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Herbstreise 2018


Langewiesche, Königstein
Der Verlag der BLAUEN BÜCHER
und der CARL-LARSSON-EDITIONEN
http://www.langewiesche-verlag.de/de/gesamtverzeichnis
Karl Robert Langewiesche Nachfolger
Hans Köster Verlagsbuchhandlung KG
Grüner Weg 6 - D-61462 Königstein im Taunus
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Nadja Bellstedt
Tel. 034206 65-256, Fax 034206 65-1771 
Reiseauftragsformular


Carl Larsson
Der Kleine Carl Larsson-Kalender 2019
12 Blatt Farbtafeln, 23 cm hoch x 31 cm breit, Kalendarium deutsch und englisch, doppelseitig: aufgeklappt mit Kästchen für Notizen 46 cm hoch. Wire-O-Bindung,  € 9,80 UVP
978-3-7845-9808-6
Der bekannteste schwedische Künstler, Carl Larsson (1853 - 1919) wurde vor allem mit den Bildern von seinen Kindern und dem Heim in Sundborn weltberühmt, das er und seine Frau Karin schufen. Wir zeigen prinzipiell die Originalbilder ganz, nicht in Ausschnitten. Dieser Kalender erschien 2017 zum 40. Mal, und ununterbrochen seit 1977. Wir sind froh, dass wir mit Hilfe zahlreicher Freunde im In- und Ausland die Wiedergabe-Qualität immer weiter verbessern konnten und auch immer wieder neue bzw. kaum bekannte Motive entdecken durften.
Die Motive: Die Holzrinne - Abend vor der Reise nach England - Der Gute Engel des Hauses - /Kickeriki, die Uhr ist Sieben! - Am Keller - Der Roman (mit Kersti) - Die Brücke (1912) - Suzanne auf dem Verandasitz - Karin und Brita mit Kaktus - Brautjungfer - Wenn die Kinder zu Bett gegangen sind - Weihnachtskonfekt.

Carl Larsson
Der Große Carl Larsson-Kalender 2019
12 Blatt Farbtafeln, 42 x 46 cm quer, Kalendarium deutsch, englisch, französisch, schwedisch. Wire-O-Bindung, € 19,80 UVP
978-3-7845-9818-5
Der Große Carl Larsson-Kalender erscheint jetzt seit 40 Jahren kontinuierlich in unserem Verlag. Die Motive für 2019: Der Hof und das Waschhaus (Brita mit dem Lastschlitten) - Großvater und Esbjörn - ­Britas Nickerchen - Mutter Kersti (in Larssons 'Nordischem Museum') - In Sundborns Kirche - Apfelblüte (mit Lisbeth) - Frühstück im Grünen - Brita, eine Katze und ein Butterbrot - Rhabarber - Die Kartoffelernte - Das Abendessen - Jetzt ist wieder Weihnachten.

Manfred Schukowski unter Mitarbeit von Wolfgang Erdmann und Kristina Hegner
Die Astronomische Uhr in St. Marien zu Rostock
lieferbar: 2., erweiterte u. aktualisierte Auflage, With English Summary
64 S., 102 Abb., davon 75 farbig, br., € 6,90
978-3-7845-1236-5
Rostock feiert im gesamten Jahr 2018 ein Doppeljubiläum: 800 Jahre Stadtrecht und 600 Jahre Universität. Es taf sich gut, dass die Kalenderscheibe der Astronomischen Uhr in St. Marien zu Rostock zum 1.1.2018 ausgewechselt werden muss, die dann wieder bis zum Jahr 2150 (!) gültig sein wird. Das Blaue Buch zu dieser ältesten noch gehenden Astronomischen Uhr der Welt (1470/73 fertiggestellt, ein Vorgängerbau wird schon 1379/80 erwähnt) erschien zuerst vor 25 Jahren (1992) und liegt inzwischen in der 2., aktualisierten und erweiterten Auflage vor. Der 64-Seiten-Band ist, das müssen wir zugeben, trotz seiner über 100 Abbildungen (davon 75 in Farbe) nicht wirklich „jubiläumsgerecht“. Aber das Buch hat den Vorteil, nicht nur die Technik der Uhr zu erklären, sondern auch die Astronomie, Entstehungsgeschichte und Kunstgeschichte der Uhr sowie vor allem den Zeitgeist, aus dem heraus sie entstanden ist und kontinuierlich weiter gepflegt wurde. Und dabei hat unser Buch einen Preis von nur 6,90 EUR, der zu jenem Bürgersinn passt, welcher eine „Wissensgesellschaft“ erst ermöglicht.
Rostock besitzt die weltweit älteste noch funktionierende astronomische Uhr, welche - neben vielem anderem - die "neue Zeit" vollständig analog anzeigt, nämlich gleich lange Stunden im Verhältnis zu den astronomischen Anzeigen, im Unterschied zu den seit der Antike gebräuchlichen "Temporal-Stunden", die je nach Jahreszeit unterschiedlich lang waren. Damit war z. B. die Zeit-Meßbarkeit wieder auf eine Basis gestellt, die den Interessen der arbeitsteiligen Gesellschaft, den Kaufleuten, Seefahrern und Werkstätten besser entsprach, als die auf den Gebetsrhythmus von Klerikern abgestellte "alte" Zeiteinteilung.
Professor Dr. Manfred Schukowski, Rostock, erklärt nicht nur, wie die multifunktionalen Anzeigen der astronomischen Uhr in Rostock abgelesen werden. Er beschreibt außerdem die Konstruktion der Uhr, nicht ohne die astronomischen Erkenntnisse und die technischen Erfindungen (insbesondere beim Problem der Hemmung) zu schildern, an denen jahrhundertlang geknobelt worden war.
Der Mediävist Wolfgang Erdmann vergleicht die Uhr mit anderen mittelalterlichen Uhren, darunter denen in Lübeck, Lund, Wismar, Stendal, Doberan, Stralsund und Danzig, und verdeutlicht damit den Stellenwert der Rostocker Uhr als eines neuen Typs in der Uhren- und "Zeit"- Geschichte. Erdmann untersucht auch die Frage nach den Auftraggebern - die u. a. mit der Rostocker Universität in Verbindung standen -, die Finanzierung und die Frage, warum die Uhr genau an dieser und keiner anderen Stelle in der Marienkirche aufgestellt wurde, ferner die Frage, wer der Uhrmacher war. In Verbindung damit klärt er sowohl die Bedeutung dieser Uhr für die Menschen im Mittelalter im liturgisch-kultischen Bereich wie auch Aspekte der Geistes-, Wissenschafts- und Kunstgeschichte dieser Uhr.
Dr. Kristina Hegner, Kunsthistorikerin am Staatlichen Museum Schwerin, beschreibt die mittelalterlichen Figuren an der Uhr.
Die - entgegen bisheriger Meinung - schon 1379/80 errichtete und 1472 "nur" modernisierte Uhr, die 1641/42 sowie 1710 renoviert und z. T. erweitert wurde, wird im Bildteil des Bandes mit ihrem Uhren- und Kalendariumszifferblatt, Stundenschlag- und Musikwerk, Figurenumlauf, astronomischen und astrologischen Anzeigen ebenso vorgestellt wie mit ihren wichtigsten technischen Elementen.

