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  Empfehlung

Enzo Traverso
Geschichte als Schlachtfeld
256 Seiten, br., 22,00 €
Bestseller

Griechenland im Würgegriff
Ein Land der EU-Peripherie wird zugerichtet
224 S., Br., € 19,80

weitere Empfehlungen.............................................................................................................................Gesamtverzeichnis
neu:"Matrimoni e divorzi tra marxismo e femminismo" nun auf deutsch!

Cinzia Arruzza
Feminismus und Marxismus
Eine Einführung
140 Seiten, 14,80 €
978-3-89900-070-2
Die Frauen- und die Arbeiterbewegung blicken auf eine wechselseitige Geschichte aus Allianzen, verpassten Gelegenheiten, offener Feindseligkeit, Annäherung und Entfremdung zurück. Als Produkt der bürgerlichen Revolutionen kam der Feminismus recht bald mit den sozialen Bewegungen und Umwälzungen in Berührung. Durch sie wurden jeweils neue demokratische Freiräume geschaffen, die es den Frauen ermöglicht haben, bis dahin unbekannte Rechte zu erlangen, öffentlich das Wort zu ergreifen und sich am politischen Leben zu beteiligen. Als die erdrückenden Mauern jahrtausendelanger Unterdrückung Risse bekommen hatten, lernten die Frauen, sich als solche zu organisieren und unabhängig für ihre Befreiung zu kämpfen. Dieser Prozess verlief freilich nicht ohne Widersprüche, sondern stieß vielmehr häufig auf Geringschätzung und Misstrauen unter den Organisationen der traditionellen Arbeiterbewegung und der Neuen Linken. Die Folgen daraus waren unterschiedlich und reichten vom mühseligen Unterfangen, die schwierigen Beziehungen aufrechtzuerhalten, bis hin zu regelrechten Zerwürfnissen. Diese wechselvolle Dynamik spiegelte sich auch auf dem Feld der Theorie wider. Auf der Suche nach Antworten entwickelten die Vordenkerinnen der Frauenbefreiung die unterschiedlichsten Vorstellungen über das Verhältnis zwischen Geschlecht und Klasse und zwischen Patriarchat und Kapitalismus. Cinzia Arruzza, 1976 in Messina geboren, ist eine feministische und sozialistische Aktivistin und Universitätsdozentin. Sie ist Assistenzprofessorin für Philosophie an New School for Social Research in New York. Ihre Forschungsschwerpunkte sind: Philosophie und politisches Denken in der Antike, Neoplatonismus, Gender und soziale Reproduktion. 
neu:


Leo Trotzki
Revolution und Bürgerkrieg in Spanien 1931-1939
überarbeitete, erweiterte und aktualisierte Neu-Ausgabe mit einer Einleitung von Les Evans
und einem Beitrag von Reiner Tosstorff: Die POUM – Achse einer neuen Internationale?
Mit einer Karte von Spanien, Verzeichnis der spanischen Organisationen und Zeitungen,
Abkürzungsverzeichnis, Auswahlbibliografie, Zeittafel und Personenregister
512 S., geb., 29,80 €
978-3-89 900-149-5
89 Texte von Leo Trotzki zur spanischen Revolution aus den Jahren 1931-1940 und zusätzlich die Korrespondenz Trotzki-Nin
Teil I: Von der Monarchie zur Republik
(1). Aufgaben der spanischen Kommunisten (25. Mai 1930)
(6) Die Revolution in Spanien (24. Januar1931)
(10) Berenguers Rücktritt (15. Februar 1931)
Teil II: Von der Republik zum Bürgerkrieg
(13) Die Zehn Gebote der spanischen Kommunisten (15. April 1931)
(17) Der progressive Charakter des katalanischen Nationalismus (17. Mai 1931)
(19) Die spanische Revolution und die ihr drohenden Gefahren (28. Mai 1931)
(22) Der Charakter der Revolution (18. Juni 1931)
(23) »Nieder mit Zamora-Maura!« (24. Juni 1931)
(25) Die Wahlergebnisse und die sich daraus ergebende Taktik (1. Juli 1931)
(27) Die nationale Frage in Katalonien (13. Juli 1931)
(29) Die Rolle von Streiks in einer Revolution (2. August  1931)
(30). Weiteres über Sowjets und das ,»Balkanisierungs«-Argument (1. September 1931)
(35) Schreiben an die Konferenz der spanischen Linken Opposition (7. März 1932)
(36) Die internationalen Beziehungen der spanischen Sektion (7. März 1932)
(38) Die spanischen Kornilows und die spanischen Stalinisten ( 20. September 1932)
(39) Der Zustand der Linken Opposition (16. Dezember 1932)
(40) Probleme der spanischen Opposition (Dezember 1932)
(42) Brief an alle Mitglieder der spanischen Linken Opposition (24. April 1933)
(43) Das unzulässige Verhalten des Genossen Nin (10. August 1933)
(45) Die Folgen des parlamentarischen Reformismus (9. November 1934)
(48). Der Verrat der spanischen »Arbeiterpartei für Marxistische Vereinigung« (23. Januar 1936)
(49) Aufgaben der Vierten Internationale in Spanien (12. April 1936)
(50) Ist eine Versöhnung mit Nin möglich ? I (3. Juni 1936)
(52) Die POUM und die Volksfront (16. Juli 1936)
Teil III: Der Bürgerkrieg
(53) Die Volksfront im Bürgerkrieg (Juli 1936)
(56) Die spanische Lehre (30. Juli 1936)
(61) Die geplante Barcelona-Konferenz (20. März 1937)
(63) Revolutionäre Strategie im Bürgerkrieg (14. April 1937)
(64) Ist in Spanien ein Sieg möglich? (23. April 1937)
(65) Der Aufstand in Barcelona (12. Mai 1937)
(66) Der Mord an Andrés Nin durch die Agenten der GPU (8. August 1937)
(68) Erprobung der Ideen und Individuen durch die Erfahrung der spanischen Revolution (24. August 1937)
(69) Antworten auf einige Fragen, die spanische Lage betreffend (14. September 1937)
(71) Über die »Ultralinken« im allgemeinen und die unheilbaren im besonderen (28. September1937)
(73) Hilfe für die spanischen Opfer von Stalin-Negrin (6. Oktober 1937)
(74) Über den revolutionären Kalender (22. Oktober 1937)
(75) Die spanische Lehre: eine letzte Warnung (17. Dezember 1937)
(80) Imperialistische Mysterienspiele (4. März 1939)
(81). Noch einmal über die Ursachen der Niederlage in Spanien (4. März 1939)
(82) Die Schuld des Linkszentrismus (10. März 1939)
(86) Die konterrevolutionäre Rolle des Kreml (1. Juli 1939)
(88) Kein Vertrauen in die Negrin-Regierung (24. Januar 1940)
(89). Klasse, Partei und Führung (20. August 1940)
Anhang: Die Trotzki-Nin-Korrespondenz
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Reiner Tosstorff
Die POUM in der spanischen Revolution
Die Rolle der Partido Obrero de Unificación Marxista in der Revolution und im Bürgerkrieg in Spanien 1936-1939
2., erweiterte Auflage Februar 2016
184 Seiten, br., € 17,80
978-3-89900-118-1
Die revolutionäre Entwicklung nach Ausbruch des spanischen Bürgerkriegs und die Auseinandersetzungen auf der Linken darum sind vor allem durch George Orwells Buch Mein Katalonien und Ken Loachs Film ,,Land and Freedom" bekannt. Die Sowjetunion unter Stalin griff vor allem die POUM („Arbeiterpartei der marxistischen Einigung") an. Sie war von Kräften gegründet worden, die aus der KP als „Trotzkisten" und „Abweichler" ausgeschlossen worden waren. Im Juni 1937 ließ der sowjetische Geheimdienst nach Kämpfen in Barcelona ihre Führung verhaften. Ihr Sekretär Nin wurde ermordet. Als Folge wurde der Kampf gegen Franco geschwächt. Der Band vereinigt neuere Aufsätze und Auszüge aus einer vergriffenen Darstellung des Autors und berücksichtigt neueste Erkenntnisse nach Öffnung der sowjetischen Archive.

