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Frühjahrsreise 2017


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Besondere Empfehlung

Alain Badiou im Gespräch mit Peter Engelmann
Für eine Politik des Gemeinwohls
88 S., br., € 12,00
Bestseller

Islamische Feminismen
218 S., br., € 22,50

Mit Passagen-Verleger Peter Engelmann sprach Sabina Matthay im rbb info-radio in der Sendereihe Zwölfzweiundzwanzig
Die nächsten Veranstaltungen mit P. Engelmann:
28.04.17 Landhaus Dresden = Passagen Gespräch mit Alain Badiou und Peter Engelmann
 = http://www.literaturforum-dresden.de/
03.05.17, 19:30 Uhr Gorki Theater – Berlin = Passagen Gespräch mit Hélène Cixous und Peter Engelmann
 = http://www.gorki.de/de/passagen-gesprache-with-helene-cixous/2017-05-03-1900
13.06.17 Gorki Theater – Berlin = Passagen Gespräch mit Jean-Luc Nancy und Peter Engelmann
 = http://www.gorki.de/de/passagen-gespraeche-mit-jean-luc-nancy
17.10.17 Gorki Theater – Berlin = Passagen Gespräch mit Colin Crouch und Peter Engelmann
 = http://www.gorki.de/en/passagen-gesprache-mit-colin-crouch

Robert Fleck
Das Atelier im 21. Jahrhundert
106 S., br., € 14,30
978-3-7092-0204-3
Das Atelier des Künstlers ist ein Mythos und zugleich ein konkreter Ort. Durch seine hochgradige Individualisierung stellt es in der Arbeitswelt der postindustriellen Wirtschaftsgesellschaft einen utopischen Gegensatz zur Normierung der Arbeitsplätze dar. Das Buch untersucht die Geschichte und den Strukturwandel des Ateliers vom Anfang des 19. Jahrhundert bis in die Gegenwart. Als Grundlage dient dem Autor nicht zuletzt seine langjährige Recherchearbeit durch Atelierbesuche bei Künstler aller heute tätigen Generationen. Wie verhalten sich die zeitgenössischen Bildtechniken und die kollektiven Arbeitsformen der Künstler zum individuellen Künstleratelier? Welche Rolle behält das Atelier als ein exemplarischer Ort der Nichtöffentlichkeit angesichts der zunehmenden Vernetzung mit dem öffentlichen Raum und seinen medialen Repräsentationen? Das Atelier erscheint als eine in jedem Fall singuläre "Kriegsmaschine" im Sinne vom Deleuze und Guattari, von der ausgehend eine künstlerische Arbeit ihre "alterité", die radikale Andersartigkeit in der Welt der Gegenwart auszubilden vermag. Robert Fleck, 1957 in Wien geboren, seit 1981 in Paris, studierte unter anderem bei Gilles Deleuze und Michel Foucault. Von 2000-2012 leitete er die Kunsthochschule von Nantes, die Deichtorhallen Hamburg und die Bundeskunsthalle in Bonn. Heute ist er Professor für Kunst und Öffentlichkeit an der Kunstakademie Düsseldorf.

Alain Badiou
Trump
Der Tag der Wahl
Aus dem Französischen von Martin Born
48 S., br., € 8,90
978-3-7092-0265-4
Wie erklärt man den Sieg einer Person wie Trump? Welche Form von Subjektivität braucht es unter diesen Umständen? Wie können politische Programme und Aktionen für die Zukunft aussehen? An eben dem Abend, an dem Donald Trump zum Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika gewählt wurde, hielt Alain Badiou einen Vortrag an der UCLA in Los Angeles. In dieser hochaktuellen, politisch brisanten Rede bezieht der Philosoph Stellung zur Situation in den USA. Neben der Analyse der Ursachen und Gründe, die einem Politiker, der seiner Definition nach faschistisch ist, den Aufstieg zum sogenannten mächtigsten Mann der Welt ermöglicht haben, entwickelt Badiou hier Ansätze eines radikalen Gegenentwurfs: Er blickt nach vorne und versucht zu skizzieren, wie politischer Widerstand angesichts der aktuellen Ereignisse aussehen kann. Die Krise der westlichen Demokratien, deren jüngstes und vielleicht spektakulärstes Symptom der WahlsiegTrumps darstellt, birgt neben der Bedrohung womöglich die Chance einer politischen Neuorientierung, eines Aufbruchs zu neuen Formen des Engagements jenseits der etablierten politischen Institutionen. Folgt auf diesen Schock ein politisches Erwachen im Westen?

Catherine Millot
Ein Leben mit Lacan
Aus dem Französischen von Richard Steurer-Boulard
120 S., br., €15,90
978-3-7092-0262-3
Catherine Millot ist um die dreißig, als sie den siebzigjährigen Lacan kennen und lieben lernt. Von Anfang an ist ihre Beziehung von Reisen geprägt: nach Rom, Venedig, Barcelona, Budapest, Beirut, Tirana, London, zu den Kongressen und Vorträgen Lacans. Er hetzt durch sämtliche Museen und Kirchen, Auto fährt er nur mit Höchstgeschwindigkeit, er missachtet rote Ampeln und überholt am Pannenstreifen die im Stau steckenden Autos. Beim Skifahren gibt es nur Schussfahrten. Er geht nur in Restaurants, in denen man ihn kennt und nicht warten lässt. Millot fasziniert vor allem die Intensität, die die Persönlichkeit Lacans auszeichnet, sein Begehren, das sich direkt zu äußern scheint und sofortige Erfüllung verlangt, aber auch die äußerste Konzentration, zu der er fähig ist und die zu stundenlanger Bewegungslosigkeit beim Arbeiten führt. Millot zeigt uns den späten Lacan in intimen und alltäglichen Lebenslagen, in seinem Landhaus beispielsweise, wo Courbets Ursprung der Welt im Atelier an der Wand hängt, wo er bei jedem Wetter täglich im Pool schwimmt und endlos mit dem Borromäischen Knoten spielt, der die Verschlungenheit von Imaginärem, Symbolischem und Realem versinnbildlicht.

