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Herbstreise  2021

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Von Krise zu Krise 
 Klassiker-Positionen
 Besondere Empfehlung

Aus dem Programm: 
ZITAT:
Im Jahre 1942 glich das besetzte Europa einer riesigen psychatrischen Klinik, die von Verrückten betrieben wurde, die die Menschen nach rassischen Stereotypen einteilten. Das unmittelbare Zentrum dieses Irrenhauses war der industrielle Vernichtungskomplex von Auschwitz, der von dem Naziarzt Heinz Thilo als anus mundi – der After der Welt – beschrieben wurde, ein Ausdruck, der genau die Besessenheit der Nazis wiedergibt, die Welt von dem zu säubern, was sie als menschlichen biologischen Abfall ansahen. Über 1.200 der … verschickten 1.300 holländischen und belgischen Gefangenen wurden vergast, die restlichen 96 schickte man auf den beschwerlichen Fußmarsch nach Monowitz. Bei ihrer Ankunft im Lager von Monowitz wurden sie ihrer Kleidung und Wertgegenstände beraubt, ihnen wurden die Köpfe kahlgeschoren, sie wurden geduscht und desinfiziert und mit der Lagerkleidung ausgestattet: grobe blau-weiß gestreifte Hemden und Hosen, die nicht vermochten, den schneidenden schlesischen Wind abzuhalten und nur einmal alle sechs bis acht Wochen gewechselt wurden. Danach wurden ihnen auf die Oberseite des linken Unterarms Identitätsnummern eintätowiert. Dabei wurde ohne jede Rücksicht auf Hygiene für alle Häftlinge dieselbe Nadel benutzt. Willi Berler erhielt die Nummer 117.476, Primo Levi die 174.517 und Leon Greenman die 98.288. Diese Zahlen vermitteln einen Eindruck von der riesigen Menge an betroffenen Menschen.
Einmal in das System eingespeist, waren die neuen Häftlinge gebrandmarktes Eigentum der IG Farben und des Dritten Reiches, das dazu bestimmt war, durch den anus mundi entsorgt zu werden, nachdem auch der letzte Rest an Wert aus ihnen heraus gequetscht worden war. Es gab kein Entkommen. Wie Paul Kozwara, der schlesische Kriminelle, den die SS zum Lagerältesten ernannt hatte, den Neuankömmlingen erzählte: » Aus einem KZ kommt man nicht raus. Der einzige Ausgang ist der Schornstein.«
[Seite 300ff] AUS DEM BUCH:

John Tully
Teufelsmilch
Eine Sozialgeschichte des Gummis
Jahrhunderte der Ausbeutung von Mensch und Natur
Aus dem Englischen von Klaus E. Lehmann
(Die englische Erstausgabe erschien 2011 unter dem Titel The devils’ milk.)
450 S.,  geb., €  29,80
978-3-89 900-144-0
Für die moderne Welt ist Gummi genauso wichtig wie Öl oder Stahl. Dies zeigt sich schon an der Bedeutung internationaler Großkonzerne wie Michelin, Firestone oder Goodyear, die den Weltmarkt genauso beherrschen wie die Öl- oder die Automobilkonzerne. Es erstaunt daher, dass es bislang keine größere kritische Geschichte dieses Rohstoffs und seiner Herstellung gab. Dabei war Kautschuk lange eine der wichtigsten Kolonialwaren, die in Indochina, Südamerika oder dem Kongo unter äußerst brutalen Bedingungen gefördert wurden. Auch Häftlinge der Nazis mussten in den Konzentrationslagern synthetischen Gummi für die IG Farben fertigen. »Teufelsmilch« zeigt beispielhaft, wie der Kapitalismus bei der Ausbeutung von Mensch und Natur keine Grenzen kennt. Dr. rer. pol. John Tully, geb. 1947, ist Dozent für Politik und Zeitgeschichte an der Victoria University in Melbourne (Australien). Unter anderem schrieb er eine Geschichte Kambodschas, sowie zwei Romane.
Inhalt:
Danksagungen
Vorwort. Wozu ein Buch über Gummi ?
Einleitung. Die Muskeln und Sehnen der Industriegesellschaft
I. Von der geheiligten Essenz des Lebens zu den Muskeln und Sehnen der Industriegesellschaft
1. Kautschuk in den mesoamerikanischen Zivilisationen
2. Kautschuk in der industriellen Revolution
3. Die dunkle Seite der Kautschuk-Revolution
II. Wilder Kautschuk: Eine primitive »Abbaumethode«
4. Der Kautschuk-Boom am Amazonas
5. Das Leben der Seringueiros [Kautschukzapfer]
6. Jenseits des Äquators gibt es keine Sünde«. Das Teufelsgewächs des Putumayo
7. Im Herzen der Finsternis: Kautschuk und Blut im Kongo
8. Guttapercha, Telegraphen, Imperialismus und Ökologie
III. Der Monopolkapitalismus in Akron
9. »Die Heimatstadt des Gummis«
10. Der IWW Streik von 1913 in Akron
11. Schwestern, Brüder, vereinigt euch! Die Gummiarbeiter-Gewerkschaft in Akron
IV. Die Hevea-Plantage: Agrarindustrie und Imperialismus
12. Der Triumph der Hevea-Plantage
13. Die Welt der Pflanzer
14. Die Diaspora der Kulis
15. Die Welt der Kulis
16. Kuli-Revolten
V. Synthetischer Kautschuk, Krieg und Autarkie
17. Der lange Weg nach Monowitz
18. Monowitz (Auschwitz III): »Ein Bollwerk des Deutschtums«
19. Der einzige Weg nach draußen führt durch den Schornstein
20. Der alliierte Kampf um Kautschuk während des Zweiten Weltkrieges
21. Krieg ist gut fürs Geschäft
Epilog – Kautschuk in der Nachkriegswelt
Anmerkungen
Bibliografie
Personenregister


NEUERSCHEINUNGEN:


John Bellamy Foster/Michael Löwy/Daniel Tanuro/Christian Zeller
Ökosozialismus
Positionen der Klassiker - Debatten heute
168 Seiten, br., 16,80 €
978-3-89 900-071-9
Die oberen zehn Prozent der Menschheit wirtschaften und leben, als hätten sie einen zweiten Planeten zur Verfügung. Der »Erdüberlastungstag« liegt inzwischen Mitte August. Die ökologische Krise schreitet immer rascher voran. Wissenschaftler haben ermittelt, dass der AmazonasRegenwald und die Taiga schon jetzt kein CO2 mehr aufnehmen, sondern CO2 abgeben. Können wir hinsichtlich möglicher Alternativen von den Klassikern (Marx, Engels, Benjamin, Mariátegui, Mandel) noch etwas lernen? Wie kann der Stoffwechsel Mensch-Natur ohne große Zerstörungen gestaltet werden? Und wie steht es um gegenwärtig diskutierte Ansätze wie »Degrowth« oder den »linken Green New Deal«?, wie er in Deutschland von Bernd Riexinger in seinem Buch »System Change« propagiert wird.
John Bellamy Foster ist Professor für Soziologie an der University of Oregon in Eugene. Er arbeitet und veröffentlicht zu den Themen politische Ökonomie und Umweltsoziologie und ist Herausgeber des marxistischen Magazins Monthly Review.
Michael Löwy ist Forschungsdirektor im Teilruhestand am CNRS (Centre national de recherches scientifiques) in Paris. 2016 erschien sein Buch Ökosozialismus. Die radikale Alternative zur ökologischen und kapitalistischen Katastrophe (Laika).
Daniel Tanuro ist Agraringenieur und Ökosozialist sowie Gründungsmitglied der belgischen NGO »Klima und soziale Gerechtigkeit«. 2015 erschien bei ISP sein Buch Klimakrise und Kapitalismus.
Christian Zeller lehrt Wirtschaftsgeographie und Global Studies an der Universität Salzburg. 2020 erschien sein Buch Revolution für das Klima. Warum wir eine ökosozialistische Alternative brauchen (oekom). Er steht für Buchvorstellungen zur Verfügung.