Zusatz-Informationen:
Die Kirche von St. Marien zu Rostock birgt die älteste noch gehende mittelalterliche Astronomische Uhr der Welt. Die Forschung hat sich bislang wenig um dieses "Kirchenmöbel" gekümmert. Die einzige wissenschaftliche Monographie ist 1885 erschienen, sie behandelte aber die Geschichte der Uhr nur für den Zeitraum seit 1641.
Um für St. Marien einen touristischen Führer herauszugeben, waren umfangreiche Arbeiten und zusätzliche Forschungen erforderlich. Daß dieses Projekt nach zwei Jahren intensiver Arbeit nun verwirklicht wurde, ist außer dem Ehrgeiz des Verlegers vor allem der Zusammenarbeit des Rostocker Experten Prof. Dr. Manfred Schukowski mit dem Mediävisten Wolfgang Erdmann (ehemals Lübeck) und der Kunsthisorikerin Kristina Hegner (Landesmuseum Schwerin) zu verdanken.
Sechs mittelalterliche astronomische Uhren sind heute, in wichtigen Teilen oder Nachbauten, rings um die südliche Ostsee noch erhalten. Einzig die Uhren in Rostock und Stralsund besitzen noch zum weit überwiegenden Teil ihr mittelalterliches Werk. Und wiederum einzig das Werk in der Marienkirche zu Rostock funktioniert noch heute und möglicherweise bereits einige Jahre länger als bisher bekannt.
Entgegen bisheriger Meinung wurde die Uhr 1472 höchstwahrscheinlich nicht neu gebaut, sondern zu jener Zeit umgebaut und modernisiert. 90 Jahre zuvor, 1379/80 wurde auf Rechnung des Rats der Stadt Rostock aus Lübeck eine Uhr geliefert und in Betrieb genommen, welche die Rostocker 6% der gesamten städtischen Haushaltsmittel kostete, so steht es im Rechnungsbuch des Jahres 1379/80. Daß diese Uhr in der Marienkirche aufgestellt wurde ist zu vermuten, da im gleichen Jahr eine Stundenglocke für St. Marien gegossen wurde, sie hängt noch heute, allerdings stumm, im Turm. Die Gesamtsumme der Lübecker Uhren-Rechnung und vielerlei Bemerkungen über die jeweiligen Zutaten dieses Apparats lassen den Schluss zu, daß es sich nicht nur um eine einfache Schlaguhr gehandelt haben kann.
Über die aus Lübeck bestellte und gelieferte Uhr aus dem Jahre 1379 gibt es zunächst keine weiteren Belege. Es ist aber bekannt, daß im Jahre 1398 das Langhaus der Kirche einstürzte. Vergleiche mit Standorten anderer Ostsee-Uhren und dem Zerstörungsgrad des Kirchenschiffes lassen vermuten, daß diese Vorgänger-Uhr wohl nicht vollständig zerstört gewesen sein dürfte. Eine Reparatur dieses Instruments ist aus mehreren Gründen wahrscheinlich. Allein schon deshalb, weil die Uhr für Priester und Kaufleute von außerordentlichem Nutzen war. Ein solch teures Werk wird man auch nach einer Beschädigung wohl kaum vernichtet haben. Dafür sprechen zahlreiche Befunde.
Wenige Jahre nach diesem Rostocker Kauf aus Lübeck wird in Stralsund 1394 durch Nikolaus Lilienfeld eine astronomische Uhr fertiggestellt. Uhrmacher gab es damals nur wenige in Europa, ihnen wurde ein hoher Rang zuerkannt und sie kamen kaum ohne die modernsten Wissenschaften aus. Niemand hat bislang beachtet, daß bereits 1396 Nikolaus Lilienfeld als Uhrmacher "orologista" und "weiser Mann - homo discretus" in Rostock ansässig war, der unsere Uhr gut hat reparieren können. In dem Lebenswerk dieses Mannes wären rein zeitlich betrachtet, auch die anderen "Ostsee-Uhren" in Hamburg, Lübeck, Lund, vielleicht auch Stendal und Wismar, die verblüffende Gemeinsamkeiten aufweisen, unterzubringen. Gründete Lilienfeld in Rostock ein Zentrum wissenschaftlichen Uhrenbaues für die ganze Region?
1419 wird die Universität in Rostock gegründet, in der Philosophischen Fakultät wurde auch Astronomie gelehrt. Ein weiterer Beleg für in Rostock tätige Astronomen fand sich für das Jahr 1426/27. Konrad Gessel erhielt zu dieser Zeit in Rostock den akademischen Grad eines Baccalaureus für eine astronomische Abhandlung. Seine Arbeit ist kaum ohne das Vorhandensein einer astronomischen Uhr vorstellbar. Gessel fertigte für die Rostocker Dominikaner einen immerwährenden Kalender für die Jahre 1438-1464 an und unterhielt beste Beziehungen zum Deutschen Orden, der für seine Vorliebe für Groß-Uhren bekannt war. Gessel wirkte am 2. Thorner Frieden mit, dort dürfte er mit Hans Düringer zusammengekommen sein, dem Baumeister der Astronomischen Uhr in St. Marien zu Danzig von 1464/70. Immer wieder kehrte Konrad Gessel nach Rostock zurück.
1472 gilt bis heute gemeinhin als das Jahr der Enstehung unserer Rostocker Uhr in St. Marien. Als Beleg für diesen Bau der Uhr diente eine Veröffentlichung aus dem Jahre 1741, die einen Ablaßtext aus dem Jahr 1472 wiedergibt, in dem zu Geldspenden zum Bau "der neuen Uhr" und zur "Vervollständigung" derselben aufgerufen wird. Auch dieser Text wird in dem vorliegenden Buch einer genaueren Untersuchung unterzogen. Nach Abwägung verschiedener Umstände ist kaum auszuschließen, daß mit den Ablaßgeldern von 1472 nur die "Modernisierung" oder der "Umbau" der Uhr von 1379/80 finanziert werden sollte.
Die Modernisierung der Rostocker Uhr von um 1472 darf als die Danzig nachfolgende Arbeit Hans Düringers angesprochen werden, auch wenn dessen Spur gegenwärtig nur bis Thorn und Danzig nachweisbar ist. Die Unterschiede beider Uhren lassen weniger auf einen anderen Uhrmacher schließen, als darauf, daß eine Rostocker Vorgängeruhr dort so in Erinnerung war, daß sie die Gestaltungswünsche beeinflußt haben wird. In Danzig behielten sich die Ratsherren die Gestaltung des Uhren-Gesichts vor, in Rostock dürfte das nicht anders gewesen sein.
Technikgeschichtliche Untersuchungen an der Mechanik der Uhrwerke in Rostock und anderen Uhren der "Ostsee-Uhrenfamilie" werden zur weiteren Klärung dieses Bauwerks, dessen Berühmtheit weit über Rostock und den Ostseeraum hinausgeht, beitragen. Wichtig wäre insbesondere ein Vergleich mit dem nahezu unverändert erhaltenen sowie auf 1394 sicher datierten Werk in Stralsund, um zu einer wenigstens relativen Datierung des Rostocker Werks oder einzelner Teile zu kommen. Verglichen werden könnten auch Holz- und Metallverformungs- und -Verbindungstechniken, die Oberflächenbehandlung, die Lagerungen der beweglichen Teile sowie die Charakteristika handwerklicher Eigentümlichkeiten, Spuren von Umbauten, Wiederverwendungen und Restaurierungen, ferner auch Konstruktionsmerkmale wie Durchmesser und Mächtigkeit von Zahnrädern und Laternentrieben, Form und Folge der Zähne, Übersetzungsverhältnisse etc.
Die Autoren dieses Buches wünschen sich darüber hinaus, daß eine korrekte Wiederherstellung der Kalender-Anzeige durchgeführt wird. Die jüngst restaurierte Danziger Uhr gibt dazu hervorragendes Vergleichsmaterial.
Nun sind die Rostocker am Zug, dieses reiche Material für ihre Stadt nutzbar zu machen. Denn in jedem Fall sind die hier vorliegenden Fakten und Fragen geeignet, das Ansehen der Stadt zu befestigen.

