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Aus dem aktuellen Programm:.....Neuerscheinungen´24: .........................................Link; Drava&Wieser-Kinderbuch

Kurz gesagt:

Eugen Freund
DIE FESTPLATTE
Ein Kriminalroman
220 S., geb., € 21,00
978-3-99029-639-4
Die „Schredder Affäre“ sorgte im Frühsommer 2019 für Schlagzeilen: Direkt aus dem österreichischen Bundeskanzleramt in Wien wurden drei Festplatten zu einer Firma gebracht, die sich auf das Zerstören von elektronischen Daten spezialisiert...
Was war auf diesen Festplatten, dass sie unbedingt vernichtet werden mussten? Das Rätsel blieb ungelöst. Hier greift Eugen Freund den Faden auf: sein „Erich“, ein Mitarbeiter des Kabinetts, hatte vor dem Schreddern noch eine Kopie gezogen. Nun will er diese wertvolle Information Bülent, einem befreundeten Journalisten, zuspielen. Doch zwei Banditen haben den Auftrag, Erich zu überfallen und die Kopie an sich zu nehmen. Es folgt eine spannende Jagd nach den beiden Männern. Durch Zufall hat Bülent eine Mitarbeiterin des britischen Geheimdienstes MI5 kennengelernt, die ihm dabei hilft. Sie bedient sich neuester elektronischer Spyware, um die Männer ausfindig zu machen: am Bleiburger Wiesenmarkt, einem alljährlich stattfindenden Volksfest kommt es dann zum Show-Down. Doch wird Bülent dann auf den Inhalt dieser Festplatte zugreifen können? Zehn Jahre nach seinem Bestseller „Der Tod des Landeshauptmannes“ hat sich Eugen Freund wieder eines heißen politischen Themas angenommen. Jüngere Zeitgeschichte und erfundene Reportage werden hier eng miteinander verwoben. Was wahr ist und was nicht bleibt der Phantasie des Lesers/der Leserin überlassen.
Und autobiografisches vom Autor Eugen Freund:

Eugen Freund
»Bleib schön sitzen!«
268 S., geb., € 21,00
978-3-99029-455-0
Aufgewachsen am Klopeiner See (Südkärnten) in den 1950er und 1960er Jahren, war er später ein Vierteljahrhundert lang eines der bekanntesten TV-Gesichter Östereichs: Eugen Freund erinnert sich an seine Kindheit und Jugendjahre auf dem Lande, wo noch Katzen im Wasserbecken ertränkt wurden und Hühner mit abgeschnittenem Kopf noch eine letzte Runde machten … Wo sein Vater, der Landarzt, mit Prinzessin Marie Cecile von Preußen eine Disco besuchte und bei winterlichen Visiten seinen Sohn frierend im Auto zurück ließ … Freund beschreibt auch jene Aspekte seiner Familie, über die nie gesprochen wurde: der jüdische Großvater, der als U-Boot in Wien überlebte, der andere deutsche Großvater, der als Maschinenbau-Ingenieur die Nazis unterstützte. Dessen Tochter begegnet dann, das Tausendjährige Reich nähert sich bald seinem Ende, in Wien einem Medizinstudenten, dem als „Mischling“ die Bestallung zum Arzt verwehrt wird. Sie gründen eine Familie und ziehen nach St. Kanzian in Kärnten. Eugen Freunds Erinnerungen schließen auch die Höhepunkte seines beruflichen Werdegangs mit ein: vom „Kärntner Ortstafelkrieg“ 1972 bis zum echten Krieg im ehemaligen Jugoslawien.

 Albanische Fernsehmoderatorin mit Tiefeninterviews: Frauen-Unterdrückung und männerdominierte Justiz

Eni Vasili
Ich habe getötet.
Berichte aus einem albanischen Frauengefängnis
Aus dem Albanischen von Basil Schader
250 S., geb., € 24,00
978-3-99029-637-0
Eni Vasilis Ich habe getötet ist ein höchst authentisches Buch über die Missachtung von Frauen und Mädchen, über eine männerdominierte und oftmals korrupte Justiz und Politik. Es ist ein Buch über das Leid von Frauen, die jahrelang Opfer ihrer Peiniger waren und sich nur mehr durch einen Mord zu helfen wussten – nur um in der Folge neuerlich zum Opfer zu werden: zum Opfer einer mehr als fragwürdigen Justiz. Ich habe getötet ist, wie die Autorin sagt, „ein Reality-Buch, welches das Leben der albanischen Familie in der Blöße seiner unbeschreiblichen Sorgen, Probleme und Plagen zeigt“. Den Hintergrund und die lokale Prägung für die zehn berührenden und erschreckenden Tiefeninterviews aus einem Frauengefängnis liefert Albanien. Außer Frage steht indes, dass analoge Phänomene und Tragödien sich in vielen anderen Ländern und Gesellschaften abspielen. Nichts wäre verfehlter und bequemer, als Ich habe getötet als ein Buch zu betrachten, das „typisch“ nur für Albanien ist.

Versuch des Widerstands gegen den alles verschlingenden Sog des Digitalen

Albert C. Eibl und Jan Juhani Steinmann
Ästhetik des Ungehorsams
Interventionen im digitalen Zeitalter
250 S., geb., € 24,90
978-3-99029-638-7
Dies Buch legt Wege frei für einen ästhetischen Umgang mit der digitalen Transformation. In 12 Kapiteln, die stilistisch zwischen Philosophie, Essay, Narration und Poesie changieren, umkreist es abwechselnd die Möglichkeiten von Schönheit, Ungebundenheit und Metaphysik in der Ära des Digitalen. Die Ästhetik des Ungehorsams versteht sich als Beitrag zum hochaktuellen Diskurs über den normativen Umgang des Menschen mit der Digitalisierung und ihren epochalen Folgen. Es bedeutet, eine Lebenskunst der Freiheit zu kultivieren und wachsam zu bleiben für das Wunderbare in der Welt. Wer so, im Schönen und Ungebundenen verweilend, heiter und tätig sein Leben gestaltet, der geht den Weg des „Freigängers“: Der Haftanstalt der technozentrischen Gegenwart und ihren Wärtern, der KI, zum Trotz, hält dieser seinen Blick beständig himmelwärts gerichtet: Jenseits der Gitterstäbe der Ziffern und Algorithmen schafft er sich so Freiräume und Oasen der Schönheit, die manch anderer Gefangene nie erblickt.

Garantiert herzchenerwärmend

Manuela Tomic´
Zehnfingermärchen
Kleine Prosa
200 S., geb., € 21,00
978-3-99029-641-7
Großvater Ivo versteckt jugoslawische Dinar im Radio. Mutter hat nur Augen für den Sänger Zdravko Colic. Vater rollt im LKW durch die Nacht. Großonkel Tomo verbrennt seinen Pass. Wenn der Zahnteufel Großmutter quält, zündet sie sich eine Zigarette an. Auf dem Eiffelturm steckt eine Erdbeere und Supermarios Kopf landet in der schäumenden Kakaotasse.
99 lyrische Prosaminiaturen eröffnen ein Familienpanorama zwischen Sarajevo, Völkermarkt und Wien. Erinnerungsstücke fügen sich als Mosaik zu Geschichten der Flucht und Fernsehsucht. Es sind Märchen für Erwachsene, die in die Welt des Kitsch, des Kommunismus und eines Kärntner Schützenvereins führen. Die Autorin findet eine spielerische Sprache für die fürchterlichen Absurditäten des Fremdseins. Manuela Tomic´, geboren 1988 in Sarajevo, aufgewachsen in Völkermarkt/Velikovec. Arbeitet als Journalistin, schreibt Prosa und Lyrik und ist Hörspielautorin (Verlag der Autoren).
Gedichte.

Axel Karner
popanz
52 S., geb., € 18,90
978-3-99029-642-4
Formal folgt der Zyklus popanz dem Alphabet. Diesmal jedoch wird der Mensch nicht als Kreatur maskiert, sondern als aufgeputzte Vogelscheuche in seiner ganz individuellen sozialen Bemäntelung ins grelle Licht gezerrt. Dem allgemeinen Spott preisgegeben, schonungslos in ihrer Brüchigkeit verhöhnt, gibt sich da eine Ansammlung wohlbekannter Gestalten die Ehre. Was wir tun, wie wir handeln, wie wir uns das Leben deuten, halten wir in eingelernten Mustern fest.
Es sind nach wie vor in der Hauptsache Männer, die die Welt bedrohen, sich infantil in Szene setzen und behaupten wollen. Neben irrwitzigen Allmachtsfantasien, grotesken Unterwerfungsgesten, manchmal sogar in eine Frauenrolle verschoben, dienen die virilen Zuschreibungen oft nur dazu, ein schwaches, vor Selbstmitleid zerfließendes Ego aufrechtzuerhalten.
Deutsche Kulturgeschichte


Matthias Buth
Die Verfassung der Dichter
Essays
300 S., geb., € 24,00
978-3-99029-643-1
Matthias Buth steht in der langen Tradition der Dichterjuristen und ist als Dichter auch Anwalt der Poesie. Ausdrücklich aber erklärt er sich in seinen Essays. Historisches Wissen und politische Erfahrungen grundieren seine Texte. Gott und der Region zugewandt, schreibt er gegen die Instrumentalisierung von Geschichte an, gegen die Anmaßungen der Politiker und das braune Erbe der Kirche. Seine literarischen Portraits und Werkbetrachtungen sprühen vor Kenntnissen und Erkenntnissen. Sie sind getragen durch die Suche nach dem, was uns als Deutsche kulturgeschichtlich trägt. Diese klugen Essays, die Buth für das Online-Magazin Faust-Kultur verfasste, eröffnen neue Zugänge zur Kultur und Geschichte. – Die Verfassung der Dichter ist der Vers, der die Freiheit des Wortes verteidigt. Matthias Buth erhielt u.a. den Literaturförderpreis von Nordrhein-Westfalen und den Nikolaus Lenau-Preis für Dichtung. Er lebt in Rösrath-Hoffnungsthal, wo er 2021 das „Philomena Franz-Forum“ gründete und seitdem leitet. Geboren 1951 in Wuppertal-Elberfeld, ist Buth Lyriker und Essayist, zudem Jurist (bis 2016 im Kanzleramt und seitdem Anwalt). Texte von ihm wurden u.a. ins Rumänische, Polnische, Französische, Englische, Arabische, Türkische und Kroatische übersetzt und zahlreich vertont. In der internationalen Lyrikreihe „Poesiealbum“ erschien 2018 die Auswahl 344.
Aufleuchtend


Willibald Hopfgartner
Das Heilige im Werk Peter Handkes
Eine Annäherung
62 S., geb., € 14,95
978-3-99029-644-8
Das Heilige gehört nicht zur Ordnung der Dinge, sondern zur Ordnung  des Sehens. Es ist nicht interessant für das Wissen oder für die Ökonomie, sondern manifestiert sich, mit den Worten von Mircea Eliade, als „Realität, die von ganz anderer Art ist als die natürlichen Realitäten“. Handke will sie „umschreibend erzählen“ und in seinen Aufzeichnungen ihr Aufleuchten zur Sprache bringen. So erweisen sich seine Texte als eine Art Sehschule für das Heilige. Willibald Hopfgartner war Lehrer für Deutsch und Philosophie am Franziskanergymnasium Bozen, lebt als Franziskanerpater im Kloster in Graz.


 Ruf nach Frieden

Stanislav Struhar
Die Reinheit der Stille
Erzählungen
150 S., geb., € 21,00
978-3-99029-640-0
"Wien lebt hier in einer Sprache auf, die einer ganz eigenen stilistischen Ästhetik folgt und in der österreischischen Erzählliteratur gewiss eine singuläre Position einnimmt ...
Stanislav Struhar ist zu einer starken europäischen Stimme geworden, die nach Frieden ruft, nach der Beilegung von Konflikten, nach respektvoller Liebe zwischen den Menschen" sagt Markéta Kliková in ihrem Nachwort

 SLOWENISCHE  BIBLIOTHEK Bestell-Liste-Slowenische-Bibliothek



Lojze Wieser
Der Wieser Verlag und Kurze Stationen eines Lebens
Spezialist für Literatur aus dem europäischen Osten
54 S., geb., € 24,00
978-3-99029-597-7
Als wir vor sechsunddreißig Jahren begonnen haben, Literatur aus dem europäischen Osten zu verlegen, als wir begonnen haben, den vielen Literaturen dieses Raumes ein Gesicht zu geben, als wir die slowenische, kroatische, serbische, albanische, bulgarische, rumänische, ungarische, tschechische, slowakische, polnische u. a. Literatur herauszugeben begannen, war die Sowjetunion noch nicht Vergangenheit, Jugoslawien noch nicht von einem Krieg zerstückelt und die Europäische Union ein Friedensprojekt. Da haben wir das Hoffen gelernt und die Ahnung einer vielstimmigen Welt im Sinn gehabt, von der uns die Autorinnen und Autoren in ihren Büchern, ihren Versen, ihren Erzählungen und ihren Träumen berichteten und die uns deren Übersetzerinnen und Übersetzer ins Deutsche herüberbrachten. Es vergehen die Zeiten und es kommen die neuen. Im 44. Jahr meines Verleger-Seins lege ich die Zügel in jüngere Hand. Den Kutschbock mach ich frei. Ich werde den trabenden Pferden nachschauen. Die Kutscherin hat die Zügel fest in der Hand. Sie weiß sie zu halten. Die Erzählung geht weiter. Es vergehen die Zeiten und die Uhr bleibt nicht stehen. Wir habe Neuland betreten, haben zur Genüge gefehlt. Doch ohne die vielen stillen Kumpaninnen und Compañeros, die da waren – privat und in Funktion – bei aufkommendem Sturm, ohne die zahlreichen Wortlandstreicher, die dem Entlegenen, dem Anderen und Neuen vertrauten, die halfen und gaben und das rettende Seil zuwarfen und den Karren wieder und wieder aus dem Graben herauszogen, wären wir oft schon gestrauchelt. Sie alle, und die Leserinnen und Leser, teilten mit uns die Fantasie und vertrauten. Ja, wir alle haben das Hoffen gewagt und bis heute behalten!

Lojze Wieser
„Hab lang gehofft und bang verzagt“
50 S., geb., € 24,00
978-3-99029-636-3
Werkstattbericht zum Projekt Slowenische Bibliothek ("...Nach dem Ruck, der zum Erscheinen von Florjan Lipuš‘, Der Zögling Tjaž, 1981 im Residenz Verlag (in der Übersetzung von Peter Handke und Helga Mracnikar), durchs Land ging, wäre die Begeisterung wohl schnell versiegt, wenn nicht Drava und dann auch Wieser eine systematische Veröffentlichung slowenischer Literatur – sowohl im Original als auch in Übersetzungen – begonnen hätten.")...


Jerneja Jezernik
Alma M. Karlin – Mit Bubikopf und Schreibmaschine um die Welt
Eine Biographie über die Weltreisende, Polyglotte, Schriftstellerin und Antifaschistin
Alma M. Karlin (1889–1950) aus Celje/Cilli, Slowenien
108 S., geb., € 24,00
978-3-99029-630-1
Alma M. Karlin – Mit Bubikopf und Schreibmaschine um die Welt ist die erste deutsche Biographie in 9 Kapiteln über das Leben und Werk einer der größten Weltreisenden und deutschsprachigen Schriftstellerin Alma. M. Karlin (1889–1950) aus Celje, Slowenien. Nach einer unglücklichen Kindheit in der zweisprachigen untersteiermärkischen Provinzstadt am Sann in der alten k. und k. Monarchie entflieht sie dem kleinbürgerlichen Milieu und geht 1908 nach London. Dort arbeitet sie in einem Übersetzungsbüro, legt Prüfungen in Norwegisch, Schwedisch, Dänisch, Englisch, Französisch, Spanisch, Italienisch und Russisch ab. Am 24. November 1919 verlässt sie mit dem Reisepass ihrer neuen Heimat, des Königreichs der Serben, Kroaten und Slowenen, den Cillier Bahnhof und bereist in den Jahren 1919–1927 als allein reisende Frau alle Kontinente. Mit dabei im Koffer sind ihre Schreibmaschine Marke Erika und ihr handgeschriebenes Wörterbuch in zehn Sprachen. Acht Jahre lang ist sie unterwegs, einzig im Vertrauen auf die eigenen Fähigkeiten, sich überall auf der Welt durch Unterrichten und Dolmetscherdienste als auch journalistische und belletristische Arbeit Verdienstmöglichkeiten zu verschaffen. Sie überschreitet auf ihrer Weltreise nicht nur geographische Grenzen, sondern auch die der Gesellschaftskonventionen, indem sie die Welt als Frau, Künstlerin und Forscherin auf ihre eigene Art „erleben“ will und damit ihre Leistung bis heute einzigartig bleibt.


Alma M. Karlin
Dann geh ich in den grünen Wald
Meine Reise zu den Partisanen
Aus dem Slowenischen übersetzt von Jerneja Jezernik
308 S., geb., € 24,00
 978-3-99029-600-4
Das Buch handelt von tragischen und düsteren Ereignissen aus der Zeit der deutschen Besatzung Jugoslawiens in den Jahren 1941–1945, gesehen und erlebt durch die Augen der kritischen, unkonventionellen, an den Rand der Gesellschaft geschobenen deutschschreibenden Autorin Alma M. Karlin. Als Gegnerin des Hitlerregimes und des Kommunismus erzählt Karlin über ihre persönliche und bittere Erfahrung mit der Gestapo, über ihre schwierige Zeit im nazistischen Lager Melje bei Maribor und im slowenischen Widerstand in Bela krajina, dem sie sich mit ihrer schriftstellerischen Tätigkeit angeschlossen hatte. Vor den Augen der Leserschaft eröffnet sich ein kostbares und einzigartiges Dokument der Erinnerungsliteratur der Zeit des Zweiten Weltkriegs.

Ein subversiver Frauenroman am Vorabend des ersten Weltkriegs.
 Ein beeindruckendes Dokument der slowenischen Moderne.