Paul B. Kleiser
Merkels Abgang
Von der Banken- zur Coronakrise
188 S., br., 19,80 €
978-3-89 900-158-7
 Nach langen sechzehn Jahren geht die Ära Angela Merkel zu Ende. Sie regierte in einer Zeit starker Krisen, angefangen von der Banken- und Finanzkrise ab 2007 mit dem Zusammenbruch vieler Banken im Gefolge der Pleite von Lehman Brothers, über die Eurokrise, den »Arabischen Frühling« und die Flüchtlinge 2015 bis hin zur Coronakrise ab Ende 2019. Nach langen sechzehn Jahren geht die Ära Angela Merkel zu Ende. Der frühere Bundesumweltminister Klaus Töpfer nannte sie »eine Karriere aus dem Nichts heraus«.
Als Merkel Nachfolgerin von Gerhard Schröder wurde, hätte niemand auf eine so lange Kanzlerschaft gewettet. Als im Jahre 2000 das Beben um die schwarzen Kassen den »schwarzen Riesen« aus der Pfalz in seiner Glaubwürdigkeit tief erschütterte, ergriff die Generalsekretärin Angela Merkel (Helmut Kohls »Mädchen«) die Gelegenheit und rechnete in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung mit den Praktiken der CDU ab. Jahrzehntelang hatte Kohl am Parteiengesetz vorbei Pfründe verteilt, ohne dass sie im Rechenschaftsbericht zum Vorschein kamen. Kohls »natürlicher Nachfolger« Wolfgang Schäuble, von 1984 bis 1989 Bundesminister für besondere Aufgaben und 1998 bis 2000 auch Parteivorsitzender der CDU, musste zurücktreten, weil er illegal Gelder des Waffenhändlers Schreiber angenommen hatte. Dadurch wurde der Weg für Angela Merkel als Parteichefin frei.

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Das Ende des »Bayernmythos« #KLEINE GESCHICHTE BAYERNS


Paul B. Kleiser
Der Heimathorst
oder Bayern ohne Lederhosen
2., erweiterte Auflage - Erweiterung: Streik der IG Metall im August 1954 in Bayern
180 S., br., € 19,80
978-3-89 900-155-6
In der Präambel der »weiß-blauen Grundsätze der Bayernpartei« kann man lesen: Bayern ist der älteste Staat des deutschen Sprachgebiets und einer der ältesten Staaten Europas. Das bayerische Volk hat ein echtes, ererbtes und gefestigtes Staatsbewusstsein. Aufgrund seiner Vielfalt und Traditionen haben die Bayern einen tiefen Grund, ihr Vaterland und ihre bairische, fränkische und schwäbische Heimat zu lieben. Die meisten Anhänger konservativer Parteien und Organisationen, vor allem der CSU, würden diesen Aussagen zustimmen und von 1000 Jahren bayrischem Staatswesens sprechen. Der große Oberpfälzer Historiker Karl Bosl nannte diese Position zu Recht eine »pseudohistorische Ideologie«. Die Mythenbildung ist in Bayern wohl wegen der langen Herrschaft der Wittelsbacher und wegen des katholischen Partikularismus besonders ausgeprägt. Das spezifische Sonderbewusstsein der Bayern entwickelte sich unter dem Eindruck der Reformen des Grafen Montgelas, der Befreiungskriege gegen Napoleon und der Kulturpolitik von König Ludwig I. erst langsam im Verlauf des 19. Jahrhunderts. Das Buch dekonstruiert den »Bayernmythos« und stellt ihm eine Geschichte der sozialen Kämpfe und Auseinandersetzungen bis heute entgegen. Es erklärt den Niedergang der CSU seit dem Scheitern der Wiederaufarbeitungsanlage in Wackersdorf und beleuchtet die gegenwärtigen Umbruchprozesse, die tendenziell der bayerischen Sonderstellung ein Ende bereiten. Paul B. Kleiser, geb. 1950 in Neustadt im Schwarzwald, Studium der Politischen Wissenschaften, Germanistik, Geschichte und Volkswirtschaft in Konstanz und München, Dozent der Erwachsenenbildung, Autor, Lektor und Übersetzer, politisch aktiv im Sozialforum München und im Bündnis gerechter Welthandel. Zuletzt erschienen bei ISP: Kleiser (Hrsg.), Griechenland im Würgegriff. Ein Land der EU-Peripherie wird zugerichtet (3. aktualisierte u. erweiterte Auflage 2015).

Wolfgang Alles
Für Einheitsfront gegen Faschismus
Zur Politik und Geschichte der Linken Opposition ab 1930
Aktualisierte Neuausgabe
Mit einem Vorwort von Prof. Dr. Hermann Weber und einem aktuellen Nachwort des Autors
200 S., br., € 24,80
978-3-89 900-001-6
Wolfgang Alles zeichnet mit seiner »Pionierleistung« (Prof. Dr. Hermann Weber) fundiert Politik und Geschichte der Linken Opposition der KPD ab 1930 nach. Die LO entwickelte eine realistische Alternative zu dem Versagen der Führungen von SPD, KPD und Gewerkschaften im Kampf gegen den Faschismus. Eine Alternative, deren Grundgedanken für den heutigen Kampf gegen die neuerliche faschistische Bedrohung sehr aktuell sind. Das Drama der deutschen Arbeiterbewegung im 20. Jahrhundert ist von zwei Eckdaten bestimmt – der blutigen Unterdrückung der Novemberrevolution 1918 und der Machtübergabe an die Nazis Anfang 1933. 1930 gründete sich die Linke Opposition der KPD (LO). Die Führungen von SPD, KPD und Gewerkschaften verstärkten damals die politische Spaltung und Lähmung der Arbeiterbewegung, statt eine Einheitsfront zu bilden. Ihre katastrophale Politik erlaubte die brutale Vernichtung aller Arbeiterorganisationen durch den Faschismus. Sie ermöglichte nicht nur den Sieg der Nazi-Diktatur in Deutschland, sondern auch die Festigung des stalinistischen Terrorregimes in der UdSSR. Wolfgang Alles zeichnet mit seiner »Pionierleistung« (Prof. Dr. Hermann Weber) fundiert Politik und Geschichte der Linken Opposition ab 1930 nach. Die LO entwickelte eine realistische Alternative zu dem durch ideologische Verblendung und materielle Privilegien verursachten Versagen der Führungen von SPD, KPD und Gewerkschaften. Eine Alternative, deren Grundgedanken für den heutigen Kampf gegen die neuerliche faschistische Bedrohung sehr aktuell sind. Das Wirken der Linken Opposition ist auch ein konkreter Beleg für die oft unterschätzte oder gar missachtete Funktion kleiner Organisationen. Wolfgang Alles, geb. 1953, studierte an den Universitäten Heidelberg und Mannheim Jura, Kunstgeschichte und Sozialwissenschaften. Nach dem Soziologie-Diplom Zivildienst und Ausbildung zum Werkzeugmacher. Langjähriges ehrenamtliches Engagement zur Verteidigung und Weiterentwicklung der Grund- und Menschenrechte sowie zum Schutz der Mitwelt. Zahlreiche Veröffentlichungen vor allem zu sozialen, gewerkschaftlichen, politischen und zeitgeschichtlichen Fragen.


Eric Mann
Transformatives Organizing
Ein Handbuch
7 Bausteine, 10 Rollen, 16 Fähigkeiten
Aus dem Amerikanischen von Violetta Bock und Michael Heldt
220 S., br., 19,80 €
978-3-89 900-151-8
Ein ermutigendes, inspirierendes und praktisches Buch. Durch einprägsame, konkrete Erzählungen und eine klare Strukturierung ermöglicht es, jetzt aktiv zu werden, und vermittelt Fähigkeiten, die wir brauchen, um die gesellschaftlichen Verhältnisse zum Tanzen zu bringen. Transformatives Organizing – ein Muss im Werkzeugkasten für alle, die den Kapitalismus überwinden wollen. Der Autor Eric Mann blickt systematisch auf seinen jahrzehntelangen Erfahrungsschatz als Organizer in den USA und den seiner Vorbilder zurück: aus der Bewegung für Bürgerrechte, der Gewerkschaftsarbeit, den Kämpfen für soziale, ökonomische Verbesserungen und gegen die Abwälzung der Folgen der Klimakatastrophe, bis hin zu den Rechten der LGBTQ. Dieses Buch ist ein Plädoyer, aus den Erfahrungen internationaler Bewegungen zu lernen und im Hier und Jetzt anzuwenden. Eric Mann, Jahrgang 1942, ist ein ehemaliger Organizer der US-Amerikanischen Bürgerrechtsorganisationen Congress of Racial Equality, Students for a Democratic Society und der Gewerkschaft United Auto Workers Union. Derzeit ist er Direktor des Labor Community Strategy Center in Los Angeles und Mitglied der Bus Riders Union und der Community Rights Campaign. Mann half dabei, die nationale Schule für strategisches Organizing aufzubauen, die einen ethnisch gemischten Stab von neuen Führungsfiguren ausbildet und trainiert. Er ist ebenfalls Mit-Moderator der Radiosendung Voices from the Frontlines. Daneben arbeitet er stets an der Weiterentwicklung seiner Theorie, Praxis und seines Organizing-Modells.

