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Herbstreise  2021


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Sachgeschichten:
Sehnsuchtsorte:
Fernseh-Familie:

Neuerscheinungen:

Kleine Geschichte des SDS: 6.Auflage

Tilmann Fichter und Siegward Lönnendonker
Genossen! Wir haben Fehler gemacht
Der Sozialistische Deutsche Studentenbund 1946 - 1970
Der Motor der 68er Revolte
496 S., Abb., br., 25,00 €
978-3-7410-0275-5
Dies ist die sechste überarbeitete und aktualisierte Auflage der berühmten, zuerst 1977 erschienenen Kleinen Geschichte des SDS
Die beiden Autoren, selbst seit den frühen 60er Jahren im SDS aktiv, schildern die Geschichte der zunächst SPD-nahen Studentenorganisation seit ihrer Gründung durch Kriegsheimkehrer im Jahr 1946 nach: ihre Politisierung im Kampf gegen Wiederbewaffnung und einseitige Westorientierung der Bonner Republik in den 50er Jahren; ihr immer problematischeres Verhältnis zur „Mutterpartei“, das 1961 im Beschluss der SPD-Führung zur Unvereinbarkeit der Mitgliedschaft in SDS und SPD gipfelte; ihre anschließende Entwicklung zur maßgeblichen Organisation der außerparlamentarischen Opposition und zur entscheidenden Kraft der Studentenbewegung ab 1967 und schließlich ihren bald darauf einsetzenden Zerfall.
50 Jahre Sendung mit der Maus

von Westerman, Kai
Herr Maiwald der Armin und wir
In der Werkstatt der Sachgeschichten
176 S., Abb., br., 15,00 €
978-3-7410-0399-8
Herr Maiwald, der Armin und wir ...
...ist ein erzählendes Sachbuch über den Erfinder der Sachgeschichten. Die Sachgeschichten haben Die Sendung mit der Maus berühmt gemacht. Sachgeschichten sind kurze Filme, die erklären, wie etwas geht, wo etwas herkommt oder wie etwas gemacht wird. Weil es sie mittlerweile seit 50 Jahren gibt, gehören die Sachgeschichten in der Sendung mit der Maus hierzulande zum Kulturgut und sind ein wichtiger Teil deutscher Fernsehgeschichte.
Die Erzählung ist korrekt, aber nicht wissenschaftlich, weil ausgesprochen subjektiv. Dafür wird aus einem Blickwinkel erzählt, der keinem Wissenschaftler und keinem Journalisten zugänglich ist: kein Kameramann hat über einen so langen Zeitraum (28 Jahre) für Armin Maiwald gedreht, wie der Autor dieser Erzählungen. Die Geschichte der Sachgeschichten und die Arbeit daran wird hier anders beschrieben, als bei Armin Maiwald – ohne seinen Erzählungen zu widersprechen. Die beiden Perspektiven ergänzen sich.

Thomas Koebner
Inseln
Wunschland, Wildnis, Weltferne
372 S., Abb., br., 34,00 €
978-3-7410-0394-3
Dies Buch widmet sich der erzählerischen ‚Abbildung‘ wirklicher und erfundener Inseln und Inselbewohner in der Literatur und im Film. Wer von Inseln spricht, will sich selten mit botanischen oder zoologischen Exkursen zufrieden geben, sondern richtet den Blick ausdrücklich auf ihre Bewohner – selbst wenn es nur ein einzelner Mensch ist und der zufällig Robinson heißt. Welche Varianten der Existenz-Bedrohung und des Überlebens, welche Praktiken der Natur-Beherrschung erschließen die Insel-Erzählungen? Wie kommen die Bewohner auf einem begrenzten und oft beengenden Areal untereinander und mit Fremden zu Recht? Gibt es ‚inseltypische‘ Konflikte und Handlungsverläufe? Spiegeln sich globale Entwicklungen im Kleinen der Insel-Affären? Welche Ansichten von Gesichtern und Körpern, welche Blicke auf die Landschaft wählen Literatur und Film?
Seit Beginn des neuen Jahrtausends dominiert dieses Genre Kino und Fernsehen

wie kein anderes: Fantasy im Allgemeinen, und „Sword and Sorcery“ im Speziellen.

Sassan Niasseri
A lifetime full of Fantasy
Das phantastische Kino: Aufstieg, Fall und Comeback
208 S., Abb., br., 25,00 €
978-3-7410-0396-7
In diesem Buch widmet sich Sassan Niasseri in deutscher Sprache jenem Genre, das seit Beginn des neuen Jahrtausends Kino und Fernsehen dominiert wie kein anderes: Fantasy im Allgemeinen, und „Sword and Sorcery“ im Speziellen.
Die erste Blütezeit des Genres lässt sich klar bestimmen. Ralph Bakshi reüssierte 1978 mit seinem Animationsfilm Der Herr der Ringe, John Boormans Artussagen-Interpretation Excalibur läutete 1981 das Zeitalter des Sword and Sorcery ein, und John Milius‘ Conan der Barbar setzte im darauffolgenden Jahr die weltumspannende Welle der Muskelmänner-Filme in Gang: Krieger in Lendenschürzen und Pferdehaarstiefeln,mit Gespielinnen in Korbholz-Bikinis. Aber noch im selben Jahrzehnt ebbte die Welle ab.
Warum pausierte das Genre für mehr als ein Jahrzehnt – und was ermöglichte die Renaissance der Zauberer, Drachen und Trolle? Eine Spurensuche von 1978 bis heute.
INHALT:
Einleitung: Klasse von 1986: Ridley Scott beerdigt den Fantasy-Traum
Anfänge in der Malerei: Ralph Bakshis Herr der Ringe, Jimmy T. Murakamis Heavy Metal
Disney beschreitet dunkle Wege: Der Drachentöter und Taran und der Zauberkessel
Italo-Magie: Nach Spaghetti-Western die Zauberwelt: Wie die Italiener in Conans Revier wildern.
Superhelden: Flash Gordons Flug gegen die Wand
Der Veteran des New Hollywood mischt mit: John Milius‘ Conan der Barbar
Wolfgang Petersen und Bernd Eichinger stemmen’s von Europa aus: Die unendliche Geschichte
Master of Puppets: Jim Hensons Dunkler Kristall und Labyrinth
Der Meister des Stop Motion: Ray Harryhausens Kampf der Titanen
Das Ende der Fantasie: Lynchs Dune und Ridley Scotts Legende Video-Könige: Fantasy landet in der Straight-To-Video-Ecke.
Renaissance der Fantasy: Der Herr der Ringe von Peter Jackson,
Harry Potter von J.K. Rowling und Game of Thrones von George R.R. Martin
AUS DER EINLEITUNG:
Von Schwertern und Zauberern
 Das Kinojahr 2001 stand im Zeichen von zwei Welten, die es gar nicht gibt. Wie verzaubert waren wir von den magiebegabten Internatsschülern auf ihren fliegenden Besen. Wie aufregend war die Geschichte von vier Zwergen, die sich aus ihrem Wald in eine ferne Vulkanlandschaft aufmachten um einen Ring, dessen Besitz alles Leben zerstören kann, in einen Lavafluss zu werfen. „Harry Potter und der Stein der Weisen“, nach dem Roman von J.K. Rowling, wurde der erfolgreichste Film des Jahres. Auf Platz zwei folgte Peter Jacksons „Der Herr der Ringe: Die Gefährten“, die Umsetzung des ersten „Ringe“-Bands von J.R.R. Tolkien. Beides waren Fantasy-Filme, und der „Der Herr der Ringe“ fiel in ein Sub-Genre, von dem man sehr, sehr lange nichts gehört hatte: „Sword & Sorcery“. Von „Schwertern“ und „Zauberern“ handelten solche Geschichten, die in der Literatur, vor allem durch Tolkiens Roman-Zyklus „Der Herr der Ringe“ ab den 1960ern, populär geworden waren und später auch ins Kino übersiedelten. Darin ging es meist um den Kampf guter gegen böse Kräfte in vom Mittelalter inspirierten Universen, bevölkert von Elfen und Zwergen (bei Tolkien hießen sie Elben und Hobbits), Zauberern und Dämonen. Aber es waren nicht nur amerikanische Campus-Stubenhocker oder britische Rockbands wie Led Zeppelin, die während der späten 1960er- Jahre in den Mittelerde-Märchen Stoff für ihre Träume fanden: „Frodo Lives!“, „Frodo lebt!“ wurde zu einem Slogan der Gegenkultur. Frodo, Anführer der tapferen kleinen Hobbits, nahm es mit einer drohenden Diktatur auf, und man sah seinen Namen als Graffito auf Häuserwänden, Ansteckern oder T-Shirts. Hippies liebten den Zwerg mit den behaarten Riesenfüßen – und waren natürlich wie er gegen das System. Die „Herr der Ringe“-Film-Trilogie fand 2003 ihren Abschluss, aber die Faszination für „Sword & Sorcery“ hält bis heute an. Sie hat auch ihren Weg ins Fernsehen gefunden. Mit „Game of Thrones“ endete 2019, nach acht Staffel-Jahren, die wohl populärste TV-Serie der Dekade. George R.R. Martins auch „Lied von Eis und Feuer“ genannte Mär hat das Genre um eine unerwartete Komponente erweitert, so dass sich wohl von „Sword & Sorcery & Politics“ sprechen lässt: Der Kampf um den Thron des fiktiven Kontinents Westeros wird nicht nur mit Waffen und Drachen, sondern auch Sondierungen und Geklüngel ausgetragen.
J.K. Rowling, J. R. R. Tolkien und George R.R. Martin einte vielleicht die Lust auf Initialen, vor allem aber legten oder legen sie ihre Mythen auf viele Bände mit tausenden Seiten an. Das bot Drehbuchautoren die Möglichkeit, für Verfilmungen aus entsprechend detaillierten, glaubhaften Welten zu schöpfen. Im Fantasy-Genre stehen Produzenten öfter als in den meisten anderen Gattungen vor dem Problem geeignete Stoffe zu finden – es gibt nicht viele kluge fantastische Epen, deren Universen so überzeugend sind, dass sie sich für eine Umsetzung eignen, ganz zu schweigen von dem Budget, das dafür aufgebracht werden müsste. Bevor „Der Herr der Ringe“ 2001 das Fantasy-Revival auslöste, gab es über einen Zeitraum von mehr als einem Jahrzehnt, genauer 16 Jahre, keine Großproduktion aus Hollywood, die sich diesem Genre widmete. Die Traumfabrik ließ die Finger von Goblins, Elfen und Drachen...
Sassan Niasseri leitet die Webseiten von ROLLING STONE und MUSIKEXPRESS.


Sandra Danneil
Trick, Treat, Transgress:
The Simpsons’ Treehouse of Horror
as a Cultural History of the Digital Age
288 S., Abb., br., 40,00 €
978-3-7410-0389-9
The Simpsons sind nicht nur die berühmteste Fernseh-Familie der Welt, sondern zudem eine der langlebigsten TV-Animationsserien der amerikanischen Fernsehgeschichte. Im Laufe von über 30 Jahren sind die gelben Fünf aus Springfield zu einem weltweit bekannten Phänomen herangewachsen, das Akademiker zu Fans und Fans zu Akademikern macht. Diese kultur- und medienwissenschaftliche Arbeit behandelt in englischer Sprache den Teil der Serie, der von der Forschung bislang nicht beachtet wurde, die Halloween-Serie Treehouse of Horror. Es war das Ziel dieses Projekts, das Halloween special als subversiven Abkömmling von The Simpsons einer genauen Untersuchung zu unterziehen. Treehouse ist ein serieller Anthologie-Zyklus, der seit 1990 in dreißig Episoden eine ganz eigene, unabhängige Form komplexer Serialität und Narration entwickelt hat. Eine Grundannahme dieser Arbeit ist, dass The Simpsons die Art und Weise revolutioniert hat, wie wir durch das Fernsehen heute auf die US-amerikanische Kultur und Gesellschaft blicken. Die Autorin nimmt außerdem an, dass Treehouse of Horror einen entscheidenden Einfluss darauf hat, wie wir auf die westliche Populärkultur des Horrors zurückschauen und in welcher Form wir uns an sie erinnern.
Da kulturwissenschaftliche Fragestellungen zu The Simpsons vor allem im englischsprachigen Raum in den vergangenen zwanzig Jahren hinlänglich beantwortet werden konnten, richten sich die zentralen Fragestellungen dieser Arbeit darauf, inwiefern Treehouse of Horror für eine neue Tradition innerhalb der US-amerikanischen Populärkultur steht, die bereits Ende der 1980er Jahre mediale Mythen zu hinterfragen begann. Wie hat die Treehouse-Serie den Dialog zwischen Zuschauern des digitalen Zeitalters und Texten der Vergangenheit angeregt? Wie hat der Zyklus durch die Remediation populärkultureller Texte Zuschauer dazu angespornt, mediale Inhalte zu kommentieren und sie auf ihre eigene Lesepraxis anzuwenden? Und schließlich: Wie archiviert die Animationsserie populäres Material der Vergangenheit so, dass ihr zeitgenössisches Publikum bereit ist, diese historischen Medientexte neu zu entdecken und sie kritisch zu hinterfragen? LINK: www.dailymotion.com: The Simpsons Treehouse of Horror /videos

Beyond Prince Achmed
New Perspectives on Animation Pioneer Lotte Reiniger
304 S., Abb., br., 34,00 €
978-3-7410-0387-5
Deutsche und englische Beiträge herausgegeben von Rada Bieberstein
Lotte Reiniger (1899-1981) is a renowned animation pioneer and silhouette artist. The first to this date preserved feature-length animation film The Adventures of Prince Achmed (1926), the construction of the first multi-plane camera and the collaboration with avant-garde artists have secured her place in animation history. Beyond Prince Achmed shows the richness there is still to be discovered about Reiniger and her art. It introduces discourses through which the established perception of this animation pioneer, her contribution to the history of animation and her persisting influence on new generations of animation artists and popular culture can be re-framed and expanded.
Topics explored include Reiniger’s public image and creation of a distinct brand; her interest in psychoanalysis and the role of the shadow for the interpretation of her silhouette animation films; the silhouette as a specific form in Reiniger’s artistic work and writing; the development of her aesthetic language during the 1920s in the context of Orientalism; Reiniger’s role in British film culture of the 1930s; and her influence on artists such as Bruno J. Böttge and contemporary animators from Asia. A wealth of artistic and written material by Reiniger from various archives enriches the collection.


Filmkalender 2022
Taschenkalender
208 S., viele farb. Abb., br., 9,90 €
978-3-7410-0379-0
Der Kalender verbindet - einmalig auf dem deutschsprachigen Markt - spannende, anspruchsvolle Texte zur Filmgeschichte und eine Fülle von Informationen zu Themen und Jahrestagen mit dem praktischen Nutzen eines Taschenkalenders.
Für alle, die lieber blättern als witscheln, die lieber schreiben als tippen, die lieber entdecken als suchen.


Schnelle, Josef
Eine Welt ist nicht genug
Ein Reiseführer in das Werk von Werner Herzog
320 Seiten, br., € 34,00
978-3-7410-0372-1
Werner Herzog gehört zu den unbekannten der großen deutschen Filmemacher seiner Generation. Josef Schnelle nimmt uns mit auf eine Reise durch Herzogs Film- und Gedankenwelten. Werner Herzog ist der „außerordentlichste Filmemacher des Neuen Deutschen Films“ (Wolfram Schütte), obwohl er sich selbst gar nicht so „Deutsch“ fühlt, „eher bayrisch wie Fassbinder auch“, sagt er selbst. Er lebt vorwiegend in Los Angeles oder besser gesagt in den ganz besonderen und ganz persönlichen Welten seines Kinos.
Das Buch enthält neben Analysen und Filmbeschreibungen auch ein längeres Gespräch mit Werner Herzog

Sehnsuchtsland Italien und die verzerrten Bilder, die wir von Italien haben:

La Dolce Vita
Intermediale Annäherungen an Italien
224 S., Abb., br., 25,00 €
978-3-7410-0375-2
La Dolce Vita. Das geflügelte Wort ruft nicht nur Assoziationen an Federico Fellinis epochalen Meilenstein der Filmgeschichte wach, sondern hat sich längst zum Sinnbild einer italienisch-konnotierten Lebensart entwickelt, die von unbändiger Leichtigkeit, Genuss und Lust durchdrungen ist. Die Sehnsucht nach dem vermeintlich süßen Leben dient dem vorliegenden Band als Ausgangspunkt einer interdisziplinären Annäherung an mediale Repräsentationen des Bel paese.
Die hier versammelten medien-, literatur-, sprach- und kulturwissenschaftlichen Beiträge widmen sich facettenreichen Darstellungen Italiens in Selbst- und Fremdbildern und spannen dabei einen Bogen von den Schönen Künsten bis hin zu Alltagsmedien, von der Antike bis in die Gegenwart. Im Spannungsfeld von nationaler Ikonografie und tradierten Stereotypen rücken Klassiker der Weltliteratur und Meisterwerke der Malerei, populäre Filme und Filmgenres, Beispiele aus Werbung und Musik sowie Sprachliches und Intermediales in den Fokus.
INHALT
Angela Fabris, Jörg Helbig: Einleitung
Jörg Helbig (Universität Klagenfurt): «That's amore!» : Italienische Romanzen im britischen und amerikanischen Spielfilm
Dennis Gräf (Universität Passau): Blond muß man sein auf Capri (1961)
Konstruktionen von ‹Italien› im deutschsprachigen Film der 1950/60er Jahre
Ulrike Krieg-Holz (Universität Klagenfurt): «La donna è mobile» – Italienbilder in der Werbung.
Produktspezifische Inszenierungen aus Eigen- und Fremdperspektive
Luca Melchior (Universität Klagenfurt): Mülle grazie! (Xeno-)Italienisch im öffentlichen Raum Österreichs
Cornelia Klettke (Universität Potsdam): Das Bad der Diana und der Paparazzo –
Intermediale Ästhetik und Mythos in Villa Metaphora von Andrea De Carlo
Barbara Neymeyr (Universität Klagenfurt): Gefährliche Ekstasen. Italien-Phantasien und Risiken der ‹Dolce Vita› in
E.T.A. Hoffmanns Erzählungen Die Fermate und Die Abentheuer der Sylvester-Nacht
Arno Rußegger (Universität Klagenfurt): ‹all’italiana› – zu einem Image-Kürzel der Filmkomödie aus Italien
Ricciarda Ricorda (Università Ca' Foscari Venezia):Das Mailand von Bianciardi und Parise.
Mediale Konstruktionen des italienischen Wirtschaftswunders
Angela Fabris (Universität Klagenfurt): Zwischen neuen Stereotypen und Genre-Mix: das Neapel der Brüder Manetti
Sabrina Gärtner (Universität Klagenfurt): Italienische(r) Serienkult(ur). Fernsehwissenschaftliche Ermittlungen
mit Commissario Brunetti und Rocco Schiavone
Markus Stiglegger (Universität Mainz): Das Fremde im Eigenen – das Eigene im Fremden.
Vom italienischen Giallo-Thriller zum Global Giallo
Giacomo Manzoli (Università degli Studi di Bologna): Call Me by My Brand
Zur internationale Konstruktion von Autorenfiguren bei Luca Guadagnino und Paolo Sorrentino
Marta Degani (Universität Klagenfurt): «Visti dagli altri»: Italienische Politik aus Sicht der ausländischen Presse
Leonardo Marcato (Università Ca' Foscari Venezia): (Bel)Paese Interattivo
Von Tomb Raider bis zum Virtual Multimodal Museum
Franco Finco (Pädagogische Hochschule Kärnten): Die italienische Sprache
in den ‹Telefoni bianchi›-Filmen der 1930er Jahre: Zwischen Lei und Voi
Stephanie Grossmann (Universität Passau): Sandro Botticellis «La nascita di Venere» (1485/86) transmedial.
Die Serialisierung einer italienische Ikone als Mythos von Antike, Renaissance und Weiblichkeit
Stefani Brusberg-Kiermeier (Universität Hildesheim): «Since you are dear bought, I will love you dear»:
William Shakespeares Italien als Land der großen Liebe und des großen Geldes
Katharina Evelin Perschak (Universität Klagenfurt): Auf der «Strada del Sole» nach «Bologna» –
Italienbilder in der zeitgenössischen österreichischen Popmusik
Sandra Kremon (Universität Klagenfurt/Università Ca' Foscari Venezia): Die Stadt Venedig als Abbild
einer futuristischen Innovation: Tullio Cralis «Madrigale veneziano»


Muriel Schindler
Deutsch-türkisches Kino
Eine Kategorie wird gemacht
336 S., Abb., br., 34,00 €
978-3-7410-0378-3
Die Autorin untersucht und hinterfragt das deutsch-türkische Kino als Kategorie und beginnt Ende der 1990er Jahre mit einer Gruppe junger Filmemacher*innen, die zwar größtenteils in Deutschland geboren wurden, deren Eltern oder Großeltern jedoch aus der Türkei eingewandert sind und daher über eine erweiterte familiäre Migrationsbiographie verfügen. Als Leitfigur dieser Gruppe kann Fatih Akin gelten.
Die Autorin begreift unter Rückgriff auf die Actor-Network-Theory (ANT) ein ›deutsch-türkisches Kino‹ als „Quasi-Objekt“, das durch zahlreiche menschliche (Personen) als auch nicht menschliche AkteurInnen (Artefakte, Zeichen) geformt und verhandelt wird.
Insgesamt erschließt die Arbeit ein ›deutsch-türkisches Kino‹ als kategoriales Konstrukt, das verschiedene Interessen bedient und das im Kontext seiner Produktions-, Distributions- und Rezeptionspraxis hindurch. Bezogen auf bisherige Forschungen wird hierbei ein differenziertes Bild dessen gezeichnet, was die Kategorie – und sei es auch in der Vergangenheit – zu leisten vermochte. In ihrer gegenwärtigen Auflösung eröffnet diese Untersuchung aber auch Zugang zu neuen, zeitgemäßen Konzepten und Verständnisweisen des Phänomens.

Henriette Bornkamm
Orientalische Bilder und Klänge
Eine transnationale Geschichte des frühen ägyptischen Tonfilms
288 S., viele Abb., br., 29,90 €
978-3-7410-0346-2
Als sich Ende der 1920er Jahre in den USA und Europa der Tonfilm durchsetzte, erkannten ägyptische Geschäftsleute dessen Potenzial für die arabische Welt. Sie erwarben innovative Tontechnik aus Deutschland und schickten ägyptische Stipendiaten zur Ausbildung nach Berlin und Paris. Nach ihrer Rückkehr schufen diese gemeinsam mit europäischen Filmschaffenden eine Traumfabrik nach dem Vorbild Hollywoods. In diesem Umfeld entstanden die ersten ägyptischen Tonfilme, die ab Mitte der 1930er Jahre weltweit zirkulierten. Manche dieser Spielfilme gelten in Ägypten als Klassiker, während sie in den europäischen Filmgeschichtsbüchern selten Erwähnung finden. Ausgehend von diesem Missverhältnis untersucht die Autorin die Entstehung, Verwertung und Rezeption dreier ägyptischer Tonfilme der 1930er bis 1950er Jahre aus transnationaler Perspektive. Ihre historisch fundierten Analysen zeigen, dass besonders die auf Zelluloid gebannten orientalischen Klänge für europäische Ohren befremdend wirkten, während sie in Ägypten maßgeblich zum Erfolg beitrugen. Um die von einander abweichende Wahrnehmung zu beleuchten, macht die Autorin den Begriff der «Atmosphäre» für ihre transnationale Rezeptionsstudie fruchtbar. Erstmals rücken damit Filme in den Blick, die dem Goldenen Zeitalter des ägyptischen Films der 1950er Jahre den Weg bereiteten, in Europa bislang aber kaum gewürdigt wurden. Im Mittelpunkt der Analyse stehen die Filme Wedad (Wedad the Slave, 1936, Lashin (Verräter am Nil), 1938 und Raya w Sekina (Der Frauenwürger von Kairo),1953.

Filmzeit – Zeitdimensionen im Film
480 S., Abb., geb., 58,00 €
978-3-7410-0388-2
Das Phänomen Zeit spiegelt sich im Film sowie in der Filmgeschichte in sehr unterschiedlichen und vielfältigen Erscheinungsweisen wider. Grundsätzlich kann jedoch heuristisch differenziert werden nach Zeit-Aspekten der histoire, auf der Handlungsebene, und Zeit-Aspekten des discours, auf der Darstellungsebene – oder anders ausgedrückt: Die Konstellation von Film und Zeit bezieht sich sowohl auf (a) die Zeit im Film als auch auf (b) die Zeit des Films, also die Filmzeit. – Das titelgebende Kompositum des vorliegenden Bandes zur FilmZeit ist als ein Neologismus zu verstehen, der beide Zeitdimensionen des Films umfasst. Auf diese Weise beschreibt FilmZeit zum einen sämtliche Zeitlichkeitsphänomene im Film, zum anderen ist FilmZeit speziell auf kinematografische Eigenzeit(lichkeit)en zu beziehen.

Jehle, Martin
Ungeschnitten
Zu Geschichte, Ästhetik und Theorie der Sequenzeinstellung im narrativen Kino
384 S., Abb., br., 40,00 €
978-3-7410-0397-4
„Ungeschnitten“ erforscht das ästhetische, konzeptionelle und diskursive Potential der Sequenzeinstellung und profiliert den Begriff des Ungeschnittenen für die künftige Filmforschung. Beschrieben und analysiert werden ungeschnittene oder ungeschnitten erscheinende Filmsequenzen vom Frühen Kino bis in die Gegenwart. Es handelt sich dabei um bekannte und weniger bekannte Filmszenen, die meist mit den Begriffen „Long Take“ oder „Plansequenz“ bezeichnet wurden. Teil des Samples sind Aufnahmen, die durch elaborierte Kamerafahrten und die logistisch komplexe Zusammenarbeit der Gewerke am Drehort zustande gekommen sind. Untersucht werden aber auch Sequenzen, die durch unterschiedliche filmtechnische Trickverfahren aus mehreren Aufnahmen zusammengefügt wurden und deren Übergänge mehr oder weniger unsichtbar unter der Bildoberfläche verborgen sind.

Bertl, Michael
Das richtige Bild
Gedanken zur Gestaltung von bewegten Bildern
80 S., Abb., br., 12,00 €
978-3-7410-0398-1
Die analoge Kleinbild-, Schmalfilm- und Videowelt war in der Regel privat und in begrenztem Kreis zu sehen und unterschied sich klar von professioneller Bildberichterstattung oder fotografischer bzw. filmischer Bildererzählung. Durch die Digitalisierung mit ihrer rapiden, unverändert weiter steigenden technischen Qualität in Aufnahme, Bearbeitung und Verbreitung verwischt diese Trennung immer mehr.
Die Kamerafunktion eines besseren Smartphones erfüllt neben der eigentlichen Aufgabe, der Bildkommunikation und der Alltags- oder Amateurfotografie auch mehr oder weniger die Anforderungen des Bildjournalismus, der professionellen künstlerischen Fotografie und der professionellen Kinematografie. Dazu ist hochwertige digitale Technik als Hard- und Software für den semi- und vollprofessionellen Bereich in verschiedenen Preisklassen breiten Schichten zugänglich.
Die Bilder dieser Kameras sind, wie es so schön heißt, sendefähig.
Die unbestrittenen Vorteile der „Demokratisierung“ des Bildes, die Bilder vom Maidan, dem Taksim Platz oder vom arabischen Frühling als Beispiel stehen offensichtliche Nachteile gegenüber, wie das gerade aktuelle Thema der Gesichtserkennung und der Datenspeicherung. Dies sind andere Themen und nicht Gegenstand der folgenden Betrachtungen.
In der aktuellen digitalen Bilderwelt sind die notwendigen Vorarbeiten der Bildgestaltung - Überlegung, Skizze, Entwurf – zumeist verschwunden und ersetzt durch den unmittelbaren Knopfdruck der Aufnahme, dem sofortigen Versenden und dem dazugehörigen unvermeidlichen Kurzkommentar.
Dazu sind alle digitale Bilder immer gleich verfügbar und vorhanden und dazu häufig gleichwertig; das bedeutet letztendlich meist überflüssig und in der unüberschaubaren Menge ohne echten Wert. Sie dienen zu oft der Ablenkung und werden zerstreut, mit einem Fingerwischen, weggeblättert.
Es spielt keinen Unterschied mehr, ob ein Bild gemacht wird oder nicht, weil es inzwischen schon gemacht worden ist. Alle Bilder werden gemacht und genau so sehen sie aus und wir sehen sie uns nicht mehr an, denn sie sagen sie uns nichts mehr.
Alle machen Bilder und keiner sieht sie sich an. Diese Bilderflut und die damit veränderte Art des Sehens stellt einen vorläufigen Endpunkt in der Evolution der Bilder dar.
Aus der Grammatik der Zeichnungen und Bilder aus dem Ende der Altsteinzeit bis zum Kubismus ist aus der ebenso jungen Kunst der Fotografie innerhalb weniger Jahrzehnte im Kino eine Bilderzählung entstanden, die, so kann man sagen, die Kunstform des 20. Jahrhunderts darstellt.
Der Blick und der Ausschnitt, die Farbe, das Licht, die Bewegung und die Dauer - in diesem Text werden die grundlegenden Elemente der Sprache der bewegten Bilder betrachtet.
Gedanken zum Bilderverstehen in einer Zeit in der dem Bildermachen viel Gedankenlosigkeit innewohnt. Eine Anregung zum Nachdenken für alle die Bilder lesen wollen, für alle die Bilder machen wollen, für alle die nicht gleich auf record drücken. Gedanken darüber was die bewegten Bilder ausmacht, die wir ansehen wollen; die wir ansehen damit und weil sie erzählen. Eine Anregung ohne Kameratypen, ohne Objektiv- Empfehlungen, ohne Gebrauchsanweisungen, ohne look up table, ohne tutorial und - ohne Bilder. Michael Bertl ist Leiter der Abt. Bildgestaltung / Kamera an der dffb (Dt. Film- und Fernsehakademie Berlin).

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Peter Grabher
Hier und Anderswo
Palästina-Israel im essayistischen Film (1960-2010)
426 S.,  Abb., br., € 38,00
978-3-7410-0337-0
Die raum-zeitliche Konfiguration „Israel-Palästina“ ist das hochmediatisierte und affektiv aufgeladene Wahrnehmungsobjekt par excellence. Immer wieder stellt sich das „Nahostproblem“ auf der Ebene von kinematographischen und massenmedialen Bildern und Tönen. Peter Grabhers Studie untersucht, wie sich die audiovisuelle Repräsentationen Palästina-Israels und die visuellen Kulturen seit 1960 verändert haben und wie darauf die Essayfilme von Filmautor*innen der Avantgarde reagieren. Welche transgressiven Strategien entwickelte das zwischen Dokument und Fiktion changierende essayistische Kino? Was vermögen diese in Richtung einer Transfiguration der Wahrnehmung des Chronotopos „Palästina-Israel“? Grabher untersucht einen exemplarischen Korpus von Essayfilmen, die am Blick arbeiten und ihn verändern.
Im ersten Teil der Untersuchung arbeitet er Fragestellungen und filmanalytische Methoden aus und referiert die Entfaltung der seit dem frühen Kino virulenten Idee eines "denkenden Bildes". Ausgehend von Eisenstein, Astruc und Richter wird die Poetik des filmischen Essayismus bis hin zur aktuellen Diskussion dargestellt. Die Analyse von vier filmischen „Kraftfeldern“ bildet schließlich den Kern der Arbeit. In dichten Beschreibungen wird gezeigt, wie französische (Chris Marker, Jean-Luc Godard/Anne-Marie Miéville), israelische (Ariella Azoulay/Udi Aloni) und palästinensische Filmautor*innen (Ula Tabari/Elia Suleiman) in ihren Filmen auf dominante Repräsentationen und kollektive Narrative eingehen und diese ästhetisch überschreiten. Die Analyse setzt 1960 ein, dem Jahr der Verhaftung Adolf Eichmanns, die jüngsten Filmbeispiele gehören der „Post-9/11-Welt“ an. Produktionsgenealogie, Poetik und Rezeption von emblematischen Filmen wie Chris Markers „Beschreibung eines Kampfes“ (1960) und des titelgebenden Hier und anderswo (1976) von Jean-Luc Godard und Anne-Marie Miéville werden erstmals umfassend dargestellt. Mit Ariella Azoulays The Angel of History (2000) und Udi Alonis Mechilot (2006) werden zwei radikale Werke des aktuellen israelischen Kinos analysiert; mit Ula Tabaris Jinga48 und Elia Suleimans The Time That Remains (2009) zwei Schlüsselwerke des aktuellen palästinensischen Kinos. Im Kontext der medialen Repräsentation des israelisch-palästinensischen Problems, in dem Bilder Mittel und Schauplatz des Krieges sind, die als affektauslösende Objektivitätsbehauptungen die Wahrnehmung kapern, kommt diesen Beispielen einer essayistischen Ästhetik eine radikale politische Bedeutung zu.

Filmjahr 2020/2021
Lexikon des internationalen Films
Chronik, Analysen, Berichte
544 Seiten, br., € 28,00
978-3-7410-0371-4
Filmjahr 2020/2021 dokumentiert, was wichtig war und was wichtig werden wird: 1500 Besprechungen von Filmen im Kino, im Fernsehen, im Netz oder auf Scheiben. Etwa 150 herausragende und sehenswerte Filme werden ausführlich besprochen. Eine ausführliche Chronik und Beiträge aus dem Filmdienst-Portal bewerten und analysieren das vergangene Filmjahr, erinnern an die Höhepunkte und besonderen Ereignisse. Das einzige Filmlexikon in Printform bietet einen umfassenden Überblick über das vergangene Filmjahr und hilft mit durchdachter Auswahl und klaren Bewertungen den Überblick zu behalten.Coverfoto: Kristen Stewart in JEAN SEBERG – AGAINST ALL ENEMIES von Benedict Andrews


Schenk, Irmbert
Geschichte des italienischen Films
Cinema Paradiso ?
334 Seiten,  zahlr. Abb., br., € 34,00
978-3-7410-0370-7
In diesem Buch wird erstmalig in deutscher Sprache die Entwicklung des italienischen Films umfassend von seinen Anfängen 1895 bis heute dargestellt. Dabei liegt ein besonderes Gewicht auf jenen Entwicklungsabschnitten, mit denen die italienische Filmgeschichte ästhetisch maßgebend für die Weltkinematographie wird: dem Stummfilm der 1910er Jahre, dem Neorealismus nach dem Zweiten Weltkrieg und dem Autorenkino um 1960. Und dann auf der vielfältigen Entwicklung bis heute, die den Filmen aus Italien noch immer einen bedeutenden Rang im internationalen Kino garantiert. Die Kapitel werden mit kompakten Beschreibungen der Politik und Sozialgeschichte Italiens und der institutionellen Entwicklung von Film und Kino eingeleitet, woran sich die Untersuchung der Genres und Filme anschließt. In die Filmanalyse eingeschlossen ist dabei auch der Blick auf die Rezeption durch die Zuschauer*innen.

Randzio-Plath, Christa
Frauenrechte sind Menschenrechte – weltweit
Alte Gefahren, neue Herausforderungen
144 Seiten, br., € 15,00
978-3-7410-0273-1
Die Diskriminierung der Frauen in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft dauert an, weil strukturelle Ungleichheit besteht und sich durch Gewalt gegen Frauen und weiter bestehende Vorurteile verstärkt. Wollen wir weitere 100 Jahre auf die Gleichstellung warten? Die Hoffnung der Frauen ist die Umsetzung der UN-Agenda für nachhaltige Entwicklung bis 2030. Die Autorin analysiert, wie sich in den letzten 25 Jahren, seit der Weltfrauenkonferenz in Peking 1995, die Lage der Frauen weltweit verbessert oder auch verschlechtert hat. 25 Jahre nach der Weltfrauenkonferenz in Peking können allgemeine Fortschritte in Verfassung und Recht festgestellt werden. Dennoch bleibt die strukturelle Diskriminierung der Frauen. 1995 wurde eine systemische Transformation der Weltgesellschaft und Weltwirtschaft gefordert, um Diskriminierung zu überwinden. Dennoch ist die Rechtslage weltweit auch heute noch sehr unterschiedlich wie auch Lebens- und Arbeitsbedingungen und der Zugang zu politischer und wirtschaftlicher Macht. Frauen erleben täglich Diskriminierung, in der Arbeitswelt, in der Gesellschaft und in der Politik. Sie sterben an häuslicher Gewalt, im sicheren Heim, weil sie Frauen sind. Keine Frau ist vor Diskriminierung gefeit, aber nur wenige Frauen können ihr Recht auf Nicht-Diskriminierung durchsetzen. Zentrales Thema war und bleibt Armutsbekämpfung. Die Feminisierung von Armut ist eine Herausforderung. Immer noch sind 70 Prozent der in absoluter Armut lebenden Personen Frauen – trotz Weltfrauenkonferenzen, trotz Millenniums-erklärung, trotz der UN-Agenda 2030, die niemand zurücklassen will. Immerhin sind 2020 viele Frauen wie Männer weniger arm und müssen nicht hungern. Die Covid-19- Pandemie wird das wieder verschlechtern. Die Feminisierung der Armut verletzt Menschenrechte von Frauen, weil sie ihre sozialen, wirtschaftlichen und politischen Bedürfnisse nicht einfordern können. Dabei geht es um materielle Armut, aber auch um den Zugang zu Ressourcen. Öffentliche Dienstleistungen der Daseinsvorsorge für Bildung, Mobilität, Gesundheit stehen Frauen vor allem in ländlichen Gebieten nicht zur Verfügung. Ohne eine dauerhafte Beseitigung der Diskrimierung von Frauen werden sich die globalen Probleme nicht lösen lassen.