Jacques Derrida
Das Tier und der Souverän II
Seminar 2002-2003
456 S., br., € 58,00
978-3-7092-0227-2
Der Band umfasst das zweite Studienjahr des Seminars Das Tier und der Souverän, Derridas letztes Seminar (von Herbst 2001 bis Frühjahr 2003 an der Ècole des Hautes Ètudes en Sciences Sociales in Paris). Strukturiert wird es in so origineller wie fruchtbarer Weise durch „zwei miteinander verbundene, bald parallele, bald sich überkreuzende Lektüren": Gleichsam im Kreuzverhör zwischen Daniel Defoes Roman Robinson Crusoe (1719) und Heideggers Vorlesung Die Grundbegriffe der Metaphysik (1929-1930)entwickelt Derrida seine Gedanken zur „Souveränität".
Neben einem Durchgang durch diverse historische Lektüren des Robinson Crusoe (von Rousseau, Kant, Marx, Joyce, Woolf, Lacan, Deleuze u. a.) stehen minutiöse Untersuchungen im Fokus - zu so heterogenen Begriffen wie „Einsamkeit", „Insel", „Welt", „Kreis /Zirkel, „Ding", „Gebet", aber auch zum „Phantasma des Lebendig-Toten" oder zur „souveränen" Entscheidung zwischen Erd- und Feuerbestattung. Derridas Überlegungen zur „Souveränität" knüpfen dabei an Heideggers Gebrauch des Wortes „Walten" an, das in all seiner „Unübersetzbarkeit" reflektiert und mit der Frage nach dem „Eigenen des Menschen" und dem Tier verbunden wird. Das Tier und der Souverän I (2001-2002) (978-3-7092-0134-3)


Hélène Cixous
Osnabrück
184 S., br., € 23,90
978-3-7092-0250-0
„Es geht um das Leben meiner Mutter, in Wahrheit, ums Leben, zu leben, von ihrem Überleben zu leben und sogar, was noch mehr ist, um ihr Überleben, ihre Weisen, sich selbst zu überleben und die Zeit." Cixous erkundet erstmals die facettenreiche Persönlichkeit ihrer Mutter, die in vielen ihrer nachfolgenden Werke einen wichtigen Platz einnimmt und deren Geburtsort Osnabrück, Stadt des westfälischen Friedens, dem Band seinen Namen leiht. „Vor langer Zeit bereits ist dieses Buch aufgebrochen, Monate, Straßen, lang wie Nächte in fremden Ländern, ohne Züge, Städte in allen Größen, seit ein oder zwei Jahren durchwandert es das Mysterium der Zeiten auf den vier Kontinenten, die die Geschichte meiner Mutter tragen und sie gleichermaßen interessieren. [...] Doch bald schon entdeckte ich, dass es ein Kampf werden würde, dies Buch gegen sich selbst, und genauer noch ein Kampf meiner Mutter gegen meine Mutter, ich präzisiere: von Maman gegen meine Mutter und noch genauer ein in meiner Mutter selbst geführter Kampf, der sich über die ganze Erde hin erstreckte - die Erde, die sie ist —, zwischen Maman, meiner Mutter, Eve, unserer Mutter, Eva, Eva Klein der Verlobten meines Vaters, und Eve Cixous Hebamme, ein unausgesetzter Kampf so lebensnotwendig und stetig wie Herzschlag und Atem."

Alain Badiou
Für eine Politik des Gemeinwohls
Im Gespräch mit Peter Engelmann
Aus dem Französischen von Martin Born
88 S., br., € 12,00
978-3-7092-0247-0
Im sechsten Band der Reihe Passagen Gespräche setzen Alain Badiou und Peter Enge/mann auf kontoverse Weise ihre 2012 begonnene Diskussion über die Idee des Kommunismus, ihre Potenziale und Gefahren sowie ihre Bedeutung für die drängenden politischen Fragen der Gegenwart fort. War der erste Band der Reihe Passagen Gespräche den philosophischen Grundlagen der kommunistischen Hypothese Badious gewidmet, so nimmt dieser Band nun konkret Bezug auf die aktuelle politische Weltlage. Dabei wird die Gültigkeit und Anwendbarkeit von Badious Thesen angesichts von Problemen wie Migration, islamistischem Terrorismus und dem wiederauflebenden Nationalismus in Europa auf die Probe gestellt. Im Streitgespräch legt Badiou seine Überzeugung dar, dass die politischen Herausforderungen unserer Zeit nur mithilfe einer solidarischen Überbrückung jener Gräben gemeistert werden können, die die verschiedenen Nationen und Klassen heute schärfer denn je von einander trennen. Nur eine Politik, die sich als Politik aller Menschen versteht und nicht im Namen der Interessen einer Einzelgruppe agiert - sei es nun einer Nation, Religion oder Wertegemeinschaft -‚ kann die Welt aus der aktuellen Krise des global isierten Kapitalismus herausführen.
VIDEO: Peter Engelmann im Gespräch mit dem französischen Philosophen Alain Badiou


Tom Schoper
Ein Haus: Werk - Ding - Zeug?
Gespräche mit Gion A. Caminada, Hermann Czech, Tom Emerson, Hans Kollhoff, Valerio Olgiati
2: ÜBERARBEITETE AUFLAGE
184 S., zahlr. Abb., br., € 21,90
978-3-7092-0266-1
Was ist ein Werk in der Architektur und wie unterscheidet es sich vom alltäglichen Bauen? In persönlichen Gesprächen mit fünf international erfolgreichen und einflussreichen Architekten sucht Tom Schoper eine zeitgemäße Antwort auf diese Fragen.In seinen Gesprächen über das Wesen des Werkes in der Architektur fragt Tom Schoper, was das architektonische Werk heute sein kann, was seine Bedeutung ausmacht und weshalb die Architekten mit jeder Aufgabe erneut nach dem Werk streben. Dabei wirft der Autor einen Gegenblick auf Martin Heideggers Thesen zum Ursprung des Kunstwerkes, die das Werk vom dienenden Zeug und vom autonomen Ding unterscheiden. Die Aufzeichnungen dieser Gespräche zeigen, dass trotz der Differenzen der befragten Architekten in Generation und Herkunft die Arbeit an der Disziplin der Architektur immer als eine Auseinan­dersetzung zwischen Idee, Geschichte, Erfahrung und Ästhetik zu verstehen ist. Diese Auseinandersetzung ist es, die zum Wesen der Architektur führt. Tom Schoper, geboren 1967 in München, ist Architekt in Dresden und lehrt an  der Fakultät Architektur der TU Dresden. Sein Forschungsschwerpunkt liegt im  Bereich der Wechselwirkung von Architektur, bildender Kunst und Philosophie.