Ergun Aydinoglu
Die kurdische Bewegung in der Türkei
205 S., br., € 19,80
978-3-89 900-157-0
»Die kurdische Bewegung in der Türkei« beschäftigt sich vor allem mit dem Aufstieg der PKK (Arbeiterpartei Kurdistans) als einer bewaffneten Organisation sui generis in den 1980er Jahren und mit den Charakteristika ihrer politischen und organisatorischen Kultur. Sie ist um das »Charisma von Öcalan« herum aufgebaut und hat in fast vier Jahrzehnten zahlreiche Veränderungen durchgemacht. In dieser Zeit ist auch eine breite kurdische soziale Bewegung mit teilweise gespannten Beziehungen zur PKK entstanden. Das Buch legt einen Schwerpunkt auf den Friedensprozess, den die PKK mit dem türkischen Staat seit 1999 und der AKP-Regierung seit 2007 begonnen hat, in dem es von beiden Seiten zu zahlreichen taktischen Manövern kam. Außerdem geht es um die Politik, die programmatischen Beschränkungen und die Dilemmata der kurdischen Bewegung insgesamt, wie sie sich aus der autoritären politischen Kultur der PKK und der Schwäche der linken und demokratischen Bewegung in der Türkei ergeben. Es wird auch auf die Entwicklungen in der autonomen Kurdenregion Rojava in Nordsyrien und der Kurdenregion im Irak eingegangen. Ergun Aydinoglu, geb. 1948 in Eskisehir (Türkei), Dr. rer. Pol., ist Dozent für Politische Wissenschaften in Istanbul. Er engagierte sich seit den 1960er Jahren in sozialen Bewegungen und in den Gewerkschaften. Nach dem Staatsstreich des Militärs 1980 musste er fliehen und verbrachte 20 Jahre im Exil in Großbritannien und Frankreich. Nach seiner Rückkehr in die Türkei arbeitete er als Universitätsdozent. Er veröffentliche zahlreiche Arbeiten hauptsächlich zu den sozialen Bewegungen und der Entwicklung der Linken in der Türkei.
INHALT
Teil 1

Kapitel 1 : Der Kurdische Nationalismus in der Türkei vor 1980
 Der Fall "der 49" (1959)
 Der Putsch vom 27. Mai 1960 und die Kurden
 Die YTP (1961) : Die erste legale kurdische Partei in der Türkei Avant la Lettre?
 Kurdische Intellektuelle und politische Aktivisten in der politischen Atmosphäre der 1960er Jahre
 Auf dem Weg zur organisatorischen Unabhängigkeit
 Die Nachwirkungen von 1974: Das Entstehen der kurdischen Linken

Teil 2

Kapitel 2 : PKK (Partiya Karkerên Kurdîstan / Kurdische Arbeiterpartei)
 Die PKK als Späteinsteigerorganisation der Linken der 1970er Jahre
 Der Weg zur kurdischen Revolution – Ein Manifest
 Auf dem Weg zum bewaffneten Kampf
 Der 12. September 1980 und die Eröffnung der neuen Periode der PKK
 Der Wachstumsschub der PKK nach 1984
 ''Die Organisation von Führerschaft'' und die Entstehung von Öcalan's Charisma
 Öcalan und die PKK
 Öcalan und die kurdischen Massen
 Öcalans Charisma: Eine Herausforderung für die Forscher

Kapitel 3 : Eine Verschiebung im politischen Diskurs der PKK und das Entstehen legaler kurdischer Parteien
 Auf dem Weg zur Aufgabe der Perspektive eines “Vereinigten und Unabhängigen Kurdistan”
 Das PKK-Programm von 1995
 Unabhängige kurdische Aktivisten auf der politischen Bühne (1987)
 Allianz zwischen türkischen Mitte-Links- und kurdischen Politaktivisten
 Wahltaktiken legaler kurdischer Parteien
 Legale kurdische Parteien und kurdische Frauenbewegung

Teil 3

Kapitel 4 : Die neue Ära: Öcalan im Imrali-Inselgefängnis (1999)
 15. Februar 1999: Die Gefangennahme Öcalans
 In Richtung auf eine neuer Neuorientierung der PKK
 Die PKK und die Frage der Friedensverhandlungen
 Öcalans Prozess und seine Friedensoffensive
 Die Erwartungen des türkischen Staates an die Verhandlungen in Imrali
 Verhandlungen ohne Ergebnis: 1999-2001

Kapitel 5 : Das Jahr 2001 und seine Nachwirkungen
 Veränderte Parameter in der Kurdenpolitik des türkischen Staates
 Von der PKK zum Freiheits- und Demokratiekongress Kurdistans - KADEK (April 2002)
 Das Ende des unbenannten "Verhandlungsprozesses"
 November 2002: Der Wahlsieg der AKP
 Vom KADEK zum Volkskongress Kurdistans - KONGRA-GEL  (November 2003)
 Die Beziehungen Öcalan-Türkischer Staats und Verschwörungstheorien

Kapitel 6 : Öcalans theoretische Demonstration im Hinblick auf  die Neuausrichtung der PKK
 Öcalan und die Theorie
 Defending a People (In Verteidigung eines Volkes) (2004)
 Öcalans weitere Kritik an der PKK
 Fragen der Bürokratie in der PKK
 ''Bandenbildung'' in PKK

Kapitel 7 : In Richtung demokratischer Konföderalismus (2005)
 Nochmals ''Alle Teile Kurdistans''?
 Das neue Programm der PKK (2005)
 Die KCK-Charta: Ein weiteres neues Programm (2007)
 Demokratische Autonomie (2009)

Teil 4

Kapitel 8 : Erneut auf dem Weg zum Frieden
 Kurdisch Abgeordnete erneut im Parlament (2007)
 Legale kurdische Parteien und die Bündnispolitik der PKK
 Erdogan und die AKP: Neue Verhandlungspartner von Öcalan und der PKK
 ''Der Zwischenfall am Grenztor von Harbur'' (Oktober 2009)
 Neue Verhandlungen und Öcalans neue Friedensoffensive (Newroz 2013)
 Der Aufstand von Gezi (2013) und die kurdische Bewegung
 ''Eine Partei für die gesamte Türkei'' : die HDP (Demokratische Volkspartei)

Kapitel 9 : Der Friedensprozess und unvorgesehene Ungewissheiten  für die AKP (2013-2015)
 Neue Gegner der AKP-Regierung
 Die Gülen-Bewegung und die AKP
 Rojava: Der Aufstieg der PKK zum regionalen Akteur
 Unterschiedliche Betrachtungsweisen des Friedensprozesses innerhalb der AKP
 Die Konferenz im Dolmabahçe Palast (28. Februar 2015)
 Der Aufstieg von Selahattin Demirta? als neuer kurdischer politischer Führer

Kapitel 10 : Das Ende des Friedensprozesses
 Die AKP und der Friedensprozess
 Öcalan und der Friedensprozess
 Selahattin Demirta und der Friedensprozess
 Die Wahlen vom 7. Juni 2015 und die Rückkehr zur Kriegspolitik
 Die PKK und die Auswirkungen der Wahlen vom 7. Juni 2015

Schlussfolgerung




Ernest Mandel
Einführung in den Marxismus
239 S., br., 12,00 €
978-3-89900-004-7
Bert Brecht wusste es genau: Eine halbwegs komplette Kenntnis des Marxismus kostet heut, wie mir ein Kollege versichert hat, zwangtausend bis fünfundzwanzigtausend Goldmark und das ist dann ohne die Schikanen. Drunter kriegen Sie nichts Richtiges, höchstens so einen minderwertigen Marxismus ohne Hegel oder einen, wo der Ricardo fehlt usw."Die hier vorliegende Einführung in den Marxismus von Ernest Mandel liegt nicht nur beträchtlich unter diesen Preisvorstellungen; sie bietet insbesondere einen umfassenden ersten Einblick in Theorie und Praxis des Marxismus – den historischen Materialismus, die marxistische Wirtschaftstheorie, die Geschichte der Arbeiterbewegung und die wichtigsten taktischen und strategischen Probleme der Arbeiterbewegung in unserer Zeit.



Reiner Tosstorff
Die POUM in der spanischen Revolution
Die Rolle der Partido Obrero de Unificación Marxista in der Revolution und im Bürgerkrieg in Spanien 1936-1939
3., erweiterte Auflage  2020
184 Seiten, br., € 17,80
978-3-89900-118-1
Die revolutionäre Entwicklung nach Ausbruch des spanischen Bürgerkriegs und die Auseinandersetzungen auf der Linken darum sind vor allem durch George Orwells Buch Mein Katalonien und Ken Loachs Film ,,Land and Freedom" bekannt. Die Sowjetunion unter Stalin griff vor allem die POUM („Arbeiterpartei der marxistischen Einigung") an. Sie war von Kräften gegründet worden, die aus der KP als „Trotzkisten" und „Abweichler" ausgeschlossen worden waren. Im Juni 1937 ließ der sowjetische Geheimdienst nach Kämpfen in Barcelona ihre Führung verhaften. Ihr Sekretär Nin wurde ermordet. Als Folge wurde der Kampf gegen Franco geschwächt. Der Band vereinigt neuere Aufsätze und Auszüge aus einer vergriffenen Darstellung des Autors und berücksichtigt neueste Erkenntnisse nach Öffnung der sowjetischen Archive.