Griechenland im Würgegriff
Ein Land der EU-Peripherie wird zugerichtet
Herausgegeben von Paul B. Kleiser mit Beiträgen von Georgia Bekridaki, Paul B. Kleiser, Martin Klingner und Jan Krüger, Paul Michel, Panos Petrou, Dimitris Psarras, Nadja Rakowitz, Karl Heinz Roth, Christos Sideris und Charles-André Udry. Dritte, aktualisierte  und erweiterte Auflage
224 S., Br., € 19,80
978-3-89900-148-8
Seit einiger Zeit steht Griechenland am Rande der Staatspleite, und dies trotz einer brutalen Sparpolitik, die die Einkommen der abhängig Beschäftigten um mehr als 30 Prozent reduziert hat. Gleichzeitig hat die Arbeitslosigkeit alle Rekorde gebrochen, Armut und Elend breiten sich aus. Das Land steht unter der Kuratel der „Troika“ aus IWF, EZB und Europäischer Kommission; seine Finanzen werden von „Spezialisten“ aus verschiedenen EU-Ländern überwacht. Das Buch untersucht die historischen Besonderheiten eines Landes der europäischen Peripherie, vor allem die Nachwirkungen von tausend Jahren Byzanz und 400 Jahren osmanischer Herrschaft. Es berichtet von den Verbrechen der deutschen Wehrmacht und den langjährigen Folgen des von der Linken verlorenen Bürgerkriegs. Die Rolle der mächtigen Reeder und der Banker Griechenlands wird herausgearbeitet. Es analysiert den krisenbedingten Aufstieg der neofaschistischen „Goldenen Morgenröte“. Und es gibt einen Überblick über die Ansätze und Versuche der Gegenwehr gegen die Massenverarmung und der Selbstorganisation, vor allem im Bereich der Lebensmittelversorgung und im daniederliegenden Gesundheitswesen.