Kveder, Zofka
Ihr Leben
224 S., geb., € 24,00
978-3-99029-628-8
Tilda, ein Mädchen aus behütetem Elternhaus, wird dem sympathischen Gutsverwalter Roman zur Frau gegeben. Schon bald erweist sich dieser Schritt als schwerer Fehler; das Gut ist ein herabgewirtschafteter Flecken zwischen den Bergen, Roman ein Hallodri und die reiche Mutter aus Triest hat garnichts, um die Schulden ihres Sohnes zu begleichen. So beginnt die Leidensgeschichte einer Frau, in deren Vordergrund die Darstellung des Heranreifens und der Entdeckung der eigenen Identität in den traditionellen Rollen der Ehefrau und Mutter steht. Obwohl Tilda vor allem als Ehefrau unglücklich ist, kann sie sich nicht aus dieser Rolle lösen, denn sie ist überzeugt, dass ihr Schicksal an dem des Mannes hängt, den sie, zu wenig überlegt, geheiratet hat.

Zofka Kveder, auch Kveder-Jelovšek, Pseudonym Dimitrije Gvozdanovic (* 22. April 1878 in Laibach Österreich-Ungarn; † 21. November 1926 in Zagreb, Königreich Jugoslawien) lebte als Berufsschriftstellerin in Prag und schrieb in slowenischer, deutscher, tschechischer und kroatischer Sprache, ab 1914 nur mehr auf Kroatisch. später lebte sie in Zagreb, wo sie bis zu ihrem Tod in der südslawischen Frauenbewegung aktiv war und gilt als erste große Erscheinung der slowenischen Frauenliteratur. Ihr Leben (1914) ist ihr letztes auf Slowenisch verfasstes Werk.

Noch einmal vom Neunten Land
Peter Handke im Gespräch mit Jože Horvat
94 S., geb., € 24,00
9783990296158
Die drei Gespräche, die Peter Handke mit dem slowenischen Freund Jože Horvat führte – 1987 in Salzburg, 1988 im Karst und im Dezember 1992 in Paris –, entfalten sich um slowenische Motive im literarischen Werk, über Sloweniens Unabhängigkeit und den Krieg. Der »Bewohner des Elfenbeinturms« weilte, saß, ist oft – meist zu Fuß – herumgekommen und hat viel, das Weite, das Enge, wahrgenommen – in seiner „Geh-Heimat“. Landschaften, vor allem der Karst, die Menschen und ihre Sprache, das Slowenische, finden sich im Schreiben wieder, im Buch wie dem Anfang der 80er Jahre verfaßten poetischen epischen Werk Die Wiederholung. So „heimisch“ es dem Autor im „Land der Erzählung“ erging, so kritisch zeigt er sich zur Staatswerdung von Slowenien. Bewandert in den Landen, die seit 1991 in Staatsgebilde und Kriegswirren zerfallen, fügt Handke gängigen Balkan-Schlagworten keine eilfertigen, abschätzigen Kommentare hinzu – vom Nachsinnen gelebter, erlebter und beobachteter Vielfalt erfahren wir. Wie schon der Abschied des Träumers vom Neunten Land. Da und dort auch unverstanden, mißbraucht, geben auch die Ansichten und Einwände in diesen Gesprächen, nicht mit ausgewogenem, wohl aber eigenes Erfahren wägendem Wort, immer wieder Anstoß – zum Bedenken. „In Die Wiederholung ist das gerecht beschrieben, nicht sine ira et studio, es ist nur erzählt … Das Poetische und das Politische kann man nicht trennen …“


Prežihov Voranc
Wildwüchslinge
8 Erzählungen
256 S., geb., € 24,00
978-3-99029-393-5
Nachdem Prežihov Voranc Mitte der 1920er Jahre seine ersten Erzählungen veröffentlicht hatte, die keinen Erfolg hatten, hatte er zehn Jahre lang nichts mehr geschrieben und sich nur seiner politischen Tätigkeit gewidmet. Erst Mitte der 1930er Jahre begann er wieder zu schreiben. Es entstanden einige Erzählungen, die im Ton seiner Kärntner Heimat vor allem den Kampf der einfachen Menschen um ihre Lebensgrundlagen thematisierten. Sie schildern elementare Naturmenschen, ihre Charaktere und Lebensumstände, und sind aus dem Gefühl des Mitleids mit ihnen und der Entrüstung entstanden. Die Erzählungen entstanden zwischen 1935 und 1939 und erschienen zunächst einzeln in der sozialistischen Zeitschrift Sodobnost.

Ciril Kosmac
Ballade von der Trompete und der Wolke
Roman
Aus dem Slowenischen übersetzt von Peter Wieser
174 S., geb., € 24,00
978-3-99029-631-8
Der Roman ist komponiert wie eine Fuge, in der sich drei Themen miteinander verflechten: Peter Majcens zweifelndes Suchen nach der richtigen Form der zu schreibenden Geschichte von Temnikar, die vor den Augen des Lesers entstehende Parabel von Temnikars Heldenmut, symbolisch überhöht zu einer Ballade von Zweifel und Entscheidung, von Angst und Mut, und schließlich die Geschichte des Bauern ?rnilogar, der sich im Verlauf der Handlung als falsches Gegenstück Temnikars herausstellt. Dieser Roman vom menschlichen Tod und der Geburt eines Kunstwerks stellt eine vollkommen neue Form der Beschäftigung mit der Frage von Heldentum und Verrat im Krieg dar, es ist traditionelles Erzählen und gleichzeitig modernste Prosa. Die Ballade ist wohl das bedeutendste Werk des Neorealismus in der slowenischen Literatur und wurde mit Erfolg verfilmt. Die Vorliegende Übersetzung aus dem Slowenischen ist von Peter Wieser, nach einer Übersetzung von W. und M. Jähnichen, die 1972 im Aufbau Verlag erschien.

Josip Jurcic
Der zehnte Bruder
Roman
Aus dem Slowenischen übersetzt von Ludwig Vipauc
256 S., geb., € 24,00
978-3-99029-634-9
Der Roman Der zehnte Bruder (Deseti brat) ist der erste in slowenischer Sprache geschriebene Roman der modernen Zeit. Anhand verschiedener menschlicher Schicksale begegnen wir der feudalen, wie auch der erwachenden bürgerlichen Welt einerseits und der dörflichen Struktur, in zeitverschobener Erzählung. Darin widerspiegelt sich die erwachende Intellektualität, die sich and der dörflichen Realität reibt und nahezu zerbricht. Die gut lesbare Liebesgeschichte, durchsetzt mit Elementen einer Kriminalgeschichte trifft den Geist der damaligen Zeit. Die ihr angekreideten Schwächen in der Erzählstruktur können die Begeisterung und die Akzeptanz des Romanes zum Zeitpunkt des Erscheinens nicht schmälern. Die Lesebarkeit wird durch die humoristischen Beschreibungen des Dorfsonderlings Krjavelj geradezu gefördert. Der zehnte Bruder figuriert im Roman als verbindendes Element zwischen der ruralen und urbanen Welt. Ob er daran scheitert? Der Roman ist erstmals 1866 als Romanbeilage der Südsteirischen Post, übersetzt von Ludwig Vipauc, erschienen. Diese Übersetzung bildete 1960 die Grundlage der bearbeiteten Herausgabe des Romans von Ferdinand Kolednik bei Habbel in Regensburg. Auch hier gilt: Diese Übersetzungen sind aus heutiger Sicht auch deswegen so wertvoll, da sie nah an der Zeit des Entstehens des Romanes geboren wurden, und sie sind im Stande, den Geist dieser Literatur oft tiefer – wiederzugeben und erhellen oft die Stimmung jener Zeit, lediglich die Orthographie wurde leicht den heutigen Lesegewohnheiten angepasst.

Janko Pleterski / Drago Druškovic
Der ungleiche Grenzstreit
übersetzt von Franci Zwitter jun. und Peter Wieser
76 S., geb., € 24,00
 978-3-99029-396-6
„In der Zeit, als es in den habsburgischen Ländern noch keine Nationen gab, als alle noch lediglich die Untertanen des deutschen Kaisers und der deutschen Feudalherren waren, waren die Kärntner Bauern und Holzer, die Manufakturarbeiter und Bergleute, die Säumer und Fuhrmänner, die bäuerlichen Händler und Handwerker, sei es deutscher oder slowenischer Sprache, noch ein »einerlei Volk«. Damals war die Sprachengrenze stabil, man wusste, wo man »v Niemce« (»ins Deutsche«) und wo in »das Windische« kam. Urban Jarnik meinte noch 1826, dass sich die deutsche Sprache nur sehr langsam gegen den Süden zu ausbreite, alle hundert Jahre um eine Wegstunde. Damals ging man noch zu Fuß. Dann entfaltete sich auch in Kärnten das deutsche Bürgertum in den Städten und Märkten, in den Manufaktur- und Bergwerksverwaltungen, auf den Großgrundbesitzen, und es entstand auch hier die deutsche Nation mit ihrer Ideologie, dass alles, was der Sprache und dem historischen Besitze nach deutsch ist, zu einer Kraft vereint werden muss“, schreibt Janko Pleterski in diesem Band.
In diesem Band interessiert uns auch der zweite des in deutscher Sprache verfassten Romans aus der Feder des Kärntner Schriftstellers Josef Friedrich Perkonig, Die Patrioten. Auch Perkonig beschäftigt sich zeitgleich mit der Abstimmungsthematik, über die er 1937 angefangen hat zu schreiben. Zu Prežihs Roman stelllte er 1947 fest: „Wenn man jenen Gewährsmann um die Namen von Lebenden fragt, in denen sich das Seiende ankündigt, dann vernimmt man etwa von Lovro Kuhar, der in dem Roman Požganica (Die Brandalm) eine bisher ungekannte Tiefe ausgelotet hat.“ Dies stellte er 1947 fest. Perkonig´s 1937 begonnener Roman erlebte seinen ersten Vorabdruck 1940 – während des „Tausendjährigen Reichs“. Erschienen ist er letztlich 1950. Zwei Annäherungen, die gegensätzlicher nicht sein könnten.

Prežihov Voranc
Maiglöckchen
Erzählungen
106 S., geb., € 24,00
978-3-99029-627-1
Kindschaft ist keine Idylle. Naiv, wer glaubte, das Kind sei naiv, kindisch, wer sich ihm so nähert. In Prezihov Voranc‘ elf Kindheitsgeschichten, eindringlich und leise erzählt, erscheinen Kinder nicht als kleine Erwachsene, vielmehr sind sie (noch) ganz Mensch. Erlebnisse und Begebnisse, frühe Müh‘, schroffer Verweis, aber auch Wärme und Zuneigung an den kargen Alpenhängen, auf der Pacht, dem Keuschlerhof, am Rand des Dorfs und auf dem Weg in die Stadt – wahrgenommen im Kindblick. Keine alters (allzu)weise Suche nach der verlorenen Kindschaft, nicht die gesuchte Erinnerung, einfach aufgehobenes Leben. Maiglöckchen –  Prežihov Voranc letztes Buch.

France Prešeren
Gedichte
146 S., geb., € 24,00
978-3-99029-424-6
Bis auf einige wenige Gedichte am Ende dieses Bandes wurden alle von Klaus Detlef Olof ins Deutsche übertragen. Sie geben Einblick in das poetische Werk des Dichters, der bis heute die slowenische Sprache prägt und geben wieder, wie sich im Laufe der letzten 140 Jahre die Sprache selbst verändert und das Verständnis entwickelt hat. Mit Prešeren konnte man erstmals sagen, dass alles, was die slowenische Sprache poetisch, bildlich, gefühlvoll und ergreifend sagen will, sie auch kann. Mit ihm und in ihr konnte alles gesagt, mit ihr konnte alles ausgedrückt werden und es gab keinen Grund mehr, sich gegenüber anderen minder zu fühlen. Prešeren steht am Anfang einer Bildlichkeit, die für Hoffnung. Sem dolgo upal in se bal / Hab lang gehofft und bang verzagt stellt er seinem Gedichtband 1848 voran. Mit diesen Gedichten wird der selbstbemitleidenden Kleinheit der Boden entzogen. Im Slowenischen kann memoriert, erzählt, gesungen und beschrieben werden, es kann begründet, gedacht und geträumt werden, denn das Slowenische vereint in der Sprache die Poesie des Alltags und die Melodie des Echos und das Memorierende der Zeremonie.
Über den größten slowenischen Dichter:

Ernestina Jelovšek
Erinnerungen an France Prešeren
Erstmals im deutschen Original aus den Manuskript herausgegeben
162 S., geb., € 24,00
978-3-99029-619-6
Darum, wer immer nachstehende »Erinnerungen« die gerade vor zwanzig Jahren (1875) geschrieben und vor 10 Jahren (1885) wieder abgeschrieben wurden, in die Hände bekommt, dem mögen diese Zeilen als Einleitung, als der Schlüssel (zu France Prešeren, Anm. Red.) dienen. Manches hätte ich jetzt vielleicht anders aufgefaßt und geschrieben: meine Ansichten hat die Erfahrung, der Einblick in unsere Verhältnisse teils gemildert, teils verbittert, manches mal dachte ich schon daran, das Buch zu vernichten; warum sollen andere in ein Leben schauen, das sie so wenig verstehen, dachte ich mir häufig, was ist ihnen Prešeren! – Bitteres Leiden, Mangel, Vereinsamung, das Ringen um das tägliche Brot, haben mich Gott näher gebracht, meine religiösen Ansichten sind mildere idealere geworden! und doch, was ich geschrieben, mag bleiben, denn noch einmal schreiben möchte ich das Buch nicht, es fehlt mir dazu an Zeit, an Ruhe und meine Augen sind zu leidend, sie erlauben mir keine solche Anstrengung mehr. Schließlich, was die Ansichten Prešerens betrifft, die ich niedergeschrieben, daran dürfte ich ja so nicht ändern, dann wäre es doch besser, das Buch zu vernichten. Und so mag es denn aufbewahrt bleiben, für eine bessere Zeit!“, schreibt Ernestina Jelovšek, Tochter von France Prešeren, am 21. August 1895 in Ljubljana. Fast unbegreiflich, dass ihre warmherzigen, auf Deutsch geschriebenen Erinnerungen in slowenischer Übersetzung auch heute noch eine Rarität darstellen, im Original, auf Deutsch geschrieben, wurden sie in den eineinhalb Jahrhunderten kein einziges Mal verlegt. Nun werden sie jedenfalls erstmals der Leserschaft vorgelegt. Ernestina Jelovšek sei Dank!


Ivan Cankar
Eine einzige Nacht
Kurzgeschichten 1897–1920
Herausgegeben von Peter Scherber
222 S., geb., € 24,00
 978-3-99029-616-5
Der Slowene Ivan Cankar war Lyriker, Dramatiker und vor allem Prosaschriftsteller. Aus ärmlichen Verhältnissen stammend lebte er von 1896 bis 1909 in Wien, wo er einen großen Teil seiner Werke schrieb und in seiner slowenischen Heimat veröffentlichte. Seine Prosaarbeiten erschienen schon seit 1900 in der damaligen Tagespresse (Prag, Zagreb, Wien, Ljubljana), in Anthologien und in einigen ihm gewidmeten Publikationen in deutscher Übersetzung. Cankars Prosa reicht von kurzen Skizzen über Erzählungen und Satiren bis zu größeren Novellen und Romanen, von denen hier eine möglichst repräsentative Auswahl gezeigt werden soll.

Josip Jurcic
Johann Erasmus Tattenbach
Historischer Roman aus dem XVII. Jahrhunderte der steiermärkischen Geschichte
Aus dem Slowenischen von Franz Rainerow
150 S., geb., € 24,00
 978-3-99029-632-5
Es war das prächtige Schloss und die außergewöhnliche Geschichte des adligen Edelherren Ivan Erasmus Tattenbach, die Josip Jurcic zum ersten slowenischer Feuilletonroman animierten. Darin erzählt der Autor – zum 200. Jahrestag – von der Niederschlagung der kroatisch-ungarischen „Zrinj-Frankopan-Verschwörung“ gegen die Habsburgerkrone. Tattenbach wird als charakterschwach, naiv und selbstgefällig beschrieben, ist lediglich auf persönlichen Vorteil aus, biedert sich taktisch an die habsburgfeindlichen kroatischen und ungarischen Herrscher an und bleibt – 1667 – in den Intrigen der Magnaten-Verschwörungen, und von seinem Kammerdiener verraten, wortwörtlich hängen. Auf Deutsch erschien das Buch zuerst 1912 in Prag. Die Orthographie wurde leicht den heutigen Lesegewohnheiten angepasst.

Anton Haderlap
Graparji. So haben wir gelebt
Erinnerungen eines Kärntner Slowenen an Frieden und Krieg
Aus dem Slowenischen übersetzt von Metka Wakounig und Klaus Amann
144 S., geb., € 24,00
 978-3-99029-621-9
Anton Haderlap erzählt in seinem Buch Graparji die Geschichte seiner Familie und seines Tals seit dem Ersten Weltkrieg. Schauplatz der Erzählung ist die Gegend um Eisenkappel in Südkärnten, die den Literaturkennern aus den Werken von Florjan Lipuš und Maja Haderlap bekannt ist. Es ist eines der Kerngebiete der slowenischsprachigen Bevölkerung Kärntens. In eindrucksvollen Szenen entsteht ein bewegendes Bild vom kargen Leben der Keuschler, Jäger und Holzarbeiter, von ihren Schicksalen und ihren bescheidenen Freuden. In diese Welt bricht 1938 mit der Annexion Österreichs der Nationalsozialismus mit aller Gewalt ein. Hitlers Auftrag „Macht mir dieses Land deutsch!“ bedeutet für die slowenischsprachige Bevölkerung in Kärnten Verfolgung, Unterdrückung und Gefahr für Leib und Leben. Vor allem nach der, verharmlosend als „Aussiedlung“ bezeichneten, Deportation von mehr als 1000 Kärntner Sloweninnen und Slowenen im Frühjahr 1942 erhielt die Widerstandsbewegung in Südkärnten starken Zulauf. Auch der Vater von Anton Haderlap schloss sich den Partisanen an. Als daraufhin seine Mutter, zwei Tanten und ein Onkel sowie die im gemeinsamen Haushalt lebende Cousine Mici verhaftet und nach Ravensbrück und Dachau deportiert wurden, flüchtete der damals vierzehnjährige Anton Haderlap mit einer anderen Tante und seinem elfjährigen Bruder Zdravko in die Wälder an der österreichisch-jugoslawischen Grenze und schloss sich dem bewaffneten Widerstand gegen Hitler an.