Islamische Feminismen
Herausgegeben von Zahra Ali
2., durchgesehene Auflage
218 S., br., € 22,50
978-3-7092-0263-0
Was in diesem Buch gezeigt wird, ist auserhalb der islamischen Welt kaum bekannt: dass auch in Landern, deren vorherrschende Religion der Islam ist, glaubige Frauen fur Gleichberechtigung kampfen, ihre heiligen Schriften gegen das Patriarchat wenden und sich gegen politische und religiose Autoritaten erheben, die die Rechte der Frauen zu beschranken versuchen. Von Ägypten bis in den Iran, von Marokko bis nach Syrien, in Frankreich, den USA und in Malaysia engagieren sich Forscherinnen, Intellektuelle und Aktivistinnen für einen feministischen Ansatz im Rahmen der muslimischen Theologie. Zahra Ali macht ihre Stimmen horbar und eroffnet auf dieses Weise zugleich eine Moglichkeit, den hegemonialen Feminismus zu entkolonialisieren. 

bereits angeboten:


Fotini Ladaki
Zeus' Avatare
96 S., br., € 11,90
978-3-7092-0206-7
Das Phrontisterionist als schulisches Parallelsystem Griechenlands Zauberwort und Fluch zugleich geworden. Als Symbol und Platzhalter für den fehlenden Souverän hat es sich in das politische und soziale Leben eingeschlichen und dort als geisterhafter Avatar der Macht installiert.Haben die Souveräne Griechenlands Angst davor, ermordet und erschlagen zu werden, wie Freud in seinem Werk Totem und Tabu geschildert hat? Stellen sie deswegen mit dem Phrontisterioneinen Avatar als Repräsentanten der symbolischen Ordnung an ihre Stelle und an die des Anderen? In Form dieses Avatars rückt der Souverän gleichsam wie ein Geist seinen Mitmenschen, den Wählern, auf den Pelz. Damit kommt es zu einer Verschmelzung und Aufhebung von Differenzen, und die symbolische Ordnung gerät in Gefahr. Könnte sich auch die Ödipus­Sage gar nicht in Griechenland zu­getragen haben, sondern in Ägypten, wie Immanuel Velikovsky in seinem Werk Ödipus und Echnatonbehauptet? Immerhin hat es in Griechenland nie eine Sphinx gegeben, sondern nur Satyrn mit falschen  Lyren.  Schließlich  kommt  auch  noch  der  hundsköpfige Christophorus aus der orthodoxen Ikonographie ins Spiel, der Jesus in sich und nicht auf sich trägt. Er soll als Assoziation für einen Satz von J. Lacan – „Das sprechende Wesen ist ein krankes Tier“ – herhalten und für die Macht der Sprache als Logos plädieren: sie kann vernichten und zum Märtyrer machen. Fotini Ladaki, geboren 1952 in Griechenland, ist Psychoanalytikerin und freie Autorin.

Tore Langholz
Das Problem des "immer schon" in Derridas Schriftphilosophie
288 S., Br., € 32,00
978-3-7092-0232-6
Das Buch richtet den Blick auf die zahllosen immer schon in Derridas Grammatologie. Dadurch wird die Strategie der Schrifttheorie ihrer eigenen Initialisierung unterstellt. Auf dem vom immer schon abgesteckten Zickzackparcours durch die abendländische Metaphysikgeschichte wird das Kalkül der grammatologischen Begründungspraxis gegen sich selbst in Stellung gebracht. Das Experiment ist riskant, verführt das immer schon doch zu einem Vergleich der grammatologischen Ursprungsgenese mit jener in der jüdischen Schrifttradition. Eine beiläufige Bemerkung Derridas über Moses Mendelssohn ermöglicht das Auslesen einer Spur, die hinter die Grenzposten der griechischen Philosophie führt. Dabei treten bemerkenswerte Analogien zwischen dem Schriftbegriff Derridas und in dem jüdischen Schrifttradition hervor: das Verhältnis von Mündlichkeit und Schriftlichkeit sowie die in dieser Relation zum Tragen kommende Vorstellung einer Schrift, die älter ist als die Schrift selbst - einer Schrift.

Alain Badiou
Auf der Suche nach dem verlorenen Realen
72 S., br., € 9,90
978-3-7092-0222-7
Die Behauptung unumgänglicher ökonomischer Zwänge ist in unserer kapitalistischen Wirklichkeit allgegenwärtig, konstatiert Alain Badiou. Er bricht auf zu einer Suche nach dem emanzipativen Potenzial dieses Realen, das er auf drei unterschiedlichen und einander ergänzenden Denkwegen, für die die Namen Molière, Lacan und Pasolini stehen, umkreist. Auf seiner Suche begleiten Badiou drei prominente Denker: Molière als „Eingebildeter Kranker“ zeigt ihm die Dialektik von Schein und Wirklichkeit sowie die Querverbindungen zwischen Theater und Demokratie. Jacques Lacan wird, ausgehend von seiner Definition des Realen als „Unweg der Formalisierung“, nach dem Verhältnis von Mathematik und Politik befragt. Schließlich macht Badiou sich Pier Paolo Pasolini mit dessen Gedicht „Gramscis Asche“ zum Komplizen, indem er den Begriff des Realen mit dem der Geschichte verknüpft, um – gegen das proklamierte „Ende der Geschichte“ – die Möglichkeit eines „Realen der Geschichte“ und damit einer emanzipativen Bewegung auszuloten. Alain Badiou, geboren 1937 in Rabat, Marokko, lebt als Philosoph, Mathematiker und Romancier in Paris 

