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Herbstreise 2019

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Besondere Empfehlung:

Nachträglich ins Programm genommen - noch nicht angekündigt - ET: Anfang September

Banditi e ribelli
Die italienische Resistenza 1943-1945
Bild-Text-Band mit zahlr. Abbildungen
72 S., br., € 15,00
978-3-89438-719-8
Von Herbst 1943 bis Frühjahr 1945 kämpften in Italien Zehntausende Partisan_innen gegen die deutschen Besatzungstruppen und ihre faschistischen italienischen Verbündeten. Wie kommt es nach zwanzig Jahren faschistischer Diktatur zu dieser massiven Gegenwehr? Und: Was war ihr Anteil an der Befreiung Italiens vom Faschismus? Der Katalog zur Wanderausstellung „Banditi e ribelli. Die italienische Resistenza 1943-1945” zeigt den aufopferungsvollen und verlustreichen Kampf der Partisanenbewegung und ihre Hoffnung auf eine grundlegend veränderte Gesellschaft. Die Ausstellung illustriert die schwierigen Anfänge des bewaffneten Widerstands ebenso wie die massive Repression und die Kriegsverbrechen der Deutschen und der italienischen Faschisten. Sie illustriert die trotz alldem zunehmenden Erfolge der Resistenza, die durch das Vordringen der alliierten Truppen aus Süditalien begünstigt wurden, und endet mit dem großen Triumph der Befreiung im April 1945. Dabei wird die Enttäuschung vieler Partisan_innen über die verhinderte radikale gesellschaftliche Neuordnung nicht ausgeblendet. Was bleibt, ist jedoch die Gewissheit, dass es ohne die Resistenza weder die Italienische Republik mit ihrer fortschrittlichen Verfassung noch einen bis heute in der italienischen Gesellschaft wirkmächtigen Antifaschismus gäbe. Die Resistenza lehrt uns, dass Menschlichkeit und Solidarität erkämpft und als Errungenschaften verteidigt werden müssen.

Neuerscheinungen:

Kutlu Yurtseven / Rossi Pennino
Eine ehrenwerte Familie
Die Microphone Mafia – Mehr als nur Musik
272 S., br., € 14.90
978-3-89438-703-7
»Begeistert«, »beeindruckt«, »bewegt« sind häufige Reaktionen auf Konzerte von Bejarano & Microphone Mafia. Sie gäben »Mut, sich gegen Rassismus und Krieg auszusprechen«. Wenn Rossi Pennino und Kutlu Yurtseven, eingeladen von Kulturgruppen, Gewerkschaften oder Schulen, auf Türkisch, Italienisch und Deutsch rappen, so blicken sie auf rund 30 Jahre Microphone Mafia zurück. Deren Geschichte und die persönliche Geschichte dieser beiden findet sich im Buch. Aufgewachsen im Schatten der Bayer-Werke, würdigen sie zunächst die erste Generation jener Arbeitsmigranten, die»alles gaben«. Stets standen sie für das Selbstbewusstsein des HipHop, das nicht nach dem Lebenslauf fragt. Neben unbeschwerten Stücken prägen solche über die Brandanschläge der 1990er Jahre das Repertoire der Band. Das NSU-Attentat auf der Kölner Keupstraße erfuhr Kutlu aus der Nähe – allein Grund genug, sich auch jenseits der Musik in Initiativen oder auf der Schauspielbühne zu positionieren. Gastbeiträge von Esther und Joram Bejarano, Chaoze One, Murat Güngör, Hannes Loh (Anarchist Academy) u. a. runden das Buch ab.
Kutlu Yurtseven, * 1973, Gründungsmitglied von Microphone Mafia, rappt auf Türkisch und Deutsch. Nach den NSUAnschlägen Beteiligung an der Initiative »Keupstraße ist überall« und Mitwirkung am Theaterstück »Die Lücke« des Kölner Schauspiels. Arbeitet als Ganztagskoordinator an einer Schule; Rosario »Rossi« Pennino, * 1972, Gründungsmitglied von Microphone Mafia, rappt auf Italienisch, Neapolitanisch und Deutsch. Arbeitet als Koch in einer Großkantine.


Maren Müller, Friedhelm Klinkhammer, Volker Bräutigam
Zwischen Feindbild und Wetterbericht
Tagesschau & Co. – Auftrag und Realität
250 S., br., € 16.90
978-3-89438-704-4
Durch medial verbreitete Feindbilder werden Stigmatisierung und Ausgrenzung, Sanktionen und Schikanen, Gewalt und Willkür gefördert – nach innen wie nach außen. Die Rolle, die die Tagesschau dabei spielt, beleuchten Volker Bräutigam und Friedhelm Klinkhammer, beide lange Jahre bei der ARD tätig, in rund 30 fundierten Programmkritiken zu ausgewählten Themen der Innenpolitik sowie zu internationalen Fragen. Mit Ironie und Sarkasmus spießen sie tendenziöse, lückenhafte und kriegstreiberische Berichterstattungen des Nachrichtenflaggschiffes der ARD auf. Damit ermutigen sie die Zuschauerinnen und Zuschauer zu selbstständiger Quellenprüfung sowie eigenen Recherchen. Und sie geben Hinweise, wie dies gehen kann. Die Methoden und Mechanismen der kritisierten Nachrichtengebung macht Maren Müller in kenntnisreichen Einleitungen nachvollziehbar. Dabei arbeitet sie auch den bizarren Widerspruch zwischen selbst formuliertem Anspruch und gesetzlichem Auftrag der Tagesschau auf der einen, deren realer Praxis auf der anderen Seite heraus. Maren Müller, * 1959, Betriebswirtin, Vorsitzende des medienkritischen Vereins Ständige Publikumskonferenz der öffentlich- rechtlichen Medien e.V.; Friedhelm Klinkhammer, * 1944, Jurist. 1975-2008 Mitarbeiter des NDR, zeitweise Vorsitzender des NDR-Gesamtpersonalrats und des ver.di-Betriebsverbands sowie Referent einer Funkhausdirektorin. Volker Bräutigam, * 1941, Journalist. 1975-1996 Mitarbeiter des NDR, zunächst in der ARD-Tagesschau, nach 1991 in der NDR Hauptabteilung Kultur. Danach Lehr- und Forschungsauftrag an der Fu-Jen-Universität (Taipeh). 

Gilets Jaunes
Anatomie einer ungewöhnlichen sozialen Bewegung
Herausgegeben von Peter Wahl
140 S., br., € 16.90
978-3-89438-705-1
Die französischen Gelbwesten sind anders als die herkömmlichen sozialen Bewegungen. Sie kamen überraschend für alle anderen politischen Kräfte, einschließlich der französischen Linken. Auch ihre Aktionsformen und internen Strukturenunterscheiden sich in vielerlei von klassischen Protestbewegungen. Insgesamt sind sie Ausdruck der sozialen und politischen Krise des neoliberalen Kapitalismus. Dementsprechend wird die Bewegung auch massiv bekämpft, u. a. durch polizeiliche Repression und durch Diffamierung seitens staatstragender Politiker und Medien. Doch die Mehrheit der Bevölkerung sympathisiert trotz alledem mit ihren Zielen. Der Band vereinigt Beiträge deutscher und französischer Autorinnen und Autoren. Analysiert werden die soziale Zusammensetzung der Bewegung, ihr politisches Selbstverständnis, ihre Programmatik und ihre Aktionsformen. Die Reaktionen der Regierung und der anderen Akteure werden ebenso beleuchtet wie der Vorwurf, von rechts unterwandert oder gar antisemitisch zu sein. Schließlich werden die strategischen Probleme der Bewegung und ihre Chancen thematisiert. Peter Wahl, * 1948. Studierte Gesellschaftswissenschaften und Romanistik in Mainz, Aix-en-Provence und Frankfurt/M. Gründungsmitglied von Attac Deutschland. Sachbuchautor und Vorstandsvorsitzender der Nichtregierungsorganisation WEED.


Stefan Kühner
Neue Geschäftsmodelle – Neue Arbeit
Industrie 4.0 – Künstliche Intelligenz – Digitalisierung
140 S., br., € 12.90
978-3-89438-706-8
In der Diskussion um die Welt und die Arbeitsverhältnisse von morgen wechseln sich Visionen eines unbeschwerten Lebens und Schreckensbilder ab. Künstliche Intelligenz, Industrie 4.0 und Digitalisierung werden für beides herangezogen. Neue Geschäftsmodelle sowie das Zusammenwirken von Informations- und Kommunikationstechnik und neue Produktionsverfahren verändern die ökonomischen und gesellschaftlichen Strukturen. Was bedeutet dies tatsächlich für Menschen und ihre Arbeit in Fabriken, im Einzelhandel, in der Landwirtschaft oder in der öffentlichen Verwaltung? Die Wucht und Geschwindigkeit dieser Entwicklungen übertreffen noch die Umwälzungen seit der 1. Industriellen Revolution. Doch: Wer wird darüber bestimmen? Stefan Kühner zeigt, was die neuen Techniken in verschiedenen Wirtschaftszweigen bewirken, wer die Veränderungen vorantreibt, wer dabei gewinnt und wer verliert. Er geht der Frage nach, wie Gewerkschaften und politische Parteien in Deutschland auf die Veränderungen reagieren und wie sich die 4. Industrielle Revolution global auswirken wird.

Bernhard Knierim / Winfried Wolf
Abgefahren
Warum wir eine neue Bahnpolitik brauchen
180 S., br., € 12.90
978-3-89438-707-5
Die 25. Geburtstagsfeier der Deutschen Bahn im Januar 2019fi el ausgesprochen dezent aus. Offensichtlich ahnte deren aktuelle Führung, dass Eigenlob an diesem Tag nur auf Häme gestoßen wäre. Doch auch heute zieht kaum jemand die»Bahnreform« von 1994, die Umwandlung der Bahn in eine Aktiengesellschaft , in Zweifel. Dabei ist die Bilanz dieser Reform überwiegend negativ – gerade auch dann, wenn man die Ankündigungen und Versprechungen von damals als Maßstab nimmt. Bernhard Knierim und Winfried Wolf nehmen das, was seinerzeit lautstark verkündet wurde, beim Wort und vergleichen es mit der Realität: Abbau von Infrastruktur statt Ausbau ,Halbierung der Belegschaft statt »sicherer Arbeitsplätze«, Rückzug aus der Fläche anstelle von Präsenz, Bolzstrecken anstelle eines Integralen Taktfahrplans, Immobiliengroßprojekte mit Bahngelände und Ausverkauf von Bahnhöfen anstelle einer »Renaissance der Bahnhofskultur«. Dabei bleibt es nicht bei Kritik. Knierim / Wolf machen finanzierbare Vorschläge zur»Rettung der Bahn«. Und um nicht weniger geht es – die Krise des Schienenverkehrs in Deutschland ist existenziell. Bernhard Knierim, Dr. rer. nat., * 1978. Diplom-Biophysiker, Master of Public Policy, wissenschaftlicher Mitarbeiter bei Sabine Leidig, MdB (DIE LINKE). Arbeitsfelder: Verkehrspolitik mit dem Schwerpunkt Bahn und Energietechnologien. Mitbegründer des Bündnisses »Bahn für Alle«; Winfried Wolf, Dr. phil., * 1949. Diplompolitologe und Bundestagsabgeordneter 1994-2002. Chefredakteur von »Lunapark 21 – Zeitschrift zur Kritik der globalen Ökonomie«, zahlreiche Bücher zu den Themen Weltwirtschaft und Verkehr.

Karin Leukefeld
Im Auge des Orkans
Syrien, der Nahe Osten und die Entstehung einer neuen Weltordnung
220 S., br., € 14,90
978-3-89438-708-2
Im Kampf um eine neue Weltordnung ist nach dem Irak auch Syrien zum Spielfeld regionaler und internationaler Interessen geworden. Ein interner gesellschaftlicher Konflikt bietet hierfür die Kulisse. International stehen sich Ost und West im Konflikt um eine neue Weltordnung gegenüber. In unterschiedlichen Bündnissen vertritt eine Kerngruppe um die USA, Großbritannien ,Frankreich , Deutschland und Saudi-Arabien westliche Interessen. Ihnen stehen Russland, Iran und die Türkei gegenüber ,die ihre jeweiligen Interessen behaupten wollen. Im Hintergrund wirkt China, das für die Region eigene Pläne hat. Zugleich konkurrieren die Regionalmächte Iran, Saudi-Arabien, Türkei , Ägypten und Israel um Einflusssphären. Im »Auge des Orkans« um die neue internationale Ordnung liegt Syrien. Vom Krieg zerstört, seiner Eliten beraubt und von seinen Gegnern belagert , beharrt das Land auf seiner Souveränität und dem Völkerrecht. Bleibt Syrien geeint oder wird es aufgeteilt? Können die säkularen Kräfte standhalten oder wird der politische Islam seine Macht ausbauen? Kann eine multipolare Weltordnung dem Nahen und Mittleren Osten Frieden bringen? Karin Leukefeld, *1954. Studium der Ethnologie, Islam- und Politikwissenschaften. Berichtet seit rund 20 Jahren als freie Journalistin aus dem Nahen und Mittleren Osten für Tages- und Wochenzeitungen sowie den Hörfunk. ET: Anfang 2020

Klaus Wagener
Die Erosion des Giganten
US-Hegemonie oder multipolare Weltordnung?
250 S., br., € 16,90
978-3-89438-709-9
30 Jahre nach dem »Ende der Geschichte« ist nichts mehr so ,wie es war. Neue Mächte und Machtkonstellationen zeichnen sich ab. Die US-Administration hat eine neue Runde des Wettrüstens eröffnet. Der »Schutz« des Imperiums kostet in Zukunft deutlich mehr. Auch für die gemeinhin als Europageltende EU. Ihre Absetz- und Autonomiebestrebungen sind deutlich erkennbar. Allerdings steckt auch sie nach Jahren deutsch-dominierter »Krisenbewältigung« in der Sackgasse .Dagegen ist in Asien ein neues Kraftzentrum entstanden. Das gigantische Infrastrukturprojekt der »Neuen Seidenstraße«wird den eurasischen Kontinent erschließen und China mit der Welt verbinden. Mit ihrem High-Tech-Entwicklungsprogramm will die Volksrepublik zur führenden Technologiemacht werden. Klaus Wagener zeichnet die lange Geschichte der europäischen und nordamerikanischen Expansion nach, die auch eine Geschichte des Kapitals und des Kapitalismus mit seiner Gier nach dem Maximalprofit ist. Die Welt von heute ist ihr Produkt. Diese Ordnung geht zu Ende. Mit großen Risiken wie mit großen Chancen. Klaus Wagener, * 1949, gelernter Stahlarbeiter, Abitur auf dem 2. Bildungsweg. Studium der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften sowie der Geschichte und Philosophie. Arbeitete danach als selbstständiger Designer und Möbelbauer. Schreibt für  »junge Welt«,  »Unsere Zeit«, »Marxistische Blätter« und »Lunapark 21«.
ET: Anfang 2020

Norman Paech
Menschenrechte
Geschichte und Gegenwart – Anspruch und Realität
260 S., br., € 18,90
978-3-89438-710-5
Norman Paech beleuchtet das weit entfaltete Institutionengefüge, das sich seit Kodifizierung der Menschenrechte herausgebildet hat, deren Ursprung bis zur »Magna Chartalibertatum« zurückverfolgt wird. Er diskutiert den Anspruch universeller Geltung der Menschenrechte, der schon durch die immer noch fortwährende Ungleichheit von Mann und Frau, den nach wie vor herrschenden eurozentrischen Blick und die Aufnahme des Eigentums in Frage gestellt wird. Große Bedeutung wird den sozialen und ökonomischen Rechten beigemessen ebenso wie den Menschenrechten der Dritten Generation, dem Minderheitenschutz, dem Recht auf Selbstbestimmung, auf Frieden, auf Entwicklung. Menschenrechte werden in jüngerer Zeit als Standardlegitimation einer aggressiven Außenpolitik und militärischer Interventionen herangezogen. Sie verdecken die strategischen Interessen der Sicherung von Rohstoffen, Handelswegen und Investitionen. Diese Instrumentalisierung für Weltmachtpolitik bedeutet jedoch ihre Perversion und den Verrat an ihren historischen Quellen. Norman Paech, Prof. Dr. iur., * 1938; Lehrte bis zu seiner Emeritierung Politische Wissenschaften an der Fakultät Jura II der Hamburger Universität und Öffentliches Recht an der Hamburger Hochschule für Wirtschaft und Politik (HWP). 2005 bis 2009 MdB und Außenpolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE. 

Alfred J. Noll
Thomas Hobbes
Eine Einführung
280 S., br., € 12,90
978-3-89438-711-2
Thomas Hobbes (1588-1679) hat eine Sozialphilosophie von epochalem Rang entwickelt. Niemand vor ihm (und nur ganz wenige nach ihm) haben so darauf gesetzt, mittels Vernunft die Verallgemeinerungsfähigkeit menschlicher Interessen, Leidenschaften und Gemütserregungen herauszufinden, um die (materielle und geistige) Reichtumsentwicklung des Menschen zu ermöglichen: Der Krieg aller gegen alle könne mittels eines Vertrages aller mit allen in einen allgemeinen Frieden überführt werden, sofern Interessengegensätze Vernunftkoalitionen erzwingen. Dieser zugleich materialistische wie dialektische Ansatz von Körper und Emotion, von Leidenschaften und Vernunft, von Individuell- und Allgemeinmenschlichem ist von bisher nicht ausgeloteter Tiefe. Hier setzt Alfred J. Nolls Einführung an. Erst aus dieser Perspektive werden die gängigen Hobbes-Floskeln homo homini lupus, bellum omnium contra omnes und auctoritas non veritas facit legem verständlich und von dem reaktionären Geruch befreit, mit dem sie belegt wurden. Alfred J. Noll, Prof. Dr. iur., * 1960; Studium der Rechtswissenschaft und Soziologie, Rechtsanwalt und Professor für Öffentliches Recht und Rechtslehre in Wien. Seit 2017 Abgeordneter im österreichischen Nationalrat. 