Prežihov Voranc
Wien, Paris, Saualm
Geschichten und Reportagen
186 S., geb., € 24,00
978-3-99029-394-2
Die Auswahl versammelt acht Erzählungen und Reportagen. Als Sechzehnjähriger schrieb der »junge Pferdeknecht« (Zofka Kveder) seine ersten Geschichten, seine sozialkritische Erzählung Im Winter (1911) spricht bereits sein grundlegendes Thema an: die entwürdigende Situation der Keuschler und Kleinbauern. In der grotesk-naturalistischen Skizze Sektor 5 (1926) schildert er die Sinnlosigkeit und Anomalie des Krieges auf den berüchtigten Kriegsschauplätzen des 1. Weltkrieges und stellt Fahnenflucht als einzige Chance dar, um dem Widersinn des Krieges zu entkommen. Er arbeitet seine eigene Desertion auf, die ihn in die Abruzzen verschlagen hat, wo auch die seraphisch-schöne Geschichte Das Mädchen mit der Mandoline (1924) spielt. Zwischen 1930 und 1939 lebte er als Sekretär des Internationalen Roten Kreuzes und der Internationalen Gewerkschaft in Wien, Prag, Berlin und Paris und verbrachte einige Zeit im Gefängnis. Auf diese Erfahrungen stützen sich seine politisch-poetischen Reportagen Wien (1940/46) und Paris (1940/46). Seine Apotheose der Südkärntner Lebenswelt unter dem politisch-historisch konnotierten Kürzel Saualm entstand 1948. Die Kurzgeschichte Das Tal ohne Namen (1948) ist eine poetische Ironisierung der Selbstverliebtheit einer Kultur, die allzu lange im Schatten der großen Nachbarn gestanden ist. Die Geheime Lesestube (1949) schließlich ist das einzige vollendete Kapitel aus dem Romanprojekt Pristrah (Angst), der Geschichte der Selbstkultivierung der slowenischen Bevölkerung seit 1848.

Prežihov Voranc
Die Brandalm
Roman aus den Umsturztagen
Aus dem Slowenischen übersetzt von Anton Svetina und Peter Wieser
410 S., geb., € 24,00
978-3-99029-392-8
Der slowenische Schriftsteller Prežihov Voranc (eigentlich Lovro Kuhar) erzählt in seinem „Roman aus den Umsturztagen“ Die Brandalm von den Wirren nach dem Ersten Weltkrieg, nach dem Zerfall der k. u. k. Monarchie, von den Sehnsüchten nach Freiheit und Gleichheit, Brüderlichkeit und Souveränität. Der Leser wird hineingezogen in Ereignisse, die ihm am Beispiel Kärntens die historische Wirklichkeit und die Tragödie nationaler Konflikte enthüllen. „Das Zwei-Millionen-Volk der Slowenen im Herzen Europas ist durch eine Reihe geschichtlicher Ereignisse völlig zu Unrecht an den Rand des europäischen Literaturschaffens gedrängt worden“, lesen wir in der Ankündigung zur Erstveröffentlichung 1983. Und weiter: „In seinem Ringen um Selbsterhalt, in seinem Ankämpfen gegen die Vierteilung sind die Slowenen auf vier Staaten zerrissen: neben der Republik Slowenien im jugoslawischen Staatenverband noch auf Italien, Österreich und Ungarn – hat es in allen vier Staaten bemerkenswerte künstlerische und literarische Werke hervorgebracht. Waren noch im 18. Jahrhundert der Komponist Jakob Petelin Gallus oder im 19. Jahrhundert der Architekt Jože Ple?nik anerkannte Größen europäischen Kulturschaffens, so ist das Einbinden des slowenischen Beitrages in den europäischen Kulturraum in den Jahrzehnten seit dem Ersten Weltkrieg nahezu zur Unbedeutsamkeit geschrumpft.“ Das hat sich in den vier Jahrzehnten seither ganz und gar verändert. Der Raum, in dem diese Literatur entsteht, ist klein und doch so klein nicht. Nicht nur zum slowenischen Zentralraum, auch zum österreichischen musste erst einmal die Tür aufstoßen werden. Mit dem Ende der Siebzigerjahre kam es zur sichtlichen Veränderung. Ausgehend von Klagenfurt/Celovec. Die Slowenische Bibliothek gibt einen bemerkenswerten Einblick.

Kokot, Andrej
Das Kind, das ich war
Erinnerungen an die Vertreibung der Slowenen aus Kärnten
150 S., geb., € 24,00
978-3-85435-620-8
Im Jahre 1942 wurde Andrej Kokot wegen seiner Zugehörigkeit zur slowenischen Volksgruppe mit seiner Familie von den Nationalsozialisten deportiert. In den Jahren 1942 bis 1945 war er mit seiner Familie in den Lagern Rehnitz, Rastatt und Gerlachsheim interniert. Sein Bruder Jožek Kokot wurde am 25. September 1944 im KZ Mauthausen erhängt. In den Frühlingsmonaten 1945 kehrte die Familie zurück nach Köstenberg. Von 1963 bis 1980 war Andrej Kokot Sekretär des Slowenischen Kulturverbandes in Klagenfurt/Celovec. Ab dem Jahre 1980 bis ins Jahr 1991 arbeitete er als Kulturredakteur der slowenischsprachigen Zeitung „Slovenski vestnik“.

Josip Vidmar
Zur Frage der Slowenität
Zwei Essays
Mit einer Bemerkung von Lojze Wieser
84 S., geb., € 24,00
978-3-99029-635-6
Der Zweite Weltkrieg hat mit seinen KZs und der Schoa die Zivilisation industriell auszurotten begonnen. In dieser Zeit sich hinzustellen und über das kulturelle Problem der Slowenität nachzudenken, wie dies Josip Vidmar schon 1932 tat, und sich den Zwängen der Assimilation und dem Verzicht auf eigene Kulturalität zu widersetzen, war nicht nur mutig, es hat auch die Grundlagen geebnet, auf denen die antifaschistische Widerstandsbewegung gegen das Hitler-Regime erfolgreich werden konnte, indem Achtung und Würde jeder einzelnen Kultur und Sprache, unabhängig von Größe und Staatlichkeit, erstmals nicht nur postuliert wurde, vielmehr sich auch manifestierte. Es ist darum auch kein Zufall, dass sich Josip Vidmar unter den Mitbegründern der slowenischen Befreiungsfront (OF) befindet. Viele der darin gewonnenen Erfahrungen wurden zur Grundlage der späteren Blockfreien Bewegung. Es überrascht auch nicht, dass Josip Vidmar, nach Jahrzehnten der innerjugoslawischen Verknöcherung der 1981 in Klagenfurt/Celovec formulierten Idee des gemeinsamen oder einheitlichen Kulturraumes viel abgewinnen konnte. Erstmals in der Geschichte wird die Frage der Kulturalität nicht als nationale und territoriale Frage gestellt, sondern als geistige und seelische, die ohne Verschiebung von Grenzen, Verrückung und Zwangs- oder Freiwilligenassimilation ein friedliches Zusammenleben ermöglicht und den in Bewegung kommenden Menschen eine friedliche, alle Sprachen und Kulturen achtende Perspektive eröffnete. All das sind Gründe, warum wir uns entschlossen haben, dieses Buch zum Wiederlesen vorzulegen.

Barbara Maier / Lojze Wieser
Pita, Burek oder Börek?
Balkan-Impressionen
48 S., geb., € 24,00, Lesebändchen
978-3-99029-561-8
Šopska, Griechischer oder Çopansalat; Köfte, Kebab oder Cevapcici, Pita, Burek und Börek. Serbisch und Bosnisch, Makedonisch und Montenegrinisch, Bulgarisch und Türkisch, Albanisch und Kajkavisch. Das sind nur einige der vielen Speisen, die, in verschiedenen Varianten zubereitet, zwischen Klagenfurt und Istanbul gegessen werden, und wenige der vielen Sprachen, die man auf dem Balkan zu Hören bekommt. Das Ehepaar Lojze Wieser und Barbara Maier hat 2008 auf einer Erkundungsreise über den Balkan mehr als 5000 Kilometer zurückgelegt. Ihre Eindrücke schilderten sie in einer zehnteiligen Serie im Crossover der österreichischen Tageszeitung Der Standard.

Dušan Jelincic
Sternklare Nächte im Karakorum
Roman
286 S., geb., € 24,00
978-3-99029-629-5
Mit dem Roman Sternklare Nächte im Karakorum gelang Dušan Jelincic ein außerordentlicher literarischer Wurf, der aus der sogenannten Bergsteigerliteratur ein literarisches Werk machte. Die Kritik war begeistert. Ein Roman mit alpinistischer Thematik, die Protagonisten sind reale Figuren. Die Rahmenhandlung spielt im Himalaja bei eisigen Stürmen und Schneegestöber, sie kehrt uns die inneren Zustände der Alpinisten hervor, die sie zunehmend zu beherrschen beginnen. Der innere Monolog der Bergsteiger wird zum roten Faden der Erzählung. Der Alpinismus als Metapher des Lebens. Ist doch der Aufstieg ein Synonym der Reise ins Intimste des Menschen. Auch dort sind Abgründe, sind Einsamkeit, Größe und Kleinheit Formen, vor denen man sich verstecken möchte. Auch die Alpinisten versuchen davor zur flüchten, doch die Tragödien und die Toten beim Aufstieg katapultieren sie zurück in die Realität. Und damit beginnt erst der wirkliche Kampf. Der Kampf ums Überleben. Der Kampf um das Leben selbst.
Viele Jahre spielte Berta Bojetu am Puppentheater Ljubljana und war Mitbegründerin der Theatergruppe Koreodrama, die 1984 ihr Bühnenstück„Ein Gespräch im Hause Karlstein“ spielten, das Jahre später als Lyrikband unter dem Titel Besede iz hiše Karlstein „Worte aus dem Hause Karlstein“ erschien und jetzt hier übersetzt von Klaus Detlef Olof, erscheint:


Bojetu Berta
Worte aus dem Hause Karlstein Jankobi
Gedichte zweisprachig
56 S., geb., € 24,00
978-3-99029-626-4
„Die Haltung gegenüber den jüdischen Menschen in Slowenien, habe sich seit den Pogromen im 19. Jahrhundert nicht wirklich verändert, auch wenn es nur mehr 44 gezählte Jüdinnen und Juden in Ljubljana gibt“, erzählte Berta Bojetu Ende der Achtzigerjahre in einem kleinen Freundeskreis. Ihr Gedichtband Besede iz hiše Karstein war soeben auf Slowenisch erschienen. Eines der Ergebnisse dieses Gespräches war die Veröffentlichung des Romans Filio ni doma (1990) – Filio ist nicht daheim, dem 1995 Das Vogelhaus folgte. Die Figuren, denen wir im Gedichtband begegnen, wachsen aus dem Gedichtband in ihre Prosa und erwachen in den Romanen zu neuem Leben. Immer geht es um Liebe und Erotik. Vögel treten auf, die Sexualität in ihrer die Seele umwebenden Umgarnung schwingt durch den Raum, Kinder, Krieger und Reiter, der durch die Finger gleitende Sand, der Spuren hinterlässt. Mächtige, zur Dominanz erwachende Gestalten, immer begleitet von unsichtbarer Gewalt. Kinder, Meer, Wellen, das Rauschen, der Schutz hinter Steinbauten – daraus webt Berta Bojetu Literatur. Das sind Themen, die ihr Schreiben und die Gespräche über Jahre bestimmen. Es ist ihre Seele, die Sprache wird. Der folgt sie. In jedem Vers. In jedem Wort, das sie zugleich so verletzlich, so heilig macht. Nun liegt der Gedichtband Worte aus dem Haus Karlstein Jankobi / Besede iz hiše Karlstein Jankobi in einer zweisprachigen Ausgabe vor und leistet Filio Gesellschaft...


Srecko Kosovel
Gedichte / Pesmi
Slowenisch – Deutsch
übersetzt von Ludwig Hartinger
62 S., geb., € 24,00
978-3-99029-613-4


Berta Bojetu
Filio ist nicht daheim
Aus dem Slowenischen übersetzt von Klaus Detlef Olof
252 S., geb., € 24,00
978-3-99029-624-0
Der wortgewaltige Roman Filio ist nicht daheim zählt wahrscheinlich zu den außergewöhnlichsten slowenischen Werken überhaupt. Die üppige poetische Sprache, der reiche Symbolismus und der sensible Blick der Autorin für alles Erotische und Sexuelle stechen deshalb so heraus, weil sie damit eine Anti-Utopie zeichnet, die einem Bestiarium des Wahnsinns ähnelt. Die Fabelwesen hier sind raubtierhafte Menschen, die ihr totalitäres Regime über systematische Vergewaltigung regeln. Die Männer der unteren Stadt sind die absoluten Herrscher einer Insel, die wie eine Strafkolonie für Frauen wirkt. Und doch scheint alles so vertraut und alltäglich zu sein, so unbeschwert natürlich – dass sich das Buch eigentlich wie ein trojanisches Pferd im Gedanken der Unterdrückung liest: Es sprengt von innen heraus.

Lojze Wieser
„Hab lang gehofft und bang verzagt“
50 S., geb., € 24,00
978-3-99029-636-3
Werkstattbericht zum Projekt Slowenische Bibliothek

Jože Javoršek
Gefährliche Erinnerungen
Paris – Ljubljana
Aus dem Französischen übersetzt von Bertram K. Steiner
232 S., geb., € 24,00
978-3-99029-623-3
Elfriede Jelinek zu Jože Javoršks Gefährliche Erinnerungen, 2007, Auszug: „Jože Javoršeks Biographie ist eine der ungeheuerlichsten, die ich je gelesen habe, aber es ist ja jedes Leben ungeheuerlich, wenn man es näher betrachtet, und manchmal kommen Ungeheuer heraus, und manchmal Menschen, die sich selbst mit größter Akribie wie unter dem Mikroskop betrachten können. Natürlich erschrecken sie dabei. Ein Wunder dass sie nicht vor Entsetzen zusammenklappen. Doch wenn sie genau nachdenken, wenn sie um sich schauen und einen Abgrund sehen, dann klammem sie sich mit ihren Gedanken, die dünn sind wie Kinderfinger an den Rand. Oder aber sie liegen, wie ein Tier, das seziert werden soll auf einem wackligen Klapptisch, der alles mit sich reißen kann, jeden Augenblick, wenn er unter einem zusammenbricht. Javoršek hat eine der hundertmal zerfetzten und wieder zusammengeflickten Biographien geschrieben, die aus den Brüchen des vergangenen Jahrhunderts, aus sehr tiefen Tiefen aufgetaucht sind, aus Tiefen, in denen so viele Menschen verschwunden sind, dass man sich nicht einmal ihre Zahl vorstellen kann. Nein, diese Seziertische der Geschichte sind nicht wie das berühmte, auf Knopfdruck funktionierende Wundertischchen des Bayernkönigs Ludwig in Neuschwanstein, das fleißig aufgetaucht und wieder verschwunden ist, aufgetaucht ist es voll feiner Speisen, abgetaucht ist es voller Knochen und Fleischfetzen. Die Fetzen der Geschichte werden hier nicht lautlos abgeräumt, sie werden vor uns hingespuckt. Es fehlen einem die Worte. Jože Javoršek fehlen sie nicht, obwohl man es kaum begreifen kann, was er erlebt hat und auch noch aufschreiben konnte. „Ich kann nicht mehr, ich suche die Worte, um meine Gedanken festzuhalten. (…)“

Aleš Debeljak
Untergang der Idole
Essay
Aus dem Slowenischen übersetzt von Franci Zwitter jun.
56 S., geb., € 24,00
978-3-99029-625-7
Die jüngere Künstlergeneration – in Ton, Tanz, Wort und Bild – hatte im Jugoslawien der 80er Jahre ein elastisches Netz der kulturellen Vielfalt und Anregung geknüpft und in neueste Strömungen in West und Ost gesetzt: wider politischen Zentralismus und Unitarismus. Das scheint zerstört und trotz allem, aufgehoben, wirksam. Eine bittere, doch nicht resignierende Rückschau eines »jungen Dichter-Sterns«, der sich in der engeren (slowenischen) und der weiten Welt (Amerika) profilierte. Der im Juli 1993 in Ljubljana und New York geschriebene Essay wirft Fragen auf, die nach 30 Jahren aktueller denn je erscheinen und – im Hinblick auf die Rückkehr des Krieges in Europa – noch immer ihrer Antworten harren.