Alain Badiou, Marcel Gauchet
Was tun?
Dialog über den Kommunismus, den Kapitalismus und die Zukunft der Demokratie
168 S., br.,  € 19,80
978-3-7092-0223-4
In einem spannenden Dialog treffen Alain Badiou, Galionsfigur der radikalen Linken und Hauptverteidiger der kommunistischen Idee, und Marcel Gauchet, eminenter Vertreter des Antitotalitarismus und Verteidiger der liberalen Demokratie, aufeinander, um über Kommunismus, Kapitalismus und die Zukunft der Demokratie zu streiten.
Man dachte, dass der Kommunismus mit dem Fall der Berliner Mauer definitiv zusammengebrochen sei und dass die liberale Demokratie das Spiel gewonnen habe. Mit der beispiellosen Krise, die wir durchmachen, ordnet sich nun das Feld der Möglichkeiten neu an. Ist die Demokratie unrettbar vom Kapitalismus gefangen oder kann sie sich neu erfinden, um Antworten auf die Herausforderungen der Globalisierung zu formulieren? In dem vorliegenden, bisher unveröffentlichten Dialog diskutieren Alain Badiou, einer der wichtigsten Vertreter der radikalen Linken und Hauptverteidiger der Idee des Kommunismus, und Marcel Gauchet, Kämpfer für eine liberale Demokratie, über ihre verschiedenen Gesellschaftsentwürfe. Gemeinsam ziehen sie Bilanz aus der Geschichte und konfrontieren ihre jeweiligen Projekte: einerseits die Erneuerung der „kommunistischen Hypothese“, andererseits die tiefgreifende Reform eines in Frage gestellten demokratischen Modells. Alain Badiou, geboren 1937 in Rabat, Marokko, lebt als Philosoph, Mathematiker und Romancier in Paris. Marcel Gauchet, geboren 1946 in Poilley, Frankreich, ist Philosoph, Historiker und Studienleiter an der École des Hautes Études en Social Sciences


Jean-Luc Nancy, Adèle Van Reeth
Lust
112 S., br., € 14,90
978-3-7092-0234-0
Genießen und Lust haben eine Geschichte. Doch entweder wurde versucht, beides im Namen einer höheren Moral zu verdammen, oder sie wurden, wie im Mai 68, zum Programm erhoben: „Grenzenlos genießen!“ Diese Schrift ist eine philosophische Entdeckung der Lust – ein Begriff, dessen Bedeutung weit über die Sphäre des Sexuellen hinausreicht. Das Streben nach Lust ist eine wichtige Antriebsfeder – sowohl für jeden Einzelnen als auch für die Gesellschaft insgesamt –, und es taucht oft als Topos bei Philosophen, Schriftstellern und Künstlern auf, häufig jedoch, ohne beim Namen genannt zu werden. Worum handelt es sich? Dieses Buch ist weder ein praktischer Ratgeber, wie der Leser besser genießen könne, noch beschränkt es sich auf die ernüchternde Feststellung, dass wir in einer Gesellschaft leben, für die Genießen und Lust gleichbedeutend mit einem Maximum an Gütern und Vergnügungen sind. Der Leser hat vielmehr die Gelegenheit, in die fesselnde Erläuterung einer schwer zu beschreibenden Erfahrung einzutauchen, die zahlreiche spannende philosophische Fragen aufwirft. Jean-Luc Nancy, geboren 1940 in Caudéran, ist emeritierter Professor für Philosophie der Université Marc Bloch in Straßburg. Er hält Gastprofessuren in Berkeley, Berlin, Irvine und San Diego.
Dieses Buch ist das Buch zur Revolution der ökonomischen Rechte - eine Abrechnung mit einem System ohne Zukunft.

Das Kapitalismustribunal ermittelt, was in der Ökonomie nie wieder geschehen darf:

Das Kapitalismustribunal
Zur Revolution der ökonomischen Rechte (Das rote Buch)
Herausgegeben von Haus Bartleby, Anselm Lenz, Alix Fassmann, Hendrik Sodenkamp
160 S., br., € 18,10
978-3-7092-0220-3
Texte von Alain Badiou, Hans-Christian Dany, Lili Fuhr, Ingrid Gilcher-Holtey, David Graeber, Alon Harel, Kira Kirsch, Louis Klein, Ángela Lambea, Volker Lösch, Graeme Maxton, Achille Mbembe, Wolfgang Neskovic, Guillaume Paoli, Angela Richter, Saskia Sassen, Nis-Momme Stockmann, Ilija Trojanow u.a.

Das Kapitalismustribunal konstituiert ein ziviles Gerichtsverfahren über die mutmaßlichen Verbrechen des ökonomischen Systems in Europa und dessen Protagonisten. Die Entwickler und Organisateure sind die Herausgeber vom Berliner "Haus Bartleby". In ihren Originalbeiträgen stellen Teilnehmer und Unterstützer der Wiener Prozesse des Kapitalismustribunal die Disparität von geltendem Recht und der ökonomischen Gegenwart zur Disposition. Dieser Band leistet rechtshistorische, kulturwissenschaftliche und literarische Grundlagenarbeit für den Gedanken der Revolution der ökonomischen Rechte des Menschen. Er bereitet den Durchbruch in die Gestaltbarkeit von Gesetzen und Ökonomie durch die Menschen selbst vor. Dieses Buch kann als epochemachender Ausgangspunkt dieses Prozesses gelesen werden. Das "Haus Bartleby" gründete sich im Jahr 2014 als Zusammenschluss von Akademikern, Arbeitern, Technikern und Autorinnen im "Zentrum für Karriereverweigerung" in Berlin, um als Lobby, Think Tank und Loge an einem neuen Verständnis von Arbeit zu forschen. 2015 erschien ihre erste Anthologie "Sag alles ab!" in der Edition Nautilus, Hamburg. Das Kapitalismustribunal ist ein Projekt des Berliner Haus Bartleby e. V. in Koproduktion mit brut Wien und WERK X und mit Unterstützung u. a. des Club of Rome, der Rosa-Luxemburg-Stiftung, der Heinrich-Böll-Stiftung und der Friedrich-Ebert-Stiftung.
Video: Opening Ceremony am 1. Mai 2016