Die jugoslawische Arbeiterselbstverwaltung - Licht und Schatten
Herausgegeben von Paul Michel mit Beiträgen von Jean-Arnault Derns, Catherine Samary und Paul Michel
146 S., br., € 14, 80
978-3-89900-156-3
Die jugoslawische Arbeiterselbstverwaltung und die damit verbundene Selbstverwaltung in den Kommunen sind heutzutage fast vergessen. In den 1950er und 1960e Jahren war das Projekt, das die jugoslawischen Kommunisten »erfunden« hatten, nach dem sie 1948 von Stalin exkommuniziert worden waren, in aller Munde. Die Beiträge von Jean-Arnault Drens, Catherine Samary und Paul Michel rufen die Bemühungen der 1950er und 1960er Jahre in unser Gedächtnis zurück, in Jugoslawien einen Sozialismus zu schaffen, in dem die Menschen an der Basis, in den Betrieben und Gemeinden, das Heft selbst in die Hand nehmen. Im neuen System der Arbeiterselbstverwaltung wirkten von Beginn an neben diesen emanzipatorischen Ansätzen die Kräfte des Marktes als Destruktivkräfte: Die ihnen innewohnende Dynamik wurde nicht eingedämmt, sondern gefördert und konnte sich immer ungehemmter entfalten. Das Buch zeichnet Licht und Schatten in den realen gesellschaftlichen Experimenten der 1950er Jahre nach, die widersprüchlich, chaotisch und innovativ waren und in den 1960e Jahren der jugoslawischen Führung eine grundsätzliche Weichenstellung aufzwangen. Die Erfahrungen mit der Arbeiterselbstverwaltung in Jugoslawien vermögen Denkanstöße zur nach wie vor ausstehenden »Neuvermessung der Utopie» geben. Sie geben aber auch einen Eindruck davon, welche Abgründe sich beim Beschreiten dieses Wegs auftun können.
Jean-Arnault Drens, geb. 1968, ist Historiker und Journalist. Er gilt als Experte für die Balkanländer und hat zahlreiche Bücher dazu veröffentlicht. Er ist Chefredakteur der Informationsplattform Courrier des Balkons. Catherine Samary, geb. 1945, ist Sozialwissenschaftlerin. Sie war bis zu ihrer Pensionierung Professorin an der Dauphine Universität in Paris. Sie ist Autorin zahlreicher Bücher und Aufsätze zu Jugoslawien u. a. in Le Monde Diplomatique. Sie ist Mitglied der IV. Internationale und im wissenschaftlichen Beirat von ATTAC. Paul Michel, geb. 1953, Studium der Anglistik und Geschichte in Würzburg. Tätigkeit im lT-Bereich der Telekom, lange Jahre Betriebsrat, Mitglied im ver.di-Ortsvorstand Schwäbisch Hall, aktiv gegen Stuttgart 21. Er ist Autor der Sozialistischen Zeitung (SoZ) in Köln. Als Herausgeber steht er für Buchvorstellungen zur Verfügung.

Daniel Bensaïd
Der unzeitgemäße Marx
Glanz und Elend eines kritischen Abenteuers im 19. und 20. Jahrhundert
424 S., geb., € 29,80
978-3-89 900-154-9
Der unzeitgemäße Marx ist eine Herausforderung: 1995 erschienen, will Daniel Bensaïd nach dem Ende des Realsozialismus Marx von seinen dogmatischen und orthodoxen Gespenstern befreien. Er legt die theoretische Kohärenz seines kritischen Denkens frei und macht seine Aktualität deutlich: denn hat der Warenfetischismus nicht den ganzen Planeten erfasst? Bensaïd geht mit einer negativen Dialektik vor und analysiert zunächst, was das Marx’sche Denken nicht darstellt: keine Philosophie vom Ende der Geschichte, noch eine empirische Klassensoziologie, die den unwiderruflichen Sieg des Proletariats ankündigt, noch eine Wissenschaft des Fortschritts. Marx’ drei Kritiken: der historischen Vernunft, der ökonomischen Vernunft und des wissenschaftlichen Positivismus gehen aufeinander ein und ergänzen sich. Der Autor liest Marx neu und interpretiert seine Theorie als Antworten auf gegenwärtige Fragen über den Sinn der Geschichte, die Repräsentation der Zeit, das Verhältnis zwischen den sozialen Widersprüchen und anderen Konflikten wie Gender, Nationalismus, Religion. Der philosophisch-literarische Text misst die zeitgenössische MarxRezeption an Marx’ Theorie. Der französische Theoretiker und Aktivist Daniel Bensaïd ( 1946 – 2010 ) ist in Deutschland fast unbekannt. Dabei gehörte er in Frankreich zu den zentralen Personen der radikalen Linken. Er lehrte Philosophie an der Universität Paris 8 und war Mitbegründer der NPA (Neue antikapitalistische Partei). »Bensa«, wie ihn seine Genossen nannten, war ein beschwingter Philosoph, der den Marxismus auf subjektivistischer Grundlage fortschrieb, ein unermüdlicher Aktivist, der an allen politischen und sozialen Auseinandersetzungen angefangen bei den Mobilisierungen gegen den Algerienkrieg über den Mai 68 bis in seine letzten Lebensmonate beteiligt war. Ebenso war er ein poetischer Schriftsteller, dessen Texte alle Genregrenzen durchbrechen. Darüber hinaus gilt Bensaïd als einer der originellsten und subtilsten Denker seiner Zeit.

Reihe Wissenschaft & Forschung  Band 19

Julijana Ranc
Trotzki und die Literaten
Literaturkritik eines Außenseiters
220 S., br., € 22,00
978-3-89 900-019-1
Die bislang einzige umfassende Studie über Trotzkis Essayistik zeigt den berühmten Revolutionär, Politiker und Schriftsteller von einer nahezu unbekannten Seite. Mit der Analyse exemplarischer, teilweise noch unveröffentlichter Texte aus verschiedenen Phasen seiner politsch-literarischen Praxis wird die undogmatische Außenseiterposition Trotzkis nachgezeichnet: – Des jungen, nach Sibirien verbannten Marxisten (1900 - 1902), der sich sukzessive die Literaturkritik als schriftstellerisches Erprobungsfeld erobert; – des Bohémiens, der sich in Wien (1907-1914) mit Literaten ebenso leidenschaftlich auseinandersetzt wie mit Austromarxisten und Psychoanalytikern; – des sowjetischen Politikers (1917- 1925), der die Unabhängigkeit der Kunst von allen Parteidirektiven fordert; – und schließlich des entmachteten Exilanten (1927-1940), der mit André Breton ein antitotalitäres Manifest für eine freie, revolutionäre Kunst verfasst. Julijana Ranc, Jahrgang 1955, studierte Germanistik, Philosophie und Soziologie und promovierte mit einer Arbeit über Alexandra Ramm-Pfemfert, der Übersetzerin Trotzkis ins Deutsche, und ihrer Korrespondenz mit Trotzki; sie ist Mitherausgeberin der ersten deutschen Gesamtausgabe von Trotzkis literaturkritischen Essays (Trotzki Schriften, Bde. 4.1 und 4.2, in Vorbereitung).

Enzo Traverso
Die neuen Gesichter des Faschismus
Identitätspolitik, Antisemitismus und Islamophobie
Gespräche mit Régis Meyran
176 S., geb., € 17.80
978-3-89 900-153-2
Fast überall in Europa sind neue rechtsradikale Bewegungen und Parteien entstanden, die teilweise über erheblichen Massenanhang verfügen. Da ihre Ideologie und Praxis im Unterschied zu ihren historischen Vorläufern weniger die gewaltsame Überwindung des Systems zum Ziel hat, sondern sie es von Innen autoritär umbauen wollen, reden die Medien häufig von Rechtspopulisten. Sie sind eine Sumpfpflanze der neoliberalen Globalisierung und der damit verbundenen heftigen sozialen Erschütterungen. Als Feinde werden diesmal weniger die Juden als vielmehr die Migranten und Geflüchteten ausgemacht, zumal wenn sie aus muslimischen Ländern kommen. Überhaupt prägt die Islamfeindlichkeit die neuen europäischen Nationalismen. Im zweiten Teil des Buches beschäftigt sich der Autor mit der Ideologie und Politik des Islamismus und des Islamischen Staates. Diskutiert wird die Frage, welches die Ähnlichkeiten und die Unterschiede zum Faschismus und zu den neuen rechtsradikalen Parteien und Bewegungen sind. Enzo Traverso, geb. 1957 in Gavi (Piemont), war längere Zeit Professor für Zeitgeschichte an der Universität der Picardie in Amiens. Inzwischen unterrichtet er an der Cornell University in Ithaka, New York.

