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Herbstreise 2019

 
Edition CONVERSO
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Verlegerin: Monika Lustig, 
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Die besondere Empfehlung:

Palermo-Krimi
 Literaturen des Orients

Eine Literaturgeschichte 
der islamischen Welt

Neuerscheinungen

José Luis de Juan
Der Bienenleser
übersetzt von Silke Kleemann.
157 S., br., € 18,00
978-3-9819763-2-8
Der Bienenleser spielt auf der Insel Elba, im Sommer 1814, als Napoleon Bonaparte dort nach erzwungener Abdankung frisch in der Verbannung gelandet war. Der Roman, erzählt aus verschiedenen Perspektiven, kreist um zwei Hauptfiguren: Einmal Napoleon selbst, in dessen Gedankenwelt José Luis de Juan die Leser durch seine personale Erzählweise mit hineinnimmt. Die zweite ist Andrea Pasolini, der auf Elba einem Familienunternehmen für Bienenzucht und Honigproduktion vorsteht.
Viele Jahre zuvor, im Jahr 1800, hatte Pasolini dem damals noch mächtigsten Mann Europas einen Brief geschrieben und fragt darin nach dessen Vorliebe für Bienen. Pasolini hatte der Schilderung eines Drakoners entnommen, dass Napoleon nach der Beobachtung von Bienen seinen Angriffsplan für die entscheidende Schlacht von Marengo geändert hatte.
In der Fiktion traf dieser Brief Napoleon in einer Zeit der Alpträume an, in denen Bienen eine Rolle spielten: in den Augen des Kaisers ein verhängnisvolles Omen. Deshalb ließ er dem Imker aus Elba quasi zur Abbitte zwei Gläser des besten Honigs aus seiner Heimatstadt Ajaccio schicken.
Die 29 kurzen Kapitel des Romans arbeiten sehr atmosphärisch und spannend auf eine Begegnung dieser beiden Figuren hin. Napoleon ist bereits seit drei Monaten auf der Insel, als er seinen Besuch bei Andrea Pasolini ankündigen lässt...

Die einnehmende Prosa von José Luis de Juan und die ungewöhnliche Mischung aus Geschichte und Fiktion verleihen der Geschichte ihren Charme. Und doch hat de Juan das Buch jetzt neu geschrieben:
Mehr als zwei Jahrzehnte nach dem ersten Erscheinen hat der Autor die heikle Aufgabe übernommen, das Buch zu überarbeiten.
De Juan sagt "Obwohl der Roman gut war, dachte ich, dass er verbessert werden könnte" und hat die Gelegenheit genutzt, den Stil zu verfeinern, der "ein bisschen überladen" war, wie er meint. Er erklärt weiter, dass die Geschichte zwar gleich bleibt, sich der Anfang und das Ende verändert haben, wir aber die selben Charaktere treffen. Sobald sich die Leser in das Buch hinein gefunden haben, tauchen sie in eine Inselatmosphäre ein, die der Autor bestens kennt, "Deshalb ist das Buch mit mir verwandt" sagt er. Und so kommt es, dass der Roman ein Milieu der Isolation, des Argwohns, des Wartens und der Imagination birgt.
Das Wichtigste aber ist die Atmosphäre, die Sprache, das Mysterium und das Rätsel, das er über die Identität Napoleons und seine Beziehung zu den Bienen aufwirft, was verdeutlicht, dass es eine Fabel über Macht und Identität ist.
José Luis de Juan Clar wurde am 10.Januar 1956 in Palma de Mallorca, Spanien, geboren. Mit siebzehn gewann er einen Schreibwettbewerb mit einer Geschichte über Hemingway. De Juan studierte später Jura und Informatik in Barcelona und machte seinen Master of Arts an der Johns Hopkins University in Washington, USA. Er lebte dort einige Zeit, wie auch in Italien und veröffentlicht regelmäßig Literaturkritiken in verschiedenen Zeitungen und Zeitschriften, darunter El País, Revista de Libros und Clarín. Neben seiner literarischen Arbeit beschäftigte er sich mit Malerei und Bildhauerei. Bekannt wurde er mit dem Roman "El apicultor de Bonaparte" (Juan March Cencillo Preis 1996), der in mehrere Sprachen übersetzt wurde, so auch ins Französische, was dem Autor die Veröffentlichung anderer Bücher in Frankreich ermöglichte. De Juan war als Residenzautor in Deutschland (Schloss Wiepersdorf und Villa Waldberta).



