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Herbstreise 2017


MännerSchwarm
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Die Verlegerinnen
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Charles H. Ford /Parker Tyler
Young and Evil
Besondere Empfehlung

Lukian: Erotes

Aus dem Programm:

Paul Russel
Brackwasser
Titel der Originalausgabe: The Salt Point
Aus dem amerikanischen Englisch von Joachim Bartholomae
280 S., geb., € 24,00
978-3-86300-234-3
Poughkeepsie, ein kleines Städtchen im nördlichen Speckgürtel von New York City, Mitte der Achtzigerjahre: Anatole betreibt einen angesagten Friseursalon, Lydia ist als gescheiterte Existenz aus New York zurückgekehrt und Chris, der vor einer tragisch verlaufenen Beziehung nach Poughkeepsie geflüchtet ist, betreibt einen Plattenladen. Anatole wie Lydia sind in Chris verliebt, doch der lässt niemand an sich heran. Paul Russell erzählt davon, wie die drei Mitzwanziger versuchen, miteinander klarzukommen – und wie der achtzehnjährige Leigh ihre beschauliche Dreisamkeit gehörig aufmischt: «Im Einkaufszentrum an der Main Street von Poughkeepsie sitzt ein Junge. Damit fängt es an: Lydia und Anatole sehen, aus zwei verschiedenen Fenstern, den Jungen auf der Lehne einer Bank sitzen.» Anatole, der sich am laufenden Band in hübsche Jungs verliebt, lässt den «Jungen Gott des Einkaufszentrums» bei sich wohnen. Wie der geheimnisvolle Besucher in Pasolinis «Teorema» löst Leigh bei allen drei Freunden tiefgreifende Veränderungen aus. In der Mitte der Achtzigerjahre war die Aufbruchsbewegung der Hippies zu einem abrupten Ende gekommen, die Hoffnung auf ein liebevolles Zeitalter des Wassermanns in Drogenrausch und Aidskrise ertränkt. Die Zukunft war nicht länger der Fluchtpunkt weltverändernder Pläne, sondern eine gefährliche, von Krieg und Zerstörung geprägt Welt. Die in dieser Zeit aufwachsenden Generationen waren auf das Hier und Jetzt, ihre individuellen Wünsche und Ängste und das schwierige Miteinander in privaten Cliquen verwiesen. Die Menschen begannen, sich in einer ewigen Gegenwart ohne verlockende Perspektiven einzurichten. Wenn wir heute in diese Zeit zurückblicken, sehen wir die Anfänge einer Alltagskultur, die wir im 21. Jahrhundert perfektioniert haben. 

Charles H. Ford /Parker Tyler
Verruchte Jugend
Titel der Originalausgabe: The Young and Evil
Aus dem amerikanischen Englisch von Joachim Bartholomae
180 S., geb., € 22,00
978-3-86300-235-0
Der Roman erzählt von Julian und Karel und ihrer Clique junger Dichter in New York Anfang der Dreißigerjahre. Keiner von ihnen hat eine richtige Wohnung, deshalb sind sie ständig in Bewegung: Jeder hat Angst, etwas zu verpassen. Das Geld reicht vorn und hinten nicht, doch auf den Partys fließt billiger Alkohol in Strömen. Auch in diesem sanften Milieu am äußersten Rand der Gesellschaft gibt es Schnorrer und brutale Gauner. Sexuelle Begegnungen kommen unkompliziert zustande, doch nur selten gelingen befriedigende oder gar glückliche Momente: Diese jungen Leute betreten Neuland in allem, was sie tun, ein Terrain ohne Wege und ohne Regeln – deshalb lassen sie sich treiben und folgen ihren momentanen Impulsen. Die Sprache entspricht dieser Lebensweise und folgt noch den ausgefallensten Bewusstseinsströmen. «The Young and Evil» erschien 1933 in der englischsprachigen Obelisk Press in Paris; in England und den USA wurde die Einfuhr verboten. Erst 1975 wurde der Roman in den USA veröffentlicht. Ford veröffentlichte später zahlreiche Gedichtbände und schloss sich in den Sechzigerjahren der Pop Art Bewegung an; er starb 2002 in New York. Tyler, der bereits 1975 verstarb, hinterließ ein umfangreiches Werk als Filmkritiker. Djuna Barnes kommentierte: «Das völlige Fehlen emotionaler Werte – in beängstigend vollständiger Weise; der Verlust aller viktorianischen Errungenschaften: Manieren, Tradition, Gewissen, Geschmack, Würde; ihr gleichgültiges Sich-Einlassen auf alles, was immer auch geschieht, ist sowohl böse als auch ‹rein› in dem Sinn, dass es unbewusst geschieht. Nur ein Genie, oder Mr Ford und Mr Tyler konnten dieses Buch schreiben.» Und Gertrude Stein schrieb: «Dieses Buch erschafft die heutige Generation wie Fitzgerald mit ‹Diesseits vom Paradies› die seine. »

Edition Salzgeber im Männerschwarm Verlag

Samuel M. Steward
Der Caravaggio-Schal
Titel der Originalausgabe: The Caravaggio Shawl
Aus dem amerikanischen Englisch von Kurt v. Hammerstein
180 S., br.,  20,00 €
978-3-86300-504-7
Die Rottöne in Caravaggios «Orfeo» haben es Gertrude Stein angetan, und deshalb beschließt Alice B. Toklas, ihr einen Schal in dieser Farbe zu stricken. Um den Ton genau zu treffen, tritt sie nah an das Gemälde heran und stellt fest: die Farbe ist noch feucht. Als sie die Fälschung melden will, liegt im Büro des Museumsdirektors eine Leiche. Auch im zweiten Krimi um Gertrude Stein und Alice B. Toklas einem der bekanntesten und einflussreichsten Lesbenpaare des 20. Jahrhunderts ist Johnny, der amerikanische Freund der beiden und Alter Ego des Autors, wieder dabei, und seine Kontakte in die Schwulenszene von Paris erweisen sich als wichtige Hilfe bei der Lösung des Falles.

Max Wildrath
Der Möbelpacker
144 S., br., € 12,50
978-3-86300-233-6
LKW-Fahrer Roland tritt eine neue Stelle an in einer fremden Stadt. Auf seinen Touren für eine Umzugsfirma erlebt er immer wieder lustvolle Abenteuer. Bald lernt er zwei Kollegen kennen, die schon lange befreundet sind und sich über Abwechslung freuen; manchmal kommt auch Pizzabote Toni dazu. Ob in schummrigen Biergärten, auf entlegenen Rastplätzen oder halb ausgeräumten Wohnungen – das Quartett ist ausgesprochen erfinderisch. Durch den lockeren, natürlichen Tonfall der Geschichten glaubt der Leser, selbst dabei zu sein.