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Michel Jean
Montreal - Tiohtia´:ke
Roman
200 S., geb., € 21,00
978-3-99029-583-0
Obdachlos in Montréal - Realität für viele der Premières Nations Canadas...
In diesem Roman wendet sich Michel Jean den autochthonen Männern und Frauen zu, die als Obdachlose auf den Straßen Montréals – Tiohtiá:ke, wie die Stadt in der Sprache der Mohawk genannt wird – leben. Der junge Innu Élie Mestenapeo kommt, verbannt aus seiner Gemeinde Nutashkuan an der Côte Nord, weil er seinen gewalttägigen und alkoholsüchtigen Vater ermordet hat, nach einer zehnjährigen Gefängnisstrafe nach Montréal. Dort trifft er auf Angehörige unterschiedlicher Nationen, Innu, Cree, Atikamekw, Inuit, die sich am Square Cabot eine eigene kleine Gemeinschaft geschaffen haben. Unter ihnen findet er Freunde, alle mit ihrer eigenen Geschichte, die ihm helfen, wieder ins Leben zurückzufinden: Geronimo, Charlie, den Sänger Caya, die Inuit-Zwillinge Mary und Tracy aus Nunavik und den alten Nakota Jimmy, der die Obdachlosen in seinem Kochmobil mit Essen versorgt. Marys Tochter Lisbeth, die von ihrer Mutter zur Adoption freigegeben wurde und die gerade ihr Medizinstudium beendet und Élies Freundin wird, bestärkt ihn, die schulischen Voraussetzungen für ein Studium nachzuholen und ein Jurastudium zu beginnen. Kurz vor ihrem Tod gesteht Élies Mutter, die er nie wiedergesehen hat, dass sie seinen Vater, ihren Mann, umgebracht hat. Die Nachforschungen der Anwältin Audrey Duval, die schon, wie auch der alte Jimmy, eine zentrale Rolle in dem Roman Maikan gespielt hat, bestätigen ihr Geständnis. Da Élie nun kein Mörder mehr ist, wird auch die Verbannung aus seiner Heimatgemeinde aufgehoben. Der Autor behandelt in diesem bewegenden Roman in kurzen Kapiteln einen Aspekt der Realität der Premières Nations, der gern verdrängt wird. Er schildert die Auswirkungen, die die erzwungene Sesshaftigkeit und Verschleppung der Kinder in die kirchlichen Umerziehungsinternate. [Der Versuch, den Indianern ihre eigene Kultur auszutreiben, hatte katastrophale Folgen. Bis 1996 gab es unter katholischer Regie geführte Internatsschulen, in denen die Kinder systematisch von ihren Herkunftsgemeinschaften entfremdet und umerzogen wurden. Aus ungebildeten „Wilden" sollte kanadische Bürger gemacht werden. Das ursprüngliche Motto hieß: „Wer den Menschen retten will, muss den Indianer in ihm töten." Viele dieser Kinder erlitten schwere psychische Störungen. So einige kamen durch die brutalen Erziehungsmethoden der Mönche und Nonnen ums Leben.] Viele Internatszöglinge waren hinterher in beiden Welten nicht mehr zu Hause. Ihre Kinder wuchsen meist in dysfunktionalen Familienverhältnissen auf. Viele wurden von einer weißen Pflegefamilie zur anderen weitergereicht, was fatale Auswirkungen auf ihre Fähigkeit hatte, Vertrauen zu fassen und dauerhafte Bindungen zu anderen Menschen einzugehen bis in die Generationen der Kinder und Enkelkinder haben, aber auch die Menschlichkeit, Stärke und gegenseitige Hilfe, mit der diese entwurzelten Menschen ihr Leben auf der Straße meistern. Damit ist der Roman eine konsequente Fortsetzung der vorherhergehenden Romane in die Gegenwart des 21. Jahrhunderts.
Michel Jean, geboren 1960, ist Innu aus der Gemeinde Mashteuiatsh am Lac Saint-Jean (Québec). Nach einem Studium der Geschichte und Soziologie arbeitet er seit 1988 als Journalist und Moderator für die französischkanadischen Fernsehsender Radio Canada Info und, seit 2005, TVA Nouvelles. Er ist mit sieben Romanen einer der wichtigsten indigenen Autoren Québecs. Nach Amun (2016) veröffentlichte er unter dem Titel Wapke (Morgen) im März 2021 eine zweite Anthologie mit dystopischen Erzählungen von 14 indigenen Autorinnen und Autoren aus Québec.


Michel Jean
Atuk
Sie und wir
220 S., br., € 16,99
978-3-99029-500-7
Der Autor aus ihrer Perspektive die Geschichte seiner Großmutter Jeannette, die neben seiner Urgroßmutter Almandra, seiner Kukum, die zweite starke Frau der Familie Siméon war, deren ursprünglicher Name Atuk lautete. Durch ihre Heirat mit einem Mischling, der als Weißer gilt, verliert sie nach dem Indianergesetz ihren Status als Indianerin, muss das Reservat verlassen und in die Stadt ziehen, wo sie elf Kinder großzieht. Aufgrund dieser Situation wächst auch Michel Jean in der Stadt auf, außerhalb der Innu-Gemeinschaft. In einem zweiten Strang erzählt er, wie er seine Familie und seine Kultur entdeckt und sich nach und nach seiner Identität als Innu bewusst wird, ein schwieriger Prozess, in dem er auch immer wieder rassistischen Anfeindungen ausgesetzt wird.
Michel Jean, geboren 1960, ist Innu aus der Gemeinde Mashteuiatsh am Lac Saint-Jean (Québec). Nach einem Studium der Geschichte und Soziologie arbeitet er seit 1988 als Journalist und Moderator für die französischkanadischen Fernsehsender Radio Canada Info und, seit 2005, TVA Nouvelles. Er ist mit acht Romanen und zwei Anthologien mit Erzählungen indigener Autorinnen und Autoren aus Québec einer der wichtigsten indigenen Autoren Québecs. Im Oktober 2021 erschien sein Roman Tiohtiá:ke (Montréal in der Sprache der Mohawk). Sein Roman Kukum verkaufte sich weit über 100.000 Mal in Québec und wurde im Herbst 2020 mit dem renommierten Prix littéraire France-Québec und im Herbst 2021 mit dem erstmals verliehenen Prix littéraire Nature Nomade ausgezeichnet.

Michel Jean (Hg.)
Wapke
Premières Nations Autoren aus Québec, Anthologie, herausgegeben von Michel Jean:
Joséphine Bacon (Innu), Katia Bacon (Innu), Marie-Andrée Gill (Innu), Elisapie Isaac (Inuk), Michel Jean (Innu), Alyssa Jérôme (Innu), Natasha Kanapé Fontaine (Innu), J.D. Kurtness (Innu), Janis Ottawa (Atinamekw), Virginia Pésémapéo Bordeleau (Cree), Isabelle Picard (Wendat), Louis-Karl Picard-Sioui (Wendat), Jean Sioui (Wendat), Cyndy Wylde (Anicinape und Atikamekw).
210 S., geb., € 21,00
978-3-99029-563-2
Ein sehr besonderes Stück Science-Fiction-Literatur und ein spannendes und ungewöhnliches, aber sehr gelungenes Experiment, das, gespiegelt in vielfältigen Zukunftsvisionen, auch Einblicke in die Vergangenheit und Gegenwart der autochthonen Bevölkerung Québecs bietet: Aus verschiedenen Premières Nations stammend sind unter den Autoren längst etablierte, aber auch junge, die hier ihre erste Erzählung veröffentlichen. Für seine zweite Anthologie Wapke („Morgen“ in der Sprache der Atikamekw) hat Herausgeber Michel Jean dreizehn Autorinnen und Autoren aus Québec gebeten, ihre Vision der Zukunft ausgehend von ihrer Realität und Kultur in Form von Dystopien zu formulieren. Herausgekommen ist ein facettenreiches Panorama sehr unterschiedlicher Zukunftsvisionen, die eine düstere und beunruhigende Realität entwerfen, indem sie die brennenden Probleme der Gegenwart in eine nähere oder fernere Zukunft weiterdenken, die immer noch vom Leid der autochthonen Bevölkerung und ihren Verletzungen geprägt ist.

Michel Jean
Maikan
Der Wind spricht noch davon
Aus dem Französischen übersetzt von Michael von Killisch-Horn
220 S., geb., € 21,00
978-3-99029-539-7
Während mehr als eines Jahrhunderts waren die zentralen Ziele der kanadischen Politik gegenüber den Indigenen die folgenden: die indigenen Regierungen eliminieren, die Rechte der Indigenen ignorieren, die geschlossenen Verträge beenden und mittels eines Prozesses der Assimilation dafür sorgen, dass die indigenen Völker aufhören, als gesetzliche, soziale, kulturelle, religiöse und rassische Entitäten zu existieren. Die Einrichtung und Betreibung der Internate war ein zentrales Element dieser Politik, die man als ‚kulturellen Völkermord‘ bezeichnen könnte.“ (Truth and Recociliation Commission of Canada).
Seit der Mitte des 19. Jahrhunderts bis 1996 wurden rund 150.000 Kinder in etwa 139 kirchlichen Internatsschulen (davon 10 in Québec), deren Ziel es war, den „Indianer im Kind zu töten“, „zivilisiert“. Der Roman erzählt das Schicksal von drei jungen Innu, Marie, Virginie und Thomas, die im August 1936 ihren Familien entrissen und mit dem Flugzeug in das 1000 km entfernte Internat Fort George in der James Bay gebracht wurden, wo es ihnen verboten war, ihre Sprache zu sprechen, sie nur noch eine Nummer waren und hilflos brutalen Übergriffen und sexuellem Missbrauch von Seiten der Mönche und Nonnen ausgesetzt waren, die sie „Wölfe“ (maikan) nannten. 2013 entdeckt die Anwältin Audrey Duval, die nach überlebenden ehemaligen Internatsschülern sucht, damit sie die Entschädigung bekommen, die die kanadische Regierung ihnen bewilligt hat, dass ihre Namen spurlos aus dem Indianerregister verschwunden sind. Mit Hilfe des alten Nakota „Jimmy“, der obdachlose Indigene mit Essen versorgt, macht sie Marie in einem abgelegenen Dorf im äußersten Osten Québecs ausfindig, wo sie als völlig verwahrloste Alkoholikerin lebt, und erfährt von ihr die ganze Geschichte.
Michel Jean wendet sich in seinem erstmals 2013 erschienenen Roman einer der finstersten Perioden der Geschichte Kanadas zu, die bis heute nicht wirklich aufgearbeitet ist. Durch die Funde von gut 1000 Überresten von Leichen indigener Kinder in Massengräbern in der Nähe ehemaliger Umerziehungsinternate 2021 und Anfang 2022 bekommt dieser erschütternde Roman noch einmal eine neue Aktualität und Brisanz.


Michel Jean
Kukum
Aus dem Französischen übersetzt von Michael von Killisch-Horn
300 S., geb., € 21,00
978-3-99029-470-3
Michel Jean erzählt in Kukum die Geschichte seiner Urgroßmutter Almanda Siméon, die 97 wurde. Als Waise von ihrer Tante und ihrem Onkel aufgezogen, lernt sie mit fünfzehn den jungen Innu Thomas Siméon kennen, verliebt sich trotz der kulturellen Unterschiede sofort in ihn, sie heiraten, und Almanda lebt von da an mit dem Nomadenstamm, dem er angehört, lernt seine Sprache, übernimmt die Riten und Gebräuche der Innu von Pekuakami und überwindet so die Barrieren, die den indigenen Frauen aufgezwungen werden.
Anhand des Schicksals dieser starken, freiheitsliebenden Frau beschreibt Michel Jean auch das Ende der traditionellen Lebensweise der Nomadenvölker im Nordosten Amerikas, deren Umwelt zerstört wurde und die zur Sesshaftigkeit gezwungen und in Reservate gesperrt wurden, ohne Zukunftsperspektive, ein Leben geprägt von Gewalt, Alkohol und Drogenkonsum.
„Ich spüre in mir die Verantwortung, unsere Geschichten zu erzählen, die der Innu und der Mitglieder der Ersten Völker. Denn sie kommen praktisch nirgends vor. In den Geschichtsbüchern nehmen sie nur wenig Raum ein. In Nordamerika beginnt die Geschichte mit der Ankunft von Christoph Kolumbus 1492, diejenige Kanadas mit Jacques Cartier 1534. Aber wir leben hier seit 15 000 Jahren. Wenn wir unsere Geschichten nicht erzählen, wer dann?“
Der Roman wurde im Herbst 2020 mit dem Prix littéraire France-Québec ausgezeichnet.


Michel Jean
Amun
Novellen
Aus dem Französischen übersetzt von Michael von Killisch-Horn
120 S., geb., € 21,00
978-3-99029-386-7
Amun bedeutet in der Sprache der Innu „Versammlung, Zusammenkunft“. „Anfang Juni kehrten die Familien endlich an die sandigen Ufer des Mashteuiatsh zurück. Der Kreis schloss sich. Ein Jahr war vergangen. Nach Monaten einsamen Lebens war das für alle der Augenblick des Wiedersehens, des Amun. Der Augenblick der Zusammenkunft.“ Der von Jean Michel 2016 herausgegebene Band ist die erste Anthologie von Autorinnen und Autoren der sogenannten First Nations/Premières Nations der französischsprachigen kanadischen Provinz Québec, die sich in den letzten Jahren durch die Veröffentlichung von Gedichten, Erzählungen und Romanen zunehmend Gehör verschaffen. Ihre Erzählungen reflektieren die Traditionen und die Lebensbedingungen der indigenen Stämme Québecs. Sie spielen teils in der Vergangenheit, teils in der Gegenwart, in der Stadt, in der Natur, im Reservat und bieten einen facettenreichen Einblick in die Denk- und Lebensweise und die schwierige Situation der autochthonen Stämme in Québec und Kanada und machen uns mit einer faszinierenden Kultur bekannt, die immer noch viel zu unbekannt ist.
Die Anthologie enthält Erzählungen von zehn indigenen Autorinnen und Autoren verschiedener Generationen und Stämme (Innu, Cree, Wendat) die zu den wichtigsten Stimmen der Literatur der Premières Nations in Quebec gehören: Joséphine Bacon, Natasha Kanapé Fontaine, Naomi Fontaine, Virginia Pésémapéo Bordeleau, Melissa Mollen Dupuis, Jean Sioui, Alyssa Jérôme, Maya Cousineau-Mollen, Louis-Karl Picard-Sioui und Jean Michel.

 Bücher vom Verleger und modernen Fernsehkoch Lojze Wieser:

Lojze Wieser
Der Geschmack Europas
Sonderedition Eins: Der slowenische Karst und die Goriska Brda/Collio, Istrien, Westliches Friaul, Gailtal
168 S., geb., € 25,00
978-3-99029-572-4
„Der Geschmack Europas“ erkundet die kulinarischen Kulturen unseres Kontinents – ein Streifzug durch europäische Regionen und ihre Küchen, der geschichtliche, landschaftliche, geografische und kulturelle Hintergründe einfließen lässt.


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Lojze Wieser
Der Geschmack Europas 3 Bände
904 S., geb., € 90,00
978-3-99029-446-8
Wer nun denkt, es handle sich bei "Der Geschmack Europas" einfach um ein europäisches Rezeptbuch, der irrt gewaltig. Natürlich werden dem Leser auch interessante Rezepte zu traditionellen Gerichten des jeweiligen Landes präsentiert, allerdings nicht so, wie man es aus Kochbüchern gewohnt ist. Vielmehr geht es in "Der Geschmack Europas" um die Esskultur, um kulinarische Traditionen und Geschichte. Da werden Themen angesprochen wie die Frage nach der Erfindung von Pommes oder wie die arme Gegend im Vulkanland der Südoststeiermark ihr Schicksal selbst in die Hand genommen hat. Außerdem finden wir auf fast jeder Seite sehr gute Fotos, mal vom Essen, mal von der Landschaft, mal von den Menschen und dem Produktionsteam. Es ist ein wenig so, als würde man mit auf die Reise genommen werden. Auf alle Fälle packt den Leser bei der Lektüre das Fernweh – Fernweh nach anderen Kulturen, Fernweh nach exotischeren Speisen. Und irgendwie schafft das Buch es aber gleichzeitig, dieses Fernweh beim Lesen zu befriedigen ... In Band 3 sind die von 2017 bis zum Herbst 2019 gedrehten Folgen Mähren, Montenegro, Elsass, Westliches Friaul, Alentejo, Wales, Bregenzerwald, Westirland, Korsika und Oberschlesien behandelt.



Lojze Wieser
Geschmackshochzeit 3
Die Vermählung von Alpen und Adria
100 S., geb., € 24,80
978-3-99029-587-8
In den vergangenen fünf Jahren haben wir uns an die Alpen-Adria-Region als Biotop der Vermählung von Alpen und Meer angenähert, die uns außerordentliche kulinarische Spannungsbögen erlaubt und uns die Möglichkeit gegeben hat, fast vergessenes Wissen zum Schlüssel der Entwicklung von Neuem zu geben. Im 3. Band der mit dem World Cook Book Award prämierten Bände „Geschmackshochzeit“, die als Begleitbände zum herbstlichen Veranstaltungsreigen der „Tage der Alpen-Adria-Küche“ vom Tourismusverband Klagenfurt/Celovec herausgegeben werden, leiten wir die Leserschaft einerseits in die nahegelegenen, aber nicht offensichtlichen Themenbereiche Olivenöl und Orangen Wein, wir suchen nach frischen Kräutern im Karst und finden einen besonderen Reindling, begeben uns auf die Spurensuche nach dem österlichen Eierkren, der eine Besonderheit in Teilen von Kärnten ist, und erfahren etwas über seine gesundheitliche Komponente... 

Lojze Wieser
Geschmackshochzeit 2
Die Vermählung von Alpen und Adria
158 S., geb., € 14,95
978-3-99029-472-7
SPURENSUCHE in einer Region, die alle Voraussetzungen hat, zu einer Trendumkehr in der Ernährung und der Zubereitung der Speisen beizutragen. AUF DER SUCHE NACH GESCHMACK hinter dem Geschmack – Produkte im Reigen der Jahreszeiten reifen zu lassen und veredelt auf den Teller zu bringen; DEN PRODUKTEN ZEIT ZUM WACHSEN GEBEN und die BESONNENHEIT und Langsamkeit zum Qualitätsmerkmal machen. VORARBEITEN für eine dem heutigen Stand der Technik und den modernen Verarbeitungsmöglichkeiten geschuldete naturnahe Kochkunst, die sowohl die mitgebrachten Erfahrungen aus alter, vorheriger Zeit einbindet und die bewusst und selbstsicher auch die um uns wachsenden Wildkräuter von Flur und Wald zur Eroberung neuer Geschmacksharmonien nutzt...