Aus dem Inhalt:

- 1379/80 bestand eine Vorgängeruhr.
- die Uhr wurde 1472 nicht neu gebaut, sondern umgebaut und modernisiert.
- der Uhrmacher der berühmten Stralsunder Uhr 1394, Nikolaus Lilienfeld, ist 1396 Rostocker Bürger.
- es gibt eine ganze "Ostsee-Uhrenfamilie" / War Rostock ein Zentrum des Uhrenbaus?
- eine Kritik zum Ablaß von 1472, des einzigen bisherigen Datierungs-Belegs.
- eine Einordnung und Datierung der Tierkreis- und Monatsbilder.
- 1426 wirkt Konrad Gessel, Baccalaureus als Astronom, in Rostock, er wird in Zusammenhang mit der Uhr gebracht.
- neue Gründe, warum Hans Düringer am Umau der Uhr 1472 beteiligt war.
- die Apostel des Apostelumgangs werden namentlich identifiziert.
- das Anzeige-System des Kalendariums wird gründlich erklärt.
- die Erfindung der "Spindel-Waag-Hemmung" - das Herz der mittelalterlichen Räderuhr - wird historisch, technisch und theologisch erläutert.


Einige berücksichtigte neuere Forschungs-Ergebnisse:
entgegen bisheriger Meinung wurde die Uhr nicht 1472 neu gebaut, sondern zu jener Zeit umgebaut und modernisiert
-"eine Vorgängeruhr von 1379/80 wird nachgewiesen
-"die Rostocker Uhr und ihr Platz unter ihresgleichen weltweit wird untersucht und dargestellt: die einzige noch mit mittelalterlichem Werk gehende astronomische Uhr weltweit!
-"der Stellenwert dieser Uhr in der Mentalitätsgeschichte wird gezeigt: genau an der Nahtstelle einer mentalitäts-geschichtlichen Wende
Der Uhrmacher der berühmten Stralsunder Uhr (1394), Nikolaus Lilienfeld wird als Rostocker Bürger nachgewiesen
-der Zusammenhang einer "Ostsee-Uhrenfamilie" wird etabliert
- eine Uhren-Topographie des mittelalterlichen Rostock wird vorgelegt
- Kritik des Ablasses von 1472, des einzigen bisherigen Datierungs-Belegs, wird geliefert
- kunsthistorische Einordnung und Datierung der Rostocker Tierkreis- und Monatsbilder erarbeitet (K. Hegner)
- Konrad Gessel (Baccalaureus als Astronom in Rostock 1426!) in Zusammenhang mit der Uhr gebracht
- eine ernsthaftere Begründung der Mitwirkung Hans Düringers am Umbau (nicht Neubau!) von 1472 wird geliefert
- Apostel des Apostelumgangs namentlich identifiziert
- das Indikationssystem des Rostocker Kalendariums wird erstmals gründlich erklärt und folglich die heutige Gestalt (von 1885) kristisiert
- erstmals in der lieferbaren Literatur überhaupt wird die Erfindung der Spindel-Waag-Hemmung historisch begründet, und zwar als Kombination von Theologie, Mechanik und Handwerk.



Joachim Wernicke und Uwe Schwartz
Der Koloss von Prora auf Rügen.
3. aktualisierte und erweiterte Auflage 2015
156 S., 300 meist farbige Abb., br., € 14,80
978-3-7845-4903-3
Eine 7 km lange Hotelanlage sollte in Prora auf Rügen für 20.000 Gäste der „KdF“-Organisation der Nationalsozialisten entstehen, wurde aber nie ganz fertiggestellt und später vom Militär der DDR genutzt. Seit der „Wende” fehlte ein Nutzungskonzept. Einige Bauten verfallen, außer denen, die durch Privatinitiativen genutzt und erhalten wurden wie z. B. durch das Museum Prora – Herausgeber dieses Buches – und das „One World Camp Youth Hostel”. Die Autoren schildern zunächst die Geschichte der Insel und den Rügener Badebetrieb der Kaiserzeit, bevor sie das NS-Projekt Prora im einzelnen vorstellen, beginnend mit der NS-“Sozialpolitik“, die unter dem zynischen Begriff „Kraft durch Freude“ in Wahrheit nur Verachtung für die Erholung suchenden Feriengäste übrig hatte. Derart verwebt das reich bebilderte Buch die deutsche Geschichte mit der von Prora bis heute und wirbt außerdem für ein neues Nutzungskonzept. Eine Führung durch die Anlage beschließt den Band. – Diese 3. Auflage berichtet auch von dem skandalösen Verkauf bedeutender Teile durch die Bundesregierung im Frühjahr 2006 an einen „Investor“, der allem Anschein nach bisherige Mieter mit zweifelhaften Mitteln hinausdrängt und die Aufbauarbeit der seit Jahren dort etablierten Museen und anderen Institutionen zerstört – ein veritabler Skandal, dessen Akteure in diesem Buch genannt werden.
Klassiker unter den Blauen Büchern:


Ernst Barlach - Leben im Werk
Plastiken, Zeichnungen und Graphiken, Dramen, Prosawerke und Briefe
Herausgegeben von Naomi Jackson Groves
9., veränderte Auflage
lieferbar: 120 S., 120 Abb., br., € 14,80
978-3-7845-4154-9
Ernst Barlach (1870 - 1938) zählt zu den bekanntesten modernen Künstlern. Seine Kunst wurde von den Expressionisten an/ erkannt, Existenzphilosophen zählten ihn unter die ihren, seine Dramen wurden bis in die 1930er Jahre aufgeführt. Hinter den von ihm behandelten Themen wie Armut, Krieg, Glaube, Unrecht oder Unterdrückung wird seine Hauptfrage nach der Möglichkeit menschenwürdigen Daseins stets deutlich.
Kannte man bisher vor allem den Plastiker Barlach, so bietet dieses Buch einen Überblick über den „ganzen Barlach“, den Schriftsteller, Graphiker und Plastiker. Und dies chronologisch geordnet und so miteinander verwoben, dass die existientielle Position Barlachs stets deutlich wird. Auch seine Frühzeit wird nicht ausgeblendet. Die Autorin gibt behutsame Hinweise und Kommentare, ihre Einführung ist kunsthistorischer Essay und Lebensbeschreibung zugleich.
„Nun wollen wir einmal zusehen“, fuhr der alte Pessim fort, „wo die Menschen ihren Schwerpunkt haben, und da ist gleich zu erkennen, dass niemand im Gleichgewicht ist und überhaupt ein allgemeiner Schwindel besteht ...(Zitat aus S. 87 des Buchs).

DIE BLAUEN BÜCHER

Fritz Schmalenbach
Käthe Kollwitz
lieferbar: Neuauflage zweisprachig deutsch / englisch
90 S., 72 Abb., geb., € 12,80
978-3-7845-2672-0
In diesem Buch wird, gestützt auf eine repräsentative Auswahl aus dem Werk von Käthe Kollwitz und wesentlichen biografischen Fakten, als Thema ihrer Kunst das Elementare menschlichen Leidens - von dem die Not der Armen nur eine der zahlreichen Formen ist - gesehen. Eine Kunst, die Not darstellt in der Absicht, die Herzen aufzurütteln, ist in hohem Maß davon bedroht, sentimental, rührselig zu werden. Dagegen ist die Kunst der Kollwitz ganz und gar unsentimental. Dieses Buch wurde 1965, im Jahr seines Erscheinens, als eines der „schönsten Bücher" ausgezeichnet. Es hat seither seine Faszination nicht eingebüßt, sondern sich in mehreren Auflagen neben zahlreichen anderen Kollwitz-Büchern ausgezeichnet behauptet.
über 500.000 verkaufte Exemplare:
Neuauflage jetzt lieferbar


Carl Larsson
Das Haus in der Sonne
Herausgegeben von Karl Robert Langewiesche
80 S., 96 Abb., dav. 17 farbig; br., € 12,80
978-3-7845-2701-7
Aus einem Querschnitt durch Larssons Arbeiten (Bildern und Texten) 1909 entstanden, hat dieses Blaue Buch Millionen begeistert und den schwedischen `Malerpoeten' (1853-1919) weltberühmt gemacht. Dieses Buch ist immer wieder zum „Kult-Buch" für etliche Generationen seit 1909 geworden, trotz oder wegen Kaiserreich, Weimar und „Drittem Reich", Fifties und 68ern. Denn es handelt von der Freiheit der Kinder, von einem persönlichen Wohn-Stil, von der Macht der Frauen und der Blumen....
Karl Robert Langewiesche hat damals seine Auswahl mit allem Raffinement getroffen und ein ungelehrtes Lehrbuch der „Lebensreform" vorgelegt. Dieser Evergreen wurde stets von Kindern geliebt und von Erwachsenen bewundert, von den Theoretikern der Moderne aber (zu Recht) beargwöhnt (diesen empfehlen wir die rezeptionsgeschichtliche Studie von Cecila Lengefeld: „Der Maler des glücklichen Heims", welche aufdeckt, warum und wie Langewiesche seine Appelle in dem Buch gesetzt hat). Diese Auswahl ist `authentisch' insofern, als sie die Sonnenseiten des Zeitgeistes der deutsch-`wilhelminischen' Kaiserzeit um 1900 widerspiegelt, Larssons Reflexionen aber nur in Form von Reflexen zeigt. Die Auswahl-Leistung Langewiesches wird messbar an den übrigen in unserem Verlag vorgelegten Larsson-Büchern.