Arbeit und Klima versöhnen
Impulse für einen klimaneutralen Umbau der Wirtschaft
240 Seiten, br., € 25,00
978-3-7410-0271-7
Wir leben in einer Zeit des globalen Umbruchs. Krisen von nie geahnten Ausmaßes erfassen Länder, Staaten und Gesellschaften rund um den Globus. Nichts wird bleiben, wie es war. Dabei ist die Heftigkeit durch die Parallelität mehrerer Krisen und Katastrophen, die gleichzeitig alle Lebens- und Wirtschaftsbereiche überrollen, in dieser Form noch nie dagewesen. Pandemien, ein globaler wirtschaftlicher Einbruch mit der Schwere einer Weltwirtschaftskrise, Transformation von Wirtschaft und Industrie, aber vor allem eine ungebändigte Klimaveränderung, deren Konsequenzen niemand abschätzen kann, alle diese Erdbeben binden unser Leben und Arbeiten dieser Tage. Corona wird bald eingedämmt und besiegt werden, hoffentlich. Aber der Klimawandel bleibt.
Vor diesem Hintergrund einer Welt unter grauen, tief dunklen Wolken gilt es Ansätze zu finden, die aufzeigen wie „Anders leben“ und „Anders arbeiten wie wirtschaften“ gehen kann.
Dieses Buch erhebt nicht den Anspruch, Patentantworten liefern zu können. Wer kann das derzeit? Niemand. Vielmehr geht es darum, gemäß dem Motto „Der Weg ist das Ziel“, Impulse und Einblicke zu geben, wie z.B. eine klimaneutrale Stahlindustrie aussehen könnte, politische Programmatiken eines gewerkschaftlichen Green Deals in der Energiepolitik aussehen können, Einblicke in Regionen zu bieten, die konkret sich mit den Herausforderungen des Ausstiegs aus der Braunkohleförderung befassen und sozial-ökologisches Denken zur Grundlage des Handelns machen. Auch Diskurse mit Vertretern von Friday for Future sind dabei, denn diese Veröffentlichung möchte einen kleinen Baustein dazu beitragen, dass Zukunft machbar ist, dass Nachhaltigkeit bei gleichzeitiger „guter Arbeit“ unser Denken und Handeln bestimmt.

Reiche, Dirk / Wietstock, Rainer / Wolf, Klaus
Von der Mitbestimmung zur Mitgestaltung
Handbuch zum Aufbau proaktiver, professioneller und profitabler Betriebsratsarbeit
3. aktualisierte Auflage, 03.2021
192 Seiten, br., € 22,00
978-3-7410-0264-9
Mitgestaltung ist die Königsklasse der Mitbestimmung. Wer in dieser Liga mitspielt, hat Spaß an seiner Betriebsratsarbeit, schafft gute Bedingungen für die Kollegen und bringt das Unternehmen voran. Wie Betriebsräte sich innerhalb einer Wahlperiode auf den Weg in die Spitzenklasse machen können, beschreiben Dirk Reiche und Klaus Wolf im diesem Buch anschaulich und unterhaltsam.
Sie vergleichen den Aufbau einer modernen Betriebsratsarbeit mit dem Bau eines „Hauses des Entwicklung“. Erst gilt es ein Fundament in Form eines gemeinsamen Rollenverständnisses und eines guten Umgangs miteinander zu schaffen. Danach werden die Wände hochgezogen. Nach dem ProWorks Programm, das die Autoren entwickelt haben, arbeiten die Betriebsräte dabei proaktiv, profitabel und professionell. Sie gehen proaktiv Themen an, die sie vorher anhand ihres Rollenverständnisses ermittelt haben. Sie entwickeln profitable Strategien, wie sie sich für die Kollegen einsetzen und dabei ihre Stellung im Unternehmen stärken. Zum Schluss kann das Dach aufgesetzt werden in Form von professioneller Kommunikation nach innen und außen. Anhand von vielen Beispielen, die sie während ihrer zehnjährigen Arbeit mit Betriebsräten gesammelt haben, zeigen die Autoren, wie moderne Betriebsratsarbeit hohe Durchschlagskraft erzielen kann.

#HOCHSCHULINITIATIVE DEMOKRATISCHER SOZIALISMUS (HG.)
Zwischen Corona-Absturz
und gesellschaftlichem Aufbruch
Perspektiven ds [2/2020]
246 S., br., € 12,80
978-3-7410-0235-9
Deutschland steht vor einem Wahljahr, das die Merkel-Ära beenden wird und eigentlich neue Chancen links der Mitte eröffnen sollte. Wie ist die Ausgangslage? Die SPD steht zwischen einbetoniert schlechten Werten in der Wahlfrage, verbreiteter Zustimmung zu ihrer Regierungspolitik der sozialen Corona-Maßnahmen und vollständiger Unsicherheit, was den Fortgang der Pandemie betrifft. In der Krise scheint alles möglich. Wir wagen zentrale Zukunftsfragen zu thematisieren, u.a. Arne Heise zu linker Wirtschaftspolitik, Nikolas Dörr zur Gesundheitspolitik, Oskar Niedermayer zum Parteiensystem, Martin Gorholt zu gesellschaftlichen und medialen Dimensionen der Krise, Edgar Einemann zu Pikettys „partizipativem“ Sozialismus und Horst Heimann zu neueren Debatten um den demokratischen Sozialismus. Dazu die jungen perspektiven die vor allem Argumente und Abgründe der „Identitätspolitik“ thematisieren.

Denis Newiak
Alles schon mal dagewesen.
Was wir aus Pandemie-Filmen für die Corona-Krise lernen können
120 S., br., 15,00 €
978-3-7410-0117-8
Binnen weniger Wochen hat sich unser aller vermeintlich so sicheres Leben geändert: Lockdown, Homeoffice, Kontakt-beschränkungen, tägliche Bulletins von Virologen, Protest-bewegungen und Verschwörungsfantasien.
Hätten wir darauf vorbereitet sein können? Aber ja – alles schon mal dagewesen: Im Kino!
Science-Fiction-Filme und -Serien setzen sich seit je her auf spekulative Weise mit der Zukunft und ihrem möglichen Verlauf, den sozialen Veränderungen und Konfliktfeldern auseinander, und haben viele Fragen, die mit der Viruserkrankung Covid-19 aufgeworfen wurden, bereits vorausgedacht, durchgearbeitet und versuchsweise beantwortet.
Der Blick auf einschlägige Filme wie Contagion (USA/AE 2011), Children of Men (USA/UK 2006) und Blindness (Die Stadt der Blinden, BR/CA/JP 2008) kann Handlungsoptionen aufzeigen und auf spielerischem Wege auf Konfliktlinien, die im Vorfeld, im Verlauf und im Nachgang von Pandemien gesellschaftlich relevant werden können, verweisen, sodass die aufmerksame und kritische Betrachtung Hilfestellung beim Umgang mit der Pandemie leisten kann. Denis Newiak sucht zwischen den Zeilen von Pandemie-Filmen und -Serien nach Ideen zur Bewältigung der sozialen, politischen und ökonomischen Herausforderungen der Krise. Können uns die filmischen Szenarien helfen, diese große Prüfung zu bestehen und gestärkt aus ihr hervorzugehen?

Brauckmann, Sarah
Alienität und Alterität
Raumkonzepte in den Filmen David Leans
480 Seiten, br., € 48,00
 978-3-7410-0373-8
Sei es die Suche nach Heimat und Identität in der scheinbar grenzenlosen Weite der Wüste (Lawrence of Arabia, 1962), die Flucht in die Stille der eiserstarrten Weite Russlands (Dr. Zhivago, 1965), der kollektive Widerstand im unbekannten Birma (The Bridge on the River Kwai, 1957) oder die verstörende Konfrontation mit sich selbst in der Fremde des polyphonen Indiens (A Passage to India, 1984) – Leans Filme, ihre Bildästhetik, aber vor allem ihre Geschichten von Begegnungen mit fremden Welten und unbekannten Kulturen, von teils privaten, teils großen Abenteuern sind bis heute unvergessen. In Erinnerung geblieben ist vor allem ihre bildgewaltige Erzählweise: großformatige Kameraeinstellungen wie die der purpurrot aufgehenden Sonne über der arabischen Wüste; das bizarr-romantisch verschneite Anwesen in Varykino oder die effektvolle und symbolträchtige Brückensprengung durch den tödlich verwundeten Nicholson Bilder, die sicherlich nicht nur die Kinoästhetik ihrer Zeit revolutioniert, sondern auch auf der Cinemascope-Leinwand den Zuschauer gefesselt und begeistert haben. Die Arbeitsthese dieses Buches ist, dass sich die Filme von David Lean über immer wiederkehrende Erzählmuster beschreiben lassen, bei denen ‚Räume‘ eine wichtige Funktion übernehmen. Räume übernehmen auch auf der Ebene der Erzählung eine Funktion und sind jenseits ihrer ästhetischen Erfahrbarkeit relevant. Zu Beginn von Leans Filmen findet der Zuschauer eine Art topografische Landkarte (topografische Räume) vor, die von unterschiedlichen Figuren mit jeweils unterschiedlichen Bedeutungen aufgeladen wird (semantische Räume). Was Leans Hauptfiguren mit bestimmten Räumen verbinden, widerspricht der herrschenden Norm ihres Umfeldes: Hier trifft Heimat auf Fremde, Himmel auf Hölle, Abenteuer auf Gefahrenpotenzial. An den Grenzen der Bedeutung von Räumen entstehen also inhaltliche Konflikte: Leans Hauptfiguren sind ‚anders‘, sehen ihre Welt ‚anders‘, entsprechen damit nicht der Norm und werden von ihrem Umfeld als Störfaktor wahrgenommen.

van den Berg, Susanne
«Aber Liebe … ist nur eine Geschichte»
Neurobiologische und psychologische Aspekte der Paarbeziehung im seriellen Erzählen
am Beispiel der Krankenhausserien Grey’s Anatomy und In aller Freundschaft.
362 Seiten, br., € 38,00
978-3-7410-0374-5
Inhaltlich stellt der Text zunächst die aktuelle neurobiologische und paarpsychologische Forschung zum Thema Liebesbeziehungen vor, ergänzt durch eine Übersicht der Entwicklung von Partnerschaften aus soziologischer und juristischer Perspektive. Da zwei Krankenhausserien im Mittelpunkt der Filmanalyse stehen, schließt der theoretische Teil mit einem historischen Abriss zu Serie und Krankenhausserie ab. Im Ergebnis der Filmanalyse erlaubt die interdisziplinäre Herangehensweise eine differenziertere Darstellung und Interpretation serialer Liebesbeziehungen jenseits der bisherigen Studien und den ihnen enthaltenen, eher pauschalisierend wirkenden Beschreibungen von Romantik und Idealisierung, aber auch entgegen den in den Kulturwissenschaften verbreiteten Vorstellungen von Liebe als Phänomen im Rahmen von Zuschreibungen oder Inszenierung. Kurz gefasst lassen sich die psychologischen und neurobiologischen Konstrukte der Verliebtheit und Bindung eingebettet in den narrativen seriellen Prozesscharakter gut einordnen, werden jedoch in Abhängigkeit von der Storyline und Filmästhetik der beiden Serien unterschiedlich konstruiert. Legt man weiterhin das psychologische Konstrukt der Paarqualität zugrunde, so lässt sich der Vorwurf der „Traumpaare und Traumhochzeiten“ nicht halten, vielmehr befinden sich die Serienpaare in desolaten, wenig wünschenswerten Verbindungen, denen es an Sicherheit, Vertrauen, Offenheit, Respekt sowie gegenseitiger Zuwendung und wesentlichen Gesprächen ganz offensichtlich mangelt. Im Ausblick werden mögliche Zuschauermotivationen und auch potentielle Auswirkungen auf die Vorstellung der Rezipienten über Paarbeziehungen reflektiert. Die Arbeit schließt mit einem Zitat von Precht, welches Liebe „vielleicht als wichtigste Schnittstelle zwischen Natur- und Geisteswissenschaften“ beschreibt: „In diesem Sinne nimmt dieses Projekt Bezug auf filmwissenschaftliche, psychologische und neurobiologische Erkenntnisse und schließt mit dem Wunsch nach einer auch zukünftig interdisziplinären Forschung, welche wechselseitig neue gedankliche Räume und Erkenntnisse eröffnen möge.“

Volk, Stefan
Skandalfilme
Cineastische Aufreger gestern und heute
352 Seiten,  zahlr. Abb., br., € 28,00
978-3-7410-0365-3
„Der schweinischste Film aller Zeiten“ titelte die Bild-Zeitung zum Deutschlandstart von Basic Instinct am 21. Mai 1992.
Heute ist die Aufregung kaum nachzuvollziehen. Die Filmgeschichte kennt viele Filme, die nach ihrem Erscheinen Wut, Abscheu oder Empörung hervorriefen und in ihrer Zeit zum Skandal wurden. Stefan Volk hat sich eine ganze Reihe dieser Filmskandale angeschaut: Warum wurde ein Film zum Skandalfilm? Welches Tabu wurde verletzt? Wie bewerten wir heute diesen Film?
So ist ein unterhaltsames Buch entstanden, das den Wandel von Sitten und moralischen Vorstellungen schildert und zugleich belegt, dass Film auch immer das Medium der Provokation gewesen ist. Die Neuauflage wurde durch ein Kapitel zu den Skandalfilmen der 2010er Jahre ergänzt (Die Unschuld der Muslime, The Interview, The Hunt).

Hoppe, Johanne
Von Kanonen und Spatzen
Die Diskursgeschichte der nach 1945 verbotenen NS-Filme
276 Seiten,  einige Abb., br., € 28,00
978-3-7410-0369-1
Nach der Besetzung Deutschlands im Jahr 1945 ordneten die Alliierten die Beschlagnahmung sämtlichen filmischen Materials an. Die Filme wurden nach einer Prüfung mit einer «A-» (unbedenklich), «B-» (Schnittauflagen) oder «C-» (Verbotsfilm) Kategorisierung versehen. Aufgrund des hohen Bedarfs kamen «A-» und «B-Filme» bald wieder in die Kinos. Die Liste der «C-Filme» enthielt zwischen 200 und 300 Titeln und wurde im Jahr 1949 an die Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft übergeben. 1966 übernahm die Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung mit ihrer Gründung die Auswertungsrechte. Von 1966 bis heute hat das Stiftungskuratorium die Liste der Vorbehaltsfilme nach Prüfung auf ca. 44 Filmtitel verringert. Dieser Prozess der Überprüfung dauert nach Angaben des Stiftungsvorstandes weiter an. Die Stiftung verwendet heute die Attribuierung «Unter Vorbehalt» statt der Zuschreibung «C-Film». Während nach wie vor alle Filme der FSK für eine Altersfreigabe eingereicht werden müssen, sieht die Stiftung für die Vorbehaltsfilme weitere Vorführungsvoraussetzungen vor: Vor jeder Vorführung muss ein wissenschaftlicher Vortrag zur Rahmung des Films gehalten werden. Nach der Vorführung soll das Publikum die Möglichkeit zu einer moderierten Diskussion haben. Bei Anfragen aus dem Ausland holt die Stiftung die Zustimmung des Auswärtigen Amtes ein. Eine digitale Verbreitung zu wissenschaftlichen oder didaktischen Zwecken ist nicht vorgesehen, während die Filme jedoch auf obskuren Internetseiten größtenteils verfügbar oder als DVD käuflich zu erwerben sind. Diese Arbeit beleuchtet den historischen Diskurs um die Verbotsfilme: Welche Attribuierungen gebrauchten die Alliierten, um einen Film als «C-Film» einzustufen? Welche Zuschreibungen haben die Murnau-Stiftung bzw. die FSK übernommen und wie haben sich in der Folge innerhalb der Institutionen die Beurteilungen und Zuschreibungen geändert? Wie war der Umgang mit NS-Filmen in der DDR? Welche sonstigen Interessen – vor allem politischer und ökonomischer Natur – beeinflussen den Umgang der Rechteinhabenden mit den Filmwerken?


Schröter, Felix
Spiel | Figur
Theorie und Ästhetik der Computerspielfigur
348 Seiten,  einige Abb., br., € 34,00
978-3-7410-0358-5
Figuren sind ein zentrales Attraktionsmoment aktueller Computerspiele, doch ihre medienwissenschaftliche Erforschung ist bislang nur in Ansätzen erfolgt. Diese Arbeit schließt diese Forschungslücke, indem sie allgemeine Gestaltungsprinzipien und Wirkungsweisen von Computerspielfiguren in figurenzentrierten Mainstreamspielen untersucht. So trägt sie im Rahmen ihrer Beschäftigung mit der Darstellung, Ontologie und Rezeption von Computerspielfiguren dazu bei, die verstreuten Forschungsbefunde zu systematisieren und in einen einheitlichen Theorierahmen einzuordnen. Dabei werden Ansätze der kognitiven Film- und Medientheorie, der transmedialen Narratologie und der Game Studies zusammengeführt, um Figuren als fiktive Wesen, Spielfiguren und Repräsentationen von Spielerinnen zu beschreiben. Die systematische Herleitung und Ausdifferenzierung unterschiedlicher Modi der Darstellung und Rezeption von Computerspielfiguren erlaubt, die Ästhetik spielergesteuerter, computergesteuerter und Mitspieler-gesteuerter Figuren theoretisch fundiert und begrifflich präzise zu beschreiben. So erweisen sich Figuren als Kulminationspunkt für körperlich-affektive Erfahrungen von Subjektivität und Embodiment, als Objekt vielfältiger Formen emotionaler Anteilnahme und als Element ‚strukturierter Sozialität‘ in Mehrspieler-Kontexten. Ihre Analyse wirft dadurch auch ein Licht auf den Zusammenhang ästhetischer Gestaltung und ästhetischer Wahrnehmung im Computerspiel generell.

Mut
Cinema 66
216 Seiten, br., € 25,00
978-3-7410-0466-7
Neben einem neuen Layout gibt es ein neues redaktionelles Konzept — Schweizer Filmschaffen und Filmkultur treten mehr in den Vordergrund. Neu sind besonders gelungene Berichte oder auch Interviews zum Festivaljahr von Filmschaffenden, in der Festivalorganisation Tätigen, in der Filmförderung und Archivierung. Das Thema Mut stellt die oft gestellte Frage: Fehlt es dem Schweizer Filmschaffen an Mut? Hier erhalten durchaus provokante Stimmen eine Plattform, es geht um Filmförderung, aber auch die Auswahl wo und wie Filme gezeigt werden. Wie gewohnt bündeln rund 40 Filmkritiken in der Rubrik Sélection das Schweizer Filmschaffen in all seiner Vielfalt. Seien Sie gespannt.

#HOCHSCHULINITIATIVE DEMOKRATISCHER SOZIALISMUS (HG.)
«DIE WELT WIRD EINE ANDERE»
VIRUS UND GESELLSCHAFT
Perspektiven ds [1/2020]
318 S., br., € 12,80
978-3-7410-0234-2
 Diese Ausgabe der perspektiven ds fragt im Schwerpunkt  nach den gesellschaftlichen Folgen der Pandemie. Wird die Welt eine andere? Welche Schockwellen aus Zusammenbrüchen und beschleunigtem Zeitenwandel wird das Virus auslösen? Wie nachhaltig verändert das social distancing und der vorübergehend weitgehende Stillstand unsere sozialen Strukturen, das politische Handeln und die finanzmarktgetriebene Ökonomie? Europa hat lange gebraucht, um gemeinsame Antworten zu finden, ein „Zerfall Europas“ schien nicht mehr ausgeschlossen. Alle Entscheidungen wurden mit starken nationalen Exekutiven gefällt. Demokratie, Menschenrechte und liberale Politik kamen weiter unter Druck, auch in Deutschland fürchten sich viele, dass die früheren Freiheiten nicht wiederhergestellt werden. Die „neue Normalität“, das Leben mit dem Virus, ist eine anstrengende Angelegenheit mit vielen Einschränkungen und Auflagen. Wie lange wird die Gesellschaft das durchhalten, solange es keinen Impfstoff und keine Medizin gibt?
Wer wird die Krise bezahlen müssen, wie sind Wohlstandsverluste und die Verschärfung sozialer Spaltungen abzuwenden? Läuft das alles auf ein großes Katastrophenszenario zu? Oder birgt diese Krise gerade Chancen für den Einstieg in eine bessere Welt, etwa weil das „Systemrelevante“ jetzt der Willkür des Marktes entzogen wurde? Haben ein starker fürsorglicher Staat, öffentliche Güter, eine neue Solidarität, Vernunft und neuer Gemeinsinn nicht gerade ein Comeback erlebt? Kann die Krise gar die Transformation hin zu einem nachhaltigen und entschleunigten Konsum- und Lebensmodell fördern?
In einem zweiten Schwerpunkt beziehen wir das Diktum die Welt wird eine andere auf Fragen sozialdemokratischer Theorie und Praxis. Der diesjährige 200. Geburtstag von Friedrich Engels und der 170. Geburtstag von Eduard Bernstein sind willkommene Anlässe, aus unterschiedlichen Blickwinkeln nach sozialdemokratischer Reformpolitik und sozialistischen Transformationsvorstellungen zu fragen. Zudem widmet sich diese Ausgabe der perspektivends, auch mit Blick auf 30 Jahre Deutsche Einheit, erneut wichtigen geschichtspolitischen Fragestellungen und Aspekten.

Zeitschrift montageAV #29
232 S., einige Abb., br., € 16,90
978-3-7410-0122-2
Die aktuelle Ausgabe der Zeitschrift montageAV kommt in neuen Design. Sie beschäftigt sich mit den Methoden der Filmwissenschaft unter dem Aspekt der Digitalisierung und fragt, ob Filmanalyse mit dem Einsatz von Big Data neu gedacht werden muss und ob die computergestützte Auswertung stilistischer Merkmale neue Erkenntnisse zum Verständnis bewegter Bilder bringt.
Aus dem Inhalt montage AV Heft 29/01/2020
Betreff Digitale Praktiken:
Virginia Kuhn: Die Rhetorik des Remix
Malte Hagener / Dieter Kammerer: Infrastrukturierung der Filmforschung. Auf dem Weg zu digitalen Forschungsumgebungen im Netz?
Johannes Pause / Niels-Oliver Walkowski: Welten abnehmenden Lichts. Ein Multi-Scale Viewing des Politthrillers
Vrääth Öhner: Mapping als Praxis der Orientierung. Filmwissenschaft im «verteilten Archiv»
Jan-Hendrik Bakels / Matthias Grotkopp / Thomas Scherer / Jasper Stratil: Digitale Empirie? Computergestützte Filmanalyse...
Sarah-Mai Dang: Forschungsdatenmanagement in der Filmwissenschaft. Daten, Praktiken und Erkenntnisprozesse
Anja Sattelmacher: Ein Digitalisat ist niemals Ersatz für das analoge Filmobjekt?…Interview mit Miriam Reiche, Restauratorin...
                                                                   Weitere Beiträge aus Projektwerkstatt und zur Ästhetischen Eigenzeit ergänzen das Heft


Einführung in die Filmgeschichte Band 1
Von den Anfängen des Films bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges.
Der internationale Film von 1895 bis 1945
500 S., zahlr. Abb., br., € 38,00
978-3-89472-496-2
Dieser Band behandelt die ersten 50 Jahre seit Erfindung des Films unter besonderer Berücksichtigung nationaler Entwicklungen.
Im Dezember 1895 führten die Brüder Lumière ihren Kinematographen erstmals öffentlich vor. Ihre Kürzestfilme fanden ein begeistertes Publikum und galten als noch nie dagewesene Sensation. Ein neues Medium, dessen Entwicklungspotenzial noch nicht absehbar war, feierte seine Geburtsstunde und verbreitete sich im Nu rund um den Globus.
Zugegeben: Das meist mit wenig Geld und in kurzer Zeit produzierte Kurzfutter, das hauptsächlich auf Jahrmärkten und in Varietés gezeigt wurde, bescherte dem Film zunächst einen schlechten Ruf. Ab 1905 begann sich Film jedoch langsam, aber sicher vom Kino der Attraktionen – einem Kino, das vor allem Spektakuläres zeigt und ohne längere Geschichte auskommt – weg- und zum Erzählkino hinzubewegen. In den 1910er-Jahren schließlich holten innovative Filmemacher das junge Medium definitiv aus der Schmuddelecke und machten es zu einer Kunstform, indem sie die dem Film eigenen Gestaltungsmittel entdeckten und weiterentwickelten. Eine Pionierrolle übernahm dabei in den USA der Regisseur David Wark Griffith.
In zahlreichen Ländern entwickelten sich Alternativen zum Hollywoodstil. Schon in den 1910er- und 1920er-Jahren gingen verschiedene Filmnationen erfolgreich eigene Wege. Beispiele dafür sind etwa das skandinavische Filmwunder, das beeindruckende Landschaften und kongenial inszenierte, schicksalshafte Geschichten auf die Leinwand brachte, oder der Expressionismus des Weimarer Kinos, einer der innovativsten Phasen des deutschen Films. Frankreich brachte nach dem Ersten Weltkrieg ein erzählerisch ganz andersartiges Kino und, analog zu Deutschland, eine starke Avantgardebewegung hervor.
In Russland setzte mit der Revolution von 1917 die zunächst radikalste Neuorientierung des Filmschaffens ein. In dem weitgehend von Hungersnöten und Analphabetismus geplagten Land erhielt der Film, die «wichtigste aller Künste», wie Lenin gesagt haben soll, eine wichtige neue Funktion: die der Bildung und Aufklärung. Das sogenannte Montagekino stellte eine wahrhaft revolutionäre Alternative zu Hollywoods Erzählkino dar.
In die 1920er- und 1930er-Jahre fallen auch zwei für das Kino folgenreiche Innovationen, die beide von Hollywood ausgingen: der Tonfilm, der zunächst nicht nur positive Auswirkungen auf die Filmsprache zeitigte, und der Farbfilm. Viele dieser filmtechnischen Innovationen – neben Farbe und Ton auch Breitbild oder 3-D – waren oft schon seit Jahrzehnten vorhanden, konnten sich aber erst durchsetzen, als sie über die nötige Marktreife und das ökonomische Potenzial verfügten. Ab 1930 waren die meisten großen Filmnationen von schweren Umwälzungen, von wirtschaftlicher Instabilität, politischem Extremismus und Kriegsgefahr geprägt. Deshalb erhielt der Film in vielen Ländern eine stark propagandistische Funktion.
Inhaltsübersicht:
Einleitung
Von 1895 bis 1945: Eine soziokulturelle und politische Skizze
Der frühe Film
Serials
Slapstick
Vom Kurzfilm zum Langfilm / Die Bedeutung des Pioniers David Wark Griffith
Viktor Sidler: Die Anfänge des italienischen Films: Monumentalfilme und Divismo
Das skandinavische Filmwunder von 1930 bis in die 1930er-Jahre
Hollywood – der Ort des klassischen Kinos
Viktor Sidler, Der französische Film der 1910er und 1920er-Jahre
Das Weimarer Kino
Die erste Goldene Ära des japanischen Films in der 1920er- und
1930er-Jahren
Der russische Revolutionsfilm
Alan Corsland THE JAZZ SINGER (1927) und die Wende zum Tonfilm
Der sozialistische Realismus
Frankreich Poetischer Realismus und Volksfront-Kino
Das Kino des New Deal
Technicolor
Nazi-Kino: Film als Propaganda und Verführung
Der frühe Film noir

Alle 3 Bände der Einführung in die Filmgeschichte im Paket
mit den 7 DVDs der Box FILMGESCHICHTE WELTWEIT
(arte edition / absolut MEDIEN) zusammen zum Sonderpreis € 120,- zusammen 978-3-7410-0367-7
 

EINFÜHRUNG IN DIE FILMGESCHICHTE 
BAND 1
VON 1895 BIS 1945
Im Dezember 1895 führten die Brüder Lumière ihren Kinematographen erstmals öffentlich vor. Ihre Kürzestfilme fanden ein begeistertes Publikum und galten als noch nie dagewesene Sensation. Ein neues Medium, dessen Entwicklungspotenzial noch nicht absehbar war, feierte seine Geburtsstunde und verbreitete sich im Nu rund um den Globus.
Ab 1905 begann sich Film jedoch langsam, aber sicher vom Kino der Attraktionen – einem Kino, das vor allem Spektakuläres zeigt und ohne längere Geschichte auskommt – weg- und zum Erzählkino hinzubewegen. In den 1910er-Jahren schließlich holten innovative Filmemacher das junge Medium definitiv aus der Schmuddelecke und machten es zu einer Kunstform, indem sie die dem Film eigenen Gestaltungsmittel entdeckten und weiterentwickelten

 



EINFÜHRUNG IN DIE FILMGESCHICHTE 
BAND 2
VON 1945–1968
Die wichtigsten Strömungen Ende der vierziger Jahre bilden der Film Noir und der italienische Neorealismus. Derweilen sieht sich der Hollywoodfilm im Kampf gegen das Fernsehen. Ende der Fünfzigerjahre kommt es zu Erneuerungsbewegungen, den Neue Wellen. InWesteuropa sind dies die französische Nouvelle Vague, das britische Free Cinema und die British New Wave sowie der Junge Deutsche Film, Auch im osteuropäischen Kino entstehen vielerlei Neue Wellen, auch wenn sie gegen Zensurmaßnahmen zu kämpfen haben wie in der DDR mit den sogenannten Kaninchenfilmen, das tschechoslowakische Filmwunder des Prager Frühlings, das sowjetische Tauwetter, aber auch die schwarze Welle in Jugoslawien. Der Italowestern sowie die Erfolgsserie James Bond in den Sechzigerjahren und das New American Cinema, die japanische Nuberu bagu sowie das brasilianischen Cinema nôvo

EINFÜHRUNG IN DIE FILMGESCHICHTE, BAND 3 NEW HOLLYWOOD BIS DOGMA 95
In dieser Einführung in die Neuere Filmgeschichte wird statt eines schwer durchschaubaren Gesamtüberblicks  die Geschichte des Mediums anhand einzelner kompakter  Schwerpunktthemen illustriert. Jedes wird von verschiedenen Autoren in lesbaren Aufsätzen dargestellt, die dabei nicht nur einen Überblick über die wichtigsten  Hintergründe einer Epoche geben, sondern deren ästhetische Merkmale handgreiflich zu machen. Unabhängig vom historischen Interesse eignet sich das Buch  auch hervorragend als Nachschlagewerk zu aktuellen Entwicklungen und Strömungen im Film z.B. Digitalisierung, Bollywood, Hongkong-Kino, politisches Kino, iranisches Kino usw. Zu jedem Kapitel wird mindestens ein Beispielfilm ausführlicher vorgestellt

 


FILMGESCHICHTE WELTWEIT arte edition 
7 DVDs in einer Box
16 Filme, 
15 Filmemacher, 
20 Stunden klug unterhalten!
Martin Scorsese nimmt uns mit auf eine Tour durch das US-amerikanische Kino, Oshima Nagisa lässt 100 Jahre japanisches Kino 
an uns vorüberziehen, 
Mad Max-Regisseur George Miller begleitet uns durch den australischen, Stephen Frears durch den britischen, Mrinal Sen durch den indischen Film des vergangenen cineastischen Jahrhunderts. 
Edgar Reitz versammelt die Großmeister deutscher Filmkunst, Stanley Kwan liest das chinesische Kino im Zeichen von Gender und Körperpolitik, 
Jean-Luc Godard grantelt widerborstig gegen cineastische Feierstunden, bis wiederum Martin Scorsese eine grandiose Reise ins Italien Fellinis, Antonionis und Viscontis 
 
 
 

 


Für Slapstick-Junkies die ultimative Dröhnung:

Norbert Aping
Es darf gelacht werden: von Männern ohne Nerven und Vätern der Klamotte
Lexikon der Slapstickserien im Fernsehen Ost und West
420 S., Abb., br., € 24,90
978-3-7410-0339-4
Viele erinnern sich aus ihrer Jugend an die Slapstick-Serien im Vorabendprogramm, die bis Ende der 1990er Jahre regelmäßig ausgestrahlt wurden.
Veröffentlichungen über die Geschichte des Fernsehens in der Bundesrepublik Deutschland und der DDR sowie über TV-Serien haben sich allerdings mit diesen Serien bisher kaum befasst. Diese Lücke in der deutschen Fernsehgeschichte schließt diese Arbeit. In lexikalischer Form werden die Serien, ihre Resonanzen, Hintergründe und „Macher" vorgestellt, ebenso die berühmten bekannten und weniger bekannten Komiker der verwendeten Originalfilm
Die Serien werden auch in den Kontext der Fernsehpolitik des Kalten Krieges gestellt, die zeitweise befürchtete, das Fernsehen könne die Zuschauer des jeweils anderen deutschen Staates beeinflussen. Das DDR-Fernsehen reagierte auf bundesdeutsche Slapstick-Serien zuweilen mit eigenen Serien, deren Anzahl allerdings hinter dem bundesdeutschen Volumen zurückblieb.
Pionier der Slapstick-Serien im deutschen Fernsehen ist Werner Schwier, der von 1961 bis 1965 gut 50 Folgen der Serie „Es darf gelacht werden" im Abendprogramm der ARD präsentierte. Heute existieren davon nur noch zwei unzugängliche Folgen. Der Inhalt der Serie ließ sich dennoch vollständig rekonstruieren. Gemeinsam mit dem Pianisten Konrad Elfers ließ Schwier im Fernsehstudio als Stummfilm-Erklärer vor Zuschauern das Kino-Ambiente der 1910er-Jahre lebendig werden. Das DDR-Fernsehen versuchte Anfang 1965 mit weniger Aufwand, daran mit der kurzlebigen, fünfteiligen DDR-Serie „Lachparade" anzuknüpfen. Schwier und Elfers waren bis Anfang der 1960er-Jahre knapp zehn Jahre erfolgreich mit Live-Präsentationen von Stummfilmen bei Studentenfesten, in Filmclubs und in Kinos aufgetreten und übertrugen ihr Format auf „Es darf gelacht werden". Ihr Vorbild war unter anderem Walter Jerven, der ab Beginn der 1930er-Jahre stumme Kompilationsfilme wie „Glanz und Elend der Flimmerkiste" im Kino „launig kommentierte". Nach Jervens Tod 1945 reiste sein Mitarbeiter Friedrich Martin mit „Raritäten aus der Flimmerkiste" durch die Kinos. Als Martin starb, führte das auf Schwiers Empfehlung sein Freund Charly Dühlmeyer, ebenfalls bis Anfang der 1960er-Jahre, erfolgreich fort.
Im filmografischen Anhang werden die Serien und ihre einzelnen Folgen chronologisch aufbereitet. Eine besondere Schwierigkeit lag in der Identifizierung der rund 1.000 verwendeten Originalfilme, die bis auf wenige Ausnahmen gelungen ist.

