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Herbstreise 2019
NEU BEI TELL..........

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Menschen mit Romno-Hintergrund 
 Die besondere Empfehlung:

Neuerscheinungen 

Ankalina Dahlem
Universe far
Roman mit Zeichnungen der Autorin
160 S., geb., € 24,00
978-3-945400-71-5
Eine Traumwelt ist es, in die uns Ankalina Dahlem entführt, in der die präzise Setzung von Bildern und Stimmungen so behutsam und eindringlich verführt, dass man in ihrer Sprache verweilen möchte. Nur nicht aufwachen aus diesen Traumbildern mit ihren eigenen Gesetzen, die so klar und gleichzeitig geheimnisvoll sind, dass man sie nie ganz deuten kann. In Universefar erzählt Dahlem von der Liebe zu einem Köhaku, einem rot-weißen Nishikigol, einem japanischen Farbkarpfen, ohne den für die Protagonistin ein Leben nicht mehr vorstellbar ist. Seinetwegen hat sie Meeresbiologie studiert, doch nachdem sie im Golf von Mexiko einen Koboldhai, diesen bizarren mythischen Tiefseebewohner, aufspürt, ihn aber aus Mitleid mit seiner Hässlichkeit wieder freilässt, zieht sie sich aus der Forschung zurück und arbeitet fortan als Künstlerin, spezialisiert auf das Malen von Fischen. Als sie eines Tages einen äußerst dringenden Malauftrag eines japanischen Fischliebhabers bekommt und beim Surfen zufällig auf die Geschichten eines gewissen Ron Shinefeld stößt, nimmt ihr Leben wie das ihres Fisches eine unerwartete Wendung. Ankalina Dahlems Erzählen ist ein Schweifen durch Alltägliches, scheinbar Nebensächliches, Fantastisches Dinge und Mythen verschmelzen zu wundersamen Geschichten von Liebe und Schmerz, wie sie nur Träume hervorbringen. Ankalina Dahlem studierte Malerei und Bildhauerei am Pasadena Art Center, an der Städelschule Frankfurt und an der Staatlichen Kunstakademie Karlsruhe. Nach ihrem Studium erhielt sie zahlreiche Stipendien. 2015 erschien ihr erster Roman „Zurück nach Lima“. Sie lebt in Frankfurt und Zürich. ET: 9/19


Victoria Straw
Liguster blueht kopfbetaeubend
short messages to max
112 S., geb., € 18,00
978-3-945400-69-2
Victoria Straw hat ihre texte nicht für die Öffentlichkeit geschrieben. es handelt sich dabei um Mitteilungen an ihren Mann Max, um short messages (sms), die sie in ihr altes Mobiltelefon tippte. Allein die berückenden Sprachbilder, die sie für den Himmel mit seinen Gestirnen oder die dunklen Bäume mit ihren Eulen fand, verlangt dennoch danach, mit anderen Leserinnen und Lesern geteilt zu werden. Mit dem Jahr 2018 verstärkte sich ein meditativer Zug in Victoria Straws Kurzmeldungen. Die Nachrichten kamen aus einem Krankenhaus, schließlich aus der Palliativstation. Es sind die letzten schriftlichen Äußerungen im Leben dieser bemerkenswerten Frau. Tiefe Empfindung verbindet sich in ihnen mit einer weisen Heiterkeit, mit der sie diesem Leben trotzte und dem Tod selbstbewusst und mokant entgegentrat. Victoria Straw, geboren in der englischen Stadt Leicester in den East Midlands, lebte als Kindermädchen, Bürohilfe und Englischlehrerin in Frankfurt. Im Frieden mit dem Diesseits und neugierig auf „das Nichts“ verließ sie diese Welt am 22. Juni 2018. ET: 5/19


Mare Manuscha
Kunst & Kulturen der Sinti & Roma
260 S., geb., € 28,00
978-3-945400-57-9
Die Herausgeber Romeo Franz und Cornelia Wilß als gemeinsam Interviewende treffen Künstlern und Künstlerinnen mit Sinti- oder Roma-Hintergrund aus den Bereichen Bildende Kunst, Film, Theater, Musik und Literatur. Dabei geht es um das Verwurzeltsein in der eigenen Familiengeschichte, um individuelle und kollektive Strategien im Umgang mit der Mehrheitsgesellschaft, um Erfolge und Niederlagen, um Wirklichkeiten und Utopien in Kunst und Politik. Zugrunde liegt allen diesen Begegnungen die kritische Auseinandersetzung mit kultureller und sozialer Diskriminierung einer Minderheits- in einer Mehrheitsgesellschaft. Sie entlarven gewohnte Seh- und Deutungsmuster der Mehrheitsgesellschaft als Stereotype und Klischees. Fortgesetzter kultureller und sozialer Ausgrenzung und tief verankertem Rassismus gegen Roma und Sinti entgegenzuwirken ist ein Anliegen des Buches!
Vorgestellt werden Nicoleta Bitu, Hamze Bytyci, Udo Engbring-Romang, Manolito Mario Franz, Lore Georg, Romeo Gitano, Ewald Hanstein, Dejan Jovanovic, Hristo Kyuchukov, Ilona Lagrene, Reinhold Lagrene, Valérie Leray, Roger Moreno, Nedjo Osman, Riccardo M Sahiti, Imrich Tomáš, Alfred Ullrich ET: 5/19



Philipp Mosetter
KURT
Die Legende unter den Ikonen
Roman
160 S., geb., € 24,00
978-3-945400-70-8
Leben ist reine Zeitverschwendung" Da wird einer Kurt, zur Legende, zur Ikone, sogar zur Legende unter den Ikonen, und am Ende bleibt - nichts. Diese Geschichte bekommen wir gleichsam am Wegesrand erzählt, in einem immer wieder neu ansetzenden Monolog. Legenden leben bekanntlich vom wohlgehüteten Geheimnis - und von ihrem Namen. Bis Stille einkehrt. Kurts Art, Geschichten nicht nur zu erzählen, sondern sie gleich einem weißen Flecken auf der Landkarte überhaupt erst zu entdecken, interessiert in der Branche niemanden mehr.
Eines Tages meldet sich Kurt unerwartet bei einem alten Kollegen. Was kann er Jetzt nur von ihm wollen? Auf dem Weg zu diesem Treffen erfahren wir die schillernde Erfolgsgeschichte von Kurt, der sich in der Werbung mit ungewöhnlichen Strategien und Gegen-den Strich-Denken einen Namen gemacht hat. Doch was einst als Qualität galt, Kurts genaue Beobachtung der Wirklichkeit und die Entdeckung ihres Wirkmoments, ist mittlerweile formelhafter Marktpolitik gewichen.
Im Plauderton eines Kaffeehausgesprächs führt Philipp Mosetter messerscharf und pointiert die Machenschaften des allgegenwärtigen Marketings vor, das mittlerweile die Welt zu einem endlosen Markt gemacht hat, in dem alles, was Zeit braucht, aufgehört hat zu existieren. PHILIPP MOSETTER, geboren in Schramberg, Schwarzwald, lebt und arbeitet als Kabarettist, Schauspieler und freier Autor in Wien und Frankfurt.  ET: 9/19


Textland - Made in Germany
Erzählungen, Essays und Gedichte von Marjana Gaponenko. Doron Rabinovici, Karosh Taha, Max Czollek, Lena Gorelik, Abbas Khider, Shirin Kumm, Sandra Gugic, Sharon Dodua Otoo, Arta Ramadani, Aleš Steger, Alexandru Bulucz, Paul-Henri Campbell, Hadija Haruna-Oelker, Jamal Tuschick, Safiye Can, Sudabeh Mohafez und Feridun Zaimoglu
176 S., geb., € 10,00
978-3-945400-59-3
TEXTLAND ist ein Raum voller Geschichten, ist erzähltes Leben und grenzüberschreitend. Was im Alltag schwierig zu sein scheint, gelingt in der Gegenwartsliteratur: Integration. Die Texte von bi- und multikulturellen, bi- und multilingualen Autorinnen und Autoren bereichern die deutschsprachige Literatur, indem sie sie verändern und prägen. TEXTLAND gibt diesen Entwicklungen eine Bühne, und zwar in Frankfurt, der Geburtsstadt Goethes, der für die Vielfalt kultureller Ausdrucksformen und die Utopie einer literarischen Kommunikation, die Verbindendes erkennt, ohne Trennendes aufzuheben, einen einfachen Namen hatte: Weltliteratur. Im deutschsprachigen Raum existiert bereits seit langem eine lebendige, hochklassige Literaturszene, repräsentiert durch Autorinnen und Autoren wie Nino Haratischwili, Abbas Khider, Ilija Trojanow, Natascha Wodin, Feridun Zaimoglu und viele andere mehr. In diesem Jahr wurde der bedeutendste deutsche Literaturpreis - der Büchner-Preis - der in Ungarn geborenen Terézia Mora zuerkannt. TEXTLAND stellt die Frage, was deutschsprachige Literatur heute eigentlich ist und widmet dem Austausch individueller Erfahrungen und neuer ästhetischer Positionen Aufmerksamkeit. Denn Literatur ist nicht nur ein äshetisches Erlebnis, sie ist auch eine Form kritischer Praxis und ermöglicht es, sich mit der Welt und den darin lebenden Menschen auseinanderzusetzen.
 ET: 4/19

E.T.A. Hoffmann
Der goldene Topf
Mit Illustrationen von Alexander Pavlenko
978-3-945400-48-7
90 S., geb.,zahlr. Illustrationen, € 20,00
Alexander Pavlenko illustriert eines der berühmtesten Werke der Romantik. In Frankreich wurde er früh zum Klassiker, im deutschsprachigen Raum hingegen blieb E.T.A. Hoffmann (1776-1822) der Ruhm lange verwehrt. Heute gilt Hoffmann als einer der wichtigsten deutschen Schriftsteller der Romantik. Zeitgenössische Autoren wie Ingo Schulze und Uwe Tellkamp bekennen sich zu ihm als Vorbild. Der studierte Jurist Hoffmann war Musiker und Zeichner, Bekanntheit erlangte er jedoch als Verfasser ungeheuerlicher Geschichten wie »Der Sandmann«, die »Serapionsbrüder« oder »Kater Murr«.
E.T.A. Hoffmanns Novelle »Der goldene Topf« entstand während seines Zwischenspiels in Dresden, wo Hoffmann zwischen 1813 und 1814 als Kapellmeister wirkte. Die Novelle war einer seiner ersten schriftstellerischen Erfolge und gilt als ein Höhepunkt der romantischen Literatur. Der Autor selbst bezeichnete das 1814 erschienene Werk als »Märchen aus der neuen Zeit«.
Die Novelle handelt vom jungen Studenten Anselmus, der am Himmelfahrtstag in Dresden durch das Schwarze Tor rennt und in den Korb eines Apfelweibes hineinstolpert. Daraufhin lässt er sich an den Elbwiesen unter einem Holunderbusch nieder, als er plötzlich Stimmen zu hören glaubt. Anselmus blickt in die Augen der Schlange Serpentina und verliebt sich in sie. Kurz darauf wird ihm eine Stelle als Kopierer beim Archivarius Lindhorst angeboten, der in Wirklichkeit ein Salamanderfürst aus Atlantis und Serpentinas Vater E.T.A. Hoffmann erzählt Anselmus‘ Weg von Dresden nach Atlantis - ein stetiges Pendeln zwischen bürgerlich-rationaler Realität und der phantastischen Welt der Poesie. Ein schräger Humor ist dieser Novelle eigen. Ihre Bildwelt erfährt in den Illustrationen von Alexander Pavlenko eine zeitgemäße Interpretation. Pavlenko zitiert die im 19. Jahrhundert verbreitete Scherenschnitttechnik und ermöglicht einen neuen Blick auf E.T.A. Hoffmanns Klassiker. ET: 2020