Communities, Camp und Camouflage
Bewegung in Kunst und Kultur
Herausgegeben von Rainer Marbach und Carolin Küppers mit Beiträgen von Muriel Aichberger, Jens Dobler, Corinna Gekeler, Elmar Kraushaar,
Dirck Linck, Markus Pfalzgraf, Annette Runte, Judith Schönenberger, Charlotte Silbermann, Karl-Heinz Steinle, Wolfgang Theis und Paula-Irene Villa.
260 S., br., € 24,00
978-3-86300-236-7
Homosexuelle Kunstproduktion war und ist ein vielstimmiger Kanon: Dazu gehören Camouflage und Camp, gegenkulturelle und mainstream-kompatible Entwürfe ebenso wie Strategien befreienden Lachens und behaglichen Amüsements. Welche Rolle spielte und spielt die Kunst jedoch in den politischen Homosexuellenbewegungen im 20. und 21. Jahrhundert? Wie hat sie die Bewegungen inspiriert, unterstützt oder reflektiert? Welches Kunst- und Kulturverständnis hatten und haben die Protagonist_innen? Diesen Fragen und dem sich wandelnden Stellenwert von Kunst, Literatur, Theater, Tanz und Musik für trans* und homosexuelle Frauen und Männer spürt dieser Sammelband nach. 

Auf Bienchens Flügeln
KARL HEINRICH ULRICHS
Herausgegeben von Wolfram Setz
240 S., geb., € 18,00
978-3-86300-073-8
Stätten der Kindheit und der Alltag in Stuttgart, mythologische, historische und erwanderte Orte, Gelesenes und Beobachtetes, Zeitgeschehen und Politik, Tiere und Pflanzen – alles bot Ulrichs Stoff für Epigramme im klassischen Versmaß oder gar kleine Epen. Ulrichs Verse und erläuternde Hinweise verraten viel über seine Interessen, Liebhabereien und seine politische Einstellung. Diese Ausgabe beruht auf dem persönlichen Handexemplar Ulrichs, das handschriftliche Zusätze (neben Korrekturen und Änderungen weitere Gedichte und Bekenntnisse) enthält. Es handelt sich insofern um ein echtes Zeitdokument 
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Demo. Für. Alle.
Homophobie als Herausforderung
168 S., br., € 16,00
978-3-86300-228-2
Ist die «Bewegung» in eine Falle gelaufen, als sie Toleranz für eine «Liebe wie jede andere auch» forderte? Werden nur solche Homosexuelle geduldet, die so leben wie die Heteros, in festen Partnerschaften, nach ihren Mustern? Und wie brüchig ist diese Duldung? «Demos für alle», «besorgte Eltern» und die beschämenden Reaktionen auf den tödliche Anschlag von Orlando/USA haben diese längst gärenden Fragen ins Bewusstsein gerückt. Auch die Frage nach den Perspektiven: Was müssen wir tun, dass sexuelle Vielfalt endlich respektiert wird – egal ob in Partnerschaften oder promisk, lesbisch, schwul, bi oder trans*? Darüber schreiben Muriel Aichberger, Joachim Bartholomae, Birgit Bosold, Ansgar Drücker, Gert Hekma, Werner Hinzpeter,  Dirk Ludigs, Bodo Niendel, Peter Rehberg, Jan Schnorrenberg, Gabriel Wolkenfeld und Volker Woltersdorff. Herausgeber Detlef Grumbach wurde 1955 geboren, studierte Germanistik an der Universität Bielefeld und arbeitete seit 1982 bis 1990 als Buchhändler. Nach der Gründung des Männerschwarm Verlags im Jahr 1992 ist er dort für das Sachbuch-Programm, die Pressearbeit und den Webauftritt zuständig. Er hat zahlreiche Bücher herausgegeben und Beiträge verfasst. Außerdem arbeitet er als freier Journalist und Literaturkritiker.


Daniel Harders
Reverse Intimacy
226 S. br., € 28,00
978-3-86300-502-3
Während die erotische beziehungsweise pornografische Bilderproduktion durch das Internet inflationär geworden ist, fotografiert Daniel Harders weiter analog, an Originalorten, ganz der Situation ausgeliefert. Seine Bilder erzählen von Begehren, von Sex, Intimität und den seltsam stummen Räumen dazwischen. Berlin als Sehnsuchtsort ist dabei immer präsent. Besitzlosigkeit, Einsamkeit und zugleich intimste Nähe gehen hier ein merkwürdiges Bündnis ein. Dabei verbindet sich der nicht-wertende, nüchtern-registrierende Blick, der die Berliner Fotoschule Ostkreuz» weltbekannt gemacht hat, mit einem radikal nichttechnischen, persönlich-intimen und durchaus humorvollen Zugriff, mit dem er seine Bilder und Motive findet.


Dirck Linck
Creatures
Aufsätze zu Homosexualität und Literatur
236 S. br., € 22,00
978-3-86300-221-3
Seit vielen Jahren folgt Dirck Linck den literarischen Spuren kreativer Außenseiter: von Alexander von Ungern-Sternbergs „Physiologie der Gesellschaft“ über Hans Henny Jahnns Fehlentwicklungsroman „Perrudja“ bis zum Erscheinen des Popkörpers in den Sechzigerjahren und künstlerischen Reaktionen auf die Aidskrise - Hubert Fichte und Josef Winkler nicht zu vergessen. Immer wieder geht es darum, dem Zwang zur Vereindeutigung die Freiheit von Vermischung und Verwandlung entgegenzusetzen, sei es im Umgang mit Geschichte und gesellschaftlichen Verhältnissen, sei es auf Reisen in fremde Kulturen, sei es als Auflehnung gegen die Gewalt von Familie und Norm. Lincks Aufsätze blasen frischen Wind durchs Gehirn und bringen vielleicht sogar saturierte Nordeuropäer wieder ein bisschen in Schwung.

Luigi Settembrini
Die Neuplatoniker
Ein erotisches Märchen
104 S., geb., € 14,00
978-3-86300-072-1
Luigi Settembrini (1813-1876) gehört zu den Heroen des italienischen Risorgimento. Viele Jahre in politischer Gefangenschaft, übersetzte er das umfangreiche Gesamtwerk des spätantiken Autors Lukian (ca. 120-180 u.Z.). Von dessen Schrift «Erotes» (Zweierlei Liebe) ließ er sich zu einer eigenen Version inspirieren: Zwei Knaben, Kallikles und Doros, wachsen gemeinsam auf, werden zu Jünglingen und Männern, erkunden auf ihrer Lebensreise die vielfältigen Formen der Liebe. Zwar steht am Ende eine Doppelhochzeit, doch «bis ins hohe Alter fanden sie von Zeit zu Zeit, wenn sich Gelegenheit bot, im selben Bett zusammen». Sechs Jahrzehnte nach dem Tod des Autors wurde das erotische Märchen durch Zufall entdeckt, der Öffentlichkeit jedoch vorenthalten, um Settembrinis Ruf nicht zu gefährden. 1977 endlich veröffentlicht, ist es in Italien längst zu einem klassischen Text «homoerotischer Literatur» geworden.