Andreas Arndt
Freiheit
130 S., br., € 9,90
978-3-89438-712-9
Freiheit ist ein vieldeutiges und oft missbrauchtes Wort. Zufragen ist immer, welche Freiheit denn gemeint sei. Zwar durchzieht alle Bedeutungen von Freiheit eine (negative)Grundbestimmung, die Abwesenheit von Nötigung, jedoch kann das in historisch-konkreten Situationen ganz Unterschiedliches meinen : vom Privileg bis hin zum »Verein freier Menschen« (Karl Marx). Freiheit ist immer historisch-konkret bestimmt und zudem ein flüchtiges Phänomen nicht nur in der Theorie, sondern auch in der Realität: Schnell schlägt die erhoffte Freiheit, einmal erkämpft, in Abhängigkeit um. Eine Antwort darauf, warum das so ist, lässt sich vor allem bei Hegel und in der Tradition des Hegelianismus einschließlich der Marxschen Theorie) finden. Freiheit ist demnach kein Zustand, sondern ein Prozess. Sie ist nur als Befreiung. Wer von Freiheit spricht, hat daher in erster Linie von ihrer Geschichte als Geschichte der Befreiung zu sprechen, in der sie als permanent werdende ist und Konturen gewinnt, auch institutionell. Andreas Arndt skizziert diesen Gedanken und macht ihn plausibel. Andreas Arndt, * 1949, Prof. (em.) für Philosophie an der Humboldt-Universität zu Berlin; Ehrenvorsitzender der Internationalen Hegel-Gesellschaft und u. a. Mitglied im Beirat der Internationalen Marx-Engels-Stiftung. 

Anna Schiff
Sexismus
130 S., br., € 9,90
978-3-89438-713-6
Sexismus ist ein Problem mit einem Namen, schreibt die britisch-australische Theoretikerin Sara Ahmed. Der Begriff hat in den letzten Jahren eine Renaissance erlebt. Bei # aufschrei und # metoo nutzten bzw. nutzen Frauen soziale Medien, um ihre Lebenswirklichkeit und ihre Erfahrungen zu politisieren. Sie fordern nicht individuelle, sondern allgemeine gesellschaftliche Lösungen. Das bezeichnet den Grundgedanken : Sexismus ist ein Bewegungsbegriff. Dementsprechend verortet und diskutiert Anna Schiff den Kampf gegen Sexismus als kleinsten gemeinsamen Nenner des Feminismus bzw. der Frauenbewegungen. Ihr Buch fasst die unterschiedlichen – und teilweise gegensätzlichen – feministischen Positionen zu Sexismus und seinen Erscheinungsformen zusammen. Es vermittelt die theoretischen Grundlagen und zentralen Begriffe. Anna Schiff wirft einen Blick auf die Forschung und zeigt, wie soziale Bewegungen akademisches Wissen bereichert haben. Sexismus und seine Erscheinungsformen werden zudem im Kontext von Homo- und Transfeindlichkeit, Rassismus und Neoliberalismus beleuchtet. Anna Schiff, * 1987, M.A. in Gender Studies. Hat in Bochum und Istanbul Geschichte und Gender Studies studiert. Langjährige Redakteurin der Zeitschrift »Wir Frauen. Das feministische Blatt«. Zur Zeit promoviert sie mit einer Arbeit zur Geschichte der Sexualität und weiblichen Adoleszenz. 

Hungerlöhne, Slums und Illegalisierung
Ausbeutung in der globalen Lebensmittelproduktion
Herausgegeben von Gilles Reckinger und Nadja Neuner-Schatz
150 S., br., € 12,90
978-3-89438-701-3
In weiten Bereichen der globalen agrarischen Lebensmittelproduktion herrschen ausbeuterische und sklavereiähnliche Verhältnisse. Trotz zum Teil deutlicher Unterschiede nach nationalen, regionalen oder Branchenkontexten muss von einem strukturellen Problem gesprochen werden. Dieses Buchdokumentiert Beiträge von Aktivist*innen, Journalist*innen, Unternehmer*innen, Wissenschaftler*innen, migrantischen Arbeiter*innen und Politiker*innen. Dabei werden spezifische Wissensbestände quer zur Hierarchie der globalen Wertschöpfungskette in der Lebensmittelproduktion artikuliert. Konkrete Beispiele und aktuelle Forschungen zur Problematik der Ausbeutung migrantischer Arbeitskräfte u. a. aus Süditalien, Deutschland, Spanien und Kanada verweisen auf die systematisch-benachteiligenden Bedingungen mobiler und migrantischer Arbeit. Das Buch spannt den Bogen zwischen Produktion, Verarbeitung, Lebensmittelhandel und Konsum, benennt Potenziale solidarökonomischer Ansätze und lotetwissenschaftliche, politische und ökonomische Interventionen aus. Gilles Reckinger, Prof. Dr. phil., * 1978, Europäischer Ethnologe mit den Arbeitsschwerpunkten Migration, Prekarität und Europäisches Grenzregime. Derzeit Rektor des Institut supérieur de l‘économie in Luxemburg; Nadja Neuner-Schatz, * 1984, M. A., europäische Ethnologin und Lehrbeauftragte an der Universität Innsbruck. Arbeitsschwerpunkte: Prozesse der Subalternisierung, Human-Animal Studies und Agro-Food Studies. 

Alfred Müller
Eine Wirtschaft, die tötet
Über den Kapitalismus, seine Überwindung und die Zeit danach
404 S., br., € 22,00
978-3-89438-702-0
Der Kapitalismus bedroht zunehmend die Grundlagen unseres Lebens. Eine dauerhafte Problemlösung ist innerhalb dieses Systems nicht möglich. Die existenziellen Bedrohungen entstehen aus den Strukturelementen der kapitalistischen Produktionsweise und können erst mit dem Aufbau einer alternativen Wirtschaft beseitigt werden. Der bloße Ruf nach mehr Staat ist keine ausreichende Lösung. Woraus bestehen die einzelnen Bedrohungen? Welche Faktoren wirken auf ein Ende des Kapitalismus hin? Welche Rolle übernimmt dabei die Digitalisierung? Wie soll angesichts der enttäuschenden Erfahrungen mit dem Realsozialismus die bessere Gesellschaft aussehen ? Wer setzt sich für die neue postkapitalistische Gesellschaft ein und verfügt über genügend Macht, um den Widerstand der Privilegierten überwinden zu können? Auf diese Fragen geht Alfred Müller ein und umreißt die postkapitalistische Alternative einer solidarischen, friedlichen ,umweltfreundlichen und menschwürdigen Gesellschaft über den Weg einer umfassenden Direktdemokratie und gemeinsamen Wirtschaftskoordination. Alfred Müller, Dr. rer. pol., * 1946. Studierte Agrarökonomie und Volkswirtschaft in Berlin, Göttingen und Berkeley. Lebt als politischer Publizist in Hildesheim. 

Klaus Müller
Wissenschaft auf Abwegen
Von der Kunst der Ökonomen, sich selbst zu täuschen
300 S., br., € 24,00
978-3-89438-714-3
Was ist Nationalökonomie? Exakte Wissenschaft oder Auslegungssache? Pseudolehre , ein Sammelsurium von Glaubenssätzen? Sie ist von allem etwas. Gewissheiten gibt es viele, Wahrheiten wenige. Fix und fertige Antworten sucht man vergeblich. Alles ist umstritten: Ware, Wert, Arbeit, Geld, Profi t, Preis … Wohin man blickt: die Begriffe unterschiedlich, die Modelle einseitig, die Standpunkte unverrückbar und verbreitet der Verzicht, das Wesen in den Erscheinungen zusuchen. Auf die ökonomische Lehre trifft zu, was Sokrates von sich gesagt haben soll: »Ich weiß, dass ich nicht weiß.« Selbst wenn sie einmal Recht haben, irren Ökonomen – durchaus kein logischer Widerspruch. Ihre Theorien haben mit der Realität wenig zu tun. Sie sehen, was sie sehen wollen. Sie wollen sehen, was ihnen gefällt. Ihnen gefällt, was in ihr Weltbild passt. Wer ihre Lehren studiert, stößt auf viel Widersprüchliches und Paradoxes. Er begibt sich in die Gefahr, getäuscht zu werden. Klaus Müller setzt sich auseinander mit den Trugbildern und Wirrnissen einer Wirtschaftswissenschaft, die um ihr Selbstverständnis ringt. Klaus Müller, Prof. Dr. sc. oec., * 1944; bis 1991 beschäftigt an der TH Karl-Marx- Stadt und der TU Chemnitz. Danach freiberuflicher Dozent für Betriebs- und Volks-
wirtschaftslehre. Von 2000 bis 2009 Leiter des Studiengangs »Mittelständische Wirtschaft« an der Berufsakademie Glauchau. 

Phillip Becher
Faschismusforschung von rechts
A. James Gregor und die ideozentrische Deutung
des italienischen Faschismus
600 S., br., € 44,00
978-3-89438-717-4
Den Thesen des einflussreichen US-amerikanischen Politikwissenschaftlers A. James Gregor fällt im »Krieg der Worte«, den die extreme Rechte in Italien und anderswo führt, eine entscheidende Rolle zu. Mit »Faschismusforschung von rechts«legt Phillip Becher eine umfassende und kritische Untersuchung von Gregors Werk vor. In seinen Schriften fokussiert sich Gregor auf die Ideologie des von ihm als modern und revolutionär dargestellten Faschismus. Dieser Ansatz wurde stilbildend für eine ganze Reihe prominenter Historiker, die ideologische Phänomene zum faschistischen »Erfolgsgeheimnis«küren. Die Befunde des Emeritus der University of California werden hier erstmalig systematisch ausgewertet und in Beziehung gesetzt zu seinen Verbindungen mit Rechtskräften und konservativen Intellektuellen weltweit. Auch auf die Einwirkung auf und die Wechselwirkung mit Studien anderer Faschismusforscher wie Zeev Sternhell oder Ernst Nolte richtet die Untersuchung das Augenmerk. In kritischer Auseinandersetzung mit Gregors Deutung liefert das Buch zugleich Impulse für eine materialistische Ideengeschichte des Faschismus.
Phillip Becher, Dr. phil., * 1987, Sozialwissenschaftler, arbeitet an der Universität Siegen. 

Gerhard Feldbauer
Umbruchsjahre in Italien
Als Auslandskorrespondent in Rom 1973 bis 1979
160 S., br., € 15,00
978-3-89438-715-0
Feldbauer war als Korrespondent der Nachrichtenagentur ADN und der Tageszeitung Neues Deutschland 1973 bis 1979 Augenzeuge gravierender Ereignisse in Italien. So der von den italienischen Kommunisten verfolgten, »HistorischerKompromiss« genannten, Regierungszusammenarbeit mit der Christdemokratie, der Democrazia Cristiana, und derErmordung von deren Vorsitzenden Aldo Moro. Nach vier Jahrzehnten stellt Feldbauer seine damaligen Berichte aufden Prüfstand und legt neue Erkenntnisse vor. So zur Bedeutung von Persönlichkeiten wie Enrico Berlinguer und Luigi Longo, Aldo Moro und Giulio Andreotti oder Klaus Gysi, des Botschafters der DDR in Italien, in deren Wirken er persönlich Einblick erhielt. Mitgeteilt wird auch, dass die SED im Verhältnis zum »eurokommunistischen« Kurs Berlinguers entgegen gängiger Auffassungen nicht der Moskauer Linie folgte, sondern deren Politik Verständnis entgegenbrachte. Skizzenhaft sind auch Erfahrungen mit prominenten DDR Journalisten und der staatlichen Gängelei der Berichterstattung eingeblendet. 

Ulrich Enderwitz
Währung, Geld, Kredit
Überlegungen zur kapitalistischen Funktion
und Entwicklung des allgemeinen Äquivalents
400 S., br., € 28,00
978-3-89438-716-7
Ursprünglich als Exkurs im Rahmen des neunten und letzten Bandes der Studie »Reichtum und Religion« gedacht, hat der vorliegende Text im Laufe der Arbeit monographische Statur gewonnen und sich zu einem eigenen Buch ausgewachsen. Ausgangspunkt ist die seit den absolutistischen Anfängen der bürgerlichen Gesellschaft vor sich gehende und den praktischen Bedürfnissen und technischen Anforderungen des kapitalistischen Produktions- und Distributionssystems Rechnung tragende Ersetzung der edelmetallenen Münze durch die papierene Note in der Rolle des den kommerziellen Austausch vermittelnden und organisierenden allgemeinen Äquivalents. Dargestellt wird, wie trotz aller Bemühungen das neue Zirkulationsmittel nicht als Ersatz für die alte Währung, sondern bloß als deren Platzhalter gelten zu lassen, es aus einer kommerziellen Vermittlungsinstanz, einem den Wertschöpfungsprozess passiv regulierenden und differenzierenden Getriebe, zu einem industriellen Wachstumsmedium, einem den Wertschöpfungsprozess aktiv auf Tourenbringenden und in Gang haltenden Treibmittel avanciert. Ulrich Enderwitz, * 1942. Autor und freiberufl icher Übersetzer. Verfasser zahlreicher kulturgeschichtlicher, geschichtsphilosophischer und zeitkritischer Arbeiten, darunter die bislang achtbändige Studie »Reichtum und Religion«. 

Wir Frauen 2020
Taschenkalender
Florence Hervé / Melanie Stitz (Hg.)
240 S., zahlr. Abb., br., € 11.90
978-3-89438-686-3
Unentbehrlich für den feministischen Alltag! In Porträts und Texten werden Frauenkämpfe der Vergangenheit und Gegenwart vorgestellt. Erinnert wird an Frauenrechtlerinnen und Feministinnen, wie Harriet Tubman, die als Afroamerikanerin auch gegen die Sklaverei kämpfte. Als Autorinnen mit rundem Geburtstag sind dabei: Liselotte Rauner, Benoîte Groult, Marlen Haushofer und Yvette Z’Graggen, die Brasilianerin Clarice Lispector und die aus Polen stammende Französin Anna Langfus. Unter den Künstlerinnen die US-Tänzerin Anna Halprin, die DDR-Malerin Ingeborg Weigand, die griechische Sängerin Melina Mercouri und die Kabarettistin Lore Lorentz. Gedacht wird auch der US-Amerikanerin Annie Londonderry, die als erste Frau die Welt mit dem Fahrrad umrundete. Das Kleine Lexikon ist Schriftstellerinnen und Schauspielerinnen gewidmet, die vor dem Hitlerfaschismus flüchten mussten – Hannah Arendt, Hilde Domin, Lisa Fittko, Mascha Kaléko, Maria Leitner, Anna Seghers oder Helene Weigel. Und: beeindruckende Bilder sowie kluge Sprüche zum Schmunzeln und Nachdenken. Florence Hervé, Dr. phil., * 1944. Journalistin, Dozentin, Autorin. Zahlreiche Veröffentlichungen; Melanie Stitz, * 1971, Redakteurin der Zeitschrift »Wir Frauen«, ist tätig in der politischen Bildung.
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Stefan Bollinger
1939 – Wie der Krieg gemacht wurde
… und Deutschland die Welt in den Abgrund stürzen durfte
180 S., br., € 14.90
978-3-89438-693-1
Erster September 1939 - mit dem deutschen Überfall auf Polen beginnt der Zweite Weltkrieg. War er zu vermeiden? Oft wird der deutsch-sowjetische Nichtangriffspakt als entscheidend gewertet. Vergessen wird das Dilemma, in das die Sowjetunion durch die ihre Sicherheitsinteressen negierende englische und französische Politik gebracht wurde. Vergessen wird auch, dass es genug Gelegenheiten gegeben hatte, dem Treiben der braunen Machthaber Einhalt zu gebieten: Bei ihrer forcierten Aufrüstung, ihrer militärischen Intervention in Spanien, beim Anschluss Österreichs, in der Sudetenkrise. Fatal war, dass die westlichen Demokratien ihrem Machtkalkül erlagen und selbst die Sowjetunion, Hitlerdeutschlands Hauptfeind, die Risiken ihrer Entscheidung nicht vollständig erfasste. Der Blick auf die Kriegspolitik Deutschlands ist auch ein Blick über Hitler und seinen Machtklüngel hinaus. Namhafte Konzerne standen bereit, die erwartete Kriegsbeute zu übernehmen. Und dass die erdrückende Mehrzahl der Deutschen ihrem Führer auf diesem Weg folgte, wurde ihr zum Verhängnis.

Krieg und Frieden im Völkerrecht
Mit Beiträgen von Peter Becker, Felix Boor, Andreas Fisahn, Gerd Hankel, Hermann Klenner,
Markus Krajewski, Karten Nowrot, Norman Paech und Werner Ruf.
281 S., br., 18,00
978-3-89438-691-7
Die Hoffnung, die sich mit dem Verschwinden des Ost-West-Konflikts für eine zukünftige friedlichere Welt verband, hat sich in keiner Weise erfüllt. Im Gegenteil, die Zahl der Kriege ist gestiegen. Die NATO-Staaten selbst haben Kriege begonnen und Staaten zerstört, die seitdem einen ständigen Herd immer neuer militärischer Konflikte und internationalen Terrors bilden. Der Zustand, in dem die Menschen versuchen, ihre Ruinen aufzuräumen und eine gesellschaftliche Ordnung wiederherzustellen - ob in Afghanistan, Irak, Libyen, Syrien, aber auch in zahlreichen afrikanischen Ländern -, kann nicht als Frieden bezeichnet werden. Es ist ein Zustand latent fortdauernden Krieges. Das Völkerrecht vermag offensichtlich seiner friedensstiftenden Rolle nicht mehr gerecht zu werden. Alle Staaten berufen sich auf die UN-Charta. Zugleich dokumentieren sie mit ihren Kriegen die Schwäche des Völkerrechts. An einigen Beispielen unternimmt es der vorliegende Band, die Rolle des Völkerrechts in den internationalen Beziehungen zu analysieren und die Möglichkeiten aufzuzeigen, seinen ursprünglichen Auftrag der Friedenssicherung doch wieder zu erfüllen. 

Christian Bartlau
Ballverlust
Gegen den marktkonformen Fußball
170 S., br., € 14.90
978-3-89438-700-6
Ein neuer Wettbewerb nach dem anderen. Jetzt eine Europa League 2. Transfers für 200 Millionen Euro, Klubs in Investorenhand, die WM in der Wüste von Katar: Der Profifußball ist Big Business, eine Ware in der Unterhaltungsindustrie. Christian Bartlau analysiert die fortschreitende Kommerzialisierung, ihre Ursachen und Folgen - ohne übertriebene Romantik. Zwar hat der moderne Fußball Rassismus und Gewalt zurückgedrängt, sichere Stadien und nicht zuletzt bessere Spieler hervorgebracht. Aber eben auch das, was der Autor ein marktkonformes Produkt nennt: Einen Fußball, der die reichen und mächtigen Klubs uneinholbar bevorteilt. Die Entfremdung zwischen Fans und dem Produkt Fußball ist die logische Folge. Sprechchöre gegen den »Scheiß DFB«, das Pfeifkonzert gegen Helene Fischer beim Pokalfinale und die leeren Plätze bei Spielen von »Die Mannschaft« zeugen davon, dass diese sich nicht alles gefallen lassen. Einige schaffen sich Inseln der Glückseligkeit in ihren Kurven, andere steigen aus. So wie der Autor, für den als Lösung nur bleibt: ein Totalboykott - oder eine Fußball-Revolution.