Stanislaw Baranczak
Ethik und Poetik
978-3-945400-46-3
400 S., geb., € 28,00
Die ethische Integrität von Literatur scheint immer dann am stärksten gefährdet zu sein, wenn Schriftsteller in die Klauen der Geschichte geraten. Bald sollen sie sich für oder gegen das herrschende System entscheiden: entweder für Gehorsam oder für Widerstand: Selten gibt es eine weitere Alternative. In einem solchen Klima der Gefahr sind auch die Essays aus „Ethik und Poetik“ entstanden. StanisÅ‚aw Baranczak verfasste sie in den Jahren 1970 bis 1978. In Polen durften sie nicht erscheinen, in Frankreich schon. Sie sind das leidenschaftliche Zeugnis eines literarischen wie kritischen Ringens mit den Totalitarismen des 20. Jahrhunderts - eines Ringens also um die Literatur und deren potenzielle Rolle bei der Wiederherstellung eines ethischen Wertesystems. An Texten von Ossip Mandelstam und Dietrich Bonhoeffer, aber aber auch an solchen von Zeitgenossen und Freunden wie Czeslaw Milosz, Miron Bialoszewski, Wislawa Szymborska, Zbigniew Herbert u.a.m. zeichnet Baranczak jene poet(h)ischen Überzeugungen nach, für die deren Autoren wirklich jeden Preis, jeden Lebenspreis, zu bezahlen bereit waren. ET: 2020

Hermann Lübbe
Katastrophenbegünstigte Philosophie
Der Philosoph Hermann Lübbe im Gespräch mit Alexandru Bulucz
72 S., geb., € 14,00
978-3-945400-43-2
Der Philosoph und Denker Politischer Theorie Hermann Lübbe blickt im Gespräch mit Alexandru Bulucz auf seine ostfriesische Kindheit und Jugend zurück und überdies auf die ersten Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg und seinen »Heißhunger« auf Kenntnisnahme dessen, was damals außerhalb Deutschlands in der Welt vor sich ging. In dieser Zeit bildete sich bei Lübbe jener Optimismus heraus, der für ihn charakteristisch geblieben ist und der oft kritisiert wurde - vor allem seine gute Meinung vom wissenschaftlichen und technischen Fortschritt. Im Gespräch führt er seine Lebenszuversicht nicht zuletzt auf tragende »Kommunitäten« zurück - von der Familie bis zu religiösen und politischen Zugehörigkeitsverhältnissen langer Dauer. Seine Sozialphilosophie, seine Politische Theorie und seine Religionsphilosophie nehmen das auf und entwerfen ein Panorama moderner »Zeit-Verhältnisse«. ET: 2020

Volker Michels
Wege zu Hermann Hesse
Vom Suchen zum Finden
 978-3-945400-44-9
350 S., geb., € 28,00
Beginnend mit dem schwäbischen Schwarzwaldstädtchen Calw, dem provinziellen und pietistisch geprägten Umfeld seiner Kindheit, seiner Passion für Italien, den Jahren am Bodensee und Wahlheimaten im schweizerischen Tessin und Engadin bis hin zu den Schwerpunkten seiner Naturverbundenheit illustrieren die Schilderungen dieses Bandes die Stationen des Werdegangs Hermann Hesses in seltener Anschaulichkeit. Immer wieder überrascht Hesses Weitblick, der auch Probleme und Konflikte unserer aktuellen Gegenwart vorwegnimmt und Stellung bezieht. Inhalt: Calw als Urbild, Großvater Hermann Gundert, Unterm Rad der Fremdbestimmung, Vom Überleben einer abgewiesen Liebe (das unbekannte »Buch der Sehnsucht«), Lagunenzauber (Hesse in Venedig), Jahre in Basel, Zauberhafte Zeichensprache der Natur (Schmetterlinge), Der Schwere trotzen (Wolken), Möglichst weit weg von Berlin (Jahre am Bodensee), Ein Schreibtisch erzählt, Ein sanfter Strom von Kraft und Wirkung (Christian Wagner), Wie eine verlorene Heimat (Freude am Garten), Dank an die Bäume, Das Leben brausen hören (Hesse in München), Hesses Asienreise als Moritat, Rückkehr zu den Quellen des Lebens (Reise nach Indonesien) Ein großer, königlicher Arzt (Albert Fraenkel), Hand anlegen, statt predigen! (Hesse und Albert Schweitzer), Luftreisen, Politik des Gewissens, Grenzüberschreitende Gemeinsamkeiten (im Alemannenbuch), Die Hauptsache musste ich selber leisten (Hesse und die Psychoanalyse), »Demian« eine Stimme der Evolution, Hier ist das leben leichter (Hesse im Tessin), Meine noble Ruine (Jahre in der Casa Camuzzi) ET: 2020



Aus dem Programm der Edition Faust:

Innenansichten aus Syrien
Texte, Fotografien und Bilder
296 S., geb.,durchgehend vierfarbig- und schwarz-weiß bebildert, € 24,00
978-3-9815893-7-5
Wenn man verstehen will, was in Syrien, im Nahen Osten vorgeht, muss man lesen. Kein Foto, keine Fernsehreportage, kein mit Handy gedrehter Clip vermag die Berichte von Zeugen und Betroffenen zu ersetzen. Stefan Weidner, Frankfurter Allgemeine Zeitung
Millionen Menschen sind auf der Flucht, Hunderttausende wurden getötet, verletzt oder sind in Haft. Auch viele Intellektuelle und Künstler mussten Syrien als Flüchtlinge, aufgrund individueller Verfolgung, verlassen, nur einige wenige sind bis heute geblieben. Inmitten dieser kaum begreiflichen Katastrophe hat sich jedoch ein für Syrien beispielloser und in den hiesigen Medien kaum wahrgenommener künstlerischer Aufbruch ausgebildet. Ziel dieses Buches ist es, dieses unglaubliche kreative Erwachen sichtbar zu machen. Schriftstellerinnen und Schriftsteller beschreiben in sehr persönlichen Beiträgen die eigenen psychischen und die gesellschaftlichen Veränderungen, die sie seit Beginn der Revolution seit mehr als vier Jahren beobachten. Der Band dokumentiert eindrucksvoll, wie mittels Literatur, Theater, Fotografie und bildender Kunst neue Freiheitsräume ausgelotet werden und wie trotz allem der friedliche Protest abseits der Kriegsschauplätze weitergeführt wird.
»Wir verschieben jedes Gespräch über die Zukunft des Landes auf eine Zeit, die irgendwann später kommen wird. Wir sind sicher, dass sie kommt, aber wir sind nicht sicher, dass wir überleben und sie mit eigenen Augen sehen und erleben werden.« Khaled Khalifa



Hannah Jacobi
Stimmen aus Teheran
Interviews zur zeitgenössischen Kunst im Iran
256 S., geb., € 38,00
978-3-945400-40-1
Was heißt es, heute Künstler oder Künstlerin im Iran zu sein? Und wie haben sich die zeitgenössische Kunst im Iran und die Kunstszene in Teheran entwickelt? Diesen Fragen geht die Kunsthistorikerin Hannah Jacobi in achtzehn Interviews mit Künstlern und Künstlerinnen, Theoretikern und Galeristinnen in Teheran nach. Sie zeigt auf, wie sich das Umfeld der zeitgenössischen Kunst in Teheran entwickelt hat, welche Räume für Gegenwartskunst derzeit dort vorhanden sind und welche Themen die Kunstschaffenden und Akteure im Kunstbereich beschäftigen. In letzten Jahren wuchs gerade in Deutschland das Interesse an der Gegenwartskunst aus dem Iran. Vor diesem Hintergrund möchte das Buch die zeitgenössische Kunstszene Teherans differenziert darstellen und den Stimmen der lokalen Akteure Gehör verschaffen. Seit über zehn Jahren hat Jacobi auf ihren Reisen nach Teheran profunde Kenntnisse des lokalen Kunstumfelds erlangt. So wird den Lesern und Leserinnen ein besonderer Einblick in die aktuelle iranische Kunstwelt eröffnet, die sich im Kontext der Reformpolitik im Iran nach 1997 herausgebildet hat und sich heute aktiver und vielfältiger denn je präsentiert. In den Interviews, die zum Teil über mehrere Jahre hinweg entstanden sind, greifen die Künstler und Künstlerinnen ihren jeweiligen Weg zur Kunst und die Spiegelung der lokalen kulturellen, gesellschaftlichen und politischen Verhältnisse in ihren Kunstwerken auf. Darüber hinaus reflektieren Kunsthistoriker und Kunsthistorikerinnen, Publizisten und Galeristinnen die modernen Entwicklungen in Gesellschaft und Kunst, die eng mit der Frage nach der kulturellen Identität und der Bedeutung und Ästhetik zeitgenössischer Kunst im Iran verbunden sind. Das transkulturelle Spannungsfeld, in dem die Kunstschaffenden im Iran ausgebildet werden und dessen Einfluss sich in ihren Arbeiten niederschlägt, wird auf diese Weise greifbar. Zahlreiche Abbildungen von Kunstwerken, aber auch von Ausstellungskontexten, ergänzen die Gespräche.
Hannah Jacobi führte für den Band Interviews mit folgenden Kunstschaffenden, Theoretikern und Galeristinnen: Bita Fayyazi. Sohrab Mahdavi. Neda Razsvipour. Jinoos Tahizadeh. Shahab Fotouhi, Bdrbad Golshiri. Ansol Ansarinia. Mahnioud Bakhshi. Helid Dtirabi. Ruyin Pakbaz. Vahid Flakirn. Inlan Afsarian Maryam Meid. Nazila Noebashari. Lili Golestan, Rozita Sharatjahan. Hamid Severi und Mohamad Ghazaui.


Volker Michels
Hermann Hesse und die Weltreligionen
"Alle Götter und Teufel sind in uns selbst"
32 S., geb., € 12,00
978-3-945400-11-1
Hermann Hesse stammt sowohl väterlicher- wie mütterlicherseits aus einer von religiösem Sendungsbewusstsein geprägten Familie. Seine Großeltern und Eltern waren Missionare, die ihr pietistisch gefärbtes Christentum bis an die Westküste Indiens trieb, wo die Mutter des Dichters geboren ist. Wie Hesse aus konfessioneller Gebundenheit zu ganz eigenständigen, den Alleingültigkeitswahn der Konfessionen und Dogmatismus der Kirchen überwindenden Einsichten fand, um ein Bewusstsein für die Gemeinsamkeiten der Weltreligionen zu wecken, ist eine ebenso spannende wie zukunftsorientierte Entwicklung.

Volker Michels
Hermann Hesse und Robert Walser
»Ich halte Genauigkeit für poetisch«
116 S., geb., € 16,00
978-3-945400-24-1
Volker Michels, der Mitte der siebziger Jahre die Überführung der Werke Robert Walsers in den Suhrkamp Verlag in Gang gebracht und dort u.a. die von Jochen Greven herausgegebene Gesamtausgabe der Werke Robert Walsers betreut hat, ist einer der besten Kenner dieses wohl bedeutendsten Schweizer Schriftstellers seiner Generation. In drei aufschlussreichen Essays über Robert Walsers Leben und Werk, über das in seinen Briefen und Liebesgeschichten geschilderte außergewöhnliche Verhältnis zu Frauen und das merkwürdig aufmüpfige zu seinem einflussreichsten Kollegen und Förderer Hermann Hesse sind die thematischen Schwerpunkte dieses informativen Bandes. »Während des Lesens achtet man nur der Stücke, der schönen Stellen und Einzelheiten, erst nachher steht das Ganze als ein ansehnlicher Bau vor uns. Dann wundert und freut man sich, wie die Durchschnitts- und Alltagsmenschen des Buches einem lieb und wichtig werden konnten, und nimmt nachträglich den Hut ab vor dem Dichter, dem man während der Lektüre häufig meinte auf die Schultern klopfen zu dürfen wie seinem Commis.« (Hermann Hesse über Robert Walser)


Volker Michels
Hermann Hesse und Stefan Zweig
"Die Tat beginnt immer mit dem Traum"
128 S., geb., € 14,00
978-3-945400-12-8
Volker Michels, Herausgeber eines Essaybandes und einer Bildbiographie von und über Stefan Zweig, kann in den fünf Beiträgen dieses Buches auf bisher kaum bekanntes Quellenmaterial zurückgreifen. Anhand Zweigs Briefwechsel und der Korrespondenzen mit Romain Rolland, seinem amerikanischen Verleger Ben Huebsch, Hermann Hesse und vielen anderen wird sein Schicksal im Widerstand gegen den Nationalsozialismus mit einer bisher seltenen Anschaulichkeit sichtbar. Zweigs Gründe für seinen Suizid kommen hier ebenso zu Wort wie die Ursachen für die Indifferenz des deutschen Kulturbetriebs gegenüber einem Autor, der in aller Welt einflussreicher ist als in seinem eigenen Sprachgebiet.