Lukian
Erotes
Gespräch über die Liebe
174 S., geb., € 14,00
978-3-86300-071-4
In der Schrift «Erotes» (Zweierlei Liebe) des spätantiken Autors Lukian (ca. 120-180 u.Z.) halten - eingebettet in eine Rahmenerzählung - zwei Männer ihre Plädoyers für die nach ihrer Meinung edlere Form der Liebe: Charikles aus Korinth lobt die Liebe zur Frau, Kallikratidas aus Athen die Liebe zum Jüngling. Den Sieg erringt der Mann aus Athen, der «Hochburg der Pädophilie». Der Gymnasialprofessor Paul Brandt (1875-1929) übersetzte als «Hans Licht» erstmals Lukians Schrift ins Deutsche, da sich Christoph Martin Wieland, der bedeutende Lukian-Übersetzer, damit nicht hatte «beschmutzen» wollen.

Paul Russell
Das unwirkliche Leben des Sergej Nabokow
Roman
320 S., € 24,00
978-3-86300-500-9
Nabokow war der kleine schwule Bruder des Schriftstellers Wladimir Nabokow, doch auch er hatte ein bewegtes Leben: Aufgewachsen im zaristischen Russland, vor der Revolution geflohen, Studium in Cambridge, dann ging es weiter über Berlin nach Paris, das er auf dem Höhepunkt der Goldenen Zwanziger erlebte. Cocteau verführte ihn zum Opiumgenuss, als junges Schnuckelchen wurde er unter den Prominenten gern herumgereicht. Als er mit der großen Liebe seines Lebens auf einem Schloss in Österreich zur Ruhe kommt, verhaften die Nazis das Paar. Nach Abbüßung seiner Strafe wird Nabokow ausgerechnet Übersetzer im Propagandaministerium, doch dann verhaftet ihn die Gestapo ein zweites Mal. Kurz vor Kriegsende stirbt er im KZ Neuengamme: gerade einmal 45 Jahre alt.

SAMUEL M. STEWARD
EIN MORD IST EIN MORD IST EIN MORD
Aus dem Englischen von Kurt v. Hammerstein
Broschiert, 180 Seiten,  20,00 €
978-3-86300-503-0
1937 verbringen Gertrude Stein und Alice B. Toklas wie jedes Jahr den Sommer in ihrem kleinen Château in Südfrankreich. Während Gertrude schreibt und Alice kocht, kümmert sich ein junger Mann aus dem Dorf um den Garten. Pierre ist gehörlos und umwerfend schön. Als eines Tages sein Vater verschwindet, verrät Pierre den beiden Demoiselles ein dunkles Geheimnis. Gertrude Stein liebt Kriminalromane und beginnt zu ermitteln. Samuel Steward (alias Phil Andros) war eng mit Stein und Toklas befreundet. Sein Alter Ego im Roman ist der schwule Amerikaner Johnny McAndrews, der für kurze Zeit zu Besuch kommt und sich sofort in den Sekretär des Polizeichefs verliebt. Mit diesem Buch setzt Steward den beiden alten Damen auf ungemein charmante Weise ein Denkmal; die Lösung des Kriminalfalls ist dabei nicht unbedingt die Hauptsache.

Charles Jackson
Die Niederlage
300 S., br., € 22,00
978-3-86300-209-1
John Grandin ist ein erfolgreicher Mann, doch in der Ehe kriselt es. Ein Urlaub auf Nantucket ohne die Kinder soll frischen Wind in die Beziehung bringen. Es ist Juni 1943, Amerika befindet sich seit zwei Jahren im Krieg. Nantucket ist voller Soldaten auf Fronturlaub. Schon auf der Überfahrt zur Insel vor Neu-England läuft Grandin zufällig Cliff Haumann, ein junger Capitän der Marines, über den Weg. Cliff ist beeindruckt von dem gebildeten Hochschullehrer und weicht ihm nicht mehr von der Seite. Grandin ist vom naiven Charme des Offiziers begeistert. Als er bemerkt, in welche Richtung sich seine Gefühle entwickeln, ist es bereits zu spät. Als erster amerikanischer Roman thematisiert „Die Niederlage“ (1946) homosexuelle Gefühle - wie sein literarisches Vorbild Gustav von Aschenbach wird John Grandin plötzlich von Emotionen überwältigt, die sich der Kontrolle seines Geistes entziehen. Wie schon in seinem Debüt-Roman „Das verlorene Wochenende“ (2014 bei Dörlemann erschienen) seziert Jackson auch hier meisterhaft das Seelenleben eines amerikanischen Bürgertums, das sich standesbewusst an einem europäischen Bildungsbegriff orientiert. Die Helden beider Romane sind sich der Katastrophe, die ihnen bevorsteht, bewusst, aber es fehlt ihnen die Kraft, sich der Entwicklung entgegenzustemmen. Das Ambiente eines kriegsführenden Amerikas - Zerstörer liegen auf dem Hudson, in den Vorgärten wird wegen Nahrungsmittelknappheit Gemüse angebaut, vor den Rekrutierungsbüros bilden sich lange Schlangen - und die knappe, immer treffsichere Zeichnung auch der Nebenfiguren geben dem Roman seine besondere Tiefenschärfe. „Der Erfolg von Mr. Jacksons jüngst erschienenen Roman ‚The Fall of Valor‘ scheint darauf hinzudeuten, dass sowohl das Feuilleton wie das Lesepublikum die Bedeutung dieses Themas erkennen.“ (Klaus Mann 1946 im Exposé des Romans „Windy Night, Rainy Morrow“) BESPRECHUNG: DER FREITAG

