitarbeiter die Fotografie. In der Tat gilt sie als Zwitter: als Alltagshandlung mit dem Anspruch einer Kunstanstrengung. Welchen Zwecken gehorcht die Fotografie? Sind Fotografien Bilder in dem strengen Sinne, mit dem dieses Wort in aller Regel ausgestattet wird? Und welche stillschweigenden oder ausdrücklichen Vorsätze steuern den technischen Apparat, wenn ein Foto »geschossen« wird? In diesem Buch wird die Fotografie unter dem Gesichtspunkt ihres Gebrauchswertes untersucht. Denn es ist, wie Bourdieu sagt, der Gebrauch, der ihre Bedeutung konstituiert, eine soziale Bedeutung. Dies erklärt sowohl die Verbreitung des Mediums als auch die Uniformität der Bildmotive. Und es erklärt den besonderen Status des Fotografierens innerhalb der kulturellen Alltagstätigkeiten es signalisiert eine kodifizierte Verhaltensweise, die den Anspruch erhebt, Kunst zu sein.
Pierre Bourdieu (eigentlich Pierre-Félix Bourdieu; 1. August 1930 in Denguin, Pyrénées-Atlantiques; 23. Januar 2002 in Paris) war einer der bekanntesten Soziologen des 20. Jahrhunderts. Er studierte Philosophie in Paris an der École Normale Supérieure und arbeitete als Lehrer. Seit 1981 hatte Bourdieu einen Lehrstuhl am Collège de France. Im Jahre 1993 wurde er mit der "Médaille d'or du Centre National de la Recherche Scientifique" (CNRS) ausgezeichnet. Pierre Bourdieus soziologische Forschungen, zumeist im Alltagsleben verwurzelt, waren vorwiegend empirisch orientiert. Er war bekannt als politisch interessierter und aktiver Intellektueller, der sich gegen die herrschende Elite und den Neoliberalismus wandte.Luc Boltanski wurde 1940 als Kind eines jüdischen Arztes und einer katholischen Mutter in Paris geboren. Zunächst Schüler von Pierre Bourdieu, etablierte er dann eine eigene Soziologie der Kritik. 1984 gründete er die Groupe de Sociologie Politique et Morale an der École des Hautes Études en Sciences Sociales in Paris.


Gilles Deleuze
Nietzsche und die Philosophie
250 S., br., 28,00 €
978-3-86393-040-0
Was Gilles Deleuze an Nietzsche fasziniert, ist die bis zur Selbstvernichtung des eigenen Intellekts reichende Radikalität, mit der Nietzsche überlieferte philosophische Positionen infrage stellt und mit der er die Begriffe von Wahrheit, Subjekt und Identität destruiert. Deleuze geht es um Nietzsches Kritik an einer mit Fortschrittskategorien operierenden Geschichtsphilosophie im Sinne Hegels ebenso wie um die von ihm praktizierte - und gelebte - Missachtung der Grenze zwischen Wahnsinn und Vernunft. Gilles Deleuze, 1925 bis 1995, ist einer der bekanntesten Vertreter der Gegenwartsphilosophie. Deleuze verfasste zahlreiche Schriften über Philosophie, Literatur, Film und Kunst. Neben der vorliegenden Studie über Nietzsche zählen zu seinen Hauptwerken: Differenz und Wiederholung (1968), Logik des Sinns (1969), Anti-Ödipus (1972) und Tausend Plateaus (1980). Die beiden letztgenannten Werke hat er zusammen mit Félix Guattari verfasst.


Edmund Husserl
Die Krisis des europäischen Menschentums und die Philosophie
Mit einer Einführung von Bernhard Waldenfels
78 S., br., 9,90 €
978-3-86393-017-2
Husserl geht es auch in diesem 1935 gehaltenen Vortrag um das große Thema der Legitimation der Geisteswissenschaften gegenüber den Naturwissenschaften. Doch das zieht heute gewiss weniger Aufmerksamkeit auf sich als die emphatisch bemühte Vorstellung einer spezifisch europäischen Vernunft, deren Funktion universalistisch ist und die aus Europa kein geographisch definiertes Gebilde macht, sondern ein solches des Geistes. »Die Krise des europäischen Daseins hat nur zwei Auswege: Den Untergang Europas in der Entfremdung gegen seinen eigenen rationalen Lebenssinn, den Verfall in Geistfeindschaft und Barbarei, oder die Wiedergeburt Europas aus dem Geiste der Philosophie durch einen den Naturalismus endgültig überwindenden Heroismus der Vernunft.« Edmund Husserl, geboren 1859 in Mähren, gestorben 1938 in Freiburg im Breisgau, Philosoph und Mathematiker, Begründer der Phänomenologie und einer der einflussreichsten Denker des 20. Jahrhunderts.

Thomas Nagel
Letzte Fragen. Mortal Questions
400 S., br., 28,00 €
978-3-86393-015-8
Vierzehn brillante Essays über existentielle Themen wie Tod, das Absurde, moralische Kontingenz, Gleichheit oder das Subjektive und Objektive, dazu brisante Fragen der öffentlichen Moral bilden ein Panorama ethischer, metaphysischer und erkenntnistheoretischer Positionen. Diese thematische und strukturelle Variationsbreite ist bezeichnend für Nagels OEuvre. Thomas Nagel, geboren 1937, Philosophieprofessor an der New York University School of Law. Zuvor Lehrtätigkeiten in Princeton und Berkeley, gehört zu den bedeutendsten lebenden Philosophen der Vereinigten Staaten. Seine Forschungsschwerpunkte liegen in der Philosophie des Geistes, Ethik und politischen Philosophie.

Jakob von Uexküll
Das sind wir unsern Kindern schuldig
116 S., br., 16,90 €
978-3-86393-007-3
Jakob von Uexküll, Gründer des 'Alternativen Nobelpreises' und Initiator des 'World Future Councils' legt hier die Grundlagen seines Denkens und aktiven Handelns dar. Dabei geht er von der Erkenntnis aus, dass dem ökonomischen Wachstum natürliche Grenzen gesetzt sind: Wir können die Welt nicht endlos ausbeuten, ohne die Grundlagen unserer Zukunft selbst zu zerstören. Als einer der schärfsten Kritiker der als Globalisierung bekannten Konzentrations- und Vereinheitlichungsprozesse setzt sich von Uexküll mit all seinen Tätigkeiten dafür ein, dass sich der globale Wandel fair und nachhaltig gestaltet. Dafür sucht er weltweit Dialog- und Kooperationspartner. Jakob von Uexküll, aufgewachsen in Schweden und Hamburg, studierte Philosophie, Politik und Ökonomie in Oxford. 1980 gründete er die Right Livelihood Foundation und den als »Alternativen Nobelpreis« bekannten RIGHT LIVELIHOOD AWARD, der praktische Lösungen und Projekte der Hoffnung auf dem Weg zu einer besseren Welt fördert. Er ist der Initiator des World Future Council.