Volker Michels
Impuls zur Humanisierung
Ein Gespräch zur Aktualität von Hermann Hesse mit Volker Michels
96 S., geb., € 12,00
978-3-9815893-6-8
»Er macht uns Mut, unsere Veranlagungen und Begabungen, die uns von den Mitmenschen unterscheiden, nicht als normwidrige Marotten wahrzunehmen und irgendeinem Durchschnitt anzupassen, sondern sie als Chance zu einem eigenständigen Leben zu begreifen und zu verwirklichen. Das zu erkennen ist vor allem in der Jugend wichtig, in einem Alter, wo die Weichen für die Zukunft gestellt werden. Darum hat Hesse auch so viele junge Leser nicht zuletzt in den asiatischen Ländern, wo heute ja das Individuelle zugunsten einer leistungsorientierten Konformität eher unterdrückt als gefördert wird.« Volker Michels über Hermann Hesse

 

Volker Michels
Indien und China im Werk von Hermann Hesse
Von der Einheit der Gegensätze
64 S., geb., € 12,00
978-3-945400-22-7
Schon früh hat sich der Dichter dem Einfluss seiner als Indienmissionare tätigen Vorfahren widersetzt und sich auch publizistisch für die Kulturen, Religionen und Weltbilder der von den europäischen Kolonisatoren ausgebeuteten und christianisierten asiatischen Länder eingesetzt. Hesses Dichtungen, obenan seine indische Legende Siddhartha und sein Alterswerk Das Glasperlenspiel, verdanken ein Gutteil ihrer weltweiten Wirkung den fernöstlichen Einflüssen auf sein Weltbild. Volker Michels zeichnet den Werdegang Hesses zu dieser Haltung nach und auch die Gründe für das erstaunliche Echo, das Hesses individualistische, jeder Gleichschaltung widerstrebende Positionen besonders in den asiatischen Ländern finden.



Barbara Englert
Der grosse Krieg und die Frauen
1914-1918. Eine Collage
272 S., geb., € 24,00
978-3-945400-42-5
Der Erste Weltkrieg fällt in eine Zeit, in der Frauen in ganz Europa für ihre Gleichberechtigung kämpften. Es waren Frauen, die sich mitten im patriotischen Taumel des ersten Kriegsjahres für den Frieden engagierten. Im März 1915 organisierte die Politikerin und Aktivistin Clara Zetkin in Bern die »Internationale Konferenz sozialistischer Frauen gegen den Krieg«. Auch Schriftstellerinnen und Künstlerinnen reagierten auf die Brutalität des Krieges. Was dachten, empfanden, fühlten all diese Frauen, wie kamen sie zurecht mit der Verantwortung für Familie, Kinder und Alte, mit Hunger, Bedrohung und Angst?
Die Regisseurin und Schauspielerin Barbara Englert zeigt den Ersten Weltkrieg aus dem Blickwinkel der Frauen. Ihre Collage »Der Große Krieg und die Frauen« enthält Gespräche mit Frauen, die erzählen, was ihre Mütter ihnen vom Ersten Weltkrieg berichteten. Ihren Geschichten stehen Tagebuchaufzeichnungen, Erzählungen und Gedichte berühmter Frauen gegenüber, die den Ersten Weltkrieg erlebt hatten: Anita Augspurg, Vicki Baum, Elsa Brändström, Colette, Marie Curie, Ricarda Huch, Clara Immerwahr, Editha Klipstein, Annette Kolb, Käthe Kollwitz, Else Lasker-Schüler, Rosa Luxemburg, Virginia Woolf, Clara Zetkin und viele andere. In unserer Gegenwart, die von Nationalismus und politischem Machismo geprägt ist, drohen die Stimmen der Vernunft und des Ausgleichs zu verstummen. Gerade diese Stimmen versammelt »Der Große Krieg und die Frauen«. Eindrücklich macht der Band bewusst, welchen Preis jeder Krieg hat. »Ist es nicht Wahnsinn, Streitfälle, gleichviel welche, auf solchem Wege zu regeln? Ist es nicht Wahnsinn, um Länder-, Macht- und Profitgier jeder Art zu befriedigen, die Massen der Völker gegeneinander zu hetzen, sie mit grausigsten Mitteln abschlachten zu lassen?« Die Worte der Juristin und Feministin Anita Augspurg sollten uns eine Warnung sein. »Alle sind in den Krieg eingezogen worden. Oder fast alle. Alle sind verwundet. Oder fast alle. Wer es nicht körperlich ist, der ist es seelisch.« Sinaida Hippius

Katja Behrens
Nachts, wenn Schatten aus dunklen Ecken kommen
Roman. Ein Roma-Leben zwischen Tradition und Aufbruch
256 S., geb., € 24,00
978-3-945400-28-9
Katja Behrens zeichnet das faszinierende Leben eines deutschen Roma zwischen Tradition und Aufbruch. In einer klaren, schnörkellosen Sprache erzählt Katja Behrens von freudigen und magischen, zuweilen dramatischen und befremdlichen Begebenheiten aus dem Leben von Nono, der in einer Roma-Familie zur Welt kommt. Mit seinen Eltern und Verwandten zieht er von Stadt zu Stadt, lebt in Rüsselsheim, Darmstadt, Nürnberg, Frankfurt und Köln. Schon als kleiner Junge merkt Nono, dass er anders ist. Weil er nicht ausgestoßen werden will, beschließt er, ein »richtiger Zigeuner« zu werden. Im Alter von vierzehn wird Nono mit der dreizehnjährigen Julijana verheiratet. Mit achtzehn ist er bereits zweifacher Vater. Er weiß, dass er Männer liebt, und legt drei Jahre später seine Homosexualität offen, was erst einmal zum Bruch mit der Familie führt. Die lakonischen Geschichten fügen sich zu einem Lebensbild im Konflikt zwischen individueller Selbstverwirklichung und familiärer Tradition. Eine eigentümliche Leichtigkeit ist den Geschichten eigen. Und doch zeugen sie von Schwermut und Schicksalsschlägen, von einem Leben inmitten einer immer wieder neuen, oft feindseligen Umgebung. Die zwischen die einzelnen Kapitel eingestreuten Gedichte und Lieder von Roma-Dichtern und -Dichterinnen bewegen den Leser, kurz innezuhalten. Im Zusammenspiel mit den Geschichten lassen sie einen einzigartigen, poetischen Sound entstehen.
»Er schämte sich und ließ die Hänseleien über sich ergehen. [...] Und er hatte Angst. Aber wollte jetzt erst recht ein ›richtiger Zigeuner‹ sein.«  »Und als er im Morgengrauen nach Hause kam, fühlte er sich in zwei Teile gerissen, die nicht mehr zusammenzubringen waren.«
GRAPHIC NOVELS



Schloss Otranto
Nach Walpoles 'The Castle of Otranto', adaptiert von Dacia Palmerino
und gezeichnet von Andrea Grosso Ciponte
64 S., br., zahlr. Illustrationen, € 20,00
978-3-945400-21-0
Manfred, Fürst von Otranto, vernimmt ein verwirrtes Getöse von Schrecken, Abscheu und Entsetzen, bevor er seinen Sohn von einem ungeheuren Helm erschlagen findet. Hat sich eine alte Weissagung erfüllt? Doch das ist erst der Anfang der schauerlichen Geschichte, denn der Fürst trachtet danach, die Braut seines Sohnes mit Gewalt zu seiner eigenen zu machen. Horace Walpole, ein Adliger, der Abgeordneter im House of Commons war und mit der Umgestaltung seines Landhauses in ein gotisches Schloß den Prototyp der neogotischen Architektur schuf, eröffnete 1764 mit seinem ersten, zunächst anonym veröffentlichten Roman das literarische Genre der ‚gothic novel’ mit einem aufklärerischen Grundzug. Aufgrund der Adaption durch Dacia Palmerino hat der Zeichner Andrea Grosso Ciponte nach dem ‚Sandmann’, dem ‚Geisterseher’ und der ‚Marquise von O...’ die Mutter der ‚dust novels’ in beeindruckende Bildfolgen verwandelt

Geisterseher
Nach Schillers "Geisterseher", adaptiert von Dacia Palmerino und gezeichnet von Andrea Grosso Ciponte
64 S., br., zahlr. Illustrationen, € 20,00
978-3-945400-04-3
Friedrich Schillers abenteuerliche Erzählung »Der Geisterseher« spielt in der Lagunenstadt Venedig und ist genauso verwinkelt und labyrinthisch wie die Gassen seiner Altstadt. Woher wusste der Armenier im Voraus die Sterbestunde? Ist es möglich, dass der Verstorbene noch lebt? Dass nicht alles so ist, wie es scheint, lässt uns Schiller in seiner drastischen Entzauberung wissen und spart sich eine tendenziöse Überraschung für den Schluss auf. In den adligen Kreisen zerstetzen - durch Illusionisten und Taschenspieler - Täuschung, Selbsttäuschung und Misstrauen allmählich das familiäre und gesellschaftliche Leben und die expressive Bilderfolge Andrea Grosso Cipontes nach dem Drehbuch von Dacia Palmerino macht aus der aufgeklärten Spukgeschichte großes Kino.

Heinrich von Kleist  / Dacia Palmerino
Marquise von O....
Nach Kleists "Marquise von O….", adaptiert von Dacia Palmerino und gezeichnet von Andrea Grosso Ciponte
66 S., br., durchgehend farbig illustriert, € 20,00
978-3-945400-09-8
Es ist kaum zu glauben, auf welche Weise der italienische Maler Andrea Grosso Ciponte, dessen Arbeiten auch auf der Biennale gezeigt wurden, Heinrich von Kleists hochkomplexe, psychologische Erzählung »Die Marquise von O....« in eine Graphic Novel verwandelt. Ciponte wagt den provakanten und artistischen Sprung zur reduzierten Visualisierung. Er konzentriert sich ganz auf die Figur der Marquise und malt sie, wenn man von den wenigen Szenen absieht, in denen ihr Gewalt angetan wird, ausschließlich nackt. Auch Dacia Palmerinos Textfassung ist gleichermaßen ein Kabinettstück anspielungsreicher Verknappung; sie folgt einem Handlungsfaden, herausgelöst aus Kleists Sprachgeflecht, haltbar genug, um die prächtigen Bildeinfälle Cipontes zu verknüpfen und zu tragen. Die mit Aquarelltechnik in eine gewisse Distanz gebrachten Akte der Marquise teilen gleichzeitig durch ihre Inszenierung und Gestik etwas Zentrales von den Empfindungen Kleists mit, verbunden mit einem heutigen Selbstverständnis der Gesellschaft. Damit ist etwas Einzigartiges und faszinierend Neues entstanden.



Oscar Wilde
Lord Arthur Saviles Verbrechen. eine Studie über die Pflicht
Eine Erzählung mit Illustrationen von Alexander Pavlenko
88 S., geb.,zahlr. Illustrationen, € 18,00
978-3-945400-20-3
Moral, das ist, wenn man unmoralisch ist
Schönheit ist die größte Meisterin der Verführung. Für Lord Arthur Savile ist sie Mordmotiv. Aufgrund seiner ästhetischen Beweggründe, im Dienste der Schönheit zu morden, könnte man meinen, Lord Arthur sei ein Dandy der viktorianischen Gesellschaft. Durch seinen spießbürgerlichen Pflichterfüllungsdrang stellt Arthur sich und sein Verbrechen jedoch in ein paradoxes Licht. »Er hatte sein Bestes versucht, diesen Mord zu begehen, doch beide Male war er gescheitert, und das ohne sein Verschulden. Er hatte versucht, seine Pflicht zu tun, doch es schien, als sei ihm das Schicksal selbst in den Rücken gefallen. Ihn bedrückte das Gefühl der Fruchtlosigkeit guter Absichten, der Vergeblichkeit des Versuchs, gut zu sein.« Durch eine satirische Mischung aus Moralumkehr und rein ästhetischer Mord-Motivation lädt Oscar Wildes Erzählung »Lord Arthur Saviles Verbrechen« zum Amüsement ein, genau dort zu lachen, wo man sich am meisten fürchten müsste. Die Ironisierung von Pflicht und Moral entfaltet in »Lord Arthur Saviles Verbrechen« eine groteske und unheimliche Wirkung, die erschütternder nicht sein könnte, aber auch nicht humorvoller.