Lojze Wieser
Geschmackshochzeit
Die Vermählung von Alpen und Adria
148 S., geb., € 14,95
978-3-99029-356-0
Mit den ‚Tagen der Alpen-Adria-Küche‘ kommt es zu einer Vermählung von Spitzengastronomie aus Slowenien, Friaul, Istrien und Kärnten. Der Standort wird erstmals genutzt, um Impulsgeber für eine grenzübergreifende, innovative Küche zu sein, in der die lokal gewachsenen Geschmäcker mit jenen, die von Reisen mitgebracht wurden, am Gaumen eine Hochzeit eingehen.“ Wir sind mit den „Tagen der Alpen-Adria-Küche“ eine Hoch-Zeit eingegangen. Dabei begleiten uns die Verse des Dichters Milan Rúfus, der sich fragt, was denn ein Gedicht sei.
Auf den Tisch etwas Klares stellen, wie Brot / Oder Wasser. Oder / zwischen zwei Finger Salz. (…) Wenn die Forellen den Jordan heraufziehen werden, / keine Angel kaufen, doch wissen, daß der Fluß nicht nur / aus Fischen besteht. // Daß er um vieles mehr ist. / Wie das Gedicht mehr ist als Worte //
Wie in diesem Gedicht ist es doch auch mit den Speisen: In ihnen verbirgt sich mehr als bloß die Vermengung von Zutaten. Es geht doch nicht nur darum, Nahrung zu sich zu nehmen. Es geht darum, mit der den Gerichten innewohnenden Harmonie eins zu werden und durch das neu erlangte Wohlbefinden Kraft für Körper und Seele zu tanken...

Ramadani, Arta / Meißner, Halim
Brot, Salz und Herz
Familienrezepte aus dem Kosovo
120 S., geb., € 25,00
978-3-99029-549-6
Der Physio-Chemiker Hervè This, der seit vielen Jahren die chemischen Reaktionen beim Kochen erforscht, sagte mal bei einem Interview mit der Financial Times: „Ich hatte zwei Großmütter. Eine machte leckeres Essen, sie war voller LIEBE. Wir aßen kein Protein, keine Lipide, keine Glucose – wir aßen die Liebe meiner Großmutter.“ So verhält es sich auch mit diesem Kochbuch. Es ist eine Liebeserklärung an Omas kosovarische Küche. Ob Petlla, mit Schafskäse und Zucker, Fli mit einem frischen Salat aus Birnen, Walnüssen, Ziegenkäse oder Kaçamak mit Parmesankäse und einem Pilzragout. Alle Rezepte sind inspiriert von Arta Ramadanis Großmüttern und deren Liebe zum Kochen.


Manfred Matzka
Istrien entdecken in kleinen Reisen
250 S., geb., € 24,90
978-3-99029-577-9
In Istrien reist man gemächlich, auf kurze Distanz, schaut bei jedem Palazzo um die Ecke, hat nur den nächsten Ort zum Ziel, macht Augen, Ohren, Nasen weit auf, freut sich am Kleinen, sieht das Besondere, entdeckt und gustiert, hat Zeit, Lust und Neugier, lässt sich ein, redet mit den Leuten. Die Routen in diesem Buch sind so gewählt. Man kann sie mit dem Auto jeweils in einem halben Tag gut schaffen; nimmt man sich viel Zeit für Details und Genuss, wird auch ein ganzer Tag daraus werden.
Bei den einzelnen Stationen gräbt der Autor – Kulturmensch, sorgfältiger Rechercheur, Olivenbauer und Ehrenbürger von Opatija – ziemlich in die Tiefe, spart aber auch nicht mit Witz und Anekdotischem. Fürs Einkehren unterwegs oder nach der Fahrt gibt er Hinweise – aber bewusst nie mehr als zwei pro Ort und nur solche, die er selber kennt. In jede Reise ist obendrein ein Tipp des Insiders verpackt, den man wahrscheinlich sonst nicht bekommt, und dazu noch eine gute Geschichte oder ein Rezept Anicas, jeweils zur Gegend passend. Karten, Stadtpläne, Fotos der Plätze abseits der Touristenpfade, Literaturhinweise, ein historischer Abriss und ein übersichtlicher Index runden das Ganze ab.


Maria Lassnig
Am Fenster klebt noch eine Feder
120 S., geb., € 24,00
978-3-99029-580-9
Maria Lassnig (1919–2014) pflegte Freundschaften mit zeitgenössischen Dichterinnen und Dichtern. Sie war eine Vielleserin vor allem von österreichischen Autorinnen und Autoren. Den beiden ebenso wie sie in Kärnten geborenen Ingeborg Bachmann und Peter Handke fühlte sie sich besonders nahe. Den Verwandtschaftsgrad der beiden künstlerischen Gattungen beschrieb Lassnig gerne mit der Feder als Schwester des Pinsels: der Gegenstand kann der gleiche sein, nur die künstlerischen Ausdrucksmittel unterscheiden sich. Maria Lassnig konzentrierte sich ganz und gar auf die bildende Kunst, daneben besaß sie literarische Fähigkeiten, die in den Texten zu ihren Filmen, in Briefen und in Notizen Ausdruck fanden. In diesem Band wird Kenntnis gegeben von dem, was Lassnig auf literarischem Gebiet geschaffen hat. Der Leser, die Leserin möge eine Ahnung von der lichten Weite der Autorin Maria Lassnig bekommen.


Miroslav Krleža
Reise nach Russland
250 S., geb., € 24,00
978-3-99029-584-7
Wie zahlreiche andere europäische und amerikanische, überwiegend linke Intellektuelle hat auch Krleža Mitte der Zwanzigerjahre der Sowjetunion, dem Mutterland der kommunistischen Revolution, einen Besuch abgestattet. Zu diesem Besuch bedurfte es mindestens zweier Anläufe, da man Krleža entweder das Visum zur Einreise in die Sowjetunion verweigert oder den Reisepass vorübergehend entzogen hatte. Der literarische Ertrag beider Reisen besteht in neunzehn Essays, die vor, während und im Anschluss an die Reise in Zeitschriften und 1926 zum ersten Mal in Buchform erschienen sind. Die ersten dieser Essays behandelt die Stationen Wien, Dresden und Berlin und lässt sich dem Zeitraum von Juni bis September 1924 zuordnen, die zweite Gruppe datiert zwischen Februar  und April 1925 und führt Krleža von Berlin über das Baltikum nach Moskau.
Krleža, der 1893 in Zagreb geborene Herausgeber der »Jugoslawischen Enzyklopädie« und Präsident der Belgrader Akademie der Wissenschaften und Künste verfasste über 50 Monographien vieler Genres, von Poesie und Polemik über Romane und Dramen bis zu Reiseerzählungen und politischer Publizistik. Er starb 1981. Bei Wieser erschien von diesem Autor zahlreiche seiner Werke. Das umfangreichste: Die Fahnen, Roman in fünf Bänden, 2170 S., geb., € 75,00, 978-3-99029-201-3, ein Panorama der geistesgeschichtlichen und politischen Situation Europas zu Beginn des 20. Jahrhunderts.


Sergej Timofejewitsch Aksakow
Aufzeichnungen über das Angeln
178 S., geb., € 21,00
978-3-99029-447-5
Sergej Timofejewitsch Aksakow (1791–1859), ein russischer Klassiker des 19. Jahrhunderts, vereinigt in seinem Werk die Beobachtungsgabe eines Naturforschers mit den besonderen literarischen Fähigkeiten eines gebildeten russischen Aristokraten, das hebt sein Werk über das reine Beschreiben hinaus. In seinen Aufzeichnungen beschreibt Aksakow die Angelgeräte, die verschiedenen Fangtechniken, die Gewohnheiten der Fische, sowie die standorttypischen Eigenschaften der Bäche, Flüsse, Mühlenteiche und Seen, die er während fünf Jahrzehnte abenteuerlichen Angelns in der weiten russischen Steppe und der Umgebung Moskaus kennengelernt hat. Indem er eine Vielzahl von Sichtweisen präsentiert – philosophische, literarische, etymologische und ökologische – können die Aufzeichnungen eine Leserschaft ansprechen, die weit über die reinen Angler hinausgeht.

Manfred Chobot
HAWAI´I
Mythen und Götter
280 S., geb., € 21,00
 978-3-99029-497-0
Die alten Hawaiianer führten ein angenehmes Leben. Sie kannten weder das Schießpulver, noch besaßen sie eine Schrift. Und so wurden auch die Geschichten, die sie sich an den Abenden erzählten, über Jahrhunderte mündlich überliefert – wohl mit ein Grund für deren Lebendigkeit und enormen Reichtum an Phantasie. Manfred Chobot, begeisterter Surfer und Wahl-Hawaiianer, ist den Spuren der Mythen gefolgt und hat die schönsten von ihnen für diesen Band zusammengestellt. Dabei entführt er den Leser in eine dem westlichen Denken oftmals fremde Welt, die geprägt ist vom unmittelbaren Erleben der Natur mitsamt ihren Gefahren, aber auch ihrer wildromantischen Schönheit: Das Meer ist nicht nur Heimstatt menschenfressender Haie und ihrer Götter – es bietet auch die Möglichkeit zu so himmlischen Vergnügungen wie etwa dem Surfen, einem Privileg der Adeligen; aus dem mächtigen Kilauea spuckt die Vulkangöttin Pele ihre glühenen Fontänen, doch eignen sich die Hänge ebenso vortrefflich zum Drachenfliegen. Stets mit einem Körnchen Wahrheit versehen – und oft genug mit einem gehörigen Schuss Humor –, berichten die Legenden von wundersamen Bananenschalen und geheimnisvollen Waldessern, von Geistertänzen, Vogelmenschen sowie von der Macht des Tabus. Und natürlich vom Schlitzohr Maui, das den Himmel hob und die Sonne fing. Ein vergessen geglaubter Schatz voll exotischem Flair, der jeden Leser in seinen Bann zieht.

Lina Kostenko
Und wieder ein Prolog
Zweisprachig ukrainisch/ deutsch herausgegeben von Alla Paslawska und Alois Woldan mit Illustrationen von Anastasiya Starko
138 S., geb., € 25,00
978-3-99029-545-8
Lina Kostenko: Geboren 1930, führende ukrainische Dichterin, Vertreterin der „Generation der 1960er Jahre“. Sie veröffentlichte seit den 1950er Jahren mehr als 20 Bände Lyrik, Versromane und Essays, zahlreiche Neuauflagen in jüngster Zeit. Übersetzungen in fast alle europäischen Sprachen, Trägerin zahlreicher nationaler und internationaler Auszeichnungen.
An deiner Stimme satt mich zu trinken,
in diesem verliebten Strom zu versinken
von dessen Freud und Leid berauscht
von seiner Verrücktheit betrunken.
Erstarren, ohne zu atmen, erlauscht,
und plötzlich den Gedanken fallen lassen.
Die Pause aus der es keinen Ausweg gibt
zu retten mit einem seichten Witz.
Die Worte zu spannen wie einen Bogen
um das Ziel zu treffen noch im Flug,
die Qual die nicht zu entziffern ist
die Stummheit die sich nicht abhalten lässt.
Sich frei und unabhängig geben,
im Schweigen übertreffen. Wer besiegt wen? –
warten auf deine Stimme!


Helmut Rizy
Hasenjagd
398 S., geb., € 24,00
978-3-99029-591-5
Im Februar 1945 brachen 500 vorwiegend sowjetische Soldaten, vor allem Offiziere, aus dem Todesblock des Konzentrationslagers Mauthausen im oberösterreichischen Mühlviertel aus. Nach dem Ausbruch wurde die gesamte Bevölkerung aufgerufen, sich gemeinsam mit der SS an der „Hasenjagd“ zu beteiligen. Das Buch zeigt unterschiedliche Menschen aus den verschiedensten Schichten und ihre Motivationen, sich an dieser Jagd anzuschließen oder sich ihr zu verweigern. Das eine derartige Verweigerung möglich war, wird in diesem Buch ebenso beschrieben wie die Angst, diese auch durchzuführen. Das Buch ist nicht nur zeithistorisches Dokument, sondern es will auch Mut machen, heute nicht wegzusehen, wenn wieder mal die „Jagd“ auf eine Bevölkerungsgruppe eröffnet wird.


László Végel
Balkanschönheit oder Schlemihls Bastard
280 S., geb., € 24,00
978-3-99029-586-1
Nach dem Stadtroman Neoplanta kommt hier ein Minderheiten-Familienroman aus der Vojvodina. Johann Schlemihl oder János Slemil oder Jovan Šlemil – je nach historischer Zeit – und sein Enkel Ferenc/Franz/Franjo leben im Újvidék des 20. Jahrhunderts von der Zeit der Monarchie bis heute auf der ständigen Suche nach ihrer Identität und ihrem Vaterland. Sie sind „kleine Leute“, die vor allem eines wollen: in Ruhe gelassen werden. Sie haben nicht die Möglichkeit, ihren Wohnort abhängig von der aktuellen politischen Macht zu wechseln, sie müssen sich mit allen Machthabern arrangieren. Welche Zugeständnisse sie dabei eingehen und wie sie versuchen, sich später wieder von ihnen zu lösen, wie Identitäten erschaffen und verschleiert werden und wie schwer es ist, sich in all den Geschichten zu orientieren, erzählt László Végel in gewohnt zugewandtem, aber zugleich spöttischem Ton in diesem Buch.

Arsenischwili, Saira
Ach, Leben!
Kachetische Chroniken
800 S., geb., € 29,90
978-3-99029-565-6
Ach, Leben! – Kachetische Chroniken ist ein schier epochales Werk, das vor dem Hintergrund bolschewistischen Terrors eine Geschichte erzählt, die sich über die 1920er bis in die 50er Jahre erstreckt. Sie nimmt ihren Anfang im Keller eines Hauses in Telawi, einer Stadt der ostgeorgischen Region Kachetien: Rusudan und Maka halten Totenwache für Eva. Als Kammerspiel getarnt, entfaltet sich im klammen, von Kerzenschein spärlich beleuchteten Keller ein Sujet, das um den Sarg der Verstorbenen gesponnen wird. Eingebettet in die Familiengeschichte der drei Frauen und durchdrungen von Mosaikstücken der Erinnerung wird episodenhaft erzählt – von einer entführten Leiche; von der berüchtigten „Blutigen Hochzeit“; von dem Brief, den ein Kind nach Sibirien deportierter Eltern an Stalin schreibt; von einer vergangenen Liebe, die eine tragische Wendung nimmt; von menschlichen Abgründen und davon, wie das Menschliche in einem unmenschlichen System überleben kann. Ach, Leben! – Kachetische Chroniken ist ein reales Zeitzeugnis fiktiver Protagonisten, in dem sich alle Betroffenen und alle Lebensschicksale wiederfinden. Die Autorin selbst war Tochter eines Ökonomen, der einer kritischen Aussage wegen im Zuge des Großen Terrors 1937 hingerichtet wurde. Doch weder sie noch ihre Protagonisten verlieren im Angesicht eines Regimes, das Menschen mit aller Brutalität skrupellos zermalmt, ihr menschliches Antlitz. Saira Arsenischwili  (1933–2015) spielte Geige im Orchester der Staatlichen Oper Tbilissi und ist Trägerin des Staatspreises der UdSSR (1980) sowie des Schota-Rustaweli-Staatspreises Georgiens (1998).  Als Drehbuchautorin gelangte sie zu überregionalem Ansehen durch ihre jahrzehntelange Zusammenarbeit mit der Regisseurin Lana Gogoberidse, an deren bekanntesten Filmen sie beteiligt war (Als die Mandelbäume blühten, Der Tag ist länger als die Nacht, Einige Interviews zu persönlichen Fragen u. a.).

Nestan Nene Kvinikadze
38, 44
190 S., geb., € 21,00
978-3-99029-462-8
Die georgische Hauptstadt Tbilissi Ende der 1990er und Anfang der 2000er Jahre ... Lekso studiert Filmkritik, Maia will Zahnärztin werden. Lekso spielt das „Dissidentenspiel“, Maia schminkt verstorbene Frauen, weil sie das Geld braucht. Um ihre Angst zu überwinden, denkt sie sich zu den Verstorbenen Geschichten aus. Maia findet sich in Leksos Spiel wieder. Zwei Handlungsstränge entfalten sich parallel zueinander. Der Hauptstrang, in dem Studierende in mit Tabakqualm gefüllten Räumen Filme schauen und die Körper und Sexualität der anderen erforschen. Der zweite Strang, der sich mit dem „Dissidentenspiel“ beschäftigt – mit der Verteilung von Flugblättern, mit Überwachung, mit Durchsuchungen, mit Verhaftungen. Nestan Nene Kvinikadzes Roman 38, 44 fasst die jüngste Geschichte des Landes auf außergewöhnliche Weise zusammen. Er ist voller dramatischer Effekte, Humor, Traumata und aufgestauter Energie. Sowohl die Lebenden als auch die Toten sind auf der Suche nach ihrer eigenen Persönlichkeit.
Der Roman beschreibt reale Ereignisse. Darüber hinaus lässt die Autorin diverse aufbereitete Archivmaterialien einfließen, sogar solche des Archivs des Georgischen Innenministerium. Trotzdem ist und bleibt es ein fiktiver literarischer Text.


Afghanistan
Orient Erlesen
350 S., geb., € 14,95
978-3-99029-532-8
Ist die Rede von Afghanistan, denkt man wohl unweigerlich zunächst an Terror in Endlosschleife, an Taliban, Al-Qaida und diverse Warlords, an Opium, Burkas, Bürgerkrieg, eventuell auch das berüchtigte Great Game zwischen Briten und Russen, den Einmarsch der Sowjets (von den Amerikanern ganz zu schweigen), jedenfalls chronischen Aufruhr, Armut und Leid.
Doch dieses sagenhafte, wenngleich als Nation noch recht junge Land ist natürlich weit mehr als nur eine Dauerkrisenzone. Die Fülle seiner Facetten, vor allem auch die einnehmenden, lebensbejahenden zu vermitteln, ist erklärtes Ziel dieses Bandes. So begleiten wir lesend europäische – aber auch frühe arabische und fernöstliche – Forschungs- und Abenteuerreisende, Diplomaten und Pilger auf ihren Wegen durch grandiose Gebirgslandschaften. Dabei schlagen wir an legendären Orten wie Balkh und Bamian, Kabul, Kunduz, Kandahar, auf dem Khyber-Pass, in Herat, Ghasni und Masar-e Scharif unsere Zelte auf. Aber auch in entlegene Gegenden, Belutschistan etwa, Kafiristan, das Pandschir-Tal oder den Wakhan-Korridor, führt die Lektüreroute. Unterwegs begegnen wir Bauern und Nomaden, besichtigen Moscheen, Mausoleen, Basare, Burgruinen und das Nationalmuseum. Wir schauen Archäologen beim Graben über die Schulter, lernen über das Wesen der Loya Jirga, die Herkunft von Paschtunen, Tadschiken und der – oft arg bedrängten – Minderheit der Hazara. An den Liebesversen sufischer Mystiker wärmen wir die Seele.