Henri Bergson
Zeit und Freiheit
189 S., br., 16,90 €
978-3-86393-020-2
Bergson deutet die gesamte Wirklichkeit aus der metaphysischen Einheit des Lebens und entwirft auf dieser Grundlage eine intuitive Erkenntnistheorie, Psychologie, Natur-philosophie, Ethik und Religionsphilosophie. Bergsons Einfluss reicht über die Philosophie hinaus bis zur Existenzphilosophie und der Literatur u.a. Marcel Prousts. Henri Bergson wurde 1859 in Paris geboren und starb dort 1941, französischer Philosoph polnisch-englischer Herkunft. Bergson war Professor am Collège de France und wurde 1914 Mitglied der Académie française. 1928 erhielt er den Nobelpreis für Literatur



Roger Behrens
Postmoderne
96 S., br., 12,80 €
978-3-86393-047-9
Kaum ein Begriff aus der Wissenschaft hat eine solche Popularität erlangt, wie der der Postmoderne. Doch was bedeutet er genau? Am Anfang stand die Krise der Moderne: das 20. Jahrhundert mit seinen Kriegen, Revolutionen, totalitären Großentwürfen. Fortschrittsglaube und westlicher Überlegenheitsanspruch waren danach nicht mehr denkbar. Die Theorien der Postmoderne spiegeln den Zustand der modernen Welt: individualisierte Lebensläufe, globale Kommunikation, Demokratisierung. Zielsicher und theorieerfahren zeigt Roger Behrens Ursprünge und Verzweigungen des postmodernen Projekts und erschließt es damit für alle Leser, die in diesem spannenden Feld Klarheit und Übersicht wünschen. Roger Behrens, Autor und Lehrbeauftragter u. a. der Leuphana Universität Lüneburg und Universität Hamburg. Zahlreiche Buchpublikationen zur kritischen Theorie der Gesellschaft, Ästhetik und Kulturphilosophie.


Theodor W. Adorno  / Max Horkheimer
Soziologische Exkurse
182 S., br., 24,80 €
978-3-86393-039-4
Die "soziologischen Exkurse", eine Kollektivarbeit des Frankfurter Instituts für Sozialforschung , das von Theodor W. Adorno und Max Horkheimer geleitet wurde, waren seit ihrem ersten Erscheinen 1956 für Soziologen, Sozialpsychologen, Philosophen, Politologen und Pädagogen der erste Einstieg in jenes Denken, das seine Wissenschaft als kritische Theorie  von der Gesellschaft begreift.  Die anfänglich  „schwierig“ wirkende Denkweise ist im Laufe der Zeit zu einem grundlegenden  Bestandteil des allgemeinen politischen Bewusstseins geworden und an dieser Entwicklung haben die „Exkurse“ ihren Anteil. Sie gehören heute zu den wichtigsten Grundlagentexten einer kritischen Gesellschaftswissenschaft.


Arno Münster
Ernst Bloch
Eine politische Biographie
442 S., br., 39,90 €
978-3-86393-036-3
Ernst Bloch (1885-1977) hat mit seinem philosophischen Werk eine erstaunliche gesellschaftliche Wirkung entfaltet. Im Wesentlichen marxistisch und humanistisch geprägt verarbeitet sein Denken den Einfluss der jüdisch-christlichen Tradition. In seinem Hauptwerk »Das Prinzip Hoffnung« entwickelt er die Utopie einer humaneren Gesellschaft, in deren Zentrum der Mensch und seine Fähigkeit, über das Gegebene hinaus zu denken, steht. Die vor dem ersten Erscheinen heftig diskutierte Biographie Arno Münsters macht den Kontext eines der einflussreichsten Werke des 20. Jahrhunderts zugänglich. Materialreich und detailgenau schildert er Leben und Werk des Philosophen Ernst Bloch, der nicht nur Verfasser einer monumentalen, metaphysischen Enzyklopädie, sondern auch ein wichtiger Begleiter der Studentenbewegung war und der lateinamerikanischen Befreiungstheologie viele Impulse gegeben hat. Arno Münster, geboren 1942, studierte Philosophie und Romanistik und habilitierte 1982 mit einer Arbeit zu Ernst Bloch. Seit 1994 lehrt Münster deutsche Philosophiegeschichte an der Universität Amiens. Zahlreiche Veröffentlichungen zum deutschen Idealismus, der Kritischen Theorie (Benjamin, Habermas) und Ernst Bloch.


Walter Privitera
Stilprobleme
Zur Epistemologie Michel Foucaults
160 S., br., 34,00 €
978-3-86393-028-8
Der Denkweg von Michel Foucault ist in den verschiedenen aufeinander folgenden Phasen seines Werkes von thematischen Verschiebungen und Brüchen geprägt. Privitera legt in seiner Untersuchung einige Motive der Philosophie Gaston Bachelards als Leitfaden für die Interpretation der gesamten Denkentwicklung Foucaults zugrunde und gelangt auf diese Weise zu einem einheitlichen Verständnis der Foucaultschen Theorie.


Werner Renz
Fritz Bauer und das Versagen der Justiz
»Nazi-Prozesse« und ihre »Tragödie«
200 S., br., 18,00 €
978-3-86393-068-4
Von der »Tragödie« der bundesdeutschen Verfahren gegen nationalsozialistische Gewaltverbrecher schreibt Fritz Bauer im März 1966 in einem Brief an seinen Freund Thomas Harlan. Bauer blickte voller Resignation und Bitterkeit insbesondere auf zwei Prozesse zurück, die vor dem Landgericht Frankfurt am Main verhandelt worden waren. Da war zum einen der Auschwitz-Prozess, mit dem Bauer gemeinhin in einem Atemzug genannt wird. Da war zum anderen das skandalöse Urteil im Verfahren gegen die beiden Mitarbeiter Adolf Eichmanns, Hermann Krumey und Otto Hunsche, die im Sommer 1944 zusammen mit dem »Spediteur des Todes« 438.000 Juden aus Ungarn nach Auschwitz deportiert hatten. Warum sprach Bauer im Rückblick auf die NS-Prozesse von ihrer »Tragödie«? Hatten die Verfahren nicht geleistet, worum es Bauer in den Prozessen gegen Nazi-Verbrecher vorrangig und erklärtermaßen ging? Heute noch stehen Angehörige des Auschwitz-Personals vor Gericht. Die späten Prozesse gegen Greise sind ein untrügliches Zeichen für das Versagen der deutschen Strafjustiz bei der rechtlichen Aufarbeitung der NS-Vergangenheit. Werner Renz, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Fritz Bauer Institut und Redakteur der EINSICHT. Bulletin des Fritz Bauer Instituts, legt hier Bauers Vorstellungen vom Sinn und Zweck der NS-Prozesse dar und analysiert die Vorgeschichte und Verlauf des Frankfurter Auschwitz-Prozesses (1963–1965)