Christos Laskos /Euclid Tsakalotos
Brennpunkt Griechenland
Krise, Eurozone und die Weltwirtschaft
Aus dem Englischen von Klaus E. Lehmann
200 S., br., 19,80 €
978-3-89 900-147-1
In den meisten Darstellungen wird die Krise in Griechenland auf innere Faktoren zurückgeführt: Die Reichen weigern sich, Steuern zu zahlen, seit langem herrscht in Griechenland ein weitreichendes System des Klientelismus, es gibt eine enge Beziehung zwischen dem Staat, den großen Parteien und den verschiedenen Interessengruppen. Daraus wird geschlossen, die griechische Gesellschaft tendiere dazu, mehr zu konsumieren als zu produzieren; sie habe eben „über ihre Verhältnisse gelebt“. Griechenland habe die seit den 1980er Jahren fast überall durchgeführten (neoliberalen) Struktur-Reformen verschlafen und seinen ineffizienten Staat, seinen unflexiblen Arbeitsmarkt und seine zahlreichen, die Freiheit der „Marktteilnehmer“ einschränkenden Regulierungen beibehalten. Abgesehen davon, dass ein relativ plötzlich einsetzendes Ereignis wie der tiefe Fall des Bruttoinlandsproduktes in Griechenland nicht mit langwirkenden Strukturen und Verhaltensweisen erklärt werden kann, zeigen Christos Laskos und Euclid Tsakalotos auf, dass seit geraumer Zeit Griechenland dabei war, ein ganzes Set von neoliberalen „Reformen“ umzusetzen und dass die Krise gerade mit dieser neoliberalen Politik in der Weltwirtschaft und der EU zu tun hat. Christos Laskos ist Ökonom, Lehrer und Mitglied des politischen Sekretariats der griechischen Linkspartei Syriza. Euclid Tsakalotos ist Professor für Wirtschaftswissenschaften an der Universität Athen und inzwischen stellvertretender Minister für die wirtschaftlichen Beziehungen mit dem Ausland. Christos Laskos und Euclid Tsakalotos gehören dem Zentralkomitee von Syriza an. Sie haben mehrere Bücher und Artikel zur Widerlegung der gängigen Vorurteile über die griechische Krise verfasst.
DVD:

Strike Bike
Eine Belegschaft wird rebellisch
Ein Film von Robert Pritzkow, Laines Rumpff und Jan Weiser
DVD,  45 Minuten,  € 12,80 (fPr.)
978-3-89900-128-0
Voller Wut im Bauch besetzte die Belegschaft der Fahrradfabrik Bike Systems in Nordhausen am 10. Juli 2007 ihren Betrieb. Mit dem Beschluss des neuen Eigentümers, das Werk an diesem Tag komplett zu schließen, hatten sich die 135 Frauen und Männer in Thüringen zunächst schon fast abgefunden. Als ihnen die Geschäftsführung an diesem Tag aber auch noch mitteilte, dass Lone Star nicht mal mehr die Abfindungen und die ausstehenden Löhne bezahlen wollte, war das Maß voll.
Die vorher nicht als kämpferisch aufgefallenen Arbeiterinnen und Arbeiter errichteten auf dem Gelände ein großes Zelt, stellten Feuerkörbe auf, hielten am Werkstor Wache und verließen seitdem den Hof nicht mehr. Was folgte, war eine 115 Tage andauernde Betriebsversammlung. Die Belegschaft knüpfte Kontakte, veranstaltete Demos und Feste, um auf ihre Situation aufmerksam zu machen. In dieser Zeit schwappte den Unermüdlichen aus Thüringen eine riesige Welle der Solidarität entgegen. Sogar aus dem Ausland trafen Grußbotschaften ein und vor Ort war es den Menschen sympathisch, dass die Kolleginnen und Kollegen ihre Abwicklung nicht einfach tatenlos hinnahmen.
Als Höhepunkt organisierten die Streikenden noch einmal eine Fahrrad-Produktion. Die 1.800 roten "Strike Bikes" stellten sie in Eigenregie in ihrem Betrieb her. Sie wollten zeigen, dass sie noch zu etwas nützlich sind - auch wenn Lone Star das anders sah. Sie machten deutlich, welch unsinnige Verschwendung von Wissen und materiellen Ressourcen ihr Arbeitsplatzabbau darstellt und bewiesen ganz nebenbei, dass sie gar keinen Chef brauchen, um ihr Produkt herzustellen.
Im Zentrum der Dokumentation "Strike Bike - Eine Belegschaft wird rebellisch" stehen die Arbeiterinnen und Arbeiter von Bike Systems. Sie kommen selbst zu Wort und erzählen ihre Geschichte. Sie berichten über die Schwierigkeit, eine Betriebsbesetzung zu organisieren, und wie die Idee geboren wurde, ein Fahrrad zu produzieren. Ebenso geben sie Auskunft darüber, warum zunächst einmal nach nur einer Woche wieder Schluss war. Was am Ende bleibt, ist die außergewöhnliche Erfahrung, die die KollegInnen gemeinsam gesammelt haben - und ein rotes Fahrrad, das beweist, dass eine Selbstverwaltung der Produktion funktionieren kann.

Von jeder verkauften DVD geht 1 € an die Belegschaft von Strike-Bike

Trailer strike bike [Kurzfassung der DVD]

Link: http://www.strike-bike.de

Werbemittel zur DVD über "neuer.isp.verlag@t-online.de" bestellbar!

Alban Werner
Was ist, was will, wie wirkt die AfD?
207 Seiten, 17,80 €
978-3-89 900-145-7
Keine Partei ist in der Bundesrepublik Deutschland gegenwärtig so umstritten wie die AfD, deren bekanntestes Gesicht der Hamburger Ökonom Bernd Lucke ist. Aber was verbirgt sich hinter Programm und Personen der AfD? Ist diese Partei tatsächlich „rechtspopulistisch“ und vertritt das Spektrum rechter Bürgerbewegungen wie PEGIDA, wie ihre KritikerInnen meinen? Oder füllt die AfD nur eine Lücke, die CDU/CSU und FDP am (wert-)konservativen Rand der „bürgerlichen Mitte“ hinterlassen haben? Warum entstand eine Partei wie die AfD erst im Schatten der Eurokrise und nicht schon früher? Das Buch untersucht Personal, Struktur, Programm und Politik der AfD. Ihre Kernforderungen werden untersucht und ihre bisherige inhaltliche Entwicklung nachgezeichnet. Es wird erörtert, warum viele Forderungen und Losungen der AfD auf breite Zustimmung in der Bevölkerung treffen – nicht nur bei „rechten“ WählerInnen, sondern weit darüber hinaus.Diskutiert wird, welche Erfolgschancen diese Partei hat, und welche Auswirkungen die AfD auf das Parteiensystem in Deutschland haben könnte. Schließlich bietet das Buch erste Anregungen, wie eine politische Auseinandersetzung mit der AfD geführt und wie sie nicht betrieben werden sollte. Alban Werner, Jahrgang 1982, ist Politikwissenschaftler und lebt in Aachen. Derzeit promoviert er zum Thema »Strukturwandel politischer Opposition«. Zu ähnlichen Themen hat er u. a. in den Blättern für deutsche und internationale Politik, Merkur – Zeitschrift für europäisches Denken, Sozialismus und zag veröffentlicht.