Sydney
Odyssee durch die Stadtlandschaft
256 S., geb., € 14,95
978-3-99029-295-2
Sydney ist Stadt und Landschaft zugleich. Circular Quay und Central Station sind die Ausgangspunkte für Reisen durch die Vorstädte, zu den Erinnerungen und Geschichten der Sydneysider. Verschlungene Pfade führen zu Erzählungen von Migration aus Europa und Asien, vom Leben in den Ortschaften, von den vielen Sprachen, Herkünften und Träumen. Eine literarische Odyssee entlang der Buchten, Strände und Bäche, zu den unscheinbaren Orten einer Metropole in Bewegung.
Hrvatska

Šunjic, Melita H.
Spurensuche in Rijeka
Eine sommerliche Expedition in meine unbekannte Geburtsstadt
250 S., geb., € 14,95
978-3-99029-493-2
Wie die meisten kannte Melita H. Sunjic ihre Geburtsstadt Rijeka nur vom Durchfahren. Als die kroatische Hafenstadt 2020 europäische Kulturhauptstadt wurde, beschloss sie, auf Spurensuche zu gehen. Herausgekommen ist dabei ein unterhaltsames journalistisches Buch mit autobiografischen Zügen. Die Autorin eröffnet einen neuen Blick auf die Stadt, die im 19. Jahrhundert ein Technologie-Hotspot von europäischem Rang war, wo im 20. Jahrhundert der Urlaub im Süden erfunden wurde und der italienische Faschismus seine Generalprobe hielt. Sie zeigt uns eine liberale und kulturinteressierte Stadt, die sich als einzige in Kroatien der Staatsideologie eines frömmelnden Nationalismus entzieht. So nebenbei stellt sie die Menschen von Rijeka vor, die weltoffen und freundlich sind und das Kulturangebot ebenso schätzen wie die kulinarischen Freuden. Nicht zuletzt lässt die Autorin uns auch an ihrer erfolgreichen familiären Spurensuche teilhaben.

Jakob J. Kenda
Appalachian Trail
3500 Kilometer Berge und Amerika
380 S., geb., € 14,95
978-3-85435-987-6
Der etwas mehr als 3.500 Kilometer lange Fernwanderweg Appalachian Trail verläuft durch den gleichnamigen Gebirgszug, der 14 Bundesstaaten im Osten der USA durchquert. Er weist einen Gesamtanstieg von 142 Kilometern auf. In einigen Abschnitten ist man eine Woche von der nächsten Siedlung entfernt und taucht tief in die Wildnis der amerikanischen Wälder ein. Im Roman Appalachian Trail: 3500 Kilometer Berge und Amerika bringt uns der Autor auf geistreiche und humorvolle Weise seine vielfältigen Erlebnisse und Begegnungen auf dieser langen Wanderung näher. Durch die eindrücklichen Beschreibungen der Natur und der Städte entlang des Weges sowie der Menschen, die er unterwegs trifft, macht er uns mit den Besonderheiten dieses Fernwanderweges und der zeitgenössischen amerikanischen Realität vertraut.


Jakob J. Kenda
Transversale
300 S., geb., € 25,00
978-3-99138-037-5
Mit seinem neuen Reiseroman Transversale knüpft Jakob J. Kenda an sein mehrfach ausgezeichnetes Debüt Appalachian Trail an. Diesmal entführt er uns nicht in die USA, sondern in sein Heimatland Slowenien, genauer auf den Fernwanderweg Transversale. 2019 legte er die vollständige Trasse dieses schon 1951 vorgeschlagenen, doch aus politischen und anderen Gründen nur zur Hälfte fertiggestellten Rundwegs fest, und absolvierte den gesamten Kreis mit seinen beiden Kindern und Freunden. Der Autor fügt seine auf den 1200 Kilometern Länge und 70 Kilometern Gesamtanstieg gesammelten Eindrücke und teils intimen Gedanken zu einer geschickt arrangierten Erzählung zusammen, die uns die beeindruckende Vielfalt der slowenischen Bergwelt – von den wilden Mittelgebirgen bis zu den schwindelerregenden Gipfeln der Julischen Alpen – näherbringt und tiefgreifende Einblicke in die Vergangenheit, vor allem aber in die Gegenwart Sloweniens bietet.

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EUROPA ERLESEN  Die Stadt-Anthologien
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Europa Erlesen Katalog
Verzeichnis der Bände der Reihe Europa Erlesen
28 S., br., o.B.
978-3-99029-277-8
Europa erlesen soll eine Schatzsuche und zugleich Entdeckungsreise sein nach einem Gobelin der Kulturen und der Verknüpfung von Bildern. Aus der Vielzahl bekannter und unbekannter Namen soll ein ganzheitliches Bild der Stadt, der Region, der Menschen, ihrer Sinne, ihrer Gefühle und ihrer Träume werden und es möchte die Weiterentwicklung von Voltaires Satz „Europa kennen, Europa erkennen“ in „Europa kennen, Europa erkennen, Europa erlesen“ sein. Zwanzig Jahre und 200 Bände später haben die Gedanken, mit denen wir die Reihe Europa erlesen ins Leben geleitet haben, nichts an Aktualität verloren. Lesen wir also weiter. Europa kann nur erlesen werden: Buch für Buch, nicht Krieg um Krieg.
Besondere Erwähnungen:


Europa Erlesen Leipziger Buchmesse
680 S., geb., € 29,90
978-3-99029-425-3
Jeden Frühling reisen wir zum literarischen Fixpunkt der Saison und haben neue Bücher im Gepäck. In den Leipziger Messehallen spazieren wir von Stand zu Stand und treffen auf alte Freunde und neue Gesichter, wir hören spannende Geschichten und lassen uns inspirieren. Abends erkunden wir unbekannte Stadtviertel und Literaturen, wir blättern durch eine Metropole, die vom Büchermachen erzählt.
Wir lesen, stellen aus, organisieren, sprechen über Ideen, feiern und schmökern – für ein paar Tage im Jahr sind wir alle Leipziger. Historische und zeitgenössische Texte, Anekdoten und Erinnerungen verkürzen die Wartezeit zum nächsten Mal. Dieses Buch ist eine Hommage auf diese Literaturstadt auf Zeit: die Leipziger Buchmesse.

 Europa Erlesen Novitäten 23/24

Europa Erlesen Alexandria
300 S., geb., € 14,95
978-3-99029-568-7
Als Alexander der Große die Stadt 331 v. Chr. gründete, war das Gebiet bereits seit 2.400 Jahren besiedelt. Alexandria war wirtschaftliches, geistiges und politisches Zentrum der hellenistischen Welt, auch unter römischer Herrschaft. Berühmte Bauwerke wie der Leuchtturm von Pharos und die große alexandrinische Bibliothek machten die Stadt im ganzen antiken Mittelmeerraum bekannt.
In der Kaiserzeit war Alexandria nach Rom mit fast einer halben Million Einwohnern zeitweise die zweitgrößte Stadt des Imperiums. Bis zur islamischen Eroberung war es nach Rom der zweitwichtigste Bischofssitz der Christenheit. Nach der islamischen Eroberung verlor die Stadt ihre dominierende Stellung an Kairo. Ihre Bedeutung sank weiter unter der osmanischen und Mamlukenherrschaft.
Mit der Eröffnung des Suezkanals 1869 lag Alexandria wieder an einer Hauptroute des Welthandels und erfuhr Aufschwung. Die Bevölkerung und ihr Wohlstand wuchsen. In den 1920er Jahren wanderten Menschen unterschiedlichster Nationalitäten nach Alexandria ein, insbesondere Griechen und Italiener. Bis heute prägen diese Zusammenkünfte die Stadt und ihre Literatur.

Europa Erlesen Balaton
300 S., geb., € 14,95
978-3-99029-570-0
Der Balaton, Plattensee, ist eine Region der Superlative. Als seit dem späten 19. Jahrhundert zunehmend besuchter Urlaubsort hat er in der imaginären Geografie Ungarns und Mitteleuropas einen besonderen Platz eingenommen und konnte im touristischen Bewusstsein einige schöne Landschaften verdrängen. Die Wahrnehmung der Region hat sich in einem kaum überschaubaren Reichtum literarischer, künstlerischer, publizistischer und wissenschaftlicher Darstellungen niedergeschlagen – in einem Archiv, dessen Bestände, und in einem Diskurs, dessen Grenzen sich ins private und lokale Gedächtnis verlieren. Die Ortschaften um den See herum prägen bis heute mit verblüffender Selbstverständlichkeit die Vorstellungen davon, wie und wo man Urlaub macht, ein Wochenendhaus erwirbt, wo man immer schon die Kindheit verbracht, die größten Fische gefangen, die erste Liebe erfahren und, überhaupt, die schönsten Wellen gesehen hat. Nach wie vor ist der See Gegenstand ästhetischer Erfahrung, aber auch Schauplatz des bodenständigsten Badelebens, mit Gastwirtschaften, Weinvermarktung, Kultur- und Szenenleben. Die Geschichten des Bandes reichen von der Gründerzeit und dem Fin de Siècle über die Ära des Sozialismus und der deutsch-deutschen Begegnung bis hin zur neuen ‚Landnahme‘ der politischen Elite. Über das Historische hinaus laden sie auch zum Spaß am Erzählten und zum nächstmöglichen Sommer am ‚ungarischen Meer‘ ein.

Europa Erlesen Balearen
300 S., geb., € 14,95
978-3-99029-547-2
Wohl jeder kennt die beliebte Ferieninsel Mallorca, und auch Ibiza ist vor allem in Österreich in aller Munde, auch wenn man dabei nicht mehr an die Mittelmeerinsel denkt. Die lokale Bezeichnung der Insel ist sowieso Eivissa. Die drei weiteren Inseln der Balearen, Menorca, das 1993 von der UNESCO zum Biosphärenreservat erklärt wurde, sowie Formentera und Cabrera, haben noch weniger mit dem Massentourismus zu kämpfen.
Die Balearen sind seit Jahrtausenden bewohnt und noch heute sind zahlreiche prähistorische Monumente zu finden. Ihren Namen bekamen die Balearen von den Griechen in der klassischen Epoche, die die auf den Inseln berühmten Söldner mit ihrer Steinschleuder-Technik als Baliarides bezeichneten. Nach der Herrschaft der Araber in Spanien, als die Inseln zum Kalifat von Córdoba gehörten, wurden Mallorca und Ibiza im 13. Jahrhundert vom aragonischen Reconquistador Jaume I., dem Eroberer, in die unter der Krone von Aragonien vereinten Reiche Aragon und Katalonien eingegliedert. Seitdem ist die Kultur der Balearen stark von der katalanischen Kultur geprägt, die hier jedoch ihre eigenständige Ausformung hat.
Die wechselvolle Geschichte – Menorca wurde im 18. Jahrhundert auch von den Briten besetzt –, die zahlreichen BewohnerInnen anderer Nationalitäten, die sich dauerhaft auf den Balearen niedergelassen haben, zahlreiche BesucherInnen schon in den Anfängen des touristischen Reisens und die vielfältigen Landschaften auf den einzelnen Inseln lassen tief eintauchen in eine unermessliche Vielfalt von Eindrücken und Stimmen.

Europa Erlesen Beirut
260 S., geb., € 14,95
978-3-99029-483-3
Beirut ist eine der ältesten Städte der Welt. Seit mehr als 5000 Jahren stand sie unter wechselndem Einfluss von Griechen, Römern, Arabern, Osmanen und der Franzosen. Als Paris des Ostens war sie Anziehungspunkt vieler Reisender, als Schmelztiegel der Weltreligionen ein Ort, wo Geschichte geschrieben wird. Nach einem blutigen Bürgerkrieg erfindet sich die Stadt neu und kehrt dabei zurück zu ihrer bisherigen Pracht.

Europa Erlesen Korfu
250 S., geb., € 14,95
978-3-99029-484-0
Drepane – Insel der Nausikaa, Sheria – Insel der Phäaken, Korkyra, Kerkyra und schließlich Korfu, es gab in den letzten Jahrtausenden viele Namen für diese wundervolle griechische Insel, die so gar nicht ist, wie die anderen bekannten griechischen Inseln. Erwarten Sie nicht, was Sie vielleicht auf Kreta oder Santorin gesehen und erlebt haben. Auf Korfu ist es ein bisschen sehr anders – alles!
Die Natur ist immer grün – das einzigartige Mikroklima sorgt dafür – die Griechen dort ... nein, die Korfioten haben sich aus vieler Herren Länder zusammengemischt und entwickelt, aber doch, trotz französischer, venezianischer und englischer Einflüsse sind sie immer griechische Korfioten geblieben.
Auch viele orthodoxe Heilige, allen voran der Inselheilige Spiridon, sind stets in den unzähligen Kirchen und Klöstern auf der ganzen Insel präsent.
Apfelchutney (glykia mustarda – „süßer“ Senf) ist aus England hängengeblieben genauso das Cricket und der Karneval aus Venedig.
Wenn Sie Korfu erlesen, haben Sie die einzigartige Chance, sich Ihr eigenes Bild in Gedanken zu machen und dieses Bild mit den realen Eindrücken vor Ort zu kombinieren, was als Warnung zu verstehen ist, denn diese kombinierten Eindrücke bleiben und verleiten zur Wiederkehr, zur Liebe und Sehnsucht nach Korfu, so dass man gar nicht mehr gehen möchte, und falls man doch muss, immer und immer wiederkehren wird ... so lange, bis man bleibt.

Europa Erlesen Lodz
300 S., geb., € 14,95
978-3-99029-569-4
Die viertgrößte Stadt Polens zählte zu den wichtigsten Textilmetropolen Europas. Das abwechselnd unter russischer und preußischer Herrschaft verwaltete Lodz stieg im 19. Jahrhundert zum „Manchester“ Polens auf. Polen, Deutsche und Juden besiedelten die Stadt und brachten alle ihre Einflüsse und kulturellen Eigenheiten mit. Im wechselvollen 20. Jahrhundert teilte die Stadt das Schicksal Polens, die sozialistische Nachkriegszeit prägten eigener Baustil und kulturelles Schaffen. Aufwändig restaurierte und umfunktionierte Fabrikgebäude erinnern an eine reiche Geschichte der Industrialisierung. Heute lädt Lodz als Zentrum des polnischen Filmes zu neuen Entdeckungen ein.

Europa Erlesen Semmering
300 S., geb., € 14,95
978-3-99029-571-7
„Der Semmering ist kein Maulwürfshügel“ schrieb Johann Gottfried Seume 1801. Schon damals führte die Reichsstraße von Wien nach Triest über jenen Pass, der mit seinen 984 Metern über Adria fast unüberwindlich schien. Unterhalb des Passes, in Schottwien, gedeihten die Einkehrgasthäuser, die Fuhrwerke benötigten einen Vorspann, im Winter splitterten die Speichen der Holzräder. Mit der nächsten technologischen Ära folgte die Eisenbahn, dem Gebirge angepasst mit Ziegeln und Steinen, mit Tunnels und Galerien. 1854 fuhr der erste Zug der Südbahn über den Semmering und die Städter entdeckten den Reiz der alpinen Bergwelt.
Kurort und Transitort zugleich hat der Semmering viele Spuren in der Literatur und Kulturgeschichte hinterlassen. Diese Reise in unterschiedlichen Geschwindigkeiten überquert nicht nur den Pass, sie spürt auch den Verknüpfungen zwischen weit voneinander gelegenen Plätzen nach. So bündelt die Barriere in der Landschaft die Erzählungen von Metropole und Peripherie, von Handel und Urlaubsreisen, von der Bewegung zwischen dem Vertrauten und dem Neuen.

Europa Erlesen Neuengland
198 S., geb., € 14,95
978-3-99029-482-6
Lange schien das kleine Neuengland sinnbildlich für die ganzen Vereinigten Staaten von Amerika zu stehen. Und tatsächlich erwecken die Geschichten und Erzählungen dieser Region den Anschein, dass Neuengland die „Wiege einer Nation“ war. Egal, ob es stimmt oder nicht, die Boston Teaparty, Pocahontas und die Puritaner sind unweigerlich Teil der amerikanischen DNA geworden. Aber in diesem Band erzählen nicht nur Revolutionäre von staatstragenden Akten, sondern hier berichten auch Entdecker von einem neuen Land und Reisende vom Leben in Boston und Co. Aber Amerika wäre nicht Amerika, wenn nicht das Wunderbare und das Schreckliche in engster Nachbarschaft lebten. So entsteht auch das Bild einer wilden Natur mit dunklen, scheinbar endlosen Wintern, gezeichnet von Indianerüberfällen, puritanischem Aberglauben und Hexenverbrennungen. Aber genauso können wir auch von geflüchteten Sklaven lesen, die in Neuengland erstmals Freiheit fanden, von Philosophen und Individualisten, die in den weiten Wäldern Neuenglands das Göttliche suchten und fanden. Wenn Amerika von sich selbst erzählt, dann immer in der Sprache der Vielfalt. Und in diese Vielfalt einzutauchen, ergibt das besondere Gefühl, plötzlich selbst ein unbekanntes Land zu entdecken.