Ernest Mandel
Karl Marx
Die Aktualität seines Werkes
191 S., geb., € 17.80
978-3-89 900-152-5
Durch die weltweite Wirtschafts- und Finanzkrise 2008 ist das Vertrauen in einen krisenfesten Kapitalismus
stark erschüttert worden. Die vorherrschende neoliberale Wirtschafts- und Gesellschaftspolitik hat
die soziale Ungleichheit überall auf der Welt weiter vertieft:
• Die 8 Reichsten haben soviel wie die ärmere Hälfte der Menschheit • 1 % der Weltbevölkerung besitzt die Hälfte des Weltvermögens • 147 Konzerne beherrschen die Weltwirtschaft: Karl Marx‘ Analyse der Bewegungsgesetze des Kapitalismus in seinen Schriften zur »Kritik der Politischen Ökonomie« ist aktueller denn je, die Suche nach einer anderen, solidarischen Welt jenseits des globalisierten Kapitalismus ist wieder auf der Tagesordnung. Ernest Mandel untersucht die Aktualität des Werkes von Karl Marx anhand folgender Themen: • Karl Marx‘ ökonomische Theorie – eine Zwischenbilanz nach 100 Jahren • Emanzipation, Wissenschaft und Politik bei Karl Marx • Die zentrale Stellung des revolutionären Potentials der Arbeiterklasse im Denken von Karl Marx • Warenproduktion und Bürokratie bei Marx und Engels – Theoretische Grundlagen der marxistischen Erklärung der Sowjetunion • Marx, Engels und die Ökologie. Ernest Mandel (1923-1995) war einer der herausragenden marxistischen Wirt­chaftswissenschaftler und führendes Mitglied der IV. Internationale. Seit 1939 war er in der belgischen Arbeiterbewegung und dann im Widerstand gegen die deutsche Besatzung aktiv. Von 1954 bis 1963 war er Mitglied der Wirtschaftskommission des belgischen Gewerkschaftsbundes FGTB. Bereits Professor an der Universität Brüssel, verhinderte 1972 der damalige Innenminister Genscher die Berufung Mandels zum Professor für Politische Ökonomie an die FU Berlin durch ein Einreiseverbot in die BRD.


Karl Voßkühler
Substanz und Differenz
Ein Gegenentwurf zu Ernesto Laclau und Chantal Mouffe
249 S., geb., € 29.80
978-3-89 900-026-9
Der Kapitalismus befindet sich seit 2008 in einer Systemkrise. Trotzdem neigen hegemoniale Diskurse der politischen Linken dazu, die Kritik der Politischen Ökonomie ihrer kritischen Substanz zu berauben. So auch der Postfundationalismus. Die Postfundationalisten Ernesto Laclau und Chantal Mouffe (Hauptwerk: Hegemonie und radikale Demokratie) bestreiten, dass es einen Wesenskern des Kapitalismus gibt. Sie halten es für unmöglich, dass ein politisches Subjekt zu einer Emanzipation durchbrechen könnte. Alle „großen Erzählungen“ träumten letztlich den „totalitären Traum“. Jeder Versuch, eine politische Entscheidung herbeizuführen, sei ein zum Scheitern verurteilter Versuch einer „Schließung des Sozialen“. Dieses Buch kritisiert, dass die postfundationalistische Subjektkritik das „automatische Subjekt“ (Marx) – also das Kapital – völlig übersieht, zu dessen Gunsten das „Soziale“ tatsächlich „geschlossen“ ist. Demokratie, wenn man sie ernst nimmt, sollte gegen den Kapitalismus gesetzt werden. Nur im „Verein freier Menschen“ (Marx) wäre sie „radikal“.
Karl Voßkühler, geboren 1981 in Wiesbaden. Studium der Politikwissenschaft, Philosophie und Psychoanalyse in Frankfurt/Main. Promotion im Fach Politikwissenschaft ebenfalls in Frankfurt. Anschließend pädagogisches Studium und Lehrtätigkeit. Langjährig im Landesvorstand der Partei Die LINKE in Rheinland-Pfalz. Stipendiat der Rosa-Luxemburg-Stiftung.

Marxistische Stalinismuskritik im 20. Jahrhundert
Eine Anthologie herausgegeben von Christoph Jünke
616 S., geb., € 29.80
978-3-89900-150-1
Hat sich die Russische Revolution 1917 im Stalinismus bis zur Kenntlichkeit oder bis zur Unkenntlichkeit verändert? Ist die Entwicklungsgeschichte von Lenin zu Stalin eine Geschichte des Bruchs oder der Kontinuität? Nicht zu bestreiten ist jedenfalls, dass das, was wie ein Alp auf den Hirnen auch unserer Gegenwart lastet, seine schärfsten Kritiker schon damals vor allem von links gefunden hat. Die vorliegende Anthologie dokumentiert erstmals umfassend die großen Linien dieser marxistischen Stalinismus-Kritik im 20. Jahrhundert. Einführend und vertiefend zugleich behandeln die hier dokumentierten Texte die Fragen nach der historischen Entstehung des Stalinismus, nach den Widersprüchen und dem Charakter sowohl der Russischen Revolution von 1917 wie der daraus entstandenen »real-sozialistischen« Gesellschaftsformationen, nach dem Klassencharakter der Regime wie nach dem Verhältnis von stalinistischer Legitimationsideologie und marxistischer Theorietradition. Und sie zeigen auf, dass und warum der sich im Stalinismus so verhängnisvoll manifestierende bürokratische »Sozialismus« einen Bruch mit emanzipativen Sozialismus-Formen und der aufgeklärten marxistischen Gesellschaftswissenschaft darstellt – und welche politisch-theoretischen Konsequenzen dies für eine antistalinistische Theorie und Praxis sozialistischer Bewegungen hat.
REZENSION:https://www.marx21.de/sammelband-juenke-stalinismus-kritik/


Cinzia Arruzza
Feminismus und Marxismus
Eine Einführung
140 Seiten, 14,80 €
978-3-89900-070-2
Die Frauen- und die Arbeiterbewegung blicken auf eine wechselseitige Geschichte aus Allianzen, verpassten Gelegenheiten, offener Feindseligkeit, Annäherung und Entfremdung zurück. Als Produkt der bürgerlichen Revolutionen kam der Feminismus recht bald mit den sozialen Bewegungen und Umwälzungen in Berührung. Durch sie wurden jeweils neue demokratische Freiräume geschaffen, die es den Frauen ermöglicht haben, bis dahin unbekannte Rechte zu erlangen, öffentlich das Wort zu ergreifen und sich am politischen Leben zu beteiligen. Als die erdrückenden Mauern jahrtausendelanger Unterdrückung Risse bekommen hatten, lernten die Frauen, sich als solche zu organisieren und unabhängig für ihre Befreiung zu kämpfen. Dieser Prozess verlief freilich nicht ohne Widersprüche, sondern stieß vielmehr häufig auf Geringschätzung und Misstrauen unter den Organisationen der traditionellen Arbeiterbewegung und der Neuen Linken. Die Folgen daraus waren unterschiedlich und reichten vom mühseligen Unterfangen, die schwierigen Beziehungen aufrechtzuerhalten, bis hin zu regelrechten Zerwürfnissen. Diese wechselvolle Dynamik spiegelte sich auch auf dem Feld der Theorie wider. Auf der Suche nach Antworten entwickelten die Vordenkerinnen der Frauenbefreiung die unterschiedlichsten Vorstellungen über das Verhältnis zwischen Geschlecht und Klasse und zwischen Patriarchat und Kapitalismus. Cinzia Arruzza, 1976 in Messina geboren, ist eine feministische und sozialistische Aktivistin und Universitätsdozentin. Sie ist Assistenzprofessorin für Philosophie an New School for Social Research in New York. Ihre Forschungsschwerpunkte sind: Philosophie und politisches Denken in der Antike, Neoplatonismus, Gender und soziale Reproduktion. 