Thomas Gnielka
Als Kindersoldat in Auschwitz
Die Geschichte einer Klasse.
Romanfragment mit einer Dokumentation
184 S., br., 19,90 €
978-3-86393-058-5
Thomas Gnielka ist 15 Jahre alt, als er 1944 zusammen mit seinen Schulkameraden vom Berliner Kant-Gymnasium zum Kriegsdienst eingezogen wird. Nach einer Kurzausbildung werden diese Jungen nach Auschwitz-Birkenau geschickt, um Häftlinge beim Bau von Schutzwällen für die Anlagen der IG Farben zu bewachen. Hier erleben die Kindersoldaten, wie man sie heute nennen würde, das Kriegsende. Traumatisiert können sie ihr Leben lang das Erlebte nicht vergessen.  Thomas Gnielka verarbeitet nach dem Kriege das Grauen des Gesehenen und Erlebten zu einer Erzählung, die er unter anderem 1952 bei der Gruppe 47 vorträgt. Das Trauma Auschwitz bleibt sein Thema auch als Journalist der Frankfurter Rundschau. So deckt er den skandalösen Umgang der Wiesbadener Behörde für Wiedergutmachung auf. Und er leitet Aktenblätter, die er von einem Auschwitzüberlebenden, die dieser in den Wirren der Flucht an sich genommen hatte, an den Generalstaatsanwalt Bauer weiter. Sie enthalten Namenslisten des Lagerkommandanten Höß über »Erschießungen auf der Flucht«: Ein wichtiger Baustein für den Frankfurter Generalstaatsanwalt Bauer zur Eröffnung des ersten Auschwitzprozesses.  Die »Geschichte einer Klasse« ist die literarische Verarbeitung der letzten Kriegsmonate und der bestürzend authentische Bericht eines Heranwachsenden in dieser Zeit. Thomas Gnielka starb 1965. Sein Freund Heinrich Böll sprach die letzten Worte.  Die Vorgeschichte des ersten Auschwitzprozesses wurde jetzt verfilmt. Die Bundesbürger lehnten im beginnenden Wirtschaftswunder den Prozess vehement ab und wollten die Verbrechen leugnen. Der Spielfilm »Im Labyrinth« setzte den Protagonisten des Prozesses und auch dem Journalisten Thomas Gnielka ein Denkmal. Thomas Gnielka wurde 1928 in Berlin geboren. Seine ganze Klasse des dortigen Kant-Gymnasiums wurde im Sommer 1944 als Luftwaffenhelfer nach Auschwitz geschickt. Nach dem Krieg arbeitete er als politischer Journalist - davon viele Jahre bei der Frankfurter Rundschau. Er starb 36-jährig an Krebs.
Verfilmt 2014 als "Labyrinth des Schweigens" für zahlreiche Filmpreis nominiert. http://imlabyrinth-film.de/

Auschwitz
Zeugnisse und Berichte.
Mit einer Einführung zur 6. Auflage von Katharina Stengel
Herausgegeben von H. G. Adler, Hermann Langbein und Ella Lingens-Reiner
310 S., br., 24,80 €
978-3-86393-060-8
Die von den Herausgebern erstmals Anfang der 1960er Jahre zusammengestellten »Zeugnisse und Berichte aus Auschwitz« – eine Sammlung von Berichten ehemaliger Häftlinge, einschließlich einiger Zeugnisse der SS-Bewacher und des Schreibtischtäters Eichmann – stellen nach wie vor eine der umfassendsten Dokumentationen der Wirklichkeit im größten nationalsozialistischen Konzentrations- und Vernichtungslager dar. So werden die zermürbende Arbeit, der Kampf ums erbärmliche Überleben, die Grausamkeit der Capos, Folter und Tod sowie die Vernichtung der jüdischen Deportierten in Auschwitz-Birkenau dokumentiert. Es gibt aber auch Zeugnisse von Widerstand und Selbstbehauptung in dem von der SS grausam beherrschten Lager. Katharina Stengel beschreibt in ihrer Einführung zur Neuausgabe die Hintergründe und die schwierige Entstehungsgeschichte der Publikation sowie die Bedeutung, die dieser Dokumentation zukommt. 

Bernd Naumann
Der Auschwitz-Prozess
Bericht über die Strafsache gegen Mulka u. a. vor dem Schwurgericht Frankfurt am Main 1963-1965.
Aktualisierte Neuausgabe mit einem Vorwort von Werner Renz
342 S., br., 24,00 €
978-3-86393-049-3
Der Frankfurter »Auschwitz-Prozess« ist ein Stück Zeitgeschichte geworden. Einige von vielen, welche die perfekteste Todesmaschine funktionieren ließen, standen in Frankfurt vor Gericht. Die Prozessberichte von Bernd Naumann schildern die richterlichen Bemühungen, keine Abrechnung über die Vergangenheit Deutschlands zu halten, sondern angesichts von nachweisbarer Schuld allein dem Gesetz Genüge zu tun. Der Verfasser gibt allein den Prozessverlauf wieder, wie er sich in den Aussagen der Zeugen und Angeklagten spiegelt. Die Konsequenzen, die außerhalb des Strafgesetzes liegen, hat der Leser selbst zu ziehen. Bernd Naumann (1922-1971) gehörte zur Redaktion der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, in deren Auftrag er 20 Monate lang über den „Auschwitz-Prozess“ berichtete.