Malte Wirtz
Das Leben ist kein Drehbuch
Filme machen ohne Geld
Mit Zeichnungen von Oliver Vilzmann
120 S., br., 12,90 €
978-3-7410-0366-0
Wie mache ich einen Film ohne Fördermittel und Senderbeteiligung? Wie setze ich meine Ideen um? Mit welchen Einschränkungen muss ich rechnen? Was ist der Nutzen von Crowdfunding? Wie überzeuge ich andere Menschen aus dem Filmgeschäft? Macht es Spaß? Was sind die Vorteile? Muss ich eine Filmschule besuchen, um Filme machen zu können? Mit diesem Buch will ich versuchen Euch Hilfen zu geben, Euren Film auf die Leinwand, ins Fernsehen, oder auf VOD-Plattformen zu bekommen. Zu allererst müsst ihr den Film drehen. Heutzutage ist es nicht zwingend notwendig, ein fertiges Drehbuch zu haben, um mit dem Filmen zu beginnen. Ein Drehbuch ist kein eigenständiges Kunstwerk, es ist ein Werkzeug, um ein Kunstwerk, einen Film zu erstellen. Anders als ein Theaterstück werden Drehbücher in der Regel nicht abgedruckt und haben tatsächlich nur den Nutzen, allen Beteiligten bei der Entstehung des Films zu helfen. Dieser Nutzen ist allerdings zum Teil riesengroß, da eine gut geschriebene Szene einem ganzen Team die gleiche Vision vermitteln kann. Wenn sie weniger gut geschrieben ist, benötigt es einen Regisseur, der den Beteiligten seine Vorstellung vermittelt. Im Idealfall ziehen alle an einem Strang und versuchen das Gleiche umzusetzen; daher ist die präzise Formulierung der Idee in Form eines Drehbuchs sehr hilfreich. Malte Wirtz , geboren 1979 in Marburg/Lahn. 2001-2005 Studium der Theater- und Filmregie ander Athanor Akademie. Sein Abschlussfilm HINTER DEM GLÜCK wurde vom FFFBayern gefördert und lief auf zahlreichen Festivals. Am Jungen Theater Leverkusen inszenierte er den Heiratsantrag von A. Tschechow und Frühlingserwachen von F. Wedekind. Anschließend inszenierte er am Kammerspielchen Wuppertal, Bühnen der Kulturen und im HAU. Sein interaktives Theaterstück “myWorld” wurde von der Stadt Köln gefördert und im artheater und im Ballhaus OST aufgeführt. 2015 kam sein Debütfilm VOLL PAULA! in die deutschen Kinos. Im Anschluss schrieb er zwei Theaterstücke “Lenny” und “Das Risotto-Treffen”. Sein zweiter Langspielfilm HARD & UGLY wurde auf mehreren Festivals (Achtung Berlin, Lichter Filmfest, uvm.) gezeigt und lief im Herbst 2017 in den Kinos. Zur Zeit arbeitet er an seinem fünften Film GESCHLECHTERKRISE. Mehrere seiner Filme wurden von Amazon Prime und MUBI ausgewählt.


Klassiker des russischen und sowjetischen Films Bd. 2
Reihe: Klassiker des osteuropäischen Films
256 S.,  Abb., br., € 14,90
Mit Beiträgen von Dominik Graf u.a.
978-3-89472-974-5
KLASSIKER des osteuropäischen Films - Filme sind kulturelle Artefakte, deren Bilder und Geschichten stets auch einen Einblick in die Kultur und Gesellschaft einer Nation eröffnen. Ziel dieser Reihe ist es daher, die Filmproduktion der osteuropäischen Länder und Nationen sowie deren wechselhafte Geschichte einem deutschsprachigen Publikum anhand ihrer Filmklassiker erstmals umfassend näherzubringen. Die Bände adressieren neben einem Fachpublikum ein breites Publikum, das sich mit dem osteuropäischen Kino in seiner ganzen Vielfalt vertraut machen möchte. Bereits erschienen: Klassiker des russischen und sowjetischen Films Bd. 1
Die vorgestellten Filme im Band 2:


Christian G Salis
Der Böse steht noch einmal auf ...
und andere Klischees aus Hollywood-Filmen
4. Auflage
112 S., br., 9,90 €
978-3-89472-446-7
Der Böse steht noch einmal auf - eine der ewigen Wahrheiten aus Hollywood-Filmen. Christian Georg Salis hat die schönsten in diesem Buch gesammelt: Jeder kann einen Jumbo-Jet landen. Überall findet man sofort einen Parkplatz. Unschuldige haben kein Alibi. Aus der Einkaufstüte ragt ein Baguette heraus. Wissenschaftler sind wahnsinnig. Beim Sex wird nicht gelacht. Man kann alles schaffen, wenn man nur an sich glaubt - und am Ende ergibt alles einen Sinn ... Ein witziges Buch für alle, de gern ins Kino gehen
„Sehr lustig!" Freundin
„Ein witziges, kurzweiliges Buch für alle, die gern ins Kino gehen." faz.net
„Ein Schmunzelfest für Filmkenner!" Woman
Schmunzeln muss man oft."Der Tagesspiegel
„vergnügliche Sammlung"Cinema
„Kurzweilige Sammlung (...). Witzig!"TV Movie


Carsten Peter
Grundlagen der Kinobeschallung
132 S., Abb., br., € 24,90
978-3-7410-0364-6
Dieses Buch stellt das Thema "Kinobeschallung" übersichtlich und allgemeinverständlich dar.
In den letzten 20 Jahren gab es eine Vielzahl technischer Innovationen und Neuerungen beim Kinosound. Digitalisierung, immersive Formate wie Dolby Atmos, leistungsfähigere Lautsprecher, alternativer Content oder spektakuläre Mischungen der Filmtonmeister sind nur einige Aspekte. Wie eine moderne Kinobeschallung dies eindrucksvoll umsetzt, wird in 13 Kapiteln mit vielen Abbildungen, Skizzen und Fotos strukturiert und gut nachvollziehbar erklärt.
Neben den Grundlagen und raumakustischen Aspekten werden die unterschiedlichen Lautsprecher, Verstärker und DSP-Prozessoren erläutert. Damit auch das Zusammenspiel dieser Komponenten funktioniert, wird weiter auf die Planung, den Signalweg und die Inbetriebnahme mit Einmessung eingegangen. Zusätzlich gibt es hilfreiche Expertentipps zur Optimierung neuer und bestehender Anlagen. Für wen ist dieses Buch interessant? Kurzum für alle, die sich beruflich oder privat für das Thema Kino interessieren. Das können Kinobetreiber, technisches Personal, Studenten, Tonmeister, Filmschaffende oder der klassische Cineast sein. Einfach alle, die mehr über guten Ton im Kinosaal und die dafür nötigen Hintergründe erfahren möchten.


Jelena Rakin
Film Farbe Fläche. Ästhetik des kolorierten Bildes im Kino 1895-1930
256 S, br., zahlr. farb. Abb. 29,90
978-3-7410-0344-8
In der Zeitperiode von 1895 bis 1930 entstanden zahlreiche Farbfilmverfahren, sodass sich sagen lässt, dass der Film seit seinen Anfängen ein farbiges Medium war. In dieser Epoche decken sich die vielfältigen Manifestationen des farbigen Filmbildes zudem zeitlich mit den paradigmatischen Umbrüchen, welche die Farbe als materielle und ästhetische Kategorie erlebte. Die Arbeit untersucht unter theoretischen, intermedialen und diskursanalytischen Gesichtspunkten die spezifische Ästhetik des farbigen Stummfilms. Das Aufkommen industriell produzierter Farben in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts führte zu einer Konjunktur von farbigen Konsumartikeln wie kolorierten Fotografien und Druckbildern. Zeitgleich erschienen auch die eingefärbten Filme. Waren farbige Bilder und Gegenstände vor der Entdeckung der Teerfarben Luxusprodukte und den oberen gesellschaftlichen Schichten vorbehalten, so wurden sie um die Jahrhundertwende auch breiteren Massen zugänglich. Der Zusammenhang zwischen Film und anderen Farbprodukten erschliesst sich nicht zuletzt durch die gemeinsame Materialgrundlage, mithin sind die applizierten Filmfarben (wie Hand- und Schablonenkolorierung oder Virage) bereits in ihrer Materialität, aber auch in Hinsicht auf die Praktiken ihres Einsatzes, an einer Schnittstelle zwischen Kunstbild und Warenästhetik zu denken. Jelena Rakin untersucht die Ästhetik der applizierten Stummfilmfarbe unter verschiedenen Gesichtpunkten der Bildpraktiken und Diskurse der Moderne .. So werden die visuellen Eigenschaften der Filmfarbe im Kontext anderer farbiger Bildmedien der Epoche analysiert, es wird nach dem Zusammenhang zwischen der ästhetischen Wertschätzung der Farbe und der Materialität von industriell produzierten Farbstoffen gefragt; und die populären und akademischen historischen Diskurse über Farbe werden in ihrer Tragweite für die (normativen) Auffasungen vom Verhältnis der Farbe zum bewegten Bild ausgewertet 

Lyrik gegen das Vergessen
Gedichte aus Konzentrationslagern
Mit Illustrationen von Tina Stolt
3. Aufl.
176 S., br., € 16,90
978-3-7410-0269-4
„Das Geheimnis der Erlösung heißt Erinnerung“ – eine Erinnerung an die von der NS-Vernichtungsmaschinerie betroffenen Einzelschicksale, die die Herausgeber mit der dieser Lyrikanthologie anmahnen. Der Band präsentiert eine Auswahl von Gedichten, die der Germanist Michael Moll in einer ersten systematischen Sammlung zusammengetragen hat. Es sind persönliche Vermächtnisse von Häftlingen aus den nationalsozialistischen Todeslagern, die gegen das Vergessen der erlittenen grauenvollen Unmenschlichkeit angeschrieben haben.

Dieter Vaupel
„Etwas Schaden ist wohl bei den meisten Juden eingetreten"
Jüdisches Leben in Felsberg: Integration – Verfolgung –Erinnerung
320 S., zahlr. Abb., br., € 28,00
978-3-7410-0270-0
Die Studie spannt den Bogen von den ersten auffindbaren Spuren jüdischen Lebens in der nordhessischen Kleinstadt Felsberg bis zum Wiederentstehen einer jüdischen Gemeinde Anfang des 21. Jahrhunderts. Sie zeigt wie die Judenemanzipation im 19. Jahrhundert zunächst zu einem Aufblühen jüdischem Lebens, dem Bau einer Synagoge, der Gründung einer Schule und einer wachsenden Gemeinde führte, die 20 Prozent der Stadtbevölkerung ausmachte. Das gemeinsam Wohnen in enger Nachbarschaft, die wechselseitigen gesellschaftlichen und geschäftlichen Beziehungen zwischen jüdischen und nichtjüdischen Bürgern führten zu einer weitgehenden, wenn auch nicht immer spannungsfreien, Integration.
Beginnend mit der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten im Januar 1933 setzten, angetrieben durch einen fanatischen NSDAP-Ortsgruppenleiter, Diskriminierungen und Boykotte jüdischer Geschäfte sowie die Ausgrenzung aus dem sozialen und wirtschaftlichen Leben ein, die in der Aufstellung einer Felsberger Judenordnung gipfelten. Wem sein Leben lieb war, der verkaufte Haus, Hof und Inventar, meist weit unter dem tatsächlichen Wert, und flüchtete nach Übersee. Doch nicht allen gelang dies rechtzeitig. Nach den schlimmen Übergriffen während des Pogroms, in Felsberg bereits am 8. November 1938, bei dem es mit Robert Weinstein den ersten Toten gab, endete ihr Lebensweg in den Konzentrations- und Vernichtungslagern des Ostens.
Die Detailstudie reicht über das Jahr 1945 hinaus und geht exemplarisch nicht nur der Frage nach, wie die Ereignisse nach Kriegsende juristisch aufgearbeitet wurden, sondern auch, wie die beraubten und aus Felsberg vertriebenen Juden für das ihnen angetane Unrecht entschädigt worden sind. Dokumentiert wird anschließend, wie an das Schicksal der Felsberger Juden erinnert wurde, wenn auch erst viele Jahrzehnte später. Nach und nach etablierte sich eine lebendige Erinnerungskultur im Ort. Eine wieder entstehende jüdische Gemeinde bringt heute neues Leben in die alte Felsberger Synagoge.

Mathias Kopetzki
Überleben im Darsteller-Dschungel
WEGWEISER FÜR FREISCHAFFENDE SCHAUSPIELERINNEN
368 S., Abb., br., € 24,90
978-3-7410-0353-0
Jahr für Jahr strömen sie aus den Schauspielschulen, die angehenden Stars und KünstlerInnen, und in der Regel wissen sie nicht genau, wo es hingehen soll. Theater? Film? Fernsehen? Synchron? Alles zusammen, oder nichts davon? Gibt es abseits von Drehen und Stadttheater noch andere lukrative Arbeitsfelder für mich? Wie bin ich versichert? Habe ich steuerliche Vorteile? Gibt es in Gastverträgen an freien Theatern so etwas wie Gehaltstarife? Was steht mir als Gage bei einem Fernseh-Dreh zu? Wie gehe ich meine Film-Karriere an? Wie sieht ein gutes Demoband, ein gutes Schauspieler-Porträt aus? Wie bewerbe ich mich um Fördergelder für mein eigenes Projekt, und gibt es Tricks, wie ich sie am besten erhalte? Wie mache ich generell auf mich aufmerksam? Und schlichtweg: Wie überlebe ich?
Dieses Buch bietet durch Gespräche mit nahezu 50 ExpertInnen einen Wegweiser für alle SchauspielerInnen, die sich auf «den freien Markt» werfen. Es beleuchtet die Palette diverser Arbeits- und Problemfelder, die die Schauspielertätigkeit von heute ausmacht. Es zeigt, wohin dieser wunderschöne, aber brutale Beruf in den kommenden Jahren geht und gehen kann, und ist ein Angebot für Menschen, denen Spielen das Leben bedeutet, sich mit diesen vielen Möglichkeiten auseinanderzusetzen.
«Kopetzki gefällt mir: Er denkt, fragt und schreibt mit offenem Visier - frisch und fast forward!» Jan Josef Liefers
Mathias Kopetzki führt Interviews mit Leuten, die Antworten haben u.a.:
Christian Knappe (auf Schauspieler spezialisierter Steuerberater) | Kilian Riedhoff (Film- und Fernsehregisseur) | Alina Gause (Künstlerberaterin in Sachen Management, etc.) | Tim Garde (Schauspielcoach und Erfinder der «Typisierung») | Maria Gundolf (Leiterin Rote Nasen Krankenhausclowns) | Florian Battermann (Leiter Komödien Braunschweig u. Hannover) | Angelica Zacek (Pro Quote Bühne) | Andre Erkau (Filmregisseur und ehemaliger Schauspieler) | Clemens Erbach (Caster und Gründer der Plattform Filmmakers) | Friederike Bellstedt (Schauspiel-Professorin an der Folkwang) | Sören Fenner (Gründer Theaterjobs.de) | Thomas Frenz (Gründer der Synchron-Agentur Office of Arts) | Susanne Plassmann (Vortrags-Coach und Comedian) | und vielen mehr.

Mathias Kopetzki hat im Laufe seiner über zwanzigjährigen Schauspielkarriere so ziemlich alle Bereiche seines Berufes tangiert - weil ihn seit jeher die Vielseitigkeit daran interessiert. Geboren 1973 in Osnabrück, absolvierte er seine Schauspielausbildung an der Universität für Musik und darstellende Kunst "Mozarteum" in Salzburg, und war anschließend knapp zehn Jahre in festen Ensembles tätig (am Schauspiel Köln, Berliner Ensemble, Schauspielhaus Graz, etc.), bevor er sich 2006 entschloss, seiner eigentlichen Berufung nachzugehen, und  freischaffend zu arbeiten. Seitdem arbeitet er schauspielerisch weiterhin in den unterschiedlichsten Genres am Theater (an kommunalen Bühnen, wie auch bei Freilichtspielen, an der Oper, im Tanztheater, in Musicals, in der Off-Szene, im Boulevard oder auf Tournee), dreht aber auch für Film und Fernsehen, synchronisiert unzählige Filme und Serien, spricht Dokumentationen, Videospiele, Hörspiele und -bücher, macht Werbung, entwickelt eigene Produktionen, Liederabende und Performances, doziert an Schauspielschulen, tourte als Sänger in einer Rockband, und arbeitet nicht zuletzt seit vielen Jahren erfolgreich als Schriftsteller. 2011 erschien sein autobiografisches Romandebüt Teheran im Bauch bei Random House. Es folgten Im Sarg nach Prag (Piper, 2012), Bombenstimmung (Lübbe, 2017) und 2018 die Politsatire Deutschland, ein Sommertrip - Wie die 68er mir mein Leben versifften. Mit allen Büchern ist er in zahllosen Lesungen und Vorträgen quer durch den deutschsprachigen Raum unterwegs. Kopetzki lebt in Berlin und könnte Veranstaltungen zu seinem neuen Buch machen. www.mathiaskopetzki.de



Christian Petzold
AUGENBLICK 75/76 - Konstanzer Hefte zur Medienwissenschaft
BEITRÄGE ZU FILM, FERNSEHEN, MEDIEN
Drei Hefte im Jahr, Im Abo € 30,00
Einzelheft   € 12,90
978-3-7410-0206-9
«Das Kino sieht, was noch nicht empirisch erfasst ist.» So brachte einmal Christian Petzold sein Bild des Kinos in eine pointierte Formel. Die Zeitschrift Augenblick widmet eine Doppelnummer einem ausführlichen Gespräch mit dem Regisseur (u.a Wolfsburg, Yella, Barbara, Transit). Christian Petzolds Filme sind eine ebenso subtile wie komplexe Bestandsaufnahme der Gegenwart und Geschichte Deutschlands im 20. Jahrhundert. Und sie sind so irritierend und bewegend, nachdenklich und behutsam, dass der Film lange nachhallt und einen besonderen Resonanzraum erzeugt: das Nachdenken über die Gegenwart und den nun ansichtig gewordenen filmischen Blick auf den Stand der Dinge. Christians Petzolds neuer Film UNDINE hat auf der Berlinale 2020 seine Welturaufführung.


Schlaf(modus)
AUGENBLICK 77 - Konstanzer Hefte zur Medienwissenschaft
BEITRÄGE ZU FILM, FERNSEHEN, MEDIEN
Drei Hefte im Jahr, Im Abo € 30,00
Einzelheft   € 12,90
ISSN 0179-2555
Die Zeitschrift „AugenBlick. Konstanzer Hefte zur Medienwissenschaft“ will das gesamte Spektrum aktueller medienwissenschaftlicher Forschung, der Theorie, Geschichte und Ästhetik technischer Medien berücksichtigen. Die Zeitschrift wurde 1985 an der Philipps-Universität Marburg gegründet und wird seit 2013 von der Arbeitsgruppe Medienwissenschaft an der Universität Konstanz veröffentlicht. Ihr Schwerpunkt liegt auf Themen der Film- und Fernsehwissenschaft. Es finden aber auch Fragestellungen aus der Mediengeschichte, der Bildtheorie oder der Audioästhetik ein Forum. Die Zeitschrift bearbeitet die Schnittstellen zur Kunst- und Kulturwissenschaft. Sie stellt ein interdisziplinäres kulturwissenschaftliches Forschungsumfeld vor, für das die Frage der Medien mehr denn je eine zentrale geworden ist. 


Kaiser, Christian
Die lange Einstellung
Dauer, Kontinuität und Mystik
492 S., zahlr., tw. farb. Abb., br., € 48,00
978-3-7410-0357-8
Diese Arbeit analysiert eine eigentümliche Beziehung der langen Einstellung zur Mystik. Anhand von Werkanalysen, die sich vor allem den Regisseuren Andrej Tarkowskij, Theo Angelopoulos, Alexander Sokurow, Béla Tarr, Gus Van Sant, Gaspar Noé und Carlos Reygadas widmen, wird die selten – und meist bloß vor dem Hintergrund der Filme Tarkowskijs – behauptete Nähe der langen Einstellung zur Mystik als inhärenter Wesenszug des Stilmittels aufgefasst, welches gerade im 21. Jahrhundert eine enorme Popularität sowie extreme Ausformungen erreicht hat. Nach einer Zurückweisung der einflussreichen Überlegungen André Bazins zur langen Einstellung wird ebendiese unter Rückgriff auf die filmtheoretischen/-ästhetischen Standardwerke von Paul Schrader, Gilles Deleuze und Andrej Tarkowskij einerseits sowie auf Arbeiten zur Mystik von Bertrand Russell, William James und Reinhard Margreiter andererseits als ein Stilmittel verstanden, dem grundsätzlich die Eignung inhärent ist, eine mystische Wirkung zu entfalten. Dabei werden diverse Formen der langen Einstellung ebenso berücksichtigt wie auch unterschiedliche Kontexte, in denen sie Verwendung finden.

Stefan Leisten
Wer will ich sein?
Ethisches Lernen an TV- und Videospielserien sowie Let's Plays
384 S., zahlr., teilw. farb. Abb., br., € 34,00
978-3-7410-0361-5
Unterhaltungsserien sind nicht nur bei Schülerinnen und Schülern in aller Munde. Sie sind Gesprächsthema im Freundes- und Familienkreis, es wird in Onlineforen über sie diskutiert und häufig werden sie in der Mittagspause oder auch auf dem Schulhof thematisiert. Nicht selten kommt es dabei zu Diskursen über die moralischen Standpunkte und Entscheidungen von Figuren. Durch solche kommunikativen Auseinandersetzungen prägen sie die eigene Identität und tragen zu moralischen Vorstellungen bei. Der vorliegende Band begründet ein kompetenz- und lerngruppenorientiertes Modell, mit dem ethische Lernprozesse anhand fiktiver Jugendfiguren aus narrativen TV- und Videospielserien sowie Let's Plays konzipiert und initiiert werden können. Das Modell liefert Hilfestellung bei der Serienrecherche und markiert die zentralen didaktischen Entscheidungen, so dass sich auch serienunerfahrene Lehrpersonen an die Serienthematik herantrauen und dabei ihren eigenen didaktischen Stil beibehalten und weiterentwickeln können.


Die Ironie des Films
Herausgeber Jörg Schweinitz und Selina Hangartner
320 S., br., € 34,00
978-3-89472-838-0
Der Film verfügt seit jeher über Ironie - ein Register, über das von der Antike bis heute nachgedacht wird, allerdings meist in Hinsicht auf sprachliche Äußerungen. Verschluckt aber im Kino der Attraktionen - so in The Big Swallow, James Williamson, GB 1901 - ein filmfeindlicher Herr die Kamera oder machen Ernst Lubitschs Stummfilm-Komödien die Uneigentlichkeit ihrer Inszenierungen und Figuren spürbar, dann erschließt sich sofort, dass Ironie durchaus ohne Sprache auszukommen vermag und sich auch visuell mitteilen kann. Ein echtes, bislang kaum untersuchtes Thema für die Filmwissenschaft. Tauchte Ironie in den letzten Jahrzehnten allenfalls als Topos des Postmoderne-Diskurses auf, so möchte der vorgelegte Band sich mit Blick auf Fälle aus der Breite der Filmgeschichte der ironischen Dimension annähern. Dabei wird neben dem Zusammenspiel von Bild, Ton und Sprache als Ausdrucksformen des Ironischen vor allem die Ironie des Bildes fokussiert: Auf welche Weise können Bilder ‚uneigentlich’, also ironisch rezipierbar werden, wie entsteht visuelle Ironie? Hier kommen die Zuschauer, kulturelle und transmediale Kontexte ebenso wie konventionelle Bild- und Erzählformen als Basis des Ironischen ins Spiel. Und: Wo liegen die Schnittstellen zu Hypertext-Formen wie dem Pastiche, der Parodie oder auch zu Modi des Grotesken, der Komik und der Komödie ...Der Band geht auf eine internationale Tagung am Seminar für Filmwissenschaft der Universität Zürich zurück. Er präsentiert eine grundlegende theoretische Perspektive zur Funktionsweise filmischer Ironie und damit verbunden eine Reihe von Fallstudien zu neueren und filmhistorischen Beispielen.


Filmjahr 2019/20
Lexikon des internationalen Films
520 S., zahlr. Abb., br., € 24,90
978-3-7410-0354-7
Das Lexikon Filmjahr 2019/20 dokumentiert was wichtig war und was wichtig werden wird: 1500 Besprechungen von Filmen im Kino, im Fernsehen, im Netz oder auf Scheiben. Etwa 150 herausragende und sehenswerte Filme werden ausführlich besprochen. Unverzichtbar für den Profi, hilfreich für den Filminteressierten. Das einzige Filmlexikon in Printform bietet einen umfassenden Überblick über das vergangene Filmjahr und hilft mit durchdachter Auswahl und klaren Bewertungen den Überblick zu behalten.


Kai Bliesener
Clint Eastwood – Mann mit Eigenschaften
208 S., zahlr. Abb., br., € 24,90
 978-3-7410-0355-4
Er war einer der erfolgreichsten Schauspieler der sechziger, siebziger und achtziger Jahre des letzten Jahrhunderts. Und er ist einer der herausragenden Filmemacher bis heute. Nur wenige Filmschaffende können auf eine vergleichbare Karriere und ein Leben für das Kino zurückblicken, wie Clint Eastwood. Rund 50 Hauptrollen und 37 Regiearbeiten umfasst sein Werk. Über dreißig Filme hat er selbst produziert und für sieben sogar eigenhändig die Filmmusik komponiert. Zwei Oscars für die beste Regie und zwei für den besten Film hat er abgeräumt, dazu kamen zwei Golden Globes für die beste Regie. Aber es gibt auch den anderen Eastwood. Den, der einige Jahre Bürgermeister einer kleinen kalifornischen Gemeinde war und Anfang der fünfziger Jahre Mitglied der republikanischen Partei ist. Den, der Anhänger einer Law and Order Mentalität ist, für die sein Dirty Harry steht, eine seiner erfolgreichsten Figuren. Clint Eastwood ist ein Superstar, an dem sich die Geister scheiden. Ein Kassenmagnet, einer der letzten Regisseure der alten Schule und einer, der politischer kein Blatt vor den Mund nimmt. Vielleicht ist er sogar der letzte seiner Art. Ein charismatischer Elder Statesman des Kinos, kantig und doch ein Menschenfreund. Denn während er in seinem filmischen Spätwerk, insbesondere immer dann, wenn er hinter der Kamera agierte, ruhige und eher nachdenkliche Töne anschlug, ein ungeahntes Gespür für Zwischentöne und Emotionen entwickelte, überraschen und verblüffen seine mitunter fragwürdigen Auftritte in der politischen Arena. Wer steckt hinter diesem Chamäleon? Wer ist dieser Clint Eastwood, wie passen die Widersprüche vom einsamen Rächer, vom politischen Quertreiber und dem scheinbar alterweisen Humanisten zusammen? Gibt es gar zwei Clint Eastwoods oder unterscheidet sich letztlich der Regisseur in seinen Ansichten und Aussagen in Wirklichkeit überhaupt nicht so sehr von dem Clint Eastwood, der 2012 auf einer Wahlkampfveranstaltung mit einem leeren Stuhl gesprochen hat? Auf diese Fragen sucht dieses Buch Antworten. Dabei richten wir die Scheinwerfer weniger auf das gesamte filmische Oeuvre von Eastwood, sondern stellen den Regisseur in den Fokus und zoomen etwas heran an den politischen Menschen. Es geht letztlich um die sichtbaren und unsichtbaren Ambivalenzen zwischen Mensch und Werk.
Zum 75. Geburtstag von Rainer Werner Fassbinder (* 31.5. 1945)


Werner C. Barg /Michael Töteberg (Hg.)
Rainer Werner Fassbinder - transmedial
164 S., zahlr. Abb., br., € 19,90
 978-3-7410-0362-2
Lange hielt sich das Klischee, der berserkerhaft produktive Fassbinder habe genialisch-schlampig gearbeitet. Er schrieb und inszenierte für das Theater wie für den Film, er adaptierte immer wieder eigene wie fremde literarische Vorlagen, Bühnenstücke, aber auch Romane und Novellen. Nahm er sich als Regisseur eines Stoffes mehrfach an, handelte es sich nie um bloße Zweitverwertungen, sondern um Bearbeitungen für das neue Medium: Übernahm er eine Bühnenproduktion für den Film, beließ er es nicht bei einer Aufzeichnung, sondern inszenierte sie im Studio neu. Arbeitete er für das Fernsehen, wählte er andere ästhetische Mittel als für das Kino. Der Kinofilm BERLIN ALEXANDERPLATZ, parallel zur TV-Serie geplant, sollte kein Zusammenschnitt des Fernsehmaterials sein, sondern Fassbinder schrieb ein neues Drehbuch und wollte diesen Film komplett anders besetzen. WILDWECHSEL - ein Theaterstück von Franz Xaver Kroetz, von Rainer Werner Fassbinder 1972 für das Fernsehen verfilmt, danach als Spielfilm im Kino gezeigt, später vom Dramatiker Kroetz für weitere Ausstrahlungen gesperrt - ist ein Beispiel dafür, wie Fassbinder sich fremde Stile und Genres produktiv aneignete und in ein anderes Medium überführte. Das Werk hat mehrere Entwicklungsstufen durchlaufen und ist, auch wenn dies durch die schiere Präsenz Fassbinders verdeckt wurde, in Auseinandersetzung mit kreativen Mitarbeitern entstanden. Neu in den Fokus genommen werden weitgehend unbekannte oder schwer zugängliche Arbeiten sowie nicht realisierte Projekte. Vor allem wird sichtbar, wie konsequent Fassbinder transmedial gearbeitet hat: Er hat in verschiedenen Medien und deren Verzahnung am selben Projekt gearbeitet. In dieser Perspektive stellt sich das Werk als übergreifende, organische Gesamterzählung dar. BEITRÄGE U.A. von Christine Ehardt, Gerhard Lampe, Alexandra Vasa, Hans J. Wulff. Gespräche mit Rolf Giesen und Nicolas Wackerbarth sowie ein Forschungsbericht mit kommentierter Bibliografie runden den Band ab.


Christian Heger
Mondbeglänzte Zaubernächte
Das Kino von Tim Burton
 2. ergänzte Auflage
448 S., zahlr. Abb., br., € 34,00
978-3-7410-0360-8
Er ist der große Märchenerzähler von Hollywood: Seit dreißig Jahren dreht Tim Burton, der Mann mit der zerzausten Lockenfrisur, den schwarzen Künstler-Outfits und der blauen Sonnenbrille, Filme, die zum Träumen einladen. In seinem schillernden Kino-Kosmos, der sich zwischen gruselig flackernden Halloween-Kürbissen und den verschneiten Lichterketten der Vorweihnachtszeit entfaltet, wandeln die absonderlichsten Geschöpfe umher: eine schüchterne Kreatur mit Scherenhänden, ein Fledermaus-Mann und eine Katzenfrau, Marsmenschen, Untote und ein bizarrer Chocolatier. Fast allesamt sind sie kreative Sonderlinge – Freaks, für die ihre Andersartigkeit Fluch und Segen zugleich bedeutet. Ihr auffälliges Schwanken zwischen selbstgewählter Abgrenzung und dem Verlangen nach Wärme, Zuneigung und Liebe kommt nicht von ungefähr. Tim Burton weiß, wovon er spricht: Sein Werk ist durchzogen von verschlüsselten autobiographischen Erfahrungen. Aufgewachsen in einem sterilen Spießeridyll vor den Toren Hollywoods, floh er vor dem allgegenwärtigen Konformitätsdruck schon früh in ein phantastisches Paralleluniversum.
Als Kind malte der spätere Blockbuster-Regisseur Monstergeschöpfe, schaute sich im Fernsehen stundenlang Gruselfilme an und sponn sich absonderliche Geschichten über den örtlichen Friedhofsgärtner zusammen. Nach dem Schulabschluss heuerte er bei der Walt Disney Company als Trickzeichner an, verfiel dort über dem Zeichnen niedlicher Tiergeschöpfe in Depressionen und ergatterte schließlich nur mit viel Glück und Beharrlichkeit den langersehnten Platz auf dem Regiestuhl. Die abschätzigen Unkenrufe, die seine eigenwilligen Filme zu Beginn noch als „weird" (verrückt) bezeichneten, sind inzwischen längst verstummt. Spätestens seit dem kommerziellen Erfolg seiner phantastischen Charakterstudien Batman (1989) und Edward mit den Scherenhänden (1990) gilt Tim Burton als einer der wenigen wahren Künstler in Hollywood, als Filmemacher, der den ständigen Drahtseilakt zwischen Massen-Appeal und persönlichem Stilwillen virtuos zu meistern versteht: Sein Werk verdichtet sich zu poetischen Blockbustern mit unverwechselbarem Charme, mythischem Zauberkino, das der Realität den Spiegel vorhält – melancholisch, komisch und von atemberaubender Schönheit. Das Buch richtet nicht nur an Film-, Kunst- und Kulturwissenschaftler, sondern vor allem an die große Burton-Fangemeinde.
Am 13. Februar ´20, eine Woche vor dem
Berlinale-Start, wurde im Museum am Potsdamer Platz die Sonderausstellung „Du musst Caligari werden! Das virtuelle Kabinett eröffnet. Das 100-jährige Jubiläum von Robert Wienes Stummfilmklassiker „Das Cabinet des Dr. Caligari“ mit Conrad Veidt in der Hauptrolle (Premiere im Marmorhaus am Kurfürstendamm am 27. Februar 1920) nimmt man in Berlin zum Anlass, den Mythos und die Legendenbildung dieses Meilensteins des expressionistischen deutschen Kinos zu dokumentieren. Dabei sollen auch die bisherigen Rekonstruktionen der Produktion vorgestellt werden. Im Zentrum der Ausstellung stand das Virtual-Reality-Projekt „Der Traum des Cesare“, bei dem der Besucher dank einer VR-Brille das Filmset mit seinen gemalten Kulissen durchstreifen konnte. Der siebenminütige „volumetrische Film“ hat die Grenzen der Wahrnehmung verschwimmen und die Atmosphäre des „Caligari“ im Gothic-Stil zum Erlebnis werden lassen: Zum hundertjährigen Jubiläum des Films „Das Cabinet des Dr. Caligari“ präsentierte das Goethe-Institut diese Multimedia-Installation mit dem ersten in Polen entstandenen volumetrischen Film, der es den Zuschauern erlaubte, in den dreidimensionalen Raum des Films einzutauchen, frei der Handlung zu folgen und Auge in Auge den Protagonisten zu begegnen, die nicht computergeneriert sind, sondern von Schauspielern mithilfe der Methode des 3D Human Body Reconstruction zum Leben erweckt wurden. Für 2020 ist war Tournee durch Mittelosteuropa geplant: Wiesbaden, Budapest, Bratislava, Prag, Vilnius und Tallinn.
Conrad Veidt: *22.1.1893 / +3.4.1943
Er war noch nicht einmal fünfzig, als sein Herz versagte; er hatte immer zu viel von ihm verlangt. Stummfilmstar, absolut und kategorisch wie vielleicht außer ihm nur noch Asta Nielsen, hatte er mit dem Tonfilm nicht nur fürs Kino zu sprechen lernen müssen, er musste es auch gleich in einer fremden Sprache lernen. Als abzusehen war, wie weit es die Nazis in Deutschland treiben würden, zog es ihn nach England und dann nach Amerika. Dort war Conrad Veidt schon einmal für zwei Jahre und vier Filme gewesen, 1927 bis 1929. Geblieben war er nicht, weil er in Hollywood nur doppelt war, was er einfach auch in Babelsberg und in allen seinen Filmen war: ein Fremder. Geboren als Sohn eines preußischen Feldwebels, kommt der Medizinstudent (andere Quellen lassen ihn schon auf dem Gymnasium scheitern) eher zufällig mit dem Theater und Max Reinhardt in Berührung, der sein Talent entdeckt und fördert. Erste Filme heißen (seit 1916) Der Spion, Wenn Tote sprechen oder Das Tagebuch einer Verlorenen, wovon es zwei Folgen gibt, ebenso wie von Prostitution. Und schon steckt dieser Conrad Veidt fest im Rollenfach des zwielichtigen Verführers: bleich-gesichtig und hager, groß gewachsen und mit un- (oder über-)natürlich großen, weit auseinander stehenden und stechenden Augen. In denen scheinen Laster und Perversion zu brennen, Morbidität und unkontrollierbare Leidenschaft. Und, allerdings, als Versprechen einer Lust, von der sich die bürgerliche Moral (und deren Kino) nur in den allerkühnsten Träumen etwas träumen lässt.
Es ist vor allem Friedrich Wilhelm Murnau, der diesen ambivalenten und doppelgesichtigen Conrad Veidt differenzierter zu sehen scheint, in Satanas oder Der Gang in die Nacht und vor allem Der Januskopf. Dass diese Filme Murnaus als nicht erhalten gelten müssen, gehört zur besonderen, in diesem Fall geradezu diabolischen Ironie der Filmgeschichte. So nämlich hatten sie und Murnau keine Chance, das Bildnis des Conrad Veidt nachhaltig und für die Nachwelt zu prägen.
DIESES BUCH DAZU SOLLTEN SIE HABEN:
Einer der größten Reinhardt-Schauspieler der Weimarere Zeit ging früh zum Film:
Bekannt bis heute aus "Das indische Grabmal", Das Cabinet des Dr. Caligari und "Casablanca"

Sabine Schwientek
Dämon der Leinwand
Conrad Veidt und der deutsche Film 1894-1945
288 S., zahlr. Abb., € 28,00
978-3-7410-0330-1
Conrad Veidt (1893 bis 1943) war ein prägender Schauspieler der expressionistischen Phase des deutschen Films in den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts, aber auch in den Jahren danach drehte er in Deutschland, England und in den USA viele Filme, denen er durch seine charakteristische, dämonische Ausstrahlunge einen besonderen Charakter verlieh. Er spielte unter Max Reinhardt Theater und wurde nach anfänglicher Ablehnung des Filmgeschäfts rasch das Gesicht des deutschen Films:  Veidt scheute sich nicht, in unbequemen Filmen wie "Anders als die anderen" mitzuspielen, dem ersten Film, in dem Homosexualität zu Thema gemacht wurde.
1933 verließ Veidt Deutschland und engagierte sich von London aus als entschiedener Gegner der Nazis .
In Erinnerung bleibt sein Auftritt in seinem vorletzten Film, Casablanca. Dort spielt er den deutschen Major Strasser.
Die Autorin lässt auf interessante Weise das Leben des Schauspielers vor dem Hintergrund der Entwicklung des neuen Mediums Film und des politischen Geschehens während der Weimarer Republik lebendig werden. Insgesamt hat Conrad Veidt in mehr als 100 Filmen mitgewirkt, zu den bekanntesten gehören neben "Das Cabinet des Dr. Caligari "(1919) und "Casablanca" (1941) "Anders als die anderen" (1919), "Das indische Grabmal" (1921), "Orlac’s Hände" (1924), "Der Student von Prag" (1926), "Der Mann der lacht" (1928) und "Der Dieb von Bagdad" (1940).