Gabriel Wolkenfeld
Wir Propagandisten
Roman
240 S., br., € 18,00
978-3-86300-201-5
Jekaterinburg, benannt nach Katherina der Großen, liegt zu Füßen des Ural am östlichen Rand Europas. Dorthin reist im Jahr 2013 ein junger deutscher Slawist, um russische Studenten in deutscher Sprache und Kultur zu unterrichten. Über soziale Netzwerke hat er im Vorfeld bereits einige Bekanntschaften geschlossen, und so holen ihn vier junge Männer vom Flughafen ab. In einer Welt, die auf kafkaeske Weise im 19. Jhdt. steckengeblieben zu sein scheint, ist der deutsche Gast eine echte Attraktion, doch jeder fragt ihn: Warum, um Gottes willen, kommst du freiwillig nach Russland? Erst recht als Schwuler – zu einer Zeit, als die Duma „homosexuelle Propaganda“ per Gesetz verbieten will? Wir Propagandisten erzählt, was dem deutschen Gast im Laufe eines Jahres in Russland widerfährt: Wolkenfeld fängt mit seinem sehr individuellen Tonfall die Atmosphäre und den Geruch einer Welt ein, die dem deutschen Leser weiter entfernt scheint als die 5000 Kilometer Luftlinie auf der Landkarte. Während seines Aufenthalts ist er ständig von einer Clique von Freunden umgeben, jungen Studenten, die noch bei ihren Eltern wohnen und nicht im Traum darauf kämen, sich öffentlich als schwul zu erkennen zu geben. Ihr Treffpunkt ist die Küche des deutschen Lehrers, wo Pelmeni köcheln und Wodka getrunken wird, oder sogenannte „Themenklubs“: Wir fahren in einen dunklen Hinterhof hinein. Weder Lichter noch Menschen, nicht einmal der Schatten einer Katze huscht vorüber. Hier, fragt der Fahrer verunsichert. Und Mitja drückt ihm einen Schein in die Hand. Wir laufen kahle Wände entlang, biegen, an den Toiletten vorbei, um die Ecke und betreten einen Raum, der eher einem Speicher als einer Bar ähnelt, grau und geräumig. Full house, staune ich. Die mit Samt bezogenen Galerien seitlich der Tanzfläche sind bis auf den letzten Platz besetzt.

Herman Bang
Hoffnungslose Geschlechter
Aus dem Dänischen von Gabriele Haefs und mit einem Nachwort von Claudia Gremler
300 S., geb., € 19,00
978-3-86300-147-6
Herman Bang (1857-1912) schrieb seinen Debutroman im Alter von 23 Jahren, und sowohl sein Held William Hög als auch dessen dekadenter Freund Bernhard Hoff tragen autobiografische Züge. William, ein „sehr dunkler Junge, fast wie ein Zigeuner“, ist der letzte Spross einer alten, berühmten Familie, doch schon sein Vater hatte durch sinnliche Ausschweifungen seine Gesundheit ruiniert und war früh in Wahnsinn und Drogensucht gestorben. Als William erkennt, dass ihm ein bürgerliches Leben nicht gelingt, ermutigt ihn Hoff, das künstlerische Schattenreich als Rückzugsort zu wählen. Damit ist William der literarische Ahnherr von Thomas Manns Hanno Buddenbrook und auch von Heinrich Manns Professor „Unrath“. Seine Zeitgenossen empfanden bereits die realistische Darstellung gesellschaftlichen Verfalls als Provokation, aber mehr noch die mitschwingende Behauptung von Unausweichlichkeit. Denn wie sagt der Dorfarzt: „Diese Linie ist fertig.“
Dass William Hög eine Liebesaffäre mit der ehemaligen Geliebten seines Vaters beginnt, lieferte den Vorwand für ein Verbot des Romans. Wie fünfzehn Jahre später im Prozess gegen Oscar Wilde war es auch hier wohl nur das Wissen um die Homosexualität des Autors, das den harmlosen Schilderungen ihre unmoralischen Interpretationen hinzufügte.
In Deutschland erschien 1900 die Übersetzung der gekürzten 2. Auflage des Romans, nachdem Bang hierzulande durch den Roman Am Wege schlagartig bekannt und beliebt geworden war. Mit dieser Neuübersetzung der ungekürzten Erstfassung legen wir Bangs Debut nun erstmals vollständig in deutscher Sprache vor. Bangs letzter, in deutscher Sprache seit langem vergriffener Roman Michael erschien bereits 2012 als Nachdruck der deutschen Erstausgabe in der Bibliothek rosa Winkel.

Stephen Spender
Der Tempel
Aus dem Englischen von Sylvia List
304  S., Gb., € 19,00
978-3-86300-119-3
Zehn Jahre nach dem Ende des 1. Weltkriegs betritt Paul Schoner Feindesland: In Hamburg besucht er Ernst Stockmann, den er in Oxford kennen gelernt hat. Die Brutalität des ersten Weltkriegs hatte die Menschen in vielerlei Hinsicht traumatisiert. Im prüden England ist jedermann verzweifelt bemüht, trotz allem die gewohnte Lebensweise aufrechtzuerhalten. Wie anders dagegen Deutschland: In Wandervogel und Körperkultur manifestiert sich ein Aufbruch der Jugend, der alle Welt in Staunen versetzt. Pauls Hamburger Gastgeber entstammt einer reichen Patrizierfamilie, deren großbürgerliche Lebensweise sich dieser Entwicklung stur widersetzt. Schon bald entflieht Paul ihrer pompösen, aber finsteren Villa an der Alster. In Joachim Lenz, einem „missratenen“ Kaufmannssohn, lernt er bald einen wirklichen Freund kennen, mit dem zusammen er Strandbäder und Nachtbars erkundet und schließlich – zusammen mit einem gemeinsamen „Lover“ – eine Wanderung entlang des Rheins unternimmt. Joachim ist ein Repräsentant des „modernen“ Deutschland: Er fotografiert, will sich aber nicht als Künstler verstanden wissen und er liebt junge Männer, die ihn sofort langweilen, wenn sie seine Gefühle erwidern. Während ihrer Wanderung gelingt es Paul und Joachim, das Lebensgefühl des anderen besser zu verstehen; sie wünschen sich, dass diese Reise niemals enden möge. Als die Nazis in Deutschland immer stärker werden und sogar Joachims Studio verwüsten, verlässt Paul Hamburg, um in Berlin seinen Studienfreund Bradshaw zu besuchen. Spender hat dieses plastische Porträt einer Epoche bereits im Jahr 1929, gleich nach seiner Rückkehr aus Deutschland geschrieben. Paul Schoner ist darin das Alter Ego des Autors, Joachim Lenz ist als der Fotograf Herbert List und Spenders Freund Bradshaw als Christopher Isherwood zu erkennen. Auch Ernst Stockmann wurde nach einer realen Figur gezeichnet, die für den Fall einer Veröffentlichung allerdings mit rechtlichen Schritten drohte – einer von mehreren Gründen, aus denen der Roman zunächst nicht gedruckt wurde. 1986, fast am Ende seines Lebens, hat Spender diesen frühen Entwurf überarbeitet, sodass sein Buch die authentische Frische des eigenen Erlebens mit dem Wissen verbindet, was später geschah. Ein großer Roman über den Freiheitsdrang einer jungen Generation und Deutschland am Wendepunkt der Zwischenkriegszeit.