Michael Klundt
Gestohlenes Leben
Kinderarmut in Deutschland
190 S., br., € 14.90
978-3-89438-696-2
Kinderarmut in Deutschland bedeutet Armut in einem der reichsten Länder der Erde. Dabei geht es nicht so sehr um absolutes Elend als vielmehr um Entbehrungen, Ausschlüsse und Benachteiligungen im Verhältnis zum allgemeinen Lebensstandard. Schmerzhafter noch als materielle Einschränkungen können sich Diffamierungen und Stigmatisierungen auswirken. Besonders bedenklich ist es, wenn die betroffenen Familien mit Etiketten wie ›selbst schuld‹ oder ›asozial‹ bedacht werden. Es geht also um die Deutungshoheit zur Kinderarmut. Insofern kommt es auch darauf an, sich mit dem Forschungsstand über die Auswirkungen von Kinderarmut im Zusammenhang mit dem gesellschaftlichen Reichtum zu befassen. Michael Klundt ermittelt deren Umfang, Strukturen und Erscheinungsformen. Danach analysiert er, wie sich biologisierende Sichtweisen auf die politische Aufarbeitung auswirken. Den diversen Zerrbildern stellt er eine Untersuchung der realen gesellschaftlichen Ursachen und empirischen Hintergründe entgegen. Schließlich geht es ihm um den Entwurf wirksamer Gegenmaßnahmen. INTERVIEW MIT DEM AUTOR

Felix Wemheuer
Chinas große Umwälzung
Soziale Konflikte und Aufstieg im Weltsystem
180 S., br., € 14.90
978-3-89438-676-4
Der gegenwärtige Aufstieg der Volksrepublik China führt zu einer Neuordnung der globalen Machtverhältnisse. Auch innerhalb des Landes haben sich durch die wirtschaftliche Entwicklung Klassen- und Geschlechterverhältnisse grundlegend verändert. Jedes Jahr verlieren Millionen von Bäuerinnen und Bauern ihr Land, und neue Klassen von freien LohnarbeiterInnen und von KapitalistInnen sind entstanden. Streiks, ländliche Unruhen und ethnische Konflikte sind die Folge. Felix Wemheuer untersucht außerdem Chinas große Transformation im Kontext globaler Trends von Entkolonialisierung, Kaltem Krieg und dem Siegeszug des neoliberalen Kapitalismus. Rückständigkeit zu überwinden und den Westen wirtschaftlich einzuholen, war und ist ein zentrales Ziel der chinesischen Führung. Im Buch wird der Frage nachgegangen, ob China das Weltsystem grundlegend verändert oder selbst zu einem neuen kapitalistischen Zentrum aufsteigt. Es wird diskutiert, welchen Charakter die heutige chinesische Gesellschaft hat. Wemheuer zeigt, wie gerade durch den Staat die kapitalistische Transformation beschleunigt wird.

Eike Kopf
Eine chinesische Reformation
Zum Werden eines neuen Zivilationstyps
120 S., br., € 11.90
978-3-89438-698-6
Ein kurzer Rückblick auf die Einleitung der welthistorischen Rolle des städtischen Bürgertums in der Schweiz, den Niederlanden, England, den USA, Frankreich, Deutschland und Skandinavien seit Beginn der Reformation von 1517, auf die Schlussfolgerungen von Engels und Marx seit 1847 hinsichtlich einer Übergangsetappe zu einem höheren Zivilisationstyp sowie auf die Entwicklung der Volksrepublik China lässt die im Titel der vorliegenden Studie aufgeworfene Überlegung aufkommen: Bewirkt das in China bis zur Mitte des 21. Jahrhunderts konzipierte und bisher gemeisterte Anfangsstadium des Sozialismus nicht eine ähnliche weltgeschichtliche Initialzündung - auf dem Niveau des 21. Jahrhunderts? Aus dem Inhalt: Jubiläen der Weltgeschichte seit 1517; Zur Übergangsperiode; Marx und Engels zur politischen Übergangsperiode; Lenin zur politischen Übergangsperiode; Die Arbeiterbewegung des 20. Jahrhunderts zur Übergangsperiode; Von der Dialektik und ihrer zielgerichteten Nutzung; Chinas Anfangsstadium des Sozialismus.

Jürgen Kuczynski
Asche für Phönix
Oder: Vom Zickzack der Geschichte
Aufstieg, Untergang und Wiederkehr neuer Gesellschaftsordnungen
180 S., br., € 14.90
978-3-89438-695-5
Zwei der letzten Bücher des 1997 verstorbenen großen Wirtschaftshistorikers Jürgen Kuczynski gekürzt und zu einem Band zusammengefasst. Sein Überblick über zweitausend Jahre Wirtschaftsgeschichte seit der Antike beleuchtet das Verhältnis von Ökonomie, Technik und Kultur und bietet zugleich einen Rundgang durch Kunst, Literatur und Philosophie. Zentral geht es um die Frage, warum keine der auf die Sklavenhaltergesellschaft folgenden Gesellschaftsordnungen sich im ersten Anlauf durchsetzen konnte. Feudale Elemente im späten Rom gingen ebenso wieder unter wie die kapitalistischen im spätmittelalterlichen Oberitalien. Feudalismus wie Kapitalismus erlebten also jeweils ein gescheitertes, verfrühtes Vorspiel, bevor sie einige Jahrhunderte später wiederauferstanden. Und der untergegangene Realsozialismus? Deckt seine Asche einen Phönix? Wiederholt sich also das geschichtliche Muster von Aufstieg, Untergang und Wiederkehr neuer Gesellschaftsordnungen? Oder führt die tiefe Krise des Kapitalismus die Menschheit in die Barbarei?

Domenico Losurdo
Der westliche Marxismus
Wie er entstand, verstarb und
wieder auferstehen könnte
250 S., br., 18,90
978-3-89438-694-8
»Westlicher Marxismus«, mit diesem Etikett werden sehr unterschiedliche Theoretiker versehen, gemeinsam ist ihnen die Abgrenzung zum »klassischen« oder »orthodoxen« Marxismus. Domenico Losurdo argumentiert, dass dem eine Loslösung von den epochalen Emanzipationskämpfen zugrunde liegt. Dies reiche zurück bis in die Periode, »in welcher der Erste Weltkrieg und die Russische Revolution theoretisch verarbeitet wurden«. Hier und nicht erst in der Stalin-Ära sucht er den Ursprung dieses Strangs der Marx-Diskussion. »Und wenn die Risse und die darauffolgende Entfremdung«, so fragt er, »außer auf die Unterschiedlichkeit der objektiven Situation und der kulturellen Tradition zurückgingen auf die theoretischen und politischen Grenzen vornehmlich des westlichen Marxismus?« Von dieser Frage ausgehend setzt er sich auseinander mit namhaften Theoretikern von Max Horkheimer und Theodor W. Adorno über Louis Althusser und Michel Foucault bis zu Giorgio Agamben, Alain Badiou, Slavoj Žižek, Antonio Negri und Michael Hardt. Außerdem bezieht er Hannah Arendt in seine Betrachtung mit ein.


Thomas E. Goes
Klassen im Kampf
Vorschläge für eine populare Linke
140 S., br., 12,90
978-3-89438-690-0
Welche Klassen gibt es im heutigen Kapitalismus und wodurch werden sie bestimmt? Sind alle Lohnabhängigen auch Teil der ArbeiterInnenklasse? Welche strategischen Folgen für mögliche Bündnisse hat das? Wie verhalten sich nationale Klassenverhältnisse und -kämpfe zur Internationalisierung der kapitalistischen Produktion? Was bedeutet das für die Regulierung von Migration? Während andere wie etwa Chantal Mouffe für einen linken Populismus ohne Klassenanalyse werben, plädiert der Autor dafür, die unterschiedlichen Kämpfe miteinander zu verbinden, »populistisch« zu verdichten und so ein populares Bündnis der Ausgebeuteten zu schmieden. Drei theoretische Einsichten sind dafür unerlässlich: Ein solcher »Machtblock von unten« muss ArbeiterInnenklasse, Kleinbürgertum und eine neue lohnabhängige Zwischenklasse umfassen. Hierfür kommt es darauf an, »das Volk« als zentralen strategischen und wissenschaftlichen Begriff für eine emanzipatorische Politik wiederzugewinnen. Dies erfordert ein klares Verständnis darüber, wer die ArbeiterInnenklasse ist, die dieses Bündnis führen kann.

André Scheer
Che Guevara
130 S., br., 9,90
978-3-89438-687-0
Ernesto »Che« Guevara ist eine Legende. Das berühmte Bild des Fotografen Alberto Korda ziert unzählige Devotionalien: T-Shirts und andere Kleidung, Tassen, Rumflaschen, Fahnen und und und. Entsprechend gibt es auch jede Menge Veröffentlichungen über ihn, von einer kaum überschaubaren Anzahl mehr oder weniger gelungener Biografien bis hin zu punktuellen Erwähnungen in Büchern über revolutionäre Bewegungen in Lateinamerika. Warum also ein weiteres Buch über ihn? Meist erscheint er als idealistischer Abenteurer, doch über seine politischen Ideen und Überzeugungen ist erstaunlich wenig bekannt. Deshalb ist es trotz all dieser Publikationen sinnvoll, in der Reihe »Basiswissen« auf diese wichtige Persönlichkeit der internationalen sozialistischen Bewegung einzugehen. Dabei geht es also weniger um die Anekdoten, die über Che kursieren, sondern in erster Linie um seine politischen Positionen und deren Entwicklung im biografischen und im zeitgeschichtlichen Kontext. Zu fragen gilt es zudem, was er uns mit seinen Analysen heute noch zu sagen hat.

Die Résistance
120 S., br., 9,90
978-3-89438-627-6
Wie in anderen Ländern Europas entwickelte sich auch in Frankreich Widerstand gegen die deutsche Besatzungsmacht und gegen die Kollaboration. Der Triumph der deutschen Wehrmacht und die Besetzung führten zu einer der schwersten Identitätskrisen des Landes in seiner Geschichte. Es ging somit um mehr als nur um eine militärische Niederlage, es handelte sich um die umfassende politische und moralische Katastrophe einer Nation und um einen kompletten Zusammenbruch jedweder progressiven Perspektive. Doch zugleich markiert dies den Beginn der Résistance, des französischen Widerstands gegen die deutsche Okkupation und den Faschismus. Sie eröffnete den Weg zur Wiederbelebung eines demokratisch-republikanischen Frankreich nach der Befreiung. Das Buch behandelt nicht nur die Résistance, es stellt auch ausführlich deren in den 1930er Jahren dar und geht der Frage nach, wie es überhaupt zur Katastrophe Frankreichs kommen konnte.

Hans Beimler
Im Mörderlager Dachau
2. durchgesehene Auflage, 29.11.2018
195 S., br., € 14.90
978-3-89438-480-7
Kurz nach seiner abenteuerlichen Flucht aus dem Konzentrationslager Dachau im Mai 1933 schrieb der schwer gefolterte bayerische Kommunist und Reichstagsabgeordnete Hans Beimler nieder, was er dort hatte erleben müssen. Die Veröffentlichung war eine Sensation und wurde in mehrere Sprachen übersetzt, in internationalen Zeitungen zitiert - und in Deutschland illegal verbreitet. Hans Beimler wollte mit seinem Bericht zum Widerstand gegen die Nazidiktatur in Deutschland und im Ausland aufrufen. Er selbst leistete zunächst illegale Arbeit von Frankreich, der Tschechoslowakei und der Schweiz aus, bevor er mit den ersten Freiwilligen nach Spanien ging, um dort mit den Internationalen Brigaden gegen Franco zu kämpfen. Am 1. Dezember 1936 fiel Hans Beimler vor Madrid. Erstmals in der Bundesrepublik erscheint sein Erlebnisbericht in der Originalfassung, ergänzt um Fotos und Dokumente sowie um Anmerkungen zu Entstehungsgeschichte und zeitgeschichtlichen Hintergründen. Außerdem wird von Friedbert Mühldorfer in einer umfangreichen biographischen Skizze der Lebensweg des Antifaschisten Beimler nachgezeichnet.

Jürgen Meier
Wider die Kulturzerstörer
280 S., br., 18,00
978-3-89438-699-3
Kultur kommt vom Lateinischen »colere«, das bedeutet pflegen. Die Natur, die der Mensch bearbeitet, wird kultiviert, wenn er sie pflegt. Der Mensch wird kultiviert, wenn seine Arbeit seine Fähigkeiten pflegt. Seine Fähigkeiten werden kultiviert, wenn Kunst, Wissenschaft und Philosophie sein Bewusstsein und Selbstbewusstsein pflegen. Das alles meint Kultur! Ein Blick auf die Gegenwart zeigt: Zerstörung von Kultur ist an der Tagesordnung. Dies beginnt mit der Umwertung des Kulturbegriffs selbst. Er wird aus seiner gesellschaftlich übergreifenden Bedeutung herausgenommen und auf Kunst, Religion oder auf Alltagsgewohnheiten reduziert. Auf diese Weise werden unterschiedliche Kulturkreise konstruiert, um die angeblich höher- gegen die als minderwertig diskriminierten Religionen, Völker, Nationen in Stellung zu bringen. Es gibt aber nur die eine Menschheit, die sich letztlich lediglich als Gattung wird kultivieren können. Das Buch beleuchtet die Manipulationen, die mit der Beliebigkeit des Begriffs Kultur hantieren, um Marketing zu betreiben oder Kriege zu rechtfertigen.

MEMORANDUM 2019
Alternativen der Wirtschaftspolitik
270 S., br., € 17.90
978-3-89438-697-9
Das Ende »einer der längsten Aufschwungphasen der Nachkriegszeit« sei nicht in Sicht, so der »Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung« (SVR) in seinem neuen Jahresgutachten. Alles in Butter also? Nicht ganz. Denn Gefahren drohen - laut SVR - durch sozialpolitische Wohltaten. Den Mindestlohn etwa. Oder von Rentenerhöhungen statt längerer Lebensarbeitszeit. Und auch im internationalen Steuerwettbewerb ist mitzuhalten. Heißt: Entlastung von Profiten, Finanzspekulation, Spitzeneinkommen und großen Vermögen. So nicht, sagt das Memorandum 2019. Wenn nicht umgesteuert wird, stehen wir vor einer neuen Krise. Gescheitert sei die Ideologie des Vorrangs von Markt und Wettbewerb gegenüber staatlicher Regulierung. Auf dieser Grundlage entwickelt es seine Alternativen zur Wirtschafts- und Finanzpolitik im nationalen wie im EU-Rahmen. Es argumentiert für eine Europäisierung der Klima- und Energiewende und für den Einstieg in eine ökologische Steuerreform. Weitere Schwerpunkte: Krankenhaus- und Altenpflegepolitik; Wohnungswirtschaft und kommunaler Wohnungsbau; Geldwäsche und Steuerhinterziehung.


Lucas Zeise
Das Finanzkapital
130 S., br., 9,90
978-3-89438-688-7
Dass in Gelddingen demokratische Regeln nichts gelten, wurde uns am Beispiel Griechenland drastisch vor Augen geführt: Auf das überwältigende Nein der Bevölkerung zum Diktat der Troika folgte das Ja der von ihr gewählten Regierung. Auch wenn es im Alltag parlamentarischer Republiken nicht immer offensichtlich ist, wird in Krisen deutlich, wie die Herrschaft des Finanzkapitals funktioniert. Wer ist dieses Finanzkapital, das Rudolf Hilferding 1909 und Lenin 1917 untersucht haben. Und wie herrscht es heute? Besonders interessiert Lucas Zeise dabei die Rolle des Geldkapitals, der Banken, Versicherungen, Hedgefonds und Schattenbanken. Wie kommt es, dass die Gläubiger-Schuldner-Beziehung die politischen Verhältnisse dominiert? Wie kommt es, dass sich die politisch Mächtigen unter dem Druck der Finanzmärkte befinden? Wer reguliert diese oder unterlässt es, sie zu regulieren? Wie funktioniert international die Hackordnung unter den Finanzkapitalisten? Warum dominiert immer noch der Dollar und wird er als dominante Währung abgelöst?

Georg Auernheimer
Globalisierung
130 S., br., 9,90
978-3-89438-689-4
Der Kapitalismus ist seit seinen Anfängen expansiv. Der Wachstumsimperativ verlangt stets neue Anlagemöglichkeiten, Rohstoffquellen und Absatzmärkte sowie billige Arbeitskräfte. Die Globalisierung ist daher nichts Neues. Für Jahrzehnte beschränkt wurde sie jedoch durch die Existenz eines »sozialistischen Lagers«. Nach dessen Zusammenbruch hat sie rasch Fahrt aufgenommen. Die neoliberale Agenda hat in Kombination mit der digitalen Revolution wirtschaftliche Prozesse entgrenzt und die spekulativen Finanzgeschäfte auf ungeahnte Art beschleunigt. Der offene Weltmarkt hat gigantische Monopole begünstigt. Die Ökonomie hat sich staatlicher Kontrolle entzogen, die Herrschaft des Kapitals ist fast uneingeschränkt. Georg Auernheimer skizziert die Folgen des Standortwettbewerbs für die alten Industrieländer und die Folgen von IWF-Auflagen und Freihandel für den globalen Süden. Die Rolle der supranationalen Institutionen wird kritisch hinterfragt. Den Elitennetzwerken werden Ansätze von Widerstand gegenübergestellt. Abschließend geht es um die neue Weltmacht China und die geopolitischen Konflikte der Zukunft.