Europa Erlesen Andalusien
204 S., geb., € 14,95
978-3-99029-528-1
Andalusien zieht seit Jahrhunderten Reisende an. Dieses Land im Süden, das Tor zu Afrika, stellt für sie den Inbegriff Spaniens dar. Wir begleiten Naturwissenschaftler, Kunsthistoriker und Reisende, die aus Abenteuerlust und Interesse am Fremden die meist sehr beschwerlichen Wege auf sich nehmen. Wir begegnen sehr frühen Klagen über die negativen Auswirkungen der zahlreichen Besucher, oder anders gesagt, der Enttäuschung über die Diskrepanz von Vorstellung und Realität. Und wir hören die Stimmen der Einheimischen früherer Jahrhunderte sowie heutige Kommentare über Klischees, Traumvorstellungen die maurische Geschichte betreffend und Probleme mit dem „Overtourism“. In den Berichten und Erzählungen durchstreifen wir malerische Landschaften, besuchen großartige Bauwerke und Städte aus der Zeit der maurischen Herrschaft, tauchen ein in Feste und Flamenco-Vorstellungen und werden mit frühen Auseinandersetzungen mit dem Stierkampf konfrontiert. Die Texte laden dazu ein, Andalusien mit offenen Augen zu besuchen und ein Land abseits der Tourismusindustrie zu entdecken.
Über Lwiw:


Europa Erlesen Lemberg
295 S., geb., € 14,95
978-3-99029-701-0
Beiträge von Juri Andruchowytsch, B. I. Antonytsch, Martin Buber, Alfred Döblin, Iwan Franko, Karl Emil Franzos, Balthasa Hacquet, Tymofij Hawryliw, Zbigniev Herbert, Petro Karmanskyj, S. K. Klonowic, Franz Kratter, Iwan Krypjakewytsch, Ladislav Kubala, Andrzej Kusniewicz, Stanislaw Lem, K. Makuszynski, Leopold v. Sacher-Masoch, Soma Morgenstern, Wiktor Neborak, Nathan Neta, Jurko Prochasko, Joseph Roth, Nathan Samuely, Heinrich Traunpaur, Adam Zagajewsaki, Adam Zielinski, J. B. Zimorowic, Jozef Wittlin, C. v. Wurzbach u. a.


Europa Erlesen Georgien
250 S., geb., € 14,95
978-3-99029-311-9
Texten u. a. von Andrej Bitow, Friedrich von Bodenstedt, Moritz von Dechy, Alexandre Dumas, Helga Engelbrecht, Heinz Fähnrich, Douglas W. Freshfield, Knut Hamsun, August Freiherr von Haxthausen, Hugo Huppert, Sarah Kirsch, Egon Erwin Kisch, Arthur Leist, Michail Lermontow, Ossip Mandelstamm, Gottfried Merzbacher, Fried Nielsen, Friedrich Wilhelm Parrot, Boris Pasternak, Konstantin Paustowski, Aleksandr Puskin, Gustav Radde, Franz Remmel, Apollonios Rhodios, Grigol Robakidse, Guram Rtscheulischwili, Nikolaj Sabolozkij, Kurban Said, Eduard Schewardnadse, Werner von Siemens, Traugott Graf von Stackelberg, John Steinbeck, Bertha von Suttner, Galaktion Tabidse, Max Freiherr von Thielmann, Ilia Tschawtschawadse, Moritz Wagner, Armin T. Wegner, Bernhard Zand, Akaki Zereteli.


Günther Freitag
Den Wald vor lauter Bäumen …
120 S., geb., € 24,00
978-3-99029-589-2
Oskar, der im Süden Europas eine Autobahnbaustelle leitet, kämpft in einer fremden Welt aus unbekannten Regeln und mafiösen Verstrickungen gegen drohende Rückschläge. Nur schwer findet er sich in dieser Auseinandersetzung zurecht, nicht zuletzt deshalb, weil sich das Jugendstilhotel in einem Alpental, Kindheitsgefängnis für den Bruder und ihn, nicht abschütteln lässt. Der autoritäre Großvater drängt sich über seinen Tod hinaus in die Köpfe jener, die er zu Lebzeiten tyrannisch unterworfen hat. Wie in einem Wimmelbuch erscheinen, jede Chronologie missachtend, Figuren auf der Bühne des Grandhotels und im Alltag des Erzählers, verbunden durch seine Erinnerungen und Gedanken. Welche der Geschichten sind erlebt und welche Einbildung? Hat sich Rudolf Buchbinder im Talschluss auf eine Konzertreise vorbereitet und Camilla Nylund in der Abgeschiedenheit ihre Stimme kuriert? Und zu welchem Ergebnis gelangen die soziometeorologischen Studien eines Schweizer Linguisten, falls diese tatsächlich jemals durchgeführt wurden

Vogt, Sebastian
Altbart
140 S., geb., € 21,00
978-3-99138-040-5
Wien im Jahr 1958. Die großbürgerliche Familie Altbart lebt in einem während der NS-Zeit arisierten Haus. Die Familie besteht aus zwei Halbbrüdern, Edmund und Kurt, sowie Erika, die ersterem die Stiefmutter und letzterem die leibliche Mutter ist. Der Vater, ein Politiker, starb kurz vor Unterzeichnung des Staatsvertrags. Seine große Zeit hatte er während des Austrofaschismus. Im Salon des Altbart’schen Hauses hängt ein Porträt von Engelbert Dollfuß, dem Führer der Austrofaschisten. Die Misere der Halbbrüder – Edmunds unglückliches Medizinstudium, Kurts Morphiumsucht – ginge wohl ewig weiter. Da entwendet Kurt seiner Mutter einen hohen Geldbetrag. Er benötigt das Geld, um sich seine Droge kaufen zu können. Edmund wird daraufhin von der Stiefmutter auf die Straße gesetzt. Sie glaubt, dass er das Geld gestohlen hat. Mit Hilfe eines Freundes zieht er in eine Garçonnière im Arbeiterbezirk Brigittenau. Er findet eine Anstellung im kommunistischen Globus-Verlag. Edmund blüht seelisch auf.


Menschen in der heutigen Gesellschaft, und insbesondere junge Frauen, ihre eigenen Antworten suchen
Sammlung ampelographischer Darstellungen
Rispen, Trauben, Blätter, Ranken und Beeren verschiedener steirischer Rebsorten
360 S., geb., € 50,00
978-3-99029-588-5
Die Sammlung ampelographischer Darstellungen, von Vinzenz und Conrad Kreuzer in der Technik der Gouache angefertigt, stellt ein äußerst wertvolles Bildmaterial über Rebsorten dar, die vor gut eineinhalb Jahrhunderten in der Steiermark angebaut worden sind. Jahrzehnte blieb diese Sammlung, die am Landwirtschaftsinstitut in Maribor aufbewahrt wurde, unentdeckt. Einzig Branko Avsenak (alias Dionizij Amfora), der sich des Wertes dieser Ampelographien bewusst war, hat 1981 eine Auswahl von Abbildungen im Buch „Vinski tabernakelj“ [Weintabernakel] in Maribor veröffentlicht. Diese Ausgabe erweckte beim Verleger und Sammler Primož Premzl jene Aufmerksamkeit, die letztendlich zur systematischen Inventarisierung führte und Grundlage der vorliegenden Ausgabe ist.
Die Kreuzer-Sammlung von Gouachen auf Papier ist nicht nur für die slowenische und österreichischen Geschichte des Weinbaus von immenser Bedeutung, sie ist auch ein Fundament der europäischen Weintradition. Sie ist bis heute das einzig erhaltene Bildmaterial über die Rebsorten, die in der gesamten Steiermark in der österreichisch-ungarischen Monarchie und im heutigen Slowenien angebaut wurden. Ihr besonderer Wert liegt in der Dokumentation einzelner Rebsorten, die nach der Einschleppung der Reblaus ausgerottet wurden. Diese Sammlung ist daher ein wertvolles europäisches Erbe der Ampelographie. Dabei handelt es sich um lebensgroße, in lebendigen Naturfarben gemalte »Porträts« von Rispen, Trauben, Blättern, Ranken und Beeren verschiedener Rebsorten in der Gouachetechnik; die detailreiche Beschreibung der einzelnen Arten stammen vom Ampelographen Franz Trummer aus dem Jahre 1841, die er 1855 erweiterte, die slowenischen Namensbezeichnungen stammen von Iva Županic?, der sie nach der Wiederentdeckung im Jahre 1923 hinzugefügt hat. 1782 schenkte die „Grazer Landwirtschaftsgesellschaft für die Steiermark“ diese Sammlung der Steiermärkischen Landes-Obst- und Weinbauschule in Maribor, die nach dem Umzug an einen neuen Standort, dem Wein- und Obstbauinstitut, dem Vorgänger des heutigen Instituts für Land- und Forstwirtschaft in Maribor überlassen wurde.

Maria Lehner
Krumme Eiche bis Unteres Feld
Erzählbrücken
200 S., geb., € 21,00
978-3-99029-575-5
Die Autorin wird von Geschichten gefunden und hält sie fest. Vorzugsweise docken die Texte im Weichbild der Bundeshauptstadt Wien an, irgendwo zwischen den realen Gemarkungen „Krumme Eiche“ und „Unteres Feld“. Dort gibt es die Parkbank, das Labor, die Fleischerei, die alten Archive und die Höhlungen des U-Bahn-Systems. Stadtrandvillen und Gemeindebauten, Regierungsgebäude und Beisln, vor allem aber namenlose Orte, sind jeweils Platzhalter für die Geschehnisse. Pospischils Hund, die Wortsammlerin, der Alltagsphilosoph Nechwatal und alle anderen handelnden Personen begegnen einem an jeder Ecke. Die (semi)fiktionalen bis (auto)biografischen Texte reichen von 1933 bis in die Zukunft. Erzählend wird eine Brücke gebaut vom Bekannten und Gewussten hin zum Plausiblen und Vorstellbaren. Am anderen Ende der Brücke gelangt die Leserin / der Leser mühelos zu den Trateldorchts oder macht sich in der Teleportationsstation auf die Reise zum Planeten Senzaconfini.

Diana Anfimiadi
Das Lexikon der verlorenen Wörter
122 S., geb., € 18,90
978-3-99138-024-5
Dies ist die unglaubliche Geschichte eines kleinen Jungen namens Gio, der sich auf die Suche nach seinem Vater macht, den er „nur aus seinen Träumen kennt“. Er gerät dabei in eine märchenhafte Welt mit phantastischen Lebewesen und entdeckt, dass er geheimnisvolle Superkräfte besitzt.
Du fragst dich, ob auch du solche Superkräfte hast? Weißt du noch nicht, dass du Wörter retten kannst? Dass du sogar eine tote Sprache wieder zum Leben erwecken und dich in großartige Abenteuer stürzen kannst, ohne das Haus zu verlassen?
Wenn alles um dich herum verworren scheint, dann lies die Geschichte von Gio. Sie wird dir dabei helfen, einen Ausweg zu finden. Du wirst erkennen, dass die Welt sprechen kann: Es kommt bloß darauf an, ihr zuzuhören und möglichst viele Sprachen, Wörter und Menschen vor dem Vergessen zu retten!

Viktoria Schwarz
Damals, heute für immer
100 S., geb., € 14,90
978-3-99138-026-9
Der 16-jährige Adrian, der von Geburt an in einem Waisenhaus wohnt, findet eines Tages durch einen Zufall ein kleines Café, in welchem er auf das Mädchen Billy stößt. Sie verdreht dem Jungen sofort den Kopf und mit der Absicht, sie wiederzusehen, kommt er regelmäßig zu ihr.
Aber nach einiger Zeit fällt Adrian auf, dass jeder Tag in dem Café gleich zu sein scheint und er fragt Billy aus. Dabei erfährt er von ihrem Unglück, Geister in einer Zeitschleife zu sein, und sie bitten ihn um Hilfe. Zusammen mit seinem besten Freund Thomas versucht er seine Freunde zu befreien.


Petr Stancík
Die Verjährung
400 S., geb., € 23,00
978-3-99029-551-9
Eine Reportage, eine Dokumentation, ein Essay über einen fast vergessenen Helden des 20. Jahrhunderts? Nicht bei Stancík. Was über Pravomil Raichl, Kämpfer gegen Nazis und Kommunisten gleichermaßen, bekannt ist, wird hier schlicht zum Ausgangspunkt einer lebendigen, phantasievollen Tagebucherzählung. Beginnend im Alter von 14 Jahren bis zu seinem Tod. Dazwischen liegt ein in vollen Zügen genossenes Leben, das auch all die dunklen Seiten des 20. Jahrhunderts durchwandern muss – Gulag, Weltkriegsschlachten, Todesurteile, Emigration – und am Ende muss der Held sterben, bevor er selbst für Gerechtigkeit sorgen kann. So entgeht der kommunistische Richter, der für eine Reihe Justizmorde verantwortlich ist und dessen Taten für verjährt erklärt wurden, noch einmal seiner Strafe.
Das alles stilistisch, sprachlich originell geschrieben. Und: „Vermutlich nur in den Romanen von Petr Stancík können die Helden auf einem Wackelstein miteinander schlafen oder im Inneren eines Mammuts übernachten und zugleich glaubwürdige Zeugen der grundlegenden historischen Momente und Ereignisse sein“, schreibt Peter Nagy in der Zeitung Deník N. ´


Pavao Pavlicic
Die Pestsäule
220 S., geb., € 24,00
978-3-99029-566-3
Der Roman ist eine spannende und interessante Geschichte über die kroatische Vergangenheit, über Wirrungen, Verfehlungen, und die Liebe, die, trotz allem, immer einen Weg findet.
Pavao Pavlicic, der Meistererzähler von Geschichten mit mysteriösen Elementen, führt uns auf eine ungewöhnliche Reise: In die Stadt Varoš, die unweigerlich an die Stadt Vukovar erinnert. Er führt uns in ihre unterirdischen Gänge, zu den alten Denkmälern, Friedhöfen, und lässt uns in die Schriften der Geborenen und Verstorbenen blicken.
Aber Pavlicic wäre nicht Pavlicic, wenn er seiner ganzen Geschichte nicht auch eine Nuance Mysterium hinzufügen würde, wobei sich alles um die Pestsäule dreht, die zum Gedenken an die Errettung von der Pest, auf dem Mittelplatz der Stadt errichtet wurde.
#Die Geschichte erzählt uns ein Mann, der in Varoš geboren, aber als Kleinkind fortgebracht wurde – und seither nie wieder in seinen Geburtsort zurückgekehrt war. Jetzt macht er sich auf den Weg und sucht nach der verlorenen Heimat. Und diese Suche ist für ihn von besonderer Bedeutung. Obschon er die fünfzig bereits überschritten hat, trifft er auf die Liebe seines Lebens, eine Frau, der er inmitten dieser geheimnisvollen Reise zu seinen Wurzeln begegnet.

Hanišová, Viktorie
Rekonstruktion
360 S., geb., € 21,00
978-3-99029-534-2
Ich wurde geboren, als ich neun Jahre alt war, neun Monate und sieben Tage. Ich erinnere mich genau daran“, so beginnt Eliškas Erzählung. Ab diesem Zeitpunkt muss sie bei ihrer seltsamen Tante in deren Villa wohnen. Hier wächst sie auf, umgeben von einer großen Leere. Was davor war? Ihre Mutter hatte ihren kleinen Bruder und dann sich selbst getötet. Aber warum kam sie zur einsiedlerisch lebenden Tante, wo war ihr Vater? Warum gab es keinen Abschiedsbrief? Und warum hatte die Mutter ihren Bruder mit sich genommen, aber nicht sie? Als sie erwachsen wird, beschließt Eliška, diesen Fragen auf den Grund zu gehen. Und die Suche nach den Antworten wird zu einer Obsession. Obwohl beim Lesen manchmal das Gefühl entsteht, Eliška zurufen zu wollen „Nicht dort entlang!“, ist ihr Versuch eine von vielen Möglichkeiten, mit diesem Trauma umzugehen und sich von verschiedenen Seiten diesem Lebensthema zu nähern. Aber ist es überhaupt möglich, solch schwerwiegende Tat zu erklären? Und was ist mit der Angst, „das“ geerbt zu haben? Und wie kommt das Umfeld damit klar, dass es vielleicht nicht so einfach ist, die Frage loszulassen, warum das eigene Leben so brutal aus der Bahn geworfen wurde ...

Silvija Hinzmann
Tausend wogende Wellen
Prohaskas fünfter Fall in Istrien
280 S., geb., € 16,95
978-3-99029-546-5
Der frühere Kripobeamte Joe Prohaska mag keine Beerdigungen. Zur Trauerfeier seiner Tante Olga fährt er dennoch nach Slawonien, weil er hofft, dort seine Jugendliebe Lydia wiederzusehen. Vor vielen Jahren ist Lydia mit ihrer Mutter nach Kanada ausgewandert und hat sich nie wieder bei ihm gemeldet. Nach dem Begräbnis vertraut Lydia ihm an, dass Tante Olga womöglich keines natürlichen Todes gestorben ist. Als sie ihm einen geheimnisvollen Brief zeigt, den Tante Olga ihr hinterlassen hat, beginnt Prohaska diskret im Kreis der Familie zu ermitteln. Die Spur führt nach Istrien – und dort überschlagen sich nach einer rasanten Verfolgungsjagd die Ereignisse.

Hinzmann, Silvija
Die Sehnsucht der Kormorane
Prohaskas vierter Fall in Istrien
196 S., br.., € 14,95
978-3-99029-441-3
Als der Betreiber des Strandlokals „Plavi kormoran“ in Opatija bei einem Brand ums Leben kommt, geht die Polizei von einem Racheakt aus, da der Mann in kriminelle Machen schaften verwickelt war. Joe Prohaska, Kriminalhauptkommissar aus Stuttgart, der seit seiner Frühpensionierung in Istrien lebt, zögert nicht, als Inspektor Rossi ihn bittet, die spurlos verschwundene Geliebte des Opfers ausfindig zu machen. Doch das fein gesponnene Netz aus Lügen scheint undurchdringlich ...