Christine Wunnicke
Missouri
96 Seiten, Br., € 12,00
978-3-86300-230-5
"Brokeback Mountain" hat mit seiner Mischung aus hartem Männerleben und schwuler Liebesgeschichte ein Millionenpublikum zu Tränen gerührt. Dabei wissen die deutschen Leser seit Karl May, was für erotische Stimmungen nächtliche Ritte zu zweit hervorbringen können und wie innig Winnetou und sein weißer Bruder sich in die Arme schließen. An diesen deutschen Blick auf den Wilden Westen knüpft Christine Wunnicke mit ihrer Erzählung "Missouri" an. Die Zeit: Mitte des 19. Jahrhunderts, der Ort: irgendwo im Wilden Westen. Der englische Dichter Douglas Fortescue und sein Bruder Jeremy sind mit der Postkutsche unterwegs in ein neues Leben, doch plötzlich überstürzen sich die Ereignisse:  Die Kutsche wird
überfallen, und Fortescue wird von einer Räuberbande verschleppt. Wie der überfeinerte Dichter und sein wortkarger Entführer Joshua Jenkins sich millimeterweise näher kommen, entfaltet Christine Wunnicke zu einer überaus romantischen Liebesgeschichte.

Ein geschminkter Junge

Edmund White
Hotel de Dream
Aus dem Amerikanischen von Joachim Bartholomae
190 S., geb., € 19,00
978-3-86300-188-9
In seinem jüngsten Buch "Hotel de Dream" hat sich E. White sich einen sterbenden, aber blutjungen Dichter als Alter ego gewählt: Stephen Crane, der im Amerika Ende des 19. Jhdts. den Naturalismus  "erfunden" hat und als erster das Leben der einfachen Menschen beschrieb. Crane war damals sozusagen der „James Dean“ der amerikanischen Literatur. Sein kraftvoller Naturalismus respektierte keine Tabus, weder in der Literatur noch im Leben: Wegen seiner Liaison mit einer ehemaligen Prostituierten musste er Amerika verlassen. Im fernen England, im letzten Stadium der Tuberkulose, diktiert er seinen letzten Roman: die Geschichte Elliotts, eines geschminkten Straßenjungen, der ihm in New York vor einigen Jahren begegnet war. In diesem fiktiven Roman inszeniert Edmund White eine faszinierende homosexuelle Unterwelt des prüde-puritanischen Amerika und spart dabei nicht mit Seitenhieben auf heutige Zustände. White lässt zudem Henry James, Joseph Conrad und andere Persönlichkeiten der Geschichte an Cranes Krankenbett erscheinen, ihre Porträts sind kleine Meisterwerke voller Liebe und Bosheit. „Hotel de Dream“ liefert ein ungemein plastisches Bild des boomenden New York der Jahrhundertwende. Edmund White (* 19. Januar 1940 in Cincinnati, Ohio) ist ein US-amerikanischer Schriftsteller und Essayist. Er ist seit 1998 Professor für kreatives Schreiben an der Princeton University. Edmund White erhielt 1982 den Award for Literature der American Academy of Arts and Letters, 1994 den National Book Critics Circle Award für die Biografie Genets und 2000 den Preis des Festivals von Deauville für sein Gesamtwerk. White ist Mitglied der American Academy of Arts and Letters und der American Academy of Arts and Sciences.  REZENSION IN DER NEW YORK TIMES
„Rote Männer auf grünen Matten“


Richard Amory
Das Lied der Sterntaucher
Deutsch von Joachim Bartholomae
208 S., br., € 16,00
978-3-86300-150-6
Dieser Roman aus dem Jahr 1966 ist zugleich Ausdruck wie Katalysator eines wachsenden schwulen Selbstbewusstseins. Der Autor orientiert sich an amerikanischen Gründungsepen wie „Lederstrumpf“ und „Pocahontas“ und beschreibt eine Reise in die unerforschte Wildnis als Abfolge sexueller Begegnungen mit Trappern und Indianern. Schließlich stößt der Held zur „Gesellschaft der Sterntaucher“, die eine lustvolle Alternative zum Selbsthass der puritanischen Pilgerväter lebten.
Amory schildert die erotischen Szenen mit einem pathetischen Überschwang, der den Übersetzer 1971 wohl dazu verleitet hat, die Handlung mutwillig zu veralbern. Dabei hatte dieses klassische Kultbuch durchaus eine „ordentliche“ Übersetzung verdient. Wir präsentieren deshalb hier erstmals die wahre Geschichte um Ephraim McIver, Träumender Bär und ihre weißen und roten Freunde, den sicherlich meistverkauften schwulen Erotikroman sowohl in Amerika wie in Deutschland.

Marko Martin
Umsteigen in Babylon
230 S., br., € 19,-
978-3-86300-218-3
«Linoleum-Thais» und «Kuckucksuhren-Osteuropäer», Iraner mit Rolex und Kubaner mit Kapuzenshirt - Marko Martin reist um die Welt, flaniert durch Berlin und lässt sich mitnehmen, aufpicken, abschleppen. Der Blick in die Wohnungen, in die Schlafzimmer fremder Länder fördert manche Wahrheit zutage, die sexuellen Gewohnheiten, Lebenslügen und Sehnsüchte seiner Dates erst recht: «Aber wovon sie alle schwärmen, alle, ist Tel Aviv. Stell dir vor, ausgerechnet das verbotene, ihnen unzugängliche Tel Aviv, der Traum von nackten Israeli-Soldaten.» Wenn der Weg zum Kennenlernen auch erst einmal durchs Bett führt, taugt diese geballte Ladung internationaler Affären kaum als Porno, denn seine Geschichten sind umrankt und durchdrungen von vielfältigen literarischen Inspirationen. Marko Martin, geb. 1970, verließ im Mai 1989 als Kriegsdienstverweigerer die DDR und lebt, sofern nicht auf Reisen, als Schriftsteller in Berlin. Bekannt wurde er durch seinen Roman «Der Prinz von Berlin». Seine Erzählbände «Schlafende Hunde» und «Die Nacht von San Salvador» erschienen in der `Anderen Bibliothek.` Es folgten «Treffpunkt ‘89», «Madiba-Days» und zuletzt die Liebeserklärung «Tel Aviv. Schätzkästchen und Nussschale, darin die ganze Welt». 