Daniel Tanuro
Klimakrise und Kapitalismus
Aus dem Französischen von Paul B. Kleiser
200 Seiten, ca. 19,80 €
978-3-89 900-146-4
Gut zweihundert Jahre einer auf immer größere Ausweitung der Produktion basierenden Wirtschaft haben die Erde an den Rand einer Klimakatastrophe geführt, die tendenziell das Überleben eines erheblichen Teils der Menschheit gefährdet. Der von der UNO eingesetzte Weltklimarat hat in mehreren Berichten festgehalten, dass – wenn es nicht gelingt, den Temperaturanstieg bis zum Ende dieses Jahrhunderts auf etwa zwei Grad zu begrenzen –, der Globus von unabsehbaren klimatischen und sozialen Katastrophen bedroht ist. Bereits heute gibt es Millionen von Klimaflüchtlingen; eine Reihe von Inselstaaten ist aufgrund des Anstiegs des Meeresniveaus vom Untergang bedroht. Daniel Tanuro zeigt auf, dass der Kapitalismus strukturell an das Wirtschaftswachstum gebunden ist und dass es den Regierungen – trotz aller Beteuerungen, auf „grüne“ Energien umzusteigen -, nicht gelingt, den Ausstoß von Treibhausgasen zu reduzieren. Er tritt für die Entwicklung eines ökosozialistischen Projektes ein, in dem die Erzeugung von Energie der kapitalistischen Profitlogik entzogen wird. Nur so kann es gelingen, den Umstieg auf erneuerbare Energien zu schaffen und gleichzeitig ein Programm sozialer Gerechtigkeit zu verwirklichen. Daniel Tanuro (Jahrgang 1954) ist Agraringenieur und Ökosozialist sowie Gründungsmitglied der belgischen NGO „Klima und soziale Gerechtigkeit“. Er hat zahlreiche Artikel zu dem Verhältnis von Marxismus und Ökologie sowie zu klimapolitischen Fragestellungen geschrieben.

Brosius, Bernhard
Strukturen der Geschichte
Eine Einführung in den Historischen Materialismus
122 S., Br., € 12,00
978-3-89900-122-8
VWird es zur Vernichtung unserer Welt, unserer Zukunft, unserer Menschlichkeit kommen, oder wird der Zug der Zerstörung selbst sein Ende finden? Was können wir sagen über jene Welt, die der unseren folgt, – und welche Möglichkeiten der Umwandlung gibt es? Mit der historisch-logischen Methode von Marx lassen sich Strukturen in der Geschichte erkennen, die allen historischen Prozessen zugrunde liegen. Dieser Text gibt eine kompakte Einführung in den Historischen Materialismus. Es wird ausführlich auf die dialektische Methode eingegangen. Die Dialektik wird angewendet, um die von Marx benutzten Begriffe des Historischen Materialismus herzuleiten, den historischen Prozess zu umreißen sowie zu untersuchen, auf welche Weise sich die bisherigen Gesellschaftsordnungen ineinander umgewandelt haben. Das strukturelle Verhältnis von Revolution und Barbarei wird beleuchtet. Die untersuchten Entwicklungen werden nicht nur anhand historischer, sondern auch prähistorischer Ereignisse, wie sie sich aus den neuen archäologischen Forschungen ergeben, dargestellt. Nicht zuletzt wird der beschriebene Sachverhalt durch zahlreiche Graphiken und Tabellen veranschaulicht. 

John Tully
Teufelsmilch
Eine Sozialgeschichte des Gummis
Aus dem Englischen von Klaus E. Lehmann
500 S.,  br., €  36,00
978-3-89 900-144-0
Für die moderne Welt ist Gummi genauso wichtig wie Öl oder Stahl. Dies zeigt sich schon an der Bedeutung internationaler Großkonzerne wie Michelin, Firestone oder Goodyear, die den Weltmarkt genauso beherrschen wie die Öl- oder die Automobilkonzerne. Es erstaunt daher, dass es bislang keine größere kritische Geschichte dieses Rohstoffs und seiner Herstellung gab. Dabei war Kautschuk lange eine der wichtigsten Kolonialwaren, die in Indochina, Südamerika oder dem Kongo unter äußerst brutalen Bedingungen gefördert wurden. Auch Häftlinge der Nazis mussten in den Konzentrationslagern synthetischen Gummi für die IG Farben fertigen. »Teufelsmilch« zeigt beispielhaft, wie der Kapitalismus bei der Ausbeutung von Mensch und Natur keine Grenzen kennt. Dr. rer. pol. John Tully, geb. 1947, ist Dozent für Politik und Zeitgeschichte an der Victoria University in Melbourne (Australien). Unter anderem schrieb er eine Geschichte Kambodschas, sowie zwei Romane.