Sarah Möller
Skandal
Cinema 65. Schweizer Filmjahrbuch
216 S., br., € 25,00
978-3-7410-0465-0
Skandal. Kein anderes Wort hat die jüngsten gesellschaftlichen Debatten gleichermassen bestimmt wie das vom griechischen ‹skandalon› abgeleitete, das «Ärgernis, Anstoss, Fallstrick» bedeutet. Sei es bei der Wahl des US-amerikanischen Präsidenten, im #metoo-Twittersturm oder in Klimadiskussionen – Menschen jeglicher politischer Couleur bewerten Aussagen, Handlungen oder Überzeugungen von anderen Menschen reflexartig als «skandalös». Aber was übrig von der Schlagkraft eines Wortes, wenn dessen Verwendung bis zum Überdruss strapaziert wird?
Im Kino haben sogenannte ‹Skandalfilme› eine lange Tradition. Sie zeigen – ob verschlüsselt oder unverschlüsselt – auf gesellschaftliche Missstände, hinterfragen verkrustete Normen oder Konventionen und erhalten deshalb den Stempel des ‹Skandalfilms› aufgedrückt.
CINEMA 65: Skandal beschäftigt sich mit «Skandalfilmen», der Hinterfragung dieses Begriffs, den üblichen Verdächtigen (u.a. Gaspar Noé, «Natural Born Killers»), aktuellen Skandalen wie die Vergabe des Oscars für den besten Film an «Green Book» sowie Skandalen, die auf den ersten Blick keine zu sein scheinen.
Ein besonderes Juwel ist dieses Jahr unser Filmbrief, den der Schweizer Filmemacher Kaleo La Belle für uns in Englisch verfasst hat (La Belle ist Schweiz-Amerikaner und unter anderem in Detroit aufgewachsen): Er liefert uns intime Einblicke in die ersten Notizen seines neuesten Filmprojekts In diesem will er einen Syrier porträtieren, der im Alter von 17 Jahren aus Syrien nach Kanada geflüchtet ist, um dem Militärdienst zu entgehen.
Über das Magazin verstreut finden sich Momentaufnahmen zum Thema, dieses Jahr von Mitgliedern des Vereins SWAN (Swiss Women’s Audiovisual Network) verfasst. In der Sektion «Séléction» finden sich rund dreissig Produktionen des Schweizerischen Filmschaffens 2018/2019, die besonders aufgefallen sind.
SCHRIFTENREIHE DER HOCHSCHULINITIATIVE DEMOKRATISCHER SOZIALISMUS

Geistige Erneuerung links der Mitte.
Der Demokratische Sozialismus Eduard Bernsteins.
176 S., br., € 19,90
978-3-7410-0267-0
Objektiv ist Kapitalismuskritik wieder aktueller denn je: in der Globalisierung und Individualisierung („Gesellschaft der Singularitäten“), durch die weltweite Verschärfung der Gerechtigkeitsfrage, die Zerstörung der natürlichen Lebensgrundlagen mit zunehmenden Katastrophentendenzen, durch die digitale Kapital- und Datenkonzentration, durch autoritäre und friedensgefährdende Bedrohungen der offenen Gesellschaft usw. Doch die subjektive Seite der intellektuell-politischen Diskurse sieht anders aus. Sowohl die Sozialdemokratie als auch die Demokratie an sich befinden sich in einer tiefen Identitäts- und Existenzkrise. Was auch an der parteipolitischen Zersplitterung „links der Mitte“ liegt, vor allem aber zu tun haben dürfte mit dem Niedergang historischer Verortung und kritischen Denkens, mit fehlender Analyse der gesellschaftlichen Verhältnisse und mangelnder reformtheoretischer Begründung des politischen Handelns. Ohne Erneuerung des Denkens wird es keinen Wiederaufstieg geben.
Zwar war die geballte theoretische Kritik am Kapitalismus im Karl-Marx-Jahr 2018 oft überzeugend, aber zumeist wird die Frage nach der praktischen Politik vernachlässigt. Wie vor rund 120 Jahren besteht das Praxisdefizit marxistischer Kapitalismuskritik fort, das einst der sozialdemokratische Theoretiker und Politiker Eduard Bernstein zu überwinden versuchte, indem er marxistische Theorien und Prognosen kritisch überprüfte und teilweise korrigierte.


Doch aus Weimar lernen?
perspektiven ds 36. Jg. 2019/Heft 2 3
228 S., br., € 9,90
978-3-7410-0233-5
Diese Ausgabe der perspektiven ds sucht nach Gemeinsamkeiten und Unterschieden der Situation der ersten deutschen Republik und unserer jetzigen. Berlin ist nicht Weimar. Dennoch, erinnern nicht aktuelle Krisensymptome der Berliner Republik an die viel zitierten «Weimarer Verhältnisse»?
Anzeichen gibt es, aber wie lassen sie sich bewerten? Und lässt sich vielleicht doch etwas aus der Geschichte lernen?
Trotz des im Bewusstsein allgegenwärtigen tragischen Endes der Weimarer Republik werden auch die Erfolge der Weimarer Republik stärker in den Blick genommen: Phasen gewisser Stabilität und gelungene Reformen, die demokratische Verfassung, die kulturelle Moderne, Frauenrechte, Sozialstaatlichkeit, Betriebsräte, gelungene Kommunalpolitik usw.
Für die SPD war auch in der Weimarer Republik das Spannungsverhältnis zwischen den «zwei Seelen der Sozialdemokratie» (Franz Walter), zwischen pragmatischem Regierungshandeln und oppositionellem utopischen Überschuss charakteristisch.
       u.a. mit folgenden Beiträgen:
Nikolas Dörr
Die Bedeutung der Weimarer Republik für die SPD

Siegfried Heimann
Legenden über Anfang und Ende der Weimarer Republik

Andreas Braune
Das demokratische Dutzend 12 Grundsatzentscheidungen der Weimarer Reichsverfassung

Kerstin Wolff
Frauenrechte in der Weimarer Republik – endlich gleichberechtigt?

Weitere Analysen dieses Heftes beziehen sich auf die schwierige Lage der heutigen SPD,
die nach einem 15–20-jährigen Niedergang einen Neuanfang versucht.


Reinhold Lütgemeier-Davin
Karl Laabs. Ein Juden- und Polenretter in Krenau/Chrzanów
Ein «Gerechter unter den Völkern» aus Hann. Münden
104 S., br., € 14,80
978-3-7410-0268-7
Es gab nur wenige Judenretter aus den Reihen der Wehrmacht. Zu ihnen gehörte Karl Laabs (1896-1979), als Kreisbaurat und Luftwaffen-Feldwebel während des Zweiten Weltkriegs nach Krenau/Chrzanów abkommandiert. Durch uneigennützigen Rettungswiderstand verhalf er 1943 ca. 100 polnischen Juden zur Flucht vor der Deportation ins nahe Auschwitz. Sein zivilcouragiertes Handeln kann belegen, dass es Alternativen gab zu Unmenschlichkeit auch unter den Bedingungen staatlichen Terrors. Es entlarvt die gängige Schutzbehauptung als billige Ausrede für eigenes Mittun, militärische Befehlsverweigerung sei nahezu ausgeschlossen gewesen und in jedem Fall hart bestraft worden. Freilich war es mit einem nur schwer einzuschätzenden Risiko verbunden, aus der Rolle des Angepassten, des Mitläufers der Nazi-Diktatur herauszutreten. Aber selbst totalitäre Herrschaft ließ, unbeabsichtigt zwar, Freiräume für aktiven Anstand. Karl Laabs wies entscheidende Eigenschaften hierfür auf: relative Immunität gegen Nazismus und Rassismus; die Übereinstimmung von Moral und Tat bei existentiellen Fragen; fähig zu Betroffenheit, Empathie und Mitleid; tüchtig, findig, angstfrei, entscheidungsfreudig, praktisch veranlagt, selbstbewusst, selbstständig denkend und fühlend, bereit zu mutigen konspirativen Aktionen im Verborgenen; tolerant gegenüber Menschen, die anders sind.
Ein beeindruckendes Beispiel für Zivilcourage in entscheidenden Situationen!

Josef Schnelle
Im nächsten Leben: Komödie
Volker Schlöndorff im Gespräch
208 S.,  Abb., br., € 24,90
978-3-7410-0338-7
Ich muss nur dieses eine Wort wie ein Markenzeichen fallen lassen: Blechtrommel - The Tin Drum, dann spitzen alle die Ohren.» Volker Schlöndorff weiß genau, das er mit der Verfilmung von Günter Grass Meisterwerk 1979 Filmgeschichte geschrieben hat, in dem er den damals weltweit noch unbekannten Jungen Deutschen Film auf die Weltkarte der Kinematographie setzte mit einer Goldenen Palme in Cannes und einem Oscar in Hollywood. Bis heute gilt das Genre der «Literaturverfilmung» mit Filmen nach Vorlagen von Heinrich Böll, Max Frisch, Arthur Miller und Marcel Proust als seine Spezialität. Dabei wird oft vergessen, dass er schon als Regieassistent an Meisterwerken wie Letztes Jahr in Marienbad von Alain Resnais und Das Irrlicht von Louis Malle beteiligt gewesen war. In Frankreich bei den Autorenregisseuren der Nouvelle Vague lernte er also sein Handwerk, bevor er 1966 seinen ersten eigenen Film Der junge Törless auf dem Filmfestival von Cannes vorstellte.
Dieses Buch präsentiert Volker Schlöndorff im Gespräch mit Josef Schnelle über seine frühen Erfahrungen als Cinephiler in Paris, da hat er hat z.B. als Regieassistent bei Louis Malles gearbeitet, den Aufbruch mit dem Jungen Deutschen Film in den 70er Jahren, sowie die Geheimnisse und Hintergründe der Literaturverfilmung, seiner Spezialität. Außerdem wird das Werk und die ganz besondere Ästhetik des Filmemachers Volker Schlöndorff beleuchtet und auch gezeigt wieso gerade der erkläre Billy-Wilder-Fan Schlöndorff nie eine Komödie gedreht hat. Ein ausführlicher Essay leitet in Schlöndorfs Arbeit und Leben ein. Zahlreiche, unbekannte Fotos aus dem Privatarchiv ergänzen den Band, z.B. als Regieassistent mit Brigitte Bardot und Jeanne Moreau, Werksfotos aus der Blechtrommel, mit Arthur Miller am Set von Tod eines Handlungsreisenden oder mit Judy Delpy und Sam Shepherd (und Bierflaschen) am Set von Homo Faber. Neue Pläne und die Aussichten auf ein ganz besonderes Spätwerk vervollständigen diese Studie über einen der größten deutschen Filmregisseure, der vor wenigen Wochen 80 Jahre alt geworden ist. Als Zugabe gibt es das Gespräch zwischen Schlöndorff und Schnelle als Audiodatei zum Nachhören.



Christian Heger
Die rechte und die linke Hand der Parodie
Bud Spencer, Terence Hill und ihre Filme
240 S.,  Abb., br., € 24,90
978-3-7410-0333-2
Ende der 1960er-Jahre war das Western-Genre zu einer phantasielosen und gewalttätigen Dauerballerei erstarrt - bis Bud Spencer und Terence Hill auftauchten. Mit ihren Filmen „Die rechte und die linke Hand des Teufels“ (1970) und „Vier Fäuste für ein Halleluja“ (1971) fegten sie den apokalyptischen Trübsinn mit entschlossener Leichtigkeit aus den Kinosälen heraus und sorgten stattdessen für schallendes Gelächter in der staubigen Prärie. Anstelle pathetischer US-Pioniere oder heimtückischer Italo-Outlaws à la Leone traten nun plötzlich zwei völlig neuartige Leinwand-Helden auf den Plan, die das Genre revolutionierten und es zugleich an seinen Endpunkt führten. In parodistischem Affront kreisten ihre Filme um ein ungleiches Brüderpaar, das sich statt blutiger Shootouts lieber skurrile Wortgefechte und schwungvolle Cartoon-Schlägereien lieferte und dabei mit verspielt-naiver Situationskomik die Herzen von Millionen Zuschauern eroberte.
Für die durchgesehene Neuauflage des erstmals 2009 erschienenen Bandes wurde die Spencer-/Hill-Filmografie aktualisiert und ergänzt und zudem die Lesefreundlichkeit durch die Übersetzung fremdsprachiger Filmtitel und Zitatpassagen erhöht. Ein zusätzliches Kapitel befasst sich mit dem großen öffentlichen Revival der beiden Leinwand-Helden während der letzten Jahre - geprägt durch Kino-Comebacks, unverhoffte Erfolge jenseits der Leinwand und eine überwältigende Vielzahl popkultureller Würdigungen durch die eingeschworene Fangemeinde. https://www.youtube.com/watch?v=vaL6_EkSxSA


Klassiker des russischen und
sowjetischen Films Bd. 1
234 S.,  Abb., br., € 14,90
978-3-89472-973-8
KLASSIKER des osteuropäischen Films - Filme sind kulturelle Artefakte, deren Bilder und Geschichten stets auch einen Einblick in die Kultur und Gesellschaft einer Nation eröffnen. Ziel dieser Reihe ist es daher, die Filmproduktion der osteuropäischen Länder und Nationen sowie deren wechselhafte Geschichte einem deutschsprachigen Publikum anhand ihrer Filmklassiker erstmals umfassend näherzubringen. Die Bände adressieren neben einem Fachpublikum ein breites Publikum, das sich mit dem osteuropäischen Kino in seiner ganzen Vielfalt vertraut machen möchte. Bis in die Stummfilmzeit zurück reichen die Filme, die im ersten Teil von Klassiker des russischen und sowjetischen Films vorgestellt werden. Ihre Namen sind legendär: Sergej Ejzenštejn, Dziga Vertov, Vsevolod Pudovkin oder Oleksandr Dovženko schufen nicht nur die ersten Meisterwerke der internationalen Filmgeschichte, sie etablierten auch die Idee des Kinos als revolutionärem Medium. Der erste von zwei Bänden zu den Klassikern des sowjetischen und russischen Films erzählt unter Berücksichtigung fast aller großer Regienamen die politisch-ästhetische Geschichte einer Kultur nach, die als Avantgarde startete, im Stalinismus geradlinig wie genrevielfältig florierte und im Großen Vaterländischen Krieg siegte.
Bis in die Stummfilmzeit zurück reichen die Filme, die im ersten Teil von Klassiker des russischen und sowjetischen Films vorgestellt werden. Die Namen sind legendär: Sergej ?jzenštejn, Dziga Vertov, Vsevolod Pudovkin oder Oleksandr Dovženko schufen nicht nur die ersten Meisterwerke der internationalen Filmgeschichte, sie etablierten auch die Idee des Kinos als revolutionärem Medium.
BESPROCHEN WERDEN: Polikuschka (1918/22) | Aelita – Der Flug zum Mars (1924) | Die Mutter (1926) | Panzerkreuzer Potemkin (1926) | Der Mantel (1926) | Nach dem Gesetz (1926) | Der große Weg (1927) | Der Mann mit der Kamera (1929) | Die Erde (1930) | Der Weg ins Leben (1931) | Tschapajew (1934) | Lustige Burschen (1934) | Das Glück (1935) | Der strenge Jüngling (1935) | Am blauesten aller Meere (1936) | Der grosse Bürger (1937/39) | Das große Leben (1939/46) | Die Schweinehüterin und der Hirte (1941) | Der Regenbogen (1943) | Der Schwur (1946) | Die Stalingrader Schlacht (1950)


Claudia Gremler
Verheißungen des Nordens
Repräsentationen Skandinaviens in Literatur und Film der deutschsprachigen Gegenwartskultur
240 S., Abb., br., € 24,90
978-3-7410-0334-9
Literarische und filmische Repräsentationen der skandinavischen Länder haben im deutschsprachigen Raum eine lange Tradition, die von geographischer Nähe und kultureller Affinität sowie von heute weitgehend überwundenen politischen und militärischen Konflikten geprägt wurde. Mit dem Ende des zwanzigsten Jahrhunderts hat in der deutschen Skandinaviendarstellung eine besonders produktive Phase eingesetzt. Dieser Band analysiert eine repräsentative Auswahl der zahlreichen (postmodernen) Romane und Filme, die in den letzten Jahrzehnten entstanden sind und sich kreativ mit dem europäischen Norden aus deutscher Perspektive auseinandersetzen. Zum einen werden dabei diese kulturellen Repräsentationen als Beiträge zu den in Zeiten der Globalisierung und des Klimawandels deutlichen Transformationen unterworfenen Diskursen von Nördlichkeit untersucht. Dabei gelangen sowohl imagologische Analysemethoden zur Anwendung als auch kulturwissenschaftliche Theorien zur Wahrnehmung und sozialen Gestaltung von Räumlichkeit, sowie Ansätze aus der Emotionsforschung, die zur Untersuchung sowohl der tradierten Charakterisierung des Nordens als epistemologischer Ort der Selbstfindung als auch der häufig mit Skandinavien assoziierten Melancholie herangezogen werden. Zum anderen wird die häufig unterschätzte Relevanz des (kolonialistischen) Skandinavienverständnisses als konstitutives Element deutscher Identitätspolitik untersucht und es wird der zentralen Frage nachgegangen, wie die traditionelle Wahrnehmung der nordischen Nachbarländer als die „fremde Heimat“ (Thomas Mann) der Deutschen aus postkolonialistischer Perspektive bewerten werden sollte.

Kira Oster
Blattkritik
Von der lästigen Pflichtaufgabe zur täglichen Qualitätskontrolle
160 S., zahlr. farb. Abb., br., € 16,90
978-3-7410-0332-5
Diese Arbeit beschäftigt sich mit der täglichen Überprüfung der am Vortag veröffentlichten Zeitungsinhalte. Es wird darauf eingegangen, welchen Kriterien diese Überprüfung entspricht, wie eine Blattkritik durchgeführt werden könnte, wer sie durchführt und welchen Stellenwert sie in Redaktionen hat. Dafür wurden Interviews mit verschiedenen Redakteuren von regionalen Tageszeitungen geführt und ausgewertet.
Maßgebliches Forschungsinteresse ist es, herauszufinden, wie das Instrument Blattkritik für eine regionale Tageszeitung (weiter-)entwickelt werden kann, um die Qualität des Produkts damit nachhaltig sichern und verbessern zu können. Fest steht: Die Blattkritik soll die Qualität eines journalistischen Produkts nach dessen Erscheinen prüfen. Aber lässt sich Qualität allgemeingültig und verbindlich definieren? Diskussionen über die Qualität der Medien werden regelmäßig entfacht und sie scheinen so alt wie die periodische Presse selbst zu sein. Um fundiert über die Blattkritik und ihren Sinn und Nutzen diskutieren zu können, wird in Kapitel 2 ein Überblick über den theoretischen Forschungsstand des Qualitätsbegriffs gegeben. Außerdem werden gängige Qualitätskriterien vorgestellt, um daraus Kriterien für eine erfolgreiche Blattkritik ableiten zu können.
Die Hypothese auf der diese Arbeit basiert lautet, dass die Blattkritik bisher das Image einer lästigen Pflichtaufgabe hat. Sie verschwendet die in der Redaktion ohnehin knappe Zeit, ist oft geschmäcklerisch und ohne nachhaltigen Nutzen. Diese und weitere Hypothesen (vgl. Kap. 4) sollen mit einer Befragung von Redakteurinnen und Redakteuren 1 regionaler Tageszeitungen ab Kapitel 5 überprüft werden. Eine anonyme Online-Umfrage soll eine Einschätzung darüber zulassen, wie die Einstellung gegenüber der Blattkritik im Allgemeinen ist. Darüber hinaus soll die quantitative Untersuchung Aufschluss darüber geben, ob das Instrument wirklich in jeder Redaktion Alltag ist und ob dafür klare Vorgaben definiert sind. Auch die Zufriedenheit der Redakteure mit dem Instrument soll geprüft werden.

Genre-Störungen
Irritation als ästhetische Erfahrung im Film
240 S., Abb., br., € 34,00
978-3-7410-0335-6
Störungen der Genreerwartung entstehen, wenn etablierte Muster durch narrative, dramaturgische, allgemein ästhetische oder andere Strategien unterlaufen werden. Sie realisieren sich in einer inhaltlich unmittelbaren Darstellung des Gesagten, dem Was des Filmtextes (histoire), aber auch im formalen Modus, im Wie des Gegebenen (discours). Stören und Verstören können Filme in allen erdenklichen Richtungen: durch gezeigte Handlungen, konkrete, etwa drastische Bilder, Figurenzeichnungen, aber auch durch die formale Organisation, etwa die Abfolgelogik, den Spannungsaufbau und vieles mehr. Die Genre-Störung soll hier primär als Irritation, als (formal zu nobilitierende) Differenz und Diskrepanz aufgefasst werden. Der Zustand des Verunsichertseins wird produktiv gewendet; das Erregtsein, die Verärgerung oder Reizung fließen ein in die Befriedigung ästhetischer Erfahrung, transformieren sich zum Kunstgenuss, werden als Innovation verbucht und deshalb positiv umgewertet.


Andrea Reiter
Kritik, Aktivismus und Prospektivität
Politische Strategien im postjugoslawischen Dokumentarfilm
352 S.,  zahlr. Abb., br., € 38,00
978-3-7410-0342-4
Während des kriegerischen Zerfalls von Jugoslawien und der Bildung neuer Nationalstaaten entstand in der Region ein reges Dokumentarfilmschaffen, das sich den dominanten Rhetoriken der Politik entgegenstellte. Anhand dieses Filmkorpus untersucht die Studie die Bedingungen der Filmproduktion und -rezeption vor dem Hintergrund der komplexen politischen Zusammenhänge und fragt nach den Möglichkeiten der gesellschaftlichen Aktivierung. Die Autorin zeigt, wie die Filme mittels innovativer formalästhetischer Strategien die Widersprüche der existierenden Verhältnisse in ihrer unüberschaubaren Vielschichtigkeit aufdeckten und so die Reflexion der Zuschauer*innen anzuregen versuchten. Ihre präzisen Analysen führen sie zu Erkenntnissen darüber, wie politisch-aktivierende Dokumentarfilme eine zukünftige Realität evozieren, die als eine ‚sich formende‘ gedacht werden muss. Zudem rückt die Studie ein Filmschaffen in den Blick, das bislang kaum die ihm gebührende Aufmerksamkeit erhalten hat.


Freie Sicht aufs Kino
Beiträge zur Filmkritik in der Schweiz
272 S.,  zahlr. Abb., br., € 28,00
978-3-7410-0336-3
Das Buch leistet einen wichtigen Beitrag zur Aufarbeitung der Geschichte und Entwicklung der Schweizer Filmkritik und blickt dabei auf ihre reiche Vergangenheit, ihre gegenwärtige Situation und auch auf mögliche zukünftige Entwicklungen. Filmbulletin als eine der ältesten unabhängigen Filmzeitschriften der Schweiz wird darin zwar einen besonderen Platz einnehmen, soll aber nicht das Zentrum des Buches sein, sondern vielmehr Teil einer ungleich reicheren Tradition, die es darzustellen gilt. So porträtiert das Buch die Schweizer Filmkritik in zugänglichen Texten und in ihrer ganzen Heterogenität: in ihrer Verbreitung in den jeweiligen Landesteilen; in ihren unterschiedlichen medialen Formaten wie Print, Radio, Fernsehen und Online; in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft; in ihrem Bezug zur Geschlechterpolitik. Um diesen Facettenreichtum adäquat abzubilden, sollen auch die Texte des Bandes vielgestaltig sein und sowohl Essays, historische Abrisse wie auch persönliche Zeugnisse umfassen.
Aus dem Inhalt :
Filmpublizistik der Deutschschweiz von den Anfängen bis in die 1990er: Schwerpunkt Print | Entwicklungen und Umwälzungen der deutschsprachigen Filmpublizistik ab 1990 bis zur Gegenwart: Schwerpunkt Übergang Print zu den Digitalmedien | Filmpublizistik in der Romandie, von den Anfängen bis in die 1990er: Schwerpunkt Print und Tageszeitungen | Aufstieg und Zukunft der Filmzeitschriften in der Schweiz | Radio als Medium der Filmkritik | Filmkritik im Fernsehen: Schwerpunkt legendäre Sendung Spécial cinéma | Frauen und die weibliche Sicht in der Schweizer Filmkritik | Die Zukunft der schriftlichen Filmkritik im digitalen Zeitalter: Formate, Zugänge, Risiken | Neue zeitgenössische Formen der Filmkritik: Schwerpunkt Videoessay in der Schweiz

Rolf Reißig
Transformation von Gesellschaften
Eine vergleichende Betrachtung von Geschichte,
Gegenwart und Zukunft
242 S., br., € 19,90
978-3-7410-0265-6
Nach dem Zusammenbruch der realsozialistischen Systeme des Ostblocks schien der Triumph des liberalen, marktwirtschaftlich-kapitalistischen Gesellschaftsmodells des Westens unwiderruflich und die Frage nach Gesellschaftsalternativen obsolet geworden zu sein. Nun aber werden wir alle Zeugen eines gesellschaftlichen, eines epochalen Umbruchs: Klimawandel und Klimakatstrophen, Vertiefung der sozialen Ungleichheiten, Erosion der Demokratie und Anwachsen autoritär-populistischer Bewegungen und Parteien, Digitalisierung, globale Krisen und zunehmender Kontrollverlust - all das beeinflusst das Leben jedes einzelnen.
Zugleich sind jedoch auch die materiellen Möglichkeiten für ein „gutes Leben“ in einer „guten Gesellschaft“ gewachsen. Zeiten des Umbruchs sind deshalb Zeiten von Weichenstellungen und möglicher gesellschaftlicher Transformationen. „Transformation“ ist ein besonderer Typ sozialen Wandels und durch den Übergang zu einem neuen gesellschaftlichen Regulationsmodell, zu einem neuen sozio-ökonomischen und sozio-kulturellen Entwicklungspfad charakterisiert. Was also bedeutet dann eine Transformation moderner bürgerlich-kapitalistischer Gesellschaften - im Unterschied zu Evolution, Reform, Revolution? Wodurch wird dieser Übergangsprozess vom expansiven „Steigerungsspiel“ zu ökologischer Nachhaltigkeit und sozialer Progressivität charakterisiert? Wo liegen die heutigen Voraussetzungen und Triebkräfte und wo vor allem die konkreten praktischen Ansätze einer solchen Transformation? Auf welche strukturellen und mentalen Blockaden, Barrieren, Hemmnisse stößt diese Transformation? Welche historischen und aktuellen Erfahrungswerte und Erkenntnisse vermitteln uns die bisherigen Gesellschafts-Transformationen der Neuzeit und welche Orientierungen die vergangenen Transformationsdebatten? Woran lässt sich heute anknüpfen? Schließlich - was wäre das Neue, das Spezifische einer Großen Gesellschaftstransformation im 21. Jahrhundert? Und worin bestehen realitätstaugliche Zukunftsbilder? Rolf Reißig findet aus der Betrachtung von Vergangenheit und Gegenwart Antworten für die Zukunft.



Michael Pekler  / Andreas Ungerböck
Wien - Eine Stadt als Filmkulisse
128 S., zahlr. Abb., br., € 14,90
978-3-7410-0320-2
Das Buch „Wien: Eine Stadt als Filmkulisse“ unternimmt eine unterhaltsame Spurensuche durch die besten und gefeiertsten Filme mit der Donau-Metropole als Kulisse, vergleicht Einst und Jetzt und liefert alle dazugehörigen Stories und Anekdoten, ohne die es nun einmal in der Filmgeschichte nicht geht - etwa, warum Harvey Keitel in Nicolas Roegs Bad Timing den schönen wienerischen Namen Netuschil trägt. - Before Sunrise (Richard Linklater, 1994) - The Third Man (Carol Reed, 1948) - Amadeus (Milos Forman, 1985) - Mission Impossible: Rogue Nation (Christopher McQuarrie, 2015): Das sind nur einige der mehr als zweitausend Filmen, die zur Gänze oder teilweise in Wien gedreht wurden. Ob nun Wien als Wien zu sehen war oder für andere Städte einstand (wie für Bratislava im Bond-Abenteuer The Living Daylights) - eine Vielzahl an großen Regisseuren und illustren Stars war und ist bis heute in der ehemaligen Kaiserstadt zu Gast. „Kaiserstadt“ ist ein gutes Stichwort, denn das imperiale Wien und die angeblich Goldenen Zeiten der Habsburg-Monarchie waren immer ein ergiebiges Filmthema, ebenso wie die unendlich reichhaltige kulturelle Tradition Wiens (Musik, Literatur, Theater, Malerei), aber auch die Wissenschaft (Sigmund Freud und die Psychoanalyse) und die Politik, schon allein wegen der geopolitischen Lage der Stadt nahe am Eisernen Vorhang. Aber auch als Action-Kulisse eignet sich die österreichische Hauptstadt vortrefflich, wie zuletzt Tom Cruise mit Mission Impossible: Rogue Nation bewies - die Dreharbeiten hielten wochenlang die Stadt in Atem. Schon 40 Jahre zuvor turnten Alain Delon und Burt Lancaster über die damalige U-Bahn-Baustelle am Karlsplatz (Scorpio, the Killer). Und als der internationale Wien-Film schlechthin gilt bis heute Carol Reeds Spionage-Klassiker The Third Man, obwohl sehr viel davon im Studio in England gedreht wurde. Die Jagd durch das Wiener Kanalsystem ist dennoch legendär.

David Lynch, Inglorious Basterds, Lost Highway, Quentin Tarantino, das Schweigen der Lämmer

Die Faszination des Bösen
300 S., einige Abb., br., € 24,90
978-3-7410-0329-5
Das Böse ist ein unerschöpfliches Thema, auch im Film. Es ist der unerlässliche Gegenpart des Guten in jedem Drama; es zieht immer wieder das Interesse auf sich wie in den filmischen Auseinandersetzungen mit Geschichte und Politik; es prägt ganze Genres wie den Vampirfilm oder den film noir; es verkörpert sich in faszinierenden Charakteren und verspricht Aufschluss über Gott und die Welt. Es fordert uns zu Bewertungen auf und zu Umwertungen, es löst Schrecken und Schaudern aus und Erleichterung nach seiner Überwindung, es stößt uns ab und es zieht uns an. Manche Regisseure sind immer wieder auf das Böse zurückgekommen, haben seine Rätsel zu lösen versucht oder neue Rätsel ersonnen. Gestalten der Vergangenheit oder der Gegenwart, der Fantasie oder des Glaubens sind zu Inbildern des Bösen geworden, und nicht weniges, was einst mit gutem Gewissen geschah, ist inzwischen umgewertet worden. Der Band präsentiert an einzelnen Filmen, Werkkomplexen und Regisseuren ein breites Spektrum von Figuren, Typen und Themen des Bösen und verbindet dabei filmanalytische und filmhistorische, philosophische und theologische Ansätze.

Agenda 2010, Hartz4, Neoliberalismus, Sozialdemokratie, Volksparteien

Klaus Wettig
Versäumte Reformen
Kommentare zum Abstieg der SPD
120 S., br., € 14,90
978-3-7410-0263-2
Klaus Wettig nutzt seine längjährige Erfahrung mit den Inhalten und Strukturen der SPD, um die Ursache für die jetzige desolate Lage in einer überkommenen Organisationsstruktur zu finden. Eine in den 1970er Jahren beginnende Langzeitanalyse zeigt die programmatischen und organisatorischen Schwächen der SPD. Sie findet keine Antwort auf die ökologische Frage, was zu den Verlusten an die neue Partei Die Grünen führte, sie handelte unsicher in der sozialen Frage der Globalisierung und beantwortete sie dann unter Gerhard Schröder fehlerhaft mit der Übernahme von neoliberalen Positionen, die den Markenkern der SPD, ihre soziale Zuverlässigkeit, erodieren ließen... Der Stillstand in der Parteireform ist eine Ursache für die gegenwärtige Lage der SPD, deshalb beschäftigt sich dieses Buch mit den Versäumten Reformen. Wären sie geschehen, stünde die SPD heute besser da, einen Teil der negativen Auswirkungen der Ära Schröder hätte sie auffangen können. Klaus Wettig studierte nach einer Lehre als Schriftsetzer und Abitur im 2.Bildungsweg Jura und Sozialwissenschaften, war Planungsreferent im Niedersächsischen Kultusministerium, später Mitglied des Europäischen Parlaments. Wettig war Lehrbeauftragter für Europapolitik an der Universität Göttingen. Er organisierte zahlreiche Projekte für die SPD und ist verheiratet mit der ehemaligen Bundestagsabgeordneten Inge Wettig-Danielmeier.

Ein hervorragend geeignetes Werk, um auf didaktische und unterhaltsame Weise in die Filmanalyse einzusteigen:

Alice Bienk
Filmsprache
Einführung in die interaktive Filmanalyse
192 S., 100 s/w Abb., br., € 24,90
978-3-7410-0325-7
Die Einführung bietet eine systematische Übersicht über die das Medium Film konstituierenden Elemente wie Bild, Montage, Ton, Erzählperspektive etc. Gestaltung und Wirkung dieser Elemente werden nicht nur theoretisch erläutert, sondern auch anhand signifikanter Beispiele aus einschlägigen Filmen auf DVD visuell nachvollziehbar gemacht. Fragen machen das Verständnis des Gelesenen und Gesehenen überprüfbar. Der Leser/Betrachter schult die Fähigkeit kritisch zu schauen - eine Kompetenz, die heute ebenso wichtig ist wie das Vermögen, kritisch zu lesen. 
Das Boot, Hollow Man, Robocop, Total Recall

Bernd Giesemann
Der Kameramann Jost Vacano -
Visuelle Konzepte und Strategien seiner Kameraarbeit
368 S., zahlr. Abb., € 34,00
978-3-7410-0327-1
Einer der bekanntesten Bildgestalter des moderneren Films, dessen Karriere im Jungen Deutschen Kino ihren Anfang nahm, ist der Kameramann Jost Vacano. Er ist neben Michael Ballhaus der einzige deutsche Operateur des Nachkriegskinos, der als Bildgestalter hohe internationale Bedeutung erlangte, heute mit zahlreichen Auszeichnungen sowie einer Oskarnominierung unbestritten mit zu den Erfolgreichsten seiner Branche zählt und sich später auch in der Filmindustrie von Hollywood dauerhaft etablieren konnte. Sein Improvisationsgeschick und ein sehr vitaler Bildgestaltungswille vereinigten sich mit dem, zu jener Zeit von zahlreichen Regisseuren gewünschten Bruch mit den als überkommen betrachteten Konventionen des traditionellen Erzählkinos. So zeichnet sich Jost Vacanos Kameraarbeit von Beginn an durch eine stark expressive, von einem immensen Bewegungsdrang geprägte Bildgestaltung aus.

Filmjahr 2018/19
Lexikon des internationalen Films
448 S., zahlr. Abb., br., € 24,90
978-3-7410-0324-0
Filmjahr 2018/19 dokumentiert was wichtig war und was wichtig werden wird: 1500 Besprechungen von Filmen im Kino, im Fernsehen, im Netz oder auf Scheiben - Festivals, Filmkritik, Filmpreise. Etwa 150 herausragende und sehenswerte Filme werden ausführlich besprochen.Dieses einzige Filmlexikon in Printform bietet einen umfassenden Überblick über das vergangene Filmjahr und hilft mit durchdachter Auswahl und klaren Bewertungen den Überblick zu behalten. Unverzichtbar für den Profi, hilfreich für jeden Filminteressierten.