Hinzmann, Silvija
Die dunkle Seite der Bucht
Prohaskas dritter Fall in Istrien
226 S., br., € 14,95
978-3-99029-387-4
Joe Prohaska, ehemaliger Kriminalhauptkommissar aus Stuttgart, lebt in einem winzigen Dorf in Istrien, wo er sich nach der Frühpensionierung zur Ruhe gesetzt hat. Als er ein anonymes Päckchen mit dem Hinweis auf einen Mordfall erhält, den er vor vielen Jahren bearbeitet hatte, kann von Ruhe keine Rede mehr sein. Der Täter hatte ihm damals Rache geschworen. Nun ist er wieder in Freiheit. Prohaska glaubt nicht, dass ihm der Mann gefährlich werden könnte, dennoch erzählt er Inspektor Rossi davon. Aber Rossi hat keine Zeit, denn am Strand von Punta Corrente wurde die Leiche eines Unbekannten angespült. Prohaska beschließt, der Sache mit dem Päckchen selbst auf den Grund zu gehen. Zuvor muss er bei einer Hochzeit die offiziellen Fotos machen. Doch als kurz nach der Trauung der Bräutigam spurlos verschwindet, ahnt Prohaska, dass er wieder einmal zur falschen Zeit am falschen Ort ist.

Stanislav Struhar
Das Gewicht des Schattens
200 S., geb., € 21,00
978-3-99029-573-1
Als Elias nach Lissabon kommt, um die Wohnung seiner verstorbenen Großeltern zu übernehmen, öffnet sich seinen Augen eine Vergangenheit, von der seine Mutter nie sprach. Auf den Fotografien sieht er seine Großeltern das erste Mal, doch bald schon erfährt er mehr über ihr Leben, auf dem ein dunkler Schatten lag. Er fühlt sich in ihrer Heimat freundlich aufgenommen, und die Schönheit Lissabons berührt ihn, doch vermag er sich trotzdem nicht vorzustellen, in einem fremden Land zu leben. Die Literatur und die Fado-Lieder einer jungen Buchhändlerin begleiten ihn in den Tagen vor seiner Rückkehr nach Wien.

Michal Bukowski
Herzlichkeit der Wolken
80 S., geb., € 18,90
978-3-99029-567-0
Michal Bukowski, geboren 1949 in Poznan, schreibt vor allem Gedichte und übersetzt zeitgenössische Lyrik aus dem Deutschen, Russischen und Slowakischen ins Polnische, Bukowski ist Mitglied der IG der Österreichischen Autoren Autorinnen.

wie entsteht ein gedicht
worteberührung
hungriger raum des papiers
dein lächeln



Eugen Brikcius
Roman
200 S., geb., € 24,00
978-3-99029-592-2
Roman – ist eine Sammlung von Postillen oder Minutenromanen, welche seit 2017 erschienen und an die bereits erschienene Postille anschließen. Der Titel greift auf, was auch die ersten Postillen schon charakterisierte:
Die Postille ist Auslegung und die Postillen sind ein Roman aus Minutenromanen über den Roman und das Leben des Autors. Des gelebten Schaffens und des geschaffenen Lebens. Post illa verba erhellt der Autor ausgewählte Gedanken, Ereignisse, Erlebnisse – ein Kaleidoskop an Versen, spannenden Handlungssträngen, aphoristischer Kürze und philosophischer Tiefe. Immer im „Gespräch“ mit ausgewählten Persönlichkeiten, quer durch Zeiten, Orte und Sprachen. Und weil es passend ist für Eugen Brikcius, zitiert er Sinatra: „‚I did it my way.‘ In meinem Fall gilt: Alles, was ich erschaffen habe, ist ein Original. Das kann ich reinen Gewissens behaupten.“ Wer sich an den ersten Postillen erfreuen konnte und ein Faible für Nonsens, Dada, Philosophie, Mystifikation und auch das heutige kulturelle Leben in Prag hat, ist herzlich zu sechzig neuen Texten eingeladen.

Christoph Kubelka
Ulrich
120 S., geb., € 19,90
978-3-99029-576-2
Eine ekstatische Liebesgeschichte, angesiedelt in einer Unterkärntner Kleinstadt und in der Toskana. Angehaucht von Musils intellektuellem Protagonisten. Damit gelingt Christoph Kubelka eine schillernde, introspektive, leidenschaftliche Darstellung der Liebe, in der er alle Saiten der Psyche zum Klingen bringt. Sinnlich expressive Prosa, die den Erzählbogen von den 80er Jahren bis zur Gegenwart spannt.


Hans Dieter Zimmermann
Kein Ende der Endzeit
2000 Jahre Warten auf den Untergang
34 S., geb., € 14,95
978-3-99029-595-3
Aus einem Artikel des Wissenschaftsblattes der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“: „Vor 66 Millionen Jahren schlug dort, wo heute die Halbinsel Yucatán im Süden Mexikos liegt, ein etwa zehn Kilometer großer Asteroid ein Er löschte nicht nur die Dinosaurier und Flugsaurier aus, sondern auch bis zu drei Viertel aller damaligen Tier- und Pflanzenarten – darunter auch viele im Meer. Das war vor allem eine Folge des Zusammenbruchs der marinen Nahrungsketten. Denn diese hängen letztlich am Sonnenlicht, das nun bis zu mehreren Jahren von emporgeschleudertem Material verdunkelt wurde. Im Atlantik und Pazifik wurden selbst die Tiefseeböden in Mitleidenschaft gezogen. … Die kilometerhohe Tsunamiwelle rollte im Südwesten – der Isthmus von Panama existierte noch nicht – bis nach Neuseeland und erzeugte dabei auch am Ozeanboden Strömungen, die Sedimentmassen durcheinanderwirbelten. Nach Schätzung der Wissenschaftler betrug die Anfangsenergie des vom Einschlag in Bewegung gesetzten Wassers das Dreißigtausendfache der Energie des Tsunamis, der im Jahre 2004 den östlichen indischen Ozean heimsuchte und dabei mehr als 230 000 Menschen tötete.“ (5.10.22, S. N 1) Die Erde hat diesen Asteroiden überstanden, die Erde hat die Dinosaurier überstanden, die Erde wird auch die Menschen überstehen. Um die Erde müssen wir uns keine Sorgen machen.


Biron, Georg
Frischfleisch
200 S., geb., € 21,00
978-3-99029-590-8
Den 1. Teil der Biron-Trilogie („Eisenschädel“) lobt die Wiener Zeitung: „Das Panorama einer Kindheit und Jugend...Wien"
Biron begegnet im Teil 2 Wolf Biermann, Elfriede Jelinek, Helmut Qualtinger u.v.a. als Hochglanzmagazin-Reporter.


"…und machte mich auf, meinen Namen zu suchen"
Peter Handke im Gespräch mit Michael Kerbler
in der Ö1-Sende-reihe »Im Gespräch
68 S., br., € 19,90
 978-3-85129-543-6
Das Schreiben ist für Peter Handke ein »Zur-Geltung- Bringen des Übersehenen«. Zu schreiben begonnen hat er schon sehr früh – in seiner Schulzeit. Dann jedoch sei das Schreiben versiegt und erst wieder während seines Jurastudiums in Graz an die Oberfläche gestiegen. 1966 erscheint Handkes erster Roman Hornissen im Suhrkamp Verlag. In diesem wie allen nachfolgenden Romanen, Bühnenstücken, Gedichten, Erzählungen und Filmen lotet Peter Handke die Möglichkeiten der menschlichen Existenz aus. Er nähert sich dieser Fragestellung immer und immer wieder aus unterschiedlichsten Perspektiven: Das Schönste sind die Varianten, die Nuancen und die Details. Nahezu achtzig Werke, zuletzt Kali und Spuren der Verirrten, hat Peter Handke zur Sprache gebracht, die Übersetzungen nicht mitgezählt.
Unsere Spuren wären sie aufgezeichnet: was für ein Bild würden sie wohl ergeben?
Über dem Gespräch mag als Arbeitstitel Spurensuche stehen. Es kreist um das Schreiben, um den Blick auf die Welt, um die Mächtigkeit des Schmerzes und der Angst wie auch um die Natur — in ihr unterwegs zu sein.

Peter Handke / Klaus Amann
Wut und Geheimnis
Peter Handkes Poetik der Begriffsstutzigkeit
64 S., br., € 9,90
978-3-85129-402-6
Zwei Reden zur Verleihung des Ehrendoktorates der Universität Klagenfurt am 8. November 2002 an Peter Handke


Harry Baloch
Ob Gott oder nicht Gott.
Peter Handke und die Religion
356 S., br., € 25,00
978-3-85129-873-4
Der junge Handke schreibt sich von den überkommenen Formen der Sprache frei. Dabei werden die Strukturen religiöser Texte und Riten in den frühen Werken als Modelle der Unterdrückung von Selbstfindung und Freiheit offengelegt. Religionskritik und Sprachkritik gehen untrennbar ineinander über, Religion ist das von ihm durchlittene Internat, Sprache ohne Poesie bleibt ein Art Internat. Überraschend und die Generation der 1960er-Jahre auch befremdend ist dann, wie Handke sich mit seiner Kafka-Preis-Rede (1978) von seiner eigenen frühen Dichtung löst. Auf der Suche nach Zusammenhang in einer disparat, fragmentarisch und bedrohlich erfahrenen Welt werden die katholischen Sakramente, Elemente der Liturgie und die christliche Bildwelt für Handke zu einem Formenschatz der ästhetischen Wahrnehmung und zu einer Möglichkeit, Glückserfahrungen dauerhaft zu erinnern. Das gilt in einer dogmatisch oder kirchlich unvereinnahmbaren Weise bis in die jüngsten Werke Handkes.
Immer bewältigen Handkes Figuren extreme Schrecken und werden dann wieder frei für eine weitergehende Geschichte. Die Schrecken kommen stets aus dem Innenleben der Protagonisten des Autors. Insofern sie distanziert werden können, ereignet sich im Bewusstsein von Handkes Helden so etwas wie ›Auferstehung‹. Poetische ›Auferstehung‹. Das heißt im Frühwerk Handkes, ohne dass er diesen Vorgang explizit so benennt, dass die Schreckensstruktur der Wirklichkeitswahrnehmung erforscht, durchschaut und so bewältigt wird. Poesie entlarvt die Unterdrückungsmechanismen kirchlicher und gesellschaftlicher Rituale als Sprachschemata, mit Hilfe der Sprache. Da der christliche Auferstehungsglaube für den jungen Handke ein lebensfeindliches System darstellt, widerspricht er ihm inhaltlich, formal behält er jedoch den Übergang vom Tod ins Leben bei – ins wirkliche Leben.

Die Sprachenauseinanderdriftung
Peter Handke und Lojze Wieser im Gespräch mit Frederick Baker
Gehört gelesen [und gesehen] mit DVD
68 S., br., € 19,90
978-3-85129-861-1
Dieses Gespräch entstand während des Filmportraits »Lojze Wieser – unter Druck« (ORF, Produzent Franz Grabner 2008). Es war der erste zweisprachige, deutsch-slowenische Film, der im österreichischen Fernsehen  gezeigt wurde. Anfangs ein Gespräch mit Lojze Wieser, wurde es, als Peter Handke mit Pilzen von seinem  Waldspaziergang zurückkam, ein wundervolles, dynamisches Zweiergespräch. Es waren keine »magischen Pilze –  magic mushrooms«, aber schon bald nahm das Gespräch eine magische Qualität an.
In meiner 20-Jährigen journalistischen Karriere habe ich schon sehr viele verschiedene Menschen interviewt. Gorbatschow hielt einen Monolog, Yoko Ono, »stream of consciousness-ed«, aber Lojze Wieser und Peter Handke haben etwas Besonderes gemacht – sie haben sich duelliert – zwei alte Freunde, die ihren Intellekt geschickt sprühen lassen und in einer jovialen Mischung aus Respekt und dem Anderen immer um eine Nasenlänge voraus zu sein sich einen Schlagabtausch liefern. Vertreter von höchstem Gedankengut: Auf der einen Seite waren sie voll der Weisheit ihrer Jahre, und auf der anderen Seite wie verspielte Buben, die sich gegenseitig provozieren.

Es war ein Privileg, an einem sonnigen Herbsttag, mit Blick auf die Adria in ihrer Gegenwart zu sein. Plaudernd, hoch oben in der Karst-Landschaft, fühlte es sich an, als wären wir in einem hängenden Garten und alle ethnischen Unterschiede werden irrelevant. Ihre Abenteuer in der slowenischen und deutschen Sprache führten zurück nach Babylon.

»Man sagt ja immer, dass der Turmbau von Babel, das sei so eine Katastrophe gewesen, für die Menschheit. Dass alle Sprachen sich verwirrt hätten. Ich finde, eher das Gegenteil: Es ist ein großer Moment gewesen, wo die vielen verschiedenen Sprachen entstanden sind und auf diese Weise die Bilderwelt immer fruchtbar [geworden] ist. Es ist eine große, eine segensreiche Geschichte gewesen. Nicht der Turmbau, aber die Sprachenauseinanderdriftung!«

Indem er die Legende von Babylon auf den Kopf stellt, findet Handke klare Worte um den babel Babylons eher zu feiern als zu bestrafen. Sprachenauseinanderdriftung – was für wunderbares deutsch-englisches »babel«-Wort! Es ist eine Vorahnung von Lojze Wiesers Vision, die er ein paar Tage später im Gespräch mit mir formulierte. Dass Sprache ein Prozess ist, eine dauernde Weiterentwicklung erfährt, sich verändert, aus anderen schöpft, was in der Folge auch zu neuen Sprachen führen kann.

Der babylonische Dialog nimmt seinen Platz neben Italo Calvino´s »Notizen für das nächste Jahrtausend« ein, als Aufschluss für das Potenzial der Literatur. Calvino sagt, dass Mannigfaltigkeit nach wie vor eine Haupteigenschaft und notwendig für das Überleben der Literatur im 21. Jahrhundert sei. (Frederick Baker)

Peter Handke, geb. 1942 in Griffen (Kärnten) ist Schriftsteller und Übersetzer, auch Filmautor und -regisseur. Er lebt in Chaville bei Paris.

Lojze Wieser, geb. 1954 in Klagenfurt, verlegt seit 1979 Bücher, seit 1987 im Wieser Verlag. Verleger, Autor, Übersetzer und Herausgeber.

Der austro-britische Filmemacher Frederick Baker wurde 1965 in Salzburg geboren und wuchs in London auf. Er studierte Anthropologie und Archäologie in Cambridge, Sheffield und Tübingen und seine Filme für die BBC, Arte und ORF erhielten zahlreiche Auszeichnungen in Europa und der USA. Aufgrund seiner Zweisprachigkeit arbeitet Frederick Baker meist an britisch-österreichischen Koproduktionen und ist seit 2009 Visiting Fellow an der Cambridge University.



Peter Handke
Ein Wortland
Kärnten, Slowenien, Friaul, Istrien und Dalmatien
228 S., geb., € 54,00
978-3-85129-257-2
»Ja, ich bin ein Ortsschriftsteller, bin das auch immer gewesen. Für mich sind die Orte ja die Räume, die Begrenzungen, die erst die Erlebnisse hervorbringen. Mein Ausgangspunkt ist ja nie eine Geschichte oder ein Ereignis, ein Vorfall, sondern immer ein Ort. Ich möchte den Ort nicht beschreiben, sondern erzählen.«Die ausgewählten Texte von Peter Handke beschreiben eine Reise von der »Herkunftsgegend« Unterkärnten über das »Neunte Land« Slowenien und das »Sonore Land« Friaul bis zu einzelnen Schauplätzen in Istrien und Dalmatien. Lisi Ponger hat die Stationen dieser Reisen mit ihrer Photokamera aufgesucht: nicht um den Text zu illustrieren, sondern um die Räume auf ihre Weise zu »realisieren«, also »freizuphantasieren«. Die Photographien bilden mit dem Geschriebenen einen Zusammenhang: sie vertiefen, ergänzen, erweitern und kontrastieren. Die Sprache der Bilder und die Bilder der Sprache treten ein in einen spannenden Akt der Verständigung.
»Ich glaube, daß die Leere der wahre Ort für den Schriftsteller ist. Wenigstens für mich, für andere ist es vielleicht anders. Nur an leere Stellen kann der Schriftsteller seine Zeichen schreiben.«

Peter Handke und Jože Horvat
Noch einmal vom Neunten Land
Gespräche mit Jože Horvat
112 S., geb., € 14,80
978-3-85129-091-2
Die drei Gespräche, die Peter Handke mit dem slowenischen Freund Joze Horvat führte – 1987 in Salzburg, 1988 im Karst und im Dezember 1992 in Paris -, entfalten sich um slowenische Motive im literarischen Werk, über Sloweniens Unabhängigkeit und den Krieg. Der »Bewohner des Elfenbeinturms« weilte, saß, ist oft – meist zu Fuß – herumgekommen und hat viel, das Weite, das Enge, wahrgenommen – in seiner »Geh-Heimat«. Landschaften, vor allem der Karst, die Menschen und ihre Sprache, das Slowenische, finden sich im Schreiben wieder, im Buch wie dem Anfang der 80er Jahre verfaßten poetischen epischen Werk Die Wiederholung. So »heimisch« es dem Autor im »Land der Erzählung erging, so kritisch zeigt er sich zur Staatswerdung von Slowenien. Bewandert in den Landen, die seit 1991 in Staatsgebilde und Kriegswirren zerfallen, fügt Handke gängigen Balkan-Schlagworten keine eilfertigen, abschätzigen Kommentare hinzu – vom Nachsinnen gelebter, erlebter und beobachteter Vielfalt erfahren wir. Wie schon der Abschied des Träumers vom Neunten Land, seit der Veröffentlichung vor zwei Jahren vielzitiert, da und dort auch unverstanden, mißbraucht, geben auch die Ansichten und Einwände in diesen Gesprächen, nicht mit ausgewogenem, wohl aber eigenes Erfahren wägendem Wort, immer wieder Anstoß – zum Bedenken. Streitbarkeit des Dichters statt so manch wortgewaltiger Zeugnisse von Ignoranz, Arroganz und Gleichgültigkeit. Und: Unser aller res agitur. »In Die Wiederholung ist das gerecht beschrieben, nicht sine ira et studio, es ist nur erzählt … Das Poetische und das Politische kann man nicht trennen

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