Enzo Traverso
Geschichte als Schlachtfeld
Zur Interpretation der Gewalt des 20. Jahrhunderts
Aus dem Französischen von Paul B. Kleiser und Ulla Varchmin
256 Seiten, br., 22,00 €
978-3-89 900-143-3
Mit dem Fall der Mauer und der Auflösung des Ostblocks 1989 ging das „kurze 20. Jahrhundert“ zu Ende, das mit dem Ersten Weltkrieg begonnen hatte. Da die Geschichtsschreibung bis dahin im Westen sehr stark vom Antikommunismus und Eurozentrismus geprägt war, sah sie sich gezwungen, ihre Paradigmen zu hinterfragen, ihre Methoden zu überprüfen und ihre Periodisierungen oder Unterteilungen in Zeitabschnitte zu revidieren. Die Globalisierung trug dazu bei, dass über Europa hinaus wirkende wirtschaftliche und kulturelle Netze und Zusammenhänge stärker in den Vordergrund traten. Enzo Traverso beschäftigt sich vor allem mit den Ansätzen und Interpretationen des 20. Jahrhunderts von Giorgio Agamben, Hannah Arendt, Walter Benjamin, Martin Broszat, Michel Foucault, Saul Friedländer, François Furet, Eric Hobsbawm, Jürgen Osterhammel, Zeev Sternhell usw. Er kritisiert eine Geschichts-schreibung, die der Ideologie der Sieger folgt; in der Nachfolge Walter Benjamins plädiert er für die Perspektive der vorläufigen Verlierer. Enzo Traverso, geb. 1957 in Gavi (Piemont), ist Professor für Politische Wissenschaften und Zeitgeschichte an der Cornell University in New York. Er gilt als einer der internationalen Spezialisten für die Weltkriege und den Holocaust. Seine Werke wurden in gut einem Dutzend Sprachen veröffentlicht. Auf deutsch liegen u. a. vor: Auschwitz denken. Die Intellektuellen und die Shoah, Hamburg (Hamburger Edition) 2000; Nach Auschwitz. Die Linke und die Aufarbeitung des NS-Völkermords, Köln (ISP) 2000; Moderne und Gewalt. Eine europäische Genealogie des Nazi-Terrors, Köln (ISP) 2003; Gebrauchsanleitungen für die Vergangenheit, Münster (Unrast) 2007; Im Bann der Gewalt. Der europäische Bürgerkrieg 1914-1945, München (Siedler) 2008.

Josep Maria Antentas / Esther Vivas
planeta indignado
Die Welt der Empörten
Ursachen und Perspektiven der Rebellion
Aus dem Spanischen von Ulla Varchmin und Angela Klein
186 Seiten, br., 19,80 €
978-3-89 900-142-6
Auf dem Hintergrund der Weltwirtschaftskrise und der Sozialisierung der Schulden der Banken kam es im Frühjahr 2011 in zahlreichen Ländern zu Massenbewegungen und Platzbesetzungen. Die bekanntesten waren die Bewegung der Indignados ("Empörten") im Spanischen Staat und die Occupy-Bewegung in den USA.
Die Sozialwissenschaftler und politischen Aktivisten Josip Maria Antentas und Esther Vivas analysieren im vorliegenden Buch die Entwicklung dieser Bewegungen und versuchen eine Zwischenbilanz. Sie untersuchen die Krise der Demokratie, die auf die Kapitulation der Politik vor der Macht der Finanzmärkte und die zunehmende Polarisierung zwischen Arm und Reich in den kapitalistischen Gesellschaften zurückgeführt wird. Sie behandeln vor allem die verschiedenen emanzipatorischen Gegenbewegungen, so die Bewegung für die Schuldenstreichung, der Kampf gegen die Zerstörung des Planeten und für Klimagerechtigkeit oder die Geschlechterfrage in Gesellschaft und sozialen Bewegungen. Außerdem befassen sie sich mit den Forderungen und Alternativen, die in diesen Bewegungen diskutiert und formuliert wurden.
In diesen neuen Bewegungen sehen sie weniger die Wut und Verzweiflung über die herrschenden Ungerechtigkeiten, die Zunahme von Elend und Verarmung, sondern vor allem die kollektive Empörung als ersten Schritt, die Ohnmacht zu beenden und in den Kampf für eine bessere Zukunft einzutreten.
Josep Maria Antentas, Jahrgang 1976, lebt in Barcelona und ist Professor für Soziologie an der Universitat Autonoma de Barcelona. Er hat 2007 mit einer Arbeit über das Verhältnis von Gewerkschaftsbewegung und globalisierungskritischer Bewegung promoviert. Er ist Mitglied der Redaktion der politischen Zeitschrift Viento Sur und der Organisation »Izquierda Anticapitalista«. Esther Vivas, Jahrgang 1975, lebt in Barcelona und ist Mitarbeiterin des Studienzentrums von Sozialen Bewegungen (CEMS) der Universitat Pompeu Fabra. Sie ist eine der Sprecherinnen der »Izquierda Anticapitalista«. Sie publizierte zu Themen wie Schuldenkrise, Globalisierungskritik, Ernährungssouveränität und gerechtem Handel.
INHALT, Vorwort