Schimmelreiter
Nach Theodor Storms "Schimmelreiter", adaptiert von Dacia Palmerino
und gezeichnet von Andrea Grosso Ciponte
64 S., geb.,zahlr. Illustrationen, € 20,00
978-3-945400-47-0
Theodor Storms berühmte Novelle »Der Schimmelreiter« erscheint endlich als Graphic Novel »Der Schimmelreiter« ist Theodor Storms (1817-1888) letzte und zugleich bekannteste Novelle. Längst ist die Erzählung um den Deichgrafen Hauke Haien, der im Kampf gegen die Natur alles verliert, zum Klassiker der deutschen Literatur avanciert. Als Schullektüre begleitete der »Schimmelreiter« schon viele Lesergenerationen.
Jetzt hat der Zeichner Andrea Grosso Ciponte den »Schimmelreiter« in das zeitgemäße Medium Graphic Novel übersetzt. Nicht nur junge Leser werden Cipontes eindrückliche Bildkunst und Dacia Palmerinos prägnante Textadaption schätzen. Sein Können demonstrierte Andrea Grosso Ciponte bereits mit den ausdrucksstarken Interpretationen von Klassikern wie »Der Sandmann«, »Der Geisterseher«, »Marquise von O…« und »Schloss Otranto«. Zuletzt brillierte er mit der gefeierten Graphic Novel »Martin Luther«, die das Leben des streitbaren Reformators in kraftvollen Bildern erzählt.



Sandmann
Nach E.T.A. Hoffmanns "Sandmann", adaptiert von Dacia Palmerino
und gezeichnet von Andrea Grosso Ciponte
56 S., geb.,zahlr. Illustrationen, € 20,00
978-3-945400-03-6
Wer ist dieser grobschlächtige Coppelius? Und warum will der Physikprofessor Spalanzani der Gesellschaft unbedingt seine steife Tochter Olimpia vorstellen?  E.T.A. Hoffmanns böses Nachtstück 'Der Sandmann' ist eine fast 200-jährige Erfolgsgeschichte. Der geniale Schriftsteller der Romantik lässt darin einen Menschen wahnsinnig werden, weil er einen Automaten, die Olimpia, für einen Menschen hält: eine Verkehrung der AufklWerärung, die mit dem ›Menschen als Maschine‹ die rote Linie überschritten hatte. E.T.A. Hoffmann hat nicht alle Geheimnisse des "Sandmanns" preisgegeben. Der ilalienische Maler Andrea Grosso Ciponte aber macht sie ansichtig.

Martin Luther
Graphic Novel
160 S., geb., zahlr. Illustrationen, € 20,00
978-3-945400-27-2
Das Leben des Reformators Martin Luther im Comic-Format Als das ZDF in einem der vielen Rankings nach dem »beliebtesten Deutschen« fragte, entschied sich die Mehrheit für Konrad Adenauer. Martin Luther landete auf Platz zwei - zur Überraschung vieler, die eine solche Popularität nicht mehr vermutet hätten. Sie bekam noch einen Schub, als 2016/2017 unter dem Schlagwort 500 Jahre Reformation an einen der großen Wendepunkte in der Geschichte des Abendlandes erinnert wurde. Luther, ein Mann von Gewicht, wird bis heute geliebt und gehasst, er ist und bleibt im besten Sinne - umstritten. Heinrich Heine beschrieb die Bedeutung des Reformators so: »Indem Luther den Satz aussprach, dass man seine Lehre nur durch die Bibel selber, oder durch vernünftige Gründe, widerlegen müsse, war der menschlichen Vernunft das Recht eingeräumt, die Bibel zu erklären, und sie, die Vernunft, war als oberste Richterin in allen religiösen Streitfragen anerkannt. Dadurch entstand in Deutschland die sogenannte Geistesfreiheit, oder, wie man sie ebenfalls nennt, die Denkfreiheit.« Eine fesselnde Geschichte bedarf eines starken Protagonisten, großer Konflikte und Themen, die für viele Menschen Bedeutung haben. Das bewegte Leben des streitbaren Reformators Martin Luther lässt sich daher hervorragend erzählen - und am besten in der Form der Graphic Novel. Von der Kindheit über die Universitätsjahre, das »Blitzschlag-Erlebnis«/Mönchsjahre, das »Turmerlebnis«/Aufbegehren gegen die kirchlichen Missstände, dem Thesenanschlag, die Flucht auf die Wartburg, die Heirat mit Katharina von Bora und die Bibelübersetzung bis hin zu seinem Streit mit Erasmus von Rotterdam und seinen Schriften gegen Bauern und Juden sind alle Kapitel seines Lebens bildgewaltig und im historischen Kontext bereits dramaturgisch aufgeladen. »Dies ist nicht der erste Versuch, das Leben und Werk des Reformators Martin Luther in Form eines Comics nachzuerzählen, aber hinsichtlich der Farbpracht und der ungeschminkten Erzählweise ist es sicherlich die bislang gelungenste grafische Biografie.« Georg Howahl, WAZ


Otto .A. Böhmer
Calwer Frühling
Novelle
128 S., geb., € 18,00
978-3-9815893-9-9
Otto A. Böhmers heiter-melancholische Novelle über ein Leben der verpassten Gelegenheiten und die befremdlichen Zumutungen des Alters hinterlässt merkwürdigerweise eine feine Hochgestimmtheit.
Eine Heiterkeit geht von dieser Novelle aus, die den Leser rasch mit sich fort- und hineinzieht in die unheldische Situation eines nicht mehr jungen Mannes. Der Schriftsteller Gerald Wunderlich begibt sich in die Stipendiaten-Wohnung im Geburtshaus Hermann Hesses nach Calw, um sich selbst zu finden. Und »diese fein um ihn gelegte Heiterkeit, sie machte alles erträglich, ja mehr als das, sorgte für eine Stimmung, die sich als metaphysischer Frohsinn benennen ließ.« Dieser Frohsinn wird getragen von einer tiefen Melancholie, die über dem literarischen Personal der Stadt im Nordschwarzwald liegt. Es geht um alte und beginnende Lieben, um Trunkenheit und verpasste Chancen, um Hinfälligkeit und Lebenslust. »Ein alter Mann kam ihm entgegen, der mit sich selbst sprach, das paßte. Vielleicht war Wunderlich aber auch nur wieder sich selbst begegnet, das kam oft vor, und nie gab es dabei eine Wiedersehensfreude, die man länger als unbedingt nötig auskosten wollte.« 

Georg Mertin
Die Hemdvermesser
Roman
272 S., geb., € 22,00
978-3-945400-50-0
Georg Mertin legt mit seinem Romandebüt eine Familiengeschichte vor, die sich über drei Generationen erstreckt. Er begleitet uns vom ungarischen Perbál über ein kleines Dorf im Hessischen und die Museumssäle einer Universitätsstadt bis in ein Café in Paris, führt uns die Schlachtfelder des Zweiten Weltkriegs, den Kampf um Beutekunst und Entnazifizierung,den Kunsthandel der Achtziger Jahre und eine Gegenwart vor Augen, in der es immer um alles zu gehen scheint - ssoziativ erzählt, zart und poetisch, rau und ungeschönt und erschreckend aktuell.

Jack London
Der Mexikaner
Eine Erzählung
88 S., geb., € 18,00
978-3-945400-05-0
Eine unfassbare Dringlichkeit zieht sich durch die Geschichte, die den Leser herausfordert, an einem schonungslosen Boxkampf teilzunehmen, der hinter die Kulissen einer schillernden Unterhaltungswelt auf eine feindliche Realität von Elend, Missgunst und Tod blicken lässt. Felipe Rivera ist ein geborener Kämpfer, denn er hat nichts zu verlieren. Niemand weiß um die Vergangenheit des Unbekannten, der eines Tages scheinbar aus dem Nichts auftaucht, um immer wieder ins Nirgendwo zu verschwinden. Doch expliziert sich der Boxer seinem Umfeld, wenn auch nicht durch Worte, auf seine eigene Weise: »Er ist durch die Hölle gegangen«, sagte Vera. »So einen Anblick bietet nur einer, der höllische Qualen gelitten hat - und er ist doch noch ein Junge.« »Jemand muss ihm in die Seele geschnitten haben«, meinte May Sethby. »Seine Unbeschwertheit scheint ausgelöscht worden zu sein. Er wirkt wie innerlich abgestorben und ist doch auf eine schreckliche Art lebendig.« Diese Hölle, die zunächst als dunkle Ahnung zum Ausdruck kommt, brennt sich innerhalb der während des Mexikanischen Bürgerkriegs entstandenen Kurzgeschichte in einer beängstigenden Lebendigkeit an die Oberfläche des Lesbaren.


Silke Scheuermann
Traumdiebstähle
Eine Erzählung von Silke Scheuermann zu Bildern von Alexander Paul Englert
104 S., geb., € 40,00
978-3-945400-32-6
Brecht-Preisträgerin Silke Scheuermann erzählt von einer magischen Begegnung. Ein Hotel in einer schönen Landschaft, irgendwo in den grünen Hügeln zwischen Hessen und Bayern. Ein Mann, 38 Jahre alt, Unternehmensberater mit Haus und Ehefrau, kommt auf einer Geschäftsreise in der »Auberge de Rêve« unter. Alltäglich ist sein Beruf, besonders ist seine Fähigkeit, die der Mann, aus dessen Perspektive sich die Erzählung entfaltet, seit Jahren vernachlässigt hat. Er kann sich in die Träume anderer Menschen versetzen, an ihnen teilnehmen. Eine geheimnisvolle Dame unterhält sich derweil am Nachbartisch mit einer jüngeren Frau. Der Mann spürt der Dame nach, denn er möchte wieder Träume stehlen …»Ich habe das Mitträumen mit Kinofilmen verglichen, in die man plötzlich eintaucht, mitmacht. Aber im Gegensatz zu schlechten Filmen gibt es keine schlechten Träume.« Silke Scheuermann, Bertolt-Brecht-Preisträgerin 2016, erzählt von besonderer Macht und von ganz realer Ohnmacht. »Traumdiebstähle« ist eine Parabel über den fließenden Übergang zwischen Wirklichkeit und Traum, über die Flucht aus dem Alltag und über Menschen im Biotop Hotel. Scheuermanns magische Erzählung tritt in einen befruchtenden Dialog mit Bildern des renommierten Fotografen Alexander Paul Englert. Das kostbar ausgestattete Buch ermöglicht eine sinnliche Erfahrung, in der sich Bild und Schrift durchdringen.

Philipp Mosetter
Die Einladung
Ein Protokoll
192 S., geb., € 24,00
978-3-945400-29-6
Philipp Mosetter seziert mit feiner Ironie das Drama des Alltäglichen. Ein Mann, der eigentlich nie Geburtstag feiert, lässt sich dazu hinreißen, Freunde einzuladen, um seinen Geburtstag zum ersten Mal mit ihnen zu begehen. An einem Wintertag kommt er mit seinen Gästen zu einem Ausflug zusammen, der in eine ausgiebige abendliche Tischgesellschaft mündet. Im Laufe des Abends kommen alte Rechnungen, frische Konflikte und immerwährende Eitelkeiten zum Vorschein. Die Einladung entpuppt sich als folgenreich, denn die Situation droht mehrmals außer Kontrolle zu geraten … »Wie ja überhaupt so ein Geburtstag dazu dient, Jahr für Jahr eine andere Freude zu Grabe zu tragen.« Philipp Mosetter erzählt von Begegnungen, die besser hätten vermieden werden sollen. »Die Einladung« ist ein Gesellschaftsroman von kühnem Sprachwitz und feiner Ironie. Hinter jeder scheinbar alltäglichen Begebenheit, hinter jedem scheinbar banalen Wort verbirgt sich ein philosophisches Problem, das durchdrungen und reflektiert wird. Mit seinen präzisen Beobachtungen seziert Mosetter das Drama, das Normalität heißt. So wird sein Roman zum minutiösen Protokoll eines besonderen Tages.