Ernst Fraenkel
Der Doppelstaat
314 S., br., 28,00 €
978-3-86393-019-6
Ernst Fraenkels 'Doppelstaat' ist ein Standardwerk über die Politik, die Justiz und das Recht im Nationalsozialismus. Fraenkels These ist, dass im Nationalsozialismus zwei Formen der Herrschaft nebeneinander bestehen: Im „Normenstaat“ gelten die bisherigen Rechtsvorschriften in dem Umfang weiter, wie es zur Funktionsfähigkeit des fortexistierenden kapitalistischen Wirtschaftssystems erforderlich ist. Im „Maßnahmenstaat“ wird nicht nach rechtlichen Regeln, sondern nach Kriterien politischer Opportunität entschieden, um die Herrschaft des Regimes zu sichern und um seine spezifischen Ziele - wie die Judenverfolgung - durchzusetzen. Im Zweifel entscheidet der Maßnahmenstaat nach seinem Interesse, ob eine Angelegenheit nach den Regeln des Normenstaates oder nach den Bedürfnissen des Maßnahmenstaates behandelt wird. Das Buch fand seit Mitte der siebziger Jahre in der wissenschaftlichen Literatur und der Publizistik eine breite Resonanz. Der „Doppelstaat“ erreichte den Rang eines Klassikers. Ernst Fraenkel (1898-1975), war von 1927 bis zu seiner Flucht aus Berlin 1938 als Anwalt tätig. In der Zeit des Nationalsozialismus hielt Fraenkel Verbindungen zu mehreren Widerstandsgruppen. 1941 veröffentlichte Fraenkel das Buch „Der Doppelstaat“, in dem er das politische System des NS-Staates analysierte. Dieser war nach seinen Ausführungen gleichzeitig „Normenstaat“, der das Weiterfunktionieren des kapitalistischen Wirtschaftssystems für den vom Regime nicht verfolgten Teil der Bevölkerung sicherstellte, und „Maßnahmenstaat“, der mit Rechtsvorschriften, und mit blanker Willkür gegen die als Feinde des nationalsozialistischen Staates definierten Bevölkerungsgruppen vorging. Nach verschiedenen Tätigkeiten in den USA und bei der amerikanischen Militärregierung in Korea kehrte Fraenkel in die Bundesrepublik zurück und lehrte seit 1951 Politikwissenschaft am späteren Otto-Suhr-Institut der Freien Universität Berlin.


Emily Ruete
Leben im Sultanspalast
Emily Ruete geb. Prinzesssin Salme von Oman und Sansibar.
Memoiren aus dem 19. Jahrhundert
288 S., geb., 24,90 €
978-3-86393-043-1
Salme, die Tochter des Sultans von Oman und Sansibar und einer tscherkessischen Sklavin, verließ 1866 heimlich die Insel Sansibar, um den Hamburger Kaufmann Heinrich Ruete zu heiraten, dem sie in seine Heimat folgte. Als 1886 ihre Memoiren erschienen, erregte das Buch große Aufmerksamkeit und wurde sogleich in mehrere Sprachen übersetzt. Salme erzählt vom exotischen und turbulenten Alltag in Sultanspalast und Harem, schildert die Intrigen im Palast, wobei deutlich wird, welche Folgen diese Vorgänge für das Sultanat im Kontext der aggressiven Kolonialpolitik Bismarcks und Englands hatten. Kein zeitgenössisches Kolonialarchiv, keine Dokumentation könnte jene Verhältnisse und Ereignisse erhellen, die Emily Ruete, geborene Salme, Prinzessin von Oman und Sansibar, dem Leser hier zugänglich macht.Zu Lebzeiten von ihrer Verwandtschaft verstoßen,ist Emily Ruete heute im Palastmuseumin Sansibar ein Raum zu ihrem Andenken gewidmet, sie selber liegt auf dem Ohlsdorfer Friedhof in Hamburg begraben. Das Gefühl der Heimatlosigkeit aber und ihre Sehnsucht nach der Heimat blieben, so zeigen uns diese bewegenden Memoiren, bis zu ihrem Tod schmerzhaft.


Peter Iden
Der verbrannte Schmetterling
Wege des Theaters in die Wirklichkeit
432 S., br., 19,90 €
978-3-86393-044-8
"Ein Datum in der Geschichte des deutschen Theaters", so bezeichnet Peter Iden am 2. April 1969 Peter Steins Inszenierung des Tasso' in Bremen. Nach dem Eindruck zunehmender Bedeutungslosigkeit des Theaters scheinen sich hier neue Wege zu öffnen zu einer sprach- und formbewussten dramatischen Kunst, die dabei die realen politischen und gesellschaftlichen Verhältnisse nicht aus dem Blick verliert. Wie kein anderer hat der Frankfurter Theater- und Kunstkritiker Peter Iden die ästhetische Äußerung des Theaters stets nach deren Wirklichkeitsangebot befragt und in dieser Verschränkung das Fundament der dramatischen Kunst gesehen. Der Band trifft eine Auswahl aus den Theaterkritiken, die Peter Iden seit den frühen sechziger Jahren bis heute für die "Frankfurter Rundschau" geschrieben hat, und zeigt die ganze Bandbreite seines kritischen Schaffens: Von der Analyse klassischer und junger experimenteller Stücke auf den großen Bühnen über persönliche Porträts von Dramatikern, Schauspielern und Regisseuren bis hin zum Nachdenken über Fassbinders Frankfurter Skandal, den Sinn von Happenings und freien Ensembles, Arbeitsbedingungen am Theater oder Gewalt auf der Bühne. Chronologisch geordnet, mit einigen Schwerpunkten und speziellen Autorenporträts wie Samuel Beckett, Peter Handke, Botho Strauß und Thomas Bernhard, bilden diese Kritiken eine ganz persönliche Geschichte des deutschsprachigen Nachkriegstheaters und dokumentieren gleichzeitig das Lebenswerk einer der großen Theaterkritiker unserer Zeit. Der Band ist mit einer ausführlichen Einleitung und mit einem Register versehen und enthält zahlreiche Abbildungen aus den besprochenen Aufführungen.

Constantin Floros
Anton Bruckner
Persönlichkeit und Werk
304 S., br., 39,90 €
978-3-86393-027-1
Anton Bruckner war zu Lebzeiten verkannt und umstritten. Heute gilt er als der bedeutendste Symphoniker nach Beethoven und vor Gustav Mahler, was die Originalität, Kühnheit und Monumentalität seiner Musik angeht. Das Bild des Menschen Anton Bruckner dagegen ist immer noch ein geradezu extremes Beispiel für die Macht der Vorurteile. Von keinem Geringeren als Gustav Mahler stammt das viel und gern zitierte Apercu: "Bruckner, ein einfältiger Mensch - halb Genie, halb Trottel". Der Bruckner-Experte Constantin Floros will das mit seinem Buch zurechtrücken. Seine These ist, das, anders als bisher behauptet, zwischen Persönlichkeit und Werk Bruckners eine enge Beziehung herrscht. Im mittelpunkt stehen daher existentielle Probleme: die Angst vor "Rivalen" wie Johannes Brahms und einer feindlichen Öffentlichkeit, das gestörte Verhältnis zu Frauen, Einsamkeit und "Sympathie mit dem Tod", die Vorstellung, durch sein Werk einem höheren Ziel zu dienen, von Musik als religiösem Bekenntnis. Wie Bruckner selbst zu seinem Werk stand, zeigt sein berührender Ausspruch: "Ich glaub, wenn's beim jüngsten Gericht schief ging, möcht ich dem Herrgott die Partitur vom Te Deum hinhalten und sagen: 'Schau, das hab ich ganz allein für dich gemacht', nachher würd ich schon durchrutschen". Constantin Floros, geboren 1930 in Saloniki, bis 1995 Professor für Musikwissenschaft an der Universität Hamburg. Mitglied der Akademie der Wissenschaften in Erfurt, Präsident der Gustav-Mahler Vereinigung. Zahlreiche Veröffentlichungen, u.a. über Mozart, Bruckner, Mahler, Brahms und Alban Berg.