Guenther Sandleben / Jakob Schäfer
Apologie von links
Zur Kritik gängiger linker Krisentheorien
145 Seiten, br., 14,80 €
978-3-89 900-141-9
Über die heutige Krise wird viel diskutiert, Theorien gibt es reichlich. Doch wird das Krisengeschehen in seinem inneren Zusammenhang wirklich erfasst? Die orthodoxen Erklärungsweisen von der Neoklassik bis hin zum Keynesianismus sind gescheitert, wie einige Vertreter selbst eingestehen. Gilt das auch für linke Krisentheorien? Diese Frage untersuchen die Autoren in diesem Buch. Sie stellen vor allem die linkskeynesianische Memorandum-Strömung und Beiträge von Lucas Zeise, Ernst Lohoff, Norbert Trenkle und Michael Heinrich auf den Prüfstand. Sie hinterfragen deren zentrale Thesen: neoliberale Politik und Umverteilungsprozesse als Krisenursachen, die Macht der Banken und Finanzmärkte, das aufgeblähte Finanzkapital mit seinen Ansprüchen, das nicht mehr zur sogenannten Realökonomie passe. In ihrer Analyse stoßen die Autoren auf Ambivalenzen, Widersprüche, Eklektizismus und viel Schönfärberei. Es fehlt an einer wirklich kritischen, konsistenten Krisenerklärung, die bis in die Tiefen kapitalistischer Warenproduktion vordringt. Die Autoren setzen auf der Seite der Leserinnen und Leser weder Kenntnisse der Wirtschaftswissenschaften noch der Marx'schen Theorie, sondern lediglich die Bereitschaft voraus, aktuelle Krisentheorien zu hinterfragen.


Die endlich entdeckte politische Form
Fabrikräte und Selbstverwaltung von der russischen Revolution bis heute
Herausgegeben von Dario N. Azzellini und Immanuel Ness
540 Seiten, 29,80 €
978-3-89 900-138-9
Inhalt:
Dario Azzellini und Immanuel Ness: Einleitung

I: Arbeiterräte: Historischer Überblick und theoretische Debatte
Victor Wallis: Arbeiterkontrolle und Revolution
Donny Gluckstein: Arbeiterräte in Europa – Ein Jahrhundert Erfahrung
Sheila Cohen: Der rote Maulwurf: Arbeiterräte als Mittel revolutionärer Umgestaltung
Alberto R. Bonnet: Die endlich entdeckte politische Form. Die Arbeiterräte gegen den kapitalistischen Staat

Teil II: Arbeiterräte und Selbstverwaltung im Verlauf von Revolutionen: Das frühe 20. Jahrhundert
Ralf Hoffrogge: Räteaktivisten in der Novemberrevolution - Richard Müller und die Revolutionären Obleute
David Mandel: Die Bewegung der Fabrikkomitees in der Russischen Revolution
Pietro Di Paola: Fabrikräte in Turin, 1919–1920: „Die einzigen und authentischen gesellschaftlichen Vertreter der proletarischen Klasse“
Andy Durgan: Arbeiterdemokratie in der Spanischen Revolution, 1936–1937

III: Arbeiterkontrolle im Staatssozialismus
Goran Music´: Jugoslawien: Arbeiterselbstverwaltung als staatliches Prinzip
Zbigniew Marcin Kowalewski: Gebt uns unsere Fabriken zurück! Polen zwischen Widerstand gegen Ausbeutung und dem Kampf um Arbeitermacht

IV: Antikolonialer Kampf, demokratische Revolution Struggle und Arbeiterkontrolle
Jafar Suryomenggolo: Arbeiterkontrolle in Java, Indonesien, 1945–1946
Sam Southgate: Von der Arbeiterselbstverwaltung zur staatsbürokratischen Lenkung: Selbstverwaltung in Algerien
Gabriela Scodeller: Argentinien, Arbeiterkontrolle innerhalb des Staatswesens: Grenzen und Möglichkeiten, Mendoza 1973
Peter Robinson: Arbeiterräte in Portugal, 1974–1975

V: Arbeiterkontrolle gegen kapitalistische Restrukturierung im 20. Jahrhundert
Alan Tuckman: Arbeiterkontrolle und die Politik der Fabrikbesetzung: Großbritannien, 1970er Jahre
Immanuel Ness: Direkte Aktion und Arbeiterkontrolle in Fabriken in den USA
Patrick Cuninghame: Arbeiterautonomie und der italienische ‘Heiße Herbst’: die Fabrikräte und die Autonomen Arbeitervereinigungen der 1970er
Elaine Bernard: Anarchie nach Rezept: Die Besetzung der British Columbia’s Telephone von 1981

VI: Arbeiterkontrolle 1990er–2010
Arup Kumar Sen Arbeiterkontrolle in kommunistisch regiertem Bundesstaat: Arbeitskämpfe und Gewerkschaften in Westbengalen
Marina Kabat: Die besetzten Fabriken in Argentinien. Verschiedene Wege inmitten der Krise.
Dario Azzellini: Arbeiterkontrolle in der Bolivarianischen Revolution in Venezuela
Maurício Sardá De Faria und Henrique T. Novaes: Rückeroberte Fabriken in Brasilien: Die einschränkenden Bedingungen der Arbeiterkontrolle

Biographien der Autoren

Dario Azzellini, Dr. der Politikwissenschaften, wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Linz, Autor und Dokumentarfilmer. Schwerpunkt seiner Studien sind Prozesse sozialer Transformation, Bewegungen, demokratische Planung, partizipative Demokratie und Arbeitermit- und Arbeiterselbstverwaltung.
Immanuel Ness, ist Professor für Politikwissenschaften an der Universität New York. Er forscht und veröffentlicht zu sozialen und revolutionären Bewegungen, Arbeitermilitanz, Widerstand und Repression von und gegen migrantische Arbeiter und Arbeiterinnen.
http://www.workerscontrol.net/de