Leo Trotzki
Revolution und Bürgerkrieg in Spanien 1931-1939
überarbeitete, erweiterte und aktualisierte Neu-Ausgabe mit einer Einleitung von Les Evans
und einem Beitrag von Reiner Tosstorff: Die POUM – Achse einer neuen Internationale?
Mit einer Karte von Spanien, Verzeichnis der spanischen Organisationen und Zeitungen,
Abkürzungsverzeichnis, Auswahlbibliografie, Zeittafel und Personenregister
512 S., geb., 29,80 €
978-3-89 900-149-5
89 Texte von Leo Trotzki zur spanischen Revolution aus den Jahren 1931-1940 und zusätzlich die Korrespondenz Trotzki-Nin
Teil I: Von der Monarchie zur Republik
(1). Aufgaben der spanischen Kommunisten (25. Mai 1930)
(6) Die Revolution in Spanien (24. Januar1931)
(10) Berenguers Rücktritt (15. Februar 1931)
Teil II: Von der Republik zum Bürgerkrieg
(13) Die Zehn Gebote der spanischen Kommunisten (15. April 1931)
(17) Der progressive Charakter des katalanischen Nationalismus (17. Mai 1931)
(19) Die spanische Revolution und die ihr drohenden Gefahren (28. Mai 1931)
(22) Der Charakter der Revolution (18. Juni 1931)
(23) »Nieder mit Zamora-Maura!« (24. Juni 1931)
(25) Die Wahlergebnisse und die sich daraus ergebende Taktik (1. Juli 1931)
(27) Die nationale Frage in Katalonien (13. Juli 1931)
(29) Die Rolle von Streiks in einer Revolution (2. August  1931)
(30). Weiteres über Sowjets und das ,»Balkanisierungs«-Argument (1. September 1931)
(35) Schreiben an die Konferenz der spanischen Linken Opposition (7. März 1932)
(36) Die internationalen Beziehungen der spanischen Sektion (7. März 1932)
(38) Die spanischen Kornilows und die spanischen Stalinisten ( 20. September 1932)
(39) Der Zustand der Linken Opposition (16. Dezember 1932)
(40) Probleme der spanischen Opposition (Dezember 1932)
(42) Brief an alle Mitglieder der spanischen Linken Opposition (24. April 1933)
(43) Das unzulässige Verhalten des Genossen Nin (10. August 1933)
(45) Die Folgen des parlamentarischen Reformismus (9. November 1934)
(48). Der Verrat der spanischen »Arbeiterpartei für Marxistische Vereinigung« (23. Januar 1936)
(49) Aufgaben der Vierten Internationale in Spanien (12. April 1936)
(50) Ist eine Versöhnung mit Nin möglich ? I (3. Juni 1936)
(52) Die POUM und die Volksfront (16. Juli 1936)
Teil III: Der Bürgerkrieg
(53) Die Volksfront im Bürgerkrieg (Juli 1936)
(56) Die spanische Lehre (30. Juli 1936)
(61) Die geplante Barcelona-Konferenz (20. März 1937)
(63) Revolutionäre Strategie im Bürgerkrieg (14. April 1937)
(64) Ist in Spanien ein Sieg möglich? (23. April 1937)
(65) Der Aufstand in Barcelona (12. Mai 1937)
(66) Der Mord an Andrés Nin durch die Agenten der GPU (8. August 1937)
(68) Erprobung der Ideen und Individuen durch die Erfahrung der spanischen Revolution (24. August 1937)
(69) Antworten auf einige Fragen, die spanische Lage betreffend (14. September 1937)
(71) Über die »Ultralinken« im allgemeinen und die unheilbaren im besonderen (28. September1937)
(73) Hilfe für die spanischen Opfer von Stalin-Negrin (6. Oktober 1937)
(74) Über den revolutionären Kalender (22. Oktober 1937)
(75) Die spanische Lehre: eine letzte Warnung (17. Dezember 1937)
(80) Imperialistische Mysterienspiele (4. März 1939)
(81). Noch einmal über die Ursachen der Niederlage in Spanien (4. März 1939)
(82) Die Schuld des Linkszentrismus (10. März 1939)
(86) Die konterrevolutionäre Rolle des Kreml (1. Juli 1939)
(88) Kein Vertrauen in die Negrin-Regierung (24. Januar 1940)
(89). Klasse, Partei und Führung (20. August 1940)
Anhang: Die Trotzki-Nin-Korrespondenz

Griechenland im Würgegriff
Ein Land der EU-Peripherie wird zugerichtet
Herausgegeben von Paul B. Kleiser mit Beiträgen von Georgia Bekridaki, Paul B. Kleiser, Martin Klingner und Jan Krüger, Paul Michel, Panos Petrou, Dimitris Psarras, Nadja Rakowitz, Karl Heinz Roth, Christos Sideris und Charles-André Udry. Dritte, aktualisierte  und erweiterte Auflage
224 S., Br., € 19,80
978-3-89900-148-8
Seit einiger Zeit steht Griechenland am Rande der Staatspleite, und dies trotz einer brutalen Sparpolitik, die die Einkommen der abhängig Beschäftigten um mehr als 30 Prozent reduziert hat. Gleichzeitig hat die Arbeitslosigkeit alle Rekorde gebrochen, Armut und Elend breiten sich aus. Das Land steht unter der Kuratel der „Troika“ aus IWF, EZB und Europäischer Kommission; seine Finanzen werden von „Spezialisten“ aus verschiedenen EU-Ländern überwacht. Das Buch untersucht die historischen Besonderheiten eines Landes der europäischen Peripherie, vor allem die Nachwirkungen von tausend Jahren Byzanz und 400 Jahren osmanischer Herrschaft. Es berichtet von den Verbrechen der deutschen Wehrmacht und den langjährigen Folgen des von der Linken verlorenen Bürgerkriegs. Die Rolle der mächtigen Reeder und der Banker Griechenlands wird herausgearbeitet. Es analysiert den krisenbedingten Aufstieg der neofaschistischen „Goldenen Morgenröte“. Und es gibt einen Überblick über die Ansätze und Versuche der Gegenwehr gegen die Massenverarmung und der Selbstorganisation, vor allem im Bereich der Lebensmittelversorgung und im daniederliegenden Gesundheitswesen.

Christos Laskos /Euclid Tsakalotos
Brennpunkt Griechenland
Krise, Eurozone und die Weltwirtschaft
Aus dem Englischen von Klaus E. Lehmann
200 S., br., 19,80 €
978-3-89 900-147-1
In den meisten Darstellungen wird die Krise in Griechenland auf innere Faktoren zurückgeführt: Die Reichen weigern sich, Steuern zu zahlen, seit langem herrscht in Griechenland ein weitreichendes System des Klientelismus, es gibt eine enge Beziehung zwischen dem Staat, den großen Parteien und den verschiedenen Interessengruppen. Daraus wird geschlossen, die griechische Gesellschaft tendiere dazu, mehr zu konsumieren als zu produzieren; sie habe eben „über ihre Verhältnisse gelebt“. Griechenland habe die seit den 1980er Jahren fast überall durchgeführten (neoliberalen) Struktur-Reformen verschlafen und seinen ineffizienten Staat, seinen unflexiblen Arbeitsmarkt und seine zahlreichen, die Freiheit der „Marktteilnehmer“ einschränkenden Regulierungen beibehalten. Abgesehen davon, dass ein relativ plötzlich einsetzendes Ereignis wie der tiefe Fall des Bruttoinlandsproduktes in Griechenland nicht mit langwirkenden Strukturen und Verhaltensweisen erklärt werden kann, zeigen Christos Laskos und Euclid Tsakalotos auf, dass seit geraumer Zeit Griechenland dabei war, ein ganzes Set von neoliberalen „Reformen“ umzusetzen und dass die Krise gerade mit dieser neoliberalen Politik in der Weltwirtschaft und der EU zu tun hat. Christos Laskos ist Ökonom, Lehrer und Mitglied des politischen Sekretariats der griechischen Linkspartei Syriza. Euclid Tsakalotos ist Professor für Wirtschaftswissenschaften an der Universität Athen und inzwischen stellvertretender Minister für die wirtschaftlichen Beziehungen mit dem Ausland. Christos Laskos und Euclid Tsakalotos gehören dem Zentralkomitee von Syriza an. Sie haben mehrere Bücher und Artikel zur Widerlegung der gängigen Vorurteile über die griechische Krise verfasst.
DVD:

Strike Bike
Eine Belegschaft wird rebellisch
Ein Film von Robert Pritzkow, Laines Rumpff und Jan Weiser
DVD,  45 Minuten,  € 12,80 (fPr.)
978-3-89900-128-0
Voller Wut im Bauch besetzte die Belegschaft der Fahrradfabrik Bike Systems in Nordhausen am 10. Juli 2007 ihren Betrieb. Mit dem Beschluss des neuen Eigentümers, das Werk an diesem Tag komplett zu schließen, hatten sich die 135 Frauen und Männer in Thüringen zunächst schon fast abgefunden. Als ihnen die Geschäftsführung an diesem Tag aber auch noch mitteilte, dass Lone Star nicht mal mehr die Abfindungen und die ausstehenden Löhne bezahlen wollte, war das Maß voll.
Die vorher nicht als kämpferisch aufgefallenen Arbeiterinnen und Arbeiter errichteten auf dem Gelände ein großes Zelt, stellten Feuerkörbe auf, hielten am Werkstor Wache und verließen seitdem den Hof nicht mehr. Was folgte, war eine 115 Tage andauernde Betriebsversammlung. Die Belegschaft knüpfte Kontakte, veranstaltete Demos und Feste, um auf ihre Situation aufmerksam zu machen. In dieser Zeit schwappte den Unermüdlichen aus Thüringen eine riesige Welle der Solidarität entgegen. Sogar aus dem Ausland trafen Grußbotschaften ein und vor Ort war es den Menschen sympathisch, dass die Kolleginnen und Kollegen ihre Abwicklung nicht einfach tatenlos hinnahmen.
Als Höhepunkt organisierten die Streikenden noch einmal eine Fahrrad-Produktion. Die 1.800 roten "Strike Bikes" stellten sie in Eigenregie in ihrem Betrieb her. Sie wollten zeigen, dass sie noch zu etwas nützlich sind - auch wenn Lone Star das anders sah. Sie machten deutlich, welch unsinnige Verschwendung von Wissen und materiellen Ressourcen ihr Arbeitsplatzabbau darstellt und bewiesen ganz nebenbei, dass sie gar keinen Chef brauchen, um ihr Produkt herzustellen.
Im Zentrum der Dokumentation "Strike Bike - Eine Belegschaft wird rebellisch" stehen die Arbeiterinnen und Arbeiter von Bike Systems. Sie kommen selbst zu Wort und erzählen ihre Geschichte. Sie berichten über die Schwierigkeit, eine Betriebsbesetzung zu organisieren, und wie die Idee geboren wurde, ein Fahrrad zu produzieren. Ebenso geben sie Auskunft darüber, warum zunächst einmal nach nur einer Woche wieder Schluss war. Was am Ende bleibt, ist die außergewöhnliche Erfahrung, die die KollegInnen gemeinsam gesammelt haben - und ein rotes Fahrrad, das beweist, dass eine Selbstverwaltung der Produktion funktionieren kann.