Slavoj Žižek
Die Metastasen des Genießens
3., durchgesehene Auflage
232 S., Br., € 26,00
 978-3-7092-0238-8
In Auseinandersetzung unter anderem mit den Filmen David Lynchs und unter ständigem Rückgriff auf die Psychoanalyse Lacans spürt Slavoj Žižek den Mechanismen nach, die das Politische und das Erotische unter der Oberfläche ihrer vermeintlichen Gegensätzlichkeit untrennbar miteinander verknüpfen. Žižek verbindet in seiner Analyse die erotische Kategorie des Genießens mit der politischen Kategorie der Gewalt und folgt den Spuren der traumatischen Konflikterfahrung des Genießens vor dem Hintergrund der von Freud attestierten „allgemeinen Erniedrigung des Liebeslebens“. Dabei wird unter anderem deutlich, dass die körperliche Realität politischer Gewalt eines phantasmatischen Hintergrunds bedarf, um wirksam sein zu können, und dass das öffentliche Gesetz der bürgerlichen Gesellschaft auf dem obszö- nen Genießen des Über-Ich und seinen unerfüllbaren Forderungen ruht. In den Metastasen des Genießens stößt der Leser auf Thesen Žižeks, die sich wie ein roter Faden durch sein Gesamtwerk ziehen, gleichsam an ihrem Ursprungsort. Slavoj Žižek, geboren 1949 in Ljubljana, ist Philosoph und Psychoanalytiker. 

Derrida, Jacques
Von der Gastfreundschaft
4. Auflage
168 S., Br., € 21,90
978-3-7092-0228-9
Von der Gastfreundschaft gehört zu den Texten Jacques Derridas, die eine Ethik der Dekonstruktion zu formulieren suchen. Dabei bietet es einen leicht nachvollziehbaren Einstieg in das Denken Derridas, das hier gleichsam in Aktion sichtbar wird. In exemplarischen Lektüren ausgewählter Dialoge Platons sowie des Ödipus auf Kolonos von Sophokles, in denen verschiedene Figuren des ‚Fremden‘ skizziert werden, erscheint die Frage des Fremden als Frage des Fragens: „Besteht die Gastfreundschaft darin, dem Ankömmling Fragen zu stellen? Oder beginnt die Gastfreundschaft damit, dass man empfängt, ohne zu fragen?“ In Frage steht die Unterscheidung zwischen einer bedingten und der unbedingten Gastfreundschaft, die ‚Antinomie‘ zwischen den Gesetzen der Gastfreundschaft und dem Gesetz der Gastfreundschaft. Auch in Bezug auf biblische Beispiele, in denen die Gesetze der Gastfreundschaft über allem, auch über ethischen Verpflichtungen zu stehen scheinen, stellt Derrida die Frage: „Sind wir die Erben dieser Tradition der Gastfreundschaft? Inwieweit?“

Jean Baudrillard
Das Andere selbst
3., durchgesehene Auflage
88 S., br., € 11,90
978-3-7092-0224-1
In diesem Schlüsselwerk, das die zentralen Thesen seiner Bücher durchmisst, sie korrigiert und wiederbelebt, versetzt sich Jean Baudrillard in die Position eines imaginären Reisenden, der seinen Schriften begegnet wie verschollenen Manuskripten und sich dabei bemüht, die Gesellschaft, die sie beschreiben, in Ermangelung beweiskräftiger Dokumente, wiederauferstehen zu lassen. Diese Schrift gibt einen retrospektiv aufgenommenen Überblick über das Werk Jean Baudrillards und umreißt dabei zentrale Begriffe wie Simulation, Verführung, Transparenz und Obszönität. Seine Sprache verführt die Dinge, reißt sie in den Strudel einer rauschhaften Bewegung, um zu verhindern, dass sie unter der Hülle eines verhärteten Sinns erstarren. Damit simuliert seine Theorie bewusst die Strategien einer Welt der beschleunigten Kommunikation, welche angesichts der obszönen Präsenz der Bilder und der totalen Information zunehmend verödet. In dieser Situation kann adäquate Theorie keine Sinnbildung sein, sondern nur eine „Herausforderung an das Reale“, ein „Blitzstrahl der Verführung, der die polaren Sinnkreisläufe zum Aufschmelzen bringt“. Jean Baudrillard (1929–2007) war Professor für Soziologie an der Universität Paris-Nanterre. 

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Mihály Vajda
Meine Gespenster
Biografisch-philosophische Essays zur Zeitgeschichte
Mit einem Vorwort von Péter Esterházy
352 S. Br., € 39,90
978-3-7092-0184-8
Das Leben des ungarischen Philosophen Mihály Vajda, einem direkten Schüler von Georg Lukács, gleicht einer Fahrt in der Gespensterbahn der politischen Geschichte des 20. und 21. Jahrhunderts. Als jüdisches Kind entging er nur knapp der Ermordung durch die faschistischen Pfeilkreuzler in Budapest. Der Repression durch den sozialistischen Staat in Ungarn folgten die Anfeindungen durch das Orban­Regime. In 18 philosophischen Essays lässt Vajda die Gespenster seiner Biografie Revue passieren, die auch die Traumata unserer kollektiven Geschichte sind. Für Vajda muss Philosophie daher mit der individuellen Geschichte und der persönlichen Erfahrung verschränkt sein, wenn sie sich nicht in akademischen Debatten verlieren und gesellschaftlich irrelevant werden will. Mihály Vajda, 1935 in Budapest geboren, zählteEnde der 1950er­Jahre zum engen Kreis um Georg Lukács und erhielt in den 1970er­Jahren als ideologischer Abweichler  Unterrichts­ und  Publikationsverbot.  Nach Gastprofessuren in Deutschland und an der New School for Social Research in New York wird Vajda 1989 offiziell rehabilitiert und später in die ungarische Akademie der Wissenschaften aufgenommen und war Professor für Philosophie an der Universität Debrecen.