Matthew Griffin
Im Versteck
280 S., geb., € 20,-
978-3-86300-219-0
„Wenn wir gestorben sind, wird sich niemand an uns erinnern. Niemand wird unsere Fotos anschauen, und das, was wir nicht erzählt haben, wird nicht in ihren Köpfen fortleben. Es wird sein, als wäre das alles nie geschehen.“ Matthew Griffins Roman „Im Versteck“ erzählt, von einer Beziehung, die keine Spuren hinterlassen hat. Wendell und Frank haben sich in den Vierzigerjahren gefunden und in ein kleines Häuschen am Stadtrand zurückgezogen, weil Gesetze und Moralvorstellungen sie ins Versteck gezwungen haben. Es gibt keinen einzigen Zeugen ihres Glücks, fast nie verlassen sie gemeinsam das Haus. Das Doppelleben ist ihnen so zur zweiten Natur geworden, dass sie es auch dann nicht aufgeben können, als es keinen Grund mehr dafür gibt. Die Schwulenbefreiung geht an ihnen vorbei.
Griffin erzählt von zwei knorrigen Südstaatlern Mitte achtzig. Jeder bedeutet dem andern die ganze Welt, doch als Frank einen Schlaganfall bekommt und langsam dement wird, beginnt ein mal tragischer, mal komischer Kleinkrieg. Der eine kann keine Schwäche zuzugeben, der andere muss stark sein, damit der Alltag funktioniert. Sie sind auf Hilfe angewiesen und haben Angst vor jedem Fremden, der sie „erkennen“ könnte. Und was bleibt am Ende, wenn Franks Demenz die Erinnerung an ihr Zusammenleben auslöscht, wenn kein Foto, kein Freund bezeugen kann, was einmal war?
Die Wiederentdeckung Klaus Manns mit unveröffentlichten Texten aus dem Nachlass


Treffpunkt im Unendlichen
Fredric Kroll - Ein Leben für Klaus Mann
Herausgegeben von Detlef Grumbach
224 S., geb., € 26,00
978-3-86300-191-9
Klaus Mann war fast vergessen, als Fredric Kroll Anfang der 1970er Jahre die Herausgeberschaft der „Klaus-Mann-Schriftenreihe“ übernahm. Zu Beginn ahnte wohl niemand, dass dieses biografische Projekt auf über 3.000 Seiten anwachsen und mehr als 30 Jahre in Anspruch nehmen würde. Wegbegleiter wie Klaus Täubert, Klaus-Mann-Forscher wie Uwe Naumann und Veit Schmidinger sowie die Erika-Mann-Biografin Irmela von der Lühe würdigen diese beispiellose Arbeit; Freunde und „Nachfolger“ berichten von Begegnungen mit Fredric Kroll. Last not least enthält der Band drei Erstveröffentlichungen aus dem Nachlass Klaus Manns: „Der Kaplan“ (1945) „Windy Night, Rainy Morrow“ (1946) und „The Last Day“ (1949). Eine interessante Archäologie der Klaus-Mann-Rezeption in Deutschland, eine aufregende Entdeckung der letzten Projekte Klaus Manns.
Klaus-Mann-Schriftenreihe
Neuauflage aller Bände als Paket
zus. € 280,00
 978-3-935596-98-5
 Klaus-Mann-Schriftenreihe
Band 1:
Bibliographie
mit einem Vorwort von Klaus Blahak
Erstausgabe 1976, 211 Seiten, € 20,00
ISBN 3-935596-91-X
 Klaus-Mann-Schriftenreihe
Band 2
1906-1927:
Unordnung und früher Ruhm
Erstausgabe 1977, 204 Seiten, € 24,00
ISBN 3-935596-92-8
 Klaus-Mann-Schriftenreihe
Band 3
1927-1933:
Vor der Sintflut
Erstausgabe 1979, 256 Seiten, € 28,00
ISBN 3-935596-93-6

 Klaus-Mann-Schriftenreihe
Band 4.1
1933-1934:
Repräsentant des Exils
Sammlung der Kräfte
Erstausgabe 1992, 389 Seiten, € 44,00
ISBN 3-935596-94-1
Klaus-Mann-Schriftenreihe
Band 4.2
1934-1937:
Im Zeichen der Volksfront
€ 72,00
ISBN 3-935596-95-2
 Klaus-Mann-Schriftenreihe
Band 5
1937-1942:
Trauma Amerika
Erstausgabe 1986, 493 Seiten, € 52,00
ISBN 3-935596-96-0
 Klaus-Mann-Schriftenreihe
Band 6
1943-1949
Der Tod in Cannes
Autoren: Fredric Kroll und Klaus Täubert
Erstausgabe 1996, 815 Seiten, € 78,00

Die Männer mit dem rosa Winkel

Homosexuelle Männer im KZ Sachsenhausen
Herausgegeben von Joachim Müller und Andreas Sternweiler
400 S., br., € 28,00
978-3-86300-192-6
Nach der ersten offiziellen Erwähnung der homosexuellen Opfer des Nationalsozialismus durch Bundespräsident Richard von Weizsäcker dauerte es noch fünfzehn Jahre, bis die Gedenkstätte des KZ Sachsenhausen und das Schwule Museum eine Ausstellung zur Lage der homosexuellen Häftlinge ausrichteten. Der Katalog der Ausstellung (2000) ist neben zahlreichen verstreuten Aufsätzen und den Erinnerungen der Überlebenden nach wie vor die einzige Publikation, die umfassende über das Leben, Leiden und Sterben der Männer in einem Lager Auskunft gibt. Dieses seit langem vergriffene Buch soll nicht fehlen, wenn 70 Jahre nach Kriegsende der Evakuierung, Befreiung oder Übergabe der Lager an die Opfer dieses mörderischen Systems gedacht wird; wir präsentieren deshalb eine unveränderte Neuauflage dieses Standardwerks.

Das Wunder Winckelmann
Ein Popstar im 18. Jahrhundert
200 S., br., € 22,-
978-3-86300-220-6
Johann Joachim Winckelmann (1717-1768) war der vermutlich berühmteste Deutsche seiner Zeit. Vor allem sein Leben, sein mühsamer Weg vom Schusterjungen zum Präsidenten der Altertümer Roms, und seine Begeisterung für die Schönheit griechischer Kunst faszinierte nicht nur adelige Sammler, sondern auch die gerade entstehende bürgerliche Öffentlichkeit. Als «deutscher Grieche» wurde sein Hang zur «griechischen Liebe» und einem rein männlichen Schönheitsideal allenthalben bereitwillig akzeptiert; seine Schriften gelten als Fundament des Klassizismus. Aus Anlass seines 300. Geburtstags präsentieren wir eine literarische Blütenlese mit Texten von Goethe, Casanova, Herder, Hauptmann, Pater und anderen, nicht zuletzt auch einer Auswahl aus den Schriften und (Liebes-)Briefen Winckelmanns.