Von jeder verkauften DVD geht 1 € an die Belegschaft von Strike-Bike

Trailer strike bike [Kurzfassung der DVD]

Link: http://www.strike-bike.de

Werbemittel zur DVD über "neuer.isp.verlag@t-online.de" bestellbar!


Daniel Tanuro
Klimakrise und Kapitalismus
Aus dem Französischen von Paul B. Kleiser
200 Seiten, ca. 19,80 €
978-3-89 900-146-4
Gut zweihundert Jahre einer auf immer größere Ausweitung der Produktion basierenden Wirtschaft haben die Erde an den Rand einer Klimakatastrophe geführt, die tendenziell das Überleben eines erheblichen Teils der Menschheit gefährdet. Der von der UNO eingesetzte Weltklimarat hat in mehreren Berichten festgehalten, dass – wenn es nicht gelingt, den Temperaturanstieg bis zum Ende dieses Jahrhunderts auf etwa zwei Grad zu begrenzen –, der Globus von unabsehbaren klimatischen und sozialen Katastrophen bedroht ist. Bereits heute gibt es Millionen von Klimaflüchtlingen; eine Reihe von Inselstaaten ist aufgrund des Anstiegs des Meeresniveaus vom Untergang bedroht. Daniel Tanuro zeigt auf, dass der Kapitalismus strukturell an das Wirtschaftswachstum gebunden ist und dass es den Regierungen – trotz aller Beteuerungen, auf „grüne“ Energien umzusteigen -, nicht gelingt, den Ausstoß von Treibhausgasen zu reduzieren. Er tritt für die Entwicklung eines ökosozialistischen Projektes ein, in dem die Erzeugung von Energie der kapitalistischen Profitlogik entzogen wird. Nur so kann es gelingen, den Umstieg auf erneuerbare Energien zu schaffen und gleichzeitig ein Programm sozialer Gerechtigkeit zu verwirklichen. Daniel Tanuro (Jahrgang 1954) ist Agraringenieur und Ökosozialist sowie Gründungsmitglied der belgischen NGO „Klima und soziale Gerechtigkeit“. Er hat zahlreiche Artikel zu dem Verhältnis von Marxismus und Ökologie sowie zu klimapolitischen Fragestellungen geschrieben.

Enzo Traverso
Geschichte als Schlachtfeld
Zur Interpretation der Gewalt des 20. Jahrhunderts
Aus dem Französischen von Paul B. Kleiser und Ulla Varchmin
256 Seiten, br., 22,00 €
978-3-89 900-143-3
Mit dem Fall der Mauer und der Auflösung des Ostblocks 1989 ging das „kurze 20. Jahrhundert“ zu Ende, das mit dem Ersten Weltkrieg begonnen hatte. Da die Geschichtsschreibung bis dahin im Westen sehr stark vom Antikommunismus und Eurozentrismus geprägt war, sah sie sich gezwungen, ihre Paradigmen zu hinterfragen, ihre Methoden zu überprüfen und ihre Periodisierungen oder Unterteilungen in Zeitabschnitte zu revidieren. Die Globalisierung trug dazu bei, dass über Europa hinaus wirkende wirtschaftliche und kulturelle Netze und Zusammenhänge stärker in den Vordergrund traten. Enzo Traverso beschäftigt sich vor allem mit den Ansätzen und Interpretationen des 20. Jahrhunderts von Giorgio Agamben, Hannah Arendt, Walter Benjamin, Martin Broszat, Michel Foucault, Saul Friedländer, François Furet, Eric Hobsbawm, Jürgen Osterhammel, Zeev Sternhell usw. Er kritisiert eine Geschichtsschreibung, die der Ideologie der Sieger folgt; in der Nachfolge Walter Benjamins plädiert er für die Perspektive der vorläufigen Verlierer. Enzo Traverso, geb. 1957 in Gavi (Piemont), ist Professor für Politische Wissenschaften und Zeitgeschichte an der Cornell University in New York. Er gilt als einer der internationalen Spezialisten für die Weltkriege und den Holocaust. Seine Werke wurden in gut einem Dutzend Sprachen veröffentlicht. Auf deutsch liegen u. a. vor: Auschwitz denken. Die Intellektuellen und die Shoah, Hamburg (Hamburger Edition) 2000; Nach Auschwitz. Die Linke und die Aufarbeitung des NS-Völkermords, Köln (ISP) 2000; Moderne und Gewalt. Eine europäische Genealogie des Nazi-Terrors, Köln (ISP) 2003; Gebrauchsanleitungen für die Vergangenheit, Münster (Unrast) 2007; Im Bann der Gewalt. Der europäische Bürgerkrieg 1914-1945, München (Siedler) 2008.

Josep Maria Antentas / Esther Vivas
planeta indignado
Die Welt der Empörten
Ursachen und Perspektiven der Rebellion
Aus dem Spanischen von Ulla Varchmin und Angela Klein
186 Seiten, br., 19,80 €
978-3-89 900-142-6
Auf dem Hintergrund der Weltwirtschaftskrise und der Sozialisierung der Schulden der Banken kam es im Frühjahr 2011 in zahlreichen Ländern zu Massenbewegungen und Platzbesetzungen. Die bekanntesten waren die Bewegung der Indignados ("Empörten") im Spanischen Staat und die Occupy-Bewegung in den USA.
Die Sozialwissenschaftler und politischen Aktivisten Josip Maria Antentas und Esther Vivas analysieren im vorliegenden Buch die Entwicklung dieser Bewegungen und versuchen eine Zwischenbilanz. Sie untersuchen die Krise der Demokratie, die auf die Kapitulation der Politik vor der Macht der Finanzmärkte und die zunehmende Polarisierung zwischen Arm und Reich in den kapitalistischen Gesellschaften zurückgeführt wird. Sie behandeln vor allem die verschiedenen emanzipatorischen Gegenbewegungen, so die Bewegung für die Schuldenstreichung, der Kampf gegen die Zerstörung des Planeten und für Klimagerechtigkeit oder die Geschlechterfrage in Gesellschaft und sozialen Bewegungen. Außerdem befassen sie sich mit den Forderungen und Alternativen, die in diesen Bewegungen diskutiert und formuliert wurden.
In diesen neuen Bewegungen sehen sie weniger die Wut und Verzweiflung über die herrschenden Ungerechtigkeiten, die Zunahme von Elend und Verarmung, sondern vor allem die kollektive Empörung als ersten Schritt, die Ohnmacht zu beenden und in den Kampf für eine bessere Zukunft einzutreten.
Josep Maria Antentas, Jahrgang 1976, lebt in Barcelona und ist Professor für Soziologie an der Universitat Autonoma de Barcelona. Er hat 2007 mit einer Arbeit über das Verhältnis von Gewerkschaftsbewegung und globalisierungskritischer Bewegung promoviert. Er ist Mitglied der Redaktion der politischen Zeitschrift Viento Sur und der Organisation »Izquierda Anticapitalista«. Esther Vivas, Jahrgang 1975, lebt in Barcelona und ist Mitarbeiterin des Studienzentrums von Sozialen Bewegungen (CEMS) der Universitat Pompeu Fabra. Sie ist eine der Sprecherinnen der »Izquierda Anticapitalista«. Sie publizierte zu Themen wie Schuldenkrise, Globalisierungskritik, Ernährungssouveränität und gerechtem Handel.
INHALT, Vorwort



Lutz Getzschmann
Indien und die Naxaliten
Agrarrevolten und kapitalistische Modernisierung
415 S., Br., € 32,00
978-3-89 900-025-2
Der indische Subkontinent befi ndet sich in einem Prozess rasanter ökonomischer und gesellschaftlicher Modernisierung. Während die bürgerlichen Medien diese kapitalistische Durchdringung als Fortschritt feiern, geraten die katastrophalen sozialen Folgen ungleicher Entwicklung und der Zerstörung der kleinbäuerlichen Subsistenzwirtschaften meistens aus dem Blickfeld. Verlierer des Fortschritts sind in besonderem Maße die untersten ländlichen Kastengruppen und als „Unberührbare“ stigmatisierten Dalits sowie die Adivasi, die indischen UreinwohnerInnen, deren Siedlungsgebiete in Zentral- und Ostindien den Erschließungsplänen großer Bergbaukonzerne und Holzunternehmen im Wege stehen. Die „Naxaliten“ sind eine seit über 40 Jahren bestehende kommunistische Aufstandsbewegung, die ihre Wurzeln in der Erhebung der Dalit-Landarbeiter und Adivasi im nordbengalischen Naxalbari im Frühjahr 1967 hat. Heute sind bewaffnete Naxalitengruppen wie die CPI (Maoist) in ca. 40 Prozent des indischen Territoriums aktiv und haben in Zentralindien mehrere „befreite Zonen“ errichtet. Legalisierte Naxalitenparteien wie die CPI-ML (Liberation) sind in Regionalparlamenten vertreten und profilieren sich als fundamentale Opposition gegen die kapitalistische Globalisierung. 