Paul B. Kleiser
Merkels Hosenanzug
Befindlichkeiten der Berliner Republik
Politisch-historische Essays
146 Seiten, kartoniert,, € 12,80
978-3-89900-069-6
Eine konservative Grundstimmung, gepaart mit Wohlstandschauvinismus, durchzieht das Land. Das deutsche Kapital ist der Hauptgewinner des Euro, doch Teile des Mittelstandes motzen über den angeblichen „Zahlmeister“ Deutschland und würden gerne zur DM zurückkehren. Das Land befindet sich in einer eigentümlichen Identitätskrise. Das Buch untersucht den Aufstieg des deutschen Kapitals nach dem Anschluss der DDR zur europäischen Hegemonialmacht, der die Achse Berlin-Paris gefährdet, außerdem die Krise des Bankensystems und der Währungsunion. Einerseits möchte die „schwäbische Hausfrau“ die Staaten zu einer allgemeinen Sparpolitik zwingen, andererseits soll auch das Wachstum nicht abgewürgt werden – diese Quadratur des Kreises mischt die Regierungsparteien auf. Außerdem werden die Debatten der letzten Jahre über die Rücktritte der Bundespräsidenten, den Abstieg der FDP, die Lähmung von Rot-Grün im Gefolge der Agenda 2010, die rassistischen Publikationen à la Sarrazin sowie die Einvernahme bestimmter Traditionen (Friedrich der Große und Preußen) kritisch beleuchtet.

Lutz Getzschmann
Indien und die Naxaliten
Agrarrevolten und kapitalistische Modernisierung
415 S., Br., € 32,00
978-3-89 900-025-2
Der indische Subkontinent befi ndet sich in einem Prozess rasanter ökonomischer und gesellschaftlicher Modernisierung. Während die bürgerlichen Medien diese kapitalistische Durchdringung als Fortschritt feiern, geraten die katastrophalen sozialen Folgen ungleicher Entwicklung und der Zerstörung der kleinbäuerlichen Subsistenzwirtschaften meistens aus dem Blickfeld. Verlierer des Fortschritts sind in besonderem Maße die untersten ländlichen Kastengruppen und als „Unberührbare“ stigmatisierten Dalits sowie die Adivasi, die indischen UreinwohnerInnen, deren Siedlungsgebiete in Zentral- und Ostindien den Erschließungsplänen großer Bergbaukonzerne und Holzunternehmen im Wege stehen. Die „Naxaliten“ sind eine seit über 40 Jahren bestehende kommunistische Aufstandsbewegung, die ihre Wurzeln in der Erhebung der Dalit-Landarbeiter und Adivasi im nordbengalischen Naxalbari im Frühjahr 1967 hat. Heute sind bewaffnete Naxalitengruppen wie die CPI (Maoist) in ca. 40 Prozent des indischen Territoriums aktiv und haben in Zentralindien mehrere „befreite Zonen“ errichtet. Legalisierte Naxalitenparteien wie die CPI-ML (Liberation) sind in Regionalparlamenten vertreten und profilieren sich als fundamentale Opposition gegen die kapitalistische Globalisierung. 

Hugo Blanco
Wir Indios
Der Kampf der Indígenas gegen rassistische Unterdrückung und die Zerstörung ihrer Umwelt
Mit einem Vorwort von Michael Löwy
Aus dem Spanischen von Ulla Varchmin
200 Seiten, € 19,80
978-3-89 900-137-2
Der Peruaner Hugo Blanco ist einer der bekanntesten Bauernführer und linken Aktivisten Lateinamerikas. In den frühen sechziger Jahren war er einer der Anführer des Aufstandes der Quechua-Bauern in der Region von Cuzco. Ihm gelang es, eine Verbindung zwischen den spanisch sprechenden Linksintellektuellen der Hauptstadt und den Quechua sprechenden indigenen Bauern und Landarbeitern zu schaffen. Er organisierte die Bauern in Gewerkschaften und Selbstverteidigungskomitees, damit sie das von den Großgrundbesitzern abgerungene Land gegen die Pistoleros und die Polizei verteidigen konnten. In den von ihnen kontrollierten Gebieten in den Tälern von Convencion und Lares führten diese Gewerkschaften eine radikale Landreform durch und organisierten die Schulbildung der Menschen. In seinem Buch analysiert Blanco das Verhältnis der Indios zur Natur – zu „Pacha Mama“ – und die Strategien der Konquistadoren und ihrer heutigen Nachfolger, die bäuerlichen Indiogemeinschaften – das ayllu – zu zerstören und die Wirtschaft dem Weltmarkt dienstbar zu machen. Die sozialen und ökologischen Folgen dieser Politik sind überall sichtbar.
Hugo Blanco Galdós, geb. 1934 in Cuzco, organisierte Indiobauern in Gewerkschaften, Anführer mehrerer Bauernaufstände mit Landbesetzungen und Selbstverteidigungsorganen. Er wurde vom Militär verhaftet und zu 25 Jahren Gefängnis verurteilt. Dort schrieb er Land oder Tod: Der Kampf der Bauern in Peru und führte einen Briefwechsel mit dem Schriftsteller José Maria Arguedas. 1971 nach Chile deportiert, konnte er sich beim Putsch von Pinochet 1973 in die schwedische Botschaft flüchten. Nach Jahren des Exils kehrte er 1978 nach Peru zurück und wurde ins Parlament gewählt. Bis zum Staatsstreich Fujimoris 1992 war er Senatsmitglied für die Vereinigte Mariateguistische Partei; er musste nach Mexiko fliehen, weil sein Leben bedroht war. Gegenwärtig lebt er wieder in Cuzco und gibt dort die Zeitschrift Lucha Indígena heraus.