Eric Walz
SCHWULE SCHURKEN
erweiterte Neuauflage
250 S., Taschenbuch, € 14,00
978-3-86300-033-2
Der Olymp der schwulen Helden ist gut bevölkert, Michelangelo, Proust und Thomas Mann werden gern als Vorzeigehomosexuelle zitiert. Eric Walz eröffnet mit "Schwule Schurken" den Hades und beschreibt das Leben von elf Männern, die Kriege geführt, gemordet und erpresst haben. Papst Sixtus IV. hat mit Ablasshandel und Inquisition ein dunkles Kapitel der Kirchengeschichte geschrieben, Alfred Redl war als Verräter im österreichischen Generalstab maßgeblich an der Katastrophe des 1. Weltkriegs beteiligt, Edgar Hoover ließ außer "Kommunisten" auch Schwule vom FBI verfolgen und tanzte selbst gern im Fummel. Eric Walz erzählt sehr unterhaltsam vom öffentlichen und privaten Leben seiner "Schurken" - eine aufschlussreiche Ergänzung zum Geschichtsunterricht. Viele historische Ereignisse lassen sich vor dem privaten Hintergrund ihrer Helden besser verstehen. Heiratsdiplomatie, einflussreiche Mätressen und Kindesmord sind Teil des heterosexuellen Musters, das jeder in der Schule lernt. Die homosexuelle Variante dagegen ist weniger bekannt, nicht zuletzt deswegen, weil über die "unglückliche Veranlagung" der betreffenden Persönlichkeiten diskret geschwiegen wurde. Die Schwulen selbst schmücken "ihre" Geschichte lieber mit sensiblen Künstlernaturen als mit skrupellosen Politikern und brutalen Mördern. Die Zeit scheint reif für etwas Aufklärungsunterricht. Und das sind die "Schwulen Schurken": Alexander der Große, Heliogabal, Papst Sixtus IV., Friedrich der Große, Maximilien Robespierre, Alfred Redl, Ernst Röhm, Edgar J. Hoover, Yukio Mishima, Michael Kühnen, Jeffrey Dahmer. Diese Neuausgabe enthält zudem erstmals Biografien von Henri III. und Jean Genet (der so gern ein Schurke gewesen wäre). Seit der Erstausgabe seiner «Schwulen Schurken» von neun Jahren hat Eric Walz (Jg. 1966) sich als Autor historischer Romane einen Namen gemacht («Die Herrin der Päpste», «Die Sündenburg»), doch sein Debut fällt nach wie vor aus dem Rahmen.

Christoph Dompke
Alte Frauen in schlechten Filmen
Vollständig überarbeitete und ergänzte Neuausgabe
200 S., Br., € 16,00
978-3-86300-114-8, [Als ebook 978-3-86300-115-5]
Auch große Diven werden älter, aber nicht jede will das wahrhaben. Ob aus Eitelkeit oder des Geldes wegen: viele große Schauspielerinnen haben am Ende ihrer Laufbahn grauenvolle Filme gedreht oder mussten sich für Billigware verheizen lassen, weil ihnen andere Rollen nicht mehr angeboten wurden. Manchmal sind die Ergebnisse so furchtbar, dass sich bei augenzwinkernder Betrachtungsweise schon wieder Funken daraus schlagen lassen. Mit profunder Detailkenntnis vertieft sich Christoph Dompke in die letzten Zuckungen seiner Idole – das Spektrum reicht von Pola Negri über Joan Crawford bis Maryl Streep. Die Erstausgabe im Jahr 1998 rief in der Presse einen Sturm der Begeisterung hervor – diese Neuauflage ist von Grund auf überarbeitet und um zirka zwanzig Schicksale er weitert.

Konformitäten und Konfrontationen
Homosexuelle in der DDR
Herausgegeben von Pretzel, Andreas / Weiß, Volker
256 S., br., € 22,00
978-3-86300-182-7
Schwule und Lesben in der DDR waren von Beginn an mit einer liberaleren Gesetzgebung konfrontiert als ihre Brüder und Schwestern in der BRD. Bedrohlich war ihre Lage dennoch, eine öffentliche Debatte über ihre Situation oder eigene Organisationen blieben lange unerwünscht. Und doch regten sich schon früh und vereinzelt Fürsprecher der sexuellen Minderheiten, entwickelten sich trotz eines enormen Anpassungsdrucks innerhalb einer uniformen Gesellschaft schon vor dem Aufbruch in den 1980er Jahren eigene Handlungsspielräume. Im Zentrum dieses Bands stehen die Erfahrungen und Rückwirkungen schwuler Selbstbehauptung in den 1970er und 1980er Jahren: Abgerundet wird er durch Rückblenden in die 1950er und 1960er Jahre sowie durch Betrachtungen über dieses abgeschlossene Kapitel der Geschichte aus heutiger Perspektive. 

Elvira Totterheels in Gran Canaria
Übersetzer ins Englische: Ashley Lancaster
192 S., br., € 14,00
978-3-86300-204-6
Where do you go in the wintertime? Many gay people know only one answer: to Gran Canaria. There they feel free, there they can live their life. And they do it in a way they wouldn't have the courage to do it at home! This novel has been written in 1992, but it is nice to read it in holidays still now.



Elvira Klöppelschuh:
Elvira auf Gran Canaria
208 Seiten, Br., € 12,00
978-3-935596-43-5
Mit tiefem Verständnis und großer Zuneigung, spitzer Feder, Spott und Ironie beobachtet Elvira das muntere Treiben am Strand und in den Dünen, in Cafes und Bars von Gran Canaria. Der Bestseller, der schon im Verlag rosa Winkel mehrere Auflagen erreicht hat, ist jetzt in neuer Ausstattung bei Männerschwarm wieder lieferbar!
Elvira für Homosexuelle:
Endlich raus! Mit Elvira raus aus den Zwängen des Alltags. All das genießen, was zu Hause manchmal schwer zu haben ist: vor allem aber rund um die Uhr unter unseresgleichen zu sein. Elvira ist eine von uns. Sie teilt unsere Sehnsüchte und schwadroniert ohne Rücksicht auf Verluste drauflos: Sie rät, bei der Suche nach dem Urlaubs-Lover nicht auf die Braungebrannten reinzufallen, weil die bestimmt bald abreisen. Sie weiß, was in das Strandtäschchen gehört und um welche Uhrzeit man sich wo im Yumbo-Center einzufinden hat. Sie kennt den Abschiedsschmerz, wenn der Lover zum Flughafen muss, weiß um Problemzonen, kennt Freud und Leid mit Müttern, Hunden und Heteros, mit denen wir auch im Urlaub zumindest am Rande zu tun haben.
Elvira für Heterosexuelle:
Schwule auf Reisen, auf Sylt, Mykonos oder Gran Canaria: wer wissen will, wie sie wirklich sind, hat hier ausreichend Gelegenheiten, sie zu beobachten. Und wer sich so nah nicht herantraut, dem öffnet Elvira Klöppelschuh die Augen. (Und ganz normal geht es ja auch am Ballermann nicht zu!) 