Siglinde Hohenstein
Diether Ritzert (1927 - 1987)
ein moderner Mystiker
Porträtzeichnungen Text- und Bildband
671 S., geb., 78,00 €
978-3-86393-037-0
Der Maler und Grafiker Diether Ritzert (1927-1987) schuf annähernd 6000 Werke darunter weit über 1000 Porträtzeichnungen. Als Herausgeberin des Gesamtwerks hat die Kunsthistorikerin Siglinde Hohenstein für diesen Text- und Bildband 120 Porträts vorwiegend in zeitlicher Folge ausgewählt (u.a. die in der Villa Massimo entstandenen  Porträts des Schriftstellers Uwe Johnson). Ihre Beschreibung und Interpretation eröffnet neue Zugänge  und die Möglichkeit für ein vertieftes Verständnis. Es spiegelt sich in ihnen die Suche nach Wahrheit wider, die in der ästhetischen Dimension Gestalt gewinnt. Untrennbar  mit seinem Lebenslauf  verwoben,  bietet  dieser umfangreiche Katalog eine biografische Ikonografie des Künstlers. Siglinde Hohenstein, * 1926. Studium der Philosophie, Kunstgeschichte und Archäologie, Promotion 1956. Tätig u. a. in Mainz als Custodin am Gutenberg-Museum, Lehrauftrag für Kunst- und Kulturgeschichte an der Fachhochschule. Zahlreiche Veröffentlichungen, u. a. Jiri Kolar - unterwegs ins Paradies, Otto Arpke (1886 - 1943) - Werk und Wirkung, Friedrich Justin Bertuch (1747 - 1822) - bewundert, beneidet, umstritten.


Emma Bonino
Freiheit verpflichtet
Gespräche mit Giovanna Casadio
208 S., br., 19,90 €
978-3-86393-054-7
Die italienische Politikerin Emma Bonino ist Italiens bekannteste Bürger- und Frauenrechtlerin. Die frühere Außenministerin Italiens und Europakommissarin äußert sich in diesem Band über ihr politisches Engagement, über ihren Einsatz für neue Gestaltungsspielräume und zu Fragen der Demokratie und Rechtsstaatlichkeit. Als Vertreterin des Konzepts einer federation light für die Vereinigten Staaten von Europa setzt sie sich für eine europäische Identität jenseits nationalstaatlicher Interessen ein. Im Zentrum ihres politischen Engagements steht der Kampf für die Rechte der Frauen und für die Freiheit, die es als höchstes Gut der Zivilgesellschaft zu bewahren gilt. Daniel Cohn-Bendit würdigt in einem Nachwort die Ausnahmepolitikerin La Bonino. Emma Bonino war ab 1976 Parlamentsabgeordnete für den Partito Radicale und ab 1979 Europaabgeordnete. Von 1995 bis 1999 war sie EU-Kommissarin. Nach ihrem Ausscheiden aus der EU-Kommission wurde eine Kampagne „Emma for President“ durchgeführt, die ihre Wahl zur Staatspräsidentin Italiens zum Ziel hatte. 2004 wurde sie erneut EU-Abgeordnete. Von 2006 bis 2008 war sie Handels- und Europaministerin im zweiten Kabinett von Romano Prodi und ab 2008 Vizepräsidentin des Italienischen Senats. 2013/14 war sie italienische Außenministerin.

Zygmunt Bauman
Europa
Ein unvollendetes Abenteuer
Als Nachwort eine Laudatio von Ulrich Beck
216 S., br., 22,00 €
978-3-86393-059-2
Zygmunt Bauman tritt in seinem in viele Sprachen übersetzten großen Essay »Europa« den Beweis an, dass Europa im Umgang mit den Herausforderungen des einundzwanzigsten Jahrhunderts nach wie vor viel zu bieten hat. Mit seinen schwer erkämpften historischen Lektionen könne es eine wichtige Rolle spielen beim Wechsel von einer Hobbes‘schen Welt, in der jeder des anderen Feind ist, zu der Art von friedlichem Miteinander der Menschheit, die Kant vorschwebte. Zygmunt Bauman, geboren 1925 in Posen. Professor für Soziologie an den Universitäten Warschau (bis 1968), Tel Aviv (bis 1971) und Leeds (bis 1999).

Radek Sikorski
Das polnische Haus
Die Geschichte meines Landes
392 S., br., 24,80 €
978-3-86393-053-0
Im englischen Exil wird für Radek Sikorski das "dwór", das traditionelle Gutshaus des polnischen Landadels, zum Inbegriff von Geborgenheit, von Zugehörigkeit und kultureller Identität. 1989, nach dem Sieg der Solidarność und dem Ende der Diktatur des Generals Jaruzelski zurück in Polen, findet Sikorski tatsächlich ein solches Landhaus. Die Restaurierung und Wiedererrichtung des verfallenen Hauses, dessen Fundamente ins 14. Jahrhundert zurückreichen, wird unversehens zu einer spannenden, abenteuerlichen Entdeckungsreise: Schicht für Schicht offenbart sich ihm mit der Geschichte des Hauses die des eigenen Landes und zugleich die eigene Familiengeschichte: Ein Wegweiser durch die wechselvollen, heroischen und tragischen Kapitel einer Geschichte, die zu einem langen und großen Teil auch eine deutsche ist. REZENSION


Stasi auf dem Schulhof
Der Missbrauch von Kindern und Jugendlichen durch das Ministerium für Staatssicherheit
305 S.,  Abb., br., 19,90 €
978-3-86393-023-3
Rund sechs Prozent der 173 000 inoffiziellen Mitarbeiter des Ministeriums für Staatssicherheit waren im Jahr 1989 unter 18 Jahre alt. Sie wurden zur Bespitzelung ihrer Mitschüler und Freunde und zur Überwachung von deren Freizeitaktivitäten eingesetzt. Das Buch präsentiert neben Analysen des Überwachungsapparats auch eine Fülle von Falldarstellungen ehemaliger minderjähriger Stasimitarbeiter und ihrer Opfer. Bis in die jüngste Vergangenheit sind immer wieder neue Fälle bekannt geworden, die als Täter oder Opfer der geheimdienstlichen „Bearbeitung“ der DDR-Jugend unterworfen waren. Die Schädigungen, die ihnen in der Jugend zugefügt wurden, wirken langfristig nach. Die Beiträge in diesem Buch werfen Licht auf ein dunkles Kapitel der jüngsten deutschen Geschichte. Zweite, erweiterte und verbesserte Auflage mit dem Original-Vorwort von Joachim Gauck und zusätzlichen Texten von Jürgen Fuchs und Herta Müller.