Carl Larsson
Die Larssons
lieferbar: 64 S., 94 Abb., € 14,80 UVP
978-3-7845-2731-4
In seinem typischen Plauderton stellt Carl Larsson uns seine Frau Karin, ihre sieben Kinder sowie seine Eltern vor. Außerdem gewährt er Einblick in seine Kindheit und Karriere, ferner seine Ansichten zu Religion und Politik. Jedes der Farbbilder nach bekannten und weniger bekannten Gemälde der Zeit zwischen 1883 und 1902 kommentiert der Künstler selbst. 

Carl Larssons Welt
Neuauflage
192 S., 410 Abb., geb., € 24,80
978-3-7845-2709-3
In bis heute einmaliger Weise stellt dieses Buch Larssons schönste und bekannteste Bilder in den Zusammenhang mit anderen ihnen thematisch verwandten Larsson-Bildern aus anderen Zeiten, es zeigt dadurch auch zahlreiche wenig bekannte Motive. Vor allem aber wird damit Larssons Leben und Werk vorgestellt als „gemalte Utopie vom Leben als `Spiel'“: Die Bildfolge zeigt anscheinend nur die ständige Veränderung von Familie und Haus. Aber durch die Texte erweisen sich die Bilder außerdem als permanente künstlerische Erprobung von Daseins-Entwürfen: die ständige existentielle Auseinandersetzung eines Künstlers um 1900 mit Themen und Problemen seiner Zeit wird deutlich.


Carl Larsson
Anderer Leute Kinder
lieferbar: 88 S., 40 farb.Zeichn., geb, € 14,80
978-3-7845-2721-5
1913 spürte Larsson wohl, daß er in gewisser Hinsicht das Opfer seiner eigenen Popularität geworden war: hatte man ihn doch schon als den „guten Onkel aller Schweden" apostrophiert, und hatte der berühmte Schriftsteller und jahrzehntelange Freund August Strindberg Larssons Darstellungen eines glücklichen Familienlebens 1908 für verlogen erklärt. Kann dieser Hintergrund erklären, weshalb sein Text zu `Anderer Leute Kinder' so viel verschmitzte Resignation enthält, obwohl er sich erklärtermaßen an Kinder richtet? Ruft Larsson diese Kinder wie auch die zwischen 1891 und 1913 gemalten zu Zeugen dafür auf, daß und inwiefern er es doch ehrlich gemeint hat?
Der heutige Reiz dieser Kinder-Bilder aus 22 Jahren ist kaum auf einen Nenner zu bringen. Zu unterschiedlich sind die Bilder unter künstlerischem Aspekt wie auch durch die in ihnen mitgeteilten Tatsachen - ebenso widersprüchlich wie der Text. Aber ist nicht ein dermaßen breites Spektrum von Kind-Sein und Erwachsen-Werden in dieser Folge zu finden, daß jeder Zeitgenosse das eine oder andere wie einen Spiegel auch unserer heutigen, ängstlichen, rätselhaften oder ungeklärten Empfindungen auffassen kann? Zumindest in dieser Hinsicht ist Larsson ehrlich, echt und damit: schön!

Carl Larsson
Die Meinen
und anderes altes Gekritzel
2. veränd. Auflage
144 S., 260 Abb., dav.48 farbig, € 19,80
978-3-7845-2726-0
Carl Larssons erstes Buch (1895) enthält zunächst einige seiner Bildergeschichten im Stil Wilhelm Buschs, in den Hauptrollen seine Frau Karin, seine Kinder und seine Mutter, ferner Karikaturen seiner Freunde sowie Reiseberichte. Die zweite schwedische Auflage von 1919 versammelt dazu einige seiner Zeitschriftenbeiträge zu damals aktuellen Themen, auch zu Fragen der modernen Kunst. Die zweite deutsche Auflage wird um mehrere sonst kaum gezeigte Farbbilder vermehrt.

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Hjert, Bertil
Carl Larsson - Das druckgrafische Werk
Schwedisch, englisch, französisch, deutsch
lieferbar: 264 S., 126 farb.Abb., Ln., € 79,00
978-3-7845-8301-3


Gerhard Straehle
Der Naumburger Stifter-Zyklus
Elf Stifter und der Erschlagene im Westchor (Synodal-Chor) des Naumburger Doms
2. Auflage
lieferbar: 104 Seiten, 121 s/w-Abb., br., € 12,80
978-3-7845-2962-2
Für jeden an mittelalterlicher Skulptur im ‘Heiligen Römischen Reich’ und an der Geschichte des 13. Jahrhunderts interessierten Leser ist dieses Buch ein Muss als Führer in den Westchor des Naumburger Doms mit seiner ‘Triumphierenden Kirche’ in den Glasfenstern und seinem berühmten Stifterzyklus. Gerhard Straehle beschreibt jede einzelne der zwölf Figuren genau und erklärt eingehend ihre historischen Bedeutungen sowie Biographien anhand zeitgenössischer Quellen. Das Buch erzählt auch die spannende Geschichte vom Machtkampf zwischen den Bischöfen in Naumburg und den Markgrafen in Meißen zur Zeit der Entstehung des Zyklus. Außerdem wird erstmalig gezeigt, dass dieser Bildhauer nicht aus Frankreich, sondern aus dem Hauskloster der Wettiner in Altzella gekommen ist, wo der junge Naumburger Meister zehn Jahre zuvor das heute fast vergessene Grabdenkmal des Markgrafen Dietrich des Bedrängten gemeißelt hat. Die Frage nach den Auftraggebern und deren Interessen beantwortet der Autor durch eine Auswertung einschlägiger Dokumente aus der Entstehungszeit des Westchors. Diese Dokumente schließen eine liturgische Funktion der Stifterfiguren aus, wie sie die Autoren des Katalogs der Naumburg-Ausstellung von 2011 favorisieren. Dieselben Dokumente zeigen vielmehr, dass dem politischen Willen des Markgrafen eine entscheidende Bedeutung zukam bei der Konzeption und Gestaltung des Stifterzyklus mit der Darstellung von elf Stiftern und einem ,Erschlagenen’ (Dietmar) im Synodal-Chor der Naumburger Bischofskirche. Abschließend (vor der Wiedergabe ausgewählter Urkunden) stellt der Autor die wichtigsten bisherigen Interpretationen zum Naumburger Stifterzyklus vor. Gerhard Straehle wurde 2008 mit einer grundlegenden Arbeit „Der Naumburger Meister in der deutschen Kunstgeschichte“ an der Ludwig-Maximilians-Universität München im Fach Kunstgeschichte bei Prof. Dr. Bernhard Schütz promoviert. 