Mythos Soziale Marktwirtschaft
Arbeit, Soziales und Kapital
Festschrift für Heinz-J. Bontrup
Mit Beiträgen von Achim Albrecht, Bernhard Bergmans, Ulrich Brack, Frank Bsirske, Klaus Busch, Christoph Butterwegge, Klaus Dammann, Fritz Helmedag, Rudolf Hickel, Thomas Korenke, André M. Latour, Eva-Maria Lewkowicz, Ralf-M. Marquardt, Rudolf Martens, Peter Pulte, Norbert Reuter, Mechthild Schrooten, Angelica Schwall-Düren, Axel Troost, Sahra Wagenknecht, Philipp Wolter, Norbert Zdrowomyslaw und Karl Georg Zinn.
450 S., br., 28,00
978-3-89438-692-4
»Die zur Wahrheit wandern, wandern allein« - »zunächst allein« und dann in notwendiger »Solidarität«. Unter diesem Motto streitet Heinz-Josef Bontrup seit Jahrzehnten und konfrontiert dabei den neoliberalen Mainstream mit dessen Schwächen - wenn nötig auch heftig. Zur Würdigung von Bontrups wissenschaftlicher Arbeit haben sich namhafte Weggefährtinnen und Weggefährten zusammengefunden, um aus kritischer Perspektive die deutsche und europäische Wirtschaftsordnung zu durchleuchten. Die Beiträge beschäftigen sich mit dem labilen Zustand der EU sowie der entfesselten Marktwirtschaft und ihren gesellschaftspolitischen Fehlentwicklungen. Selbst vor der radikalen Forderung »Schluss mit sozialer Marktwirtschaft« wird dabei nicht halt gemacht. Darüber hinaus werden Gerechtigkeitslücken aus juristischer Sicht aufgezeigt. Insgesamt prägt die Beiträge - bei allen diskussionsbelebenden Auffassungsunterschieden im Detail - eine gemeinsame Klammer: der Ruf nach einer Rückbesinnung auf das Soziale, ein Ruf also, dem sich Heinz-Josef Bontrup verpflichtet fühlt. 

Eine Welt zu gewinnen
Marx, der Kapitalismus von heute und was wir tun können
Herausgegeben von Lena Kreymann und Paul Rodermund mit Beiträgen von Hans-Peter Brenner, Dietmar Dath, Heiko Humburg, Georg Fülberth, Patrik Köbele,
Philipp Krämer, Beate Landefeld, Jürgen Lloyd, Seta Radin,  Björn Schmidt, Arnold Schölzel, Werner Seppmann, Jürgen Wagner und Lucas Zeise.
220 S., 15 Cartoons, br., € 10,00
978-3-89438-674-0
Der Sammelband wendet sich gerade auch an junge Menschen. Er bietet Einsichten in das Leben und die Erkenntnisse von Karl Marx, eine marxistische Interpretation der Widersprüche unserer Zeit sowie einen Überblick über Klassenkämpfe des 20. Jahrhunderts. Das einführende Kapitel behandelt die Entwicklung des dialektischen und historischen Materialismus, die Analyse der Grundstruktur der kapitalistischen Produktionsweise, den Kampf für den Sozialismus vom Bund der Gerechten bis zur Pariser Commune. Das zweite Kapitel befasst sich mit den grundlegenden Widersprüchen und Problemfeldern unserer heutigen Gesellschaft und diskutiert mögliche Lösungen. Das dritte Kapitel beginnt mit der russischen Oktober- und der deutschen Novemberrevolution und beleuchtet die Debatten um eine antifaschistische Strategie vor 1933. Weitere Themen sind die unterschiedlichen Entwicklungen in DDR und BRD sowie die Protestbewegung von 1968 und die Frage, ob mit dem Ende des Sozialismus nach sowjetischem Modell nun auch das Ende der Geschichte gekommen sei.

Felix Wemheuer
Chinas große Umwälzung
Soziale Konflikte und Aufstieg im Weltsystem
180 S., zahlr. Abb., br., € 14.90
978-3-89438-676-4
Der gegenwärtige Aufstieg der Volksrepublik China führt zu einer Neuordnung der globalen Machtverhältnisse. Auch innerhalb des Landes haben sich durch die wirtschaftliche Entwicklung Klassen- und Geschlechterverhältnisse grundlegend verändert. Jedes Jahr verlieren Millionen von Bäuerinnen und Bauern ihr Land, und neue Klassen von freien LohnarbeiterInnen und von KapitalistInnen sind entstanden. Streiks, ländliche Unruhen und ethnische Konflikte sind die Folge. Felix Wemheuer untersucht außerdem Chinas große Transformation im Kontext globaler Trends von Entkolonialisierung, Kaltem Krieg und dem Siegeszug des neoliberalen Kapitalismus. Rückständigkeit zu überwinden und den Westen wirtschaftlich einzuholen, war und ist ein zentrales Ziel der chinesischen Führung. Im Buch wird der Frage nachgegangen, ob China das Weltsystem grundlegend verändert oder selbst zu einem neuen kapitalistischen Zentrum aufsteigt. Es wird diskutiert, welchen Charakter die heutige chinesische Gesellschaft hat. Wemheuer zeigt, wie gerade durch den Staat die kapitalistische Transformation beschleunigt wird. Felix Wemheuer, Prof. Dr. phil., *1977. Seit 2014 Professor für Moderne ChinaStudien an der Universität zu Köln. Zu seinen zahlreichen Veröffentlichungen gehören »Marx und der globale Süden«, »Der große Hunger« sowie eine Biografie von Mao Zedong. Er studierte »Geschichte der KPCh« an der Volksuniversität in Beijing und war Visiting Scholar an der Harvard University.

Werner Rügemer
Die Kapitalisten des 21. Jahrhunderts
Allgemeinverständliche Notizen zu den neuen Finanzakteuren
280 S., geb., € 19,00
978-3-89438-675-7
Neue Finanzakteure haben nach der Finanzkrise die bisherigen Großbanken abgelöst. Blackrock & Co. sind nun die Eigentümer von Banken und Industrie-Konzernen, mittelständischen Unternehmen und Start-ups. Hinzukommen Private Equity Fonds, Hedgefonds, Wagniskapital/Investoren und Investmentbanken. Ebenfalls die Digital-Giganten Apple, Microsoft, Amazon, Google und Facebook sowie die noch schnelleren Aufsteiger des Plattform-Kapitalismus wie der weltgrößte Taxidienst Uber oder die Essensauslieferer Deliveroo & Co. Arbeits-, Wohn-, Ernährungs- und Lebensverhältnisse: Die neue Ökonomie dringt in die feinsten Poren des Alltagslebens von Milliarden Menschen ein. Die Kapitalisten des 21. Jahrhunderts verstecken ihre Eigentumsrechte in vier Dutzend Finanzoasen und fördern rechtspopulistische Politik. Anders als die übliche »Globalisierungskritik« nennt Werner Rügemer Namen. Sein Buch schließt mit dem Systemvergleich des nach innen und außen noch aggressiver gewordenen »westlichen« Kapitalismus mit demjenigen in China, der einer bemerkenswert alternativen Logik folgt. Werner Rügemer, Dr. phil., *1941, Publizist, Mitbegründer der Aktion gegen Arbeitsunrecht. Zahlreiche auch international beachtete Bücher. 
Ehrenamt statt Sozialstaat?


Claudia Pinl
Ein Cappuccino für die Armen
Kritik der Spenden- und Ehrenamtsökonomie
159 S., br., € 12.90
978-3-89438-677-1
Claudia Pinl zeichnet nach, wie der Ruf nach Bürgerengagement immer lauter wurde, parallel zum Abbau öffentlicher Daseinsvorsorge. Wenn öffentliche Aufgaben auf die Schultern von Freiwilligen verlagert werden, können Steuern niedrig und große Vermögen unangetastet bleiben und kann die Schuldenbremse trotzdem eingehalten werden. Mit dem guten Willen der Menschen lassen sich aber auch gute Geschäfte machen. Öffentliche Gelder fließen an Agenturen, Organisationsberater, Stiftungen und Weiterbildungseinrichtungen, die Freiwillige motivieren, rekrutieren, ausbilden und vermitteln. Und wer keine Zeit für Gratisarbeit hat, trinkt einen Cappuccino und bezahlt einen weiteren für jemanden, der sich keinen leisten kann, so wird es mancherorts von Gastronomen propagiert. Eine wachsende Spendenindustrie breitet sich aus in den vom Rückzug der Sozialpolitik geschaffenen Nischen. Die Autorin wendet sich gegen die Rückkehr zum mittelalterlichen Mildtätigenwesen. Sie plädiert dafür, den Sozialstaat wieder in seine Rolle als Garant gesellschaftlichen Zusammenhalts einzusetzen. Claudia Pinl, Politikwissenschaftlerin, Publizistin, Mitinitiatorin der »neuen« Frauenbewegung der 1970er Jahre in Köln. Sie war Rundfunkjournalistin, Korrespondentin der taz und Bundestags-Mitarbeiterin der Grünen. Zahlreiche Veröffentlichungen zu Frauen und Arbeit, feministischer Theorie und neokonservativem Roll-Back.


Czasny, Karl
Kritik des Arbeitswerts
Zum zentralen Begriff der ökonomischen Theorie von Karl Marx
250 S., br., € 26,00
978-3-89438-681-8
Karl Marx ist zwar seit der Finanzkrise wieder im öffentlichen Bewusstsein als wichtigster und visionärster Kritiker des kapitalistischen Wirtschaftssystems präsent. Bei vielen publizistischen TrägerInnen dieser neuen Marx-Konjunktur fehlt jedoch das Verständnis für den zentralen Stellenwert der Arbeitswertlehre als Basis praktisch aller Hauptthesen des marxschen Theoriegebäudes. Karl Czasny möchte zur Beseitigung dieses Defizits beitragen. Im ersten der beiden Teile seines Buches (Titel: Arbeitswert und Wertgesetz) re/konstruiert er das marxsche Arbeitswertkonzept. Dabei grenzt er dieses einerseits gegen den subjektiven Wertbegriff der bürgerlichen Ökonomie ab und verteidigt es andererseits gegen objektivistische Fehlinterpretationen mancher Marxisten. Im zweiten Teil (Titel: Arbeitswert und Krise) skizziert Czasny zunächst die Grundzüge einer auf dem Arbeitswertkonzept fußenden marxistischen Krisentheorie und analysiert sodann mit deren Hilfe die aktuelle Krise der kapitalistischen Gesellschaft und ihre Ursachen mit den sich daraus ergebenden Konsequenzen.

Georg Fülberth
Kapitalismus
4. erweiterte Auflage
127 S., br., € 9.90 [Basiswissen]
978-3-89438-429-6
Dieser Leitfaden wendet sich an alle, die eine kritische, flüssig geschriebene und kompakte Einführung zum Thema Kapitalismus suchen. Um zu erklären, was diesen ausmacht, liefert der theoretische erste Teil die hierfür notwendigen begrifflichen Grundlagen. Zentral sind dabei »Akkumulation« und »Überakkumulation«. Sie bestimmen auch den Rhythmus der Geschichte dieser Wirtschaftsweise. Ihr gilt der zweite Teil des Buches, der vom Handelskapitalismus der Frühen Neuzeit bis zum Neoliberalismus der Gegenwart reicht. In seiner aktuellen Phase wird der Kapitalismus als »Problematische Überschussgesellschaft« bestimmt. Dieser Begriff dient auch zur Erklärung des Spekulations- und Überakkumulationszyklus, der in der Krise von 2007 ff. mündete.

Florian Grams
Die Pariser Kommune
130 S., br., € 9.90 [Basiswissen]
978-3-89438-530-9
1871 herrschte Krieg zwischen Frankreich und dem Deutschen Reich. Der französische Kaiser Napoleon III. befand sich in deutscher Gefangenschaft, deutsche Truppen standen vor Paris, und die neue französische Regierung musste Arbeiter und Arbeitslose in die Nationalgarde einreihen. Dies veränderte das Antlitz des Militärs in der Stadt, denn die Bataillone wählten ihre Offiziere. Die Regierung floh nun nach Versailles und verhandelte um Frieden. Die Bürger von Paris nahmen die Verwaltung ihrer Stadt selbst in die Hand. So begann, was als Pariser Kommune in die Geschichte einging. Unter den Augen der deutschen Belagerer und des Versailler Regimes entwickelten sich Grundzüge eines sozialistischen Gemeinwesens. Es verzichtete fast vollständig auf Repression, um sich auch in der Wahl der Mittel vom Gegner zu unterscheiden. Wohl auch aus diesem Grund konnten Regierungstruppen die Kommune nach nur 72 Tagen im Blut ersticken. Vor dem historischen Hintergrund diskutiert Florian Grams auch ihre Bedeutung für heute.

Charlotte Wiedemann
Vom Versuch, nicht weiß zu schreiben
Oder: Wie Journalismus unser Weltbild prägt
3. verbesserte und wesentlich erweiterte Auflage
199 S., br., € 14.90
978-3-89438-494-4
Dies ist der Werkstatt-Bericht einer langjährigen Auslandsreporterin, die an ihren Erfahrungen, Irrtümern und Zweifeln teilhaben lässt. Charlotte Wiedemann nimmt ihre Leser und Leserinnen mit auf eine Reise durch Kulturen und Kontinente, von Iran über Mali nach Indonesien, Thailand und Neuguinea. Wie entsteht unser Weltbild? Was können Journalistinnen und Journalisten überhaupt begreifen von der »Fremde«? Wie inszeniert ist ihr Bild der Wirklichkeit? Der Versuch, nicht weiß zu schreiben: Das ist die Suche nach einem Blick auf die Welt, der sich von der Enge des Eurozentrismus befreit und von der Hybris angestammter westlicher Deutungsmuster. Ein Plädoyer für einen Journalismus des Respekts und der Sensibilität, gerade in erregten Zeiten. Diese dritte, aktualisierte Auflage wurde erweitert durch eine Betrachtung über weißes Denken, rechten Populismus und das Identitätskonstrukt »People of Color«.

Gerhard Feldbauer
Vietnamkrieg
130 S., br., € 9,90 [Basiswissen]
978-3-89438-532-3
Gerhard Feldbauer schildert Vorgeschichte und Verlauf des Krieges, die internationale Solidarität mit Vietnam, den Widerstand in der US-Army, der vor allem von schwarzen Soldaten ausging, sowie die militärische Hilfe insbesondere der UdSSR, ohne die der Sieg der Befreiungsbewegung nur schwer möglich gewesen wäre. Den Ausschlag gab allerdings der Widerstandswille des vietnamesischen Volkes selbst. Er wurzelte in den Traditionen nationalen und antikolonialen Widerstandes, die der legendäre Ho Chi Minh zu mobilisieren verstand. Seine Bedeutung zeigte sich fast noch mehr nach seinem Tod. Denn als er 1969 verstarb, hinterließ er nicht, worauf vielfach spekuliert wurde, ein Vakuum, sondern eine kollektive politische Führung und eine Bevölkerung, in deren Mehrheit das Streben nach Unabhängigkeit tief verwurzelt war. Nicht unerwähnt bleiben die US-Kriegsverbrechen, für die dasjenige von My Lai im Mai 1968 zum Synonym wurde.

Andreas Pittler
Geschichte Österreichs - 1918 bis heute
130 S., br., € 9.90  [Basiswissen]
978-3-89438-679-5
Jahrhundertelang war »Österreich« Teil des Habsburgerreiches. Im Gefolge des Ersten Weltkrieges aber zerbrach die Donaumonarchie in ihre Bestandteile, und »Österreich« war, so der französische Regierungschef Clemenceau, »was übrigblieb« – und wurde Republik. Andreas Pittler setzt bei diesem neuen Kapitel an und schildert die enormen Schwierigkeiten, denen sich der neue Staat in der Zwischenkriegszeit gegenübersah. Wie auch in Deutschland wurde 1918 die Chance verpasst, dem Land eine antikapitalistische Alternative zu geben, Folge davon war der ruhmlose Untergang eines Staates, den keiner wollte. Pittler behandelt sodann den antifaschistischen Widerstand, zunächst gegen die ständestaatliche Diktatur, dann gegen das nazistische Terrorregime. Schließlich schildert er die Entwicklung Österreichs nach der Befreiung vom Faschismus und den Aufstieg seiner »Zweiten Republik«. Abgerundet wird der Band mit den jüngsten politischen Entwicklungen, die von der internationalen Ächtung der Regierung von ÖVP und FPÖ anno 2000 bis zur gegenwärtigen Neuauflage dieser Koalition führten. 

Andreas Wehr
Die Europäische Union
3. aktualisierte und wesentlich erweiterte Auflage
139 S., br., € 9.90 [Basiswissen]
978-3-89438-498-2
Andreas Wehr beschreibt die Europäische Union als ein fragiles Bündnis. In ihm dominiert das Machtstreben der großen Mitgliedstaaten. Unter ihnen gibt ein erstarktes Deutschland den Ton an. Unter seiner Führung entwickelt sich ein wirtschaftlich starkes Kerneuropa, umgeben von einer schwachen Peripherie. Der Band teilt die Geschichte der EU in drei Abschnitte: Die ersten Jahre waren geprägt von einem nur langsamen Voranschreiten der Integration, unterbrochen von langen Phasen der Stagnation. Mit dem Vertrag von Maastricht 1992 nahm die Integration an Fahrt auf. Im Zuge des globalen Neoliberalismus wurde die EU zum wichtigsten europäischen Akteur bei der Durchsetzung von Marktöffnungen, Privatisierungen und Deregulierungen. Dies gipfelte in der Forderung, sie bis 2010 zum »wettbewerbsfähigsten und dynamischsten Wirtschaftsraum in der Welt« zu entwickeln. Dieses Ziel wurde nicht erreicht. So ist denn die dritte Phase eine solche der Rückschläge.

Volker Hermsdorf
Die Kubanische Revolution
3. aktualisierte und erweiterte Auflage
141 S., br., € 9.90 [Basiswissen]
978-3-89438-596-5
Wie kein anderes Land der Region beeinflusst Kuba die Entwicklung ganz Lateinamerikas. Sein alternatives Gesellschaftsmodell ist auch darüber hinaus Vorbild für viele Länder des Südens und allgemein Beleg dafür, dass eine andere Welt möglich ist. Voraussetzung dafür war der Sieg der Revolution über die Diktatur Fulgencio Batistas am 1. Januar 1959. Dessen nach Miami geflüchtete Anhänger versuchen seitdem mit Unterstützung Washingtons vergeblich, einen Systemwechsel auf der sozialistischen Karibikinsel zu erzwingen. Auch terroristische und andere subversive Methoden haben nicht zu diesem Ziel geführt. Beginnend mit der Revolution und ihren Wurzeln, vermittelt Volker Hermsdorf einen Überblick über die Geschichte des Landes, bis hin zu seinen aktuellen Problemen und seiner Bedeutung für das Modell einer multipolaren Welt.