Zersetzung der Seele
Psychologie und Psychiatrie im Dienste der Stasi
328 S., br., 24,00 €
978-3-86393-045-5
Überall auf der Welt setzen Diktaturen und ihre Geheimdienste Sozialtechniken und psychologisches Wissen gegen politische Gegner ein. Mit Hilfe der psychologischen Kriegsführung im Innern, deren Repertoire auch Zwangseinweisung von Andersdenkenden in psychiatrische Kliniken umfasst, soll der Kampf um die Seele gewonnen werden. Das Ministerium für Staatssicherheit (MfS) der DDR bildet da keine Ausnahme. Die »Operative Psychologie« der Stasi unterlag strikter Geheimhaltung und diente eindeutigen politischen Zwecken: Eignungs- und Leistungsdiagnostik für Leistungskader und IMs, Überwachung der politischen Zuverlässigkeit und Motivation von Mitarbeitern, Einschätzung von bespitzelten Personen und ihres sozialen Umfeldes, verbesserte Schulungs- und Vernehmungstechniken. Mit Hilfe der »Operativen Psychologie« betrieb das MfS sowohl die gezielte Anwerbung und »Stabilisierung« von Mitarbeitern als auch die systematische »Zersetzung« der Opposition.


Michael Koglin
Zu Fuß durch das jüdische Hamburg
204 S., Abb., br., 19,90 €
978-3-86393-026-4
Tagtäglich fahren hunderte von Autos über den Hamburger Ballindamm. Doch welcher Fahrer weiß, nach wem die Straße benannt wurde? Die Oberstraße 120, früher ein Tempel, ist heute ein Gebäude des Norddeutschen Rundfunks, in der Rutschbahn 11a am Grindel steht ein Gewerbebau, in der Simon-von-Utrecht-Straße auf St. Pauli erstreckt sich ein Gebäude der Sozialbehörde. Sie alle haben eine Geschichte: Juden haben sie erbaut und in ihnen gelebt. In der Rutschbahn befand sich ein jüdisches Lehrhaus „die alte und neue Klaus“ und in der Simon-von-Utrecht-Straße das von Salomon Heine gestiftete neue israelitische Krankenhaus. Jedem der Häuser, 15 insgesamt, hat Michael Koglin ein Kapitel gewidmet. Er erzählt ihre Geschichte und die ihrer Bewohner und zeigt auf, welche kulturelle Bereicherung Hamburg durch die jüdischen Bürger erfahren hatte. Privathäuser und Villen, Schulen, Krankenhäuser, Bibliotheken, Synagogen und Tempel erschließen mit Text und Fotos ein Hamburg, wie es war vor dem Zweiten Weltkrieg und vor der systematischen Verfolgung und Ermordung seiner jüdischen Bevölkerung. Die Spurensuche wird durch ein Zusatzkapitel über die “Stolpersteine“ vertieft, die vor vielen Hamburger Häusern gegen das Vergessen in den Gehweg gesetzt wurden. Michael Koglin verfasste neben zahlreichen Sachbüchern Kriminalromane, Kurzgeschichten, sowie Kinderbücher,Theaterstücke und Drehbücher. Er wurde mehrfach
mit Literaturpreisen ausgezeichnet.


Peter Klingbeil
Die Flying P-Liner
Die Segelschiffe der Reederei F. Laeisz.
Mit Fahrtberichten der Kapitäne Hermann Piening, Gustav Thiel, Andreas Hops, Robert Miethe, Robert Clauß.
159 S., Abb., br., 24,90 €
978-3-86393-008-0
Kein anderer Name ist so eng mit der frachtführenden Segelschifffahrt unter deutscher Flagge verknüpft wie der von Ferdinand Laeisz. Seine Großsegler durchpflügten den Atlantischen, den Pazifischen und den Indischen Ozean, holten Salpeter aus Chile und Weizen aus Australien und Nordwestamerika. Legendär wurden die Barken und Vollschiffe wegen ihrer schnellen Reisen unter berühmten Kapitänen und wegen der Laeiszschen Tradition, die Schiffsnamen mit einem P beginnen zu lassen: Über 60 der gut 80 Segelschiffe, die die Reederei im Laufe der Jahrzehnte unter ihrer Flagge betrieb, trugen einen P-Namen und wurden bewundernd Flying P-Liner genannt.


Horst Beckershaus
Die Hamburger Straßennamen
Woher sie kommen und was sie bedeuten
406 S., br., 19,80 €
978-3-86393-009-7
Im hamburgischen Stadtgebiet gibt es rund 8500 Straßen, Plätze, Wege und Brücken. Sie haben Namen, deren Bedeutung und Herkunft sich nicht auf den ersten Blick erschließen (Beispiel "Steckelhörn"), und solche, die sofort jedem klar sind (Beispiel "Alsterufer"), schließlich aber auch solche, deren Herkunft eindeutig erscheint und es doch nicht ist (Beispiel "Gänsemarkt" wer annimmt, dass hier früher mit Gänsen gehandelt wurde, der irrt). Dieses Buch erklärt alle Straßennamen komplett von A bis Z.
HANSEKRIMIS:

Tom Wolf
Der Bierkrieg
Ein Hansekrimi
Neuauflage Herbst 2016
264 S., br., € 9,90
978-3-86393-075-2
Salzwedel 1488: Zwölf Jahre, nachdem Kristof Soltmann starb, wird sein Sohn Niklas beschuldigt, den Vater umgebracht zu haben. Kurfürst Johann von Brandenburg und Bischof Berthold von Verden entsenden zwei Ermittler in die Doppelstadt an der Jeetze, die wohl oder übel gemeinsam daran gehen, den mysteriösen Fall aufzuklären. Dass der Kurfürst gerade in diesen Tagen die Erhebung einer neuen Biersteuer verkünden lässt, trägt keineswegs zur Erleichterung ihrer Arbeit bei … In der Altmark bricht ein Aufstand los.


Frank Goyke
Hexenfeuer
Ein Hansekrimi
Neuauflage Herbst 2016
292 S., br., € 9,90
978-3-86393-076-9
Göttingen im Jahre 1545: Dominikanerpater Eusebius und sein Schüler Johannes sind als Delegierte ihres Ordens aus Hildesheim auf dem Weg zum Konzil in Trient. In Göttingen werden sie Zeuge, wie eine unschuldige Bäckersfrau der Hexerei bezichtigt wird. Von der Hexenjagd und Folter bleibt niemand verschont. Eusebius und seine Gefährten machen sich auf die Suche nach der Wahrheit: Wer steckt hinter dem Hexenzauber?