Gerhard Straehle
Der Naumburger Meister
Von seinen Anfängen in Sachsen über Frankreich und Mainz nach Naumburg
Neuerscheinung
96 Seiten, 70 Abb., br., € 12,80
978-3-7845-2961-5
Als ,die originellste Schöpfung der ganzen Epoche' bezeichnete der französische Kunsthistoriker Emile Mâle die vor der Mitte des 13. Jh. geschaffenen Naumburger Stifterfiguren bei seinem Vergleich der französischen und deutschen Kunst während des Ersten Weltkriegs. Dabei stellte er der großen idealistischen Kunst französischer Kathedralskulptur die rauhe Wirklichkeit der Stifterfiguren im Naumburger Dom entgegen, die niemals, so Mâle, in Frankreich gearbeitet noch von einem französischen Bildhauer jemals gemeißelt worden sein könnten. Anders die Forschung im Ausstellungskatalog zum ‘Naumburger Meister’ von 2011. Die Autoren nehmen dort einen französischen Werktrupp als Schöpfer des Naumburger Westchors und seiner Skulpturen an, dessen Weg von der Île de France, der Picardie und der Champagne über die Grenzen Frankreichs hinaus nach Mainz, Naumburg und Meißen geführt habe.
Auch in unserem Band wird die Skulptur dieser Orte ausführlich besprochen. Ein Vergleich der Naumburger Stifterfiguren mit den in bedeutenden Fragmenten erhaltenen Grabmälern im Zisterzienserkloster Altzelle vermag jedoch zu zeigen, dass die Ursprünge des Naumburger Meisters in der sächsischen Grabmalskunst liegen. Bildhauer von Altzelle oder einer anderen sächsischen Werkstatt haben – wahrscheinlich im Auftrag des Meißner Markgrafen Heinrich des Erlauchten – eine Zeitlang in Frankreich gelernt und gearbeitet, und so wird in vorliegendem Band die Skulptur im Naumburger Dom als sächsische Kunst unter französischem Einfluss beschrieben.
LINK: Elf Stifter und der Erschlagene im Westchor (Synodal-Chor) des Naumburger Doms


Peter Findeisen
Halberstadt
Dom, Liebfrauenkirche und Domberg
95 S., 177 Abb., br., € 7,00
978-3-7845-4607-0
Das Ensemble am Halberstädter `Domplatz' wird hier im Zusammenhang behandelt: der immense Domschatz und der berühmte Dom ebenso wie sein - für uns - unverzichtbares Gegenüber, die Reformkanoniker-Stiftskirche Unser lieben Frau, aber auch die wichtigsten der übrigen Gebäude, die dem Platz seinen unverwechselbaren Charakter geben.
Romanische Reform-Architektur wird durch die Liebfrauenkirche trotz sichtbarer Planänderungen in hervorragender Weise repräsentiert (11./12. Jh.). Die Skulpturen ihrer Chorschranken erinnern an St. Michael in Hildesheim, und auch unter dem Triumphkreuz werden auswärtige Erinnerungen wach. In dem Barbara-Kapellen-Anbau finden wir einen vollständigen gotischen Gewölbemalerei-Zyklus, und der Kreuzhof vermittelt ein romantisches Ambiente. Vom Liebfrauenstift aus sollte die seelsorgliche Durchdringung der Diözese betrieben werden. Der auf karolingische - und damit auf ältere als die magdeburgischen - Ursprünge zurückgehende Dom sah sich wie die Diözese insgesamt seit ottonischer Zeit in Konkurrenz zu Magdeburg. Der Halberstädter Dom ist , wie er heute steht, einheitlicher in seiner französisch-hochgotischen Gestalt (Bauzeit im wesentlichen 1240-1491). Vor allem aber ist mehr von seinen Klausurbauten und seiner Ausstattung bewahrt, nicht zuletzt im Domschatz: der Hallen-Lettner, die eigentümlichen Querhaus-Emporen, Glasmalerei, Skulptur, Lesepult, Leuchter, Chorgestühl, Taufbecken, Sakramentsschrank, Triumphkreuzgruppe, Altaraufsätze, Altargerät, liturgische Bücher, Reliquiare, Textilien wie liturgische Gewänder und Altarbekleidungen, Wandteppiche u.v.a.m. Einzelne Stücke erinnern auch an geistliche Spiele wie das „Adams-Spiel", das hier im Mittelalter aufgeführt wurde.
Die profane Platzbebauung - darunter mehrere ehemalige Kuriengebäude - stellt der Band ebenfalls vor. Unter diesen sind der Petershof sowie das heutige Städtische Museum und das Haus des Dichters J.W.L. Gleim bekanntere Bauten. In großer Anstrengung kaum saniert, sind einige dieser Gebäude 1993 schon Opfer von Brandstiftern geworden...
Diese aktualisierte Ausgabe berücksichtigt die Neueröffnung des Domschatzes und zeigt wesentlich mehr Bilder farbig als bisher.
DIE BLAUEN BÜCHER


Tilman Riemenschneider
und seine Werkstatt
Mit einem Katalog der allgemein als Arbeiten Riemenschneiders
und seiner Werkstatt akzeptierten Werke.
Von Iris Kalden-Rosenfeld. Vorwort von Jörg Rosenfeld.
lieferbar: 5. aktualisierte und erweiterte Auflage.
173 S., 291 Abb., dav. 55 farbig. geb, € 14,80
978-3-7845-3226-4
Riemenschneider (um 1460-1531) ist einer der bedeutendsten deutschen Bildhauer der Spätgotik. Weitgehend unberührt von den Einflüssen der Re­naissance, war er ein Handwerksmeister mit außergewöhnlichem Geschick – das perfekte Finish seiner Figuren weist keinerlei Werkzeugspuren auf. Trotz der Verwendung traditionellen Formengutes schuf er Neues und nie zuvor Gesehenes. Neben der verhaltenen Körper­sprache seiner Figuren faszinierte damals und heute die Holzfarbigkeit der zumeist „unbunt“ lasier­ten Skulpturen und das damit verbundene Spiel von Licht und Schatten. Dem Hauptteil des Buches, der die wichtigsten Werke ausführlich und mit zahlreichen Detailaufnahmen in chronologischer Folge vorstellt, folgt ein Katalogteil aller übereinstimmend als „gesichert“ geltenden Werke des Meisters und seiner Werkstatt. Die Zu- und Abschreibungen zum oder vom eigenhändigen Werk Riemenschneiders, zu oder von seiner Werkstatt oder zu Nachahmern beschäftigt die Wissenschaft bis heute. Deshalb zeigt das neue Blaue Buch auch beliebte, aber inzwischen „abgeschriebene“ Werke. Das ausführliche Standort-Register bietet ggf. auch die Inventarnummern der Museen, von denen etliche im Ausland, auch in Amerika, liegen.Dargestellt wird auch die Arbeitsweise des Meisters und seiner Werkstatt sowohl in organisatorischer und technischer Hinsicht als auch bezüglich möglicher Vorbilder, Anregungen, Auftraggeber und Adressaten. Dabei berücksichtigt die Autorin stets auch das soziale, wirtschaftliche und politische Umfeld Riemenschneiders als Zeitzeuge der Reformationszeit.
Hermann Henselmann (1905-1995) gilt heute vielen immer noch als Vater der historisierenden „Stalinallee“.  Er setzte sich jedoch Zeit seines Lebens gegen viele politische Widerstände für eine moderne Architekturauffassung ein:
Bevor Hermann Henselmann nach 1945 zu einem der führenden Architekten der DDR avancierte, war er bereits in zwei weiteren politischen Systemen als Architekt tätig gewesen. Anhand seines Werkes lässt sich beispielhaft verfolgen, wie die Moderne in Abhängigkeit zum politischen Kontext mit unterschiedlichen und zum Teil sich widersprechenden Inhalten belegt worden ist: Während der Weimarer Republik favorisierte Henselmann klar das „Neue Bauen“. In der NS-Zeit erhielt er als „Halbjude“ Arbeitsverbot, dann jedoch eine Anstellung im Industriebau, in Polen baute er Mustergehöfte für „Volksdeutsche“. In der SBZ gelang es ihm, Modellplanungen zu entwickeln, die nicht nur für den Wiederaufbau Maßstäbe setzten, sondern auch später für die DDR wegweisend wurden. Seine Bauten an der „Stalinallee“ in Ost-Berlin können sicherlich als die prägnantesten Beispiele des „stalinistischen Zuckerbäckerstils“ bezeichnet werden. Während der 1960er Jahre gelang es Henselmann schließlich, eine Moderne mit „sozialistischem Antlitz“ als Staatsarchitektur in der DDR durchzusetzen.