Alain Badiou
Philosophie des wahren Glücks
104 S., br., € 13,90
978-3-7092-0200-5
Alain Badiou hat die heute seltene Fähigkeit, Grundbegriffe unseres Lebens wie Liebe oder Glück auf hohem philosophischen Niveau, aber trotzdem verständlich und zeitgemäß zu erklären. Nach seinem Lob der Liebe, das zum philosophischen Bestseller wurde, folgt jetzt sein Buch Philosophie des wahren Glücks. Die Faszination Badious liegt in seinem philosophisch begründeten Weltbild, mit dem er für viele Menschen Orientierung in einer zunehmend unübersichtlichen Realität bietet. Wie die Liebe erklärt Badiou auch das Glück im Rahmen seines kohärenten Weltbildes als Subjektwerdung des Individuums: Die philosophische Grundfrage nach dem Glück ist durch den kapitalistischen Imperativ des Konsums und dessen gesellschaftliche Realität, die Selbstgenügsamkeit, ausgeblendet worden. Einer Metaphysik bleibt dadurch der Weg versperrt. Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, zeichnet Badiou die Subjektivierung als wesentlichen Prozess der Rekonstruktion einer Kategorie des Absoluten in vier Bereichen nach: die politische Emanzipation, die künstlerische Kreation, die wissenschaftliche Invention und die Alteration in der Liebe. Es geht Badiou um eine Teilhabe des Individuums am Absoluten (an den Wahrheiten), mithin um das Glück jedes Einzelnen.


Alain Badiou, Slavoj Žižek
Philosophie und Aktualität
Ein Streitgespräch
3., durchgesehene Auflage
104 S., Br., € 14,90
978-3-7092-0201-2
In seinem Buch Philosophie und Aktualität, der überarbeiten Neuauflage seines berühmten Streitgesprächs mit Slavoj Žižek, verteidigt Alain Badiou seinen Ansatz, dass Philosophie im Namen aller sprechen und Orientierung bieten soll. Slavoj Žižek vertritt dagegen die Auffassung, dass Philosophie in Streitfragen unserer Zeit keine Orientierung bieten, sondern nur Fragen neu stellen kann. Eine spannende Grundsatzdebatte der kontroversesten Philosophen der Gegenwart. Alain Badiou, geboren 1937 in Rabat, Marokko, lebt als Philosoph, Mathematiker und Romancier in Paris. Slavoj Žižek, geboren 1949 in Ljubljana, ist Philosoph und Psychoanalytiker.

Jacques Rancière
Politik und Ästhetik
Im Gespräch mit Peter Engelmann
112 S., br., € 14,90
978-3-7092-0142-8
In  dem neuen Band unserer der erfolgreichen Reihe Passagen Gespräche skizziert Jacques Rancière, der die heutige Sicht auf Politik und Ästhetik maßgeblich geprägt hat, die Stationen seiner intellektuellen Biografie und entfaltet die zentralen Begriffe seines Denkens. Für das Verständnis seines Denkens ein unverzichtbares Buch: Ausgehend von seinem Bruch mit dem strukturalistischen Marxismus skizziert Rancière die Entwicklung seines Denkens: Von seinen frühen Studien zur Arbeiteremanzipation bis hin zu seinen jüngeren Untersuchungen zu Literatur, Film und bildender Kunst wird dabei die  durchgängige Verbindung  von  ästhetischen  und  politischen Fragestellungen in seinem Schaffen sichtbar. Gegen die von ihm diagnostizierte Konstruktion eines gesellschaftlichen Konsenses bringt er das Politische als Dissens, als Störung der etablierten Aufteilung des Sinnlichen, in Stellung. Dabei beharrt er in Abgrenzung zu Althusserund Bourdieu auf der egalitären Dimension der ästhetischen Erfahrung und versteht seine Bestimmung der Ästhetik als „Regime der Erfahrung“ als Revision der etablierten kunstgeschichtlichen Epochenbildung und Kritik am modernistischen Dogma. Abschließend wird mit Blick auf aktuelle soziale Bewegungen und Kunstpraktiken nach deren kritischen Potenzial gefragt und eine mögliche Annäherung künstlerischer und politischer Strategien thematisiert. Jacques Rancière, geboren 1940, lehrte zwischen 1969 und 2000 Philosophie und Kunsttheorie an der Universität Paris VIII.


Jacques Rancière
Das Unbehagen in der Ästhetik
3., überarbeitete Auflage.
160 S., br., € 19,90
978-3-7092-0207-4
Damit es Kunst gibt, genügt es nicht, dass es Maler oder Musiker, Tänzer oder Schauspieler gibt. Damit es ästhetisches Empfinden gibt, genügt es nicht, dass wir Vergnügen daran finden, sie zu sehen oder zu hören. Damit es Kunst gibt, braucht es einen Blick und ein Denken, die sie identifizieren. Ästhetik ist der Name eines spezifischen Regimes der Identifizierung von Kunst.Man klagte gestern die Ästhetik an, die kulturellen Spiele der gesellschaftlichen Unterscheidung zu verdecken. Man möchte heute die künstlerischen Praktiken von ihrem parasitären Diskurs befreien. Aber die Ästhetik ist kein Diskurs, sie ist ein historisches Regime der Identifizierung von Kunst. Dieses Regime ist paradox, denn es begründet einerseits die Autonomie der Kunst und löst andererseits ihre Grenzen zu den Gegenständen des gewöhnlichen Lebens auf. In dieser unaufgelösten Spannung von zwei Politiken ist die Ästhetik nicht zufällig politisch, sondern ihrem Wesen nach. Die Aufarbeitung dieser konstitutiven Spannung erlaubt zu verstehen, wie die Aufrufe, die Kunst von der Ästhetik zu befreien, heute dazu führen, sie mitsamt der Politik in ethischer Ununterschiedenheit zu ertränken.