Gisela Notz
Feminismus
134 S., br., € 9.90 [Basiswissen]
2. aktualisierte u. erweiterte Auflage
978-3-89438-453-1
Feminismus ist ein vieldeutiger Begriff. Für Gisela Notz bezeichnet er sowohl eine politische Theorie als auch eine soziale Bewegung und seit den letzten Jahrzehnten außerdem auch eine wissenschaftliche Disziplin. Einführend werden die heterogenen Theorien einschließlich neuerer Ansätze, etwa die Queer Theory, vorgestellt. Ein Gang durch die Geschichte macht anschließend die zum Teil gegenläufigen Strömungen, die die Interessen und Rechte der Frauen widerspiegeln, deutlich. In den Kapiteln »Wie ging es weiter?« und »Was bleibt?« geht es um den Stand der feministischen Bewegung, die seit einigen Jahren spürbar Zulauf erhält. Tausende tragen erneut den Protest gegen Ausgrenzung, Gewalt und Unterdrückung, Sexismus, Antifeminismus und Fremdenfeindlichkeit auf die Straße und streiten für Emanzipation, Demokratie und den Erhalt der Mit- und Umwelt.

Georg Fülberth:
Geschichte der BRD
3. aktualisierte und erweiterte Auflage
120 S., br., € 9.90 [Basiswissen]
978-3-89438-500-2
Georg Fülberth beschreibt die Entwicklung des bürgerlichen Deutschland seit 1945 als eine Art Selbstbefreiungskampf des deutschen Kapitalismus aus der Sicherungsverwahrung, die ihm 1945 auferlegt wurde. 1990 wechselte das Vorzeichen: aus einer scheinbar subalternen Position innerhalb der Westintegration heraus bahnte sich eine ökonomische und zum Teil auch politische Dominanz Deutschlands in Europa an. Dies ist die eine Seite. Die andere besteht aus den Kämpfen um mehr gesellschaftliche Gleichheit und um eine friedliche Entwicklung. Hier lassen sich mehrere Perioden unterscheiden: Bis 1973 gab es im Goldenen Zeitalter des Wohlfahrtskapitalismus relativ weite Spielräume, zu denen auch der Systemkonflikt beitrug. Der Übergang zum finanzmarktgetriebenen Kapitalismus ab Mitte der siebziger Jahre und der Wegfall des Drucks, der vom staatlich verfassten Sozialismus ausging, haben sie verengt. Die Ungleichheit nimmt zu. Ebenso wächst eine aggressive Tendenz in der Außenpolitik. 

Helmut Knolle
Patriarchat und Bevölkerungsgeschichte
110 S., br., € 9.90
978-3-89438-683-2
Helmut Knolle erklärt Entstehung und Geschichte des Patriarchats aus der Perspektive der Demografie. Dass die Frauen im traditionellen Patriarchat gezwungen waren, mehr Kinder zu gebären, als sie selber wollten, ist nicht neu. Neu ist aber die These, dass das Bevölkerungswachstum zusammen mit dem typischen Altersunterschied zwischen Ehegatten in den monogamen Gesellschaften einen permanenten Frauenüberschuss auf dem Heiratsmarkt erzeugt hat, der auf die Verhaltensmuster von Frauen und Männern Einfluss hatte. Es gibt somit einen »demografischen Grundwiderspruch« im Patriarchat: Je eifriger die Mehrheit der Frauen die Forderung erfüllt, früh zu heiraten und viele Kinder zu haben, desto größer ist die Minderheit, die ledig und kinderlos bleibt. Der demografische Teil wird ergänzt durch Kapitel zur Urgeschichte, zur minoischen und etruskischen Kultur, zu Athen und Rom sowie zum christlichen Patriarchat und dessen Funktion bei Eroberung und Besiedlung Amerikas. Im 20. Jahrhundert verlangten die Bedürfnisse der Konsumgüter- und Unterhaltungsindustrie ein neues Frauenbild, das aber noch immer von Männern definiert wird. 

Tobias Kraus
Reformversus Revolution
Zur Relevanz marxistischer Theorie für die Soziale Arbeit
120 S., br., € 9.90
978-3-89438-682-5
Welche Relevanz hat marxistische Theorie heute für die Soziale Arbeit? Welche Konsequenzen sind daraus zu ziehen? Tobias Kraus nutzt die Diskussion aus den 1970er Jahren als Anknüpfungspunkt für seine Argumentation. Aktuelle kritische Sozialarbeit wird dargestellt und als zu kurz gegriffen bezeichnet. Das Buch arbeitet die Bedeutung heraus, die ein marxistisches Verständnis für Soziale Arbeit im gegenwärtigen Kapitalismus haben könnte. Würde sie dies konsequent umsetzen, müsste daraus eine veränderte Praxis mit progressiveren Zügen hervorgehen. Tobias Kraus macht Vorschläge, wie eine antikapitalistisch ausgerichtete Soziale Arbeit in ihren Grundzügen aussehen und wie in der konkreten Praxis vorgegangen werden könnte. Ebenso nimmt er mögliche Folgen und Probleme in den Blick. Das Buch leistet einen Beitrag zur wissenschaftlichen Debatte in der Sozialarbeit und spricht insbesondere Student*innen an, die Interesse daran haben, sich abseits breitgetretener Theoriepfade zu bewegen und offen sind für ein alternatives Selbstverständnis und neue Konzeptionen.

Erwin Jürgensen
Die Fenster des Denkens
Oder: Die Schärfung des Bewusstseins
110 S., br., € 9.90
978-3-89438-684-3
Erwin Jürgensen beruft sich auf die Tätigkeitspsychologie der Kulturhistorischen Schule und definiert das Bewusstsein des Menschen als geistigen Regler im systemischen Regelkreis zwischen Innen- und Außenwelt. Das wirft Fragen auf: Wie werden das eigene Selbst und die soziale Lebenswelt im Bewusstsein des Einzelnen widergespiegelt? Wie muss der Bildungsprozess angelegt sein, wenn er zur Aufklärung der eigenen und der sozialen Wirklichkeit beitragen soll? Welche Bedeutung kommt dem kategorialen Denken zu, das wissenschaftlichen Begriffen, Prinzipien und Gesetzmäßigkeiten verpflichtet ist? Dem Autor geht es immer um das Ziel, überhöhte Selbstdarstellungen und Selbstoptimierungen zu vermeiden, Vorurteile abzuwehren und der Tendenz entgegenzutreten, Menschen anderer ethnischer und soziokultureller Herkunft zu diskriminieren. Er veranschaulicht die psychologischen Zusammenhänge mithilfe von Schaubildern und Beispielen aus der Alltagserfahrung, der Literatur und des Theaters. Am Ende ein Lexikon der Schlüsselbegriffe, das die Abhandlung zu einem kleinen Nachschlagewerk macht. Erwin Jürgensen, *1938. Fachdirektor in der Lehrerbildung mit den Schwerpunkten Erziehungs- und Gesellschaftswissenschaft, Kritische Psychologie und Theaterpädagogik. Autor sozialkundlicher Fachbücher und zahlreicher Theaterrezensionen. 


Ludwig Elm
Geschichte eines Historikers
Erinnerungen aus drei deutschen Staaten
350 S., br., € 28,00
978-3-89438-685-6
Die Geschichte des Historikers Ludwig Elm ist exemplarisch für einen Gesellschaftswissenschaftler der DDR. Sie umfasst seine Lebensstationen von Kindheit, Schulzeit und Jugendjahren in Thüringen über eine landwirtschaftliche Lehre und ein Studium der Agrar- und danach der Gesellschaftswissenschaften bis zum Professor und zeitweiligen Prorektor für Gesellschaftswissenschaften der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Per Abwicklung wurde er, auch dies exemplarisch, im September 1991 entlassen. Er profilierte sich durch zahlreiche Veröffentlichungen zur Geschichte der bürgerlichen Parteien sowie des Konservatismus in Deutschland. Von 1971 bis 1981 war er Mitglied der Volkskammer der DDR und für die PDS 1994 bis 1998 des Bundestags. Er schildert die erlebte Wende von 1989/90 sowie seine Tätigkeit in der Enquete-/Kommission des 13. Deutschen Bundestags zur DDR und gegen die beginnende Militarisierung der bundesdeutschen Außenpolitik. Seit seinem Ausscheiden aus dem Bundestag engagiert er sich neben seiner wissenschaftlichen Arbeit in antifaschistischen Verbänden in den neuen Ländern und auf Bundesebene.


Glenn Jäger:
In den Sand gesetzt
Katar und die Fußball-WM 2022
240 S., br., € 16.90
978-3-89438-662-7
Noch immer gilt die Vergabe der WM 2022 an Katar als Mysterium. Dabei erschien der Zuschlag gerade westeuropäischen Unternehmen derart lukrativ, dass man früh darauf drängte, ins Geschäft zu kommen – Hitze hin, Fußballzwerg her. Es winkten Großaufträge, und das bei profitablen Arbeitsbedingungen. Laut dem einstigen FIFA-Präsidenten Blatter empfahlen auch Regierungschefs, aus wirtschaftlichen Interessen für Katar zu stimmen. Ihrerseits pflegte die aufsteigende Golfmonarchie dank Großinvestitionen beste Kontakte zu Lichtgestalten aus Fußball, Wirtschaft und Politik. Zudem griff man zu bewährten Mitteln der Korruption, Sonderkonditionen beim Erdgas inklusive. Selbst FIFA-Kreise sprachen von einer »gekauften WM«. Was die Verheißung trübt, mit dem Fußballfest in einer krisengeschüttelten Region »die Kulturen verbinden« zu wollen: Der Vorwurf, auf diversen Kriegsschauplätzen Dschihadisten unterstützt zu haben. Das Buch schließt mit Vorschlägen, wie die FIFA an die Leine zu nehmen ist – im Sinne friedenspolitischer und demokratischer Kontrolle sowie eines universellen Spiels jenseits ungehemmter Vermarktungsinteressen. Glenn Jäger, *1971, Studium der Anglistik und Sozialwissenschaften. Verlagstätigkeit und Erwachsenbildung. Aktiver Fußballer in der Betriebssport-Liga Bonn.
Pressestimmen:
»Eine brillante, flüssig geschriebene und quellenmäßig bestens abgesicherte Fallstudie zu einem weltweit agierenden Korruptionskontinuum...« --Süddeutsche

»Das Buch spart nicht an politischer Schelte und stellt wichtige Fragen, die über den Einzelfall Katar hinausgehen.« -- 11 Freunde

»Ein ebenso unbequemes wie wichtiges Buch.« --General-Anzeiger, Bonn



Domenico Losurdo
Wenn die Linke fehlt...
Gesellschaft des Spektakels, Krise, Krieg
360 S., br., € 19,90
978-3-89438-651-1
Die Versprechen des Jahres 1989 auf eine Welt im Zeichen von Wohlstand und Frieden sind nicht in Erfüllung gegangen. Die Finanzkrise vergrößert auch in entwickelten Ländern das Massenelend und verschärft die soziale Ungleichheit derart, dass es dem großen Geld ermöglicht wird, die politischen Institutionen zu kapern. Auf internationaler Ebene folgt ein »kleiner Krieg« auf den anderen, der allerdings im jeweils betroffenen Land zehntausende Tote mit sich bringt. Darüber hinaus zeichnet sich am Horizont die Gefahr größerer Konflikte ab, die sogar die Schwelle zum Atomkrieg überschreiten könnten. Mehr denn je wird deutlich, dass eine Oppositionskraft notwendig ist: Unglücklicherweise glänzt die Linke im Westen durch Abwesenheit. Wie lässt sich das erklären? Wie die Welt verstehen, die sich da seit 1989 abzeichnet? Mit welchen Mechanismen gelingt es der »Spektakelgesellschaft«, Kriege und Kriegspolitik zu legitimieren? Wie lässt sich eine Alternative konstruieren? Auf diese Fragen antwortet der Autor mit einer originellen, unvoreingenommenen Analyse, die zur Diskussion auffordert.
Weitere Veröffentlichungen von Domenico Losurdo im Verlag PapyRossa:

Demokratie oder Bonapartismus
Triumph und Niedergang des allgemeinen Wahlrechts
Paperback, € 19,90
978-3-89438-385-5

Der Klassenkampf oder Die Wiederkehr des Verdrängten?
Eine politische und philosophische Geschichte
Paperback, € 24,90
978-3-89438-604-7

Die Sprache des Imperiums
Ein historisch-philosophischer Leitfaden
Paperback, € 19,90
978-3-89438-469-2

Freiheit als Privileg
Eine Gegengeschichte des Liberalismus
Paperback, € 22,90
978-3-89438-431-9

Stalin
Geschichte und Kritik einer schwarzen Legende. Mit einem Essay von Luciano Canfora.
Paperback, € 22,90
978-3-89438-496-8

Von Hegel zu Hitler?
Geschichte und Kritik eines Zerrbildes
Paperback, € 18,00
978-3-89438-564-4

Video-Gespräch mit: Domenico Losurdo über "Wenn die Linke fehlt..."



Auernheimer:
Wie Flüchtlinge gemacht werden
257 S., br., € 16.90
978-3-89438-661-0
Allenthalben heißt es, Fluchtursachen müssten bekämpft werden. Aus welchen Gründen Menschen fliehen, wird dabei im Dunklen belassen. Denn dann wäre auch zu benennen, wodurch und durch wen dies verursacht wird. Grundlegend ist für Georg Auernheimer, dass der global entfesselte Kapitalismus und die ihn absichernde Geopolitik der USA und ihrer Alliierten weltweit lebensfeindliche Regionen geschaffen haben, die Menschen massenhaft zur Migration zwingen. Dies belegt er unter anderem mit der Zerstörung Jugoslawiens und Libyens und den Kriegen im Nahen Osten. Ebenso erörtert er die Auswirkungen der neokolonialen Herrschaftssicherung durch die Strukturanpassungsprogramme und Freihandelsabkommen, die dem subsaharischen Afrika aufgezwungen wurden, um dessen wirtschaftliche Abhängigkeit von den westlichen Metropolen abzusichern. Ähnliche Machtstrategien kennzeichnen nach Auernheimer die Politik der USA gegenüber Mittelamerika im Bündnis mit einheimischen Oligarchien. Zu sozialen Verwerfungen, ökologischen Verwüstungen, Elend und Perspektivlosigkeit kommt dort noch eine Kultur der Gewalt. Georg Auernheimer, Prof. Dr. phil., *1939. Lehrte bis zu seiner Emeritierung Interkulturelle Pädagogik an der Humanwissenschaftlichen Fakultät der Universität zu Köln und war Mitbegründer der dortigen Forschungsstelle für Interkulturelle Studien. Seit 2011 als Dozent und Publizist mit dem Thema Globalisierung befasst.

AG Alternative Wirtschaftspolitik:
MEMORANDUM 2018
280 S., br., € 17.90
978-3-89438-665-8
Obwohl das deutsche Entwicklungsmodell die Krise der Europäischen Union und der Währungsunion noch weiter vertieft, hat sich an seiner Leitlinie nichts geändert: Germany first. Anders als in Übersee bedeutet das aber nicht Abschottung, sondern das gerade Gegenteil, also offene Grenzen, offene Märkte und freien Handel. Zuerst kommen soll Deutschland auf Kosten anderer europäischer Staaten, indem deren Industrien niederkonkurriert werden. Die Zukunft der EU und des Euro steht deshalb im Zentrum des MEMORANDUM 2018. Das beinhaltet auch ein kritisches Resümee der seit zehn Jahren betriebenen Politik zur Banken- und Eurorettung. Ebenso nehmen die alternativen Ökonomen die neuesten »Empfehlungen« des »Sachverständigenrats zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung« an die alte und die künftige Bundesregierung unter die Lupe, so auch die Forderungen nach weiteren sozialpolitischen Einschränkungen sowie weiterer Flexibilisierung der Arbeitszeit und Aufhebung des Achtstundentags. Dem stellen sie ein Programm für mehr Verteilungsgerechtigkeit und für eine nachhaltige sozial-ökologisch angelegte Wirtschaftspolitik entgegen. Der Arbeitsgruppe Alternative Wirtschaftspolitik gehören Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Universitäten, Fachhochschulen, Forschungseinrichtungen und Gewerkschaften an. Ihr jährliches MEMORANDUM stellt einen Gegenentwurf zum Herbstgutachten der »Fünf Wirtschaftsweisen« dar, von denen sich die jeweiligen Bundesregierungen ihren wirtschaftspolitischen Kurs bestätigen lassen. Es ist längst zu einer festen Einrichtung geworden und aus der aktuellen Debatte nicht wegzudenken.