Kossel, Elmar
Hermann Henselmann und die Moderne
Eine Studie zur Modernerezeption in der Architektur der DDR
Hrsg. v. Adrian von Buttlar und Kerstin Wittmann-Englert in der Reihe FORSCHUNGEN ZUR NACHKRIEGSMODERNe
des Fachgebietes Kunstgeschichte am Institut für Kunstwissenschaft und Historische Urbanistik der Technischen Universität Berlin
lieferbar: 200 S., 202 Abb., fadengehefteter Festeinband, € 39,80
978-3-7845-7405-9
Dieses Buch über Hermann Henselmann (1905-1995) stellt erstmals das Verhältnis des ehemaligen Chefarchitekten von Ost-Berlin zur Moderne im wechselnden politischen Kontext ausführlich in den Focus der Betrachtung. Henselmann gilt vielen noch immer als Vater der historisierenden Stalinallee. Jedoch setzte er sich Zeit seines Lebens gegen viele politische Widerstände für eine moderne Architekturauffassung ein. Als gelernter Raumgestalter konnte bereits in jungen Jahren an der Seite des Filmarchitekten Alexander Ferenczy eine extravagante Villa am Genfer See mit entwerfen – nach Ferenczys unvermittelten Unfalltod 1931 behauptete Henselmann allerdings, die modernistische Villa KenWin sei allein sein Werk. Aus heutiger Sicht markiert dies den Beginn einer Selbststilisierung, mit Hilfe derer Henselmann stets eloquent seine Position in wechselnden politischen Kontexten zu behaupten wusste. Während der NS-Zeit, die Henselmann, nach eigener Aussage, vorwiegend lesend im inneren Exil verbrachte, war er (wie viele Vertreter seiner Generation, die nicht emigrierten) im Industriebau angestellt, wo die Moderne ihren festen Platz innerhalb der Stilhierarchie der Nationalsozialisten hatte. Darüber hinaus baute er im besetzten Polen Bauerngehöfte für sogenannte „Volksdeutsche“, die zu den Musterprojekten der Zeit gerechnet werden. Nach dem Zweiten Weltkrieg machte Henselmann in der „ SBZ“ als Direktor und Professor der Hochschule für Baukunst und Bildende Künste in Weimar eine Karriere als Architekt und Hochschullehrer. Ihm gelang es dabei, Modellplanungen zu entwickeln, die nicht nur für den Wiederaufbau in Thüringen Maßstäbe setzten, sondern auch später für die DDR wegweisend wurden. Nach der NS-Zeit suchte er die neue sozialistische Gesellschaft mit einer modernistischen Architektur zu versinnbildlichen. In den 1950er Jahren geriet die Moderne jedoch durch die nach stalinistischem Vorbild eingeführte Architektur der „ nationalen Traditionen“ in Misskredit, so dass Henselmann erwog, die DDR zu verlassen. Auch wenn er sich nur widerwillig darauf einließ, konnte er stadtbildprägende Bauten realisieren. Während der 1960er Jahre gelang es ihm schließlich, eine Moderne mit sozialistischem Antlitz als Staatsarchitektur in der DDR durchzusetzen. Dieses Buch ist weder eine Monographie noch eine Biographie über Henselmann, vielmehr verdeutlicht die Studie am Beispiel seines Werks, dass das formale Instrumentarium der Moderne zu keinem Zeitpunkt an einen festen (politischen) Inhalt gebunden war. Elmar Kossel wurde 2008 mit dieser Arbeit an der FU Berlin bei Prof. Dr. Harold Hammer-Schenk promoviert. Als Postdoc-Stipendiat und Assistent am Kunsthistorischen Institut in Florenz, Max-Planck-Institut, forschte er zur Architektur und Städtebau im Faschismus und zur Moderne in Italien. 2013 erscheint vom selben Autor die kommentierte Übersetzung des Tagebuches des italienischen Archäologen und Kunsthistorikers Ranuccio Bianchi Bandinelli: „Hitler, Mussolini und ich. -  Aus dem Tagebuch eines Bürgers“. Elmar Kossel lebt als freier Kunsthistoriker und Übersetzer in Florenz.


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Peter Strieder
DÜRER
3., überarbeitete und erweiterte Auflage 
400 S., 480 Abb., 33 x 25 cm, Ln. i. Schuber, € 68,00
978-3-7845-9142-1
Albrecht Dürer (1471-1528) ist der bekannteste deutsche Künstler und bis heute eine der interessantesten Persönlichkeiten der europäischen Kunstgeschichte. In zahlreichen, zum Teil von Dürer selbst weiterentwickelten künstlerischen Techniken erreichte er höchste Vollendung. Er war auch der erste Autor, der über kunsttheoretische Fragen in deutscher Sprache schrieb. Seine zwei Reisen nach Italien markieren den Schritt der deutschen Kunst von der Gotik zur Renaissance. Unzählige noch heute wirksame bildhafte Vorstellungen, besonders religiösen Inhalts, gehen auf seine Bilder zurück. 
Mit 480 Abbildungen, davon 184 in Farbe, wird die umfangreichste Auswahl aus Dürers Gesamtwerk in einem Band gezeigt. Das Abbildungsprogramm umfaßt mit 90 Werken nahezu sämtliche Gemälde Dürers; von Dürers 350 Holzschnitten werden 108 abgebildet, darunter zwei kolorierte farbig und die "Kleine Passion" vollständig. Aus den etwa 100 Kupferstichen und Radierungen wurden vier Eisenradierungen ausgewählt sowie 52 Kupferstiche, eingeschlossen die vollständige "Kupferstich-Passion". 34 Reproduktionen, davon 25 farbige, vertreten Dürers rund 60 Aquarelle bzw. Wasser- und Deckfarben-Malereien. Seine über 1.000 Zeichnungen werden repräsentiert durch 71 Federzeichnungen (davon 21 aquarellierte in Farbreproduktionen), 19 Pinsel- Zeichnungen (davon 8 farbig), 14 Kreide- oder Kohlezeichnungen (davon 2 farbig) sowie 18 Zeichnungen mit Metallstift. Hinzu kommen 4 Wiedergaben von Dokumenten und 35 Vergleichsabbildungen anderer Künstler (davon 4 farbig). In knappen Bildkommentaren gibt der Autor Hintergrund- Informationen und ggf. Hinweise auf wissenschaftliche Diskussionen. 
Weitere Experten widmen sich Dürers technischen Innovationen und Begabungen: Bruno Heimberg (ehem. Leiter des Doerner Instituts der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen München) beschreibt Dürers Maltechniken und Georg Josef Dietz (Leiter der Restaurierungsabteilung am Kupferstichkabinett Berlin) Dürers Zeichentechniken, wobei er wichtige neue Erkenntnisse mitteilt. Prof. Dr. Joseph Harnest (ehem. Fachhochschule Rosenheim, †) rekonstruierte mit eigenem zeichnerischen Nachvollzug Dürers Weg zur Perspektive, womit er er manche Theorie widerlegte, und lieferte nebenbei eine Anleitung zum perspektivischen Zeichnen.
Was Zeitgenossen und Nachwelt bis ins 21. Jahrhundert jeweils an Dürer besonders faszinierte, zeigt Dr. Anna Scherbaum (wiss. Mitarbeiterin des Kunst- und Kulturpädagogischen Zentrums Nürnberg im Germanischen Nationalmuseum) in ihrer Auswahl aus Schriften über Dürer, der sie Texte des Meisters über sein Leben und seine Arbeit voranstellt. So erhält der Leser auch einen Eindruck vom sprachschöpferischen Genius Dürers.
Der allgemeinverständliche Text berücksichtigt nahezu sämtliche Aspekte und heute möglichen Interessen an Dürer, so z.B.: Leben, historisches Umfeld, Begegnungen und Ausstrahlung, Alltag und Ideale, Technik, Wirtschaft und Gesellschaft, Erfindungen und Theorien u.v.a.m.. Für Wissenschaftler und Sammler von praktischer Bedeutuung ist auch (im Anhang des Buches) der nach Bildthemen geordnete ikonographische Index der gezeigten Werke, der zu jedem Bild die neueste und die Standard-Literatur mitteilt (240 Nachweise zusätzlich zu den über 220 im Literaturverzeichnis genannten Titeln). Der Autor, Dr. Peter Strieder, überblickt die Dürerforschung wie kein anderer Kunsthistoriker. Unter seiner Leitung entstand 1971 die große Dürer-Ausstellung im Germanischen Nationalmuseum Nürnberg zum 500. Geburtstag Dürers. Bis heute bereichert Strieder mit zahlreichen Beiträgen immer wieder die kunstgeschichtliche Forschung.
Unser Dürer-Buch bietet die reichhaltigste Auswahl aus Dürers Gesamtwerk. Es hat sich international als "das" Dürer-Buch durchgesetzt und erschien in mehreren Auflagen u.a. in Englisch (Abaris Books), Französisch (Albin Michel), Italienisch (Rizzoli), Japanisch (Chuokoronsha) und Niederländisch (Mercatorfonds). 