Hugo Blanco
Wir Indios
Der Kampf der Indígenas gegen rassistische Unterdrückung und die Zerstörung ihrer Umwelt
Mit einem Vorwort von Michael Löwy
Aus dem Spanischen von Ulla Varchmin
200 Seiten, € 19,80
978-3-89 900-137-2
Der Peruaner Hugo Blanco ist einer der bekanntesten Bauernführer und linken Aktivisten Lateinamerikas. In den frühen sechziger Jahren war er einer der Anführer des Aufstandes der Quechua-Bauern in der Region von Cuzco. Ihm gelang es, eine Verbindung zwischen den spanisch sprechenden Linksintellektuellen der Hauptstadt und den Quechua sprechenden indigenen Bauern und Landarbeitern zu schaffen. Er organisierte die Bauern in Gewerkschaften und Selbstverteidigungskomitees, damit sie das von den Großgrundbesitzern abgerungene Land gegen die Pistoleros und die Polizei verteidigen konnten. In den von ihnen kontrollierten Gebieten in den Tälern von Convencion und Lares führten diese Gewerkschaften eine radikale Landreform durch und organisierten die Schulbildung der Menschen. In seinem Buch analysiert Blanco das Verhältnis der Indios zur Natur – zu „Pacha Mama“ – und die Strategien der Konquistadoren und ihrer heutigen Nachfolger, die bäuerlichen Indiogemeinschaften – das ayllu – zu zerstören und die Wirtschaft dem Weltmarkt dienstbar zu machen. Die sozialen und ökologischen Folgen dieser Politik sind überall sichtbar.
Hugo Blanco Galdós, geb. 1934 in Cuzco, organisierte Indiobauern in Gewerkschaften, Anführer mehrerer Bauernaufstände mit Landbesetzungen und Selbstverteidigungsorganen. Er wurde vom Militär verhaftet und zu 25 Jahren Gefängnis verurteilt. Dort schrieb er Land oder Tod: Der Kampf der Bauern in Peru und führte einen Briefwechsel mit dem Schriftsteller José Maria Arguedas. 1971 nach Chile deportiert, konnte er sich beim Putsch von Pinochet 1973 in die schwedische Botschaft flüchten. Nach Jahren des Exils kehrte er 1978 nach Peru zurück und wurde ins Parlament gewählt. Bis zum Staatsstreich Fujimoris 1992 war er Senatsmitglied für die Vereinigte Mariateguistische Partei; er musste nach Mexiko fliehen, weil sein Leben bedroht war. Gegenwärtig lebt er wieder in Cuzco und gibt dort die Zeitschrift Lucha Indígena heraus.


Shir Hever
Die politische Ökonomie der israelischen Besatzung
Unterdrückung über die Ausbeutung hinaus
Aus dem Englischen von Heidi Niggemann und Angelica Seyfrid
200 Seiten, br., 19,80 €
978-3-89 900-140-2
Die israelische Besetzung der palästinensischen Territorien hat viele wichtige wirtschaftliche Aspekte, über die oft hinweggesehen wird. In seinem originellen Buch zeigt Shir Hever, dass ein Verständnis der wirtschaftlichen Dimensionen der Besatzung entscheidend ist, um den israelisch-palästinensischen Konflikt zu begreifen. Hever verwirft die These, Israel behalte wegen materieller Vorteile die Kontrolle über die palästinensischen Territorien, und auch die These, es verteidige sich bloß gegen palästinensische Aggressionen. Er vertritt die Ansicht, dass die Besatzung in eine Sackgasse geraten ist. Der palästinensische Widerstand macht die Ausbeutung der Palästinenser durch die israelische Wirtschaft schwierig, und doch weigern sich die israelischen Behörden, die Kontrolle aufzugeben. Während die traditionelle Wirtschaftsanalyse die Entwicklung der Ereignisse nicht zu erklären vermag, wird dieses Buch Studierenden, Aktivistinnen und Aktivisten, Journalisten und Journalistinnen unschätzbare Dienste leisten, um die komplexen Fragen der israelischen Besatzung zu verstehen. Shir Hever, Jahrgang 1978, ist Spezialist für Wirtschaftsfragen in Israel und Palästina und Mitarbeiter des Alternative Information Center, einer palästinensisch-israelischen Nicht-Regierungs-Organisation, die in Jerusalem und Beit-Sahour tätig ist. Zur Zeit lebt er in Göttingen, wo er an seiner Dissertation über die Privatisierung im israelischen Sicherheitsbereich arbeitet.

Omar Barghouti
Boykott – Desinvestment – Sanktionen
Die weltweite Kampagne gegen Israels Apartheid und die Besatzung Palästinas
Aus dem Englischen von Sophia Deeg und Paul B. Kleiser
200 Seiten, € 19,80
978-3-89 900-136-5
Im Jahre 1879 organisierten irische Bauern eine Blockade gegen den Großgrundbesitzer Charles Boycott. Sie forderten eine Senkung der Pachten und bessere Arbeitsbedingungen, was sie schließlich auch durchsetzen konnten. Der Boykott wurde zu einer Waffe der Schwachen und Unterdrückten gegen die Mächtigen. Die BDS-Kampagne entstand in der palästinensischen Zivilgesellschaft und richtet sich gegen die israelische Besatzung, die Militärverwaltung, den fortgesetzten Siedlungsbau und die Unterdrückung und Diskriminierung der Palästinenser. Barghouti erklärt, die BDS-Kampagne, die sich den Kampf gegen das südafrikanische Rassistenregime zum Vorbild nimmt, habe einen gewaltfreien und antirassistischen Charakter. Sie zielt vor allem auch auf den akademischen und kulturellen Bereich ab, weil fast alle israelischen Universitäten Komplizen der Armee und der Besatzung sind. In vielen Ländern, darunter Australien, Skandinavien, Südafrika und in den USA haben bereits Boykott-Aktionen gegen Israel stattgefunden. 
Wer das tägliche Geschwätz von Politikern und »Wirtschaftsexperten«
über die Notwendigkeit des »Wirtschaftswachstums« satt hat, sollte dieses Buch lesen:

Peter Radt
Fetisch Wachstum
Philosophisch-ökonomische Anmerkungen zur Logik des Kapitalismus
159 S., Br., € 17,80
978-3-89 900-135-8
Angesichts des ständigen Wachstumsgeredes und der Selbstverständlichkeit, mit der alle Welt so tut, als handele es sich beim Wachstum um eine objektive Notwendigkeit, wird der Frage nachgegangen, was es denn nun tatsächlich mit dieser Wachstumslogik auf sich hat. Dabei erweisen sich die praktischen Wertentscheidungen, die in der Wachstumslogik stecken, als eine Orientierung, welche wesentlich durch die Vertauschung von Mittel und Zweck gekennzeichnet ist und daher in letzter Instanz im Widerspruch zu den Bedürfnissen der Menschen steht. Die daran anschließende Analyse der Wachstumslogik als einer bestimmten ökonomischen Struktur offenbart dann den kapitalistischen Sinn (bzw. Unsinn) dieser Logik. Dazu ist es notwendig, zentrale Aspekte der Kapitalismuskritik zu rekapitulieren, wobei besonderes Augenmerk darauf gelegt wird, gerade das, was heute als ganz und gar selbstverständlich erscheint, in seiner prinzipiellen Fragwürdigkeit sichtbar zu machen, um so der kapitalistischen Entwicklungslogik den Schein der allgemeinen Notwendigkeit und des objektiven ökonomischen Sachzwangs zu nehmen und den System-Zusammenhang herauszuarbeiten, statt, wie es manche Kritiker tun, lediglich den »Neoliberalismus« zu kritisieren. 
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