Canfora:
Europa. der Westen und die Sklaverei des Kapitals
100 S., br., € 9.90
978-3-89438-663-4
Zwei Utopien stehen sich auf der Weltbühne gegenüber: Die der Gleichheit und die des Egoismus, einander entgegengesetzt, doch beide in Schwierigkeiten. Wie die Hydra, das mythische Ungeheuer, dessen von Herkules abgeschlagene Köpfe beim Nachwachsen immer mehr wurden, erscheint der Kapitalismus – einst nur im Westen heimisch – heute weltweit auf der Szene und führt dabei neue und noch stärker ausgefeilte Formen der längst überwunden geglaubten Sklaverei ein. Hat er mehr Leben als die sprichwörtliche Katze? Ohne Zweifel ist er aus den großen Konflikten des 20. Jahrhunderts als Sieger hervorgegangen. Doch macht ihn das unüberwindlich? Oder bleibt er der Zauberlehrling, der die Kontrolle über seine eigenen Werke verliert? Wird, wer herrscht, dies immer tun? Ist die Ungleichheit, die sich überall noch verschärft hat, eine unvermeidliche Zwangslage? Oder ist nicht die Gleichheit, wie Tocqueville bemerkt, eine Notwendigkeit, die immer da ist wie der Hunger? Für Luciano Canfora kam der liberale Klassiker damit sehr nah an die Entdeckung des primären Impulses der historischen Bewegung heran. Luciano Canfora, Prof. Dr. phil., *1942, Altphilologe und Historiker. Lehrt an der Universität Bari. Sein Buch »Eine kurze Geschichte der Demokratie« hat in der Bundesrepublik für Furore gesorgt.
Inhalt
Prolog: »Ein Hoch auf den, der es versteht,^die Ohren zu spitzen«
I.           Europa, Westen, »Ferner Westen«
II.         Wo der Westen liegt
III.        Der Kalte Krieg und seine Auswirkungen
IV.        Die Sklaverei, die zurückkommt
V.         Ein Planet in Pyramidenform: Der Kapitalismus kann nicht global sein
VI.        Was von der Utopie bleibt 

Winfried Wolf
abgrundtief + bodenlos
Stuttgart 21, sein absehbares Scheitern und die Kultur des Widerstands
373 S., geb. (neu), € 20,00
978-3-89438-671-9
broschierte Ausgabe (2017) € 16.90
978-3-89438-638-2
Stuttgart 21 ist in dreifacher Weise einmalig: Es handelt sich um das mit Abstand größte Bauprojekt in Deutschland. Es ist das einzige Projekt, bei dem eine gigantische Summe dafür ausgegeben wird, eine bestehende Kapazität - hier diejenige des Hauptbahnhofs Stuttgart - zu verkleinern. Schließlich gibt es nirgendwo in Deutschland eine derart große, kreative Protestbewegung, die seit mehr als sieben Jahren und mit mehr als 370 Montagsdemonstrationen aktiv ist. Stuttgart 21 hat drei Bahnchefs verschlissen, die jahrzehntelange CDU-Herrschaft in Baden-Württemberg beendet und die grüne Protestpartei in S21-Mitgestalter gewendet. Laut Angela Merkel wird mit Stuttgart 21 der Standort Deutschland verteidigt. Bahnchef Richard Lutz springt ihr bei und betont, er sei »finster entschlossen«, S21 zu Ende zu bauen. Für das hehre Ziel »Staatsräson« werden die Gesetze der Logik, der Physik und der Geologie missachtet. Winfried Wolf hat Stuttgart 21 von Anfang an publizistisch kommentiert. Er legt hier das erste Buch vor, das die gesamte Geschichte des Großprojekts ausbreitet, dessen zerstörerischen Charakter analysiert und den Bürgerprotest umfassend darstellt. Winfried Wolf, Dr. phil., *1949, Chefredakteur der Zeitschrift Lunapark21 und Mitglied im Wissenschaftlichen Beirat von Attac, verfasste 1996 das erste Buch zu Stuttgart 21. 

Christoph Butterwegge
Armut
120 S., br., € 9,90
3. aktualisierte Auflage
978-3-89438-625-2
»Armut« ist ein brisanter, weil politisch-normativer, emotional besetzter und moralisch aufgeladener Begriff. Christoph Butterwegge diskutiert den Armutsbegriff, wirft einen Blick auf die Geschichte der Armut und vermittelt die theoretischen Grundlagen. Er stellt die Hauptrichtungen der Armutsforschung vor, erläutert die gängigen Methoden der Armutsmessung und hinterfragt die statistische Datenlage, wie sie die Armuts- und Reichtumsberichte der Bundesregierung dokumentieren. Neben den unterschiedlichen Erscheinungsformen und den Folgen der Armut für die Betroffenen wie die Gesellschaft beschäftigen ihn die Entstehungsursachen und die wenig überzeugenden Erklärungsansätze der (/Medien-)Öffentlichkeit. Abschließend geht es um den Kampf gegen die Armut sowie die Frage, welche Maßnahmen hierbei Erfolg versprechen und ob das bedingungslose Grundeinkommen ein Patentrezept darstellt. Christoph Butterwegge, Prof. Dr. rer. pol., * 1951, war von 1998 bis 2016 Hochschullehrer für Politikwissenschaft an der Universität zu Köln. Arbeitsschwerpunkte: Sozialstaatsentwicklung und Armut; Rechtsextremismus, Rassismus und (Jugend-)Gewalt; Migration, Integration und Minderheitenpolitik. Er kandidierte 2017 für das Amt des Bundespräsidenten.  #Basiswissen

Fisahn:
Staat. Recht und Demokratie
160 S., br., € 14.90
978-3-89438-664-1
»Die Philosophen haben die Welt nur verschieden interpretiert; es kommt aber darauf an, sie zu verändern«, ein bekannter Satz von Karl Marx. Die Welt verändert sich beständig, heute kommt es also darauf an, wer was wie ändert. Marx gilt als Ökonom, vielleicht noch als Soziologe. Zu seinem 200. Geburtstag wird über den Gehalt seiner Theorie so gestritten, als wäre sie gestern formuliert worden. »Von Haus aus« war Marx jedoch Jurist. So finden sich in seinen Texten vielfältige Aussagen über den Staat und das Recht. Leider blieben diese Aussagen unsystematisch. Marx beabsichtigte, »Das Kapital« um einen Band zum Staat zu ergänzen, konnte diese Absicht aber nicht mehr verwirklichen. Andreas Fisahn hat es sich zur Aufgabe gemacht, die vielen einschlägigen Passagen in den Werken von Marx und Engels herauszusuchen, zu systematisieren und zu kommentieren. Er stellt die Zitate in ihren Kontext, weist auf Unstimmigkeiten hin und versucht, diese zu erklären oder »auszubügeln«. Damit bietet er einen guten Überblick über das staatstheoretische Denken von Marx und Engels. Er interpretiert die Klassiker radikal, nämlich radikaldemokratisch. Andreas Fisahn, Prof. Dr. iur., *1960. Lehrt Öffentliches Recht an der Universität Bielefeld. Mitglied im wissenschaftlichen Beirat von attac.

Fülberth:
Friedrich Engels
120 S., br., € 9.90
978-3-89438-669-6
Friedrich Engels (1820-1895) hat einer modischen Lesart zufolge die Theorie seines Freundes und Mitstreiters Karl Marx von Grund auf missverstanden. Und er hat sie nach dessen Tod angeblich bis zur Unkenntlichkeit verflacht, wenn nicht gar verfälscht. Dem widerspricht Georg Fülberth. Er arbeitet die tatsächliche Bedeutung von Engels heraus, indem er belegt, dass dieser zur gesellschaftswissenschaftlichen Revolution des 19. Jahrhunderts gleichermaßen beitrug wie Marx: zur Ersetzung der idealistischen Geschichtsauffassung durch die materialistische. Engels hat Marx zur Veröffentlichung des ersten Bandes des »Kapital« (1867), der ohne ihn vielleicht nie erschienen wäre, gedrängt, den zweiten 1885 sowie den dritten 1894 zusammengestellt und herausgegeben. Zugleich war er – mehr noch als Marx – einer der ersten Vertreter des Typs der »Operativen Intellektuellen«, die die sozialistischen Bewegungen des 19. und 20. Jahrhunderts mitgeprägt haben. Georg Fülberth untersucht sein Wirken auf diesen drei Gebieten. Georg Fülberth, Prof. Dr. phil, *1939. Lehrte bis 2004 Politikwissenschaft an der Universität Marburg. Zahlreiche Bücher und Buchbeiträge zu Geschichte und Theorie des Kapitalismus, zur Arbeiterbewegung und der Geschichte der Bundesrepublik. Publiziert u. a. in »der Freitag«, »neues deutschland«, »junge Welt«, »konkret« und »Lunapark21«.

Hund:
Rassismus und Antirassismus
120 S., br., € 9,90
978-3-89438-666-5
Wulf D. Hund zeigt, warum Rassismus als soziales Verhältnis begriffen werden muss: er erlaubt Mitgliedern herrschaftlich strukturierter Gesellschaften, sich trotz sozialer Schichtung und ungleicher Verteilung von Ressourcen als zusammengehörig zu betrachten. Dazu bedarf es der Ausgrenzung. Sie hat im Verlauf der Geschichte der Klassengesellschaften unterschiedliche Formen angenommen. Dabei wurden rassistisch konstruierte Andere als Barbaren, Unreine, Verdammte, Wilde, Farbige oder Minderwertige diskriminiert. Der Autor verdeutlicht die unterschiedlichen Modi der damit verbundenen Prozesse von Aufwertung durch Abwertung und zeigt die unterschiedlichen Verbindungen, die diese im Verlauf der Geschichte eingingen. Anschließend beleuchtet er die diversen Spielarten von Rassismus im Verlauf der deutschen Geschichte und behandelt dessen antisemitische, antimuslimische, antislawische, antiziganistische, koloniale und eugenische Varianten. Außerdem werden Probleme und Perspektiven des Antirassismus angesprochen. Dessen Geschichte ist so alt wie der Rassismus, zeigt unterschiedliche Tendenzen und ist keineswegs widerspruchsfrei. Wulf D. Hund, *1946, Professor im Ruhestand für Soziologie an der Universität Hamburg. 

Kopf:
Ein gelungener Wurf
300 S., br., € 26.00
978-3-89438-673-3
Karl Marx erklärte 1859, er »betrachte das System der bürgerlichen Ökonomie in dieser Reihenfolge: Kapital, Grundeigentum, Lohnarbeit; Staat, auswärtiger Handel, Weltmarkt. Unter den drei ersten Rubriken untersuche ich die ökonomischen Lebensbedingungen der drei großen Klassen, worin die moderne bürgerliche Gesellschaft zerfällt; der Zusammenhang der drei andern Rubriken springt in die Augen.« Eike Kopf meint: Das war der »Knackpunkt« in der Wirkungsgeschichte des »Kapitals« und des Marxismus überhaupt. Von nun an begriffen auch die Gegner der revolutionären Arbeiterbewegung, dass Strategie und Taktik der 1878 verbotenen Sozialistischen Deutschen Arbeiterpartei systematisch mit der Politischen Ökonomie und der neuartigen philosophischen Betrachtung der Geschichte durch Marx und Engels zusammenhingen. Beider Schriften revolutionierten das gesamte geistige Leben. Was in den Werken von Marx ab 1859 zu den genannten »Rubriken« zu finden ist, bietet Kopf jeweils chronologisch geordnet motivierten Lesern, die an einem Selbststudium interessiert sind. In einem aktuellen Exkurs zum Weltmarkt belegt er abschließend, warum China wieder Weltmacht geworden ist. Eike Kopf, Prof. Dr. phil., *1940. Bis 1991 Hochschullehrer in Erfurt/Mühlhausen, seit 1978 Mitarbeit an der Marx-Engels- Gesamtausgabe (MEGA). Zuletzt bei PapyRossa: »Ein Buch geht um die Welt – Zur Wirkungsgeschichte von ›Das Kapital‹« und »Marxismus ohne Engels?«

Lindner:
Deutsch-russische Energiebeziehung
100 S., br., € 14.00
978-3-89438-672-6
Die Bundesrepublik Deutschland und die Russische Föderation verfügen über ausgeprägte bilaterale Energiebeziehungen, die gegenseitige Abhängigkeiten erzeugen und zugleich produktive Kooperationsbedingungen ermöglichen. Diese Beziehungen sind von Konflikten beeinflusst, die sich aus den allgemeinen geopolitischen sowie geoökonomischen Entwicklungen ergeben. Beispielsweise sind die jüngsten US-Wirtschaftssanktionen gegen Russland im Energiebereich ein Merkmal wirtschaftlicher und politischer Konkurrenz im Weltmaßstab. Franziska Lindner untersucht die Kontinuitäten und Brüche in den westdeutsch-sowjetischen Energiebeziehungen an Beispielen aus den 1960er und 1970er Jahren. Sie analysiert ferner die neuere Geschichte der deutsch-russischen Beziehungen im Energiebereich und stellt anhand der privatkapitalistischen Transformation Russlands und der aktuellen Zuspitzung rund um die Ukraine-Krise die bestimmende Rolle des jeweiligen wirtschaftsrechtlichen Ordnungsrahmens und der politischen Interessen dar. Franziska Lindner, *1987, studierte in Leipzig und Marburg Politik und Politische Ökonomie. Das Buch ist die erweiterte Fassung ihrer Abschlussarbeit an der Philipps-Universität Marburg

Müller:
Lohnarbeit und Arbeitslohn
120 S., br., € 9.90
978-3-89438-667-2
Der Lohn berührt elementar das Leben der von ihm Abhängigen. Angesichts großer Unterschiede zwischen West und Ost, Männern und Frauen, Stamm- und Leiharbeitern, einheimischen und ausländischen Arbeitskräften fragen sich viele, ob die Löhne gerecht sind. Was ist aber ein gerechter Lohn? In der Geschichte des ökonomischen Denkens sprach man von »standesgemäßen« und »natürlichen« Löhnen oder von solchen, die das Existenzminimum sichern sollten. Andere Fragen drängen sich auf: Was ist das Wesen des Lohnes, was der Inhalt seiner vielen Formen: Bruttolohn und Nettolohn, Nominallohn und Reallohn, Tariflohn und Effektivlohn, Relativer Lohn, Zeitlohn, Stücklohn, Prämienlohn? Auf welche Bestimmungsgründe sind die Löhne und ihre Unterschiede zurückzuführen? Wie werden sie festgelegt? Wie wirken sich Änderungen der Löhne auf die Verteilung des Volkseinkommens aus? Was hat ihre Höhe mit der Produktivität zu tun? Wie beeinflussen Lohnänderungen das Preisniveau? Welcher Zusammenhang besteht zwischen ihnen und der Arbeitslosigkeit? Klaus Müller, Prof. Dr. sc. oec., Jg. 1944. Bis 1991 beschäftigt an der TH Karl-Marx-Stadt und der TU Chemnitz. Danach freiberuflicher Dozent für ­Betriebs- und Volkswirtschaftslehre. Über 300 Publikationen, zuletzt bei PapyRossa: Basiswissen »Profit« sowie Basiswissen »Boom und Krise«.

Noll:
Absolute Mäßigung - Montesquieu
620 S., geb., € 38.00
978-3-89438-670-2
Montesquieus »Geist der Gesetze« ist von den vielen ungelesenen Klassikern wohl derjenige, der von politischen Sonntagsrednern besonders gerne im Munde geführt wird. Wer sich aber an die Lektüre dieses äußerst umfangreichen Werks macht, wird erkennen, dass eine systematische Darstellung auch nur der wesentlichsten Gedankengänge auf ein enormes Hindernis stößt: Montesquieu lässt sich nicht zusammenfassen. Er hat viele Absichten, aber kein geschlossenes System. Will man nicht der überaus gängigen Verkürzung verfallen, dann muss man zu anderen Mitteln als zu der ansonsten gepflogenen Wiederaufbereitung finden. Alfred J. Noll unternimmt es, entlang eines gut zehn Dutzend Stichworte umfassenden »Abcedariums« zum Geist der Gesetze, Montesquieus Œuvre vollständig auszubreiten. Ausführlich behandelt er deshalb auch dessen belletristisches Werk, seine historischen Schriften und seine postum veröffentlichten Gedanken. Vor dem Hintergrund der politischen und sozialen Entwicklung Frankreichs im 18. Jahrhundert offenbart sich Montesquieu als der größte Vertreter einer Theorie des politischen Kompromisses, der dennoch nie die ihn umgebenden Realitäten leugnete. Alfred J. Noll, Prof. Dr. iur, *1960. Studium der Rechtswissenschaft und Soziologie, seit 1992 Rechtsanwalt in Wien. Professor für Öffentliches Recht und Rechtslehre an der Universität für Bodenkultur Wien. Seit 2017 Abgeordneter im österreichischen Nationalrat.
Neoliberalismus = zunehmendes soziales Elend und größer werdende Armut der 99%


Schreiner:
Unterwerfung als Freiheit
5.Auflage
130 S., br., € 11,90
978-3-89438-573-6
Weit über Politik und Wirtschaft hinaus hat sich der Neoliberalismus längst im Alltagsleben der Menschen verankert. Patrick Schreiner befasst sich mit seinen unscheinbaren, vermeintlich unpolitischen Erscheinungsformen. Er fragt nach den alltäglichen Mechanismen, durch die  Menschen neoliberale Ansätze und Ideen als gut, angemessen und alternativlos akzeptieren. Dazu nimmt er das Bildungswesen, Ratgeberliteratur und Management-Trainings, Esoterik, Sport und Fitness, Stars, Fernsehformate wie Reality-TV und Seifenopern, Soziale Netzwerke im Internet sowie Konsum und Lifestyle in den Blick. An diesen Beispielen zeigt er, wie und weshalb der Neoliberalismus das ganze Sein und Denken der Individuen vereinnahmt. Und nicht zuletzt legt er dar, welche Folgen all das für den Einzelnen wie für die Gesellschaft hat. Dabei wird deutlich: Neoliberalismus ist mehr als Marktradikalismus und Dominanz von Kapitalinteressen. Neoliberalismus ist eine Ideologie, die Freiheit verspricht, aber Elend und Unterwerfung bedeutet. Patrick Schreiner, *1978, Politikwissenschaftler, hauptamtlicher Gewerkschafter und Publizist. Seine Arbeitsschwerpunkte sind Finanz- und Wirtschaftspolitik, Verteilung und politische Theorie. Zuletzt bei PapyRossa »Unterwerfung als Freiheit. Leben im Neoliberalismus«. Interview mit dem Autor

Patrick Schreiner
Warum Menschen sowas mitmachen
Achtzehn Sichtweisen auf das Leben im Neoliberalismus
2. Auflage
165 S., br., € 13,90
978-3-89438-632-0
Der Neoliberalismus beeinflusst unser Leben stärker, als es auf den ersten Blick scheint: Marktgläubigkeit, Konkurrenzdenken und Selbst-Bezogenheit prägen längst auch so Alltägliches wie Fernsehen und Sport, Konsum und Lifestyle, Beziehungen und Soziale Netzwerke, Coachings und Bildung. Patrick Schreiner nimmt diesen Zeitgeist kritisch unter die Lupe. Dazu zieht er klassische und aktuelle Denkerinnen und Denker heran: Was können wir etwa von Karl Marx, Michel Foucault, Max Weber, Naomi Klein und selbst von Friedrich August von Hayek über den Neoliberalismus in unserem Leben und Alltag lernen? Was sagen sie uns darüber? Welche ihrer Überlegungen lassen sich auf die heutige Gesellschaft übertragen? Anhand zahlreicher Beispiele macht Patrick Schreiner diese Denkansätze verständlich. Er zeigt: Der Neoliberalismus ist mehr als eine bloße politische Überzeugung - und es braucht mehr als eine einzige Perspektive, um ihn zu verstehen und seiner Ideologie nicht aufzusitzen. Ein anschauliches Buch über das Denken unserer Zeit und seine Hintergründe.