DIE BLAUEN BÜCHER

Wolfgang Erdmann
Zisterzienser-Abtei Doberan Kult und Kunst
95 S., 130 Abb., dav. 44 farbig, Br., € 7,50
978-3-7845-0411-7
zur Zeit leider vergriffen - Neuausgabe i. Vorbereitung
Wie kaum an einem anderen Ort läßt sich in Doberan exemplarisch der Wandel der Weltsicht und auch der Künste zwischen 1200 und 1900 in sich schlüssig belegen.
Erhebliche landesgeschichtliche Bedeutung hatte Doberan von 1172 bis 1920 als Grablege des mecklenburgischen Fürstenhauses. Das Anliegen des Totengedenkens für die Mitglieder des Fürstenhauses hatte stets die Geschichte der Abtei und ihre künstlerische Ausstattung mitbestimmt und schließlich dominiert.
Der Band geht von rund 60 heute noch sichtbaren Doberaner Kunstwerken und Geschichtszeugnissen aus. Sie alle werden in 134 Abbildungen vorgestellt und mit striktem Bild-Text-Bezug aus ihren ehemaligen Funktionen heraus erklärt. Zudem wird ihr jeweiliger Ort in Geschichte und Kunstgeschichte, z.T. erstmals, festgestellt.
Neben den wichtigen Beweisstücken nehmen die berühmten Glanzstücke einen bevorzugten Platz im Bildprogramm des Buches ein, zum Beispiel das gotische Bauwerk mit seinen Chor-Umgangskapellen und den Querhaus-Mittelpfeilern, die Beinhaus-Kapelle, der riesige Kreuzaltar mit Triumphkreuz, der Reliquien- bzw. Kelchschrank, Glasmalerei, Sakraments-Turm, Hochaltar, Astronomische Uhr, Memorialbilder und Grabmäler.
Der geschichtliche Bogen spannt sich vom "christozentrischen" Kult des hohen Mittelalters zum "hagiozentrischen" Kult bis zum Beginn der Reformation, von der abstrakten Erlösungs-Seelsorge an der "communis fidelii" zur heils-mechanistischen Selbstbedienung, von dogmatisierenden Bild-Belehrungen zur Bild-Demonstration persönlicher Heilserwartung und weiter bis in unser Jahrhundert. Die historischen Veränderungen seit dem 12. Jahrhundert (in Theologie- und Kirchengeschichte wie in der Mentalität - insbesondere in Sakramentslehre, Reliquien-Kult und deren Bodensatz als Magie, aber auch in Liturgie-, Geistes-, Ordens-, Kunst-, Wirtschafts- sowie Technik-Geschichte) werden von Wolfgang Erdmann als Gründe für Art, Ort und Zeitpunkt von Veränderungen am und im Bau aufgezeigt. Es dürfte zur Zeit keinen Kunsthistoriker geben, der so viele eigene und fremde Forschungsergebnisse innerhalb und außerhalb seines Fachs zur Abtei Doberan verarbeitet hat wie Erdmann. Dem Leser wird hinter dem Kunst-Schönen auch dessen Bedeutung erschlossen.

Carl Larsson
Unser Heim
48 S., zahlr.Abb., € 14,80
978-3-7845-2740-6
zur Zeit leider vergriffen
Diese Buch war nicht einfach als "Bilderbuch" gedacht, sondern als so etwas wie ein Manifest: mit diesem Buch wollte Carl Larsson erklärtermaßen "den Geschmack und das Familienleben reformieren". In ihm setzt er sich spöttisch auseinander mit dem "leben von der Stange", das viele seiner Zeitgenossen führten, und trat ein für die Entfaltung jeder Persönlichkeit - bei der Kleidung angefangen über die Kochkunst bis zur Einrichtung des Heimes. Schon 1889 fornulierte Larsson in einem Brief, Aufgabe des Künstlers sei es, sich mit allen künstlerischen Gebieten, auch mit der Architektur, zu befassen. Im Sommer 1894 beginnt er, Interiuers des von ihm und noch mehr von seiner Frau gestalteten Sundborn-Heimes zu zeichnen und zu aquarellieren. 1897 wurden auf der "Stockholm-Ausstellung" und 1898 in Berlin 20 dieser Bilder gezeigt. 1899 erschienen Farbreproduktionen der Serie, um vier Aquarelle vom Leben im Freien rund um das Haus herum sowie einige Zeichnungen bereichert und mit einem Text von Larsson als Buch unter dem Titel "Ett Hem" (Ein Heim)


Carl Larsson
Bei uns auf dem Lande
48 S., 50 Abb., dav. 26 farbig; geb., € 14.80
978-3-7845-2745-1
Neuausgabe in Vorbereitung
Die Larssons begeistern sich, wie damals viele in Europa, für das Landleben. Der schwedische Maler (1853-1919) schildert in seinem zuerst 1906/07 erschienenen "Künstlerbuch", wie er 1897 einen kleinen Bauernhof in Sundborn bei Falun in der Provinz Dalarna kauft. In Text und Bild führt er dann durch den Jahreslauf auf dem Lande. Das Buch hatte der Verleger Karl Otto Bonnier bei Larsson `bestellt', und diesen Auftrag erfüllt der Künstler teils mit poetisch-begeistertem Schwung, teils mit zarter Ironie.Den Zug zurück zur Natur hatte Larsson zwar von seinen bäuerlichen Vorfahren geerbt. Gleichzeitig reflektiert der Künstler in seinem Text aber in seinem typischen Plauderton auch die einschlägigen Tendenzen der Zeit, das Bedürfnis nach Umwertung bürgerlicher Werte und die Suche nach neuen Zielen. Die Arbeit, die damals im Lauf eines Jahres von einem bäuerlichen Betrieb zu leisten war, wird von Carl Larsson selbstverständlich verklärt dargestellt. Der Staub in der Scheune beim Dreschen oder Worfeln wird ebenso zu einem unwiderstehlichen malerischen Motiv wie die klare Winterluft beim Torfstechen oder die Geselligkeit, welche die Mägde trotz alledem der anstrengenden Arbeit der Kartoffel-Lese abgewinnen. Aber der ehemalige Sozialist Larsson rechnet anscheinend im Jahr 4 nach dem Generalstreik damit, daß seine Leser sich bewußt sind, welch schönem Schein sie sich in diesen Bildern hingeben können. Es ist nicht zuletzt diese poetische Seite seiner Kunst, die noch heute Kinder und Erwachsene an Larsson begeistert. Das originelle Buch, in Temperament und Formwille ein Zeitdokument, wird hier textlich ungekürzt und mit allen 24 Aquarellen sowie allen 34 Zeichnungen und Vignetten vorgelegt. 