Thomas Prinz
Das Silber der Ostsee
Ein Hansekrimi
2.Auflage
978-3-86393-065-3
223 S., br., 9,90 €
Rostock, Lübeck und Falsterbo im Sommer 1380: Alljährlich zwischen Juli und Oktober wird die schonische Kleinstadt Falsterbo, die unter der Verwaltung Lübecks steht, zum Zentrum des Heringsfangs und Heringshandels: Tausende von Fischern, Händlern, Handwerkern und Glücksrittern aus ganz Nordeuropa strömen hierher zum Hauptumschlagsplatz des »Silbers der Ostsee«. So auch im Sommer des Jahres 1380. Die Goldgräberstimmung wird aber überschattet, als zwei Heringshändler ermordet aufgefunden werden. Als bald darauf ein dritter Mord geschieht, drängen die Vertreter der Hanse den Rat der Stadt Lübeck, einen Sonderermittler nach Falsterbo zu entsenden, der anstelle des korrupten Vogts Molkentin die Verbrechen rasch aufklären soll. Widerwillig gibt der Lübecker Bürgermeister diesem Druck nach und schickt den jungen und unerfahrenen Veit Ellenbruch, einen sympathischen Verlierer und Frauenhelden, an den Ort des Verbrechens. Veits Mission, bei der er von seinem Bruder Sievert begleitet wird, stellt sich als zunehmend riskant heraus: Je näher die Brüder der Aufklärung der Verbrechen kommen, desto mehr geraten sie selbst in Lebensgefahr.
Thomas Prinz, in Wetzlar geboren, arbeitete als freier Journalist und wissenschaftlicher Mitarbeiter im Bundestag. Seit 1990 beim Auswärtigen Amt tätig mit Stationen in Bonn, Bukarest, Jakarta und Berlin. Europa ist seit 15 Jahren sein Arbeitsschwerpunkt. Unter anderem veröffentlichte er die Krimis Der Unterhändler der Hanse (2005), Das Silber der Ostsee (2006).


Indrek Hargla
Apotheker Melchior und das Rätsel der Olaikirche
Ein Hansekrimi aus dem alten Reval
390 S., br., 14,80 €
978-3-86393-056-1
Tallinn (früher Reval) im Jahre 1409: Auf dem Domberg wird ein hochrangiger Ordensritter, der von Visby unterwegs nach Marienburg ist, auf grausame Weise ermordet. Alles deutet darauf hin, dass der Mörder vom Domberg in die Stadt geflohen ist. Denn weitere Morde versetzen die Stadt in Aufregung. Stadtapotheker Melchior Wakenstede sucht gemeinsam mit dem Gerichtsvogt Wentzel Dorn nach der Lösung der Mordserie. Auf seiner Suche nach dem Mörder stößt er auf die unterschiedlichsten Menschen und deren mögliche Motive: auf festlichen Gelagen in der Gilde der Schwarzhäupter, in prächtigen Kaufmannshäusern, im Kloster der Dominikanermönche und in zweifelhaften Kneipen außerhalb der Stadtmauern. Einen zentralen Platz im Geschehen nimmt die gotische St. Olaikirche mit ihren alten, mystischen Legenden ein - damals einer der höchsten Türme der Welt. Kaum scheint der Apotheker der Lösung ein Stückchen näher zu sein, als der Mörder erneut zuschlägt und neue Rätsel aufgibt. War es jedes Mal Mord - oder etwa Selbstmord? Unkonventionelle Mittel wie z.B. ein Schachspiel und unvollständige Gedichtstrophen helfen dem Apotheker zum Ziel zu kommen, er fügt die Bruchstücke des Rätsels zusammen und stellt so den tatsächlichen Täter bloß. Der Mörder scheint gefasst und der Fall abgeschlossen - doch am Ende des Romans wartet eine weitere Überraschung...  Indrek Hargla ist einer der beliebtesten Science-Fiction- und Fantasy-Autoren Estlands. Mit diesem Roman hat er sich erstmals dem reinen Krimi-Genre zugewandt und damit seinen bisher größten Erfolg verzeichnet. 

Tom Wolf
Die Bestie im Turm
Ein Hansekrimi
978-3-86393-032-5
247 S., br., 9,90 €
Goslar 1527: Heinrich der Jüngere, Herzog von Braunschweig-Wolfenbüttel, fordert von der freien Reichsstadt die Anteile am silber-, blei- und kupferreichen Rammelsberg wieder zurück. Die Stadt wehrt sich erbittert, um nicht die Quelle ihres Reichtums zu verlieren. Mitten in den Auseinandersetzungen wird ein führendes Ratsmitglied, der Metallgroßhändler Ludolf Walberg, tot aufgefunden, von einem Pfeil durchbohrt. War es die Tat eines herzoglichen Schützen? Als der Fernhandelskaufmann Friedrich von Mellnau mit seinem Gehilfen Georg Basler in der Worth Quartier bezieht, wird ihm die frische Mordgeschichte serviert. Als zwei weitere Ratsherren auf mysteriöse Weise sterben, sind viele Leute sicher, dass die mysteriöse »Bestie im Turm« wieder ihr Unwesen treibt … Doch Mellnaus humanistisch geschulter Geist fühlt sich herausgefordert und setzt alles daran, die wahren Gründe der Todesfälle aufzudecken.
Tom Wolf, geboren 1964 in Bad Homburg, ist Schriftsteller und freier Journalist. Er schreibt u.a. für die »taz«. Als Autor der erfolgreichen »Preußenkrimis« wurde er 2005 mit dem Reinickendorfer »Krimifuchs« ausgezeichnet und war 2006 »Stadtschreiber zu Rheinsberg«.

Sabine Klewe  / Martin Conrath
Das Geheimnis der Madonna
Ein Hansekrimi
978-3-86393-034-9
220 S., br., 9,90 €
Die Hansestadt Lippe (Lippstadt) im Jahr 1338: Der Handel blüht und gedeiht. Ebenso das Verbrechen. Eine kriminelle Vereinigung von Ratsherren, Hansekaufleuten und Handwerkern betreibt ein schwungvolles Geschäft mit Falschgeld. Der Reichtum wächst, die Gier wächst mit. Das wird einem Mitglied der Bande zum Verhängnis. Zehn Jahre später werden in der Brüderkirche am Altar der Madonna hinter einer stümperhaft gemauerten Wand, ein Skelett und drei Münzen gefunden.
Elisabeth Werringhausen, Witwe eines erfolgreichen Lipper Hansekaufmannes, und Ademar de Cluny, ihr Jugendfreund und Bursar des Augustinerklosters haben einen Verdacht: Das Opfer kann nur der verschollene Zwillingsbruder von Elisabeth sein. Als sie der Wahrheit zu nahe kommen, versetzt ein erneuter brutaler Mord die Stadt in Angst und Schrecken. Aber Elisabeth lässt sich nicht entmutigen und lüftet das Geheimnis der Madonna.