Projekt SchreibKunst
Mal ist da diese Steinschicht über meinem Herzen,
mal ist sie da nicht oder Freiheit sucht Weg!
SchreibKunst - Schüler schreiben mit Autoren
232 S., geb., € 18,00
978-3-945400-58-6
Gedichte, Kurzgeschichten und Erzählungen sind wirklich ganz besondere Werkstücke, denn das Medium dieser Kunstform ist allein Sprache, Schrift und Text. Das Landesprogramm »SchreibKunst - Schüler schreiben mit Autoren« des Hessischen Kultusministeriums bietet Schülerinnen und Schülern nicht nur raum und zeit, sondern auch ein professionelles Coaching, das weit über das übliche Maß ästhetisch-literaler Bildungsangebote hinausgeht. Renommierte Autoren wie Sherko Fatah, Thomas Hettche, Dalibor Marković und Lars Ruppel und Autorinnen wie Silke Scheuermann, Dominique Macri und Eva Demski führten in diesem Rahmen von 2016 bis 2018 an zehn hessischen Schulen 24 Schreibwerkstätten durch. Die harte Arbeit der 255 Schüler, nämlich das wiederholte Überarbeiten, Streichen,Verdichten, ja das Feilen am Text, ist vergleichbar mit der Arbeit eines bildenden Künstlers an seiner Skulptur, die schließlich in einer Ausstellung mit schöner Vernissage der Öffentlichkeit präsentiert wird. Geschriebenes will aber gedruckt und gelesen werden! Diese Buchpublikation ist - im Sinne eines bewahrenden Archivs wertvoller Gedanken und Geschichten - für jeden Teilnehmer eine große Ehre und Anerkennung, oder um mit Robert Gernhardt zu sprechen: Wer schreibt, bleibt…!

Der Gurkenmann und andere Geschichten
Projekt SchreibKunst - Schüler treffen Autoren
296 S., geb., € 18,00
978-3-945400-16-6
Der experimentierfreudige Umgang mit Sprache in »Der Gurkenmann und andere Geschichten« ist kein Zufall, sondern das Ergebnis eines intensiven Dialogs zwischen Autoren und Schülern. Eineinhalb Jahre lang fanden sich die renommierten Autoren Thomas Hettche, Bernhard Kegel, Lars Ruppel und Silke Scheuermann mit 135 Schülern im Rahmen des Projektes SchreibKunst zum intensiven literarischen Austausch zusammen. Eine Auswahl von 75 Beiträgen, geschrieben von 68 Schüler-Autorinnen und Autoren, zählt das spannende Resultat dieses Dialogs. Schreiben ist kein einfacher Prozess, aber er ist es wert: »Creative Writing kann Literatur nicht erzeugen, es kann aber in dem Alter, in dem meine Schüler waren, ein oder zwei Jahre vor dem Abitur, die Erfahrung ermöglichen, sich in den eigenen Geschichten ansehen, sich selbst ein Spiegel sein zu können. Dass man sich der Sprache überlassen kann - was mindestens ebenso erfüllend wie schmerzhaft ist.« Thomas Hettche



Michaela Ehinger
Präsenz
Handlungsspielräume erkennen und gestalten
352 S., geb., € 28,00
978-3-945400-56-2
Was bedeutet Präsenz? Michaela Ehingers umfassendes und ebenso klares wie aufforderndes Buch weißt uns allen eine Alternative - die Anleitung für ein freies und selbstbestimmtes Leben. Präsenz ist eine ganz besondere Qualität. räsenz herzustellen bedeutet viele Augenblicke des Daseins voll zu genießen. Theorie und Praxis gehen dabei Hand in Hand. Die Schlagworte sind: Präsenz, Souveränität, Ausstrahlung, Persönlichkeit, Verbindlichkeit, Kreativität, Eigenständigkeit, Eigenverantwortung, Spiel- und Lebensfreude und Attraktivität. Das Buch zeigt, wie wir den privaten und beruflichen Alltag präsenter erleben und Präsenz in der Öffentlichkeit herstellen können. Man findet körperliche und mentale Praktiken ebenso wie die Atemwahrnehmungsübungen - alles sofort alltagstauglich und jederzeit anwendbar. Diese in ihrer jahrzehntelangen Praxis als Coach entwickelten und erprobten Übungen beschreibt sie nicht nur sehr gut nachvollziehbar, sondern sie erklärt auch deren Sinn und Wirkungsweise, um einen eigenständigen und bewußten Umgang damit zu ermöglichen. Im häufig hektischen Arbeits- und Familienalltag, unter Termin- und Erfolgsdruck geht oftmals gerade das Erleben des Augenblicks verloren. Dies führt zum Verlust von Lebensqualität. Michaela Ehinger will nicht nur Wissen vermitteln, aufklären, hinführen, sondern auch verführen, anregen, Freiräume erschließen und Handlungsspielräume aufzeigen. Sie fordert dazu auf, die unglaubliche Herausforderung, die darin liegt, zu sein, wer wir sind, bewusst zuzulassen. Warum ist es gerade heute wichtig, sich der bewussten Selbstwahrnehmung zuzuwenden? Wir leben in einer Zeit die verunsichert und alle Lebensbereiche sind davon betroffen. Wenn folglich Halt immer weniger im Außen, in verbindlichen Strukturen, zu finden ist, wird es umso notwendiger, ihn in sich selbst zu finden - sich mit sich selbst zu verbinden, sich im eigenen Selbst spürbar zu verankern und sich damit in der Gegenwart zu verorten. Eine innere Kompetenz aufzubauen, bedeutet eben dies: präsent zu sein. Präsenz ist ein Gegenentwurf zum allgegenwärtigen Leistungs- und Zeitdruck und trägt in sich die Qualität, sich selbst und dadurch auch die gesellschaftlichen Prozesse zu verändern. Momente der Präsenz sind Moment der Wertschätzung und des Vertrauens.
Unser Leben besteht aus Augenblicken. Eine Aneinanderreihung von ganz vielen Augenblicken. Wir alle wissen, dass es endlich ist. Auch wenn wir es verdrängen. Und desto mehr Augenblicke wir präsent erleben dürfen, desto reicher ist unser Leben. Dieses Geschenk wünsche ich jedem. ( Michaela Ehinger)

Oliver Schultz
Blickwechsel. Die Kunst der Demenz
Oliver Schultz über die künstlerische Arbeit von Menschen mit Demenz
144 S., geb., € 24,00
978-3-945400-41-8
Wie ist ein gutes Leben mit Demenz möglich? Immer drängender stellt sich für jeden Einzelnen - persönlich, aber auch als Teil des gesellschaftlichen Ganzen - die Frage. Die Zahl der Menschen, die mit einer Demenz leben, wächst stetig und wird in unserer alternden Gesellschaft in einigen Jahren bei etwa 2,5 Millionen liegen. Für Betroffene, Angehörige, für ambulant und stationär Pflegende, für die Kommunen und für das Gesundheitswesen ist daraus bereits jetzt eine immense Herausforderung erwachsen. Niemals zuvor wurde so viel über Menschen mit Demenz gesprochen, doch kaum jemand spricht mit ihnen.
Der Bildende Künstler und Demenzforscher Oliver Schultz hat sechzehn Jahre lang Menschen mit Demenz in ihren eigenen künstlerischen Prozessen begleitet und dabei eine einzigartige Sammlung von Geschichten und Bildern zusammengestellt, in denen sie selbst zu Bild und Wort kommen. Ihre Bilder bergen Überraschungen, sind manchmal von unglaublicher Heiterkeit, ein anderes Mal von bebender Zartheit. Einfühlsam interpretiert und kundig kommentierend, gelingt es Oliver Schultz, unser Verständnis von Demenz als Mangel radikal auf den Kopf zu stellen. Das Buch »Blickwechsel - Die Kunst der Demenz« will die Menschen mit Demenz durch ihre Bilder selbst sprechen lassen und zu ihrer Entstigmatisierung beitragen. Es ermöglicht die Begegnung mit dem bildnerischen Denken, Fühlen und Tun von Betroffenen und ermutigt zu einer neuen Sicht auf Demenz. Zugleich ist der Band ein wertvolles Handbuch mit Anregungen zum künstlerischen Arbeiten in der Praxis, und ein Geschenkbuch für Angehörige und Interessierte.

Dieter Henrich
Sterbliche Gedanken
64 S., br., € 12,00
978-3-945400-10-4
Das unter den Titel »Sterbliche Gedanken« (Hölderlin) gestellte Gespräch mit Dieter Henrich, in der Gesprächsreiche »Einsichten im Dialog«, berührt eine Vielfalt von Themen, philosophische und persönliche. Darunter sind Themen, über die der in München lebende Philosoph seit fast siebzig Jahren nachdenkt und schreibt. Hier spricht aber auch jemand über seinen Umgang mit erfahrenen Buddhisten, seine Begegnungen mit dem Dirigenten Sergiu Celibidache ebenso wie seinen von Hans-Georg Gadamer geprägten Bildungsweg, in der Nähe von Martin Heidegger und doch mit ihm selbst eigenen Themen und Motiven. Dieser Weg führte ihn später zu langen Gastrollen nach Amerika und zum freundschaftlichen Kontakt mit Meistern der analytischen Philosophie. Das Gespräch intensiviert sich dort, wo Familie, Freundschaft, Anerkennung und Dankbarkeit zur Sprache gebracht werden, ob nun von Ernst Tugendhat, Jacob Taubes oder Michael Theunissen die Rede ist. All dies kulminiert in Dieter Henrichs Andeutung von Gedanken zum Tod, einem Thema, das in seinen Schriften nur selten ausdrücklich gemacht wird, und zwar deshalb, weil es sich über jeglichen wissenschaftlichen Rahmen hinwegsetzen muss. Nichtsdestoweniger erweist sich die Erfahrung des Todes in Dieter Henrichs Leben als etwas, was auch seine Theorie des Selbstbewusstseins als der Grundachse des »bewussten Lebens« von Anfang an mit bestimmt: »Das heißt, ich musste mein eigenes Programm auch darauf orientieren, das Selbstbewusstsein so denken, dass es vergehen kann.« »Sterbliche Gedanken« denken, das heißt für Hölderlin: nicht in der Gewissheit eines Ursprungs und Lebensgrundes stehen und verharren, sondern der Hinfälligkeit und den Verwicklungen des endlichen Lebens, von ihnen beladen, nachdenken müssen. Ein offenes Gespräch in persönlicher Nähe über dies ›sterbliche Denken‹ versetzt aber bereits in eine andere Dimension.