Klassiker des ungarischen Films
240 S., br., € 14,90
978-3-7410-0328-8
Mit Namen wie z. B. Miklós Jancsó, Ildikó Enyedi, Károly Makk, István Szabó, Béla Tarr oder Márta Mészáros hat der ungarische Film seinen festen Platz in der Kultur und Geschichte des europäischen Films. Dies geht etwa zurück auf die Neue Welle in den 1960er Jahren und das Béla Balázs Stúdió, dessen Vertreter*innen auch über Ungarns Grenzen hinaus Renommé besitzen. Der Band stellt 25 ungarische Filme von 25 Regisseur*innen in Einzelbeiträgen vor, kontextualisiert sie und zeigt gesellschaftliche, filmhistorische, politische sowie künstlerische Zusammenhänge und Besonderheiten auf. Er bietet damit einen konzisen Einblick in die ungarische Filmproduktion eines Zeitraums von 1920 bis heute und zeigt eindrücklich die ästhetische, inhaltliche und thematische Vielfalt des ungarischen Filmschaffens.

Simon Spiegel
Bilder einer besseren Welt
Die Utopie im nichtfiktionalen Film
456 S., zahlr. Abb., € 48,00
978-3-7410-0340-0
Seit der Veröffentlichung von Thomas Morus’ Utopia vor über 500 Jahren sind zahlreiche literarische Werke erschienen, die eine bessere Welt entwerfen. Im Film scheint die positive Utopie dagegen inexistent. Die bisherige Forschung konzentrierte sich fast ausschließlich auf dystopische Spielfilme, da positive Szenarien den Anforderungen des Mediums angeblich zuwiderlaufen.
Bilder einer besseren Welt wählt einen anderen Ansatz und nimmt, ausgehend von der Erkenntnis, dass auch literarische Utopien primär als Reaktionen auf eine missliche Gegenwart und nicht als unterhaltende Erzählungen gedacht sind, mit dem Dokumentar- und Propagandafilm einen bisher kaum erforschten Bereich in den Fokus. Die als Grundlagenwerk angelegte Studie baut auf aktuellen Erkenntnissen der Utopie- und Dokumentarfilmforschung auf und behandelt ein historisch und thematisch weit gefasstes Filmkorpus. Zu den untersuchten Werken gehören zionistische Propagandafilme, filmische Stadtutopien, sozialistische Zukunftsfilme sowie Web-Videos der Terrororganisation Islamischer Staat.

Thomas Bräutigam
Klassiker des deutschsprachigen Dokumentarfilms
320 S., einige Abb., br., € 24,90
978-3-7410-0322-6
Action, Melo und Fantasy sind zwar nicht seine Stärken, doch an Unterhaltungs- und Schauwerten hat der Dokumentarfilm mit dem Spielfilm schon lange gleichgezogen. Auch vermeintlich spröde Themen vermag er publikumsgefällig in Szene zu setzen. Das Missverständnis, der dokumentarische Modus sei einer unkünstlerischen Wirklichkeitsabbildung und platten Sachverhaltsschilderung verpflichtet, ist ausgeräumt, denn das artifizielle „Spiel“ mit der Realität ist ebenso wichtig wie das Thema selbst.
Mit dem Zuwachs an Attraktivität und ästhetischem Prestige kann der Dokumentarfilm seine seit je vorhandenen Kompetenzen ausspielen. Weder ist er an fixierte Handlungsmodelle und starre Dramaturgien gebunden, noch muss er den Zuschauern Konfliktlösungen anbieten, mit denen sie sich identifizieren sollen. Sein kreatives Potential liegt in der freien Souveränität und Spontaneität gegenüber dem Sujet. Der dokumentarische Blick kann eingefahrene Wahrnehmungsmuster aufbrechen und das herrschende Normensystem gegen den Strich bügeln. Die Erschließung neuer Realitätsbezirke und die unterschiedlichen Strategien der Wirklichkeitsreflexion, die er in seiner über 100-jährigen Geschichte praktiziert hat, situieren den Dokumentarfilm als Archiv des kulturellen Gedächtnisses und als visuellen Gesellschafts- und Mentalitätsspiegel. Dennoch hat die Filmgeschichtsschreibung dieses Genre in ihr Randrevier abgeschoben, weil sie „Film“ primär als fiktionales Produkt versteht. Ein Kanon bzw. Repertoire der bedeutendsten Dokumentarfilme ist daher nur in Ansätzen entstanden. Doch wie die Spielfilmgeschichte stolz die Schatzkammer ihrer Klassiker öffnet, so kann auch der Dokumentarfilm seine Casablancas und Citizen Kanes vorweisen. Solche Klassiker der deutschsprachigen Produktion einem breiten Publikum vorzustellen, ist die Absicht des Buches. Es informiert über Dokumentarfilme von den 1920er Jahren bis zur Gegenwart. Die Auswahl ist so getroffen, dass die Fülle der verschiedenen Spielarten dieses heterogenen Genres deutlich wird. Die alphabetisch nach Titeln angeordneten Artikel bestehen aus ausführlichen Inhaltsbeschreibungen mit interpretatorischen Akzenten und historischer Einordnung, Zitaten aus der Kritik, Produktions- und Stabangaben sowie Hinweisen zu DVD-Editionen. Ein Einführungskapitel mit einer komprimierten Dokumentarfilmgeschichte, mehrere Register und ein biografischer Anhang machen das Buch auch für den Einsteiger zum idealen Kompendium. Audio-visuelle Medien sind fester Bestandteil der Bildungsarbeit. Dokumentarfilmen mit ihrem analytischen Gesellschaftsbezug ist hier ein besonderer Rang zugewiesen. Diese Publikation stellt deshalb auch für Pädagogen, Historiker, Soziologen und Journalisten eine Fülle von Informationen bereit.

Wer nicht produziert, lebt reduziert!
Alternative Medienarbeit in Berlin West und Ost bis 1990
148 S., zahlr. Abb., br., € 12,90
978-3-7410-0203-8
Dieses Heft dokumentiert den von Thomas Beutelschmidt und Kay Hoffmann organisierten Workshop «Wer nicht produziert, lebt reduziert! Alternative Medienarbeit in Berlin West und Ost bis 1990». Er fand im Rahmen des Forschungsprojektes zur «Geschichte des dokumentarischen Films in Deutschland 1945 bis 2005» statt. Die Idee des Workshops war zum einen, Mitstreiter*innen von damals als Zeitzeugen in West und Ost zu Wort kommen zu lassen und Ausschnitte aus signifikanten Produktionen zu zeigen: Wie unterscheiden sich ihr Selbstverständnis und ihr politisches oder künstlerisch-ästhetisches Profil, wie ihre Arbeitsweisen oder Produktionsbedingungen? Welche Zielgruppen wollten und konnten sie als Beobachter oder Konfliktbeteiligte erreichen? In welchem Verhältnis standen Inhalt und Form, Wort und Bild, autodidaktisches Agieren und handwerkliche Qualität? Wie stark beeinflussten die kritischen Mediendiskurse und der herrschende Zeitgeist die inhaltliche Ausrichtung? INHALT+VORWORT

Monika Weiß
Living History
Zeitreisen(de) im Reality-TV
244 S., einige Abb., br., € 24,90
978-3-7410-0326-4
Eine besondere Spielart von Doku-Soaps sind historische Rollenspiele im Fernsehen, die nicht konkrete Ereignisse nach-spielen (also keine Reenactments), sondern den konkreten Alltag vergangener Zeit nach-leben wollen. Menschen von heute agieren unter den Bedingungen einer vergangenen Epoche. Untersucht wurde, wie Living History den Erinnerungskulturen und damit den Gegenwarts-Gesellschaften als Erfahrungsraum dienen. Leitende Frage war: Welche Art der Erfahrbarmachung eröffnet sich über das angeleitete Spiel im historischen Setting? Den Untersuchungskorpus bildeten dabei jene Doku-Soaps, deren Setting und Handlungsraum um 1900 platziert sind (die ARD-Produktionen Schwarzwaldhaus 1902, Abenteuer 1900, die britischen Produktionen des Channel4 1900 House, Edwardian Country House, sowie die US-amerikanischen Pendants der Senderkette PBS Frontier House, TexasRanch House). Living History fußt stets auf einer Wissensaneignung über emotionale Ansprache - egal ob im Museum, auf dem Mittelalter-Markt oder über das Fernsehen. Durch die materialnahen Analysen konnte bestätigt werden, dass die Erfahrbarmachung des vergangenen Alltags in zweifacher Weise über die emotionale Ansprache erfolgt, einmal über das Mitmachen, aber auch über das Zusehen. Bei letzterem eben nicht körperlich-sinnlich, sondern auf Bewusstseinsebene. Living History als mediale Form von Alltagserzählung eröffnet Aushandlungsräume zu den in der Gesellschaft verankerten Werten und Normen. Die Analysen haben gezeigt, dass die konstruierte Rückversetzung in der Zeit einen Erfahrungsraum eröffnet, der über die Spiegelung im historisierten Setting dafür sorgt, dass man sich der gegenwärtigen Verhältnisse gewahr werden kann.

Serienästhetik
176 S., einige Abb., br., € 16,90
978-3-89472-939-4
Nach anfanglicher Diskussion und Kontroversen um ihren Ort, Werkstatus, Anspruch und ihre Legitimitat als Programmformat des Mediums Fernsehens sind Serien heute zu einem Diskursgegenstand in der Medienkultur geworden. Die Beschäftigung mit dem televisuellen Format erhält eine neue Rahmung: Fernseh- oder vielleicht treffender: AV-Serien, insbesondere fiktionale, werden nunmehr als irgendwie ‹filmische› Werke und generell als asthetische Gegenstande ernstgenommen und wertgeschatzt.
Diese Ausgabe von Montage AV widmet sich ästhetischen und stilistischen Aspekten sowie thematischen Zugriffen und diskursiven Rahmungen der Serie vor dem Hintergrund ihres veränderten Stellenwerts im televisuellen Medium, aber eben auch abseits davon.

Reiche, Dirk / Wietstock, Rainer / Wolf, Klaus
Von der Mitbestimmung zur Mitgestaltung
Handbuch zum Aufbau proaktiver, professioneller und profitabler Betriebsratsarbeit
 2. aktualisierte Auflage
192 S., einige Abb., br., € 19,90
978-3-7410-0264-9
Mitgestaltung ist die Königsklasse der Mitbestimmung. Wer in dieser Liga mitspielt, hat Spaß an seiner Betriebsratsarbeit, schafft gute Bedingungen für die Kollegen und bringt das Unternehmen voran. Wie Betriebsräte sich innerhalb einer Wahlperiode auf den Weg in die Spitzenklasse machen können, beschreiben Dirk Reiche und Klaus Wolf im vorliegenden Buch anschaulich und unterhaltsam.
Sie vergleichen den Aufbau einer modernen Betriebsratsarbeit mit dem Bau eines „Hauses des Entwicklung“. Erst gilt es ein Fundament in Form eines gemeinsamen Rollenverständnisses und eines guten Umgangs miteinander zu schaffen.
Danach werden die Wände hochgezogen. Nach dem ProWorks Programm, das die Autoren entwickelt haben, arbeiten die Betriebsräte dabei proaktiv, profitabel und professionell. Sie gehen proaktiv Themen an, die sie vorher anhand ihres Rollenverständnisses ermittelt haben. Sie entwickeln profitable Strategien, wie sie sich für die Kollegen einsetzen und dabei ihre Stellung im Unternehmen stärken. Zum Schluss kann das Dach aufgesetzt werden in Form von professioneller Kommunikation nach innen und außen. Anhand von vielen Beispielen, die sie während ihrer zehnjährigen Arbeit mit Betriebsräten gesammelt haben, zeigen die Autoren, wie moderne Betriebsratsarbeit hohe Durchschlagskraft erzielen kann.

Gerät alles ins Rutschen?
Neuvermessungen zwischen links und rechts
244 S., br., 9,90 €
978-3-7410-0231-1
Es hat sich grundsätzlich etwas verschoben in der deutschen Parteienlandschaft, vieles geriet ins Rutschen, die politische Kultur nach rechts und die SPD ziemlich weit nach unten. Manch überkommene Orientierung droht ihren Halt zu verlieren, während neue Erklärungsmodelle nach vorne rutschen. Auf inhaltliche Neuvermessungen kommt es auch in der Erneuerung der SPD an, will sie überleben. Dieses Heft enthält nicht nur im Schwerpunkt Beiträge zur Krisen- und Orientierungsdebatte «links der Mitte» und Analysen zur Grauzone zwischen links und rechts bzw. zu neuen Herausforderungen von rechts, besonders der im letzten Jahr weiter hoch und nach rechts gerutschten AfD

Digitalisierung und Politik
160 S., br., 9,90 €
978-3-7410-0232-8
Politik wird als handlungsorientierte Kommunikation verstanden. Durch die Digitalisierung haben sich das Selbstgespräch der Gesellschaft, Informationsvermittlung und Strategien politischer Werbung grundlegend gewandelt. Gefahren und Chancen gilt es abzuwägen, ein «digitaler Humanismus» (Julian Nida-Rümelin) ist notwendig. Auch die Kapital- und Machtkonzentration des Silicon Valley hat entscheidende Konsequenzen. Wirkungen auf die Demokratie werden analysiert, die vom Wandel des Parteiensystems über den Trend zu Postdemokratie und Rechtsautoritarismus bis hin zu neuen Formen der Informationsverbreitung und zivilgesellschaftlichen Mobilisierung reichen.


Checkpoint: Demokratie e.V.
Wenn ich mir was wünschen dürfte
Impulse für eine Demokratie der Moderne
256 S., 40 Abb., br., € 14,90
978-3-7410-0262-5
Wie wollen wir leben? Erstmals seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges sind rechtsextreme Parteien in der Mitte der europäischen Gesellschaft angekommen. In Österreich attackiert die Regierungspartei FPÖ den öffentlich-rechtlichen Rundfunk, im deutschen Bundestag bringt die AfD Anträge gegen Migrantinnen und Migranten ein – die Liste rechter Angriffe auf die Zivilgesellschaft ist lang. Eine Vielzahl prominenter Persönlichkeiten beschreibt wie es ihrer Meinung nach gelingen kann, die offene Demokratie zu schützen und zu vertiefen, sie auszubauen und solidarischer zu gestalten. Demokratie ist das, was wir daraus machen – fangen wir an. https://www.checkpoint-demokratie.de/unterstützer/   «Lasst uns reden! So offen - so schonungslos und so radikal wie es uns drängt. In Büros und Clubs, auf Strassen und Podien – überall dort – wo Gespräche möglich sind. Aber lasst dabei das Verbindende unser Ziel sein - und die Stärkung der Demokratie! Lasst uns reden darüber, was wir gemeinsam ändern müssen und wie wir die Demokratie stärken können!»
Renan Demirkan
Beiträge von
Erkan Arikan, Redakteur, Thema: Integration/Respekt | Franziska Augstein, Journalistin, Thema: Russland | Christoph Bornschein, Unternehmer, Thema: Zukunftsgestaltung | Silke Burmester, Journalistin, Thema: Öffentlich-Rechtlicher Rundfunk | Harald Christ, Unternehmer, Thema: Aufruf an das Establishment | Renan Demirkan, Schauspielern/Autorin, Thema: Zusammenleben | Judith Döker, Schauspielerin, Thema: Utopien wagen mit guten Nachrichten | Hannah Dübgen, Schriftstellerin, Thema: Gemeinschaftssinn | Tanja Dückers, Schriftstellerin, Thema: 12 verschiedene Punkte | Michael Ebling, Oberbürgermeister, Thema: Kommunale Versorgung | Sineb El Masrar, Autorin, Thema: Islamfeindlichkeit | Michel Friedman, Moderator/Autor, Thema: Menschenwürde | Mirna Funk, Schriftstellerin, Thema: Respekt vor Glauben | Ayshe Gallé, Künstlerin, Thema: Neue Lösungen | Lena Gorelik, Journalistin, Thema: Vorzüge der Demokratie | Gert Heidenreich, Schriftsteller, Thema: Bildung/Europa  | Stefan Heimlich, Vorsitzender des ACE, Thema: Mobilität | Frank Henschke, Produzent, Thema: Geschichten erzählen | Uwe-Karsten Heye, ehem. Regierungssprecher, Thema: Nachkriegs- Erinnerungskultur | Nico Hofmann, Produzent/Regisseur, Thema: Friedensprojekt Europa | Kerstin Jürgens, Sozialwissenschaftlerin, Thema: Soziale Gerechtigkeit | Diana Kinnert, Autorin/Unternehmerin, Thema: Zukunftsideen | Christian Kipper, Geschäftsführer Stiftung Deutsches Hilfswerk, Thema: Chancen, Positivismus, Veränderung | Guido Maria Kretschmer, Modedesigner/Moderator, Thema: Heimat | Philipp Lahm, Sportler, Thema: Demokratie und Verantwortung | Claus Leggewie, Politikwissenschaftler, Thema: Zukunftsräte | Van Bo Le-Mentzel, Architekt, Thema: Das Grundgesetz für junge Menschen | Ralf Liebe, Verleger, Thema: Wünsche an die Demokratie | Thomas Mühlnickel, Geschäftsführer, Thema: Gesellschaft vor Kapital | Ingolf Op den Berg, Unternehmensberater, Thema: Respekt | Axel Pape, Schauspieler, Thema: Kapitalismus | Antonia Rados, Journalistin, Thema: Krieg | Shary Reeves, Moderatorin, Thema: Handeln! | Alexandra Rojkov, Journalistin, Thema: Toleranz | Clelia Sarto, Schauspielerin, Thema: Nachhaltigkeit | Birgitt Schippers, Journalistin, Thema: Selbstreflexion | Gesine Schwan, Politikwissenschaftlerin, Thema: Europäische Flüchtlingspolitik | Christoph Sieber, Kabarettist, Thema: Bestandsaufnahme | Markus Siebert, Musiker, Thema: soziale Ungleichheit | Frank Stauss, Politikberater, Thema: Wider die Lethargie | Ahmet Toprak, Autor/Wissenschaftler, Thema: Integrationspolitik | Götz Werner, Unternehmer, Thema: Arbeit und Einkommen trennen | André Wilkens, Autor, Thema: Optimismus und Aktivitäten entfalten.

Maoismus
124 S., zahlr. farb. Abb., br., € 12,90
978-3-7410-0202-1
Vor 50 Jahren kam Godards La Chinoise in die Kinos. Uwe Nettelbeck hat dem Film eine großartige Rezension in Die Zeit gewidmet, die ebenso behutsam wie konsequent die Verschränkung von Politik und Ästhetik auseinanderlegt und ihre Strategien deutlich macht. So beschreibt er eingehend die «westeuropäische Drôlerie», wenn die französische Kommune die «kleine rote Bibel der Kulturrevolution» auf Herz und Nieren untersucht, um herauszufinden, ob sie als Dekorationsobjekt der Wände taugt, ob dreihundert roter sind als eine oder ob sie auch als Geschoss geeignet ist. Die kleine rote Mao-Bibel ist omnipräsent, wird mit ins Bad, auf den Balkon und ins Bett genommen, liefert Stichworte bei Diskussionen und Leitlinien bei politischen und auch schlicht alltäglichen (denn der Alltag ist ja bereits Politik) Handlungen. Godards Film ist daher so etwas, stellt Nettelbeck fest, wie eine konsequente Literaturverfilmung, die die ironische Einverleibung des Buchs ebenso einfängt wie seine Farbe, die zur bestimmenden des Films wird. Aber zugleich gehe er von einer theoretischen und politischen Überzeugung Godards aus: «Sie sagt, daß die Realität des Krieges in Vietnam nur als die Realität der Nachrichten vom Krieg in Vietnam nach Europa dringt. Sie sagt auch, daß Maos Anleitung zur Kulturrevolution auf ihrem Wege nach Europa einer unvermeidlichen Verwandlung unterworfen ist. Und so simpel diese Einsicht scheint, so verwickelt sind die Komplikationen, die der in ihr fixierte Sachverhalt nach sich zieht. Eine Nachricht aus Vietnam oder eine Direktive Maos nehmen auf ihrem Weg zu uns fiktive Züge an, und es ist die so entstehende Fiktion und nicht die in ihr verschleierte Realität, auf die wir reagieren und die darum in neue Realität umschlägt. Und dieser Prozeß wird virulenter analog zum Gewicht der primären Realität, die ihn in Gang setzt. In dem Maße, in dem sich diese verzerrt und mit Fiktionen infiziert, fächern sich die Folgen auf und steigt die Zahl der Empfänger voneinander abweichender Informationen.» Die verschiedenen Beiträge dieser Ausgabe versuchen – nun mit dem historischen Abstand eines halben Jahrhunderts – verschiedene dieser Ausfächerungen Revue passieren zu lassen und zugleich zu kontextualisieren. Dabei spielen auch die Vor- und die Nachgeschichte des maoistischen Kinos eine wichtige Rolle, wenn etwa Raimar Zons Bertolt Brechts besondere Rezeption Chinas in den Blick nimmt, um von dieser aus Godards La Chinoise einer filigranen Lektüre zu unterziehen, oder Slavoj Žižek mit Jia Zhang Kes Still Life einen zeitgenössischen chinesischen Film diskutiert, in dem das maoistische Erbe im Wortsinn abgetragen wird. Der französische Filmwissenschaftler François Albera rekonstruiert in seinem Beitrag die komplexe historische, politische wie ästhetische Geschichte der Rezeption Maos im französischen Film und macht dabei auch deutlich, dass diese im Plural, im Widerstreit unterschiedlicher Strömungen und Gruppierungen zu verstehen ist. Mein Beitrag geht von einem der «klassischen» Filme der Kulturrevolution, der Verfilmung der Modell-Peking-Oper Taking Tiger Mountain By Strategy aus, um dann – man beachte die feinen Unterschiede im Titel – mit Brian Enos Taking Tiger Mountain (By Strategy) und Tsui Harks Taking Tiger Mountain zwei ihrer Neuinterpretationen in den Blick zu nehmen. Die ikonische und zugleich kulturindustrielle Bedeutung der kleinen roten Bibel steht im Mittelpunkt der Fotoarbeit von Angela Elbing und Morten Paul, die ihren besonderen Metamorphosen nachspüren. Den Abschluss bildet ein Interview mit Harun Farocki über seinen Film Die Worte des Grossen Vorsitzenden, der in anderer Weise als Godard die MaoBibel als Geschoss auf die Probe stellt.
Aus dem Inhalt:
François Albera: «Maoismus» und /im Kino

Raimar Zons: Chinesen /Brecht und Godard

Bernd Stiegler: Strategien am Tigerberg /Drei Mal Taking Tiger Mountain by Strategy

Zwei Arien aus Mit taktischem Geschick den Tigerberg erobert

Harun Farocki im Gespräch mit Philipp Goll:
«Ich dachte immer an so etwas Besonderes wie die Goethe-Feld-Ausgabe»
Der Regisseur Harun Farocki im Gespräch über seinen Film Die Worte des Vorsitzenden (1967)

Angela Elbing und Morten Paul: Books on pedestal

Slavoj Žižek: Geschichte und die sexuelle Nicht-Beziehung
Einige Überlegungen zu Jia Zhang-Kes Still Life



Studium, Stupa, Streik!
Die Juso-Hochschulgruppen und ihre Geschichte
104 S., br., € 9,90
978-3-7410-0261-8
Im März 1973 trafen sich jungsozialistische Gruppen von vier Universitäten zu einem Seminar in Saarbrücken - die Geburtsstunde der Juso-Hochschulgruppen, dem Studierendenverband der Jusos und der SPD; der mehr als vier Jahrzehnte später aus bundesweit über 80 aktiven Gruppen besteht. Die Juso-Hochschulgruppen kämpfen für eine progressive und emanzipatorische Bildungs- und Gesellschaftspolitik und verstehen sich als feministischer, sozialistischer, internationalistischer und antifaschistischer Richtungsverband. Für diese politischen Ziele stehen sie auf - in den Gremien der Verfassten Studierendenschaft, an den Hochschulen sowie auf Landes- und auf Bundesebene.
Wie wurde der Verband, was er heute ist? Viereinhalb Jahrzehnte Juso-Hochschulgruppen sollen mit diesem Band von einigen Aktiven ihrer Zeit wiedergegeben werden. Leidenschaftliche Diskussionen, prägende Ereignisse, richtungsweisende Beschlüsse; aber auch Anekdoten und persönliche Erinnerungen finden hier Platz. So werden die Entwicklung der Studierendenvertretung seit 1973 und die Demokratisierung der Hochschulen nachempfunden. Aber auch innerverbandliche Debatten sowie das Verhältnis zur SPD und den Jusos haben die Juso-Hochschulgruppen immer beschäftigt und mal mehr oder weniger zu Kontroversen geführt. Durch die lebendigen Geschichten zahlreicher Ehemaliger wird die Geschichte der Juso-Hochschulgruppen entlang persönlicher Erlebnisse und Erinnerungen nacherzählt. Wir gewinnen so ganz unterschiedliche Betrachtungsweisen auf viereinhalb Jahrzehnte jungsozialistische Studierendenpolitik. 

Edgar Reitz
Die große Werkschau
440 S., farb. Abb., € 38,00
978-3-7410-0323-3
Die Frage Was ist Film? Was ist Kino? kann kaum ein anderer so gut beantworten wie Edgar Reitz. Reitz hat seinen ersten Kurzfilm 1954 gedreht, seinen vorläufig letzten Film 2013. Er ist einer der bekanntesten und geachtesten deutschen Filmemacher. In der langen Zeit seines Schaffens haben sich die technischen, ästhetischen und sozialen Bedingungen des Filme-Machens und Filme-Sehens grundlegend geändert. Maßgeblich am Aufbruch in den 60er Jahren beteiligt, erlebte er, wie in den 70er Jahren die Möglichkeiten für kreative Filmemacher im Kino verloren gingen. Aus dieser Krise befreite er sich, in dem er mit seinem Heimat-Epos, fürs Fernsehen produziert, neue Formen seriellen Erzählens entwickelte.
Dieses Buch ist aus zwei großen Werkschauen in Nürnberg und Wien hervorgegangen. Es vereinigt zum einen kompletten Überblick über das filmische Werk von Edgar Reitz, mit Produktionsangaben und bebilderten Kurzbeschreibungen, ergänzt durch Einführungen, die die Zeitumstände des Werks, aber auch das Gültige, das den Jahren standgehalten hat, hervorheben. Auf diese Weise ist eine Filmgeschichte der ganz besonderen Art entstanden: Das konkrete Werk wird im rückblickenden Dialog mit Publikum und Akteuren ein Dokument des Wandels des künstlerischen Schaffens und Verstehens. Edgar Reitz, Filmemacher, Autor und Hochschullehrer. 1932 geboren und im Hunsrück aufgewachsen, Studium der Germanistik, Publizistik und Theaterwissenschaft in München. Zahlreiche Veröffentlichungen über Filmtheorie, Filmästhetik und Fragen der Zukunft der Filmkunst in Zeitschriften und Büchern.
Marburger Schriften zur Medienforschung [#61]


Cosmopolitan Cinema
Kunst und Politik in der zweiten Moderne
352 S., zahlr. Abb., br., € 34,00
978-3-89472-995-0
Der Kosmopolit, der sich in einer globalisierten Welt zwischen Nationen, Märkten und Identitäten wie selbstverständlich bewegt, avancierte in den letzten Jahren zu einer Schlüsseltrope zeitgenössischer Identitätsbildung und Selbstverständigung, wovon in jüngster Zeit unter anderem die Publikation zweier umfangreicher Sammelbände zeugen. Der Kosmopolitismus dient in diesem Zusammenhang als Inbegriff einer neuen Haltung zu internationalen Verflechtungen sowie Geld- und Menschenströmen zwischen Kontinenten und Nationen. Die Idee einer Weltgesellschaft wird - dies die zentrale These dieses Bandes - in den audiovisuellen Medien aufgegriffen und ausgeformt, indem Welt- und Gesellschaftsmodelle entworfen werden. Das Medium Film wird auf diese Weise im globalen Netz von Bewegungs- und Entwicklungsströmen einer Zweiten Moderne zu einem kosmopolitischen Akteur.
INHALT:
Matthias Christen/Kathrin Rothemund: Einleitung: Kosmopolitismus und Kino - eine Einführung
Susanne Lachenicht: Kosmopolitismus in historischer Perspektive
Magdalena Nowicka: Kosmopolitische Übergänge
Matthias Christen: Räume, Imaginationen, Modellgesellschaften
Oliver Fahle: Kosmopolitische Filmästhetik. Mediale und epistemische Moderne
Kathrin Rothemund: Flüssige Moderne. Audiovisuelle Bewegungsfiguren des Kosmopolitismus
Natalie Boehler: Das Kosmopolitische als Paradox: Filmische Grenzauflösungen
Ute Fendler: Afrikanisches Kino. Grenzen(loses) Kino einer Trans-Mediascape
Ivo Ritzer: Cosmopolitan Zulu: Zur medienkulturellen Logik von transnationaler Ad­aption und generischer Migration
Henriette Gunkel: Fiktionalisierung der Geschichte in der Zukunft. Eine afrikanistische chronopolitische Intervention
Alena Strohmaier: Cloud and crowd: Animation in Filmen der iranischen Diaspora
Christoph Büttner: „Das gute Leben“ - Zu Räumen und Imaginationen prämoderner Zukunftsentwürfe im deutschen Gegenwartskino
Daniela Berghahn: Das Mainstreaming diasporischen europäischen Kinos. Aus der ethnischen Nische zum populären Genre
Jacques de Villier: Image Making in (un)heimlichen Zeiten: Zeitlichkeit, Ort und transnationale Multiplizität in Pedro Costas Colossal Youth
Janine Wahrendorf: Kosmopolitische Terrotopien
Skadi Loist: Filmfestivals als Institutionen einen kosmopolitischen Filmkultur
Jochen Koubek & Stefan Werning: Computerspiele als kosmopolitisches Medium
Susanne Eichner: Transnationale Publika: Zur Rezeption dänischer Fernsehserien
Rania Gaafar: Material Specters - Kosmopolitiken medialer Erfahrung im postkinematographischen Filmbild

PostProduktion.
Herausgegeben von Fabienne Liptay
320 S., br.,  zahlr. farb. Abb., € 29,90
978-3-89472-841-0
Das Verhältnis von Film und Fotografie ist, gerade seit der Digitalisierung, neu zu definieren: Bewegung und Stillstand, Film und Fotografie, gehen ineinander über (z.B. durch filmisches Fotografieren), die mediale Grenzziehung verschwimmt. Die historische und aktuelle Beziehung beider Medien wird durch die PostProduktion zu erfassen versucht: Wie lassen sich Film und Fotografie über diese begreifen? Wo finden sich Unterschiede und Gemeinsamkeiten? Ein Zusammenspiel? Es wird nach dem Austauschprozess und der ästhetischen Versuchsanordnung von Film und Fotografie gefragt. Der vorliegende Band dokumentiert die Ergebnisse einer interdisziplinären Tagung am Seminar für Filmwissenschaft der Universität Zürich, die sich mit dieser Fragestellung/den Medien Film und Fotografie im Kontext ihrer PostProduktion auseinandersetzte.

Laura Niebling
Rockumentary
Theorie, Geschichte und Industrie
372 S., einige Abb., br., € 38,00
978-3-89472-842-7
Rockumentaries wie Woodstock (Oscar-Preisträger 1971), From Mao To Mozart: Isaac Stern In China (Oscar-Preisträger 1981) oder Amy (Oscar-Preisträger 2016) stellen seit den 1960er-Jahren einen wachsenden Anteil am dokumentarischen Markt in Kino, Fernsehen und Heimvideobereich dar. Ihre Darstellung populärer Musik - ein Begriff, der bereits beim Aufkommen des Begriffs mehr bedeutet als das limitierende Genre „Rock“ und heute eine Bandbreite von Pop- über klassische Musik bis zu Weltmusik umfasst - ist dabei nicht nur stilprägend, sondern auch maßgeblich bestimmt von der nordamerikanischen Musikindustrie und ihren Anforderungen an die Darstellung ihrer Produkte. Auf der Grundlage der Frage „Was ist die Rockumentary und wie funktioniert sie ökonomisch?“ hat sich die vorliegende Arbeit deshalb zum ersten Mal zum Ziel gesetzt jene losen Fäden in der Diskussion aufzugreifen und zu einer umfassenden Geschichte zu verbinden. Die Arbeit zeigt nicht nur die mediale Kontinuitäten bis zum Aufkommen der ersten großen Kino-Rockumentary-Welle in den 1960er-Jahren sowie deren Entwicklung bis zum jetzigen Zeitpunkt, sondern entwickelt darüber hinaus die audiovisuelle Darstellung von Musik in einem umfassenden theoretischen und historischen Vergleichsmodell. Die Entwicklung bis zum heutigen Zeitpunkt wird ergänzt um eine aktuelle Industriestudie, die nicht nur in der Tiefe die Verbindungen der einzelnen Industrieakteure beleuchtet, sondern auch erstmals den Prozess der Rockumentary-Produktion in seiner Gesamtheit abbildet. Filme, wie Monterey Pop (1968) und Justin Bieber - Never Say Never (2011), sowie das TV-Format Classic Albums (1992 - heute) werden als Beispiele aufgeführt und besprochen. Die Dissertation ist damit nicht nur eine Modell für die Analyse von Musikfilmmärkten, sondern auch ein Nachschlagewerk.

Fantastisches in dunklen Sälen
Science-Fiction, Horror und Fantasy im jungen deutschen Film
156 S., farb. Abb., € 16,90
978-3-7410-0321-9
Genrekino hat es schwer in Deutschland. Abseits der Komödie und dem Kriminalfilm im Fernsehen scheint sich hier eine klaffende Lücke aufzutun, die umso größer wird, je fantastischer die Stoffe werden. Science-Fiction, Horror und Fantasy finden nur selten ihren Weg auf die große Leinwand, scheitern oft schon früh an der Finanzierung und werden argwöhnisch von den Zuschauerinnen und Zuschauern beäugt. Der Genrefilm fristet heute ein Nischendasein, ist Außenseiter in dem Land, das Klassiker des fantastischen Films wie Der Golem, wie er in die Welt kam, Nosferatu, eine Symphonie des Grauens oder Metropolis hervorgebracht hat. Um diese vermeintliche Leerstelle mit Leben zu füllen, hat das letztjährige FILMZ-Symposium sich auf eine Spurensuche in der jüngeren Kino- und Fernsehgeschichte begeben. Der vorliegende Begleitband spiegelt die Ergebnisse dieses Unterfangens wider und wirft Schlaglichter auf Titel wie German Angst, Der Nachtmahr, Rammbock oder Wir sind die Flut. Seine Beiträge fragen nach Ursachen der weitverbreiteten Ablehnung, spüren aktuellen Tendenzen innerhalb der Filme nach und bringen ihr sozialkritisches Potenzial ans Licht. Sie lassen den Genrefilm aus dem Schatten hervortreten und machen «Fantastisches in dunklen Sälen» zur ersten Anlaufstelle für deutschsprachiges Fantastikkino. Herausgegeben von: Christian Alexius & Sarah Beicht | Marcus Stiglegger |Huan Vu | Lars R. Krautschick | Vera Cuntz-Leng | Rasmus Greiner |Tobias Haupts | Christian Pischel

Klassiker des tschechischen und slowakischen Films
224 S., farb. Abb., € 9,90
978-3-89472-845-8
In die Geschichte des europäischen Films schrieb sich der tschechoslowakische Film zweifellos mit der Nová Vlna ein, mit jener Neuen Welle der 1960er Jahre, die bis heute eng mit Namen wie Miloš Forman, Jiri Menzel oder Vera Chytilová verbunden ist. Über diesen Kanon hinaus werden im Band die wichtigsten tschechischen und slowakischen Filme seit 1930 vorgestellt: 25 Filme, die in ihrer Ästhetik und ihrem Sujet einen Eindruck davon geben, wie vielfältig sich eine tschechische, slowakische und tschechoslowakische Nation in ihren Filmproduktionen bis heute immer wieder neu beschreibt.