Ralf König
Der junge König
Band 1: Die frühen Schwulcomix
180 S., geb.,  25,00 €
978-3-86300-170-4
In diesem Frühjahr erscheint der erste Band. Er enthält den unter Fans schon legendären, seit Jahrzehnten nicht mehr erhältlichen Band Schwulcomix 1 aus dem Jahr 1981 sowie den Folgeband Schwulcomix 2 aus dem Jahr 1984. Diese Neuausgaben werden ergänzt um Zeitschriftenveröffentlichungen und Auszügen aus dem ebenfalls seit langem verschollenen Sensationellen ComicBook.Der zweite Band erscheint im Herbst 2014 und wird Schwulcomix 3 und 4 enthalten sowie weitere Zeitschriftenveröffentlichungen und die vielen Fans bisher nur vom Hörensagen bekannten Geschichtenüber die Bergleute Bodo und Heinz.

Ralf König
Der junge König Band 2: 1985-1987
Die Erfindung der Knollennase
280 S., geb., € 33,00
978-3-86300-171-1
Die Sammler-Edition der frühen Werke Ralf Königs geht weiter. Dieser Band enthält die lange vergriffenen Bände Schwulcomix 3 und 4,  außerdem eine Auswahl der legendären Bodo & Heinz-Comix, die König viele Jahre lang für die Bergbauzeitschrift Arbeit + Sicherheit zeichnete, drei seiner Safer Sex Comix und alle Geschichten über Norbert Brommer, die erste individuell ausgearbeitete Knollennase im Werk Königs. Dazu kommen weitere, zum Teil unveröffentlichte Zugaben. Während der erste Band die recht skurrile Vorgeschichte der Knollennasen dokumentierte, geht es jetzt richtig los. Und Ralf König erzählt in seinem Vorwort über die Jahre vor dem Durchbruch mit Der bewegte Mann.

Ralf König
Der junge König Band 3
1988-1990: Die Nasen werden bunt
180 S., br., € 28,00
978-3-86300-210-7
Ende der 80er Jahre: Ralf König hat den Höhepunkt seiner Produktivität erreicht, mehrere Verlage bringen parallel jedes Jahr Neuerscheinungen heraus. Der 3. Band über das frühe Schaffen, die „Prinzenjahre“ Ralf Königs umfasst die Jahre 1988 - 1990. Er enthält „Comics, Cartoons, Critzeleien“, „Prall aus dem Leben“, „Zitronenröllchen“ sowie die gemeinsam mit Walter Moers gezeichneten „Schwulxx-Comix“. Außerdem enthält auch dieser Band als Zugaben einige bisher in Buchform noch nicht veröffentlichte Zeichnungen und eine umfassende Bibliografie aller Veröffentlichungen, Nachdrucke, Übersetzungen und Varianten.

Ralf König: Bullenklöten!
136  S., Gb., € 15,00
978-3-86300-124-7
Die Geschichte von Pauls Jagd auf Ramon und Konrads zartem Werben um einen Klavierschüler ist einer der berühmtesten Comics von Ralf König. Mehr als hunderttausend Exemplare wurden in den letzten zwanzig Jahren verkauft, auch wenn das bayrische Landesjugendamt ihn lieber hätte verbieten lassen. Damals schrieb die FAZ: „Die Entscheidung der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften liest sich wie eine Kaufempfehlung.“ „Bullenklöten“ ist inzwischen ein echter Klassiker und zudem das erste Buch, das in unserem Verlag erschienen ist. Zu seinem (und unserem) zwanzigsten Geburtstag haben wir ihm deshalb ein schönes neues Outfit verpasst. In der Wirklichkeit ist Ramon jetzt vielleicht ein dicker frustrierter Familienvater – hier ist er so schön und stark wie eh und je!

Ralf König
Barry Hoden
Im Weltall hört dich keiner grunzen
Ein Konrad & Paul-Roman
200 S., geb., € 19,00
978-3-86300-180-3
In Konrad und Paul - Raumstation Sehnsucht tippte Freizeitautor Paul Niemöser seinen ersten Science-Fiction-Roman in den Laptop. Am Ende rast Astronaut Barry Hoden mit seinem Raumschiff «Libido XL» ungebremst und steuerlos ins tiefe, unbekannte All. Doch damit fängt die Story erst an! Weil sein Freund Konrad ihm rät, es ausnahmsweise mal mit «literarischem Anspruch» statt mit «Pimmelgeschichten» zu versuchen, schickt Paul die «Libido» zähneknirschend auf eine eher ungeile Odyssee ins Weltall: Durch ein kosmisches Schlurchloch stürzt das Raumschiff durch eine Raum-Zeit-Schleuse in ein fremdes Sonnensystem. Dort ist der Homo Sapiens ausgestorben, Barry begegnet nur Nacktschnecken, Schuppenflechten und anderen gewöhnungsbedürftigen Aliens. Die erschreckende Erkenntnis: Es gibt keine behaarten, geilen Kerle mehr! «Evolution ist ein Arschloch!», brüllt Barry verzweifelt und irrt einsam durch ein testosteronverödetes Universum. Da kreuzt plötzlich Edelnutte Trulla seinen Weg, und mit ihr Schlurchloch-Wissenschaftler Gon Rath, Techniker Schlamm Bratz und schließlich PIN, das erste Navigationssystem mit Penisneid! Es kommt wie geahnt: Spätestens nach der dramatischen Notlandung auf dem Planeten Prepution hat Paul die Nase voll von «Anspruch»: Was hier auf allen Vieren herumstapft, ist tierisch behaart und verhält sich auch sonst wenig kultiviert. Jetzt heißt es: GRUNZ! Folgen Sie Weltraumheld Barry Hoden und seiner «Libido» in unendliche Weiten unterhalb jeder Gürtellinie! Paul Niemöser setzt neue Tiefpunkte in der Science- Fiction-Literatur, kritisch kommentiert von Konrad, Brigitte und Schwester Edeltraut – die sich in Pauls Roman wenig erfreut als Gon Rath, Frigitte und Trulla wiederfinden.


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