Peter Strasser
Der Tanz um einen Mittelpunkt
64 S., br., € 12,00
978-3-945400-13-5
»Viele große, geniale Philosophen bauten an einer Ethik, einer Politischen Philosophie, einer Metaphysik, und dabei schien es ihnen schließlich nur noch ums Denksystem zu gehen, nicht um jene, über deren Schicksal das System redete und die sich den Systemprinzipien hätten unterordnen sollen wie unter eine eisige Klammer.« Peter Strasser  »Ein - äußerst lesenswertes - Buch des Grazer Philosophen Peter Strasser trägt den Titel: Gut in allen möglichen Welten. Ich weiß nun nicht, ob Peter Strasser tatsächlich gut in allen möglichen Welten ist oder sein will, aber ich weiß, dass Peter Strasser in allen und für alle möglichen Welten gut schreibt. Und das ist nicht selbstverständlich. Als - wie er gerne betont - beamteter Professor für Philosophie könnte er sich auf die Produktion jener akademischen Textsorten beschränken, die als zunehmend normierter Ausdruck wissenschaftlicher Qualifikation genügen. Peter Strasser beherrscht auch diese Form des Schreibens, aber sie entspricht nicht seinem Begriff von Philosophie. Dieser war immer schon verbunden mit dem Anspruch, im Denken die engen Grenzen eines Jargons, einer spezialisierten Diskursgemeinschaft, eines Zitationskartells zu überschreiten. Seine philosophischen Arbeiten zeugen nicht nur von einer intensiven Auseinandersetzung mit Fragen, die auch in einem akademischen Sinn als ›philosophisch‹ charakterisiert werden könnten, sondern sie widmen sich nach Form und Inhalt in einer Weise den Fragen des Lebens, die selten geworden ist. Oder, um es anders zu formulieren: Peter Strasser hat keine Scheu, über Dinge nachzudenken, die der wissenschaftlichen Community eher als unfein gelten. In der Philosophie geht es, so Peter Strasser - und angeblich verdankt er diese Einsicht seiner Großmutter - um ›ungesunde Gedanken‹.« Konrad Paul Liessmanns

Hans-Jörg Rheinberger
Die Farben des Tastens
64 S., br., € 12,00
978-3-945400-23-4
Wie kommt es zu Neuem in der Wissenschaft?  »Ich wünsche mir, dass keiner so genau weiß, ob ich Molekularbiologe, Philosoph, Wissenschafts-Historiker, Liebhaberbotaniker, Poet oder sonst was bin, oder alles zusammen. Ich wünsche mir, dass ich weiter tun kann, was mir bisher zu tun vergönnt war. Auf der Suche zu sein, nach dem, was ich nicht weiß, also alles zu erforschen.«  »Gesenkt den Kopf / immer auf der Suche / nach römischen Münzen / so hab ichs gelernt«, lautet eine Strophe Hans-Jörg Rheinbergers. Im Gespräch mit ihm wird sie zum Anlass genommen, auch der Frage nachzugehen, ob sich die Stelle, von der aus jemand zu suchen beginnt, bestimmen lässt. Das schriftstellerische Werk Rheinbergers, der zu Beginn seines Studiums unter anderem Texte des Lettristen Isidore Isou und des Dekonstruktivisten Jacques Derrida ins Deutsche übersetzte, wäre undenkbar ohne die Wirkung, die bestimmte Denker und Dichter auf ihn ausübten. Seine wissenschaftlichen und poetischen Erkundungsgänge sind daher auch Gänge des Andenkens. Wer aber eine Tradition fortschreibt, wird sie zwangsläufig deformieren und erweitern, schon deshalb, weil die Menge des gesicherten Wissens vom Wissenschaftler oder Dichter neu zusammengewürfelt wird.


»Otium«.
Lyrik und Prosa der Gegenwart. Auswahl - Best of 2009-2015
What We Did Before We Became Sellout Bitches
132 S., br., € 20,00
978-3-945400-35-7
»Schreiben ist keine individuelle Eingabe, kein naives Sichzurückziehen auf sich, sondern eine Konfrontation mit dem kulturellen Stand der Gegenwart. Eine Trennung von Wissenschaft und Kunst, die immer eine Selbsttäuschung beider Seiten ist, wird in ›Otium‹ revidiert.« (Otium X, zehnte Ausgabe) Was vorher geschah. Als ein Blatt, auch aus Protest, in die Welt gebracht wurde, in dem es hieß: »Wahrheit bedarf schon immer der Lüge / und der Blick, der sich dem Schönen hinwarf / … trägt in sich verlogene Züge.« Während eine Mehrheit glaubte, Bildung zu Grabe tragen zu müssen, und Forderungen an die Politik stellte, versuchten die Autorinnen und Autoren von »Otium«, das Problem der Bildung von innen heraus anzugehen, indem sie die Frage nach Bildung sprach-bildend stellten. Aus diesem Impuls heraus sind mittlerweile elf Ausgaben eines Magazins entstanden, das sich in diesem Umkreis formiert, sich aber nicht auf einen beschränkten Kreis festschreiben lässt. »Otium« ist nicht auf Textproduktion festgelegt, sondern zeigt sich offen im Dialog mit weiteren Genres wie der Fotografie, des Films, der Dokumentation von Installationen oder Kunst. Der Band »What We Did Before We Became Sellout Bitches« sampelt Texte eines gewitzten und widerständigen Magazins, das die Literaturszene der Gegenwart seit seinem ersten Erscheinen vor sechs Jahren entscheidend mitbestimmt. Eine Auswahl an Prosa, Lyrik, Dialog und Formexperiment steht für das ein, wofür das Magazin »Otium« mit seinem Namen steht. Für Texte, die den Leser nicht für dumm halten. »Otium« heißt, sich nichts vormachen, sondern machen. Das Literatur-Kollektiv »Otium« steht somit für Intervention, für das Einbrechen von Wirklichkeiten, dort, wo es weh tut. Dort, wo Wege und Irrwege, Fortschritte und Selbstwiderlegungen, Gelingen und Scheitern in eine Linie gesetzt werden, in der sich Hegels Diktum bestätigen soll, dass auch das Falsche nicht falsch, das Misslungene kein Misslingen ist, solange es weiterführt.

Handschriften der Romantik
Gedichte und Briefe aus der Handschriftensammlung
des Freien Hochstifts Frankfurt am Main
80 S., br., € 24,00
978-3-945400-14-2
Aus den reichhaltigen Schätzen des Freien Deutschen Hochstifts werden hier fünf ausgewählte Zeugnisse der Romantik als Faksimile präsentiert, in die heutige Schriftgestalt übertragen und mit sachkundigen Erläuterungen begleitet, die Einblick in die Entstehung der jeweiligen Handschrift geben und über deren Bedeutung unterrichten. So wird es möglich, den Dichtern beim Schreiben gewissermaßen über die Schulter zu sehen und die Sinnlichkeit der Manuskripte unmittelbar zu erfahren. Faksimiles von: Clemens Brentano, Karoline von Günderrode, Novalis, Bettine von Arnim, Joseph Freiherr von Eichendorff.


Christa Wißkirchen
Nach der Flut
Gedichte
72 S., br., € 18,00
978-3-945400-31-9
Christa Wißkirchen bringt die Struktur der Welt so intensiv und anschaulich zur Sprache, dass jedem, der ihre Gedichte liest, das Thema dieser Poetin vor Augen tritt: Schönheit. Christa Wißkirchen bezieht ihre poetische Kraft aus der Schilderung der Physiognomie . Wer ihre Gedichte liest, sieht, wie alles Vertraute darin neu entsteht. Der ungewöhnliche Blick auf die Dinge zeichnet ihre Gedichte aus. Er fällt auf das Wahrnehmbare und zunächst nicht auf dessen Namen oder Begriff. So lesen wir den Unterschied zwischen der Erscheinung und ihrer Bedeutung. Skeptisch gegenüber dem Omen des Namens, zeichnet Christa Wißkirchen mit Worten die Objekte ihrer Betrachtung so, dass Abstraktion und Versinnlichung zusammenschießen. Wir bekommen die Welt neu zu sehen. Nicht wie der erste Mensch, sondern »Nach der Flut«.

Nach der Flut
Das Wasser fällt
und sie kommen wieder zum Vorschein,
die Pfähle des Wissens.
Zäune und Wegweiser
vermessen aufs neue das Land.
Zieh die schweren Stiefel an: zu Schiff
kommst du nicht mehr über den Acker



Werner Söllner
Knochenmusik
Gedichte
72 S., br., € 18,00
978-3-945400-19-7
Werner Söllner ist auf den großen Bühnen nicht zu finden. Er ist ein Dichter des Unspektakulären, seine Poesie ist nicht geschwätzig, nicht abstrakt, nicht apodiktisch. Sie ist vorzugsweise einfach. Von dieser kunstvollen Einfachheit wird der Leser höflich in eine ahnungsvolle Arglosigkeit und zu den letzten Dingen geleitet. Und oft wird er vom lyrischen Ich Söllners mit den eigenen Paradoxa bekannt gemacht: »Was ich / Falsch gemacht habe, war, falsch, / Weil ich es richtig machen / Wollte.« Eine gute Portion Sarkasmus und eine Lebensperspektive fast ohne Hoffnung prägen diese sprachlich ausgefeilten und souverän komponierten Gedichte. Der nüchterne Ton führt nicht selten über Abgründe hinweg, in Ungewissheiten hinein, die einem die Sprache verschlagen. Doch der melancholische Grundzug erlaubt ihm immer wieder eine frivole Distanz zum eigenen Scheitern, die sich auch in übermütigen Zeilen freimachen kann.


Kornelia Koepsell
Weißes Rauschen
Gedichte
104 S., br., € 18,00
978-3-945400-07-4
Traurig, komisch und grotesk entfalten sich die Gedichtzyklen dieser wichtigen Lyrikerin:
»Durchbohrt sinkt der König nieder. Affen schreien im Käfig, / nichts ist gewonnen«, so schließt das »Lied der Schlange« von Kornelia Koepsell. Das Textarrangement schafft den Zusammenhang und die Bedeutung. Koepsell ist daran gelegen, das zu bewahren, was tendenziell verloren geht - Nuancen unserer Sprache, das historische und mythische Wissen der Antike, das Wissen um die literarische Überlieferung, aber auch die neuen Ausdrucksformen der Comics, Graphic Novels und Computerspiele. All das bringt sie mit aktuellen Erfahrungen und Beobachtungen zusammen und macht die Differenz fruchtbar in traditionellen lyrischen Formen, die sie gern in anregenden Zyklen komponiert. Trauer liegt in ihren Zeilen, aber auch Komik, schwarzer Humor und groteske Wendungen. Dass Kornelia Koepsell zu den wichtigsten deutschen Lyrikerinnen gehört, ist ein offenes Geheimnis. Die Verbreitung ihrer Gedichte in allen maßgebenden Zeitschriften ist enorm. Hier ist ihr erstes Buch: »Weißes Rauschen«.
"In Kornelia Koepsells Gedichten gibt es viele Glücksmomente, und manche von ihnen sind auch Momente der intellektuellen Herausforderung. Von der ersten bis zur letzten Zeile: keine Texte, weder lyrisch noch sonst wie poetisch zeitgemäß; keine kunstvoll gefertigten Stücke einer Wortakrobatin. Keine Performanz. Nichts als Gedicht: melancholisch, manchmal traurig; flirrend, wie ein weißes Rauschen." Werner Söllner

Jan Volker Röhnert
Wolkenformeln
Gedichte
160 S., br., € 19,00
978-3-945400-02-9
In seinen bisher acht Lyrikbänden hat Jan Volker Röhnert einen eigenen Ton herangebildet, eine unaufdringliche Eleganz, die zwischen Sehnsüchten, Beobachtungen und realitätsüberschreitenden Phantasien vermittelt. Intensiver und umfassender den Augenblick festzuhalten, als eine Fotografie das vermag, dazu ist der Himmel vonnöten, eine Hingabe an die Situation und eine enorme Fähigkeit, Wahrnehmung und Empfindung in geglückten Sprachbildern zu bündeln. Röhnerts Gedichte schwingen dem Lesen noch lange nach. Die Gedichtfolgen des Bandes »Wolkenformeln« sind durchdrungen vom Licht und bedacht gefüllt mit Farben, die den Landschaften und Tageszeiten entnommen sind.



Paulus Böhmer
Wer ich bin
Über das Zusammenfügen von Teilen
Gedichte
56 S., br., € 16,00
978-3-945400-01-2
Paulus Böhmer ist der Meister des rhythmisch-epischen Langgedichts. WER ICH BIN, das ist moderne Lyrik, die von jungen Dichtern angestrebt wird, rauschhaft und nüchtern zugleich: »Keiner von uns wird aus Liebe sterben.«»Die Gedichte, die dieser Band enthält, funktionieren gut und gerne als Einführung in sein Werk. »Werichbin« und »Über das Zusammenfügen von Teilen« unternehmen den Versuch, den Raum zwischen Himmel und Erde zu umfassen - alle Sackgassen inbegriffen, die ein solches Vorhaben mit sich bringt. Bisher ist Böhmer vorrangig als poets‘ poet in Erscheinung getreten und hat bislang keinen Zuspruch von einer größeren Leserschar erhalten. Obwohl seine literarische Stimme eine eminent wichtige, wenn nicht sogar eine äußerst zeitgenössische ist, die abseits des Surrealismus erklingt. 