Carlo Thielmann
Tier und Film.
Zur Modellierung anthropologischer Differenz
272 S., einige Abb., br., € 34,00
978-3-89472-844-1
Filmtiere schreiben sich seit Beginn der Filmgeschichte in unsere Vorstellungen von Tieren und auch in die Selbstentwürfe der Spezies Mensch ein. Dieser Befund wirft eine Vielzahl von Fragen auf, unter denen jene nach Orientierung in dieser Allgegenwart der Tiere am wichtigsten erscheint. Die Studie „Tier und Film“ begreift deshalb Film als ordnende Größe und analytisch kompetentes Medium im Zentrum interdisziplinärer Methoden- und Theorieangebote, die sich in jüngeren Fachdisziplinen wie Cultural Animal Studies und Human Animal Studies verdichten. Als Technologie und kulturelle Praxis steht Film stets für die überlegene Sonderstellung des Menschen ein: Mit dem Medium Film erzählt sich der Mensch die Welt; macht sie sich verstehbar und meistert auch die Tiere. Im Kino ist die Spezies Mensch im Plenum ihrer kulturellen Möglichkeiten. Die konkrete Sinnlichkeit dieser Filmwelten bürgt allerdings nicht zuverlässig für diesen Sonderstatus. Das Filmtier ist der Realität des Films - nicht jedoch der Realität des Kinosaals - verpflichtet und damit radikal gebändigt und flüchtig zugleich. Aus dieser produktiven Paradoxie entstehen die Vorstellungen ‚Mensch’ und ‚Tier’ als medial, historisch und politisch situierte Phänomene einer filmischen Anthropologie. Mit dem Begriff der ‚anthropologischen Maschine’ (Giorgio Agamben) konzeptualisiert die Studie diese philosophische Unruhe als Modell für die Filmanalyse. Die Untersuchungen ausgewählter Filme tragen zu einer Theorie- und Modellbildung der diskursiven Ordnung des Filmtieres bei und nehmen auch Fragen nach Biopolitik, Körperinszenierung und filmischem Lebenseindruck in den Blick. In historischen Fallstudien werden diese Perspektiven auf dezidiert politisch situierte Stationen europäischer Filmgeschichte bezogen.
Mit dem Konzept des Films als anthropologische Maschine entwirft die Studie im Ergebnis die Architektur einer filmischen Anthropologie und ein Modell ihrer Analyse.
Folgende Filme werden besprochen: Werner Herzog - DIE HÖHLE DER VERGESSENEN TRÄUME (2010), BATMAN BEGINS (2005), Michael Apted - GORILLAS IM NEBEL (1988), NOSFERATU - EINE SYMPHONIE DES GRAUENS (1922), DER EWIGE JUDE (1940), LE VAMPIR (1946), DAS BLUT DER TIERE (1949),GRIZZLY MAN (2005)

Natalie Fritz
Von Rabenvätern und Übermüttern
Das religionshistorische Motiv der heiligen Familie im Spannungsfeld zwischen Religion, Kunst und Film
512 S., br., zahlr. farb. Abb., € 48,00
978-3-89472-847-2
Die Familie ist keine konfliktfreie Zone, sondern ein Ort, an dem Generationen und ihre jeweiligen Weltsichten aufeinanderprallen, an dem Genderrollen erlernt, vielleicht auch hinterfragt werden, an dem Werte und Normen vermittelt und soziale Kompetenzen trainiert werden. Es ist der Bereich, in dem Individuen primär sozialisiert werden, ein Mikrokosmos, in dem man allmählich für das «Leben draußen» vorbereitet wird. Diese Untersuchung möchte aus der Perspektive einer kulturwissenschaftlich ausgerichteten Religionswissenschaft intermediale Tradierungsprozesse am Beispiel des christlich konnotierten Motivs der Heiligen Familie im zeitgenössischen Arthouse-Film beleuchten. Anhand eines spezifischen Filmkorpus werden die Etappen der intermedialen Überlieferung dieses religionshistorischen Motivs vom 16. Jahrhundert bis heute rekonstruiert und Überlegungen in Bezug auf die damit verbundenen Bedeutungszuweisungen außerhalb der religiösen Tradition angestellt. Die Untersuchung konzentriert sich auf drei Filmemacher: Susanne Bier, François Ozon und Pedro Almodóvar.

Hasenberg, Peter / Leninger, Markus / Reinhold Zwick
Familienbilder
Reflexionen und Konstruktionen zum Thema Familie im aktuellen Spielfilm
256 S., br., Abb., € 24,90
978-3-89472-846-5
Das klassische, aus dem 19. Jahrhundert tradierte und oft - nicht zuletzt von der Kirche - idealisierte Bild der Familie ist in der Moderne zunehmend fragwürdig geworden. Väter haben ihre Bedeutung als Alleinernährer verloren, Frauen sehen ihre Erfüllung nicht mehr allein in der Sorge für Ehemann und Kinder, die Ehe als einziges Modell gelebter Zweisamkeit hat Konkurrenz durch alternative Familienkonstellationen bekommen. Es gibt nicht mehr »die Familie«, sondern zahlreiche Familienbilder und eine Vielfalt an Modellen des Zusammenlebens. Die aktuelle, von der Pluralisierung der Lebensformen gekennzeichnete Situation und die Unübersichtlichkeit der Lage ist auch eine Anfrage an die Familienpastoral. Wie und ob die Kirche neue Antworten vor diesem Hintergrund findet, war zuletzt auch Gegenstand zweier von Papst Franziskus einberufenen Bischofssynoden, die in dem päpstlichen Lehrschreiben Amoris Laetitia ihren Niederschlag fanden. Der vorliegende Band nähert sich dem Wandel der Familien im Spiegel von aktuellen Film- und Fernsehproduktionen. Zum einen geht es darum, wie Filme von »realistischen« Familien erzählen - im Alltag, aber auch in Extremsituationen, Krisen und Konflikten, zum anderen werden in den Figuren auch Idealvorstellungen von Familie und Lebensglück artikuliert. Im ersten Teil werden allgemeine Überlegungen zu Entwicklungsprozessen und Konflikten in der Familie aus psychologischer Sicht und zum spezifischen Wandel der Familienwerte entfaltet. Der Hauptteil konzentriert sich auf die Analyse einzelner Filme: Höhere Gewalt von Ruben Östlund, Eltern von Robert Thalheim, Die Frau des Polizisten von Philip Gröning oder Schwestern von Anne Wild, wobei zu den beiden letzten Filmen ausführliche Interviews mit dem Regisseur bzw. der Regisseurin geboten werden. In populären TV-Serien wird das Familienthema in Bezug auf die Gegenwart in der TV-Soap Gute Zeiten, Schlechte Zeiten und in historischer Perspektive in der populären britischen Serie Downton Abbey untersucht. Ein spezieller Blick wird auf Familien in Kurzfilmen geworfen. Überlegungen zur Bedeutung des Films für die pastorale Arbeit der Kirche runden das Themenspektrum ab.
Autoren des Bandes sind: Hans Zollner, Christoph Neumaier, Ulrike Vollmer, Reinhold Zwick, Peter Hasenberg, Markus Leniger, Franz Günther Weyrich, Stefan Leisten und Stefan Orth.

Lenssen, Claudia
Andres Veiel
Zeitanalysen im Film und Theater
240 S., br., € 24,90
978-3-89472-717-8
Andres Veiel ist einer der bekanntesten Regisseure und Stückeschreiber der Gegenwart. Seine Filme haben viel zur wachsenden Aufmerksamkeit für den Dokumentarfilm jenseits stereotyper Formate beigetragen. Als Psychologe setzt der 1959 in Stuttgart geborene Filmemacher auf die Präsenz seiner Protagonisten und das Potential kritisch-empathischer Gespräche mit ihnen, als Schüler des polnischen Meisterregisseurs Kiéslowski auf die kinematografische Qualität imaginativer Leinwandmomente. Andres Veiel gelang eine für einen Dokumentarfilmer ungewöhnliche Karriere, die zudem unverkennbar auch von dem Impuls getragen ist, Kunst als Anstoß zum gesellschaftlichen Diskurs zu verstehen.
Jeder seiner Filme ein Solitär, spiegeln sich in ihnen doch zentrale Leitmotive wider, etwa die Auseinandersetzung mit struktureller Macht, Gewalt und Hybris. Seine Generationenporträts Die Überlebenden und Die Spielwütigen erzählen vom existentiellen Risiko des Erwachsenwerdens in der Leistungsgesellschaft. Wer, wenn nicht wir, die fiktive Biografie von Gudrun Ensslin und Bernward Vesper, Veiels erstem Spielfilm, lotet die innere Abhängigkeit der RAF-Generation von den Mustern ihrer vom NS geprägten Eltern aus. Black Box BRD, sein bekanntester Film, stellt die Welt des Bankmanagers und RAF-Opfers Alfred Herrhausen der des RAF-Terroristen Wolfgang Grams gegenüber und öffnet angesichts globaler Krisen den Blick auf die abgeschottet agierende Kaste der Investmentbanker - ein Stoff, den Veiel in dem Theaterstück Das Himbeerreich äußerst erfolgreich weiterentwickelt hat. Der Kick, eine minimalistische Theaterperformance und deren Verfilmung verdichten reale Aussagen und Reflexionen über einen brutalen Mordfall unter Jugendlichen zu einem beunruhigend exemplarischen Bild der Nachwendezeit. Mit Joseph Beuys, seinem bei der Berlinale 2017 uraufgeführten Porträt des Künstlers, kehrt Andres Veiel zur Kernfrage seines Werks zurück. Was tragen Theater, Film und Kunst, wie Beuys sie vertrat, zur Veränderung verkrusteter gesellschaftlicher Verhältnisse bei?
Claudia Lenssen stellt Werk und Wirkung von Andres Veiel anhand eines monografischen Textes, eines Gesprächs mit dem Künstler und ausführlichen Materialien vor

Henning Engelke
Metaphern einer anderen Filmgeschichte.
Amerikanischer Experimentalfilm, 1940-1960
480 S., einige Abb., br., € 48,00
978-3-89472-994-3
The Art That Never Was eröffnet eine neue Perspektive auf eine der produktivsten, aber in der Forschung bislang vernachlässigte Phase experimenteller Filmproduktion an den Schnittstellen von Filmästhetik, Kunsttraditionen, sozialem Wandel und wissenschaftlichem Paradigmenwechsel. Auf der Grundlage von bislang unerschlossenen Quellen folgt das Buch den miteinander verwobenen Entwicklungslinien von ästhetischer Innovation, dem Streben der Experimentalfilmer um kulturelle Anerkennung und Institutionalisierung sowie den sich verändernden Konfigurationen technologischer Bildmedien. Kanonische Arbeiten von Filmemachern wie Kenneth Anger, Maya Deren, James Broughton oder den Brüdern John und James Whitney werden im Kontext von übersehenen, hier oft erstmals besprochenen Filmen betrachtet. Diese erweiterte Sichtweise stellt etablierte historische und theoretische Annahmen zum Experimentalfilm dieser Zeit grundsätzlich in Frage. Zugleich erschließt sie neue historische Kontexte, in denen sich Produktion, Rezeption und kritischer Diskurs zum Experimentalfilm entfalteten. Methodisch verbindet das Buch ästhetische Analysen und archivalische Forschung mit einem medienarchäologischen Ansatz, um die Relevanz des Experimentalfilms für eine historische Perspektivierung aktueller Diskurse zu Medienwandel und posthumanistischen Konzeptionen von Subjektivität aufzuzeigen.

Imme Klages
I do not get rid of the ghosts.
Zur Exilerfahrung in den Filmen Fred Zinnemanns:
THE SEARCH (1948), THE NUN‘S STORY (1959) und JULIA (1977)
284 S., viele Abb., br., € 24,90
978-3-89472-843-4
Im Fokus der Dissertation steht die Analyse von Zinnemanns Filmen The search (1948), The nun‘s story (1959) und Julia (1977). Dabei untersucht die Autorin die geschilderten Exilerfahrungen des Regisseurs und damit die Verarbeitung dieser Thematik in seinen Filmen. Motive wie Identität, Verlust und Freundschaft im Exil werden herausgearbeitet. Exil bedeutet aus der Heimat, aus dem vertrauten Umfeld aus verschiedenen Gründen, wie politische Verfolgung und Krieg zu flüchten. Dabei bleibt grundsätzlich die Möglichkeit einer Rückkehr in das Vertraute. Die Exilerfahrung in den 1930er-1940er Jahren des letzten Jahrhunderts, ausgelöst durch die nationalsozialistische Rassenpolitik und die Verfolgung von Andersdenkenden, war hingegen durch die Unmöglichkeit der Rückkehr und die Ermordung der zurückgebliebenen Angehörigen geprägt. Es bedurfte Zeit, um mit dem Wissen über den Holocaust überhaupt umgehen zu können. Es gab keine psychologischen Beratungsstellen für die, die im Exil überlebt hatten, man war gezwungen allein mit der Trauer um die ermordeten Eltern und Verwandten zurechtzukommen. Die Verdrängung und die Konzentration auf die Arbeit, das eigene Kunstschaffen, war eine Möglichkeit für den Umgang mit der Katastrophe, die individuell bewältigt werden wollte. Die Exilerfahrung ist neben der individuellen auch eine kollektive Erfahrung, die eine ganze Generation von Filmemachern betraf, die durch die nationalsozialistische antijüdische Gesetzgebung nicht mehr berechtigt waren in der deutschen Filmindustrie zu arbeiten. Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der Frage, ob und inwiefern eine filmisch gestalterische Verarbeitung dieser Exilerfahrungen in der frühen Nachkriegszeit und darüber hinaus erfolgte. Dabei stehen jene Exilanten, die in der US- amerikanischen Filmbranche tätig waren und besonders Fred Zinnemann im Zentrum der Dissertation. Zinnemanns Filme The search (1948), The nun‘s story (1959) und Julia (1977) werden im einzelnen im Hinblick auf die geschilderten Exilerfahrungen, den Umgang mit Identität und Verlust, sowie das Motiv der Freundschaft im Exil analysiert.


Lexikon des internationalen Films - Filmjahr 2017
544 S., Abb., € 24,90
 978-3-89472-945-5
Das einzige Filmlexikon in Printform bietet einen umfassenden Überblick über das vergangene Filmjahr und hilft mit durchdachter Auswahl und klaren Bewertungen den Überblick zu behalten. Unverzichtbar für den Profi, hilfreich für den Filminteressierten. Inhalt:Eine Kurzkritik für jeden Film, der 2017 im Kino, im Fernsehen oder auf DVD/Blu-ray gezeigt wurde, - insgesamt mehr als 2000 Besprechungen. + Ein detaillierter Jahresrückblick erinnert an wichtige Ereignisse und Trends des vergangenen Filmjahrs. Ausgezeichnete Filme und DVDs, Kinotipp der katholischen Filmkritik, Festivals und Preise. Schwerpunkt: Der Europäischer Film in diesem Jahrhundert /Ranking: Die besten europäischen Filme /Special: Europa und der Film, Preise, Initiativen; Berichte aus Organisationen.

Nils Daniel Peiler
201 x 2001 Fragen und Antworten mit allem Wissenswerten zu
 Stanley Kubricks 2001: Odyssee im Weltraum
120 S., br., € 9,90
978-3-89472-848-9
2018 feiert Stanley Kubricks 2001: ODYSSEE IM WELTRAUM seinen 50. Geburtstag. Kubricks Klassiker gilt heute als bedeutendster Science-Fiction-Film und ist ein halbes Jahrhundert nach Erscheinen einer der meistzitierten Filmklassiker aller Zeiten. Pünktlich zum Jubiläum versammelt das Buch ein populäres Register an 201 wichtigen wie unterhaltsamen, immer wieder gestellten Fragen und Antworten zum Film, die den aktuellen Forschungsstand abbilden. Von A wie Affengrube über H wie HAL 9000 bis Z wie Zentrifugenjogging. Ein kompaktes Kompendium für alle Fans des Films und solche, die es werden wollen. 201 Fragen und Antworten zu 2001, u.a. Was essen die Astronauten? Wie wollte Kubrick den Erfolg seines Films absichern? Wie lange dauerten die Dreharbeiten? Wie reagierte das Publikum bei der Premiere? War der Film bei Drogensüchtigen besonders beliebt? Welche Erfindungen des Films gibt es heute wirklich? Was verkörpert der Monolith? Tauchen im Film echte Affen auf? Was ist ein Buschbaby? Ist 2001 für Kinder geeignet? Wie verhält es sich mit Sex im Weltraum? Wie ist das Sternentor gemacht? Wo erklärt der Film seine eigene Tricktechnik? Unter welchem Slogan wurde der Film vermarktet? Welche Zeile des Filmdialogs ist am berühmtesten? Wo kommt im Film eine deutsche Flagge vor?
Nils Daniel Peiler, Filmwissenschaftler (*1988) hat als Promotionsstipendiat der Friedrich-Ebert-Stiftung am Institut für Europäische Kunstgeschichte der Universität Heidelberg zur künstlerischen Rezeption von Stanley Kubricks 2001: Odyssee im Weltraum geforscht, dazu unter anderem auch den Nachlass des Regisseurs an der University of the Arts in London ausgewertet und stand im Kontakt mit der Familie Kubricks. Er ist Kokurator der 2001-Jubiläumsausstellung im Deutschen Filmmuseum Frankfurt.
Kurzvideo

Weltentwürfe im Comic/film
Mensch, Gesellschaft, Religion
Herausgegeben von Theresia Heimerl und Christian Wessely
256 S. / zahlr. farbige Abb., br., € 24,90
978-3-89472-941-7
Comics, bis in die späten 1990er Jahre als kulturelles Randprodukt gering geschätzt, geraten in Zeiten der multimedialen Kommunikation zunehmend in den Aufmerksamkeitsfokus.
Im Comic erscheint das Bild auf das Allerwesentlichste hin destilliert und durch das Medium Text erweitert. In einem bis wenigen Bildern lassen sich so, optimiert für die Aufmerksamkeitsspanne der Web 2.0 - Generation, weltanschauliche, religiöse und soziale Probleme formulieren und zugleich scheinbare oder tatsächliche Lösungsvorschläge transportieren. Die Erforschung dieses Potentials ist allerdings noch weitgehend unentdecktes Gebiet.

Thomas Koebner
Von Träumen im Film
Visionen einer anderen Wirklichkeit
192 S., einige Abb., br., € 19,90
978-3-89472-616-4
Träume sind ein dünnes Gewebe, das beim Erwachen fast immer zerreißt. Wer die Teile zusammenflickt, muss damit rechnen, dass große Löcher übrig bleiben. Träume im Film - ähnlich wie Träume in der Literatur - sind konstruiert, oft erscheinen sie als dicht gefügte, bedeutungsvolle Szenenfolgen, die sonst schwerlich erkennbare Ängste und Wünsche einer Person aus dem Unbewussten ans Licht fördern. Filmerzähler stecken dabei in einem Dilemma: Der von ihnen geschaffene Traum darf nicht in unscharfen Bildern und vagen Umrissen entschweben, jedenfalls nicht auf die Dauer, auch nicht in abstraktem Formenspiel versinken: Der filmische Traum, wenn er denn einprägsam und Botschafter bestimmter Emotionen sein soll, braucht die ‚konkrete Szene‘, selbst wenn das Umfeld, sozusagen die Traum-Kulissen nur angedeutet und die Physiognomien der Traumpersonen vielleicht nur halbdeutlich wiedergegeben werden. Andererseits soll sich schon an der visuellen Oberfläche und im Nacheinander der Vorgänge zeigen, dass man keine Alltagsrealität vor Augen hat. Typische Traum-Signale sind Verwerfungen in Raum und Zeit, unerwartete Sprünge in der Erzählung oder unvorhersehbare Einblendungen, Doppel- oder Mehrfachbelichtung‚ ‚unnatürliche‘ Beschleunigungen oder Verlangsamungen, Verformungen der Optik und Verfremdungen der ‚abgebildeten‘ Dinge ins ‚Ver-rückte‘ und ‚Surreale‘. Tagträume dagegen bewahren eher einen logischen Zusammenhang als Träume im Schlaf und illustrieren ziemlich detailliert bestimmte, im Leben kaum oder noch nicht erfüllbare Sehnsüchte oder höchst subjektive Glücksvorstellungen eines Charakters. Unter anderem werden folgende Filme analysiert: Geheimnisse einer Seele, Otto e mezzo, Der letzte Mann, An American in Paris, The Secret Life of Walter Mitty, Akira Kurosawas Träume, Iwans Kindheit, Abre los ojos, Caotica Ana, Nightmare on Elm Street, IInception, On Body and Soul, 2001: A Space Odyssee The Last Temptation of Christ.

Leid-Bilder.
Die Passionsgeschichte in der Kultur
Herausgegeben von Daria Pezzoli-Olgiati, Natalie Fritz, Marie-Therese Mäder und Baldassare Scolari
600 S. / zahlr. farbige Abb., geb., € 44,00
978-3-89472-715-4
Die Passionsgeschichte als zentrale Narration der Evangelien löste nicht nur inner-, sondern in vielfältiger und bemerkenswerter Weise auch außerhalb der kirchlichen Traditionen unterschiedliche Rezeptionen und Reaktionen aus. Im Laufe der Europäischen Religionsgeschichte wurde sie in verschiedene Kontexte übertragen und mittels diverser Medien variantenreich umgesetzt: Das Spektrum reicht von der Malerei bis zu den Passionsspielen, von den Karfreitag-Prozessionen bis zu Bachs Werken, von Lesungen in den Kirchen bis zum sozialkritischen Kino. Diese Veröffentlichung setzt sich mit der Rezeptionsgeschichte der Passion im Film auseinander. In der Erforschung der Wechselwirkung zwischen Film und Religion, die die Filmgeschichte von Beginn an prägt, übernimmt die Passion eine zentrale Rolle. Die Liste der relevanten Werke ist lang und die damit assoziierten Themen ganz unterschiedlich: Bestimmte Filme übernehmen eine religiöse, fast liturgische Funktion, andere setzen das Motiv religionskritisch ein; einige Werke vertreten einen ethnographischen Blick oder erkunden die Grenzen des Skandals. Die Palette reicht vom Drama über die Komödie bis zum Musical. Stilistisch wird ein Bogen vom Stummfilm zu den opulenten historisierenden Werken bis hin zum experimentellen Autorenkino gespannt.

Short Cuts. Ein Verfahren zwischen Roman, Film und Serie
284 S., zahlr. Abb., br., € 29,90
978-3-89472-946-2
Der Band beschäftigt sich mit einer speziellen Art realistischen seriellen Erzählens, die Handlungstränge in kurzen Einheiten äquivalent erzählt. Komplexe Serien sind das narrative Format der Stunde. Darauf können sich die meisten Rezipienten im zweiten Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts vermutlich einigen. Wenn eine neue Staffel GAME OF THRONES beginnt, zieht das eine Stilgemeinschaft in Bann, die sich in den vergangenen Jahren weltweit, synchron und quer durch die traditionellen Bildungsschichten geformt hat. Es ist unmittelbar deutlich, dass ein so funktionierendes Erzählwerk schon formal anderen Kriterien zu genügen hat als, sagen wir, ein traditioneller Roman: Es muss -als Fernseh-, Netz- und Medienereignis - sofort und weltweit für Begeisterung sorgen, also über spektakuläre Eigenschaften verfügen. Wann immer populäre Kulturen einen Aufmerksamkeitserfolg erzielen, kristallisiert an diesem Erfolg sofort ein Konvolut ähnlicher Produkte. Jedes Faszinosum geht unmittelbar in Serie, strahlt aus, metastasiert und bezieht immer mehr Rezipienten in die spezifische Form spektakulärer Selbstreferenz ein. Short Cuts - das Zerstückeln und Neu-Montieren von Handlungssträngen, gehörte schon lange zu den beliebten und erfolgreichen Verfahren größerer Erzählformate wie Roman und Spielfilm. Aber was sind die Effekte eines solchen Erzählens? Dieser Band verortet die Short Cuts in den größeren Zusammenhängen von Realismus und Serialität. Kaum zufällig wurde das Verfahren zunächst in der Literatur der Zwischenkriegszeit auffällig, nach dem Scheitern der Avantgarden (Dos Passos, Fallada, Lampe, Koeppen). Heute ist es als ein beliebter und erfolgreicher Modus populärrealistischer Narration in Literatur (Schulze, Kehlmann, Krausser u.a.), Film (Short Cuts, Hundstage, Nachtgestalten, Traffic u.a.), Theater (Schimmelpfennig, Loher) und Serien (Desperate Housewives, Game of Thrones, The Wire, Traffik u.a.) allgegenwärtig.

Evelyn Echle
Ornamentale Oberflächen
Spurensuche zu einem ästhetischen Phänomen des Stummfilms
256 S., zahlr. Abb., br., € 29,90
978-3-89472-839-7
Die visuellen Welten des Stummfilms sind vielfach durch ornamentale Oberflächen geprägt: Interieurs wie Vorhänge, Teppiche, Tapeten, Möbel, Lampen und ebenso Kostüme. Neben der Funktion als Schmuck im diegetischen Raum erfasst das Ornamentale auch die Beziehung zwischen Figur und Umgebung sowie die Komposition des Filmbildes als Ganzes.
Galt das Ornament lange als ‹konservative› Form, so hat sich die ihm innewohnende Abstraktionskraft als ein Prinzip der Moderne erwiesen. Entsprechend zeichnet die Studie an ausgewählten Fallbeispielen film- und stilhistorisch nach, welche Rolle ornamentgeprägte Filmbilder für die Ausformung einer innovativen Filmsprache spielten und welche Ideen des zeitgenössischen Ornament-Diskurses sich in Kunst- und Filmtheorie damit verbinden. Das Buch zeigt, wie Prinzipien des Ornamentierens - vom Kino um 1910 bis hin zur Hochphase der Avantgarde in den 1920er Jahren - in die Inszenierung des Verhältnisses von Fläche und Raum eingreifen und eine neuartige Qualität des filmisch Visuellen schaffen.

Gewalt im Bild
Ein interdisziplinärer Diskurs
400 S., zahlr. Abb., br., € 48,00
978-3-89472-849-6
Darstellungen von Gewalt haben nie eindeutige Wirkungen. Alle gesellschaftlichen Debatten insbesondere nach Amokläufen sind aber immer wieder von Automatismen geprägt - und folgen überwiegend der Suggestionsthese, der gemäß die in Bild-Medien gezeigte Gewalt schlicht nachgeahmt, wiederholt werde. Trotzdem wird man sich der These einer generellen Wirkungslosigkeit affektiv dargestellter Gewalt auch kaum anschließen können. Das trifft, wenn überhaupt, nur auf sozial integrierte Menschen zu, die das Gesehene emotional verarbeiten, starke Gefühlsaufwallungen intelligibel auffangen können - und damit eine Reinigung von den erlebten Affekten bewirken im Sinne einer Katharsis-Theorie. In dem interdisziplinär ausgerichteten Band zu Bewegtbild (Film, Computerspiel) und statischem Bild (Foto, Malerei, Druckgrafik) geht es darum, die Kontexte und dispositiven Rahmen zu klären, in denen Gewalt im Bild dargeboten wird. Was ist textuell angelegt und zu dechiffrieren für den Betrachter? Welche Selbstreferenzialisierungs- und Emotionalisierungsstrategien werden wirksam? Was ändert die Häufigkeit des Medienkonsums, was propagandistische Absicht? Wird differenziert nach Arten der dargestellten Gewalt: ob sie etwa vorsätzlich verübt wurde - und die Rezipienten dann mit Trauer, Wut, Ekel, Verachtung oder Angst reagieren konnten?

La Circulation des images/ Die Zirkulation der Bilder
cinéma, photographie et nouveaux médias/ Kino, Fotografie und neue Medien
224 S., einige Abb., € 24,90
978-3-89472-972-1
Bilder sind während der gesamten Dauer ihrer Existenz in Zirkulationsprozesse eingeschrieben. Die Erforschung ihrer Zirkulation gilt seit jeher als konstruktiver Ansatz, um die Wirkung ihrer Verschiebung zwischen verschiedenen Orten der Bedeutungsproduktion zu beurteilen. Im medialen Kontext des frühen 21. Jahrhunderts erscheint diese Herangehensweise besonders relevant: Dies zeigt die Fülle jener Diskurse, die sich mit den gesellschaftlichen Risiken und Vorteilen der «freien Zirkulation» von Inhalten befassen, welche die neuen Kommunikationstechnologien mit sich bringen. Im Zeitalter des Internets und sich transformierender Medien stellt die Konstitution von Netzwerken, innerhalb derer die Bilder auf ganz neue Weise zirkulieren können, die visuelle Ökonomie unserer Gesellschaft vor neue Herausforderungen. Dies veranlasst uns, den Fokus auf die Thematik der Zirkulation zu setzen. Die Entmaterialisierung der Bilder, die Vermehrung der Bildschirme sowie die noch nie dagewesene Geschwindigkeit des Austausches führen zu einer neuen Art des Bilderkonsums. Diese verwischt die Grenzen zwischen Produktion und Rezeption und zwingt uns, die Definition des Bildes und den Prozess seiner Sinnstiftung zu überdenken. Ein aussagekräftiges Beispiel aus der jüngsten Vergangenheit liefern die Fotografien aus Abu Ghraib: Die von US-Soldaten fotografierten Bilder erniedrigter irakischer Gefangener, in der Absicht gemacht, die Feinde ins Lächerliche zu ziehen, erhielten durch die «unkontrollierte» Zirkulation (virale Verbreitung) eine ganz andere politische Bedeutung, nämlich das Anprangern von Gewalt. Die Publikation verfolgt demnach eine doppelte Fragestellung: Einerseits geht es um den Einfluss der neuen Praktiken auf die Begriffsdefinitionen von Produktion, Diffusion und Rezeption in den mit Bildern befassten Forschungsfeldern. Andererseits gibt die Publikation Gelegenheit, anhand von Fallstudien, die sich auf verschiedene Perioden und geographische Räume konzentrieren, die Idee der «Zirkulation der Bilder» in einer historischen Perspektive zu untersuchen. Dies erlaubt auch, das vorgeblich Neue dieser Zirkulationsphänomene besser einzuschätzen. Die Bilder werden so in ihrer Materialität, als wahrnehmbare Repräsentationen, betrachtet, ob es sich nun um filmische oder photographische Bilder handelt. Diese Einschränkung führt dazu, dass jene Ansätze aus unseren Untersuchungen ausgeschlossen werden, die Bilder lediglich als mentale oder verbale Repräsentationen auffassen. Letzteres kann insofern thematisiert werden, als es sich um Beziehungen zwischen dem konkreten Bild und den damit verbundenen Diskursen und Repräsentationen handelt. In jedem einzelnen Fall geht es darum, die Bedingungen für die Zirkulationsprozesse der Bilder herauszuarbeiten - seien diese materieller, sozialer oder politischer Natur - und nach dem Resultat der Zirkulation zu fragen. Die Aufsätze sind in drei thematische Rubriken eingeteilt, die jeweils unterschiedliche Aspekte der Zirkulation der Bilder betreffen - transnational, transmedial, politisch - wobei sich die drei Bereiche auch überschneiden. Ausserhalb der drei Rubriken bietet der erste Aufsatz des Bandes zudem einen theoriegeschichtlichen Überblick über die Begriffe der Zirkulation und Diffusion.

Heidemarie Wieczorek-Zeul
Gerechtigkeit und Frieden sind Geschwister
Politisches Engagement in Zeiten der Globalisierung
Mit einem Vorwort von Pascal Lamy
184 S., zahlr. Abb., € 19,90
978-3-89472-599-0
Erstmals kann man das politische Engagement der als «rote Heidi» bekannten Politikerin in einer Gesamtschau nachlesen. Mit einem nüchternen aber auch humorvollen Blick skizziert Wieczorek-Zeul, was sich hinter den Kulissen zahlreicher politischer Auseinandersetzungen entlang ihres Weges zugetragen hat - und spart dabei Momente eigener Zweifel und Enttäuschungen nicht aus. Dabei wird nicht nur die Beharrlichkeit deutlich, für die Heidemarie Wieczorek-Zeul bis heute bekannt ist, sondern auch die Prinzipientreue und der kluge strategische Blick für das Mögliche, mit dem sie zahlreiche Veränderungen initiiert hat, die bis heute in der europäischen und globalen Politik nachwirken. Heidemarie Wieczorek-Zeul eröffnet mit ihrem Buch eine Diskussion über aktuelle politische Veränderungsmöglichkeiten in einer Zeit, in der politische Eliten und Bevölkerung gleichermaßen eine Entfernung voneinander beklagen. Sie plädiert leidenschaftlich für ein nie endendes, wertebasiertes Engagement mit dem Blick für die globalen Verflechtungen unserer Welt:
«Wir brauchen eine gerechte Weltordnung, um Gewalt den Boden zu entziehen. Stattdessen wächst aber die Weltunordnung. Es zeigt sich, dass das Wachstumsmodell, das auf Ausbeutung der natürlichen Ressourcen überall in der Welt beruht, am Ende ist und Probleme schaft, die uns im wahrsten Sinne zu Hause auf die Füße fallen.»
HeidemarieWieczorek-Zeul war Bundesministerin für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung sowie Gouverneurin der Weltbank von 1998 bis 2009. Sie gehörte als Abgeordnete von 1987 bis 2013 dem Deutschen Bundestag an. Zuvor war sie Abgeordnete des Europaparlaments (1979-1987) und von 1974 bis 1977 Bundesvorsitzende der Jungsozialisten. Von 1993 bis 2005 war sie stellvertretende Bundesvorsitzende der SPD. Aktuell ist sie Vizepräsidentin der Freunde des Globalen Fonds Europa, Mitglied des Rates für Nachhaltige Entwicklung der Bundesregierung und Mitglied des Aufsichtsrates der International Partnership for Microbicides (IPM).


Beratung in Zeiten der Digitalisierung
Gute Arbeit im Gespräch
Herausgegeben von Claudia Niewerth und Klaus Kost mit Beiträgen von Melanie Frerichs, Felix Hadwiger, Lars Hinkel, Burkhard Jung, Klaus Kost, Carsten Laakmann, Claudia Niewerth, Hans-Joachim Schabedoth, Peter Scherrer, Ralf Sikorski, Stefan Stracke, Falco Weidemeyer, Jörg Weingarten, Tobias Wienzek und Peter Wilke.
160 S., br., € 16,90
978-3-89472-942-4
Die Digitalisierung und die damit verbundenen Herausforderung in den Unternehmen der deutschen Wirtschaft ist zum Megatrend unterschiedlichster Disziplinen herangewachsen. Politik, Wissenschaft und Wirtschaft befassen sich mit den Chancen und Risiken der nahenden oder bereits vollzogenen sogenannten „4. Industriellen Revolution“. Diese Entwicklung führt zu hohem Beratungsbedarf in den Unternehmen. Doch nicht nur auf Seiten des Managements ist Beratungsbedarf vorhanden. Beim Umgang mit Personaldaten, in Gesundheits- belangen, bei Betriebsänderungen und der Planung technischer Anlagen muss der Betriebsrat laut Betriebsverfassungsgesetz einbezogen werden. Dieses Buch nimmt die Heraus- forderungen der arbeitsorientierter Beratung in den Fokus: Welche Anforderungen werden an arbeitsorientierte Beratung im Zeichen der Digitalisierung gestellt? Welche Beratungs- und Unterstützungsleistungen werden zukünftig an Bedeutung gewinnen und nachgefragt? Wie sieht „arbeitsorientierte Beratung 4.0“ in Zukunft aus?


Anders leben - anders arbeiten.
Vorsorgendes Handeln in Wirtschaft und Gesellschaft
Herausgegeben von der Projekt Consult GmbH mit Beiträgen von Frank Bsirske, Oliver Burkhard, Thomas Fischer, Stefan Gärtner, Helene Hammelrath, Klaus Kost, Tobias Kronenberg, Antonia Kühn, Kai Lindemann, Fabienne Mainz, Michael Noack, Sadiye Mesci-Alpaslan, Julia Raspel, Reinhold Rünker, Wolfgang Schroeder, Walter Vogt, Jörg Weingarten, Gabi Wittekopf und Sebastian Zamorano-Fischer.
184 S., br., € 19,90
978-3-89472-296-8
Die Diskussion um den verantwortungsvollen Umgang mit den natürlichen Ressourcen unserer Umwelt, die Debatte über die zukünftigen Rahmenbedingungen der Arbeits- und Lebenswelt sind Themenstellungen, die zunehmend in der interessierten Öffentlichkeit, bei Gewerkschaften und in der Politik als integrierte gesellschafts-, wirtschafts- und umweltpolitische Handlungsfelder diskutiert werden. Vorsorgendes Wirtschaften bedeutet in diesem Sinne einen erweiterten, vorausschauenden und umfassenden „360 Grad Blickwinkel“ der Unternehmen und aller mit Wirtschaft und Arbeit verbundenen Akteure einzunehmen - auf das Umfeld von Arbeit, Produktion, Leben und Gesellschaft, über den rein marktgerechten und wachstumsorientierten Fokus hinaus. Das Buch geht in thematisch unterschiedlichen Beiträgen den Fragen nach, mit welchen Konzepten, Strategien und Instrumenten es möglich wird, zukunftsfähig zu wirtschaften, verantwortungsbewusst die Arbeitswelt zu gestalten, die Umwelt zu schonen und alternative Wirtschafts- und Beteiligungsmodelle zu entwickeln.