Shir Hever
Die politische Ökonomie der israelischen Besatzung
Unterdrückung über die Ausbeutung hinaus
Aus dem Englischen von Heidi Niggemann und Angelica Seyfrid
200 Seiten, br., 19,80 €
978-3-89 900-140-2
Die israelische Besetzung der palästinensischen Territorien hat viele wichtige wirtschaftliche Aspekte, über die oft hinweggesehen wird. In seinem originellen Buch zeigt Shir Hever, dass ein Verständnis der wirtschaftlichen Dimensionen der Besatzung entscheidend ist, um den israelisch-palästinensischen Konflikt zu begreifen. Hever verwirft die These, Israel behalte wegen materieller Vorteile die Kontrolle über die palästinensischen Territorien, und auch die These, es verteidige sich bloß gegen palästinensische Aggressionen. Er vertritt die Ansicht, dass die Besatzung in eine Sackgasse geraten ist. Der palästinensische Widerstand macht die Ausbeutung der Palästinenser durch die israelische Wirtschaft schwierig, und doch weigern sich die israelischen Behörden, die Kontrolle aufzugeben. Während die traditionelle Wirtschaftsanalyse die Entwicklung der Ereignisse nicht zu erklären vermag, wird dieses Buch Studierenden, Aktivistinnen und Aktivisten, Journalisten und Journalistinnen unschätzbare Dienste leisten, um die komplexen Fragen der israelischen Besatzung zu verstehen. Shir Hever, Jahrgang 1978, ist Spezialist für Wirtschaftsfragen in Israel und Palästina und Mitarbeiter des Alternative Information Center, einer palästinensisch-israelischen Nicht-Regierungs-Organisation, die in Jerusalem und Beit-Sahour tätig ist. Zur Zeit lebt er in Göttingen, wo er an seiner Dissertation über die Privatisierung im israelischen Sicherheitsbereich arbeitet.

Omar Barghouti
Boykott – Desinvestment – Sanktionen
Die weltweite Kampagne gegen Israels Apartheid und die Besatzung Palästinas
Aus dem Englischen von Sophia Deeg und Paul B. Kleiser
200 Seiten, € 19,80
978-3-89 900-136-5
Im Jahre 1879 organisierten irische Bauern eine Blockade gegen den Großgrundbesitzer Charles Boycott. Sie forderten eine Senkung der Pachten und bessere Arbeitsbedingungen, was sie schließlich auch durchsetzen konnten. Der Boykott wurde zu einer Waffe der Schwachen und Unterdrückten gegen die Mächtigen. Die BDS-Kampagne entstand in der palästinensischen Zivilgesellschaft und richtet sich gegen die israelische Besatzung, die Militärverwaltung, den fortgesetzten Siedlungsbau und die Unterdrückung und Diskriminierung der Palästinenser. Barghouti erklärt, die BDS-Kampagne, die sich den Kampf gegen das südafrikanische Rassistenregime zum Vorbild nimmt, habe einen gewaltfreien und antirassistischen Charakter. Sie zielt vor allem auch auf den akademischen und kulturellen Bereich ab, weil fast alle israelischen Universitäten Komplizen der Armee und der Besatzung sind. In vielen Ländern, darunter Australien, Skandinavien, Südafrika und in den USA haben bereits Boykott-Aktionen gegen Israel stattgefunden. 
Wer das tägliche Geschwätz von Politikern und »Wirtschaftsexperten«
über die Notwendigkeit des »Wirtschaftswachstums« satt hat, sollte dieses Buch lesen:

Peter Radt
Fetisch Wachstum
Philosophisch-ökonomische Anmerkungen zur Logik des Kapitalismus
159 S., Br., € 17,80
978-3-89 900-135-8
Angesichts des ständigen Wachstumsgeredes und der Selbstverständlichkeit, mit der alle Welt so tut, als handele es sich beim Wachstum um eine objektive Notwendigkeit, wird der Frage nachgegangen, was es denn nun tatsächlich mit dieser Wachstumslogik auf sich hat. Dabei erweisen sich die praktischen Wertentscheidungen, die in der Wachstumslogik stecken, als eine Orientierung, welche wesentlich durch die Vertauschung von Mittel und Zweck gekennzeichnet ist und daher in letzter Instanz im Widerspruch zu den Bedürfnissen der Menschen steht. Die daran anschließende Analyse der Wachstumslogik als einer bestimmten ökonomischen Struktur offenbart dann den kapitalistischen Sinn (bzw. Unsinn) dieser Logik. Dazu ist es notwendig, zentrale Aspekte der Kapitalismuskritik zu rekapitulieren, wobei besonderes Augenmerk darauf gelegt wird, gerade das, was heute als ganz und gar selbstverständlich erscheint, in seiner prinzipiellen Fragwürdigkeit sichtbar zu machen, um so der kapitalistischen Entwicklungslogik den Schein der allgemeinen Notwendigkeit und des objektiven ökonomischen Sachzwangs zu nehmen und den System-Zusammenhang herauszuarbeiten, statt, wie es manche Kritiker tun, lediglich den »Neoliberalismus« zu kritisieren. 
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