Dem Meister des langen Atems
Paulus Böhmer zu Ehren
208 S., br., € 20,00
978-3-945400-36-4
Paulus Böhmer, der die deutschsprachige Lyrik um eine neue, exorbitante Form von rauschhaft-enzyklopädischem Langgedicht bereichert hat, feiert am 20. September 2016 seinen 80. Geburtstag. Freunde fürs Leben, Freunde fürs Schreiben, wie sie kein Facebook-Algorithmus generieren könnte, gratulieren ihm in diesem Buch mit Fotografien, Grafiken, literarischen Originalbeiträgen, Gedichten, Erinnerungen, essayistischen Reflexionen, Notizen, Gedankensplittern, die Bezug auf ihn und sein Werk, Begegnungen mit Böhmer als Mensch und als Dichter nehmen.


Julia Mantel
Der Bäcker gibt mir das Brot auch so
Gedichte
72 S., br., € 18,00
978-3-945400-52-4
»Bei Julia Mantel geht es ums echte Leben - jung, großstädtisch, aber nie großspurig, dafür mit klarem Bewusstsein von Hartz IV und Krankenkassenzuschüssen«
»Rund sechzig Gedichte mit dem typischen, ganz eigenen ›Mantel-Ton‹: Der erste Gedichtzyklus in diesem Band widmet sich der Spannung von Ökonomie und Körper. Ich kenne kein anderes Buch, das so gnadenlos die Folgen der wirtschaftlich prekären Situation starker Frauen auf ihr (Beziehungs-)Leben enthüllt. Im zweiten Zyklus rollt die Münze auf der Kante durch die Städte der Republik, es geht bergauf, es geht bergab. Im dritten Zyklus wird durchgespielt, wenn Zahl fällt: Gewinnt das männliche Prinzip, ist die Liebe tot. Der vierte Zyklus gibt Hoffnung: Kopf, es gibt also auch ein gelingendes Leben in einer gescheiterten Stadt für eine Frau, die weiß, was ihr wichtig ist.« Martin Wimmer


Harry Oberländer
chronos krumlov
Gedichte
72 S., br., € 18,00
978-3-945400-06-7
Verdichtete Zeit - einer böhmischen Stadt abgelesen
Für Harry Oberländer ist Poesie eine Erkenntnismethode.
Für den Leser auch. Aber ein Vergnügen obendrein.
»chronos krumlov«, das ist die verdichtete Krummau-Zeit, die ganze und die gegenwärtige. Der Ort hängt stolz in einer Flussschleife und hat sich schon von Rilke empfehlen lassen. Ceský Krumlov, zu Deutsch: Böhmisch Krummau, ist aber wohl nie so klug umgarnt worden wie von diesem Gedichtzyklus, den Harry Oberländer auf die altersweise Stadt an der Moldau geschrieben hat. Adalbert Stifter kommt darin ebenso vor wie Johannes Urzidil, Theobald Hock und Egon Schiele. Die Sammlung »chronos krumlov« besteht aus farbigen Miniaturen, erzählenden Detailansichten, erhellenden Schnappschüssen, Natur- und anderen Dramen im Taschenformat, beschwörenden Formeln, balladesken Geschichten, lakonischen Erinnerungsstücken, Moritaten aus der Stadtgeschichte, Anekdoten, Skizzen, Reflexionen, bemerkenswerten Biographien und Spottversen - alles knapp, kein Wort zu viel, inspirierend. Harry Oberländer zeigt mit »chronos krumlov« exemplarisch, wie vielfältig eine Stadt poetisch zu fassen und zu charakterisieren ist. Vom Kellergewölbe bis zu den Zinnen des Schlosses wählt sein Blick das erzählende Detail, das die Geschichte Krumlovs seit dem Hochmittelalter mit der Gegenwart verbindet.



Alexandru Vona
Vitralii
Frühe Gedichte und Prosa 1940-1947
104 S., br., € 18,00
978-3-945400-00-5
»Dinge, die, wie ein älter werdender treuer Diener, sich derart eng mit ihrem Herrn identifizieren, dass sie letztlich nur noch ihn verstehen.« Dieser Satz aus Alexandru Vonas Kurzgeschichte »Die Glocke« zeugt von den letzten Dingen, die einen vereinsamten Menschen vor dem vollkommenen Verlust seiner (sprachlichen) Identität bewahren. Dagegen steht die außerordentliche Dichte, Selbstsicherheit, Reflektiertheit und Schönheit seiner lyrischen Arbeiten, die hier zum ersten Mal gesammelt und von Alexandru Bulucz ins Deutsche übersetzt wurden. Was für eine ungewöhnliche Metaphorik, und was für ein überraschender Witz! Aber auch die feine Melancholie und die volksliedhaft-kunstfertige Schlichtheit beherrschte Vona. Sehr früh vermittelt er uns die Gewissheit, die von der Alltagssprache nicht erfassbaren Erfahrungen zur Sprache bringen zu können. »Vitralii« - dieser Band, der ein Versuch ist, das Unsichtbare sichtbar und das Unhörbare hörbar zu machen - versammelt Gedichte und Texte von Alexandru Vona, die im Vorfeld des Romans »Die vermauerten Fenster« entstanden sind. Er war aber eben nicht nur »der Autor eines einzigen Buches, eines großen Buches«, sondern auch ein Poet, dessen Gedichte und Prosa in Zeitschriften verstreut waren. Jetzt können wir sie kennenlernen. 

Matthias Göritz
Shanghai Blues
Fotoarbeiten von Vanja Vukovic aus Shanghai-Serie 'Plastic Invader'.
Erzählung 'Shanghai Blues' von Matthias Göritz.
56 S., geb., € 24,00
978-3-945400-15-9
'Graue Straßen, graue Häuser, graublauer Himmel, unter Staub verdeckte Autofarben, Schlieren vorm Fenster, ein paar Flecken Grün.'
Die Fotoarbeiten von Vanja Vukovic aus der Shanghai-Serie 'Plastic Invader' und die Erzählung 'Shanghai Blues' von Matthias Göritz verschränken sich am Ort der Handlung und setzen sich gegenseitig in eine Spannung, die den betrachtenden Leser in diese Handlung einbezieht. »Der schmale Band ist beides: ein Fotobuch und ein literarisches Werk - und dazu noch eines, das grundlegende Fragen über das Leben in den Städten zu Kunst verdichtet … Am Ende ist es Poesie, fotografische Poesie, ganz unromantisch. Eine andere Fotografie: ein Stückchen Wildwuchs in der Stadt. … An genau dieser Schnittstelle zündet die Fotografie von Vanja Vukovic - und hält auf wundersame Weise die Zeit an.« Marc Peschke, Photonews

Paul Watson
You Can´t Destroy A Movement
Interview with Captain Paul Watson
124 S., geb., € 24,00
978-3-945400-34-0
»This planet is a spaceship and there is a life support system providing oxygen, regulating the climate, providing food … We are all passengers, bees, worms, trees and us. We have a great time entertaining ourselves, it’s what we do best. But what we are doing is killing off the crew and there is only so many crew you can kill before the whole thing falls apart.«
This book offers exclusive insights into the life of Paul Watson, a person with extraordinary experiences and special concern for the world-and includes the story of his escape from Germany, his views on politics and media and of the inner workings of the Sea Shepherd Conversation Society. “If the oceans die, we die with them. What we need today is a movement whose aim is not to save the planet, but to help save us from ourselves.” The Sea Shepherd Conservation Society is such a movement that is fully committed, with its founder Captain Paul Watson, to this cause. The publication of “You Can't Destroy a Movement” represents the debut of the new series "Edition Faust International". With this book of interviews and illustrations, "Edition Faust" presents the unique, extremely ingenious and extraordinarily empathic perspective of the renowned environmental activist, Captain Paul Watson who describes the status quo of the earth and our society. As a consequence of the destruction of biodiversity, 50 percent of currently existing species will disappear from the face of the earth by the end of the century, unless we radically change our current course. In the face of the death of the oceans and of numerous plant and animal species, it is remarkable how Paul Watson is able to maintain positive attitude and preserve a sense of humor. "You can take down to individual, you can take down to organization, but you can not destroy a movement," he says with typical seriousness and with the knowledge that we all need to work together to address a problem, the solution to which far exceeds our capacity as individuals.



Peter Strasser
Land inmitten
Vermischte Bemerkungen nebst gemischten Gefühlen für Leser,
welche dem Untergang des Abendlandes entronnen sind
168 S., geb., € 22,00
978-3-945400-51-7
Das Abendland soll bereits untergegangen sein. Nichts scheint mehr im Lot, der Mensch steht zur Debatte. Liegt der Ausweg etwa jenseits des Menschlichen, des »Menschheitskitsches « - im Posthumanen?
Solchem Weg-vom-Menschen-Gerede zum Trotz haben wir Europäer ein typisch westliches Humanitätsgefühl entwickelt. Dieses Gefühl ist es wert, bewahrt und kultiviert zu werden, trotz allem! Denn, recht verstanden, ist es ein Ausdruck befriedeter abendländischer Tugenden. Sie erst lassen unserer Kultur jene Universalität zum inneren Antrieb werden, welche uns vor dem erneuten Abgleiten in nationalen Wahn und religiösen Dogmatismus bewahrt. Die Utopie, der hier das Wort geredet wird, hat einen nicht-utopischen Ort. Sein Motto: Noch immer Humanismus! Dieser ist, rechtlich und konventionell betrachtet, teils Alltagsrealität geworden, teils auch - großenteils - regulative Idee geblieben. Er ist das Land inmitten“, das Zentrum einer Menschheit, die ihrem menschlichsten Traum nachhängt - dem Traum, als Homo Sapiens zugleich Solidargemeinschaft zu sein, statt ewig sich selbst verschlingende Massen aus Revierfeinden, Glaubensrittern, Tyrannen und Knechten hervorzutreiben.

Matthias Zimmer
Am Rande der Politik
Betrachtungen. Mit Illustrationen von Claas Janssen.
192 S., geb., € 24,00
978-3-945400-30-2
Was antworte ich als Politiker, wenn ich nach meinen drei Lieblingsbüchern gefragt werde? »Herzlichen Glückwunsch, Sie haben es geschafft. Sie sind in den Deutschen Bundestag gewählt worden. Ab heute gehören Sie zu ›denen da oben‹, obwohl Sie vielleicht Ihre Karriere darauf aufgebaut haben, es denen in Berlin mal richtig zu zeigen. Nun merken Sie: Die sind alle ganz nett, aber neue Herausforderungen lauern auf Sie. Ihre erste Rede im Deutschen Bundestag steht vor Ihnen wie eine schier unüberwindliche Wand. Kleiderordnungen wollen beachtet werden, auch andere Anforderungen der gesellschaftlichen Etikette. Sie dürfen sich nicht mehr umstandslos von Ihrem alten Kumpel zum Sommerurlaub auf die Yacht vor Monaco einladen lassen. Jeder Urlaub will genau durchdacht sein - die Presse könnte nachfragen. Neue Fragen tauchen auf: Wie komme ich in ebendiese Presse, und zwar mit den richtigen Themen? Wie mache ich in Berlin Karriere? Was muss ich beachten, wenn ich einen Fragebogen ausfülle? Was ist die Funktion eines Grußworts? Darf ich in Anhörungen alles fragen? Und warum bin ich eigentlich noch Mitglied in meinem Fitnessclub?« Der Bundestagsabgeordnete und Publizist Matthias Zimmer hat einige vergnügliche Beobachtungen vom Rand der Politik zusammengetragen. Nicht das tagesaktuelle politische Geschäft steht dabei im Mittelpunkt, sondern Beobachtungen aus der Politik, dem Parlament und der Gesellschaft. Dabei sind ihm kleine Beobachtungen Anlass, über Veränderungen in der Gesellschaft nachzudenken. Darf man heute noch hochachtungsvoll grüßen? Warum geben wir Trinkgeld? Wann ist ein Name eine Diagnose? Brauchen wir Zonen für Nichttelefonierer? Und was antworte ich als Politiker, wenn ich nach meinen drei Lieblingsbüchern gefragt werde?