Jacques Derrida, Hans­Georg Gadamer, Philippe Lacoue­Labarthe
Das Kolloquium von Heidelberg
Heidegger: Philosophische und politische Tragweite seines Denkens
160 S., br., € 19,90
978-3-7092-0203-6
Das Kolloquium von Heidelbergbeschäftigt sich lange vor dem Erscheinen der „Schwarzen Hefte“ mit den Konsequenzen von Heideggers Verstrickung in den Nationalsozialismus für die Deutung seines philosophischen Werkes. Diese weiterhin heftig umstrittene Frage wird von drei der besten Heidegger­Exegeten  jenseits vereinfachender Polemik differenziert und facettenreich ausgeleuchtet.Am 5. und 6. Februar 1988 fand in der Universität von Heidelberg das Kolloquium „Heidegger: Portée philosophique et politique de sa pensée“ statt. Im selben Hörsaal, in dem Heidegger 1933 seine „Rede über die Universität im neuen Reich“ gehalten hatte, sprachen Lacoue­Labarthe, Derrida und Gadamer Die aus dem Stegreif gehaltenen Beiträge stießen auf großes Publikumsinteresse und fanden ein breites Echo, nicht zuletzt, weil Derrida und Gadamer nach ihrer Begegnung im Jahr 1981 in Paris erstmals wieder das öffentliche Gespräch aufnahmen. Außerdem war kurz zuvor in Frankreich Víctor Farías’ vieldiskutiertes Buch über Heideggers Verstrickungen in das NS­Regime erschienen.  Die Frage wird von den drei Philosophen differenziert und facettenreich ausgeleuchtet. Jacques Derrida (1930–2004) lehrte Philosophie in Paris und den USA.  Hans­Georg  Gadamer  (1900–2002)  lehrte  Philosophie  in Leipzig  und  Heidelberg. Philippe  Lacoue­Labarthe  (1940–2007) lehrte Philosophie in Straßburg.


Paul Virilio
Die Verwaltung der Angst
2. überarbeitete Auflage
96 S. Br., € 12,90
978-3-7092-0209-8
Klimachaos, Börsenpanik, Wirtschaftskrise, Terrorismus... Die stetig wachsende Zahl der Bedrohungen, denen wir heute ausgesetzt sind, veranlasst Paul Virilio zu Überlegungen über das Phänomen der Angst, ihre mediale Verbreitung und politische Instrumentalisierung in einer globalisierten, unablässig beschleunigten Realität. Im Gespräch mit dem Herausgeber und Journalisten Bertrand Richard zeichnet Virilio das Porträt einer „unbewohnbar gewordenen Welt“. In dieser erscheint die Angst als unvermeidliche Kehrseite der Fortschrittspropaganda, weil die Politik neuerdings von globaler statt von individueller Sicherheit spricht und damit sukzessive die Gesellschaft unterminiert. Paul Virilio liefert eine umfassende Analyse der politischen, medialen, aber auch philosophischen Implikationen der allgegenwärtigen Angst, die von den Mächtigen verbreitet, orchestriert und verwaltet wird. Einmal mehr warnt er davor, schreckensstarr und tatenlos den Ereignissen zuzusehen und ruft zum Bruch mit der „Echtzeit“ auf, damit die Diversität, jene des Lebens, der Orte, aber auch jene der Zeit, fortlebt. Paul Virilio wurde 1932 in Paris geboren. Er begründete die École Spéciale d’Architecture und lebt heute als Architekt, Stadtplaner und Schriftsteller in La Rochelle.

Anne-Béatrice Clasmann
Der arabische (Alb-)Traum
Aufstand ohne Ziel
300 S., Br., € 29,90
978-3-7092-0173-2
Weshalb sind die meisten Revolutionsbewegungen des Arabischen Frühlings gescheitert? Wie schädlich ist der Einfluss von Regionalmächten wie Saudi-Arabien und Iran? Und was droht, wenn Staaten in Nahost und Nordafrika über Jahre instabil bleiben oder gar zerfallen? Den Demonstranten und Aufständischen, die 2011 in mehreren arabischen Staaten an den Grundfesten der alten Ordnung rüttelten, fehlte eine gemeinsame Vision. Das rächt sich bitter. In der Mehrzahl der arabischen Umbruchstaaten ist die Situation heute noch finsterer als der Status quo ante. Statt staatlicher Unterdrückung herrschen nun Krieg und Terror. Anne-Béatrice Clasmann zeigt auf, wie die Missachtung der Menschenrechte und die bildungsfeindliche politische Kultur der alten Regimes bis heute nachwirken. Anne-Béatrice Clasmann, geboren 1968 in Köln, beschäftigt sich seit ihrem Studium mit arabischer Politik. Sie hat viele Jahre als Journalistin in Kairo und Istanbul gelebt und gearbeitet.

Nina Scholz, Heiko Heinisch
Charlie versus Mohammed
Plädoyer für die Meinungsfreiheit
96 S. Br., € 12,90
978-3-7092-0192-3
Mit einer aktuellen Version totalitären Denkens und seiner Folgen befassen sich Nina Scholz und Heiko Heinisch in Charlie versus Mohammed, ihrem neuen Buch in der Reihe Passagen Thema. Anlässlich des Anschlags auf das Satiremagazin Charlie Hebdound der darauffolgenden Diskussionen, wie weit Satire gehen dürfe, entwickelt das Buch ein leidenschaftliches Plädoyer für die Meinungsfreiheit als einer unverzichtbaren, nicht verhandelbaren Grundlage unserer offenen Gesellschaft. Nina Scholz studierte Politikwissenschaften an der Freien Universität Berlin. Heiko Heinisch studierte Geschichte an der Universität Wien. Beide forschten und publizierten zu den Themen Nationalsozialismus und Antisemitismus.