"Alles dreht sich ... und bewegt sich" Der Tanz und das Kino
Herausgegeben von Ursula von Keitz und Philipp Stiasny
240 S., br., zahlr. farb. Abb., € 24,90
978-3-89472-617-1
Der aktuelle Erfolg von La La Land zeigt, dass Tanzszenen im Film immer noch und immer wieder funktionieren, seit dem erotischen Tanz der Stummfilmdiva Asta Nielsen über John Travolta in Saturday Night Fever bis zu Billy Elliot – I will Dance. Dabei können sie ganz unterschiedlich sein, zwischen Hochkultur und Kitsch, zwischen lässigem Vergnügen und der Dokumentation harter Arbeit. Alle Themenbereiche dieses reichhaltig und farbig bebilderten Buchs greifen unterschiedlichstes Filmmaterial aus Europa und den USA auf. Neben Spielfilmen werden Dokumentarfilme, Kurzfilme, Zensu-ausschnitte und frühe Projektionsformen dokumentiert. Ursula von Keitz ist Direktorin des Filmmuseums Potsdam. Außerdem ist sie wie ihr Kollege Philipp Stiasny Professorin für Filmforschung und Filmbildung an der Filmuniversität Babelsberg Konrad Wolf.
Aus dem Inhalt: Die tanzende Gesellschaft: Kino im Dreivierteltakt. Die dramaturgische Funktion des Walzers im Spielfilm • Filmchoreographien und Geschlechterordnungen im Tango-Tanzfilm • Tanz der Jugend im Film – von der Disco zur Clubkultur • Verhüllte Ekstase. Kleidung und Tanz im Film • Solistinnen und Rebellinnen. Tanz und Frühes Kino dies- und jenseits der Bühne: Frühe Filmbeispiele und Tanz auf Youtube • Tänzerische Filmperspektiven in den 1920er Jahren in Deutschland • Gebieten über Körper – Tanz und Macht: Der Tanz der ‚minderwertigen Frau’ im deutschen Film der 1930er Jahre • Studio Spektakel. Der Tanz im klassischen Hollywood-Musical • Backstage. Tanz als Arbeit Tanz als Arbeit im Filmmusical • Der Gigolo im Film u.v.m.
Alles dreht sich ... und bewegt sich. Der Tanz und das Kino. Ausstellung im Filmmuseum Potsdam 15.07.2017 - 8.04.2018
Besucher*innen jeden Alters sind eingeladen, in die vielschichtige Welt des Tanzens einzutauchen: Zunächst positioniert sich der Tanz als Zentrum gesellschaftlicher Abendveranstaltungen zwischen Ballsaal und Disco. Neben Politik und Hochkultur zollt die Ausstellung auch dem Kitsch sowie der Jugendkultur Tribut. Gleich zu Beginn das erste Highlight der Ausstellung: John Travoltas weißer Anzug aus Saturday Night Fever. Das Publikum erwartet eine bunte Palette traumhafter bis wirklichkeitsnaher Musicals und kann sich insbesondere durch die Re-Inszenierung einer Szene aus dem DEFA-Klassiker Heißer Sommer mitten ins tanzende Geschehen stürzen. Bis zum heutigen Tag erzählen Filme die unterschiedlichsten Geschichten über das Tanzen und werden in der Ausstellung mit ihren ikonischen Kostümen präsentiert. Historisch begibt sich die Ausstellung zurück bis in die Kindheit des Kinofilms: Hier findet sich unter anderem der Reformtanz als frühe feministische Ausdrucksform im Spannungsfeld von gesellschaftlichem Fortschritt und willkürlich wütender Zensur, die die frühe Verbindung von Tanz und Kamera in die Schmuddelecke zu stecken sucht. Hinter Bühnengassen tanzt Stummfilmikone Asta Nielsen ihren abgründigen Apachen-Tanz auf großer Leinwand und durch ein Guckloch können eine Reihe an für ihre erotischen Inhalte zensierten Tanzeinlagen beobachtet werden. Abschließend führt die Ausstellung in die versteckte Welt der Proben- und Backstage-Sphäre, die aufzeigt, welch harte Vorbereitung dem Tanz auf der Bühne üblicherweise vorangeht. Wer mag, kann hier selbst einmal an die Ballettstange treten und sich ganz als unerfahrene Ballett-Élève oder auch Primaballerina fühlen. Alle Themenbereiche greifen unterschiedlichstes Filmmaterial auf, das vornehmlich aus Europa und den USA stammt. Neben Spielfilmen werden Dokumentarfilme, Kurzfilme, Zensurausschnitte und frühe Projektionsformen zum Einsatz kommen, sodass die multimediale Ausstellung in jeder Beziehung die Möglichkeit bietet, ganz im Kosmos des Tanzens zu versinken und diesen mit Sicherheit rhythmisch beschwingt wieder zu verlassen.

Josef Hader
Filme und Mehr
Herausgegeben von Andreas Ungerböck
192 Seiten, Abb., br., € 19,90
978-3-89472-850-2
Der Begriff des Volksschauspielers ist zwar ein wenig aus der Mode gekommen, aber wenn es jemanden gibt, auf den Charakterisierung zutrifft, dann ist es ohne Zweifel Josef Hader, der dank seiner unglaublich populären Kabarettprogramme - allein Privat wurde von rund 500.000 Menschen gesehen - und seiner zahlreichen Filmrollen in einer Klasse für sich spielt. Seine Darstellung des mehr als zerknautschten Ex-Polizisten und Irgendwie-Privatdetektivs Simon Brenner, nach den Krimis von Wolf Haas (Komm süßer Tod, Silentium, Der Knochenmann, Das ewige Leben) ist längst in die Filmgeschichte eingegangen. Viele sind geneigt zu sagen, Josef Hader sei Brenner. Doch Josef Hader hat längst bewiesen und beweist es stets aufs Neue, dass er sich mit einem ihm zugeschriebenen Rollenfach nicht begnügt, und spätestens mit der grandiosen Darstellung des Schriftstellers Stefan Zweig in Maria Schraders Vor der Morgenröte hat er sich auch im „ernsten“ Fach eindringlich zu Wort gemeldet. Und auch sein Regiedebüt Wilde Maus, das bei den Berliner Filmfestspielen 2017 seine Premiere feierte, sorgte für berechtigtes Aufsehen. Dieses Buch - es ist das erste über Josef Hader als filmische Größe - unternimmt gemeinsam mit dem Kabarettisten / Schauspieler / Drehbuchautor / Regisseur eine Reise von den Anfängen bis zu den aktuellen Höhepunkten in seinem Schaffen. Ein ausführliches Gespräch mit Josef Hader und mehrere Textbeiträge namhafter Autorinnen und Autoren geben Einblick in die Vielschichtigkeit seiner Kunst, die unter anderem darin besteht, die Menschen zu unterhalten und zugleich zum Nachdenken über die Welt und über sich selbst anzuregen - eine schwierige Kunst, die Josef Hader wie kaum ein Anderer meisterlich beherrscht.

Sinnfragen des Lebens im Film.
Mensch - Gesellschaft - Spiritualität
Ein Lexikon mit 1500 Kurzkritiken
Herausgegeben von Johannes Horstmann
304 S., Abb., br., € 29,90
978-3-89472-708-6
Dieses Lexikon bietet 1500 Besprechungen von Filmen die sehr weitgefasst den modernen Menschen bewegenden Fragen behandeln, seien es persönliche Entwicklungsperspektiven, Gestaltung gesellschaftlicher Umbrüche oder die Suche nach Sinn und Wahrheit im Leben und in der Religion. Die besprochenen Filme setzen sich mit Sinnfragen in vielfältiger Weise auseinander: Sie behandeln zum einen konkret die Erfahrungen mit - nicht nur christlicher Religion und Kirche: Wie wird z. B. filmisch das Verhältnis von Islam zur westlichen Moderne reflektiert? Wie setzen sich die christlichen Konfessionen mit Fragen der Sexualität auseinander? Welchen theologischen Beitrag leistet der Film zum Themenfeld «Sterben in Würde»?
Andere Filme zeigen Menschen in schwierigen Situationen, nach dem Erleben von Verlusten, von Unrecht von Enttäuschungen, auf der Suche nach Freiheit und Glück. Vielfach sind in Filmen Vorstellungen von Kirche und Religion präsent, die als Angst- und Zerrbilder bis heute präsent sind. Besonders der Horrorfilm bedient sich bis heute überkommener Klischees von Kirche und Religion. In Science-Fiction und Fantasyfilmen werden Bilder von Religionen entworfen, die es real nicht geben mag, die aber von realen Erscheinungsformen von Religion inspiriert sind. Christliche und biblische Motive sind nicht nur in Inhalten präsent, sondern auch in Formen der Bildgestaltung, auch darauf verweist das Lexikon. Einen besonderen Nutzwert hat das Lexikon durch zahlreiche Register, die die besprochenen Filme nach nach Sachkategorien, Genres, biblischen und realhistorischen Personen und Regisseuren erschließen. Das Lexikon wendet sich an im Bildungsbereich Tätige, an Filmschaffende und an Redaktionen, sowie an Theologen, Religionssoziologen, Kulturwissenschaftler und generell an kulturell Interessierte.

Stefan Volk
Was Sie schon immer über Kino wissen wollten ...
2., ergänzte Auflage
288 S., viele Abb, br., € 16,90
978-3-89472-770-3
Das Buch bietet eine lose, lustige Sammlung von Trouvaillen, Fakten und Anekdoten rund um Kino und Film. Es ist ein Buch zum Durchblättern, zum Zwischendurchlesen und Stöbern. Nützliches steht neben Kuriosem, „unnützes Wissen“ neben allgemeinem Faktenwissen, Sinniges neben Unsinnigem.
DIE GRÖSSTEN FLOPS DER FILMGESCHICHTE?
DIE NAMEN DER KINDER VON BRANGELINA?
WELCHE SCHAUSPIELER SIND WÄHREND DER DREHARBEITEN GESTORBEN?
DIE 10 TEUERSTEN FILME ALLER ZEITEN?
DIE PEINLICHSTEN FILMFEHLER?
DIE LUSTIGSTEN DEUTSCHEN FILMTITEL?
Antworten auf diese und viele weitere Fragen gibt Was Sie schon immer über Kino wissen wollten... anhand von Listen – Top-Ten, Aufzählungen, Statistiken usw.
LESEPROBE:
WEIBLICHE BODY DOUBLES (UND DIE STARS, DIE SIE ERSETZTEN)
Marli Renfro (*1938, USA): Die ehemalige Stripperin war eines der ersten Playboy-Bunnies und vertrat für eine Gage von 500 Dollar Janet Leigh in der legendären Duschszene aus Alfred Hitchcocks PSYCHO (1960). Das kaum jemand davon wusste, rettete ihr später vermutlich das Leben. Der Serienmörder Kenneth Dean Hunt tötete 1988 nämlich Leighs Lichtdouble Myra Davis, von der er fälschlicherweise annahm, dass sie die Schauspielerin in der Duschszene ersetzt habe. Shelley Michelle (* 3. April 1962, USA): Die „Königin der Body Doubles“ (u.a. für Kim Basinger und Barbra Streisand) gab anstelle von Julia Roberts in den Nacktszenen von PRETTY WOMAN (1990) eine gute Figur ab. Übrigens ist auch auf dem Filmplakat mit den schwarzen High Heels nur der Kopf von Julia Roberts zu sehen, der Körper gehört dem Model Donna Scoggins. Sarah Lane (* 1983/84?, USA): Die Balletttänzerin und Solistin des „American Ballet Theatres“ tanzte für Oscar-Gewinnerin Natalie Portman in BLACK SWAN (2010) und sorgte für Zündstoff, als sie öffentlich erklärte, das in fast allen Tanzszenen getan zu haben. Regisseur Darren Aronofsky und Vertreter der Produktionsfi rma Fox Searchlight behaupteten dagegen, Portman habe in den meisten Szenen selbst getanzt.

Henry Taylor
Conspiracy!
Theorie und Geschichte des Paranoiafilms
704 Seiten, zahlr. tw. farb. Abb., br., € 48,00
978-3-89472-947-9
Im heutigen Zeitalter der Unsicherheit und Angst florieren konspirative Fantasien zuhauf. Verschwörungsfiktionen haben insbesondere in Film und Fernsehen Konjunktur. Im Zentrum des vorliegenden Bandes steht daher die Frage nach der medialen Konstruktion der kollektiven Imagination einer durch Verschwörung gesteuerten Welt. Dabei wird die These vertreten, dass die konspirationistische Fantasie als imaginäre Lösung und Reaktion auf die postmoderne Zersplitterung des Wissens zu begreifen ist, nachdem Jean-François Lyotard das Ende der “großen Erzählungen” der Moderne von Fortschritt und Emanzipation deklarierte. Gleichsam als Kompensation für diesen Sinnverlust bietet die konspirationistische Imagination neue, große Erzählungen an, nun freilich nicht mehr als optimistische Aufklärungsteleologie, sondern als dystopisches und mitunter apokalyptisches Narrativ. In der Inszenierung konspirativer und paranoider Szenarien kommt dabei dem Spielfilm eine privilegierte Rolle zu. Für die Gruppierung von Verschwörungsthrillern, paranoiden Dramen und mind-game-Filmen mit zunehmend vergrößerter konspirativer Reichweite hat sich in der Filmwissenschaft der ursprünglich aus der Fankultur stammende Begriff des Paranoiafilms durchgesetzt. Dieses zunehmend bedeutende mediale Phänomen wird hier erstmals umfassend in Theorie und Geschichte poetologisch und hermeneutisch gewürdigt. Im theoretischen Teil des Buches stehen genretheoretische, formale, narrative und motivische Aspekte des Paranoiafilms zur Diskussion, während dazu gleichzeitig die Themen Verschwörung, Paranoia und Verschwörungstheorie besprochen und in Beziehung gesetzt werden. Im historischen Teil werden in chronologischer Abfolge vier paradigmatische Narrative untersucht: der vorwiegend psychologisch ausgerichtete Meisterverbrecherfilm der 1910er bis 1930er Jahre; die paranoiden Spielarten des Film Noir in den 1940er und 50er Jahren, unter Einbezug des postklassischen Noir der 60er Jahre; der moderne, soziologische Verschwörungsfilm der 1960er bis 80er Jahre, in dem die Konspirationen zunehmend systemisch und unsichtbar werden; und schließlich die mind-game oder mindbender genannten Filme seit den 1990er Jahren, die sich im Zeichen der Metafiktion mit ontologischen und kosmologischen Verschwörungen beschäftigen. Zentrale Topoi sind unter anderem Mind Control, “Gehirnwäsche” und Überwachung. Nicht zuletzt geht es dabei auch um eine Allegorisierung der jeweils vorherrschenden Medien und ihrer Wirkungsmacht.

Horror Kultfilme
Herausgegeben von Jörg Helbig, Angela Fabris und Arno Rußegger
192 Seiten, einige Abb., br., € 24,90
978-3-89472-618-8
Der Band widmet sich unterschiedlichen Aspekten des Horrorfilms. Analysen von individuellen Filmen stehen neben Ausführungen zu einzelnen Genres (z.B. Gothic Horror, Giallo, Parodien) und zu spezifischen Aspekten wie Gewalt oder Musik im Horrorfilm. Neben bekannten Regisseuren wie Francis Ford Coppola und weniger bekannten wie Jessica Hausner stehen vor allem veritable Kultregisseure wie Dario Argento und Pete Walker im Blickpunkt. Besprochen werden u.a. Bram Stoker‘s Dracula, Profondo rosso, Hotel House of the Long Shadows,Frankenstein Junior Suspiria u.v.a. Beiträge von Susanne Bach, Angela Fabris, Michael Fuchs, Sabrina Gärtner, Jörg Helbig, Frank Hentschel, Benjamin Moldenhauer, Arno Rußegger und Marcus Stiglegger.

Science-Fiction-Kultfilme
256 Seiten, Abb., br., € 29,90
978-3-89472-971-4
Was ein Kultfilm ist, zumal ein Science-Fiction-Kultfilm, darüber ist eine verbindliche Einigung schwer herzustellen. Viele Faktoren können einen Film zum Kultfilm machen, erstaunlicherweise auch eher negative Dinge, billige Produktion, schlechte Qualität, lächerliche Spezialeffekte, trashige Anmutung oder kommerzieller Misserfolg. Aber natürlich spielen auch noch andere Eigenschaften eine Rolle, nämlich, ob ein Film als bahnbrechend und stilprägend empfunden wird, ob er ästhetisch innovativ ist, ob er die Epoche seiner Entstehungszeit beispielhaft widerspiegelt oder ob er selbstreflexiv mit den Genrekonventionen spielt. In diesem Buch werden erwartbare und weniger erwartbare Filme als Science-Fiction-Kultfilme vorgestellt, aber immer als Anregung auf eine (Re-)Vison des besprochenen Films.
Folgende Filme werden behandelt:
2001: Odyssee im Weltraum (GB/USA 1968), Alien - Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt (GB/USA 1979), Blade Runner (USA 1982), Dune- Der Wüstenplanet (USA 1984), Die phantastische Reise (USA 1966), Inception (USA/GB 2010), Matrix (USA/Australien 1999), Der silberne Planet, (Polen 1988), Nirvana - Jagd im Cyberspace (Italien 1997), Raumpatrouille - Die phantastischen Abenteuer des Raumschiffes Orion (Deutschland 1966), The Rocky Horror Picture Show (GB/USA 1975), Total Recall - Die totale Erinnerung (USA 1990), The War Game (GB 1965).

Tullio Richter-Hansen
Friktionen des Terrors
Ästhetik und Politik des US-Kinos nach 9/11
276 S., br., zahlr. tw. farb. Abb., € 29,90
978-3-89472-956-1
In Erweiterung des 9/11- und (Anti-)Terrorismus-Diskurses untersucht die filmwissenschaftliche Studie die Inszenierung, Produktion und Rezeption des US-Spielfilms im Jahrzehnt nach den Anschlägen des 11. Septembers 2001. Mit der Re- und Dekonstruktion medialer Darstellungen von ‹Terror› und dessen Bekämpfung wird gleichzeitig eine grundsätzliche Theorie zur Relation von Kino und Zeitgeschichte entwickelt. Exemplarische Analysen erfassen etwa Prozesse retroaktiver Umdeutungen (The Siege), filmisch-historischer Parallelisierungseffekte (Black Hawk Down), fragmentarischer Überrepräsentationen (United 93), multidimensionaler Tongestaltungen, asymmetrisch-zirkulärer Narrationen (Rendition), sinnstiftender Körperinszenierungen (The Hurt Locker), performativer Rahmungen (Redacted), genrelogischer Gruppierungen (In the Valley of Elah) sowie geschichtspolitischer Affizierungen (Zero Dark Thirty). Ungeachtet der Heterogenität der Einzelstudien resümiert die Untersuchung, dass die wesentliche Wirkungsweise und Diskursrelevanz der analysierten Filme gerade im Zusammenhang zwischen deren ästhetisch behaupteter Repräsentativität und deren spezifischer Konstruktivität begründet liegt. Dem physikalischen Phänomen der Friktion entsprechend, erklärt das ästhetisch-diskursive Aneinanderreiben der gegenläufigen Darstellungsmodi sowohl die Komplexität als auch die Kontroversität des US-Kinos der Post-9/11-Ära.

Dirk Brüderle / Michael Scholten
Auf den Spuren von Winnetou in Kroatien
160 S., br., €  16,90
978-3-89472-986-8
Orte des Kinos - Dieser Reiseführer bringt den Leser in die beeindruckende Naturkulisse, in der Pierre Brice und Lex Barker einst als Winnetou und Old Shatterhand Blutsbrüderschaft schlossen. Das handliche Buch führt zu Flüssen und Bergen, auf Plateaus und in die Nationalparks, in denen deutsche Kinogeschichte geschrieben, Kämpfe ausgetragen und legendäre Schätze versteckt wurden. Der Kult um die legendären Karl-May-Filme ist ungebrochen. Jetzt hat RTL drei neue Winnetou-Filme produzieren lassen, oft sogar an den Original-Drehorten der Klassiker aus den Jahren 1962 bis 1968. Denn die wildromantische Berglandschaft Kroatiens hatte einen beachtlichen Anteil am Erfolg der früheren Leinwandabenteuer. Ausführliche Wegbeschreibungen wechseln sich ab mit amüsanten Anekdoten über Dreharbeiten und die Schauspieler der alten und neuen Winnetou-Filme ab. Informationen über den nächsten Blockbuster Star Wars - Episode VIII oder die Erfolgsserien Game of Thrones und Die rote Zora, die ebenfalls in Kroatien entstanden, runden die cineastische Reise durch ein einzigartiges Filmland ab. 

Julia Schumacher
Egon Monk
REALISMUS ALS PROGRAMM
Modell einer Werkbiografie
352 S., Abb. € 34,-
978-3-89472-979-0
Egon Monk ist eine zentrale Figur der Fernsehgeschichte der Bundesrepublik. Die politisch motivierte Programmatik , die der „Brecht-Schüler“ 1960–1968 als Leiter der Hauptabteilung Fernsehspiel des NDR verfolgte, bleibt in keiner Überblicksdarstellung unerwähnt und seine Regiearbeiten gelten als wegweisend für das Fernsehspiel der Bundesrepublik; Ein Tag – Bericht aus einem deutschen Konzentrationslager 1939 (1965) ist mittlerweile zum Schulbeispiel der televisuellen Darstellung des Nationalsozialismus avanciert. Das Buch bietet eine umfassende Neuperspektivierung der Fernseharbeit Monks und zugleich ein Modell für eine medienwissenschaftliche Werkbiografie. Diese verbindet das Oeuvre eines ‚Autors‘ mit medienhistorischen und theoretischen Fragestellungen. Als Quellengrundlage dienen sowohl Monks Fernsehspiele und –filme als auch sein Nachlass, den Julia Schumacher als erste Forscherin einsehen und systematisieren konnte. Im Zentrum ihres Buches steht die Frage nach dem ästhetischen Konzept, das Monks Regiearbeit für das Fernsehen bestimmte. Dafür nimmt die Verfasserin erstmals das Gesamtwerk des realisierten Filmschaffens aus den Jahren 1953 bis 1988 in den Blick und ergänzt dieses um die nicht-realisierten Vorhaben, die sie aus fragmentarischen Entwürfen und Notizen erschlossen hat. In aufeinander aufbauenden Einzelstudien rekonstruiert sie das Werk sowohl in seinen Bezügen zu Monks Engagement in Theater und Hörfunk als auch in seinen intertextuellen Verflechtungen – den Bezügen zu Entwicklungen der inter/nationalen Filmästhetik, als Reaktion auf kulturgeschichtliche Kontexte, sowie im Hinblick auf die theoretischen Konzepte, die der Gestaltung zugrunde liegen. Den Fluchtpunkt ihrer Analysen bildet das bislang wenig erörterte Problem des realistischen Erzählens und Darstellens im Fernsehen. Durch die frühe prägende Arbeit am Berliner Ensemble ist der Begriff des Realismus für Monk politisch-programmatisch besetzt. Ebenso knüpft er an Brechts Idee der Verfremdung an, während ihn die wachsende und verändernde Medienumgebung veranlasste, immer wieder neu nach ästhetischen Lösungen zu suchen, um diesen Effekt zu provozieren. Daher bietet die Analyse der Ästhetik Monks auch einen anschaulichen Zugang zur Mediengeschichte der Bundesrepublik.

Riccarda Merten-Eicher
Kostümbild | Kostümdesign
Die Magie der Verwandlung
168 S., br., € 19,90
978-3-89472-958-5
Das Kostümbild gehört zu den Gewerken im Film, deren Arbeit man meistens nicht bewusst wahrnimmt. Kostüme senden erste Signale, Botschaften über eine Figur im Film oder im Theater. Das Buch gibt einen spannenden Einblick in die «Kostümsprache», von der ersten Inspiration, den Entwürfen über die finanzierbare Konzeption bis zur künstlerischen Umsetzung innerhalb des Filmwerks. Es ist ein lebendig geschriebenes Sachbuch einer erfahrenen Praktikerin. Die Leser erfahren wenig beachtete Hintergründe der Filmherstellung. Sie werden danach Filme ganz anders sehen und achten. Riccarda Merten-Eicher, geboren 1956, studierte 1977 bis 1979 am Deutschen Institut für Puppenspiel sowie Germanistik- und Philosophie in Bochum, Arbeit in freien Theatergruppen und Filmproduktionen. 1980 bis 1983 Ausbildung zur Modedesignerin beim Lette-Verein Berlin. 1983 bis 1992 Anstellung bei der Firma Theaterkunst Berlin, die historische und moderne Kino-, TV- und Theaterproduktionen ausstattet. Seither als freie Kostümbildnerin am Theater, für Kinofilme und Fernsehformate im In- und Ausland tätig. Zu ihren bekanntesten Werken gehören Carlos – der Schakal, Geliebte Clara und Die grüne Wolke
Aus dem Inhalt:
- Zum Berufsbild - Notwendige Interessen, Kenntnisse und Fähigkeiten
- Die technische Vorbereitung eines (Film-)Projekts
- Die Realisation
- Die Dreharbeiten
- Die Abwicklung
- Kostümbild für Serien
- Kostümbild für die Bühne
- Trendfunktion von Film- und Serienkostümen
- Wege zum Beruf


Storyboarding
Filmisches Entwerfen
232 S., zahlr. Abb., € 24,90
978-3-89472-966-0
Dieser Band dokumentiert die Ergebnisse eines Workshops, der verschiedene Kulturwissenschaften mit Filmpraktikern sowie Kinoarchivaren und Ausstellungsmachern in ein Gespräch über Storyboards zusammenbrachte. Die Fragestellungen zielten dabei überwiegend auf Möglichkeiten und Grenzen nachträglicher Sichtbarmachung von Storyboards als Ausstellungs- und Archivmaterial ab, auf einen möglichen Status als eigenständiges Kunstwerk, aber auch auf Prozesse verschiedener Zeichensysteme und Materialformen bei der Gestaltung von Bildern und Bildräumen. In drei Kapiteln werden dazu historische, systematisch-theoretische und objektbezogene Zugänge zu den Formen des Storyboards und den Verfahren und Techniken des Storyboardings eröffnet. Darin zeigen die Beiträge des Bandes, dass Umfang, Grad der Ausführung und Funktionalität ganz unterschiedliche Gestalt annehmen können und von groben, rein technischen Skizzierungen bis zu ausgestalteten, detaillierten Zeichnungen und individuellen Stilmerkmalen reichen. Titelgebend wird daher vom Storyboarding gesprochen, weil es um ein Verfahren geht. Andererseits ist es kaum weniger das eigenmächtige ‚Ding‘ Storyboard in seinen Techniken und Praktiken adressiert,das materialiter weder dem Drehbuch noch dem fertigen Film zugehört und in seiner produktionstechnischen Funktionalität allein nicht aufgeht. Die Beiträge des Bandes fragen danach, wie Storyboards selbst als dynamische „Blickanleitungen“ verstanden sein können: Wie dienen Storyboards der Vorstellung und Vorschreibung, ohne verbindlich oder gar eindeutig zu sein und die Bilder des Filmes tatsächlich vorwegnehmen zu können und zu wollen? Wie zerlegt das Storyboard Texte in Bilder, in Bewegungsabläufe und Kameraeinstellungen, wie löst es diese auf? Welche Wirkmacht kann in den eingezeichneten Pfeilen, Rahmen und anderen kinetographischen Zeichen erkannt werden? Und wie stellt sich das Storyboard daraus folgend als Bewegungsskript dar? Denn der Projektionsraum, den das Storyboard entfaltet, vollzieht ein Erzählen in Texten und Bildern, in Zeichen der Bewegung und Bewegtheit, der Bewegbarkeit und stellt in diesem Sinne ein dynamisches Storymodell dar, das in besonderer Weise die Imagination anspricht.

Karen Eifler
The Great Gun of the Lantern
Lichtbildereinsatz sozialer Organisationen in Großbritannien (1875-1914)
388 Seiten, zahlr. tw. farb. Abb., br., € 44,00
978-3-89472-955-4
Ende des 19. Jahrhunderts erfreuten sich öffentliche Lichtbildvorträge als Mittel der Belehrung und Agitation großer Beliebtheit. Mutterland dieser Medieninszenierung ist Großbritannien, wo eine eigene Wirtschaftsbranche mit Produktionsfirmen, Vertriebsstrukturen und kommerziellen wie nichtkommerziellen Anbietern von unterhaltsamen Shows und lehrreichen Vorführungen entstand. In britischen Groß- und Mittelstädten sind lantern lectures (Lichtbildervorträge) ein fester Bestandteil des Angebots öffentlicher Bildungsveranstaltungen. Soziale Organisationen, die in der Armenfürsorge und Armutsprävention tätig sind, setzen Projektionsaufführungen gezielt zur Propagierung ihrer Ziele, zur Mitgliederwerbung und zum Spendensammeln ein. Der Reiz dieses neuen Mediums wurde noch gesteigert mit festlichen Umzügen und multisensorischen Darbietungen wie der Kostümierung der Vortragenden und Operateure. Als „Great Gun“, als großartige „Bilderkanone“ zur Bekämpfung von Armut bzw. der durch Armut drohenden ,Sünde' bewährte sich der bildwerfende Projektor also nicht nur über die projizierten Bilder, sondern ganz wesentlich im szenischen Verbund mit sozialen Praktiken wie Umzügen, Gottesdiensten, Speisungen und gemeinsamem Singen. Die Autorin untersucht diese Medienpraktik am Beispiel von zwei christlichen Or/ganisationen der Temperenzbewegung (United Kingdom Band of Hope Union und Church of England Temperance Society), drei Organisationen christlicher Mission und Unterweisung (Sunday School Union, Church Army, Salvation Army) sowie zwei säkulare sozialpolitische Organisation (Co-operative Movement und Clarion Movement)

montage/AV[1/2017]
[Streams und Torrents]
Zeitschrift für Theorie und Geschichte audiovisueller Kommunikation
208 Seiten, zahlr. Abb., € 16,90
978-3-89472-936-3
Als Streamen medialer Inhalte – Radiosendungen, Live-Übertragungen von Sportereignissen, Filme, Serien und andere Fernsehshows – wird vor allem die simultane und gekoppelte Übertragung und Wiedergabe über das Internet bezeichnet. Im Unterschied zum Herunterladen wird beim Streaming keine Kopie der Daten auf dem eigenen Rechner angelegt, die medialen Inhalte werden direkt abgespielt; die Daten werden nur kurz zwischengespeichert, anschließend wieder gelöscht. Obwohl verschiedene Codierungen und Formate des Streamens schon lange existieren, ist es erst in den letzten zehn Jahren dank zunehmender Bandbreite der Datenübertragung zu einer dominanten Form des Medienvertriebs geworden. So gaben in Deutschland 2015 in einer Studie 76 Prozent der Befragten an, mindestens gelegentlich Videostreaming zu nutzen. Ausgedünnt haben die immer breiteren Ströme dieses Mainstreams auch die sogenannten Sturzbäche (torrents), die noch vor einigen Jahren den größten Anteil am Datenverkehr über das weltweite Web ausmachten. Die Film- und Fernsehwissenschaft sollte sich mit der Realität von Streams und Torrents stärker konfrontieren im Bemühen, die jüngst entstandenen Flüsse und Sturzbäche zu kartografieren, auch weil sie auf neue Sedimentierungen und mediengeologische Verschiebungen verweisen. Das gilt zunächst etwa für die seit einiger Zeit beobachtete «neue Cinephilie», die stark mit der digitalen ‹Blogosphäre› und der neuen Verfügbarkeit von unbekannten Schätzen der Filmgeschichte im Internet zusammenhängt, aber auch für das kulturelle Phänomen des ‹Binge Watching›, das zwar im Stream nicht entstanden ist, sondern sich bis in die Frühzeit von Videogemeinschaften zurückverfolgen ließe, durch die Streamingangebote aber zu besonderer Beliebtheit gekommen ist. Es gilt ferner für Verschiebungen im Bereich der (Markt-)Macht, mit der die Frage nach dem Zugang zu kulturellen Gütern wie auch der Streit um Urheber- und Verwertungsrechte untrennbar verbunden bleiben. Mit dem Streamen verbindet sich also nicht nur die gewünschte vertikale Ausdehnung des Marktes für kulturelle Güter (mehr Titel, mehr Nutzer, mehr Werbung usw.), sondern eben auch die horizontale – in soziale und ökonomische Bereiche, die mit kultureller Produktion nicht mehr viel zu tun haben. Die Beiträge dieses Bandes betrachten Streams und Torrents aus verschiedenen Blickwinkeln.


Himmlische Frauen.
Nonnen in Film und TV.
Herausgegeben von Theresia Heimerl
200 S., Abb., br., € 24,90
978-3-89472-953-0
Katholische Nonnen bzw. Ordensfrauen begegnen dem durchschnittlichen Mitteleuropäer (und der Mitteleuropäerin) heute weit öfter in Film und TV als im wirklichen Leben - Grund genug, sich mit deren Darstellungen ebendort zu beschäftigen. Die Fragestellung der geplanten Publikation ist eine religionswissenschaftliche: Welches Bild von Nonne wird in verschiedenen populären Film- und TV-Produktionen entworfen und was sagt uns dieses über die Wahrnehmung katholischer Nonnen abseits kirchennaher Kreise?
Die Leitfragen der Beiträge sind: Die Analyse des Erscheinungsbildes der Nonne, die historische, soziale und politische Kontextualisierung sowie die Einordnung im jeweiligen Geschlechterrollenbild, das Verhältnis von Nonne und kirchlicher Hierarchie/Autorität und schließlich die intendierte Wirkung auf die ZuseherInnen. Mit diesen Fragestellungen gehen die AutorInnen der einzelnen Beiträge an die analysierten Produkte heran. Forschungsgegenstand der einzelnen Beiträge sind ausdrücklich jene Filme, TV-Serien und Werbespots, die für ein breites Publikum gemacht und auch von einem solchen rezipiert werden, also jener Bereich, der oft als Unterhaltungs- oder Populärkultur definiert wird. Nach Ansicht der HerausgeberInnen sind es nämlich eben diese Produktionen, welche das Bild der katholischen Nonne für viele Menschen heute prägen. Der Arthousefilm im engeren Sinn bleibt bewusst ausgespart, da hier die Fragestellungen wohl zumindest teilweise andere sein müssten und das klar abgegrenzte Profil des Bandes sprengen würden. Die einzelnen Beiträge sind sehr großzügig definierten Genres zugeordnet, aus denen prägnante Beispiele genauer untersucht werden. Ziel der Publikation ist es, Trends und Tendenzen in der Darstellung von Nonnenbildern in Film und TV herauszuarbeiten und deren Verhältnis zum jeweiligen Kontext deutlich zu machen.

Phlipp Blum
Experimente zwischen Dokumentar- und Spielfilm.
Zu Theorie und Praxis eines Ästhetisch 'queeren' Filmensembles.
336 S., zahlr. tw. farb. Abb., br., € 34,00
978-3-89472-709-3
Die Studie beschreibt und analysiert Filme, die uneindeutig zwischen Dokumentar- und Spielfilm stehen und präsentiert die gattungsmäßige Unterbestimmtheit solcher Filme als ihr wesentliches ästhetisches und reflexives Potential. Anders als es in den Begriffen wie mockumentary, fake-documentary und/oder fingierter Dokumentarfilm zum Ausdruck kommt, werden solche Filme als formal offene Experimente zwischen Dokumentar- und Spielfilm aufgefasst und gerade nicht als Spielfilme im Gewand des Dokumentarischen. Tatsächlich bringen diese Filme in ihren Gattungsverkreuzungen und -verflüssigungen hergebrachte Sehgewohnheiten ins Wanken und reflektieren die Binarität von Fiktionalität und Non-Fiktionalität auf eine performativ spielerische Art und Weise. Um diesem Merkmal Rechnung zu tragen, werden solche Filme als 'queer' bezeichnet. Mit diesem vor allem Judith Butler und einer dekonstruktivistisch argumentierenden Theorie des Geschlechts entlehnten Begriff perspektiviert die Studie Filme zwischen Dokumentar- und Spielfilm als Aushandlungsorte filmischer Bedeutungsproduktion im Spannungsfeld von Imaginärem und Wirklichem – Fiktionalem und Dokumentarischem.
Ausgehend von dieser Perspektive wird induktiv über sorgfältige Filmanalysen ein Ensemble von Filmen erschlossen, dessen größte Stärke gerade in der generischen Uneindeutigkeit liegt. Schließlich lassen die Filme in der Art und Weise, wie sie die ästhetische Aufmerksamkeit und auch das filmgeschichtliche Bewusstsein des Zuschauers adressieren, ehedem sichere Genrelektüren und Gattungserwartungen ins Wanken geraten. Damit wird nicht nur kritisch Aufklärungsarbeit gegenüber der vermeintlichen Selbstevidenz filmischer Bilder und Töne geleistet oder die Eigenwirklichkeit von Fiktionen veranschaulicht. Grundsätzlicher lassen 'queere' Filme sinnlich konkret über das Fiktionale und das Dokumentarische reflektieren, indem sie beides performativ zur Geltung bringen. Die Studie zeigt sich dabei von zwei Bewegungen gekennzeichnet: Einerseits wird die Ästhetik solcher Filme anhand ausgewählter Fallstudien analysiert so die Praxis dieser Experimente zwischen Dokumentar- und Spielfilm beschrieben. Andererseits leitet die Studie aus dieser Praxis eine Theorie dieser Filme als 'queer' ab und blickt auf die Herausforderungen, die diese Filme für ehedem stabile Konzepte filmtheoretischen Denkens wie etwa Fiktionalität und Wirklichkeit darstellen. Damit schaltet sich die Arbeit in einen anhaltend virulenten Diskurs ein und präsentiert einen originellen und gewinnbringenden Zugang zu den Filmen zwischen Dokumentar- und Spielfilm als experimentellen Anordnungen.