Vanja Vukovic
The Dark Sides of Sparkling
Ein Bildband mit Fotografien von Vanja Vukovic
144 S., br., durchgehend vierfarbig und schwarz- weiß bebildert, € 9,99
978-3-945400-25-8
Ihre Kunst handelt weniger von den Objekten als vielmehr von den Wahrnehmungen, die den Betrachter die fotografierte Welt begreifen lassen. Dabei werden die Genres Fotografie, Video und Performance bisweilen miteinander verflochten. Die Frage, wie die Realität in der Großstadt beschaffen ist, wo sie ihre Spuren hinterlässt und wie sie den Menschen formt, von dem sie geformt wird, ist eines der wesentlichen Themen der Fotografie, die ihrerseits durch ihre Präsenz im urbanen Raum das Erscheinungsbild der Großstadt nicht unerheblich prägt. Vanja Vukovics Arbeit handelt von den Schwachstellen des öffentlichen Raums und des öffentlichen Lebens, von den Schattenseiten einer prosperierenden, urbanen Bewegungszone und den Menschen und Dingen, die sie durchdringen. Dies beinhaltet auch, die Aktivität des Fotografierens selbst zu beobachten und den Einfluss, den die Kamera ausübt, im Raum aufzuspüren.
The question of what metropolitan reality is like, where it leaves its mark and how it shapes people who shape it for their part, is one of the essential themes of photography which in turn by its presence in urban space strongly influences the appearance of the metropolitan reality. Vanja Vukovic’s work deals with the weak points of public space and public life, with the downsides of a prospering, urban mobility area and the people and things that pervade it. This also includes observing the activity of photography itself and detecting the camera’s spatial impact. Her art deals not so much with objects as with perceptions that let the observer understand the photographed world. In the process, the genres of photography, video and performance intertwine at times.
(zweisprachige Ausgabe Deutsch/Englisch)

Stefan Falke
La Frontera
Die mexikanisch-US-amerikanische Grenze und ihre Künstler-
La frontera entre Mexico y Estados Unidos y sus artistas
232 S., br., 200 Farbfotos, € 9,99
978-3-9815893-5-1
Der Fotograf Stefan Falke, geboren 1956 in Paderborn, zog nach Studienjahren in Aachen, Essen und München 1985 nach New York, wo er anfing, für europäische Zeitschriften zu fotografieren. Neben seiner fotojournalistischen Arbeit ist er in Deutschland weiterhin als Standfotograf für verschiedene Filmproduktionen tätig. Er fotografierte z.B. für Kinofilme wie »LudwigII.«, »Albert Schweitzer«, »Die weiße Massai« und »Buddenbrooks«. Sein erstes fotografisches Langzeitprojekt über eine Stelzenlauf-Schule in der Karibik wurde 2004 auf dem Fotojournalismus-Festival »Visa Pour L‘Image« in Perpignan ausgestellt und im gleichen Jahr in New York unter dem Titel »Mokka Jumbies: The Dancing Spirits of Trinidad« als Buch veröffentlicht.


Volker Reiche
Killing Is Fun
Malerei von Volker Reiche
128 S., br., vierfarbig illustriert, € 9,99
978-3-945400-08-1
Volker Reiches kritische Bilder zu menschlicher Gewalt und ihrer Tradierung zeugen von einer unheimlichen Intensität, indem sie sich nicht scheuen, klar zur Schau zu stellen, wie komplex und ambivalent das sogenannte Menschliche ist, das uns alle gleichermaßen angeht. »Diese Uneindeutigkeit auf den zweiten Blick ist das Signum aller Bilder von KILLING IS FUN, und dieser verstörenden Unklarheit der dargebotenen nackten Gewalt passt sich die fremd erscheinende Schrift auf den Leinwänden kongenial an.« (Andreas Platthaus). Mit einer innovativen Bildsprache, in der die formalen Rahmen von Comic und Malerei durchkreuzt und neu abgesteckt werden, gelingt es Reiche, auch all dasjenige gegeneinander auszuspielen, was wir über uns selbst zu wissen glauben.

Ich und mein Migrationshintergrund
Fotografien von Peter Loewy
72 S., br., vierfarbige Fotografien, € 28,00
978-3-945400-49-4
»Der Fremde ist jemand, der heute kommt und morgen bleibt.«Georg Simmel
Gegen eine einfache - und vereinfachte - Etikettierung wendet sich das Fotoprojekt von Peter Loewy, wenn Passanten sich einen Migrationshintergrund selbst aussuchen können und sich so für den Augenblick eines Fotoporträts ihre Zuwanderungsgeschichte erfinden. Denn der Fremde, der heute kommt und morgen bleibt, wie ihn der Soziologe Georg Simmel zu Beginn des 20. Jahrhunderts definierte, ist zu Beginn des 21. Jahrhunderts ein Bürger mit Migrationshintergrund,der eine Zuwanderungsgeschichte hat. Stefana Sabin


Michele Sciurba
Anti-Money Laundering State Mechanisms
International Experiences, Current Issues and Future Challenges
160 S., geb., € 48,00
978-3-945400-55-5
This monograph offers a comprehensive analysis of the implementation of global anti-money laundering and counter-terrorism financing (AML/CTF) regulations in the United States and the European Union. It provides academics, legal professionals and interested readers with a deep understanding of the developments of the AML/CTF legal framework and guides them into the dimension of its most difficult relation with international and European human rights law. The implementation of global anti-money laundering regulations in the United Stated and the European Union has essentially led to the suspension of laws governing privacy and bank secrecy. Banks and other financial institutions now operate as an extension of law enforcement. The current Anti-Money Laundering regime jeopardises the fundamental achievements of the constitutional state. The increasing centralisation and cooperation of the competent authorities in the exchange of personal data information creates a security architecture that leads to a considerable risk of freedom restriction. In particular, the extension of the authorities´ power of intervention granting them access to citizens´ personal data without the need for initial suspicion underlines that a substantial part of the constitutional state is at risk. Furthermore, banks appear to use these policies as an instrument to clear legitimate but less profitable customers, in particular those with a migration background. Consequently, the implementation of the AML/CTF legal framework appears to follow a discriminatory path and clearly discloses incompatibility features with respect to the European Convention on Human Rights and Article 21 of the Charter of Fundamental Human Rights of the European Union. This monograph further explores factors contributing to the inefficiency of AML/CTF regulatory and legislative measures. Such factors are identified in inconsistent rules, which make the cooperation among national investigative authorities within the EU and at an international level more challenging. As a result, this work acknowledges regulatory and legislative harmonisation with respect to AML/CTF regimes as a central tool to successfully improve the effectiveness of AML/CTF regimes, while preserving the individual right to privacy, due process and civil rights.

Bestimmung sicherheitsbezogener Vorteile von Mehrkammerbeuteln
Ein vergleichender Literatur-Review zum Einfluss von Darreichungssystemen und
Herstellungsverfahren auf die Entwicklung von Blutbahninfektionen bei erwachsenen
Patienten mit parenteraler Ernährung
64 S., geb., € 19,80
978-3-945400-53-1
Der vorliegende Literatur-Review vergleicht standardisierte, industriell hergestellte parenterale Nährlösungen mit in Compounding-Apotheken individuell hergestellten Rezepturen im Hinblick auf das Risiko der Entwicklung von Blutbahninfektionen. Ziel dieses Reviews ist die Auswertung von Studien, die sich mit diesem Thema befassen, und die Evaluierung ihrer Aussagen in Bezug auf die besonderen Merkmale von standardisierten, industriell hergestellten parenteralen Nährlösungen und Mehrkammerbeuteln, die in den relevanten Phasen der Herstellung und Anwendung einer parenteralen Ernährung zur Sicherheit des Patienten beitragen. Darüber hinaus wird die Neuentwicklung von 7-, 8- und 9-Kammerbeuteln als Innovation in der parenteralen Ernährung vorgestellt.
Schlüsselwörter:
Totale parenterale Ernährung (TPE); Gesamtnährlösung; standardisierte, industriell hergestellte parenterale Nährlösung/industriell hergestelltes PE-Produkt; Darreichungssysteme der parenteralen Ernährung; Mehrkammerbeutel; Compounding-Rezeptur; Blutbahninfektion (bloodstream infection, BSI); katheterassoziierte Blutbahninfektion (Catheter-related bloodstream infection, CRBSI), zentralzugangassoziierte Blutbahninfektion (Central line-associated bloodstream infections, CLABSI); Manipulation an der Infusionseinheit



Jürgen Gauer / Giuseppe Sciurba
Vergleichende Praxisstudie
Zur Ermittlung von Versorgungszeiten mit 3-Kammerbeuteln u nd 9-Kammerbeuteln für die parenterale Ernährung
32 S., geb., € 14,80
978-3-945400-54-8
Die Studie geht in einem Praxistest der Frage nach, ob Unterschiede in den Versorgungszeiten von Patienten mit parenteraler Ernährung bestehen, je nachdem, ob diese - ausgehend von einer gleichen Anzahl zu verabreichender Substanzen - mit 3-Kammerbeuteln, die eine zusätzliche Zuspritzung von Medikamenten erfordern, oder mit 9-Kammerbeuteln versorgt werden.

Michele Sciurba
Implementation of State Anti-Corruption and
Anti-Money Laundering Policy in the EU Member States
Models for Improving Public Administration in the Ukraine
168 S., geb., € 58,00
978-3-945400-68-5
Money laundering schemes are constantly evolving, which requires public authorities to constantly up-date their knowledge and implement state-of-the-art measures to combat corruption. The monograph demonstrates how the Ukraine can improve its implementation of FATF recommendations to fight money laundering and corruption and how it can better organize the mechanisms of state regulation and the monitoring of financial activities. This monograph offers a new approach to implementing an anti-corruption strategy in Ukraine and suggests how the fight against corruption within government can be streamlined using modern methods and a risk-based approach. Drawing on the experience of EU countries through a comparative analysis of the rules and procedures for structuring public administration policy, this work proposes developing recommendations to strengthen the Ukrainian anti-money laundering and corruption policy. Corruption remains a widespread problem at various levels within Ukrainian public administration and it has significantly weakened public confidence in government and in the judicial system. In an international comparison of corruption in 180 countries, Ukraine ranks 130th, making it one of the most corrupt countries in the world.
At the same time, Ukraine has an AML/CTF legal administrative framework in place that largely meets the current formal requirements of the FATF. The Ukraine has implemented AML and anti-corruption measures under the Council of Europe’s Moneyval monitoring mechanism. In addition, Moneyval has been an associate member of the FATF since 2006. The National Bank of Ukraine (NBU) practices risk-based banking supervision and has made significant progress in creating transparency regarding the beneficial ownership of banks. In recent years, Ukraine has consistently removed criminal owners from the banking sector and established an efficient sanction regime in response to breaches of legal obligations, including the withdrawal of banking licenses. Furthermore, the establishment of a unified state register for beneficial ownership allows authorities to identify banking clients. In terms of mutual legal assistance on money laundering and corruption, the Ukraine has also made significant progress.
Ultimately, the Ukrainian AML/CTF framework has been refined significantly in recent years. Today, there is a clear understanding of money laundering and terrorist financing risks in Ukraine both at the administrative level and at the level of the supervisory authorities. As a result, far-reaching legislation has been established. Nevertheless, this development cannot hide the fact that money laundering via shell companies is still part of everyday life in Ukraine. The Ukrainian criminal justice system continues to be heavily influenced by corruption and has failed to effectively combat it. Ukrainian cross-border prosecution of money laundering offences, in particular the confiscation of proceeds of crime in other countries, is ineffective due to a lack of experience and the absence of legislation spelling out direct areas of responsibility and formal procedures. Finally, a central problem is the lack of confiscation orders which impedes the efficient prosecution of corruption and money laundering.



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