Stefan Weidner
1001 Buch – Die Literaturen des Orients
432 S., geb., € 30,00
978-3-9819763-3-5
1001 Buch. Die Literaturen des Orients ist das umfangreichste, ja einzige Buch, das die Literaturen der islamischen Welt vor dem Hintergrund ihrer gemeinsamen Geschichte behandelt. Fast alle der über dreihundert darin behandelten Werke aus 1500 Jahren sind auch auf Deutsch zugänglich, so dass nicht nur diese Literaturen, sondern auch ihre Vermittlung und die Übersetzungen zum Thema werden. Entgegen den herrschenden Vorurteilen (und dem Frauenbild mancher Muslime heute) ist zunächst festzuhalten, daß Frauen in der arabischen Literatur stets präsenter als in der lateinisch-griechischen Antike und im europäischen Mittelalter waren. ( ... ) die Dichterinnen im arabischen Andalusien gaben sich ausgesprochen weltlich, standen in der Wortwahl ihren männlichen Kollegen nicht nach. Muhdja bint al-Tyyani aus dem 11. Jh. (sic!); „Dank für die frischen Pfirsiche, die du mir schenkst! ( ... ) / Sie sind so wohlgerundet wie der Mädchen Brüste, / doch lassen jeden Penis sie vor Neid erblassen!"
Stefan Weidner reiste bereits als Schüler nach Nordafrika und machte dort seine ersten Erfahrungen mit dem Islam. Später studierte er Islamwissenschaften, Germanistik und Philosophie an den Universitäten Göttingen, Damaskus, Berkeley und Bonn. Er arbeitet als Autor, Übersetzer, Literaturkritiker. Von 2001 bis 2016 war er Chefredakteur der Zeitschrift Fikrun wa Fann, die vom Goethe-Institut herausgegeben wird und zum Dialog zwischen westlicher und islamisch geprägter Kultur beitragen soll. Er hat zahlreiche Lyriker aus dem Arabischen übersetzt, darunter Adonis und Mahmud Darwisch.

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Enrico Deaglio
Eine wahrhaft schreckliche Geschichte zwischen Sizilien und Amerika
übersetzt von Klaudia Ruschkowski
232 S., geb., € 23,00
978-3-9819763-1-1
Enrico Deaglio rekonstruiert mit erzählerischer Kraft und der journalistischen Bravour eines Truman Capote diesen Fall von Lynchjustiz, der sich 1899 einige hundert Kilometer nördlich von New Orleans zutrug und wie ein filmreifer Thriller beim Lesen Gänsehaut erzeugt. In einer heißen Nacht im Juli 1899 war das unbekannte Städtchen Tallulah – ein winziger Fleck auf der Landkarte der Neuen Welt Schauplatz einer kollektiven, grundlosen und grausamen Lynchjustiz. Der Auslöser? Eine Ziege, die sich am Gras des Nachbargartens gütlich hielt, machte den weißen Gartenbesitzer so wütend, dass er  das Tier erschoss. Daraufhin kam es zu einer größeren Schießerei. Unmittelbar fand sich eine weiße Menschenmenge zusammen und lynchte in einer Kollektivvergeltung fünf Menschen. Bei denen handelte es sich nicht um „Neger“, wie es in jenen Gegenden gang und gebe war („strange fruits“, Billy Hollyday), sondern um sizilianische Bauern, alle aus ein und derselben Familie, die aus der sizilianischen Stadt Cefalù ausgewandert waren. Vergeblich verlangte die italienische Regierung nach Erklärungen, erhielt jedoch eine finanzielle Wiedergutmachung. Damit war für die Amerikaner die Sache erledigt. „In Wahrheit“, so bemerkt Enrico Deaglio, „hatte die Geschichte wesentlich größere Ausmaße. Größer bedeutet hier sehr viel grauenvoller, infamer, mysteriöser, aber auch abenteuerlicher und beinahe wie im Märchen.“ Deaglio folgt den Fährten einer literarischen Wahrheit, erforscht die Orte des Geschehens, gräbt Bruchstücke von Erinnerungen und zu archäologischen Fundstücken gewordene Zeugnisse aus, umreißt die menschlichen Konturen einer allumfassenden Gewalt. Doch Hinweis um Hinweis, Spur um Spur, weitet sich diese Geschichte zwangsläufig und enthüllt so, in jenem kollektiven Verbrechen nur die Zuspitzung eines sehr viel breitgefächerten Szenarios. Hier war eine Wirtschaftsmacht am Werk, die eine neue „verfluchte Rasse“ brauchte und eine solche in den schlecht beleumundeten sizilianischen Arbeitern („Dagos“) fand, eine Rasse, die die Stelle der befreiten Sklaven auf den Pflanzungen und Feldern einnehmen sollte. Eine transozeanische Deportation, die zu Zeiten Garibaldis konzipiert und von rassistisch gesinnten Wissenschaftlern, Landbesitzern, Regierenden während des Risorgimento befeuert wurde, welche allesamt von ihrem neuen Volk erschreckt waren, ein geheimes Zeugnis der Geburt eines neuen Italiens. Deaglio begibt sich mit den Gegenständen aus einem vergessenen Koffer auf die lange Reise hin zum Galgen in Tallulah: Das beunruhigende Gemälde des Antonello di Messina: die Ähnlichkeit der Augen und der Haut des Portraitierten mit denen der armen Lynchopfer; die Anzeichen ihres Umherschweifens zwischen Aufständen und Pogromen; die Utopie der Erde, der mythischen Gründung des „neuen Palermo“ an den Ufern des Mississippi, eine Brillantbrosche, die verschwindet.  Wer und was hat diese fünf Underdog aus Cefalù getötet?