Frank Goyke
Der Geselle des Knochenhauers
Ein Hansekrimi
978-3-86393-030-1
265 S., br., 9,90 €
Im Jahre 1542 wird in der Hansestadt Hildesheim ein Einbecker Holzhändler in einer öffentlichen Badestube erstochen. Schon am nächsten Abend wird der Knochenhauer Waldemar Klingenbeil auf offener Straße mit einem Dolch ermordet. Consul Tile Brandis, Ratsherr der Stadt Hildesheim, stößt auf Seltsames: Die Papiere des reisenden Holzhändlers sind spurlos verschwunden. Währenddessen lässt der Weihbischof Balthazar Fannemann von den Kanzeln herab die Protestanten als die Schuldigen an den Mordfällen anprangern. Consul Brandis will verhindern, dass auch in Hildesheim der Flächenbrand der Reformation ausbricht. Er heuert einen wandernden Zimmergesellen an, der den alten Dominikanerpater Eusebius überwachen soll, den wiederum der Weihbischof darauf angesetzt hat, in den Hildesheimer Gasthäusern nach dem wahren Mörder zu suchen. Doch wer ist der wandernde Zimmermann, mit dem der militante Protestant Christoph von Hagen sein Bier trinkt?

Thomas Prinz
Der Unterhändler der Hanse
Ein Hansekrimi
978-3-86393-033-2
189 S., br., 9,90 €
Wir schreiben das Jahr 1370: Reinekin Kelmer, Lübecker Kaufmann und Schwiegersohn des Bürgermeisters, hat sich nach dem Tod seiner Frau von allen öffentlichen Ämtern zurückgezogen. Nach 10-jährigem Krieg einigen sich Dänemark und die Hanse, in Stralsund Friedensverhandlungen zu beginnen. Kelmer soll als Unterhändler Lübecks die Verhandlungen führen, doch er lehnt ab. Selbst eine Serie von Anschlägen auf Ratsendboten aus Bremen, Danzig und Wismar, die ebenso wie Lübeck für einen schnellen Frieden mit Dänemark eintreten, kann ihn nicht umstimmen. Erst als der Lübecker Bürgermeister selbst Opfer eines Anschlags wird, entschließt sich Kelmer, die gefährliche Aufgabe zu übernehmen. In Stralsund gilt es nicht nur einen gerechten Frieden auszuhandeln, sondern auch die Anschläge aufzuklären, denn der Mörder ist in der Stadt und er tötet weiter. Ganz oben auf dessen Liste steht Reinekin Kelmer, doch der ist ein kluger Kopf, ein geschickter Diplomat und ein hervorragender Schachspieler. Ihm zur Seite steht sein langjähriger venezianischer Freund Pietro Bottone und die junge, geheimnisvolle Frauke Tyrbach. Reinekin fühlt sich zu der außergewöhnlichen Frau hingezogen, doch sie ist schon einem anderen versprochen…
Thomas Prinz, Studium der Politikwissenschaft, Geschichte und Germanistik. Er arbeitete als freier Journalist und wissenschaftlicher Mitarbeiter im Bundestag. Seit 1990 ist er beim Auswärtigen Amt mit Stationen in Bonn, Bukarest, Jakarta und Berlin tätig. Er veröffentlichte mehrere Krimis.

Tom Wolf
Feuersetzen
Ein Hansekrimi
978-3-86393-014-1
267 S., br., 9,90 €
Goslar 1552: Pietro Paolo Volpi aus Padua, Botaniker und Jurist auf Deutschlandreise, hat von seinem Mäzen den Auftrag erhalten, das »nordische Rom« in einem Gedicht zu verherrlichen. Welch schöner Auftrag ... würde ihn nicht eine schreckliche Schreibblockade lähmen! Gerade hat Volpi im Haus des reichen Wandschneiders Jobst Unterkunft gefunden, als die Feuerglocke zum ersten Mal läutet. Gemeinsam mit Ratsarchivar Bartholdi sucht er zu retten, was zu retten ist. Doch die beiden kommen zu spät: Otto Herbst, der Feuerhüter des Rammelsberges, und die »Schwalbe", seine Geliebte, finden bei dem Brand den Tod. Betört von der Schönheit Sibylle Herbsts, der Witwe, erlangt Volpi seine poetische Schaffenskraft wieder. Er und Bartholdi werden zu Verfolgern des Feuerteufels, der vom Goslarer Rat mit Brandbriefen eine Menge Silber erpresst. Sie sind der Lösung ferner denn je, als Herzog Heinrich mit großer Streitmacht zur Belagerung heranrückt ... Goslar brennt!

Frank Goyke
Lüneburger Totentanz
978-3-86393-016-5
217 S., br., 9,90 €
Lüneburg im März 1433: Margarete, die Tochter des Rostocker Kaufmannes und Ratsherren Martin Grüneberg, heiratet Tidemann, den Sohn des Lüneburger Salinenpächters und Bürgermeisters Reyner Stolzfuß. Die feierliche Trauung endet tödlich. Als die Hochzeitsgesellschaft vor die Kirche tritt, wird der Salzhändler Lüdeke Peters auf den Treppen zur Kirche erstochen. Es soll nicht der einzige Mord bleiben; auch Reyner Stolzfuß wird ermordet, und sein Sohn entkommt nur knapp dem Tod. Die Spuren scheinen nach Reval zu führen. Hat der Revaler Salzhändler Ahlemann mit den Morden zu tun? Für Bruder Anselm und den trinkfreudigen Ritter von Ritzerow steht fest, sie müssen nach Reval. So schiffen sie sich schließlich ein und sorgen dort für einige Verwirrung…
Frank Goyke, 1961 in Rostock geboren, studierte Theaterwissenschaft in Leipzig. Seit 1997 lebt und arbeitet Goyke als freier Schriftsteller, Lektor und Herausgeber in Berlin. Er veröffentlichte etliche Sachbücher und Kriminalromane. Bei Die Hanse sind von ihm u.a. die historischen Krimis Balthazar Vrocklage ist verschwunden, Lüneburger Totentanz, Tödliche Überfahrt, Der falsche Abt und Der Geselle des Knochenhauers erschienen, wobei in Letzterem auch Bruder Eusebius und Tile Brandis ermitteln.
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