Sorg:
Dialektisch denken
313 S., br., € 22.00
978-3-89438-660-3
Die Dialektik, eine von Anfang an heftig umstrittene Denkweise, hat in ihrer über zweitausendjährigen Geschichte verschiedene Konjunkturen erlebt. Immer wieder wurde sie für tot erklärt. Aber so wenig wie die Widersprüche in der Wirklichkeit verschwinden, so wenig ist auch die Auseinandersetzung mit ihnen obsolet. Was unter Dialektik und dialektischem Denken zu verstehen ist, untersucht Richard Sorg eingehend anhand der Konzeption von Georg Wilhelm Friedrich Hegel sowie der kritischen Aneignung derselben durch Karl Marx und Friedrich Engels. Im Schlussteil seines Buches analysiert er einige aktuelle Dialektik-Konzepte (von Hans Heinz Holz, Wolfgang Fritz Haug, Domenico Losurdo und Andreas Arndt), in denen zum Teil an konkreten Gegenständen gezeigt wird, wie dialektisches Denken zur Orientierung in einer widerspruchsvollen Gegenwart beitragen kann. Richard Sorg, Prof. Dr. phil., *1940. Studium der Theologie, Soziologie, Politikwissenschaft und Philosophie in Tübingen, Westberlin, Zürich und Marburg. Er lehrte bis zur Pensionierung 2005 Soziologie in der Ausbildung für Soziale Arbeit in Wiesbaden und Hamburg.

Jörg Kronauer
Meinst Du, die Russen wollen Krieg?
Die USA, Deutschland und der zweite Kalte Krieg
180 S., br., € 13,90
978-3-89438-650-4
Die russische Aggression - in den vergangenen Jahren eines der meistgebrauchten Schlagworte der internationalen Politik. Stimmt es etwa nicht, dass Russland die Krim übernommen hat, die Aufständischen in der Ostukraine unterstützt und in Syrien Krieg führt? Doch, das stimmt. Nur: Als russische Aggression kann all dies nur bezeichnen, wer die westliche Umsturzpolitik in der Ukraine und in Syrien geflissentlich übersieht. Dabei gibt es mehrere Stränge. Die Vereinigten Staaten haben mit Ausnahme von 1941 bis 1945 stets versucht, Russland zu schwächen. Deutschland hat, solange es schwach war, mit Moskau kooperiert; wenn es dann stark genug war, hat es seine Macht stets weiter in Richtung Osten ausgedehnt, bis das schließlich zum Krieg führte. Russland hat nach 1990 zunächst versucht, an die westlichen Strukturen anzudocken - erst an die NATO, dann an die EU; als ihm beides verweigert wurde, hat es begonnen, eigene Weltpolitik zu betreiben. Das Buch zeichnet die Stränge der US-amerikanischen, deutschen und russischen Außenpolitik nach, die schließlich in den zweiten Kalten Krieg mündeten. Jörg Kronauer, *1968. Lebt in London, Soziologe und freier Journalist mit den Schwerpunkten Neofaschismus und deutsche Außenpolitik. Redakteur des Nachrichtenportals german-foreign-policy.com.

Kees van der Pijl
Der Abschuss
Flug MH17, die Ukraine und der neue Kalte Krieg
330 S., br., € 19,90
 978-3-89438-649-8
Den Abschuss von Flug MH17 der Malaysia Airlines und den Bürgerkrieg in der Ukraine bettet Kees van der Pijl ein in den geopolitischen und ökonomischen Kontext eines neuen Kalten Kriegs, ausgelöst durch den zunehmenden Druck von NATO und EU gegen ein unter Wladimir Putin wieder konsolidiertes Russland. Ursächlich dafür seien die globalen Bestrebungen des Westens, unliebsame Regime gefügig zu machen oder zu stürzen. Darin sieht er ein hochriskantes strategisches Muster des spekulativen Finanzkapitals, das im Zuge der ökonomischen Umschichtungen seit den 1990er Jahren zur dominierenden Kapitalfraktion geworden ist. Auf der Basis bisher unveröffentlichter Dokumente der niederländischen Regierung und gehackter E-Mails des damaligen NATO-Kommandeurs General Philip Breedlove trägt das Buch aussagekräftige Indizien zusammen. Es behauptet nicht, die wirklich Verantwortlichen zu identifizieren, belegt aber, dass die neuen Herren der Ukraine das größte Interesse, das ausgeprägteste Motiv und die beste Gelegenheit hatten, den Absturz herbeizuführen.

Andreas Wehr
Europa, was nun?
Trump, Brexit, Migration und Eurokrise
160 S., br., € 13,90
978-3-89438-653-5
Sechzig Jahre nach Gründung befindet sich die Europäische Union in ihrer schwersten Krise. Die europäische Politik reagiert mit hektischen Aktivitäten. Da man der EU als ganzer einen Neustart nicht mehr zutraut, wird das Modell einer Union der unterschiedlichen Geschwindigkeiten wiederbelebt. Die vielfältigen Krisen zeigen aber, dass das Wirtschaftsmodell des unbeschränkten Freihandels in Europa an sein Ende kommt. In Großbritannien war es die Kritik an der Personenfreizügigkeit, eine der vier liberalen Binnenmarktfreiheiten, die den Ausschlag zugunsten des Brexits gab. Und was das Ziel einer »immer engeren Union« angeht, so zeigt die wirtschaftliche Entwicklung seit Jahren, dass sich in einem unbeschränkten Binnenmarkt die Volkswirtschaften nicht annähern, sondern immer weiter voneinander entfernen. Von der Krise der Union profitieren unterschiedliche Kräfte. Gewinnt im Süden die Linke, so sind es in Kerneuropa und im Norden rechtspopulistische Kräfte. Es ist an der Zeit, über neue Wege einer Zusammenarbeit der Völker jenseits der Europäischen Union nachzudenken.

Uli Gellermann / Friedhelm Klinkhammer / Volker Bräutigam
Die Macht um acht
Der Faktor Tagesschau
173 S., br., € 13,90
978-3-89438-633-7
15 Minuten lang informiert die Tagesschau über die vorgeblich wichtigsten Ereignisse des Tages. Als »Flaggschiff der ARD« gibt sie sich als verlässlich, neutral und seriös. Diesen Anspruch hinterfragen Uli Gellermann, Volker Bräutigam und Friedhelm Klinkhammer detailliert und gründlich. Sie gehen der Geschichte der Tagesschau nach, beleuchten ihre Vermittlung und Auswahl von Nachrichten, kommentieren ihre Berichterstattung zu zentralen aktuellen Themenschwerpunkten wie dem Krieg gegen Syrien und dem Konflikt um die Ukraine, stellen die viel zu unbekannten »Programmbeschwerden « als Möglichkeit des Zuschauerprotests und der demokratischen Auseinandersetzung mit dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk dar. Ihr Fazit ist ernüchternd. Sie halten die Tagesschau weder für verlässlich noch für neutral, nur für bedingt seriös und bestenfalls für schlau. Nach diesen 15 Minuten weiß man, was die Regierung denkt; was die Republik denken soll und was zu denken unter den Tisch fallen kann.
youtube-Interview mit den Autoren Volker Bräutigam und Uli Gellermann


Kai Eicker-Wolf / Patrick Schreiner
Mit Tempo in die Privatisierung
Autobahnen, Schulen, Rente - und was noch?
200 S., br., € 14,90
978-3-89438-655-9
Der Bund setzt zu Lasten der Länder eine zentrale Bundesfernstraßengesellschaft durch, zudem sollen kommunale Schulgebäude künftig vom Bund direkt gefördert werden können. Beides öffnet den Weg zu noch mehr Privatisierungen und zu noch mehr Öffentlich-Privaten Partnerschaften. Darüber freuen kann sich die Finanzwirtschaft - für Versicherungen, Banken und Investmentfonds gibt es neue Anlagemöglichkeiten. Und freuen wird sich die Politik - elegant kann sie nun selbstverordnete Verschuldungsregeln umgehen. Die Bürgerinnen und Bürger aber haben aufgrund intransparenter und undemokratischer Entscheidungsprozesse das Nachsehen. Und die Steuerzahlenden müssen für Extrarenditen der Investoren aufkommen. Dieses Buch zeigt: Die aktuellen politischen Entwicklungen ordnen sich ein in eine lange Reihe wirtschafts- und sozialpolitischer Fehlentscheidungen. Dazu gehören insbesondere die anhaltende Förderung von Öffentlich-Privaten Partnerschaften, die »Schuldenbremse« und die Teilprivatisierung der Altersvorsorge in Deutschland.

Kemal Bozay /Hasan KaygIsIs
Der neue Sultan
Die Türkei zwischen Repression und Widerstand
189 S., br., € 14,90
978-3-89438-636-8
Verhaftungen von Oppositionellen, Massenentlassungen aus dem Staatsdienst, Verfolgung kritischer Medien, eine heilige Jagd auf politische Gegner: Solche Nachrichten aus der Türkei sind allgegenwärtig. Weniger präsent ist der Krieg des NATO-Partners gegen die eigene Bevölkerung: In den kurdischen Gebieten gleichen manche Bilder solchen von internationalen Kriegsschauplätzen. Ein neo-osmanischer Machtanspruch geht einher mit Einmischung in Nachbarländer direkt durch militärische Interventionen wie auch indirekt durch Unterstützung islamistischer Gruppen. Die Autoren gehen der Frage nach, wie die gezielte Eskalation nach dem Putsch und Gegenputsch 2016 zu erklären ist. Mehr noch: Wie es unter Erdogan zum Bruch mit dem Kemalismus bei gleichzeitiger osmanischer Rückorientierung kommen konnte. Der dazu nötige Blick in die Geschichte zeigt auch: Ungeachtet der jeweiligen Herrschaftsformen hatte man in Bonn und Berlin meist ein unbeirrtes Interesse an festen Beziehungen zur Türkei. Politische Perspektiven sehen die Autoren in Formen demokratischer Gegenwehr.

Canfora:
Kurze Geschichte der Demokratie
407 S., br., € 19,90
978-3-89438-517-0
Das Buch kann als eines der am meisten diskutierten politisch-historischen Sachbücher der letzten Jahre gelten. Auch in Frankreich, Großbritannien und Spanien sowie in Italien selbst mit Interesse aufgenommen, hat Luciano Canfora mit seinen pointierten Thesen in der Bundesrepublik eine lebhafte Debatte ausgelöst. Kein Wunder, ist sein Buch doch jenen ein Dorn im Auge, die sich hierzulande in der besten aller Demokratien wähnen. Denn Canfora begreift Demokratie nicht nur als formale Fassade oligarchischer Herrschaft, sondern als Volksherrschaft auf der Basis von Gleichheit. Und so beschließt er seinen Epochenüberblick vom antiken Athen bis zur EU-Verfassung mit dem provokanten Fazit: 'Die Demokratie ist auf andere Epochen verschoben und wird von anderen Menschen neu konzipiert werden. Vielleicht nicht mehr von Europäern.' 

Mythos »Sexarbeit«
Argumente gegen Prostitution und Sexkauf
476 S., br., € 12,90
978-3-89438-648-1
Seit einigen Jahren wird in Deutschland wieder verstärkt über Prostitution diskutiert. Die weitreichende Liberalisierung des Prostitutionsmarkts, die 2002 erfolgte, ist gescheitert. Die neuen Gesetze von 2016 stellen ein Wunderwerk an Regulierung dar, lösen jedoch nicht die Probleme. Denn zu den grundsätzlichen Fragen nehmen sie keine klare Haltung ein. Ist Prostitution »Arbeit« und sollte normalisiert und »professionalisiert« werden? Oder ist sie ein patriarchales Unterdrückungsverhältnis, dessen langfristige Überwindung es anzustreben und dessen Opfer es konsequent zu schützen gilt? Ist Sexkauf die Inanspruchnahme einer »Dienstleistung«? Oder ist er eine Form sexueller Gewalt, die gravierende Traumata verursacht? Die Autorinnen argumentieren für letztere Sichtweise und untermauern dies mit Erkenntnissen aus /Trauma- und Prostitutionsforschung. Die Erfahrungen mit den nordischen Sexkaufverboten und die innerlinke Debatte dazu werden ebenso dokumentiert wie die internationale Bewegung gegen Prostitution.

Karin Leukefeld
Flächenbrand
Syrien, Irak, die Arabische Welt und der Islamische Staat
308 S., br., € 16,90
978-3-89438-577-4
Bis vor wenigen Jahren war Syrien ein aufstrebendes, heute ist es ein verbranntes Land. Millionen Menschen haben alles verloren, die Gesellschaft ist tief gespalten. Der von außen angeheizte Krieg, die politische Isolierung und die Sanktionen von USA und EU haben ebenso die aufblühende Ökonomie zerstört wie die syrische Reformbewegung. Nicht besser sieht es im Irak aus. Gesellschaftlich zerrüttet, konfessionell zerrissen, wirtschaftlich am Boden, von Terrorismus überzogen, so lautet das Ergebnis der US-geführten Militärintervention und Besatzungspolitik. Nichtstaatliche Akteure wie der 'Islamische Staat' und andere Kampfverbände bestimmen hier wie in Syrien das Geschehen. Der Krieg mit seiner Flüchtlingskatastrophe destabilisiert aber auch zunehmend die Nachbarländer. Das Buch erläutert, wie und warum die Region des 'Fruchtbaren Halbmondes' - die Wiege der Zivilisation - in Flammen aufgeht, welche Auswirkungen dies auf die betroffenen Staaten und ihre Gesellschaften hat und welche Perspektiven sich abzeichnen.

Palästina - Vertreibung, Krieg und Besatzung
Wie der Konflikt die Demokratie untergräbt
230 S., br., € 16,90
978-3-89438-654-2
Seit Israel die palästinensischen Gebiete und Ost-Jerusalem besetzt hält, werden Palästinenser/innen aus ihren Heimatorten vertrieben, ihrer Rechte und ihres Besitzes beraubt. In diesem Buch werden der Siedlungsbau, die Situation von Kindern in israelischen Gefängnissen, die massive Einschränkung der Bewegungsfreiheit durch Checkpoints und Mauer, die Lage in Gaza, die Rolle der UNO und der Abbau demokratischer Rechte in Israel und Palästina erörtert. Um die öffentliche Debatte der israelischen Menschen- und Völkerrechtsverstöße zu verhindern, werden in Europa mit haltlosen Antisemitismusvorwürfen Kampagnen gegen Veranstaltungen, Publikationen und Personen geführt. Insofern geht es auch um Meinungsfreiheit und Demokratie bei uns selbst. Die Autorinnen und Autoren aus Israel, Palästina, den USA und Deutschland zeigen die Legitimität des zivilen Widerstands gegen die Verletzung von Völkerrecht und Menschenrechten auf. Sie wollen zu einer Versachlichung der emotional aufgeladenen Debatte beitragen, die gerade in Deutschland oft ohne Faktenkenntnis geführt wird.

Thomas E. Goes / Violetta Bock
Ein unanständiges Angebot?
Mit linkem Populismus gegen Eliten und Rechte
133 S., br., € 12,90
978-3-89438-652-8
Sahra Wagenknecht versucht es, Bernie Sanders und die Partei Podemos in Spanien machten es vor: Linker Populismus, der die unteren Volksklassen in eine Bewegung gegen die Eliten einzubinden versucht, hat Konjunktur. Dagegen wenden sich linke KritikerInnen. Zuspitzende Elitenkritik und positive Bezüge auf »die einfachen Leute« bereiten demnach den Weg nach rechts. Das muss nicht so sein, ein fortschrittlicher Linkspopulismus ist möglich und nötig: als Teil eines popularen Sozialismus, der von unten ermächtigt, der internationalistisch und feministisch ist und für die radikale Demokratisierung dieser Gesellschaft kämpft. Ein »Sozialismus der einfachen Leute«, der unterschiedlichen Bewegungen der Befreiung eine gemeinsame Richtung zu geben sucht. Er konzentriert sich darauf, vor Ort Gegenmacht zu organisieren, um Laboratorien der Hoffnung und ein Hinterland der Solidarität zu schaffen. Populistische Verdichtungen spielen eine zentrale Rolle, um eine breite populare Bewegung aufzubauen, die dazu in der Lage ist, die neoliberalen Eliten und die radikale Rechte zu schlagen.

Fäuste, Fahnen, Fankulturen
Die Rückkehr der Hooligans auf der Straße und im Stadion
164 S., br., € 13,90
978-3-89438-634-4
Die militante Fußballsubkultur der Hooligans rückt zunehmend wieder ins Licht der Öffentlichkeit. Mobilisiert von Hogesa, den »Hooligans gegen Salafisten«, randalierten im Herbst 2014 Hooligans, Rocker und Neonazis auf Kölner Straßen. Im Stadion kämpfen Hooligans gegen antirassistische Ultras - und in der »dritten Halbzeit« liefern sie sich organisierte Prügeleien. Bei Aufmärschen von Pegida zählen sie wie selbstverständlich zum Ordnungsdienst. Europa/weit propagieren sie antiislamische und fremdenfeindliche Positionen. Fanforscher und Fußballexperten unterziehen in diesem Buch das Kitschbild vom unpolitischen, saufenden und prügelnden Hool, der fast aus dem Stadion verschwunden schien, einer kritischen Prüfung. Sie schreiben über den Fankulturkampf zwischen Kutten, Ultras und Hools, über Hooligans als islamfeindliche Kreuzritter des Abendlandes, über ihre Subkultur im Osten der Republik, über die Geschlechterrollen im Hooliganismus. Analysiert wird eine weit nach rechts hin offene Szene, die innerhalb und außerhalb des Stadions ihre Kampfzone ausweitet. Mit Beiträgen von Philipp Beitzel, Pavel Brunßen und Peter Römer, Robert Claus, Mark Haarfeldt, Richard Gebhardt, Daniel Ryser sowie einem Interview mit Fred Kowasch.