Carl Larsson
Auf der Sonnenseite
62 S., zahlr. Abb.,  geb., € 14.80
978-3-7845-2736-9
Neuausgabe in Vorbereitung
Das letzte der Bücher, die Larsson (1853-1919) über sich und seine Familie veröffentlichte (1910) zeigt den reifen, malerischer gewordenen, doch immer noch detailreichen Larsson-Stil, begleitet von einem Text, in dem Larsson sich wieder einige Probleme von der Seele plaudert. Zu diesen gehört der Tod seines ältesten Sohnes wie auch der Vorwurf der Verlogenheit seitens seines jahrzehntelangen Freundes August Strindberg, schließlich auch das Gefühl, Opfer seines eigenen Erfolgs zu sein.
DIE BLAUEN BÜCHER


Stephan Warnatsch
Zisterzienserabtei Lehnin
Von der askanischen Familiengrablege zur Einrichtung evangelischer Nächstenhilfe
 2., aktualisierte Auflage.
62 S., 101 Abb., br., € 6.90
978-3-7845-0816-0
Neuausgabe in Vorbereitung
Der berühmteste Vertreter des Herrscherhauses der Askanier, Albrecht der Bär, hatte in der Zeit Heinrichs des Löwen die unter Kaiser Otto dem Großen an die Slawen verlorene Mark, später Mark Brandenburg genannt, zurückgewonnen. Sein Sohn Otto I. gründete 1180 das Kloster Lehnin in der Zauche als Grablege und als Ort der Memoria für die Familie der märkischen Askanier. Natürlich war dies auch ein Akt der Landesdurchdringung und der Festigung der Herrschaft, ja sogar Zeichen des Anspruchs der Dynastie auf königliche Würden.
Der erste Konvent kam aus Sittichenbach und stand in derselben Filiation wie Walkenried, war also technisch bestens vorgebildet. Die zahlreichen Probleme der Neugründung konnten die Mönche in der bei den damaligen Zisterziensern oft anzutreffenden Verbindung von innovativer Technik mit ihrer Ästhetik des Maßes lösen.
Aus dem Mittelalter stehen heute in Lehnin außer der nach mehreren Umplanungen um 1270 vollendeten Klosterkirche noch Teile des Ostflügels des Kreuzgangs und der Kapitelsaal, das sog. Abtshaus, das sog. Königshaus, das Kornhaus und das Falkonierhaus. Die Kirche ist einer der bedeutendsten Bauten der norddeutschen Backsteingotik. Sie wirkte vielfältig auf spätere Zisterzienserbauten, so auf Chorin, Colbatz, Eldena und Pelplin. Im Rahmen seiner Beschreibung von Geschichte und Gestalt der heutigen Anlage legt der Autor überzeugend seine Vorschläge zur Datierung des bisher unklaren Bau-Verlaufs der Kirche dar, deren heutige Westhälfte großenteils eine Rekonstruktion des späten 19. Jahrhunderts ist.
Von der mittelalterlichen Ausstattung ist kaum etwas erhalten, da das Kloster 1542 säkularisiert wurde und in hohenzollernschen Staatsbesitz überging. Gleichwohl verfügt die Kirche heute wieder über ein mittelalterliches märkisches Triumphkreuz und einen spätgotischen Schnitzaltar, von der originalen Ausstattung sind die gemauerte Altarmensa, zwei Grabplatten und Reste der mittelalterlichen Ausmalung erhalten.
Die seit dem späten 18. Jahrhundert zunehmend verfallene Kirche wurde erst nach 1870 restauriert und teil-rekonstruiert. 1911 erwarb die Evangelische Kirche mit Unterstützung des hohenzollernschen Kaiserhauses die Gebäude und richtete in der Klosteranlage ein Diakonissen-Mutterhaus unter dem Namen Luise-Henrietten-Stift ein. Seit den 1920er Jahren kamen Kliniken hinzu. Das Stift mit seinen Kliniken ist heute ein „Leuchtturm der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz“ 
DIE BLAUEN BÜCHER


Wolfgang Erdmann
Zisterzienserabtei Chorin
62 S., 109 Abb., dav. 30 farbig, Br., € 5,00
978-3-7845-0352-3
Neuausgabe in Vorbereitung
Die Ruine inmitten brandenburgisch-uckermärkischer Wälder rund 50 km nordöstlich von Berlin gilt als "architektonisches Kleinod höchsten Ranges" (Dehio). Wesentliche Teile der hochgotischen Anlage sind in ihrer Bausubstanz noch erhalten. Karl Friedrich Schinkel hat ab 1818 Chorin vor dem restlosen Verfall gerettet - der Anfang der preußischen Denkmalpflege.
Nicht genug aber war dem Autor die Schönheit der Bilder von Chorin. Denn ihn fesselten sogleich die Rätsel dieser Anlage. Seine Geschichte von Chorin stellt nun manches anders dar als die bisherige Chorin-Literatur. Ihm gelang eine Umdatiertung der gesamten Frühgeschichte und ein neues Begründungsgeflecht für das So-Sein der Abtei und ihrer Ausstattung. Das Ergebnis beruht auf dem Beiziehen bisher nicht genutzter Quellen sowie auf der Berücksichtigung allgemeiner Verhältnisse und neuerer, auch eigener Forschungen: Naherzu die gesamte historische und kunsthistorische Diskussion der letzten Jahre wandte er auf Chorin an, um neue Begründungen der Formenwelt zu gewinnen: so die neuen Fragen der Memoria, der kultischen Bild-Relevanz sowie der `politischen Ikonologie'.
So zeigt der Band zeigt den Zauber von Kloster Chorin, den Reichtum seiner Backstein-Architektur mit ihren dekorativen Möglichkeiten ebenso wie die aktuellen Entdeckungen und Probleme der Forschung. Zugleich berichtet er über die Voraussetzungen und die Spannungsfelder, in denen die Baugruppe entstanden ist, etwa über die Backstein-Technik, die Ordens-Konkurrenz, die Absichten der Herrscherfamilie mit der Abtei, die ökonomischen Grundlagen des Klosters, das Alltagsleben der Mönche als Gottesdienst in Gebet und Arbeit sowie ihr Geschick bei der Lösung technischer Probleme. Mit dem Bau der 1542 aufgelösten Zisterzienser-Abtei wurde als Stiftung und Grablege des askanischen Herrscherhauses 1273 begonnen, er muß im Wesentlichen vor dessen Aussterben 1319 fertig gewesen sein. Chorin war für Jahrzehnte prägendes Vorbild zahlreicher Bauten nicht nur in der Region - einer der ersten Bauten mit spätgotischer Bau-Ästhetik -, gleichwohl steht es auch deutlich in der Tradition.
Aus dem Inhalt: Vorläufer-Stift und Gründungs-Urkunden - Abtei Mariensee - Verlegung nach Chorin zu einer Mühle hin - Der Askanier-Kelch - Wandernde Baustellen und Arbeitsvoraussetzungen - Bauformen folgen Funktionen - Stützen, Maßwerke, Altäre und Reliquien - Askanier-Gräber - Großformen und Baufugen - Chorschranke, Fürstenempore und Westfassade - Der Ost- und Südflügel - Klosterküche, Klosterpforte, Pfortenhaus und Konversen-Refektorium - "Fürstensaal", Windfang und Konversen-Gasse - Wand- und Glasmalerei - Ein Ketzer-Text? - Nebenbauten, Klostermauer, Friedhof und Heiligenfenster - Wassersystem und Klostermühle - Die Bau-Phasen und die Maßwerke - Bauabschluß, Weihe und Laienpublikum - Krisenzeiten, Aufschwung und Aufhebung als Abtei - Amt Chorin, Denkmalpflege, Geschichtsinteresse und Zernutzung - Quellen- und Literaturhinweise.
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