»….das Buch hat mich stinksauer gemacht, denn beim Lesen wuchs in mir nachträglich himmelschreiende Empörung über den italienischen Staat und seine verantwortungslose Vorgehensweise in dieser Angelegenheit, vor allem aber wegen der ethnorassistischen Einstellung gegenüber uns, den Sizilianern.« (Santo Piazzese, bei einem Treffen mit Enrico Deaglio, Mai 2018, Palermo, Literaturfestival Una marina di libri).
Links: Der Autor im Gespräch mit A.Widmann in der Frankfurter Rundschau   Interview von L.F. Badura mit dem Autor in DER FREITAG
Maike Albath in der Süddeutschen Zeitung über die "grausamen Mechanismen der Migration"

Santo Piazzese
Blaue Blumen zu Allerseelen
übersetzt von Monika Lustig
328 S., geb., € 21,00
978-3-9819763-0-4
Alles deutet daraufhin, dass es sich bei den insgesamt fünf Ermordeten um Mafiaopfer handelt. Doch Schutzgelderpressung, Geldwäscheanlagen, die als Verräter zur Selbststrangulierung Gefesselten sind nur die Beigabe zum eigentlichen Verbrechen. Zu dieser Wahrheit gelangt Kommissar Vittorio Spotorno durch gradweise Annäherung, Fokussieren der geringfügigsten Details, und so entsteht ein hervorragend ineinander laufender Plot, in dem „nichts rein zufällig, nichts wirklich erfunden ist.“
Der Anfang: eine lebhafte Szene aus der Jugendzeit des ermittelnden Kommissars Spotorno im Stadtviertel Il Sacramento; er und seine Freunde (Notfreundschaften aus Einsamkeit, die einzigen Schüler, die einen Vater mit Festanstellung hatten) Rosario (der Rote) und Diego (der Blonde) sammeln am Strand Austern für ihre Lehrerin, Signorina Lo Giudice, deren Leiche gerade mit eingeschlagenem Schädel abtransportiert wird. Bereits damals wusste er: wenn er einmal groß ist, wird er Kommissar. Und dann, viele Jahre später verfolgt Spotorno bei den Ermittlungen seinen eigenen Lebensweg zurück und wird sich bewusst, dass auch er vom sog der Lawine (Il soffio della valanga, der Originaltitel) hätte erfasst und wie seine Kameraden ins Verderben gezogen werden können; Jean-Claude Izzo reihte diesen Noir unter die aus dem Mittelmeerraum ein, deren „Stammbaum bis zur griechischen Tragödie zurückreicht“. Santo Piazzese, Molekularbiologe, preisgekrönter sizilianischer Autor, entwirft in seinem dritten Palermo-Krimi einen Kosmos schriller Gegensätze, das Soziogramm einer verführerischen, wie brutalen Gesellschaft, in ihren jahrtausendalten Schichtungen, die sich trotz eiserner Hierarchien demokratisch durchdringen. Palermo, eben. Alles deutet daraufhin, dass die insgesamt fünf Mordopfer auf das Konto der Mafia gehen. Aber hier soll die Mafia als eine derart Palermo-immanente Realität dargestellt werden, die so hautnah erfahrbar, so „selbstverständlich“ ist, dass anders als in Andeutungen über sie zu sprechen, zum verzichtbaren Beiwerk wird. Mit grandios lebensecht gezeichneten Figuren, allen voran Kommissar Vittorio Spotorno und seine drei Frauen, die von ihm geehelichte Amalia, die Polizeibeamtin Stella, die mysteriöse Dama Bianca, erzählt der Roman auch von der Fatalität des Mitgerissenwerdens, gerade wenn man sich am Rande der niedergehenden Lawine stehend sicher wähnt. Das dramatische Potential ist auch ohne Mafia als Hauptakteur hoch. REZENSION DEUTSCHLANDFUNK
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