Jacques Derrida
Geschichte der Lüge
Prolegomenon
Aus dem Franzöischen von Noe Tessmann
104 S., Br., € 11,90
978-3-7092-0175-6
Anhand der Möglichkeit der Selbstlüge oder Selbsttäuschung dekonstruiert Jacques Derrida in diesem Buch die Unterscheidung zwischen Lüge und Irrtum, wie sie in den großen Texten der metaphysischen Tradition (Platon, Augustinus und andere) getroffen wurde. Ein einheitlicher und zuverlässiger Begriff der Lüge, der sich durch unsere sogenannte abendländische (jüdisch, griechisch, römisch, christlich, islamisch geprägte) Tradition zieht, müsste nicht nur einer theoretischen Historizität Rechnung tragen, um ihn von anderen Begriffen in anderen Geschichten und Kulturen zu unterscheiden. Auch die Annahme einer praktischen, sozialen, politischen, rechtlichen und technischen Historizität, die ihn umgeformt und sogar Brüche im Inneren unserer Tradition verursacht hat, gilt es zu untersuchen. Derrida geht der Frage nach, ob man überhaupt zwischen einer Historie des Begriffs der Lüge, einer Geschichte der Lüge – also aller Ereignisse, die der Lüge widerfahren oder aufgrund der Lüge passiert sind – und einer wahren Geschichte, welche die Erzählung (Historie, historia rerum gestarum) dieser Lügen oder der Lüge im Allgemeinen strukturiert, unterscheiden kann. Er fragt, wie man eine Geschichte der Lüge erzählen kann, ohne selbst zu lügen.


Slavoj Žižek
Ein Plädoyer für die Intoleranz
6. Auflage
104 S., br., € 15,00
978-3-7092-0188-6
Die Medien bombardieren uns mit der Idee, dass die größte Gefahr heutzutage der intolerante (ethnische, religiöse, sexistische...) Fundamentalismus ist, der sich nur durch eine konsequente Haltung bekämpfen lässt.
Aber: Ist diese Idee so selbstverständlich? Ist die vorherrschende Form der multikulturellen Toleranz nicht viel weniger unschuldig, als sie zu sein scheint? Immerhin lässt sie die Entpolitisierung der Ökonomie zu. Diesem Multikulturalismus liegt die Überzeugung zugrunde, dass wir in einer post-ideologischen Welt leben, die Gegensätze zwischen Links und Rechts überwunden und die wichtigsten Auseinandersetzungen jene um die Anerkennung der verschiedenen Lebenskonzepte sind. Ein zweites Aber: Könnte man nicht diese Idee als die Ideologie des aktuellen globalen Kapitalismus bezeichnen? Was nun? Was wir heute brauchen, zeigt Žižek, ist eine starke Dosis Intoleranz – und zwar gerade im Hinblick auf die eigentlich politische Landschaft der Opposition. Vielleicht ist es nötig, die multikulturelle Haltung von Links zu kritisieren und für eine neue Politisierung des Ökonomischen zu plädieren. Slavoj Žižek, geboren 1949 in Ljubljana, ist Philosoph und Psychoanalytiker.


Alain Badiou
Lob der Liebe
2., überarbeitete Auflage
80 S., br., € 11,90
978-3-7092-0152-7
In diesem Gespräch erklärt Alain Badiou seinen Begriff der Liebe: „Die Überzeugung, dass jeder nur seine Interessen verfolgt, ist heute weit verbreitet. Die Liebe ist nun der Gegenbeweis dafür. Die Liebe ist das Vertrauen auf den Zufall.“ Philosophen müssen sicherlich geübte Wissenschaftler sein, Freunde der Dichtung und politische Aktivisten, aber sie müssen es auch auf sich nehmen, das Denken niemals von den gewaltigen Ereignissen der Liebe zu trennen – sie müssen mithin auch Liebende sein. Badiou nennt das die vier Bedingungen der Philosophie. Dieser Dialog zwischen Alain Badiou und Nicolas Truong über die Liebe fand 2008 beim Festival von Avignon im Rahmen des „Theaters der Ideen“ statt: „Geben wir ein wenig an: Nicolas, der Fragende, und ich in der Rolle des verliebten Philosophen, wir waren in Form und es wurde ein Erfolg, ja sogar ein beträchtlicher Erfolg.“ Alain Badiou, geboren 1937 in Rabat, Marokko, lebt als Philosoph, Mathematiker und Romancier in Paris. 

Jean-François Lyotard
Das postmoderne Wissen
Ein Bericht
Aus dem Französischen von Otto Pfersmann
8. Auflage
192 S., br., € 22,00
978-3-7092-0169-5
Das postmoderne Wissen – erstmals 1982 in einer Wiener Zeitschrift erschienen – ist ein Schlüsseltext der Postmoderne. Lyotard hat darin den philosophischen Gehalt dieses Begriffs definiert und grundlegend geprägt. Ausgehend von Wittgensteins Theorie der Sprachspiele entwickelt Jean-François Lyotard Ansätze zu einem völlig neuen, philosophischen Begriff der Postmoderne. Mit seiner Verwendung in der Architektur hat Lyotards philosophischer Postmoderne-Begriff nur noch den Namen gemein. Lyotard versucht vielmehr, den zum Ende des 20. Jahrhunderts einsetzenden fundamentalen Umbruch der Gesellschaftstechnologien zu erfassen. Er diagnostiziert das Ende der „großen Erzählungen“ von Freiheit und Aufklärung, erschüttert den eingefahrenen Glauben an Konsens und an Wissenschaft als interessefreien Raum und führt konsequent die Aporien des „Projekts Aufklärung“ vor. Das Werk Jean-François Lyotards bestimmt noch immer eine der wichtigsten philosophischen Diskussionen um Ethik und Handlungsfähigkeit im neuen Jahrtausend. Jean-François Lyotard (1924–1998) lehrte Philosophie in Paris und den USA.
  1. Das Untersuchungsfeld: Das Wissen in den informatisierten Gesellschaften
  2. Das Problem: Die Legitimation
  3. Die Methode: Die Sprachspiele
  4. Die Natur des sozialen Bandes: Die moderne Alternative
  5. Die Natur des sozialen Bandes: Die postmoderne Perspektive
  6. Die Pragmatik des narrativen Wissens
  7. Die Pragmatik des wissenschaftlichen Wissens
  8. Die narrative Funktion und die Legitimierung des Wissens
  9. Die Erzählungen von der Legitimierung des Wissens
10. Die Delegitimierung
11. Die Forschung und ihre Legitimierung durch die Performativität
12. Die Ausbildung und ihre Legitimierung durch die Performativität
13. Die postmoderne Wissenschaft als Erforschung der Instabilitäten
14. Die Legitimierung durch die Paralogie


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