Gerd Wiegel
Ein aufhaltsamer Aufstieg
Alternativen zu AfD & Co.
125 S., br., € 12,90
978-3-89438-616-0
Trotz ihres einflussreichen rechtsextremen Flügels in ihrer Gesamtheit zwar nicht faschistisch oder neofaschistisch, aber radikal rechts, nationalistisch-konservativ bis völkisch wie zugleich marktradikal, also allemal gefährlich, so kennzeichnet Gerd Wiegel die »Alternative für Deutschland«. Er stellt ihre unterschiedlichen innerparteilichen Tendenzen dar, zeigt, in welchem Verhältnis sie zueinander stehen, wie sie gegeneinander konkurrieren und sich bei allen Reibereien und Flügelkämpfen gegenseitig ergänzen. Er analysiert Geschichte und Programm der AfD und ihre im neoliberalen Kapitalismus wurzelnden Erfolgs- und Aufstiegsbedingungen. Dies verknüpft er mit Überlegungen für Erfolg versprechende Antworten. Diese reichen weiter als nur bis zu Wahlarithmetik und Regierungsbündnissen. Sie stellen die strategische Frage in den Vordergrund, wie eine konsequente linke Politik der völkischen Instrumentalisierung der »sozialen Frage« begegnen und wie sie es langfristig bewirken kann, die gesellschaftlichen Kräfteverhältnisse so zu verändern, dass der AfD der Boden entzogen wird.
Klönne:

Jugend im Dritten Reich
xx S., br., € 16.90
978-3-89438-552-1

Noll:
Der rechte Werkmeister- Heidegger
xx S., br., € 18.00
978-3-89438-600-9

Das Kapital
Ein Buch der Bücher nicht nur für Linke
75 S., br., zahlr. farb. Abb., € 10,00
978-3-89438-647-4
Im November 2017 jährt sich die Herausgabe von Band 1 des Hauptwerks von Karl Marx »Das Kapital« zum 150. Male. Wir würdigen es in einer besonderen Form: Mit kurzen Textauszügen und amüsanten Cartoons liefert Burghardt Hollstein dafür die Grundlage. Für alle, die schon immer wissen wollten, wie der Kapitalismus funktioniert, bietet diese illustrierte Kritik der politischen Ökonomie einen anschaulichen Anreiz zur Vertiefung durch die Lektüre des Originals. Sahra Wagenknecht steuert das Vorwort bei. Urte Sperling und Georg Fülberth gehen zwei Geheimnissen des Mehrwerts und dem blinden Fleck in der Marxschen Arbeitswerttheorie nach. Harald Werner setzt sich mit der digitalen Mutation des Kapitalismus auseinander, /Christiane Reymann mit der Notwendigkeit, die Befreiungstheorie fortzuschreiben, indem die Ausbeutung und Kolonisierung von Frauen einbezogen wird, Wolfgang Gehrcke steuert eine Auseinandersetzung »Wider die Marx-Töter« und mit deren wechselnden Methoden und gleich bleibenden Absichten bei.

Thomas Wagner
Das Netz in unsere Hand!
Vom digitalen Kapitalismus zur Datendemokratie
166 S., br., € 13,90
978-3-89438-635-1
Google, Facebook, Twitter und Co. sind aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken. Die Internetkonzerne sind so mächtig geworden, dass ihre Chefs von demokratisch gewählten Regierungen wie Häupter souveräner Staaten behandelt werden. In seiner Streitschrift erläutert Thomas Wagner, wie es dazu kommen konnte. Die Dynamik der Digitalwirtschaft begünstigt die Herausbildung von Supermonopolen. Wie kann deren ständig wachsende Macht gebändigt werden? Eine demokratische Neuausrichtung der technologischen Entwicklung ist notwendig, damit die gerade erst begonnene Digitalisierung ihr Befreiungspotenzial entfalten kann, statt in der Sackgasse einer ökonomischen wie politischen Datenknechtschaft zu enden. Die Entwicklung einer Reformstrategie ist gefordert. Es geht um die Rückeroberung des von privaten Interessen bedrängten öffentlichen Raums. Der Aufbau eines öffentlich kontrollierten Internets wäre ein wichtiger Schritt auf dem Weg vom digitalen Monopolkapitalismus zur Datendemokratie. Aus dem Internet der Konzerne muss ein demokratisches Bürgernetz werden.

Halis Yildirim
Das Neue und das Bestehende
Eine materialistische Untersuchung zu Heidegger, Adorno, Foucault und Derrida
220 S., br., € 24,00
978-3-89438-657-3
Halis Yildirim fragt nach dem Übergang aus dem Bestehenden in das Neue. Der Schlüssel dafür: die materiellen Möglichkeiten auszuschöpfen, die einen Umschlag von privatem in gesellschaftliches Eigentum erlauben. Die Philo/sophie hält dafür einen großen Begriff bereit: den der Aufhebung. Doch Yildirim geht noch weiter: Er verlangt nach der Aufhebung der bestehenden Philosophie selbst. Ihr hält er den Spiegel vor, indem er der Denkrichtung von vier Philosophen des 20. Jahrhunderts nachgeht: Martin Heidegger, Theodor W. Adorno, Michel Foucault und Jacques Derrida, die nach seiner Auffassung auf unterschiedliche Art das Bestehende bemänteln. Sei es durch eine Fundamentalontologie mit faschistischen Versatzstücken, durch eine Utopie als Korrektur des Bestehenden, durch einen Poststrukturalismus, der keinen Träger von Fortschritt erkennt, oder durch die Reduktion von Geschichte auf eine Konstruktion. Auf diesem Terrain macht Yildirim deutlich: Erst indem das Bestehende und mit ihm die bestehende Philosophie als erschöpft verstanden werden, kann sich das Neue Bahn breche

PapyRossa Basiswissen:

Butterwegge, Christoph: Armut /  Müller, Klaus: Boom und Krise / Küpper, Martin: Materialismus /   Landefeld, Beate: Revolution / Landefeld, Beate: Revolution /  Becher, Phillip: Rechtspopulismus / Begass, Christian; Sevim, Alican: Die Résistance /  Binus, Gretchen / Landefeld, Beate / Wehr, Andreas: Staatsmonopolistischer Kapitalismus /  Deppe, Frank  Der Staat / Salomon, David  / Solty, Ingar: Imperialismus /  Deppe, Frank: Der Staat / Feldbauer, Gerhard: Die Resistenza – Italien im Zweiten Weltkrieg /  Feldbauer, Gerhard: Geschichte Italiens. Vom Risorgimento zur Gegenwart / Feldbauer, Gerhard: Vietnamkrieg /  Fesser, Gerd: Das Deutsche Kaiserreich / Fesser, Gerd: Deutschland und der Erste Weltkrieg /  Fülberth, Georg: Geschichte der Bundesrepublik Deutschland / Fülberth, Georg: Kapitalismus / Fülberth, Georg: Marxismus / Fülberth, Georg: Sozialismus /  Fülberth, Georg: »Das Kapital« kompakt / Grams, Florian: Die Pariser Kommune / Heither, Dietrich: Burschenschaften / Hermsdorf, Volker: Die Kubanische Revolution / Leibiger, Jürgen: Wirtschaftswachstum /  Müller, Klaus: Profit / Notz, Gisela: Feminismus / Pätzold, Kurt: Zweiter Weltkrieg /   Pätzold, Kurt: Deutschland 1933-39 /  Pätzold, Kurt: Deutschland 1939-45 /Rau, Peter: Der Spanienkrieg 1936 – 39 / Roesler, Jörg: Geschichte der DDR /  Salomon, David: Demokratie / Schneider, Ulrich: Antifaschismus / Schumann, Gerd: Kolonialismus, Neokolonialismus, Rekolonisierung / Speckmann, Guido / Wiegel, Gerd: Faschismus /  Sperling, Urte: Die Nelkenrevolution in Portugal / Wehr, Andreas: Die Europäische Union / Weißbecker, Manfred: Weimarer Republik




Stefan Bollinger
Lenin
120 S., br., € 9,90
978-3-89438-656-6
Angefeindet, bekämpft, verteufelt und schließlich angeschossen wurde der Revolutionär, Theoretiker und Realpolitiker Lenin, der es 1917 unternahm, einen völkermörderischen Krieg zu beenden und eine sozialistische Gesellschaft zu errichten. Er hasste den Krieg, Kriegstreiber und »linke« Helfershelfer des Krieges. Er wollte den Bruch mit Zarismus, Kapitalismus und der Herrschaft von Adel wie Bourgeoise. Das erreichte er in Russland, von der Linken im Westen im Stich gelassen. Unter seiner Führung waren ein unverschuldeter Bürgerkrieg und die Intervention ausländischer Mächte, der Wiederaufbau eines zutiefst rückständigen, armen, zerstörten Landes zu meistern. Unter schier aussichtslosen Umständen suchte und fand er Lösungen und öffnete den Weg in eine neue Zivilisation. Unter seinen Nachfolgern ging diese Chance verloren. Umso mehr sind seine Denkweise und sein politisches Handeln zu rekonstruieren, um zu überprüfen, was davon auch heute noch für eine grundlegende gesellschaftliche Umgestaltung, für den Kampf gegen Krieg und die Sicherung des Friedens nützlich sein könnte.

Fülberth:
Sozialismus
xx S., br., € 9.90 [Basiswissen]
978-3-89438-430-2

Landefeld:
Revolution
xx S., br., € 9.90 [Basiswissen]
978-3-89438-528-6



Fülberth:
Marxismus
xx S., br., € 9.90 [Basiswissen]
978-3-89438-542-2

Schumann:
Kolonialismus
xx S., br., € 9.90 [Basiswissen]
978-3-89438-580-4

Pätzold:
Deutschland 1933-39
xx S., br., € 9.90 [Basiswissen]
978-3-89438-608-5
Pätzold:

Deutschland 1939-45
xx S., br., € 9.90 [Basiswissen]
978-3-89438-609-2


Georg Fülberth
'Das Kapital' kompakt
120 S., br., € 9,90
978-3-89438-452-4
Diese Einführung in 'Das Kapital' unterscheidet sich von anderen auch dadurch, dass sie nicht polemisch zu belegen versucht, dieses Werk besser verstanden zu haben als jene. Sie zeichnet zwar ebenfalls dessen Gesamtargumentation nach, zeichnet sich aber dadurch aus, dass sie 1) besonderes Gewicht auf den dritten Band legt; 2) die Rehabilitation der reinen Arbeitswertlehre, wie sie im ersten Band entwickelt ist, übernimmt; 3) danach fragt, in welchem Verhältnis die Analyse der kapitalistischen Produktionsweise und die Untersuchung der Möglichkeiten ihrer Aufhebung in der Marxschen 'Kritik der Politischen Ökonomie' zueinander stehen. Die Erkenntnisse der 'Neuen Marx-Lektüre' und der 'Monetären Werttheorie' werden dabei aufgenommen, aber vom Kopf auf die Füße gestellt. Das Ziel dieser Einführung ist erreicht, wenn die Leserinnen und Leser neugierig auf das Original werden und dessen Lektüre folgen lassen. Dieser Basistext kann ihnen dabei helfen, einen roten Faden durch die drei Bände zu finden.

Jörg Roesler
Geschichte der DDR
130 S., br., € 9,90
978-3-89438-499-9
Jenseits der üblichen Horrorszenarien klärt Jörg Roesler auf über die Geschichte des kleineren deutschen Staates. Sie wird erstens erzählt als Geschichte der Herrschaft der SED. Im Mittelpunkt stehen dabei zwei Gruppierungen, vom Autor als Konservative bzw. Reformer charakterisiert. Dies ist gleichzeitig die Geschichte der Sicherung der Stabilität eines in seiner Existenz ökonomisch und politisch wiederholt gefährdeten Staates. Zweitens wird die Geschichte der DDR als Geschichte der sowjetisch-ostdeutschen Beziehungen erzählt. Es ist die Geschichte von Moskaus 'ungeliebtem Kind', einer durch das Scheitern der sowjetischen Deutschlandpolitik zustande gekommenen Minimallösung, eines schließlich lästig werdenden Vorpostens. Drittens wird die Geschichte der DDR erzählt als Geschichte der Beziehungen zur Bundesrepublik. Sie endet mit der Vereinnahmung des kleineren durch den größeren, sich als stabiler und potenter erweisenden deutschen Staates.

Gerd Fesser
Deutschland und der Erste Weltkrieg
124 S., br., € 9,90
978-3-89438-540-8
Gerd Fesser analysiert die internationale Konstellation und die Faktoren, deren Zusammenwirken im August 1914 in den Großen Krieg einmündete: die Rivalität der imperialistischen Großmächte, den Wettlauf um Kolonien und Einflussgebiete, die Konkurrenz um Weltmarktpositionen und Anlagesphären. Den Schwerpunkt legt er auf das Deutsche Reich und seine Weltpolitik. Er kennzeichnet die kriegstreiberische Politik der Reichsregierung in der Julikrise 1914, behandelt die militärischen und innenpolitischen Entwicklungen der Jahre 1914 bis 1918, untersucht die Kriegszieldebatte, die Entfaltung der Antikriegsopposition, die Kriegswirtschaft sowie Alltag und Kultur im Krieg. Nach einem Überblick über die Revolutionen vom Februar und Oktober 1917 in Russland und ihren Auswirkungen schließt er seine Darstellung ab mit dem Zusammenbruch des Kaiserreichs und der Novemberrevolution 1918. Eine kurze Auseinandersetzung mit der neueren Geschichtsschreibung rundet den Band ab.

Gerd Schumann
Kolonialismus, Neokolonialismus, Rekolonisierung
126 S., br., € 9,90
978-3-89438-580-4
Die lange Geschichte des Kolonialismus durchlief verschiedenartige, jeweils entsprechend der Produktivkraftentwicklung ineinander übergehende Phasen: Von den Sklavenhaltergesellschaften der Antike über die Hochzeiten der europäischen Entdecker und Plünderer und deren Erben im Kapitalismus. Sie reicht bis zu den imperialen und neokolonialen Konquistadoren der Moderne, die sich im Zeichen der ›Globalisierung‹ überkommener kolonialistischer Methoden bedienen. Und der neuzeitliche Kolonialismus ist, so der bolivianische Präsident Evo Morales, der ›politische und ideologische Zwilling‹ des Imperialismus. Beide erleben mit der aktuellen Rekolonisierung eine neue Blüte und zeigen zugleich offen ihr gewalttätiges Wesen. Andererseits war die koloniale Repression allzeit begleitet von Widerstand, der im 20. Jahrhundert streckenweise eine Entkolonisierung erreicht hat. Allerdings haben die Befreiungsbewegungen, die diese Phase prägten, ihre aktuellen Pendants noch nicht gefunden. Gesucht werden: Neue Formen des Internationalismus und der Solidarität.

Gerhard Feldbauer
Geschichte Italiens
Vom Risorgimento zur Gegenwart
138 S., br., € 9,90
978-3-89438-626-9
Gerhard Feldbauer behandelt, was in anderen Überblicken zur neueren italienischen Geschichte meist vernachlässigt wird. Er beginnt mit dem »Risorgimento«, in dem die bürgerliche Revolution 1870 mit einem Dreiviertelsieg der Bourgeoisie endete. Entscheidend prägte den Prozess der Herstellung des National/staats an der Spitze des radikaldemokratischen Flügels der nationalen Bewegung Giuseppe Garibaldi. Das beeinflusste die gesamte neuere Geschichte Italiens, in der - seit Mussolinis »Marsch auf Rom« bis heute - der Antifaschismus zu einem Grundzug wurde. Feldbauer behandelt außerdem den Historischen Kompromiss der italienischen Kommunisten mit den Christdemokraten, der zum Untergang der Kommunistischen Partei und zu den schweren Niederlagen der Linken führte, er deckt die Hintergründe des Mordes an Aldo Moro auf, schildert den Aufstieg des »Mediendiktators« Silvio Berlusconi und die nach seinem Sturz einsetzende Neuformierung der »politisch herrschenden Klasse«.

Beate Landefeld
Revolution
146 S., br., € 9,90
978-3-89438-528-6
Was macht Revolutionen aus? Ob »friedliche Revolution von 1989« oder diverse »Farbenrevolutionen« - in der Mediensprache hat sich der Revolutionsbegriff als Euphemismus für Intervention und Regime Change etabliert. Sind Revolutionen richtungslose Umbrüche? Oder sind sie, wie Karl Marx sagt, »Lokomotiven der Geschichte«? Beate Landefeld versteht darunter eine politisch-soziale Umwälzung, die einer neuen Gesellschaftsordnung zum Durchbruch verhilft. Revolutionen brachten den fragilen und keineswegs geradlinigen Fortschritt zum Abbau von Ungleichheit in Schüben voran. Anhand der Vorgeschichte und des Verlaufs der großen Revolutionen der Neuzeit beschreibt Beate Landefeld, was deren soziale Triebkräfte und Resultate waren. Heute geht es bei einer Revolution um die Überwindung von Ausbeutung und Unterdrückung, um bessere Lebensbedingungen für alle, um die Befähigung der Menschen, Krisen, Kriege und Katastrophen zu vermeiden und ihre Geschichte bewusst zu gestalten.

Kurt Pätzold
Deutschland 1939-45 - Krieg
131 S., br., € 9,90
978-3-89438-609-2
Dieser Band setzt den zeitlich vorausgehenden (Deutschland 1933-39) fort. Wie dieser will auch er dem Bedürfnis nach kompakter, womöglich erster Information über das Geschehen gerecht werden. Anhand der hier dargestellten fünfeinhalb Jahre lässt sich exemplarisch studieren, wie Kriege gemacht und wie Völker in sie hineingetrieben werden. Auch lässt sich ihnen Auskunft darüber abgewinnen, wie Menschen dazu gebracht werden konnten, sich als »Volksgenossen« wider ihre eigenen - unbegriffenen - Grundinteressen zu verhalten, an der Front und in der Heimat, die kein Hinterland mehr, sondern zunehmend Schauplatz eines selbst verschuldeten Bombenkrieges war. Warum haben sie für die Rüstung geschuftet? Warum über Jahre Nächte in Luftschutzkellern erduldet? Warum bis zum bitteren Ende Befehle befolgt, die sie in den Tod jagten? Was haben sie sich bei alledem gedacht, was erwartet, was erhofft? Solche Fragen stehen im Zentrum des Bandes. Die Geschichte von nicht ohne eigene Schuld missbrauchten Millionen

Christian Begass / Alican Sevim
Die Résistance
120 S., br., € 9,90
978-3-89438-627-6
Wie in anderen Ländern Europas entwickelte sich auch in Frankreich Widerstand gegen die deutsche Besatzungsmacht und gegen die Kollaboration. Der Triumph der deutschen Wehrmacht und die Besetzung führten zu einer der schwersten Identitätskrisen des Landes in seiner Geschichte. Es ging somit um mehr als nur um eine militärische Niederlage, es handelte sich um die umfassende politische und moralische Katastrophe einer Nation und um einen kompletten Zusammenbruch jedweder progressiven Perspektive. Doch zugleich markiert dies den Beginn der Résistance, des französischen Widerstands gegen die deutsche Okkupation und den Faschismus. Sie eröffnete den Weg zur Wiederbelebung eines demokratisch-republikanischen Frankreich nach der Befreiung. Christian Begass und Alican Sevim behandeln nicht nur die Résistance, sie stellen auch ausführlich deren Vorgeschichte in den 1930er Jahren dar und gehen der Frage nach, wie es überhaupt zur Katastrophe Frankreichs kommen konnte.
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