Martin Hennig
Spielräume als Weltentwürfe.
Kultursemiotik des Videospiels
424 Seiten, zahlr. Abb., € 48,00
978-3-89472-951-6
Die Erzählungen des Videospiels gelten kulturell nach wie vor weitestgehend als trivial, auch in der Forschung ist die konkrete Untersuchung der dort entworfenen Welten bislang nur auf einer sehr allgemeinen Ebene erfolgt. Martin Hennig hat sich deshalb erstmals umfassend den Weltentwürfen des Videospiels und ihren unterschiedlichen Ausprägungen innerhalb der aktuellen Videospielekultur gewidmet. Dabei werden semiotisch fundiert die Konzeption des Avatars und die damit verknüpften Vorstellungen von der Person mit den dargestellten Welten verknüpft. Es wird untersucht, wie strukturelle und inhaltliche Merkmale aktueller und historischer Beispiele durch das Videospieldispositiv bedingt sind; welche Auswirkungen der Medienwandel auf die Weltentwürfe in Videospielen hat und welche sozialen Nutzungsweisen das Onlinerollenspiel im Vergleich zum Offlinevideospiel ermöglicht. Damit werden Person und Raum, Avatar und Weltentwurf im Buch einerseits mit der spezifischen Medialität des Videospiels und andererseits zu kulturellen Diskursen in Beziehung gesetzt. In diesem Zusammenhang schließt Hennig insbesondere an Konzeptionen von ‹Privatheit› und ‹Öffentlichkeit›, ‹Freiheit› und ‹Überwachung› an. Insgesamt liefert die Kultursemiotik des Videospiels eine systematische semiotische Analysemethode, die gleichermaßen an Offline- und Onlinevideospielen validiert wird. Das Videospiel rückt hier sowohl in seiner semiotisch-ästhetischen Dimension als auch in seinen kulturellen Bezügen und Funktionen in den Blick und wird damit in vollem Umfang als kultureller Zeichenträger perspektiviert.

Maria Fuchs
Stummfilmmusik
Theorie und Praxis im „Allgemeinen Handbuch der Film-Musik“
240 S., br.,  € 29,90
978-3-89472-619-5
Zu Zeiten des Stummfilms wurden die Vorführungen live durch Pianisten begleitet. Eine individuelle Begleitmusik für die jeweiligen Filme gab es nicht, die Pianisten mussten in der Lage sein, sich auf unterschiedliche Filme schnell einzustellen. Hilfreich war dabei das Allgemeine Handbuch der Film-Musik, das 1927 von Hans Erdmann, Ludwig Brav und Giuseppe Becce herausgegben wurde. Mit diesem Handbuch liegt die umfangreichste und wohl bedeutendste Dokumentation der Musikpraxis des Stummfilms der 1920er Jahre in Deutschland vor. Es enthält unter anderem ein thematisches Skalenregister, das eine ausgereifte, künstlerische Methode für die Musikillustration des Stummfilms bot. Das Allgemeine Handbuch der Film-Musik dokumentiert und reflektiert eingehend die .musikalische Illustratiors. des Stummfilms im Deutschland der 1920er Jahre und ist Ausgangspunkt von Fuchs Beschreibung der unterschiedlichen theoretischen und praktischen Diskurse der Stummfilmmusik

Hans-Joachim Schabedoth
SPD und Merkel - Vernunftehe vor der Scheidung
128 S., br., 12,90
978-3-89472-299-9
 Der Wähler hatte am 22. September 2013 keine Lust mehr auf die Wiederholung schwarz-gelber Regierungsarbeit. Angela Merkel musste sich neue Partner suchen. Die Grünen wollten noch nicht. Die SPD zögerte zunächst, testete dann aber doch in wochenlangen Verhandlungen die Kompromissfähigkeit der Merkel-Union. Viele Ziele aus ihrem Wahlprogramm ließen sich auch in einer zweiten großen Koalition mit Angela Merkel verwirklichen. Die SPD-Basis hatte dazu grünes Licht gegeben. Schon im ersten Jahr stand fest: Es gibt den Mindestlohn, verbesserte Chance für den Ausstieg aus dem Arbeitsleben mit 63, eine Doppelpassregelung, die Mietpreisbremse. Auf dem Feld der Wirtschaftspolitik gab es neue Töne und Auftrieb für staatliche Gestaltungspolitik. Die Energiewende wurde vom Kopf auf die Füße gestellt. Die sozialdemokratisch geführten Ministerien entpuppten sich als Motor der Koalition. Die Wählerschaft war lange Zeit höchst zufrieden mit ihrer Wahlentscheidung. Unzufrieden blieb die SPD. Ihr öffentliches Ansehen hatte sich nicht verbessert. Die besten Regierungsleistungen wurden vereinnahmt als seien sie keine Kampferfolge, sondern schlichte Merkel-Politik. In einer Welt- und Europapolitik, die aus den Fugen geriet, erwies sich die Merkel-Regierung als ruhender Pol. Alles änderte sich ab Sommer 2015 mit der Flüchtlingskrise. Angela Merkels ungewöhnliche Entscheidung für eine Willkommenskultur polarisierte ihr eigenes Lager. Auch die SPD ließ Federn. Die Anti-Euro-Partei AfD wurde die Anti-Ausländer-Partei. Solide Regierungsarbeit gab es immer noch, doch es fehlte ihr der Glanz. Die Grenzen von Interessenüberschneidungen im politischen Alltagsgeschäft bekamen wieder stärkere Konturen. Der näher rückende Wahltermin machte Böcke und Schafe deutlicher identifizierbar. Mit dem Wechsel des profilierten Europapolitikers Martin Schulz an die SPD-Spitze wurde wieder für möglich gehalten, was der Gabriel-SPD kaum noch jemand zutrauen wollte: Beim nächsten Wahltermin am 24. September 2017 ist ein Machtwechsel möglich. Vier Jahre Koalition mit SPD, Angela Merkel und den sich fetzenden Partei-Schwestern CDU/CSU haben das Arbeiten und Leben der Menschen verbessern können. Das lässt sich gut belegen. Wie kann es weitergehen? Welche Koalitions-Optionen sind realistisch? Alles dies wird im neuen Schabedoth-Buch aufgezeichnet. Seit der Helmut-Kohl-Zeit, über den Wechsel von unseren Jahren mit Gerhard Schröder zur ersten Merkel-SPD-Koalition, bis hin zur schwarz-gelben Politikverwaltung hat Schabedoth die politischen Abläufe kritisch verfolgt. Seit 2013 kann er es als Bundestagsabgeordneter der SPD auch aus einer Binnensicht tun. Das verschafft seinen Beobachtungen und Bewertungen eine besondere Bedeutung. Ergänzt wird seine Arbeit mit einer Chronik zu den wichtigsten Merkposten schwarz-roter Regierungsarbeit in den turbulenten Zeiten 2013-2017.

Lexikon des internationalen Films - Filmjahr 2016
544 S., Abb., € 24,90
 978-3-89472-950-9
Das einzige Filmlexikon in Printform bietet einen umfassenden Überblick über das vergangene Filmjahr und hilft mit durchdachter Auswahl und klaren Bewertungen den Überblick zu behalten. Unverzichtbar für den Profi, hilfreich für den Filminteressierten.
Inhalt:
Eine Kurzkritik für jeden Film, der 2015 im Kino, im Fernsehen oder auf DVD/Blu-ray gezeigt wurde, - insgesamt mehr als 2000 Besprechungen.
Ein detaillierter Jahresrückblick erinnert an wichtige Ereignisse und Trends des vergangenen Filmjahrs.
Ausgezeichnete Filme und DVDs, Kinotipp der katholischen Filmkritik, Festivals und Preise.

Schwerpunkt:
Filmjahr SERIEN-GUIDE
Die 40 Besten, ausgewählt von der Jahrbuch-Redaktion
50 Kritiken zu aktuellen Serien (2014-2016)
Die 10 besten Serien-Klassiker auf DVD/BD




Wolfgang Staudte
Ein unbequemer Kritiker der Gesellschaft
256 Seiten, Abb., € 24,90
 978-3-89472-969-1
Das Buch entstand anlässlich des 30. Todestages des in Saarbrücken geborenen Regisseurs Wolfgang Staudte und soll die Erinnerung an diesen Regisseur wachhalten, der in seinem Selbstverständnis als politischer Regisseur sich dafür einsetzte, Verantwortung zu übernehmen und sich kritisch für die Gesellschaft zu engagieren. In seinem filmischen Schaffen war er ein stets unbequemer Mahner gegen das allzu bereitwillige Vergessen der Verbrechen des Nationalsozialismus und der Autoritätsfixierungen, die zu ihm beigetragen hatten, etwa durch seine wichtigen Filme Rosen für den Staatsanwalt (1959) und Der Untertan (1951),

Klos, Stefanie
Fatih Akin
Transkulturelle Visionen
212 Seiten, 20 Abb., € 19,90
978-3-89472-957-8
Der Regisseur Fatih Akin ist auf nationalen und internationalen Filmfestspielen vielfach ausgezeichnet worden, er gilt als Aushängeschild des Deutschen Films. Dennoch wurde in vielen Veröffentlichungen der letzten Jahre häufig sein Migrationshintergrund hervorgehoben und dabei auch zum Ausgangspunkt von Filmanalysen gemacht. Stefanie Klos löst Fatih Akin aus diesem einseitigen Blickwinkel heraus und liefert eine analytische Gesamtschau seines bisherigen Schaffens als Filmemacher, die es vermag, alle ästhetischen und narrativen Elemente im Sinne eines transkulturellen Mix zu integrieren und als gleichwertig nebeneinander zu stellen.

Matthias Herz
Das Privat-Fernsehen
Reality TV als Trägerkonzept medienvermittelter Privatheit im deutschen Fernsehen
320 Seiten, br., € 29,90
978-3-89472-982-0
Reality TV hat die deutsche Fernsehlandschaft im neuen Jahrtausend nachhaltig geprägt. Seit Big Brother wird die Entwicklung vielfach von lebendigen Diskursen über den Untergang des Abendlandes, über Voyeurismus und nicht zuletzt über die Verzerrung und Inszenierung der gezeigten Inhalte begleitet. Realität allein scheint dabei nicht als Charakteristikum von Reality TV geeignet zu sein, wie der bislang ausstehende Konsens über den eigentlichen Kern des Gegenstandes belegt. Das Privat-Fernsehen schafft eben diese Grundlage und betrachtet Reality TV im Rahmen seiner inszenierten Authentizität, die es über eine Fokussierung auf die Domäne des Privaten beansprucht. Reality TV wird deshalb als privacy programming verstanden. Mit Blick auf das Konzept einer Medienkultur wird in Medien- und Diskursanalysen der Frage nachgegangen, inwiefern inszenierte Setzungen filmischer Realität die gesellschaftliche Realität zumindest mitbestimmen können. Oder: Wie die Fernsehrealität zur Realität ihrer Zuschauer steht.

Walder, Martin
Claude Goretta - der empathische Blick
240 S., zahlr. Abb., br., € 24,90
978-3-89472-975-2
Claude Goretta steht zusammen mit den beiden anderen Genfer Cineasten Michel Soutter und Alain Tanner in den 1960er und 70er Jahren für das Aufblühen eines neuen schweizerischen Spielfilms mit zunehmendem internationalem Renommee. Beeinflusst von den italienischen Neorealisten ebenso wie vom britischen Free Cinema debütiert Goretta zusammen mit Tanner 1956 im preisgekrönten Londoner Kurzfilm Nice time und beginnt darauf eine äusserst vielseitige Karriere bei der Télévision de la Suisse Romande (TSR), bevor er sich dann mehr und mehr in Richtung Kinospielfilm bewegt. Bis in die erste Zeit unseres Jahrhunderts fügt sich so ein imponierend weit gefächertes Werk, das fruchtbare und lebendige Jahrzehnte schweizerischer Fernseh- und Filmgeschichte repräsentiert. Goretta erweist sich in seinem Weltverständnis als sozial sensibler Zeitgenosse und seismografischer Diagnostiker. Dabei kann auf zahlreiche, auch unpublizierte Interviews, Gespräche und Zeugnisse zurückgegriffen werden. Was sich ergibt, ist ein Bild von Claude Goretta als dem vielleicht vielseitigsten Schweizer Filmemacher seiner Zeit.
Bekannte Filme von Claude Goretta:
1970: Der Verrückte (Le fou)
1971: Hochzeit im Grünen (Le jour des noces)
1977: Die Spitzenklöpplerin (La dentellière) - mit Isabelle Huppert
1980: Die Verweigerung (La provinciale) - mit Bruno Ganz, Angela Winkler
1983: Der Tod des Mario Ricci (La mort de Mario Ricci) - mit Gian Maria Volontè
1993: Maigret und die Keller des Majestic
1994: Der Kummer von Flandern (Le chagrin des Belges)
1995: Maigret hat Angst
1996: Le dernier chant

Vignold, Peter
Das Marvel Cinematic Universe - Anatomie einer Hyperserie
Theorie, Ästhetik, Ökonomie
176 Seiten, zahlr. Abb., € 19,90
978-3-89472-970-7
Das seit 2008 kontinuierlich expandierende Marvel Cinematic Universe gilt als das kommerziell erfolgreichste Filmfranchise der Gegenwart. Die hohe Erfolgsquote des mittlerweile zur Walt Disney Corporation gehörenden Marvel Studios hat eine Reihe von unterschiedlich weit fortgeschrittenen Nachahmungsbemühungen seitens Hollywood in Gang gesetzt, die Formel des Cinematic Universe auf ihre eigenen Filmfranchises zu übertragen. Was aber ist ein Cinematic Universes und wie unterscheidet es sich von einer herkömmlichen Fortsetzungsserie im Kino? Dieser Frage wird anhand einer Untersuchung des Marvel Cinematic Universe am Ende seiner zweiten „Phase“ nachgegangen.
Das Marvel Cinematic Universe, das über Kinofilme hinaus auch TV- und Webserien hervorgebracht hat, führt den Begriff der linear organisierten Serie an die Grenzen seiner Beschreibungsfähigkeit. Der Autor stellt diesem das Konzept der multilinearen Hyperserie entgegen, mit dessen Hilfe sich die serialisierten Narrationen des MCU hierarchisch strukturieren und ihre Relationen zueinander bestimmen lassen. Auf der Grundlage von theoretischen Überlegungen zu Ästhetik und Ökonomie der Serie im Kino und der Betrachtung einiger Fallbeispiele aus Film und Fernsehen zeichnet der Autor anhand des X-Men-Filmfranchises den Übergang von einer linearen Serie zu einer multilinearen Hyperserie nach, und wendet das hier entstehende Modell in einer anschließenden Analyse auf das Marvel Cinematic Universe an, in dem unterschiedliche, interseriell kohärente Binnenserien an einer den einzelnen Film übersteigenden Narration mitschrieben. In einer ausführlichen Auseinandersetzung mit den im MCU zur Anwendung kommenden Serialitätsstrukturen, aber auch unter ständiger Berücksichtigung der die Filme und Serien begleitenden Produktionsdiskurse, verdeutlicht der Autor Zusammenhänge zwischen Ästhetik und Ökonomie eines visuell neu formatierten, seriellen Blockbusterkinos vor der Hintergrund einer Kultur der Medienkonvergenz.

Köhler, Kristina
Der tänzerische Film
Frühe Filmkultur und moderner Tanz.
432 Seiten, zahlr. Abb., € 38,00
978-3-89472-840-3
Schon um 1900 beschrieben Besucher früher Filmvorführungen das Flackern auf der Leinwand als «Tanz der Bilder». Die Idee, dass Filme Tanz nicht nur aufzeichnen, sondern selber - über die Projektion, Kamerabewegungen oder Montage - tänzerische Bewegungseffekte freisetzen, zirkuliert seither durch Filmkritik und -theorie. Der Band untersucht die Denkfigur vom tänzerischen Film und zeichnet ihr Entstehen im Kontext der intermedialen Geschichte von früher Filmkultur und modernem Tanz zu Beginn des 20. Jahrhunderts nach. Gezeigt wird, wie das Kino im Kontext von Tanz, Körperkultur und Gymnastik als «Bewegungskunst» modelliert wird und wie es sich - parallel zu und in Wechselwirkung mit dem modernen Tanz - als Praxis und Erfahrungsraum etabliert, an dem neue Formen der Bewegung und Wahrnehmung erprobt werden. Erarbeitet wird ein innovatives Theorie- und Analysemodell, das medienarchäologische Ansätze mit Theorien der Wahrnehmung, Bewegung und Körperlichkeit verknüpft. Dieser Zugriff erlaubt, die Geschichte des tänzerischen Films über ein breites Spektrum an Beispielen in den Blick zu nehmen: an den Tanz- und Trickszenen des frühen Kinos, wissenschaftlichen Bewegungsstudien und Zeitlupen-Aufnahmen, Tanz- und Kulturfilmen, Tanzlehrfilmen, Filmkomödien und Melodramen der 1910er Jahre bis hin zu den ‹absoluten› Experimentalfilmen der frühen 1920er Jahre. Die Zusammenschau verbindet die Analyse der Filme mit den Filmtheorien und Aufführungspraktiken der damaligen Zeit und beleuchtet zentrale Beispiele über eine Fülle bislang unbekannter Archivmaterialien. So entfaltet sich ein faszinierendes Panorama der frühen Filmkultur, das zeigt, wie eng diese im Austausch stand mit Ideen des Tänzerischen der Körper- und Tanzkultur, bildenden Kunst, Philosophie, Physiologie, Bewegungswissenschaft, Lebensreform und populären Unterhaltungskultur.
Erstmals in den Blick genommen werden auch die Reaktionen moderner Tänzerinnen und Choreographen wie Isadora Duncan und Loïe Fuller, Rudolf von Laban, Mary Wigman und Gret Palucca auf den Film. Ihre Kommentare, mal polemisch gegen das Kino gewandt, mal euphorische Entwürfe einer intermedialen Bewegungskunst, eröffnen einen ganz eigenen Reflexionsraum auf das damals neue Medium. Im Zentrum ihrer Überlegungen steht die (auch tanztheoretisch relevante) Frage: Wie lässt sich Tanz verstehen, wenn er nicht mehr an den menschlichen Körper gebunden ist? Die entwickelte Theorie vom tänzerischen Film ermöglicht, diese Frage auch für aktuelle Filme - von der ‹Berliner Schule› bis hin zu Spielformen des Screen- und Videodance - zu reflektieren und zu klären, was es heißt, einen Film oder ein Video ‹tänzerisch› zu ‹erfahren›.

Seeßlen, Georg
Steven Spielberg und seine Filme
304 S., zahlr. Abb., € 29,90
978-3-89472-808-3
Steven Spielberg zieht seit vielen Jahren das Publikum mit seinen Filmen in den Bann. Er scheint das Geheimnis zu kennen, wie man das Publikum rührt. Das - und sein eigener unermüdlicher Ehrgeiz - haben ihn zum erfolgreichsten Filmregisseur aller Zeiten gemacht. Er hat Hollywoods Ruf als «Traumfabrik» wiederhergestellt. In seinen Filmen vereinen sich handwerklicher Perfektionismus, märchenhafte Fantasie und moralische Integrität.Manche seiner Filme sind moderne Märchen ( E.T. - Der Außerirdische, Indiana Jones, Die Abenteuer von Tim und Struppi) und rühren tief an die Erinnerungen unserer Kindheit, andere sind deutliche Anklagen gegen Leid und Unrecht in der Welt (Die Farbe Lila, Schindlers Liste, Der Soldat James Ryan). Aber die universale Verständlichkeit seiner Filme, die eindeutige Zuordnung zu Mainstream und Tradition dürfen nicht darüber hinwegtäuschen, dass in ihnen auch etwas über die Art unserer Wahrnehmung und die Zukunft unserer Gefühle verhandelt wird. Seeßlen versteht es meisterhaft und auf eine höchst spannende Weise hinter den Bildern der scheinbar wenig rätselhaften Spielberg-Filme die Ängste, Wünsche und Träume des modernen Menschen aufzudecken. Das reich bebilderte Buch behandelt filmübergreifend Spielbergs Themen, u.a. die Familienbeziehungen, die Sexualität, den Patriotismus sowie das Wunderbare, alles mit vielen Bilder verdeutlicht.

Standardsituationen im Film
Ein Handbuch
 420 S., br., € 29,90
978-3-89472-809-0
In Filmen - gleich welchen Genres - gibt es alltägliche Situationen, die doch immer wieder auf ähnliche Weise dargestellt werden. Gleichzeitig sind sie aber auch geschichtlichen und gesellschaftlichen Veränderungen unterworfen und passen sich den Sujets und Darstellungsformen der jeweiligen Genres an. Das Handbuch der Standardsituationen stellt die wichtigsten vor und analysiert ihr Potential für den Fortgang der Filmhandlung.
Folgende Standardsituationen werden behandelt:
Abschied - Angst und Furcht - Anklage/Verteidigung - Beim Arzt - Aufbruch - Auftritt/Abgang - Augenzeugen- und Lauschszene - Badelust (draußen und drinnen) - Banküberfall - Bar/Theke - Bedrohung - Erste Begegnung - Beichte/Geständnis - Bett - Botschaft/Heils- und Unheilsbotschaften - Büro - Duell/Zweikampf - Einbruch - Eingesperrtsein - Eintritt ins Idyll - Ekstase / Sucht - Erpressung - Erste Begegnung - Exekution - Familienzwist - Fensterblicke - Fest - Flucht - Folter - Gaststätte - Gebet - Geburt - Gefangen - Geistererscheinung - Gerichtssitzung - Gesangseinlage - Grenzüberschreitung - Heimkehr - Hochzeit - Hotel - Jagd - Jahrmarkt - Kabine - Kampf - Katastrophe - Küche - Konferenz und Versammlung -Kuss - Last-minute-rescue/Rettung - Liebesakt - Liebeswerben /Liebeserklärung - Mahlzeit - Mensch-Maschine - Mord/Totschlag - Mutprobe - Opferritual - Panik - Prüfung - Regen - Rennen - Schlacht - Schock / Überraschung - Schrei - Schule - Schweigen/Verschweigen - Selbst-Tötung - Showdown - Spiegelblicke - Sterben/Tod - Streit - Sturm - Tanz - Telefonieren - Trauer - Treppe - Überraschung/Schock - Unfall - Unter Wasser - Verfolgungsjagd - Vergewaltigung - Verhör - Versöhnung - Verstecken - Verwandlung /Maskerade - Warten - Wiedersehen



Die Hamburgische Dramaturgie der Medien
Egon Monk (1927 - 2007) - Autor, Regisseur, Produzent
272 S., br., € 29,90
978-3-89472-980-6

Egon Monk hat als Autor, als Regisseur für Theater, Oper und Fernsehen, als Produzent und Hauptabteilungsleiter im NDR und als Intendant des Deutschen Schauspielhauses in Hamburg gewirkt und das Fernsehen zwischen 1960 und 1990 nachhaltig geprägt und einen hohen Qualitätsmaßstab gesetzt. Zu seinen bekanntesten Werken gehören Bauern, Bonzen und Bomben, Die Geschwister Oppermann, Die Bertinis. Dieser Band versammelt Beiträge, die sich Aspekten der Werkbiografie Egon Monks widmen, die bislang noch nicht wissenschaftlich bearbeitet wurden und beleuchtet biografische Stationen und Tätigkeitsfelder, die in der vorliegenden Forschung lediglich als Randbemerkung Erwähnung finden (etwa: seine Arbeit für den Hörfunk, die Oper oder die Intendanz am Deutschen Schauspielhaus). Andere Beiträge verfolgen Spuren der Einflussnahme auf andere Regisseure wie Eberhard Fechner, Klaus Wildenhahn und Rolf Busch. Der seit Oktober 2014 zugängliche Nachlass von Monk beförderte viele neue Erkenntnisse.



Edgar Reitz
Heimat - Eine deutsche Chronik
Das Jahrhundert-Epos in Text und Bildern
544 S., br., 38,00 €
978-3-89472-999-8
Als die 11teilige Serie Heimat - eine deutsche Chronik 1984 erstmals in Fernsehen gezeigt wurde, galt sie sofort als unerhörtes Fernsehereignis und gehört heute zu den Meilensteinen deutscher Filmgeschichte. Das Epos begeistert und berührt immer neue Generationen und hat dem Hunsrück zur Identitätsbildung und der kulturellen Selbst-Vergewisserung verholfen. Da die alten Filmrollen zu zerfallen drohten, wurde das komplette Werk aufwendig digital restauriert und für das Kino neu geschnitten. Es kann jetzt wieder in vorher kaum wahrgenommener visueller Qualität gezeigt werden. Dieses Buch begleitet die restaurierte Wiederaufführung. Es enthält den nacherzählten Filmtext der neuen Fassung sowie viele weitere Informationen zum Werk.

Edgar Reitz
Die andere Heimat
Chronik einer Sehnsucht
Das Filmbuch
3. Auflage
296 S., 50 Abb., br., € 19,90
978-3-89472-868-7
NEWS: "Die andere Heimat" hat die Lola in Gold gewonnen!
Mitte des 19. Jh in einem ärmlichen Dorf im Hunsrück. Der junge Jakob Simon träumt von Indianern in Brasilien, von Sonne, Dschungel und fremden Sprachen. In seinem Film Die andere Heimat – Chronik einer Sehnsucht lässt Edgar Reitz das Leben der Vorfahren der Familie Simon, deren Geschichte im 20. Jh. aus der Heimat-Trilogie bekannt ist, lebendig werden. Die Heimat-Trilogie – der erste Teil begeisterte vor beinahe 30 Jahren die Menschen – wurde weltweit von 100 Millionen Zuschauern gesehen. Auch der neue, fast vierstündige Film fesselt durch seine detailgenaue Beobachtung, seine Poesie und die Wahrhaftigkeit seiner Gefühle. Das Filmbuch zu Die andere Heimat enthält eine ausführliche Nacherzählung und Erläuterung des Films aus Sicht des Regisseurs. Ein zweiter Teil schildert die Entstehung des Schabbach Universums, die Arbeit des Filmteams und die Aufgaben, die es zu lösen hatte. Ein weiteres Kapitel handelt von der Stoffentwicklung und der Arbeit am Drehbuch. Ein umfangreicher Anhang informiert über die große Zahl der Mitwirkenden – Crew, Künstler, Haupt- und Nebendarsteller.   http://edgar-reitz.com/spielfilme/157-die-andere-heimat.html

Benner, Ruth
Metapoietische Filme
Über das Filmemachen ‹nach› Deleuze
272 S., br., 24,90 €
978-3-89472-996-7
VORAUSSICHTLICH ZUR BERLINALE LIEFERBAR
Metapoietische Filme“ sind Filme über das Filmemachen. Das „nach Deleuze“ im Titel meint, dass die vorgelegten Analysen mit Kategorien arbeiten, die Deleuze entwickelt hat. Es besagt aber auch, dass nicht nur Filme, die schon Deleuze analysierte oder zumindest hätte analysieren können, thematisiert werden, sondern auch solche, die nach seiner Zeit entstanden sind. Folgende Filme werden behandelt: Sullivan’s Travels (USA 1941, 8 ½ (I 1963, Federico Fellini) ,The Bad and the Beautiful (USA 1952), Der Stand der Dinge (P, BRD, USA 1981), The Player (USA 1992), Sunset Boulevard (USA 1950), Stardust Memories (USA 1980), Los abrazos rotos (E 2008), Barton Fink (USA, UK 1991), La Nuit américaine (F 1973), Mulholland Drive (USA 2001), Hellzapoppin' (USA 1941), The Purple Rose of Cairo (USA 1981), Be Kind Rewind (USA, UK 2008)

Hänselmann, Matthias C.
Der Zeichentrickfilm
Eine Einführung in die Semiotik und Narratologie der Bildanimation
820 S., br., 58,00 €
978-3-89472-991-2
Die Arbeit untersucht die produktionstechnischen, semiotischen und narrativen Charakteristika des animierten Films. Es werden narrative Unterhaltungsfilme ebenso berücksichtigt wie primär illustrative Musikvideos, experimentelle Kunstfilme genauso wie didaktische Animationen und ungegenständliche Zeichentrickfilme genauso wie figürliche.
Auf diese Weise erschließt die vorliegende Arbeit die mediensemiotischen Grundlagen des Zeichentrickfilms, ermittelt dessen elementare Kommunikationsmodi und Struktureinheiten, bestimmt die narratologischen Elementareinheiten und Basiskonzepte der Zeichentrick-Diegese und untersucht das zentrale Element des Zeichentrickfilms, die Zeichentrickfigur, in ihrer rezeptionspsychologischen und narrativen Funktionalität. Damit präsentiert sich die Arbeit als Grundlagenwerk zur Analyse und Interpretation des Zeichentrickfilms und soll in dieser Hinsicht einer zukünftigen wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit dem Zeichentrickfilm als Anregung und Ausgangspunkt dienen.

Helbig, Jörg
I saw a film today, oh boy!
Enzyklopädie der Beatlesfilme
320 S., br., 24,90 €
978-3-89472-716-1
Seit den 1960er Jahren drückten die Beatles nahezu allen kulturellen Bereichen ihren Stempel auf. Kaum hatten sie damit begonnen, die Popmusik zu revolutionieren, waren sie in der Presse allgegenwärtig, traten in Fernsehshows auf, setzten neue Akzente in der Mode und in der Sprache und wurden zum Gegenstand von Literatur, Theaterstücken und Musicals. John Lennon veröffentlichte eigene Bücher und Grafiken, und Paul McCartney fand Anerkennung als Maler und Komponist klassischer Musik. «Nothing is Beatle-proof» meinte daher folgerichtig John Lennon in dem Animationsfilm Yellow Submarine. Das Medium, in dem die Beatles neben der Musik am nachhaltigsten wirkten, war indes der Film. Als Schauspieler, Regisseure, Produzenten oder Komponisten waren sie an Dutzenden von Filmen beteiligt, und noch weitaus größer ist die Anzahl der Filme über die Beatles. Jörg Helbig hat allerlei Wissenswertes zu den Hintergründen und Dreharbeiten recherchiert und stellt die Filme mit Stabangaben und kurzer Inhaltsbeschreibung vor . Ein Muss für alle Beatles-Fans!


Wolf Jahnke / Michael Scholten
Die 199 besten Action-Filme & Serien
288 S., zahlr. Abb., br., € 6,00 UVP
978-3-89472-811-3
Coole Helden, tollkühne Stunts, rasante Schnitte: Actionfilme sind ein äußerst beliebtes Genre. Die angesagtesten Filme und Serien - darunter Stirb Langsam, Terminator, Mission: Impossible, Heat und die Bourne-Reihe – werden in diesem Buch mit viel Insiderwissen und überraschenden Extras vorgestellt. Das sorgsam recherchierte Buch, das mehr als 300 Bilder enthält, stellt von Das A-Team bis Zwei wie Pech und Schwefel die 199 würdigsten Vertreter des Genres vor, klagt aber auch genüsslich die 19,9 miesesten Actionfilme an. Interviews mit Branchenkennern wie Hermann Joha (Alarm für Cobra 11 – Die Autobahnpolizei) und Dominik Graf (Die Katze, Die Sieger), markante Zitate aus Actionfilmen, überraschende Hitlisten der besten Explosionen, Schießereien und Schlägereien sowie ein tragikomischer Nachruf auf 36 Stuntleute und Schauspieler, die durch Actionszenen ihr Leben verloren, runden diese einzigartige Sammlung ab.
Der moderne Action-Film stammt vom Abenteuer-, Piraten- und Westernfilm ab. Der heutige Action-Film ist Achterbahnkino – mit atemberaubender Rasanz erzählt und technischer Brillanz produziert. Er hat eine ganze Generation von neuen Stars geschaffen: Arnold Schwarzenegger, Sylvester Stallone, Bruce Willis, Tom Cruise, Jackie Chan, Vin Diesel, Matt Damon, Jason Stathan, Christian Bale uvm. Das moderne Action-Kino besteht aus Meisterwerken wie Stirb langsam, Terminator, Mission Impossible, Heat und die Bourne-Reihe „Und Action!“, heißt es am amerikanischen Drehset.  Es geht um moderne Zeiten, also keine klassisch historischen Filme wie Ritterfilme oder Western. Es geht überhaupt um echte Menschen, die Schweiß und Blut spritzen – kein Fantasy á la Der Herr der Ringe, kein Superman oder Gen-Mutant wie Spiderman und alle X-Men, aber ein Bruce Wayne, der als Batman auf die Macht der Maschinen setzt, hat mit seinen Bat-Mobilen durchaus einen Platz im modernen Actionfilm. Nicht jeder Film ist ein Meisterwerk, aber darum geht es auch nicht im heutigen Actionfilm. Es geht um Unterhaltung, kostet es was es wolle! Popcorn-Kino, großes Entertainment, Rollercoaster! Und das man trotzdem mit den Helden – oft echte „Badasses“– mitfiebert und bei einer rasanten Autoverfolgungsjagd - die schon mal amokartig in den Gegenverkehr geht- mitschwitzt, ist die große Kunst!
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Michael Scholten
Eigentlich gucke ich gar kein Fernsehen...
Überraschendes und alles andere als unnützes Wissen aus der Welt des Fernsehens
2. Auflage,
160 S.,  zahlr. Abb., br., € 5,00 UVP
978-3-89472-862-5
Wetten, dass Sie nicht wissen, wie groß die Löcher der Torwand im ZDF-Sportstudio und die China-Pfannen bei Stefan Raabs Wok-WM sind? Oder welche Gage die ARD einem Pfarrer für das Wort zum Sonntag zahlt? Und dass der Gong zu Beginn jeder Tagesschau auch im digitalen Zeitalter noch immer von Hand geschlagen wird? Natürlich braucht die Nation solche Fakten aus 60 Jahren Fernsehgeschichte genauso wenig wie die meisten Shows und Serien auf allen Kanälen. Doch Spaß macht derart unnützes Wissen über das liebste Medium der Deutschen auf jeden Fall! Das witzige Buch verrät Schlag auf Schlag, warum Claus Kleber für das heute journal an der Autobahn steht, wie Meister Eders Pumuckl heimlich für Brasilien wirbt, wie der chinesische Koch aus Bonanza starb und wer die Biene Maja schwängerte. Abgerundet wird diese Enzyklopädie des Flimmerns und Rauschens durch Interviews mit Stars und Machern, einem Blick in die Kinderstuben aller aktuellen Tatort-Ermittler sowie Tabellen, Schaubilder und vielen Fotos aller Fernsehhits und Bildschirmhelden wie Günther Jauch, Thomas Gottschalk, Hape Kerkeling, Dieter Bohlen und Pippi Langstrumpf.
Inhaltsübersicht: Kinderfernsehen /US-Serien (mit Kanada und Großbritannien) /Deutsche Serien /Tatort und andere Krimis /Shows und Moderatoren /Comedy /Nachrichten /Talkshow /Sport /Geschichte des Fernsehens /Andere Länder, anderes Fernsehen.
Michael Scholten kam 1971 zur Welt und somit im selben Jahr wie Dalli, Dalli, das Tor des Monats und die verfilmte Pippi Langstrumpf. Er wuchs in Rees am Niederrhein, vor allem aber vor dem Fernseher auf und nutzte dieses passiv erworbene Wissen später u.a. als Reporter der Zeitschrift TV Spielfilm, als Juror für den Deutschen Fernsehpreis und Deutschen Comedypreis sowie als Autor bei Wetten, dass..?-Online. Seit 2009 lebt Scholten in Phnom Penh, ist Chefredakteur der Kambodschanischen Allgemeinen Zeitung und berichtet als Korrespondent aus Südostasien. Dem deutschen Fernsehen hält er dank Internet, Mediatheken und Deutsche Welle weiterhin die Treue wie am ersten Tag. www.michaelscholten.com

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